Gesetz zur Erleicht...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Gesetz zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kind

Seite 1 / 3
 
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hallo,

ich weiss nicht, ob es hier schon irgendwo gepostet wurde, ich jedenfalls war gerade überrascht und erschrocken, als ich das gelesen habe.

"Der Staat greift nach den Kindern

Familiengerichte sollen durch eine anstehende Gesetzesänderung in die Lage versetzt werden, auch ohne den bisher erforderlichen Nachweis von elterlichem Versagen, Maßnahmen zum „Wohl des Kindes“ anzuordnen. Erziehungsersetzende Hilfeleistungen sind dann nicht mehr ausschließlich an das „elterliche Versagen“ des § 1666 BGB geknüpft, sondern könnten willkürlich bestimmt und entschieden werden. Was tatsächlich dem „Wohl des Kindes“ entspricht, soll nun allein durch den Staat interpretiert werden. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls wird in den kommenden Wochen im Bundestag beraten. ..."

"In Zukunft ist kein "elterliches Versagen" mehr erforderlich, damit
der Staat aktiv in die Erziehung eingreifen kann. Es reicht, wenn ein
Jugendamtmitarbeiter findet, dass das Kind (bereits im ersten
Lebensjahr!) in einer öffentlichen Einrichtung "besser gefördert"
werden kann. Damit bekommt der Staat die Deutungshoheit darüber, wie
Eltern Kinder erziehen und fördern sollen. Die Eltern (also das Volk
als Souverän) sind nicht mehr eigenverantwortlich, während Vertreter
des Staates darauf schauen, dass sie ihre Rechte und Pflichten
wahrnehmen. Sondern der Staat legt vom Zeitpunkt der Geburt an fest,
in welcher Weise sie das tun und wie das Kind optimal zu fördern ist.
Dies ist eine Umkehr des gesamten Rechts- und Staatsverständnisses,
und es öffnet immer massiveren und detaillierteren staatlichen
Eingriffen in das Familienleben Tor und Tür."

Die Abstimmung dazu findet MORGEN statt.

hier noch zwei Links

http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/?p=280#more-280

http://www.heise.de/newsticker/foren/S-OT-Gevatter-Staat-weiss-was-gut-fuer-uns-und-unsere-Kinder-ist-DRINGEND/forum-136055/msg-14784773/read/

Im zweiten Link findet sich eine Anleitung, wie man seinen zuständigen Abgeordneten kontaktiert, inkl. Musterbrief.

Gruß
Frank


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 23.04.2008 13:18
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Matraj63,

so "neu" empfinde ich das nicht. In Lausebackes alter Kita war ein Junge, dessen Eltern auch ganz klar gesagt wurde: "Entweder Kind Vollzeit in die Krippe oder Antrag auf Entzug des SR!"

Kind ging in die Krippe. Und auch, wenn die Vorgehensweise infrage zu stellen ist,
für diesen Jungen war es die einzig richtige Entscheidung, auch wenn sie seine
Zukunft nicht retten wird., aber minimal verbessern, zumindest.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 16:03
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hallo LBM!

Genau darum geht es ja, es ist auch jetzt schon die Gesetzesgrundlage dafür da, Kindern zu helfen, die grob vernachlässigt werden. Eine Änderung des Gesetzes ist nicht notwendig. Mit dieser Änderung werden aber Grundlagen für einen Missbrauch geschaffen. Im besten Fall ist es mal wieder blinder Aktionismus der Politik, im schlimmsten Fall steckt Methode dahinter.

Zitat aus dem Familiennetzwerk
"Wenn die von Eltern im Interesse ihrer Kinder getroffenen Erziehungsvorstellungen von denen der staatlichen Behörde abweichen, müssen Eltern allein schon deswegen mit dem (Teil-) Entzug der Sorgeberechtigung rechnen. Es reicht an das alte DDR-Recht heran, bei dem für Eltern die Verpflichtung galt, „mit den für die Bildung und Erziehung Verantwortlichen eng zusammenzuarbeiten“, weil die Erziehung „Aufgabe und Angelegenheit der gesamten Gesellschaft“ ist. Es ist allgemeiner Konsens, dass dies zu drastischen Fehlentwicklungen geführt hat."

Ich für meinen Teil möchte meine Kinder nach meinen Vorstellungen erziehen können, ohne staatliche Vorgabe.

Gruß
Frank

Edit:
hier noch ein Link dazu
http://www.kinderrechte-infos.de/?p=26#more-26


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.04.2008 16:37
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Matraj63,
obwohl ich vor gut 3 Stunden so ein Fax an meine BT-Abgeordnete geschickt habe und damit grundsätzlich zum Ausdruck bringen möchte, dass ich eine Gesetzesverschärfung/-erweiterung/-willkür unter Beteiligung der JA's ablehne, finde ich den von Dir zitierten Beitrag im 2. Post voll dabneben.
Leider wird heutzutage gerne Staat und Gesellschaft gleichgesetzt, jedenfalls wird im Zusammenhang mit der DDR gleich lieber das Wort Diktatur benutzt. Ich frage mich wirklich, wie auf persönliche und entwicklungsbedingte Probleme von Kindern eingegangen werden soll, wenn es kein Zusammenarbeit (Information, Auskunft, Diskussion)  zwischen Eltern, Erziehern, Betreuern oder auch Lehrern gibt? Da macht doch jeder sein eigenes Ding und das Kind hängt dazwischen, spielt eventuell die Erwachsenen gegeneinander aus zum eigenen Vorteil.
Auch wenn die selbsternannten Moralapostel und Möchtegernpädagogen dieser Auffassung sind sage ich ganz deutlich: DAS ist kein Konsens.

mfg oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 17:30
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

@oldie

Ich sehe jetzt in dem Zitat die (auch in meinen Augen sinnvolle) Zusammenarbeit mit den entsprechenden Stellen nicht in Frage gestellt, mir springt da eher der Punkt  "bei dem für die Eltern die Verpflichtung galt, mit den für die Bildung und Erziehung Verantwortlichen eng zusammenzuarbeiten" ins Auge. Meiner Meinung nach sind die Eltern diese Verantwortlichen, nicht der Staat und auch nicht die Gesellschaft. Und das Wort "Verpflichtung" stößt mir sauer auf, ich kann ja durchaus andere Erziehungsziele haben, als staatlich angeordnet, und diese Ziele müssen nicht schlecht oder böse sein, sondern halt nur anders.

Oder hab ich dich jetzt einfach falsch verstanden?

Gruß
Frank


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.04.2008 18:09
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Matraj63,

ach, ich glaube Deine denkrichtung zu verstehen und gebe Dir da vollkommen recht. Die Frage steht aber im Raum, wer sagt und belegt, dass es so und nicht anders abgelaufen ist.
Zu meiner pers. Erfahrung:
- 2,25 Jahre Krippe
- 3 Jahre Kiga
- 10 Jahre POS
- 2 Jahre Lehre
Dazu wohnte ich neben, gegenüber und hinter 5! Schulen (Berlin-Pankow) sowie über einem Kiga, in welchem zu allem Überfluss auch noch meine Mutter gearbeitet hat. Und mir ist in all den Jahren oder Gelegenheiten nie aufgefallen, dass es eine Verpflichtung (= Zwang) gab, mit irgend jemand zusammen zu arbeiten. Falls damit die Briefe an meine Eltern gemeint sind , worin sich einige Lehrer darüber beschwerten, dass ich sie vor der Klasse verbal angegriffen habe um andere Schüler zu verteidigen (gab natürlich regelmässig negative Zeugniseinträge) und ein Gesprächstermin empfohlen wurde (in der wohnung, nicht in der Schule), so verstehe ich darunter Zusammenarbeit und Diskussion bzw. Klärung und Erläuterungen zum besseren Verständnis. Auch wenn mir das als Kind ganz und gar nicht gepasst hat. Und ganz ehrlich, solches Engagement würde ich mir heute auch wünschen.
Sicher gab es Autoritätsanmaßung und - missbrauch. Aber bitte, dabei sollte man aber immer noch auf dem Teppich bleiben und nicht verallgemeinern.

Übrigends meine Mutter hat bis Anfang der neunziger gearbeitet, die letzten Jahre (ich glaube so ab 90) wurde den Kiga-MA der pädagogische Auftrag entzogen. Fazit:: Zum Kindsein gehört es sich zu prügeln, die Ma haben beruhigend auf das Kind einzuwirken und zu überzeugen, vom anderen Kind abzulassen und Gewalt ist keine Lösung. Danke.

Gruss oldie

Edit: Sorry für off topic, bin ja schon ruhig.


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 18:29
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Übrigends meine Mutter hat bis Anfang der neunziger gearbeitet, die letzten Jahre (ich glaube so ab 90) wurde den Kiga-MA der pädagogische Auftrag entzogen. Fazit:: Zum Kindsein gehört es sich zu prügeln, die Ma haben beruhigend auf das Kind einzuwirken und zu überzeugen, vom anderen Kind abzulassen und Gewalt ist keine Lösung. Danke.
off topic, bin ja schon ruhig.

...dem kann ich jetzt nicht folgen.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 18:39
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Ich kann dem schon folgen,

Tenor:
es gibt ausreichend rechtliche Möglichkeiten, einem Kind zu helfen. Jetzt sollen allen rechtsstaatlichen Mitteln zum Trotz diese Mittel vereinfacht werden ... die Fragestellung ist nun also:
1) warum etwas vereinfachen, was es nachvollziehbar bereits gibt.
2) wer wird die Kontrollinstanz sein?
3) Jeder kann nachvollziehen, bis es durch die Instanzen gegangen ist, lebt das Kind vielleicht schon 4, 5, 6 Jahre bei jemanden anderen
    a) wer kommt für den finanziellen und emotionalen Schaden auf?
    b) Wird das Kind zurückgeführt ... oder greift hier wieder das K-Prinzip?
4) wer hat ein Interesse an einer Vereinfachung?
5) wenn diese Aufgabe ebenfalls mit dem JA übertragen wird, welches auf europäischer Ebene in massiver Kretik steht, dann sehe ich fürwahr eine Gefahr.

Meist geht es ja nach dem Prinzip, "ich bin vernünftig, mich wird es schon nicht treffen!". Ein Mensch der einen etwas böses will, kann allerdings so einem schwer Schaden. Der Rattenschwanz ist lang, zu einem der Emotionale, durch den plötzlichen Entzug des Kindes. Dann der Finanzielle, der zweigeteilt einmal auf den Kosten der Rechtsvertretung besteht und zum Zweiten einem möglichen Leistungsverlust auf der Arbeitsstelle, der ebenfalls einen Einkommensverlust darstellt.

Mit böser Zunge könnte man sagen, dass hier der Weg des Rechtsstaates verlassen wird und mit vereinfachten Mitteln weitergeführt wird. Nachdem ich vor kurzem erfuhr, dass es für die Betreuung eines Pflegekindes einen Zahlungssatz von sage und schreibe 1.200 Euro gibt, sehe ich hinter dem ganzen auch massive wirtschaftliche Interessen. Das wird natürlich keiner sagen, aber wenn ich dann höre, dass Pflegeeltern irgendwas zwischen 4 - 8 Kinder betreuen, diese vermutlicherweise nur vor dem Fernseher sitzen bzw. sich selber beschäftigen sollen, dann kann man das wirklich zu einem Skandal fortführen.

Mit einer lebendigen Phantasie kann ich mir das richtig gut ausmalen und bei manchen, was man so hört und erlebt, ist da vielleicht auch etwas dran.
Wie schnell schaltet sich das JA ein und muss nach langen Prozessen klein beigeben ... in anderen Fällen, wo der Widerstand höher eingeschätzt wird, bzw. es zu mühselig ist, nach den Kindern zu fahnden, wird von seiten des Amtes nicht unternommen. Bestraft werden in jedem Fall nur die Eltern, ob sie berechtigt oder unberechtig (zeitweise) die Kinder verlieren, einen JA-Mitarbeiter wird selten an die Karre gepinkelt, obwohl gerade die meines erachtens mit höherer Sorgfalt herangehen müssen.

Kasper


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 19:16
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@LBm
verständlich, habe dabei zu viele Gedankensprünge gemacht.
Zum pädagogoischen Auftrag gehörte auch das Reglementieren und angemessene Bestrafung (aber keine Tätlichkeiten, war verboten), was nach der Wende durch eine dogmatische Interpretation von "Werten" wie antiautoritär, selbstbestimmt und ähnlichen ersetzt wurde und dazu führte, dass die alten Werte eine Staatspolitik waren und als Altlast abzustreifen sind. Das führte teilweise bis zu Exzessen, dass sich prügelnde 3- und 4-jährige Kindern als Menschenknäul auf dem Boden nicht gewaltsam zu trennen sind. Fazit war eine
angedrohte Strafversetzung. (angemessene Bestrafung heisst: Redeverbot, wenn immer geschrieen oder Ausdrücke benutzt wurden; alleine Spielen, wenn anderen Kindern immer nur das Spielzeug weggenommen wurde: auch mal in der Ecke stehen und alle Kinder gucken zu etc. - war selbst kein Pädagoge, dass habe ich von meiner Mutter so aufgeschnappt, manches selbst erlebt)
Was ich damit sagen wollte:
In oben angeführten Zitat wird behauptet das es ein DDR-Recht gab wonach die Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit Kiga, Schule etc. und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung bei der Entwicklung und Erziehungen der Kinder

zu drastischen Fehlentwicklungen geführt hat

Man wirklich, soll sich doch mal jeder selbst vorstellen was erreicht werden kann, wenn alle am Entwicklungsvorgang eines Kindes Betroffenen zusammenarbeiten (von mir aus auch müssen). Die Frage ist doch eher die Umsetzung. Und das Beispiel mit meiner Mutter sollte zeigen, was danach ansatzweise folgte bzw in welche Richtung teilweise gearbeitet wurde. Das war ja nur die Spitze vom Eisberg. Soziale Werte zu vermitteln wie Zusammenarbeit, sich helfen, zuhören, mitmachen, konzentrieren, logisches Denken waren nicht mehr Pflicht sondern eher persönlicher Einzelbeitrag.

mfg oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 19:30
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

empfehlenswert ist die Lektüre des >Gesetzesentwurfes<. Damit wird schon einiges klarer. Wer's kurz mag, möge zur Seite 8 vorblättern; dort stehen die Änderungen in den betroffenen Gesetzen.

Im Bundestag liest sich das dann wie folgt:

Heute im Bundestag Nr. 114
23.04.2008

3. Gefährdete Kinder besser vor Misshandlungen durch ihre Eltern schützen
Rechtsausschuss
Berlin: (hib/BOB) Kinder sollen besser vor Misshandlungen oder Vernachlässigung durch ihre Eltern geschützt werden. Dazu hat der Rechtsausschuss einstimmig am Mittwochmorgen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung (>16/6815<) beschlossen, der am morgigen Donnerstag im Plenum behandelt und verabschiedet werden soll. Der Entwurf sieht vor, eine Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuches so abzuändern, dass Familiengerichte früher als bisher die Möglichkeit erhalten, tätig zu werden. Künftig sind Maßnahmen zu ergreifen, sobald erkennbar ist, dass die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, eine Gefahr abzuwenden. Alle Fraktionen betonten jedoch, dass die Eltern zuerst das Recht und die Pflicht hätten, ihre Kinder zu erziehen und für deren Wohlergehen zu sorgen. Jugendämter und Gerichte würden erst dann eingreifen, wenn die Eltern versagen. Der Staat habe insofern Hilfestellung zu geben. Das Recht der Eltern werde keinesfalls ausgehöhlt, betonten die Koalitionsfraktionen. Es ist beispielsweise vorgesehen, Eltern zu verpflichten, öffentliche Hilfe wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen. Das Gericht könne auch die Weisung erteilen, dass die Eltern Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, um etwaigen körperlichen oder geistigen Fehlentwicklungen des Kindes frühzeitig begegnen zu können. Die FDP wies darauf hin, dass das Anliegen des Gesetzentwurfes nur dann realisiert werden könne, wenn der Vollzug in den Bundesländern, bei den Familiengerichten und den Jugendämtern verbessert würde. Mehr Richter, die besser als bisher ausgestattet seien, müssten eingesetzt werden, um dem Problem Herr zu werden. Die Linke stimmte zu: Das beste Gesetz nütze nichts, wenn man es in der Praxis nicht umsetzen könne. Solange 126 betroffene Familien auf einen Sozialarbeiter kämen, werde sich an dem Problem nichts ändern. Auch die Grünen wiesen darauf hin, dass die geplanten Maßnahmen mit einem zeitlichen und personellen Mehraufwand verbunden seien. Dafür müssten Familiengerichte und Jugendämter in die Lage versetzt werden, ihren Aufgaben nachzukommen. Entsprechende Forderungen, die neben anderen Vorschlägen Eingang in Entschließungsanträge gefunden hatten, lehnte der Rechtsausschuss jedoch ab.

Auch nett zu lesen: >Kommentar< auf welt.de

Eines sollte klar sein: Musterschreiben bringen außer Menge nix. Und wenn irgendwer erst 100 Musterschreiben bekommen hat, wird er keine weiteren Zusendungen mehr lesen. Es könnte ja Musterschreiben Nr. 101 und 102 sein.

Ferner gilt: Das Gesetz wird kommen. Da könnt ihr euch aufregen bis zur Atemnot. Da in Deutschland keine Demokratie im Sinne von "Alle Macht geht vom Volke" herrscht, ist es doch vollkommen egal, wen oder gar ob man wählt.

Deutsche Eltern werden de facto entmündigt, unter die Macht des Jugendamtes gestellt. Und dem JA sind Kinder egal. Hauptsache die Pflegemafia zahlt fleißig weiter Schmiergelder. Ja, es gibt mittlerweile Vertriebsbeauftrage von Heimen, die den Pharmareferenten bzgl. Aufgabenstellung und Verhandlungsmasse nicht unähnlich sind. Die Pflegemafia wittert dreistellige Millionenumsätze durch diese Maßnahme. Wofür war das alles doch gleich gedacht? Für das Wohl des Kindes. Achja, ich vergaß. Es geht um verstaatlichung der Erziehung, um das Überstülpen von Erziehungsnomen, die der Staat macht, nicht die Gesellschaft und nicht die einzelnen Eltern.

Dies soll nicht demotivieren als vielmehr aufklären.

Da gibt es 'n paar durchgeknallte Eltern, deretwegen Kinder nun tot sind. Und plötzlich werde alle Eltern unter Generalverdacht gestellt. Ich möchte mal erleben, was die Menschen machen, wenn eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wird, weil das BKA feststellt, dass vor allem Nachts Menschen getötet werden.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 19:48




Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Oldie,

nun ja, in meiner "West"-Kita wird sehr wohl dazwischen gegangen, wenn die Kinder sich prügeln und auch "gewaltsam" getrennt. In meiner ehemaligen "Ost"-Kita, war das genauso. Dass auf negatives Verhalten eine Konsequenz folgt, habe ich auch in beiden Kitas so erlebt, wobei eben halt die Art der Konsequenz sicher Geschmackssache ist und ich zB "Strafen" wie ins Bett stecken oder in der Ecke stehen totsicher nicht akzeptieren würde.

Die Erzieherinnen in meiner ehemaligen Kita (Ost) haben sehr bedauert, dass durch das JA nicht mehr so stark eingegriffen würde und auch ihnen die Hände vermehrt gebunden seien im Vergleich zu früher. Ich kann das nicht beurteilen. Ich habe nur eine Erzählung meiner SchwiMu im Ohr, die Anfang der 80er in der DDR einer Kitaerziehrin eine geschossen hat, die meinen Mann "zur Strafe" auf dem Stuhl festgebunden hat. Eine Folge hatte die Tätlichkeit für meine SchwiMu nicht.

Ich weiß von solchen "Vorgaben von oben" nichts, jedoch habe ich schon den Eindruck, dass durch die Eltern- und Kitaausschüsse zusammengearbeitet wird. Wobei ich mir halt schon wünsche, dass ich als Erziehungsberechtigter das letzte Wort habe, bei Dingen, die mein Kind im Einzelnen betreffen. Was mir fehlt ist die Einsicht der Eltern, dass individuelle Interessen u. U. hinter den Interessen der Gruppe mal zurückstehen müssen.

Das war ja nur die Spitze vom Eisberg. Soziale Werte zu vermitteln wie Zusammenarbeit, sich helfen, zuhören, mitmachen, konzentrieren, logisches Denken waren nicht mehr Pflicht sondern eher persönlicher Einzelbeitrag.

Eben das ist aber schon der Erziehungsauftrag der Kita, heute. Erlebe ich auch in der Praxis. Ost wie West.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 19:52
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hi!

Dies soll nicht demotivieren als vielmehr aufklären.

Ach schei*e Deep, ich glaub du bist zu lange im Geschäfft und daher Realist, vermutlich hast du Recht, trotzdem werde ich den Musterbrief losschicken.

Da gibt es 'n paar durchgeknallte Eltern, deretwegen Kinder nun tot sind. Und plötzlich werde alle Eltern unter Generalverdacht gestellt. Ich möchte mal erleben, was die Menschen machen, wenn eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wird, weil das BKA feststellt, dass vor allem Nachts Menschen getötet werden.

Full ACK, man sieht ja momentan, was so für Gesetze aus dem Hut gezaubert werden, häufig genug muss das BVerfG die Herren und Damen "Volksvertreter" einbremsen. Aber selbst das stößt bei diesen Leuten auf taube Ohren...ist aber ein anderes Thema...

Einen Link hab ich noch, ein Bericht aus der FAZ über die jetzige JA Praxis...wenn ich mir noch mehr Befugnisse vorstelle wird mir speiübel...

Ein kurzes Zitat daraus:

"Dennoch wird der Bundestag noch in diesem Monat durch eine Novellierung des Paragraphen 1666 im Bürgerlichen Gesetzbuch den Sorgerechtsentzug erleichtern. Künftig muss das Jugendamt vor Gericht nicht einmal mehr der Nachweis elterlichen Versagens führen, um einen solchen Eingriff zu erwirken."

http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~E08BB7E957FFF4DBB89448391292BD291~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Gruß
Frank


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.04.2008 21:00
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

und daher Realist

Ne, ich bin Pessemist, was ich als ausgelernten Optimisten definiere.

häufig genug muss das BVerfG die Herren und Damen "Volksvertreter" einbremsen.

Aktuell würfeln die Politiker irgendeinen Mist aus, warten auf das nivellierende BVerfG und setzen den beschämenden Rest ihrer hirnmassevernichtenden Regelungserklärungen um. Das ist Ping-Pong auf höchster Ebene und sichert, dass alles übrig bleibt, was grundgesetzkonform ist.

Derart peinlich wird in Deutschland erst seit kurzem gesetzgeberisch vorgegangen.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 21:10
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Es geht um verstaatlichung der Erziehung, um das Überstülpen von Erziehungsnomen, die der Staat macht, nicht die Gesellschaft und nicht die einzelnen Eltern.

Sehe Deinen Beitrag auch so. Bei diesem Gedanken hier (s. Zitat) stelle ich mir die Frage: Warum? Warum blos? Stecken wir so tief im Dilemma und sind so unfähig, dass nur noch per Gericht = staatl. Reglementierung die Erziehung und das Wohlergehen aller Kinder in D. gewährleistet werden kann? Meiner Meinung greift das zu kurz und vor allem viel zu spät.

@LBM

nun ja, in meiner "West"-Kita wird sehr wohl dazwischen gegangen, wenn die Kinder sich prügeln und auch "gewaltsam" getrennt. In meiner ehemaligen "Ost"-Kita, war das genauso.

und

Eben das ist aber schon der Erziehungsauftrag der Kita, heute. Erlebe ich auch in der Praxis. Ost wie West.

Du, ich mache hier keinen Vergleich Ost-Kiga zu West-Kita, war Anfang 90 selbst viel in WB unterwegs und sah wie es dort lief. Ich wehre mich lediglich gegen oben genanntes Zitat und seine Aussage - und sage dass nach der Wende bei Vielem im Osten (im Gegensatz zur Praxis im Westen) deutlich über die Stränge geschlagen wurde.

jedoch habe ich schon den Eindruck, dass durch die Eltern- und Kitaausschüsse zusammengearbeitet wird.

Blos reicht das? Im Interesse des Kindes? Was ist, wenn von Seiten der Eltern gar keine Zusammenarbeit gewünscht wird? Was ist, wenn das Kind hungrig kommt, unsauber ist, vielleicht sogar blaue Flecken hat , Sprachstörungen ... ? Ich finde, hier sollte es eine differenzierte und angemessene Reglementierung geben, zwangsbehaftet. Und das fasse ich beim Erziehungsauftrag mit hinein. Eine Kita-Betreuerin muss meines Erachtens nicht nur liebevoll mit den Kindern umgehen und tolle Spiele mit ihnen machen sondern fachlich geschult in der Lage sein, so einem Erziehungsauftrag gerecht zu werden, auch mit schwierigen Situationen vollumfänglich klar zu kommen und auf die Kinder individuell einzugehen, ihre Entwicklung verfolgen und beurteilen können. Manche Menschen haben eine natürliche Begabung, andere lernen es nie. Das kann man dann bei der Schule fortsetzen, allerdings doch etwas lockerer (altersgerecht).

Wenn ich mir die JA's anschaue (aus etlichen Beiträgen der user hier gesehen) so frage ich mich allen ernstes: Ist es denen (jetzt kommt so 'ne tsts ID...) egal, was sie tun und welche Auswirkung das haben kann und hat? Da muss auch angesetzt werden. Da gehört pädagogisch ausgebildetes Personal  hin und keine Verwaltungsangestellten mit Aktenordnermentalität, wie man vermuten könnte. Und eine Kontrolle dieser Arbeit darf auch nicht fehlen.

So. Langsam geht es mir besser. Kann mich bei sowas richtig aufregen.

LG oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 21:21
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Blos reicht das? Im Interesse des Kindes? Was ist, wenn von Seiten der Eltern gar keine Zusammenarbeit gewünscht wird? Was ist, wenn das Kind hungrig kommt, unsauber ist, vielleicht sogar blaue Flecken hat , Sprachstörungen ... ? Ich finde, hier sollte es eine differenzierte und angemessene Reglementierung geben, zwangsbehaftet. Und das fasse ich beim Erziehungsauftrag mit hinein. Eine Kita-Betreuerin muss meines Erachtens nicht nur liebevoll mit den Kindern umgehen und tolle Spiele mit ihnen machen sondern fachlich geschult in der Lage sein, so einem Erziehungsauftrag gerecht zu werden, auch mit schwierigen Situationen vollumfänglich klar zu kommen und auf die Kinder individuell einzugehen, ihre Entwicklung verfolgen und beurteilen können.

Da unterschreibe ich jeden Buchstaben, Oldie. Da denke ich nur an den Beitrag von brille007 in einem anderen Thread, in dem er darauf hinweist, dass ein Lehrer nicht mal empfehlen kann/darf/muss, dass bei einem Kind die Augen mal ärtzlich untersucht werden sollten. Himmel, das ist schon schräg.

Aber es liegt auch ein Gefahr darin. Wie oft hat mein Sohn blaue Flecken, weil er irgendwo raufgefallen, runtergefallen, gegengestoßen ist, in seiner Schusseligkeit. Er ist mal mit dem Rücken so blöd auf eine Kante gefallen, dass er einen blauen Striemen auf dem Rücken hatte. Ganz ehrlich? Ich habe geschwitzt, denn hätte ich beweisen können, dass ich ihm NICHT eine mit dem Stock verpasst habe?

Die Gefahr liegt im "Nichtsehen" genauso wie im "zu viel sehen".

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 22:12
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Wenn ich mir die JA's anschaue (aus etlichen Beiträgen der user hier gesehen) so frage ich mich allen ernstes: Ist es denen (jetzt kommt so 'ne tsts ID...) egal, was sie tun und welche Auswirkung das haben kann und hat?

In einigen Fällen definitiv : Ja

Ich finde, hier sollte es eine differenzierte und angemessene Reglementierung geben, zwangsbehaftet. Und das fasse ich beim Erziehungsauftrag mit hinein.

Hauptsache die Pflegemafia zahlt fleißig weiter Schmiergelder. Ja, es gibt mittlerweile Vertriebsbeauftrage von Heimen, die den Pharmareferenten bzgl. Aufgabenstellung und Verhandlungsmasse nicht unähnlich sind. Die Pflegemafia wittert dreistellige Millionenumsätze durch diese Maßnahme. Wofür war das alles doch gleich gedacht? Für das Wohl des Kindes.

@oldie
Wenn denn alle so vernünftig wären und nur das Wohl des Kindes im Sinn hätten, könnte sowas funktionieren. Du bemerkst, ich bewege mich im Konjunktiv.

Genauso wie es Eltern gibt, die sich nicht (ausreichend) um das Wohl ihrer Kinder sorgen, gibt es JA-Mitarbeiter oder andere Leute, denen das Wohl der Kinder am A**** vorbei geht. (s. Link zum FAZ Artikel). Das es solche Leute gibt, das mussten, den Geschichten hier im Forum nach zu urteilen, schon einige am eigenem Leib erfahren.
Jetzt spinnen wir mal Deeps Gedankenanstoss etwas weiter und schmücken das aus.
JA Mitarbeiter XYZ hat nen guten Kumpel in einem Pflegeheim. Pflegeheime kassieren pro Kind X Tausend Euro pro Monat (habe gerade bis 4000€ im Kopf, kann mich aber vertun), ab einer bestimmten Anzahl Kinder macht das Pflegeheim Plus. Pro Kind, das neu in das Heim kommt, verspricht der Kumpel aus dem Pflegeheim dem JA Mitarbeiter eine "Kopfprämie". Nach dem neuen Gesetz muss das JA nicht einmal mehr vor Gericht den Nachweis über das elterliche Versagen führen. Menschen sind korrupt, auch JA Mitarbeiter, deren Gehalt vermutlich auch nicht überdurchschnittlich ist.
Und noch ein Ziatt aus dem FAZ Artikel: „Viele Ämter sind da doch ganz pragmatisch. Es ist weniger Arbeit, die Kinder einfach aus den Familien zu nehmen, als für Besserung innerhalb der Familie zu sorgen. Mit dem Entzug des Sorgerechts ist dem Kindesschutz ganz schnell Genüge getan. Das Kindeswohl bleibt dann eben auf der Strecke“.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es so oder ähnlich kommt. Nun ersetze noch JA Mitarbeiter mit  "Nachtragende Exen (m/w)", "Fiese Nachbarn" oder "sonstigen geldgierigen Idioten" und schon hast du eine Menge potentieller Denunzianten.

Wenn denn alle so vernünftig wären und nur das Wohl des Kindes im Sinn hätten, könnte sowas funktionieren.
Wenn aber nicht alle so vernünftig sind und es ein paar schwarze Schafe gibt, die ein o.g. Szenario tatsächlich durchführen, ist es um das Kindeswohl meines Erachtens schlecht bestellt.

Wenn ich dann noch höre, das (Zitat)
"Nach Daten der polizeilichen Kriminalstatistik des BKA betrifft grobe Vernachlässigung von Kindern (§ 225 StGB) ungefähr 0,07% der Kinder, die bei konsequenter Anwendung der bestehenden Gesetze, bereits heute ausreichend geschützt wären."
kommen mir arge Zweifel an der Sinnhaftigkeit des gesamten Vorhabens.

Gruß
Frank


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.04.2008 22:58
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Die Gefahr liegt im "Nichtsehen" genauso wie im "zu viel sehen".

Eben, darum plädiere ich für geschultes Personal, was zwischen einem blauen Knie und "5" länglichen nebeneinander liegenden Flecken oder auch sich kreuzende lange Striemen  etc. unterscheiden kann, ebenso die Psyche des Kindes versteht und auch 'ne Beule deuten kann.
Ein Schlüssel heisst Vertrauen, ein anderer Verständnis (von Verstand abgeleitet  :wink:). Ebenso Erfahrung.

Noch eine allgegenwärtige Gefahr:
Andersherum besteht bei der Möglichkeit von Einflussnahme immer die Problematik von Machtmissbrauch. Daher muss hier eine unabhängige Kontrollmöglichkeit her wie Konsultationen vor Ort und ähnlichem vom ausbildenden Bereich z.B. oder einer übergeordneten Behörde. Blos das gab es zumindest im Ansatz schon alles und wurde einfach ignoriert und beseitigt. Jezt haben wir das JA und wissen eigentlich garnicht genau, welche Einflussmöglichkeiten es hat, haben soll und wie das auch noch umgesetzt werden kann. Wenn ich mir aber das Wirrwarr bei den Kitas anschaue - kommunale, kirchliche, Vereine, freie Träger - wie soll man die alle mit ihren privatpersönlichen Ausrichtungen unter einen Hut bringen? Auch bei den Schulen macht doch fast jedes Land sein eigenes Ding. Jaja, wir sind eine Förderation - vergiss es, das ist Kleinstaaterei.

Das ist das Dilemma Hierzulande - wir werden von der Vielfalt der Möglichkeiten erschlagen, empfinden das vielleicht noch als Freiheit und vergessen dabei, dass es hier um ein sehr wichtiges Anliegen geht, um das Wohl und die Entwicklung der Kinder, letztendlich um die zukünftige Gesellschaft.
Da finde ich diese platten Gesetzesvorstösse einfach nur ätzend. Überall wird gekittet, modifiziert, gedeckelt - das passt weder noch reicht es.
Hauptsache Geld wird gespart, davon haben wir ja so wenig. Komisch, in der Wende musste ich begreifen lernen, dass so viele Betriebe vollkommen unwirtschaftlich arbeiten und daher geschlossen gehören. Klar - Marktwirtschaft, und BWL zeigt es auf. Nun frage ich mich, was ist mit den milliardenschweren Subventionen und Steuervergünstigungen, nicht nur in D sondern überall auf der Welt. Irgendetwas stimmt allgemein nicht. Hier wird gespart, dort werden Unsummen ausgegeben. Am Geld KANN es also nicht liegen, wohl eher an den Prioritäten.

@ matraj63

Wenn denn alle so vernünftig wären und nur das Wohl des Kindes im Sinn hätten, könnte sowas funktionieren. Du bemerkst, ich bewege mich im Konjunktiv.

Ich will mal ganz ehrlich sein. Die Kinder sind für mich zwar sehr wichtig  - weil schutzbedürftig, hilfebedürftig, niedlich und unsere Zukunft - doch letztendlich sind es doch alle Menschen, um die es geht: Kinder, Eltern, Grosseltern, Enkel und auch ganz aktuell die Rentner. Wir haben uns hier das Thema Kinder (und damit Vatersein und Muttersein weil Kindesbedürfnis) herausgepickt - Kinder können sich nicht wehren, sie brauchen uns.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2008 23:34
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hallo Oldie!

Das ist das Dilemma Hierzulande - wir werden von der Vielfalt der Möglichkeiten erschlagen, empfinden das vielleicht noch als Freiheit und vergessen dabei, dass es hier um ein sehr wichtiges Anliegen geht, um das Wohl und die Entwicklung der Kinder, letztendlich um die zukünftige Gesellschaft.

Also ich für meinen Teil vergesse nicht das Wohl und die Entwicklung meiner beiden Racker, und auch nicht das Wohl meiner Nichte, meines Neffen, der Kinder meiner Freunde und Bekannten, habe aber einfach meine eigenen Ansichten und empfinde eine Vielzahl an Möglichkeiten als Bereicherung. Erschlagen fühle ich mich dadurch nicht. Das Gegenteil ist der Fall, die zunehmenden Einschränkungen machen mir Sorge. Ich möchte aus einer Vielzahl an Möglichkeiten schöpfen können, ich mag es Neues kennenzulernen. Ich kann das, was ich für richtig halte, mitnehmen, das in meinen Augen falsche ablehnen. Und das ist meiner Ansicht nach für das Wohl meiner Kinder unabdingbar, aus einer Vielzahl von Möglichkeiten sich das für sie passende rauszusuchen.
Für mich liest sich dein o.g. Satz so, dass du die Vielfalt der Entscheidungsmöglichkeiten nicht als Freiheit oder Chance, sondern als Grund dafür ansiehst, dass man das Wohl der Kinder aus den Augen verliert. Im Umkehrschluss deute ich daraus, das es dir lieber wäre, wenn jemand festlegt, welcher Weg der beste für die Erziehung ist, quasi ein Masterplan oder ein Patentrezept.
Sorry, verstehe dich nicht, wäre denn deiner Meinung nach eine geringere Wahlmöglichkeit oder nur eine Möglichkeit eher Freiheit?

Wenn ich mir aber das Wirrwarr bei den Kitas anschaue - kommunale, kirchliche, Vereine, freie Träger - wie soll man die alle mit ihren privatpersönlichen Ausrichtungen unter einen Hut bringen?

Wozu sollte man denn alle unter einen Hut bringen, sehe den Sinn nicht.

Gruß
Frank


*            Erfolge:           *
<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">Seepferdchen" 1977<IMG SRC=""http://www.web-smilie.de/smilies/party_smilies/00000466.gif">"

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 24.04.2008 00:47
(@weisnich)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Forum,
ich habe ja ganz eigene Erfahrungen mit dem Jugendamt machen können.

Ich finde der Vorstoß geht in die falsche Richtung. Statt in Hilfe zu investieren und Kooperationen zu verbessern, wird das JA mit mehr Macht ausgestattet und das, obwohl es keinerlei Kontrollinstanz gibt. Staatliche Anarchie!

Gruß,
Michael


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2008 01:03
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Auf einmal soll es ganz schnell gehen. Justizministerin Zypries drängt, Familienministerin von der Leyen schiebt mit, Bundeskanzlerin Merkel schaut weg und lässt gewähren. Die Novellierung des Paragraphen 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuches soll am heutigen Donnerstag in zweiter und dritter Lesung verabschiedet werden. In einigen Wochen soll dann die Novellierung des Sozialgesetzbuches folgen. Dann wäre das von manchen so ersehnte „Frühwarnsystem“ installiert. Es soll aber nicht nur Alarm schlagen, wenn Kinder misshandelt werden, sondern wohl vor allem dem Staat mehr Rechte und Handhabe geben, um Eltern gefügig zu machen – mit oder ohne Misshandlung der Kinder.

http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=39804

Im >Plenarprotoll< zur 157 Sitzung ist noch nix zu lesen; die schreiben noch dran.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2008 20:11




Seite 1 / 3