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Schwierigkeiten mit "Zweitpartnerin(nen)"

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(@ginnie)
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hi, Ichbinpapa,
mir ist beim lesen deines Beitrages aufgefallen, dass du dich sehr mit deinen Erwartungen an deine jeweilige Partnerin auseinandersetzt. Die Partnerin hat aber auch Erwartungen an dich. Für eine funktionierende Partnerschaft sollte neben der Liebe jeder Kompromisse eingehen, ohne sich verbiegen zu müssen. Jeder sollte er/sie selbst sein dürfen. Somit bringt die Partnerschaft ein Geben und Nehmen mit sich, ohne dass man gegeneinander die Anzahl des Gebens oder Nehmens aufrechnen sollte. Denke ich. Mein LG hat an mich natürlich auch Erwartungen, z.B. dass ich ihn moralisch (und finanziell??? das bleibt nicht aus, ist von ihm so aber nicht gewollt) unterstütze, seine Kinder akzeptiere bzw. mag, ihn nicht zu sehr unter Druck setze, wenn er gerade seine Scheidung regelt...usw.

aber ich will dir mal meine Erwartungen bzw. Nicht-Erwartungen an meinen LG schildern, weil ich denke damit die Beantwortung deiner Frage am besten zu treffen. Für uns ist es jeweils die zweite große Liebe. Ich erwarte von ihm Loyalität MIR gegenüber. dass er mir zeigt wie wichtig ich ihm bin. dass er mir zeigt wie gern er mit mir zusammen ist, dass er auch gern mal allein mit mir was unternehmen will. kurz gesagt dass er mir seine Liebe zeigt. Dass er die Ängste und Verletzungen aus seiner Ex-beziehung nicht auf mich überträgt. (Gaanz wichtig!!!) Ich erwarte NICHT (denn das wäre für mich lebensfremd) dass er sich zwischen mir und seinen Kindern entscheidet. Die Kinder sind teil von ihm, und er soll sie weiter begleiten und die wenige Verantwortung die er noch wahrnehmen kann, tragen. dabei unterstütze ich ihn so gut ich kann. Ich gebe zu, dass ich, wenn seine Kinder da sind, und somit 3 Kinder im Alter von 11, 11, 14 rumwuseln, es viel anstrengender finde: lauter, schneller, lebhafter. Aber auch lustiger. Ich erwarte NICHT von ihm, dass er auf meinen Sohn aufpasst, wenn ich mit dem Finger schnippe. Aber ich finde es sehr angenehm wenn ich ihm die Betreuung überlassen kann, sollte ich mal was allein vorhaben oder eien Dienstreise ansteht. Natürlich frage ich vorher 😉 Ich gebe auch zu dass ich mich zurückziehe, wenn mein Sohn Papa-WE hat, und seine Kinder hier sind, denn dann bin ich ohne Kind und nutze diese zeit lieber mal für meine Erholung oder Unternehmungen mit Freundin usw. Außerdem tue ich ihm sogar noch einen Gefallen, denn er hat seine Kinder mal für sich ganz allein.
Noch 1 Schlußgedanke:
am wichtigsten ist die Kommunikation und Abstimmung beider Partner über die Erwartungen an eine Partnerschaft. Das muss passen!!

LG ginnie


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 30.04.2008 23:41
(@ichbinpapa)
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@brille007

ich war - genauso wie papajo - durchaus erstaunt darüber, dass Du bei Dir selbst das Fehlen von "Zeitfenstern" beklagst; von einer Partnerin andererseits erwartest, dass sie alles mitträgt, was mit Deinen Kindern zu tun hat.

Natürlich erwarte ich nicht, dass sie alles mitträgt, was mit den Kindern zu tun hat. Natürlich hatte ich nichts dagegen, dass sie als einzige Frau mit vielen Männern auf Betriebsausflug fährt. Natürlich habe ich nichts dagegen, dass sie sich auch mal an den Wochenenden an denen die Kinder bei mir sind (oder nicht bei mir sind) mal mit Freundinnen trifft. Natürlich habe ich nichts dagegen, dass sie mal allein zum Bastelabend fährt.
Was mich aber sehr nachdenklich macht ist das, dass sie von alleine nicht die "Gemeinsamkeit mit meinen Kindern" sucht, sondern immer neue Ausreden hat, warum und weshalb sie jetzt gerade nicht bei uns sein kann.

Wenn ein Partner vom anderen ("...der/die liebt mich ja...") einfach rückhaltlose Begeisterung für seine eigenen Interessen erwartet, kommen die Interessen des anderen zwangsläufig zu kurz. Das kann nur in die Hose gehen.

Ja, das Finden eines Partners mit gemeinsamen Interessen (z.B. Fußball, Kinder, Inliner, Fahrrad, Berge u.a.) ist schwer.

Hier sind immer Kompromisse und Luft zum Atmen gefragt - für beide. Wer selbst keine Kinder hat, setzt nun einmal andere Prioritäten. Die Kinder des Partners haben da gewiss einen hohen Stellenwert - aber eben keinen, dem sich zwangsläufig alles andere unterzuordnen hat. Urlaub mit Kindern kann auch für bislang kinderlose Menschen eine tolle Sache sein - aber nur, wenn es zwischendurch auch mal "Urlaub zu zweit allein" gibt. Gleiches gilt für Wochenenden und sonstige Freizeitaktivitäten.

"Urlaub zu zweit allein"? Wie will man das anstellen? Die Kinder sind die 1/2 Ferien bei mir = 5 Wochen im Jahr. Ich habe 25 Tage Urlaub im Jahr = 5 Wochen. Sämtlicher Urlaub geht also für gemeinsamen Urlaub mit den Kindern "drauf". Übrig bleiben nur die "Nicht Kinderwochenenden". Ach ja, ist alles nicht so einfach, aber da stehe ich ja nicht alleine da.

Stell Dir einfach mal vor, Deine Partnerin wäre beispielsweise begeisterte Hundezüchterin und würde an Euren freien Wochenenden ständig irgendwelche Hundeschauen besuchen, während Du selbst mit Hunden eigentlich nichts anfangen kannst. Und frage Dich dann ganz ehrlich: Wie lange und wie oft würdest Du sie auf solche Hundeschauen begleiten? Nicht nur Zweitpartnerschaften, sondern oft auch die vorhergehenden Ehen scheitern daran, dass (mindestens) einer der Beteiligten seine eigenen Interessen ständig über die des anderen stellt.

Wie wahr.

Betreuungsväter neigen gelegentlich dazu, in der vergleichsweise kurzen Zeit, die sie mit ihren Kindern teilen, alles "über-richtig" machen zu wollen. Das ist menschlich verständlich. Wenn eine Partnerin in dieser Zeit aber immer nur die zweite Geige spielen soll, kann man es ihr auch nicht übelnehmen, wenn sie diese Zeit lieber anders nutzt.

So kann man das natürlich auch sehen.
Ich hab das bisher immer so gesehen:
"Ist doch toll, wenn man gemeinsam (Ich + Partnerin) was zusammen unternehme. Selbst wenn die Kinder mit dabei sind, dürfte man glücklich sein, mit dem Partner zusammen zu sein."
... natürlich sollte das "Zusammensein ohne Kinder" nicht zu Kurz kommen
Ist aber verdammt schwierig:
Mo. Fußball bis 20 Uhr
Mi. Fußball bis 18 Uhr
Do. PapaTag ab Do. 12 Uhr bis Fr. 8 Uhr alle 2 Wochen
Fr. Fußball bis 20 Uhr
Fr.-Mo. KinderWochenende ab Fr. 12 Uhr bis Mo. 8 Uhr alle 2 Wochen
+ auch an den NichtKinderWochenenden immer wieder mal Fußballturniere
+ fehlende ArbeitsStd. an Do./Fr. aufholen an "NichtKinderWochenenden".

Da bleibt zwangsweise das "Zusammensein ohne Kinder" ziemlich auf der Strecke.

Sollte ich mir Gedanken machen, ob ich mich zu sehr um die Kinder kümmere/bemühe?
Sollte ich mich stattdessen mehr um meine Partnerin kümmern?
Ich bin doch so froh, dass die Kinder sich so gut in der Schule entwickeln, was sicher auch ein "Verdienst" von mir + Ex ist, weil die "gemeinsame Erziehung" recht gut funktioniert.

Zurück bleibt ein sehr nachdenklicher
IchbinPapa


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.05.2008 11:14
(@andreadd)
Registriert

... natürlich sollte das "Zusammensein ohne Kinder" nicht zu Kurz kommen
Ist aber verdammt schwierig:
Mo. Fußball bis 20 Uhr
Mi. Fußball bis 18 Uhr
Do. PapaTag ab Do. 12 Uhr bis Fr. 8 Uhr alle 2 Wochen
Fr. Fußball bis 20 Uhr
Fr.-Mo. KinderWochenende ab Fr. 12 Uhr bis Mo. 8 Uhr alle 2 Wochen
+ auch an den NichtKinderWochenenden immer wieder mal Fußballturniere
+ fehlende ArbeitsStd. an Do./Fr. aufholen an "NichtKinderWochenenden".

Da bleibt zwangsweise das "Zusammensein ohne Kinder" ziemlich auf der Strecke.

Sollte ich mir Gedanken machen, ob ich mich zu sehr um die Kinder kümmere/bemühe?
Sollte ich mich stattdessen mehr um meine Partnerin kümmern?
Ich bin doch so froh, dass die Kinder sich so gut in der Schule entwickeln, was sicher auch ein "Verdienst" von mir + Ex ist, weil die "gemeinsame Erziehung" recht gut funktioniert.

Zurück bleibt ein sehr nachdenklicher
IchbinPapa

Hallo IchbinPapa,

dass du bei deinem Terminkalender mit dem Gedanken spielst, dich weniger um die Kinder zu kümmern statt weniger um den Fußball, gibt mir aber hier sehr zu denken.

Liebe Grüße
Andrea


Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama

AntwortZitat
Geschrieben : 02.05.2008 11:20
(@ichbinpapa)
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    • man hat das Alleinsein nicht mehr drauf, dadurch fühlt man sich -oft- irgendwie verloren
    • wenn man schon älter ist, dann kommen da auch so Gedanken "Jetzt muß ich schnell noch ...."
    • man muß -irgendwie- alles umplanen

    Wie wahr.

    Als erstes ist mal angesagt, Ruhe für sich zu bekommen. Sich in neuen Gefilden bewegen; neue Hobbies,
    andere Leute kennenlernen etc.

    Hmm. Diese Gedanken machen mich ziemlich nachdenkllich, weil sehr viel Wahrheit darin liegt.

    Gruß
    IchbinPapa


    AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.05.2008 11:22
(@ichbinpapa)
Zeigt sich öfters Registriert

@ginnie

Ich erwarte von ihm Loyalität MIR gegenüber. dass er mir zeigt wie wichtig ich ihm bin. dass er mir zeigt wie gern er mit mir zusammen ist, dass er auch gern mal allein mit mir was unternehmen will. kurz gesagt dass er mir seine Liebe zeigt. Dass er die Ängste und Verletzungen aus seiner Ex-beziehung nicht auf mich überträgt. (Gaanz wichtig!!!). Ich erwarte NICHT (denn das wäre für mich lebensfremd) dass er sich zwischen mir und seinen Kindern entscheidet. Die Kinder sind teil von ihm, und er soll sie weiter begleiten und die wenige Verantwortung die er noch wahrnehmen kann, tragen. dabei unterstütze ich ihn so gut ich kann.

Danke für Deinen Kommentar.  :thumbup:
Es hilft mir sehr, hier so viele Meinungen zu lesen.

Ich gebe auch zu dass ich mich zurückziehe, wenn mein Sohn Papa-WE hat, und seine Kinder hier sind, denn dann bin ich ohne Kind und nutze diese zeit lieber mal für meine Erholung oder Unternehmungen mit Freundin usw. Außerdem tue ich ihm sogar noch einen Gefallen, denn er hat seine Kinder mal für sich ganz allein.

... wenn der Papa es aber schöner finden würde, wenn Du dich nicht zurückziehst? Wenn er schöner finden würde, gemeinsam etwas zu unternehmen?

Noch 1 Schlußgedanke:
am wichtigsten ist die Kommunikation und Abstimmung beider Partner über die Erwartungen an eine Partnerschaft. Das muss passen!!

Dem ist nichts hinzuzufügen.  :thumbup:

Gruß
IchbinPapa


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.05.2008 11:50
(@ichbinpapa)
Zeigt sich öfters Registriert

@AndreaDD

dass du bei deinem Terminkalender mit dem Gedanken spielst, dich weniger um die Kinder zu kümmern statt weniger um den Fußball, gibt mir aber hier sehr zu denken.

🙂
Hallo Andrea,
hier sieht man wieder wie schwierig es an so einem Forum ist, alle Dinge richtig darzustellen.
Mit "Fußball" meine ich nicht "meinen" Fußball, sondern den der "Kinder". Ich bin Betreuer ihrer Jugendmannschaft geworden, damit sie mehr von ihrem Vater haben als nur alle 2 Wochen das Wochenende und 1 Wochentag. ... nur wegen der Kinder.

"Meine" eigenen Fußballschuhe, habe ich schon lange an den Nagel gehangen.  😉

Gruß
IchbinPapa


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.05.2008 11:55
(@eskima)
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Hallo IchbinPapa,

mal so als Next gesprochen finde ich es relativ schwierig, eine Partnerschaft rund um deine Termine "einzubauen". Nicht nur wegen des geringen Zeitfensters, sondern auch wegen deiner mangelnden FLexibilität. Und nein, das ist kein Vorwurf, sondern nur ein Feedback.

Du hast dir dein Leben so eingerichtet und für dich und die Kinder ist es ja auch okay so. Aber ich kann gut verstehen, dass eine Frau sich dann sozusagen an dritter Stelle fühlt (nach den Kindern und dem Fußball, auch wenn du es "nur wegen der Kinder" machst). Da kostet es schon sehr viel Anpassungsbereitschaft, um mit dir eine Beziehung zu führen.

Denn du erwartest, dass eine LGin an deinen Terminen teilnimmt, kannst dir aber sehr wenig Zeit nehmen, um an ihren Terminen, bzw. Interessen, teilzunehmen.

LG

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 02.05.2008 12:10
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin IchBinPapa,

möglicherweise hat Dein Problem ein wenig mit der Fragestellung zu tun: Es spielt nämlich nicht wirklich eine Rolle, ob es sich um eine "Zweit"- (oder Zehnt-)Partnerin handelt; es geht einfach darum, ob ein Partner das Gefühl hat, immer erst dann "dranzukommen", wenn alle anderen Prioritäten des anderen Partners "abgefrühstückt" sind.

Du gibst die Antwort teilweise selbst: An drei Abenden pro Woche ist neben allen "Kinderveranstaltungen" auch noch Fussball aufgeführt (genausogut könnte da "Stammtisch" stehen). Drei Abende, an denen Deine Partnerin zumindest teilweise auf Dich verzichten muss. Daneben ist jeder zweite Donnerstag und jedes zweite Wochenende für die Kinder verplant. Und ein paar Tage Urlaub zu zweit allein sollen auch nicht möglich sein, bis die Kinder aus dem Haus sind? (Anmerkung: Das haben meine Eltern trotz 6 Kindern schon vor 40 Jahren gebacken bekommen!) Sorry, aber daran würde auch jede Ehe auf Dauer scheitern.

Eine "Zweit"-Partnerin unterscheidet sich von einer "Erst"-Partnerin nur dadurch, dass ersterer das "Menue" einfach komplett und auf einen Schlag vorgesetzt wird, während man mit der Mutter seiner Kinder langsam in die Aufgaben von Eltern hineingewachsen ist. Dabei hat die Natur wohl eine gewisse Blindheit eingebaut - hätte ich bei meiner eigenen Entscheidung "pro Kinder" auch nur halbwegs geahnt, was da im Lauf der Jahre auf mich zukommt, hätte ich mir das Ganze möglicherweise anders überlegt. Aber Deine Partnerin hat nur die Wahl zwischen "Sekt oder Selters". Wenn ihre eigene Kinderlosigkeit kein Zufall, sondern vielleicht eine bewusste Entscheidung ist, muss sie nicht restlos begeistert darüber sein, immer erst nach den Kids (und nach dem Hobby Fussball) zu kommen. Es wäre Deine Aufgabe, ihr das Gefühl zu vermitteln, die Nummer 1 in Deinem Leben zu sein.

Ansonsten musst Du Dir vielleicht überlegen, ob Deine persönliche Lebensplanung nicht zu egozentriert ist, um wirklich Teil einer Partnerschaft sein zu können, die diese Bezeichnung auch verdient. Du kannst nur Deine eigenen Prioritäten definieren; nicht die eines Partners. Denn auch eine Partnerschaft braucht Zeit und Raum - und nicht nur die paar Krümel, die übrig bleiben.

Grüssles
Martin
(mit "Zweit"-Frau glücklichst verheiratet)

*** edit: Dass Du Betreuer der Mannschaft Deiner Kids bist, macht das Ganze nicht besser; es geht um den Platz für Deine Partnerin und nicht um "altruistische" Motive der Fussball-Nachwuchsförderung.


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 02.05.2008 12:44
(@ichbinpapa)
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@brille007
@eskima
Danke für Eure Beiträge.

@Rest
Danke natürlich auch an den Rest

Ich werde jetzt mal "in mich gehen" und mir über all das was ihr und ich zu meinem Beitrag hier geschrieben habt, sorgsam Gedanken machen.

Mit meiner Partnerin werde ich dann mal in Ruhe über alles reden.

Gruß
IchbinPapa


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.05.2008 13:03
(@father)
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Hallo,

ich habe meine jetzige Partnerin ein halbes Jahr nach meiner Trennung kennengelernt. Sie ist kinderlos. In der Zeit als das Kind noch bei dem Muttertier lebte und ich das Kind nur alle zwei Wochen hatte, verlief unsere Beziehung noch recht schwer. Es waren leider Eifersucht und "Ängste" im Spiel. Sie sah das Kind als eine Brücke zwischen mir und der Ex an, was eine mögliche Neu-Beziehung zu der Ex begünstigen könne. Auf der anderen Seite hatten wir wegen dem Sorgerechtsstreit um das Kind viel Stress, was für meine neue Partnerin manchmal zuviel war. Sie konnte das Kind auch nicht so schnell liebgewinnen, weil sie es wegen den Umgangsterminen nicht so oft sehen konnte. Manchmal distanzierte sie sich auch etwas von mir, wenn das Kind bei mir war. Eines Tages sagte mir meine Partnerin, dass wenn ich das ABR für das Kind nicht gewinne, sie sich eventuell von mir trennen würde, denn die Situation war zu unerträglich als das sie sich das und ihren zukünftigen Kinder dauerhaft antuen wolle. Ausserdem fühlte sie sich wie das 5. Rad wegen dem Kind, weil ich es so sehr liebe. Ich habe ihre Ängste damals verstanden und ihr vorhergesagt, dass sie irgendwann auch mal eine Beziehung zu dem Kind aufbauen werde und das Kind zu ihr. Sie hatte das damals nicht glauben wollen, aber es ist so eingetroffen. Als das Kind zu mir zog (5 Jahre alt) habe ich darauf geachtet, dass meine Partnerin mit dem Kind auch mal alleine was unternimmt z. B. Spielen, Spielplatz, in die Stadt gehen, Einkaufen, Plantschen, TV schauen, Zubettgehen etc. Darüberhinaus habe ich darauf auch geachtet, dass sich meine Partnerin nicht vernachlässigt fühlen muss. Wir haben gemeinsame Hobbys entwickelt etc. Und die "Elternzeit", wenn das Kind ins Bett gegangen ist, ist auch wichtig. Mittlerweile sind wir über 2,5 Jahre zusammen und wollen bald auch eigene Kinder haben. Mein Kind freut sich schon auch sehr auf die Zeit, wenns Geschwisterchen bekommt. Meine Partnerin hat mein Kind inzwischen auch sehr lieb gewonnen und mag es sehr, dass wir eine kleine Familie sind.

Ich finde Begriffe wie "Zweitfrau" übrigens sehr hässlich, genauso schäbig wie "gebrauchter Mann" oder "gebrauchte Familie".


AntwortZitat
Geschrieben : 03.05.2008 03:17




(@dromeda)
Schon was gesagt Registriert

Ich werde jetzt mal "in mich gehen" und mir über all das was ihr und ich zu meinem Beitrag hier geschrieben habt, sorgsam Gedanken machen.

Mit meiner Partnerin werde ich dann mal in Ruhe über alles reden.
       

Lieber Ichbin Papa,

mich würde sehr interessieren, was dabei herausgekommen ist, bei Deinem Gedanken machen.

Ich lebe in einer patchwork-Fernbeziehung und finde es unwahrscheinlich schwer, alles unter einen Hut zu bekommen: unsere Berufe, unsere Kinder, mein zeitintensives Ehrenamt, meinen zeitintensiven Sport, Kinderzeit einzeln, Kinderzeit zusammen, Familienzeit, Paarzeit. Und zu allem Überfluss bin ich noch jemand, der Zeit für sich braucht.

Inzwischen ist mir klar, dass meine Kinder bei mir an erster Stelle stehen und leider, leider muss mein Partner da auch mal zurückstecken (selten). Wir nutzen dann allerdings die vielen kinderfreien Zeiten, die wir haben, sehr dezidiert für uns.
Ich selbst stecke gerade massiv bei meinem Sport zurück (nachdem ich letztes Jahr schon mein zweites Ehrenamt aufgegeben habe) - als momentane Lösung ok, da irgendwie nichts anderes möglich war.Langfristig wird das allerdings nicht funktionieren.

Insofern bin ich ratlos.

Positiv ist, dass mein LG und ich sehr offen und gut über diese Fragen kommunizieren können. Natürlich ist mal einer von uns enttäuscht aufgrund all dieser organisatorischen Probleme - unsere Liebe kann das allerdings nicht schmälern. Und das wechselseitige Verständnis für die Bedürfnisse des anderen ist sehr groß.

LG
dromeda


AntwortZitat
Geschrieben : 15.06.2008 13:46
(@ichbinpapa)
Zeigt sich öfters Registriert

mich würde sehr interessieren, was dabei herausgekommen ist, bei Deinem Gedanken machen.

Hallo dromeda,
zunächst bitte ich um Entschuldigung für die späte Rückmeldung. In den letzten Wochen fand ich einfach keine Zeit in vater-sein hineinzuschauen.

Nun aber mal ein kurzer Bericht :
Meine Partnerin und ich haben viel geredet. Mittlerweile versucht sie auch an den Tagen an denen die Kinder bei mir sind vorbeizuschauen, gemeinsam abend zu essen und vielleicht auch etwas zu spielen. Das klappt zwar nicht immer, da sie auch berufstätig ist und ab und an mal länger arbeitet. Aber ich merke jedenfalls, dass seit dem ich sie darauf aufmerksam gemacht habe, dass ich den Eindruck habe, dass sie überhaupt nicht mit UNS sondern nur mit MIR zusammensein möchte, sich dies zugunsten des UNS verbessert hat.

Ab morgen machen wir (Partnerin + meine Kinder + ihr Patenkind = 2 Erwachsene + 3 Kinder) jedenfalls erstmal einen schönen gemeinsamen Urlaub bis Ende nächster Woche. Wir wohnen dann in einer Art Jugendherberge, ganz rustikal. Ich freue mich sehr drauf. Wollen mal schauen, wie meine Partnerin damit zurecht kommt die Kinder 24 Std. um sich zu haben. 🙂 Aber da muss sie durch - und ich werde sie natürlich jederzeit unterstützen, schließlich machen wir ja gemeinsam Urlaub. Was dann aber leider wieder mal zu kurz kommt ist die "Partnerpflege" an sich. Die Kinder werden bei mir im Zimmer schlafen und meine Partnerin schläft mit ihrem Patenkind in dem anderen Zimmer, so bleibt wenig (wenn überhaupt) Zeit für uns zwei. Möglich, dass wir nach diesem Kurzurlaub dann nochmal 2-3 Tage alleine was unternehmen.

Letzendlich habe aber auch ich die gleichen Probleme wie Du, dromeda.
Zuerst kommt der Beruf, denn ohne ihn könnte ich mich + meine Kinder nicht ernähren.
Dann kommen die Kinder mit sehr viel Zeitbedarf (PapaTag, Kinderwochenende, Urlaub - 5 Wochen habe ich im Jahr und 5 Wochen = 1/2 der Ferien sind sie bei mir. Es bleiben also 0 Tage Urlaub für mich + Partnerin alleine)
Dann kommt die Partnerin und erhält die Zeit die übrig bleibt mit mir alleine oder aber ist mit dabei, wenn die Kinder bei mir sind.
Achja und schlußendlich bin ich ja auch noch da ... aber für mich allein bleibt eigentlich nur wenig Zeit ... macht aber nix, denn schließlich genieße ich die Zeit mit meinen Kindern und die Zeit mit meiner Partnerin sehr ... Letztendlich kann man das ja dann auch so bezeichnen, dass es Zeit "für mich" ist.

... das hört sich bestimmt krass an, dass die Partnerin nicht gleichberechtigt neben den Kindern steht?
Derzeit liegt aber die Priorität eindeutig bei den Kindern. Wenn sie in 4-5 Jahren den Kinderschuhen entwachsen sind und Jugendliche werden, dann wird der Zeitbedarf "Kinder" automatisch weniger werden und die freie Zeit für die Partnerin automatisch mehr. - Genau das habe ich auch mit meiner Partnerin beredet. Sie versteht dies auch (jedenfalls sagt sie das).

Insgesamt denke ich, dass es derzeit gut funktioniert zwischen mir und meiner Partnerin (Viel Reden hat also geholfen) und ich hoffe, dass auch meine Partnerin dies so sieht (sagen tut sie es jedenfalls, was aber nicht unbedingt so sein muß, dass sie es auch so meint - wie ich leider in meiner Ehezeit erfahren musste.)

Ach so ... was sich noch geändert hat nach den Gesprächen mit meiner Partnerin:
Ich nehme mir an den "Nicht-Kinder-Wochenenden" viel Zeit für meine Partnerin. Wir gehen gemeinsam schoppen usw. Ich denke, dass ich das bisher nicht so intensiv gemacht habe und mein Bemühen nun von meiner Partnerin auch erkannt und honoriert wird, in dem sie zufriedener als bisher ist.

Zu Deiner Situation, dromeda:
Ehrenamt hin oder her. Zu viel Ehrenamt dankt dir ja doch keiner. Bist Du nicht mehr da, übernimmt Dein Job jemand anders. Ersetzbar ist jeder im Ehrenamt - nur wir Eltern sind für die Kinder nicht ersetzbar!
Ich betreue nur deshalb die Fußballmannschaft meiner Jungs, damit sie noch mehr vom Papa haben, ihn noch mehr sehen können als das hier im Forum sicher bei vielen anderen Vätern der Fall ist.
Verrückt ist, dass selbst nach 3 Jahren Trennung von meiner Ex, sie mit Freund ich mit Freundin die Kinder immer noch mal zu mir sagen, dass sie sich wünschen, dass Mama+Papa wieder zusammenkommen. Das bestätigt all die mehr oder weniger schlauen Bücher, die ich bisher so gelesen habe zum Thema "Trennung + Kinder".

Mein Rat (den ich derzeit selbst so befolge):
Nimmer Dir so viel Zeit wie es nur geht für Deine Kinder. Sie werden es Dir später danken. Außerdem brauchen Sie Dich gerade bei einer Trennung von Mama+Papa sehr. Wenn Sie erstmal so groß sind, dass sie ihre eigenen Wege gehen, gibt es wieder Freizeit für Ehrenamt + Sport. Bis dahin sollte das aber zurückgeschraubt werden und der Fokus auf die Kinder fixiert sein.

Gruß
IchbinPapa


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 19.07.2008 01:08
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