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Frage zu Thema:Rteil zu "Kuckuckskindern"

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Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@Eskima: Bei Dir war es aber so, dass Dein gesetzlicher Vater wußte, dass er nicht Dein Vater ist?

Finde ich so schwierig das Thema.... Freunde haben gerade ein kleines Mädchen adoptiert und zu meiner großen Erleichterung wollen sie ihr auch von vornherein sagen, dass sie eben in einem anderen Bauch als dem von Mama gewachsen ist und sie da reinwachsen lassen.

In der Situation von Martina finde ich eben so schlimm, dass nicht nur das Kind es bisher nicht weiß, sondern auch der Mann. Und dass da eben die Zerstörung einer ganzen Familie auf dem Spiel steht. Fragt sich, wie gut der Ehemann eben damit umgehen kann, belogen worden zu sein. Aber ich persönlich hätte da schon Angst, dass das Kind durch einen Supergau hinterher dasjenige ist, welches den ganzen "Schaden" abbekommt.

Man sieht ja an Kitchenmans Schwiegervater, wie unüberlegt Erwachsene handeln. Also bleibt der jetzige Papa ein Papa? Darf das Kind die Großeltern behalten? Oder existiert von alldem hinterher NICHTS? Verdammt hoher Preis für die Wahrheit.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 14:22
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo LBM,

@Eskima: Bei Dir war es aber so, dass Dein gesetzlicher Vater wußte, dass er nicht Dein Vater ist?

Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Gefühlt würde ich denken, dass er es wußte, weil ich den Eindruck habe, dass er mich immer schlechter behandelt hat als meine Geschwister (und mir dies auch von meiner Oma und Mutter bestätigt wurde). Es kann aber auch sein, dass in mich noch mehr Ehrgeiz gesetzt wurde, weil ich die Älteste war.

Als ich 34 war, hat meine Mutter mich telefonisch zu deren 35. Hochzeitstag eingeladen. Ich sagte, dass ich noch ein klärendes Gespräch führen möchte, bevor ich mich zum Feiern bei ihnen an den Tisch setze. Dieses Gespräch wurde mir verweigert, ich ging nicht zur Feier. Von anderen erfuhr ich dann, dass mein Fortbleiben damit erklärt wurde, dass "eskima nicht für Familienfeiern ist". Ich hab also keine Ahnung, ob meine Mutter was gedeckelt hat oder ob beide offiziellen Elternteile involviert waren.

LG

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 14:41
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

*puh*

Daran hätte ich auch zu schlucken. Also ist auch Deine Mutter nicht in der Lage ihren Fehler - also ihr Fremdgehen - vor Jahren einzugestehen??

Wie wäre es denn für Dich gewesen, wenn ähnlich wie in der o. g. Situation bei Martina früh Klartext gesprochen wäre und daraufhin "wegen Dir" die Familie zerbrochen wäre? Könntest Du Dir vorstellen, wie sich das auf Dich als Kind ausgewirkt hätte?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 14:44
(@martina)
Rege dabei Registriert

In Familien, die "tiptop" sind, gibt es derlei Familiengeheimnisse nicht. Tiptop und Familiengeheimnis widerspricht sich, weil hier ja nur eine heile Welt vorgegaukelt werden soll. Das, was du "kleine Notlüge" nennst, war für mich die größte Lüge, neben vielen anderen Ungereimtheiten.

eskima, ich würde mich im Leben nicht wagen über etwas/jemanden etwas zu schreiben den ich nicht kenne und dessen Situation ich nicht im geringsten einschätzen kann! Aus diesem Grund war die "kleine Notlüge" mit dem Zusatz in Klammern selbstverständlich nicht direkt auf dich bezogen sondern in Verbindung zu meiner Situation zu sehen. Solltest du dich angegriffen fühlen dann tut es mir leid und es war garantiert nicht mit Absicht!

Und genau diese "kleine Notlüge" so wie sie im Moment ja bei mir vorherrscht, könnte unter Umständen in 15 Jahren genau der größten für das Kind werden. Und ich bin dann nicht nur an dem Kind an sich verantwortlich noch dazu an dem Endergebnis dieser Lüge.

Darum geht es ja im Endeffekt auch gar nicht. Wären alle ehrlich gewesen und alle hätten gewußt, dass derjenige, der die Vaterrolle ausfüllt, nicht der leibliche Vater ist, dann ist das eine Basis. Durch die Lebenslüge war aber jedem Vertrauen die Basis entzogen und es entsteht eine Lebenskrise. Ich hab damals ungläubig ausgesprochen: "Die haben mich ein Leben lang nur verar...t?!?"

Und genau so etwas befürchte ich.

zu dem Rest später. Wollte das nur schnell klarstellen


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 16.04.2007 14:55
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

rehi,

Wie wäre es denn für Dich gewesen, wenn ähnlich wie in der o. g. Situation bei Martina früh Klartext gesprochen wäre und daraufhin "wegen Dir" die Familie zerbrochen wäre? Könntest Du Dir vorstellen, wie sich das auf Dich als Kind ausgewirkt hätte?LG LBM

Ich hab psychologische Beratung gebraucht, als ich die Wahrheit entdeckt habe. Wenn die Ehe meiner Eltern früh "wegen mir" zerbrochen wäre, dann hätte ich sicherlich auch pychologische Beratung gebraucht. Denn rein objektiv betrachtet, wäre die Ehe ja nicht "wegen mir" zerstört gewesen, sondern wegen dem Verhalten meiner Mutter und einem anderen Mann.

Wenn man dem Kind nun also suggerieren würde, dass die Ehe seinetwegen zerstört ist, dann lädt man schon wieder die Schuld auf das Kind ab. Ich finde, Mann und Frau sollten wenigstens den Mumm aufbringen und Verantwortung für ihr Handeln dann auch selber übernehmen und nicht noch auf das Kind abwälzen.

@ Martina

ich fühle mich nicht angegriffen. Ich habe das Thema für mich mit dem Pflichtteilsanspruch abgeschlossen und kann deshalb jetzt auch relativ frei darüber schreiben  🙂

LG

eskima


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AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 15:00
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Genau das ist doch die Frage:

Handelt es sich bei den betreffenden Personen um Menschen, die in der Lage sind, das Kind aus der Schusslinie zu nehmen?
Sonst hätte das Ganze für mich etwas wie "das Kind den Löwen zum Fraß vorwerfen".

LG LBM


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dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 15:08
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

LBM,

niemand kann das Kind dauerhaft schützen, es sind zuviele Unbekannte im Spiel.

- Bei einer Trennung/Scheidung der Eltern könnte es zur Sprache kommen
- Bei einer ernsthaften Erkrankung mit Blut- oder Organspende
- Das Kind könnte es später selbst herausfinden
- Vielleicht gibt es auch enge Vertraute, die involviert sind und darüber reden
- Der Brief-/Mailverkehr mit Fotos könnte in fremde Hände geraten

LG

eskima


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AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 16:43
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Halloo zusammen,

ich muss auch noch was dazu schreiben.

Der einzig richtige Weg ist für mich, daß das Kind die Wahrheit erfährt.

Wie oft haben wir schon über die Vaterschaftstests diskutiert? Dabei waren die Kinder und deren Recxht auf Identität immer im Vordergrund.

Wenn jetzt nach Einzelfällen entschieden wird, weil eben eine Familie gerade so glücklich ist  oder aus welchen Gründen auch immer,
habe ich kein gutes Gefühl dabei. Damit würden sich für mich die ganzen Diskussionen in Staub auflösen.

Wer will entscheiden welches Kind das Recht auf das Wissen seiner biologischen Eltern hat und welches nicht? Ich denke niemand. Dies ist keine Entscheidung m.E., die nach dem harmonischem oder frustiertem Familienleben entschieden werden darf.

Auch wenn es schwer wird und auch wenn eine heile Welt erst einmal verrückt wird......mit einer Lüge zu leben finde ich in diesem Fall die absolut schlechtere Lösung.

LG
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 17:01
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Wahrscheinlich habt ihr Recht. *seufz*

Hoffentlich gibt es einen "möglichst guten" Weg.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 17:06
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

ich mische mich jetzt auch nochmal ein, denn sehr offensichtlich geht es hier um die Wahl zwischen Pest oder Cholera...

Ich bestreite nicht, dass es Situationen gibt, wo eine Entscheidung nicht einfach ist; die Problematik "Kuckuckskind" ist hier im Forum schliesslich oft genug diskutiert worden.

Im vorliegenden Fall bestreite ich allerdings, dass User "Martina" eine Offenbarungspflicht oder gegenüber dem Ehemann hätte oder auch nur das Recht, eine ihm unbekannte Familie durch Preisgabe der Information "Euer zweites Kind hat einen anderen Vater" zu sprengen. Wenn jemand diese Pflicht hat, dann ist es die Ehefrau. Aber auch diese hat gleichzeitig das Recht auf ihre eigenen moralischen Vorstellungen. Denn hier werden zwei Dinge vermischt: Zum einen die Affäre, deren Publikwerden aller Voraussicht nach ein Ende dieser Familie zur Folge hätte (auch wenn daraus kein Kind hervorgegangen wäre); zum anderen die Tatsache, dass der soziale und rechtliche Vater des Kindes nicht sein biologischer ist, ohne davon zu wissen.

Was passieren kann, wenn man die eigenen moralischen Vorstellungen einfach anderen überstülpt, lässt sich derzeit im Thread von User "kitchenman" beobachten, dessen Ex-Schwiegerfamilie offensichtlich nichts anderes tut. Auch die möglichen Folgen lassen sich dort beobachten.

Wenn man User "Martina" also überhaupt einen Rat geben kann, ist es der, sich über dieses Thema mit seiner "Ex-Affäre" auszutauschen und ihr zu versichern, zu seiner Verantwortung zu stehen, wenn sie sich ihrem Ehemann offenbart. Den Vorschlag, dass "Martina" selbst reinen Tisch mit dem Ehemann machen solle, halte ich aber nach wie vor für verantwortungslos; auch ich selbst käme nicht auf die Idee, irgendjemand zu stecken, dass seine Frau eine Affäre hat oder hatte - ganz egal, ob es "wahr" ist.

Jeder, der hier für schonungslose Offenheit und "Wahrheit" plädiert, sollte selbst einmal für 10 Sekunden an den dunkelsten Punkt der eigenen Biografie denken, den nicht einmal der eigene Partner kennt - und sich dann fragen, welcher Aussenstehende das Recht hätte, den eigenen Partner darüber zu informieren.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 18:08




DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Deine Sichtweise, Martin, ist für mich nachvollziehbar, doch entspricht sie nicht der meinen.

Im vorliegenden Fall bestreite ich allerdings, dass User "Martina" eine Offenbarungspflicht oder gegenüber dem Ehemann hätte

Über den Weg zur Wahrheit ist bisher noch nicht ausgiebig gesprochen worden. Martina hatte dann berichtet, über einen privaten Vaterschaftstest erst einmal feststellen zu wollen, ob er denn überhaupt der Vater ist.

oder auch nur das Recht, eine ihm unbekannte Familie durch Preisgabe der Information "Euer zweites Kind hat einen anderen Vater" zu sprengen.

Nunja, wenn's denn sein Kind ist, kennt er aus dem Familienkontext zum. schon mal zwei Personen. Und der gehörnte Ehemann ist dummerweise nicht darunter.

Wenn jemand diese Pflicht hat, dann ist es die Ehefrau.

Die Pflicht haben in aller Konsequenz beide.

Aber auch diese hat gleichzeitig das Recht auf ihre eigenen moralischen Vorstellungen.

Unter Missachtung der besten Interessen des Kindes?

Denn hier werden zwei Dinge vermischt: Zum einen die Affäre, deren Publikwerden aller Voraussicht nach ein Ende dieser Familie zur Folge hätte (auch wenn daraus kein Kind hervorgegangen wäre); zum anderen die Tatsache, dass der soziale und rechtliche Vater des Kindes nicht sein biologischer ist, ohne davon zu wissen.

Nein, es ist ein Sachverhalt, der eine Bedingung hatte (die Ehe war nicht so doll) und ein Ergebnis (Kind). Es ist nach meiner Meinung nicht sinnvoll, dies auseinander zu dividieren, als separate Ereignisse zu sehen.

Was passieren kann, wenn man die eigenen moralischen Vorstellungen einfach anderen überstülpt, lässt sich derzeit im Thread von User "kitchenman" beobachten, dessen Ex-Schwiegerfamilie offensichtlich nichts anderes tut. Auch die möglichen Folgen lassen sich dort beobachten.

Dies ist für mich nicht vergleichbar und eine Moral auf Seiten von Kitchenman's Ex nicht für mich erkennbar. Der KM-Vater ist nicht hintergangen worden und wähnt sich nicht in real nicht existierenden Vaterfreuden. Der ist einfach nur stinkig, weil Kitchenman nicht so zuckt, wie's Töchterchen gern hätte und wie's Töchterchen falsch informiert.

Wenn man User "Martina" also überhaupt einen Rat geben kann, ist es der, sich über dieses Thema mit seiner "Ex-Affäre" auszutauschen und ihr zu versichern, zu seiner Verantwortung zu stehen, wenn sie sich ihrem Ehemann offenbart. Den Vorschlag, dass "Martina" selbst reinen Tisch mit dem Ehemann machen solle, halte ich aber nach wie vor für verantwortungslos; auch ich selbst käme nicht auf die Idee, irgendjemand zu stecken, dass seine Frau eine Affäre hat oder hatte - ganz egal, ob es "wahr" ist.

Die Vaterschaft soll ja zunächst geklärt werden. Und dann muss der nächste Schritt getan werden.

Jeder, der hier für schonungslose Offenheit und "Wahrheit" plädiert, sollte selbst einmal für 10 Sekunden an den dunkelsten Punkt der eigenen Biografie denken, den nicht einmal der eigene Partner kennt - und sich dann fragen, welcher Aussenstehende das Recht hätte, den eigenen Partner darüber zu informieren.

Ochne, Martin, mit dem Bibelspruch "Wer frei ist von jeglicher Schuld, der werfe den ersten Stein." kommen wir doch selbst beim Einkaufen schon nicht weiter. Und es ist nicht gesagt, dass der dunkelste Punkt von wem auch immer, nicht dessen ganz persönliches singuläres "Geheimnis" ist, unter dem niemand zu leiden hat und es nur peinlich wäre, wenn das herauskommt.

Was mich persönlich arg stört, ist der ausschließliche Fokus auf die Erwachsenen und (vermeintliche) Traumehe. Ich habe den Fokus auf dem Kind. Und die besten Interessen des Kindes sind dann erfüllt, wenn es um seine Abstammung weiß, seine Wurzeln kennt. Je später dieses Wissen offenbart wird, um so schlimmer sind die Auswirkungen - beim Kind.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 21:06
(@PhoeniX)

Moin

Ich schmeiß jetzt mal was ganz anderes in die Runde:

Wenn Martina der Vater ist und sich nicht instande fühlt unter diesen Aspektpunkten dem Kind ein Vater sein zu können, gibt es ja noch die Möglichkeit der Adoption. Dann wird der gehörnte zum rechtlichen Vater und auch bei einer Trennung sollte er nicht als sozialer Vater ins Abseits gedrängt werden können.

Und wenn es wirklich so eine Bilderbuchehe ist, sollte die so was überstehen.

Trotzdem stehe ich dem wieder kritisch gegenüber. Was ist jetzt wirklich das beste fürs Kind? Ich denke das können nur die Beteiligten 3 Erwachsenen unter sich entscheiden. Einerseits hat Deep vollkommen Recht, was die biologischen Wurzeln angeht. Andererseits kann ich aber auch brille's Agrumentation nachvollziehen. Was mir jedoch bei brille vollkommen schleierhaft bleibt, ist das er immer wieder die so oft angesprochenden Situationen (Krankheit, Trennung, etc) ausblendet. Gerade er, als user der sich mit der Materie auskennt, sollte doch wissen, das gerade im Falle einer Trennung der soziale Vater sehr schnell ins Aus gerät. Disaster vorprogrammiert.

@brille

Was antwortest du in 5 Jahren auf das Toppic von User "Gehörnter Ehemann" mit der Überschrift. "Es ist mein Sohn, aber ich darf ihn nicht mehr sehen, da der leibliche Vater jetzt das Umgangsrecht hat"
Hast du mir nicht damals Mut zugesprochen weiter für meine Stieftochter aus erster Ehe zu kämpfen. Klar habe ich das gerichtliche Umgangsrecht und trotz das ich es sehr ernergisch versucht habe umzusetzen, hab ich meine Stieftochter seit nunmehr 1,5 Jahren nicht mehr gesehen.

Bei Deeps Antworten hingegen vermisse ich ein wenig "Mitgefühl" für den gehörnten. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es nur fair, das dem gehörnten die Chance gegeben wird mitzuentscheiden ob er der soziale Vater eines "Kuckucks" sein möchte oder nicht. Oder auch die Option in Erwägung zu ziehen, das sich alle für eine Adoption aussprechen.

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 22:19
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin phoenix

Was mir jedoch bei brille vollkommen schleierhaft bleibt, ist das er immer wieder die so oft angesprochenden Situationen (Krankheit, Trennung, etc) ausblendet. Gerade er, als user der sich mit der Materie auskennt, sollte doch wissen, das gerade im Falle einer Trennung der soziale Vater sehr schnell ins Aus gerät. Disaster vorprogrammiert.

Ich blende das nicht aus; ich stelle es nur nicht in den Mittelpunkt. Es ist ein "was wäre, wenn", das eine gewisse Kenntnis von Blutgruppen- und Gen-Zusammenhängen voraussetzt, die nicht notwendigerweise bei jedem vorhanden ist.

@brille

Was antwortest du in 5 Jahren auf das Toppic von User "Gehörnter Ehemann" mit der Überschrift. "Es ist mein Sohn, aber ich darf ihn nicht mehr sehen, da der leibliche Vater jetzt das Umgangsrecht hat"
Hast du mir nicht damals Mut zugesprochen weiter für meine Stieftochter aus erster Ehe zu kämpfen. Klar habe ich das gerichtliche Umgangsrecht und trotz das ich es sehr ernergisch versucht habe umzusetzen, hab ich meine Stieftochter seit nunmehr 1,5 Jahren nicht mehr gesehen.

Genau dieses Problem sehe ich auch und hatte dazu gestern schon geschrieben:
Denn die Gefahr, dass der "Gehörnte" - auf diese Weise gebrandmarkt als "Nicht-Exklusiv-Besitzer" des Körpers seiner Frau - sofort gekränkt sämtliche Klamotten hinschmeisst, ist gross. Möglicherweise könnten wir ihn kurz danach als neuen User hier begrüssen, der uns erzählt, wie selten er seine Kinder sehen darf und wie sehr er darunter leidet. Bzw. nur eines der Kinder und das andere gar nicht mehr, weil's ja nicht seines ist.

Bei Deeps Antworten hingegen vermisse ich ein wenig "Mitgefühl" für den gehörnten. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es nur fair, das dem gehörnten die Chance gegeben wird mitzuentscheiden ob er der soziale Vater eines "Kuckucks" sein möchte oder nicht. Oder auch die Option in Erwägung zu ziehen, das sich alle für eine Adoption aussprechen.

Es gibt sicher keinen Königsweg für diesen Fall; das einzige, was ich sicher weiss, ist, dass User Martina hier keinen Alleingang starten sollte. Und sei es nur, weil er mit einer dadurch zerstörten Ehe riskiert, dass seine Ex-Affäre ihm den Kontakt zu seinem Kind verweigert.

Fakt ist: Jeder Mensch hat ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung; dieses Recht schätze ich sehr hoch. Aber: Das hat noch genügend Zeit. Die ersten 15 Lebensjahre interessiert sich ein Kind sowieso nicht dafür; da sind Papa und Mama einfach die Leute, bei denen man lebt, die man liebt und die sich um einen kümmern. Das Kind hätte also im Moment (!) noch gar nichts von der Wahrheit - aber würde relativ sicher schon sehr früh mit zerrütteten Familienverhältnissen konfrontiert. Ob die "Wahrheit" dieses Opfer wert ist, kann nur die Mutter entscheiden; jedenfalls kein Aussenstehender im Alleingang, nur weil er ein paar Gene beigesteuert hat.

Einem Freund in "Martinas" Situation würde ich vermutlich raten, zunächst durch einen Vaterschaftstest Gewissheit zu verschaffen und im Falle eines positiven Ergebnisses auf die "Ex-Affäre" einzuwirken, ihrem Ehemann - möglicherweise mit Hilfe sachkundiger Dritter - die Affäre und ihre Folgen so schonend beizubringen, dass er nicht gleich das Handtuch wirft, sondern nach einigem Nachdenken vielleicht erkennt, dass eine Adoption und stabile Familienverhältnisse tatsächlich das Beste für diesen kleinen Zwerg sind. Und er muss sein Gesicht wahren können - was schwierig bis unmöglich ist, wenn Hinz und Kunz darüber plappert, dass er nicht der Vater seines zweiten Kindes sei. Also muss die "Wahrheit" zumindest sehr privat bleiben.

Aber wie gesagt: Das ist alles sehr theoretisch. Ich erkenne nur keinen praktischen Vorteil darin, allen Beteiligten (und zudem noch den Familien und der Dorftratsch-Maschine) einfach die Wahrheit um die Ohren zu hauen, ohne die Folgen zu bedenken.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 22:55
(@PhoeniX)

Moin brille

Ich blende das nicht aus; ich stelle es nur nicht in den Mittelpunkt. Es ist ein "was wäre, wenn", das eine gewisse Kenntnis von Blutgruppen- und Gen-Zusammenhängen voraussetzt, die nicht notwendigerweise bei jedem vorhanden ist.

Das ist der punctus cnactus. Hast du ne Haftpflicht- oder ande Versicherungen? Die hat man ja auch nur für die "was-wäre-wenn"Situation. Leider gibt es die für diesen Fall nicht. Auch deine Meinung ist eine "was-wäre-wenn"Situation. Nämlich, was wäre wenn nie jemand was böses sagt, wenn nie jemand was rausfindet, Wenn alle glücklich bleiben. Zu diesen Dingen stehe ich wie all die anderen User.

Z.B. Kinder sind sehr gehässige kleine Wesen. Und in dieser Bilderbuchfamilie exestiert ja noch eine Schwester. Kinder zanken sich und die ältere Schwester haut dem Bruder rein: "Du bist ja gar nicht mein Bruder. Oder warum siehst du nicht wie Papa aus." Die Schwester muß dazu nicht mal was wissen, oder es ernst meinen, einfach nur verletzen wollen. Solche Stuationen gibt es immer wieder.
Oder andere stellen unangenehme Fragen und der gehörnte kommt nach Jahren ins grübeln: "Ich weiß nicht woher der kleine so schöne blonde Haare hat, aber sonnst ganz der Papa." Ja woher kommen denn die schönen blonden Haare??

Sorry solche Spielchen sind schon immer in die Hose gegangen. Früher wurde es nur nicht öffentlich gemacht. Man hats gewußt und totgeschwiegen. Diese Zeiten sind jedoch überholt.

Aber wie gesagt: Das ist alles sehr theoretisch. Ich erkenne nur keinen praktischen Vorteil darin, allen Beteiligten (und zudem noch den Familien und der Dorftratsch-Maschine) einfach die Wahrheit um die Ohren zu hauen, ohne die Folgen zu bedenken.

Na ja. Um die Ohren hauen... Aber Klip und Klar:

Liebes Betthupferl
Entweder Vaterschaftstest mit deinem Einverständnis und wir teilen uns die Kosten, oder ich mach es gerichtlich. Sollte ich der Vater sein, entweder sagst du es dann deinem Gatten und wir finden zu dritt nen Weg oder ich machen das gerichtlich. Punkt und Aus.

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 23:26
(@kruemel1)

Hallo Phoenix,

die ältere Schwester haut dem Bruder rein: "Du bist ja gar nicht mein Bruder. Oder warum siehst du nicht wie Papa aus." Die Schwester muß dazu nicht mal was wissen, oder es ernst meinen, einfach nur verletzen wollen.

aus welchem schlechten Drehbuch ist das denn entsprungen?

Oder aber auch was kennst du denn für Familien? Ich habe schon oft geschwister erlebt aber noch nie kam so ein Spruch dabei herraus.
Es sei denn man würde es jetzt der Familie gnadenlos und somit auch der älteren Schwester unter die Nase reiben.

Auch dieser Satz:

Entweder Vaterschaftstest mit deinem Einverständnis und wir teilen uns die Kosten, oder ich mach es gerichtlich. Sollte ich der Vater sein, entweder sagst du es dann deinem Gatten und wir finden zu dritt nen Weg oder ich machen das gerichtlich. Punkt und Aus.

Hier ist es mir wohl etwas gänzlich entfallen, seitwann kann irgendjemand quasi aus dem Nichts auftauchen und  mit dem Finger auf ein Kind zeigen und sagen, so das is von mir und jetzt gehe ich vor Gericht und verlange einen Beweis?!

Martina hat überhaupt keine handhabe einen Vaterschaftstest zu erwirken, er kann nur eins und zwar unfrieden stiften.

Was ist wenn sich der Ehemann und Gattin einig sind und sagen egal wir bleiben trotzdem zusammen und Martina ist und bleibt aussen vor?
Dann weiss es zwar der Ehemann und die Ehefrau und natürlich Martina obs aber irgendjemand jemals was zum Kind sagt bleibt trotzdem aussen vor.
Wenn sich der Ehemann von der Frau trennt und sie keinen Vater benennt  bleibt die Situation von Martina ebenfalls exakt gleich. Ebenso wie für das Kind denn auch hier ist immernoch nicht gewährleistet das es jemals vom leiblichen Vater erfährt.
Martina hat überhaupt keine Handhabe irgendetwas in seine Richtung zu drehen, was er auch gar nicht vor hat denn seine Ausgangsaussag ist diese hier:

Aber so wie es jetzt ist, sind alle zufrieden und wie heißt es so schön "never touch an running system".

Er macht nicht den Eindruck das er besonderst unglücklich ist, deshalb wird er es wohl auf dem jetzigen Stand belassen.

Der gehörnte Ehemann der von einer Zeugungswahrscheinlichkeit unter 10% Kenntnis hat möchte es vielleicht auch gar nicht wissen, keiner von uns kann sagen ob er nicht selbst den Verdacht hegt das eines oder vielleicht sogar beide Kinder nicht von ihm sind.

Letztendlich kann keiner von uns sagen was für wen in dieser Situation das beste ist das können immer nur die Betroffenen.

Gruss
Kruemel1


AntwortZitat
Geschrieben : 16.04.2007 23:52
(@lesemaus)
Registriert

Hallo Zusammen,

also diese Story hier ist echt vertrackt, die Diskussion recht kontrovers.
Was ich mich frage: Will Martina überhaupt Vater dieses Kindes sein? Ich hatte eigentlich eingans seines posts eher den Eindruck, dass er mehr Schiss vor einer möglichen horrenden Nachzahlung von KU in sagen wir mal 10 Jahren hat.
Dafür wurde ja bereits die Lösung benannt: Jetzt auf die Seite legen.

Das mit dieser Sonnenschein-Familie ist ein dickes Ei. Ganz großes Kino, echt.
Die KM hat Martina ja ganz offensichtlich verar***t, ihn als Samenspender missbraucht. Besonders lange nachgedacht hat sie im Vorfeld anscheinend nicht darüber.
Wenn sie sich so dringend ein zweites Kind gewünscht hätten, dann hätten sie tatsächlich einen offiziellen Weg finden können. Oder die KM hätte gleich bei Bekanntwerden der Schwangerschaft dem Gehörnten reinen Wein einschenken sollen. Selbst mit dem Ehemann zusammen diesen Coup mit Martina durchzuziehen, wäre noch "schlauer" gewesen.

Dass das Kind ein Recht darauf hat, zu wissen, wer sein biologischer Vater ist, da sind sich ja alle weitgehend einig.

Also Himmel, sowas macht einen ja wirklich ratlos, im wahrsten Sinne des Wortes.  😡

Was denkt denn die KM überhaupt zu dem Thema??
Die (wenn überhaupt) müsste ihren Mann aufklären, hoffen, dass die Ehe das überlebt und dann kann der Ehemann entscheiden, ob er das Kind wie sein eigenes aufziehen möchte. Garantien für die Ehe an sich (allgemein) gibt es ja nie. Also, wenn sie sich in 10 Jahren scheiden lassen, dann schreit er plötzlich, nee, ich zahl nur für mein "richtiges" Kind? (Mhmmm, das Kuckucksei ist doch bis dahin auch entweder sein Richtiges, weil er es als seines angenommen hat. Vielleicht lässt er es aber auch die nächsten Jahre etwas spüren davon, er ist ein Mensch, das ist m.E. nicht auszuschließen. Kopf und Herz sag ich nur.)
Frage: Wenn er es adoptieren würde, wäre das (später) (von Martina) anfechtbar? Müsste Martina dem zustimmen? Das wäre in meinen Augen der richtige Weg, wenn es den in der Situation überhaupt gibt. Und das würde dem Ehemann eine große Portion Toleranz, Gnade und Liebe zu seiner (Traum)frau abverlangen. Und Stachel hinterlässt das so sicher, wie sonstwas.

Pfff, also mehr verkacken wie diese KM es getan hat, kann man es fast nicht.

Kopfschüttel, Lesemaus


Getretener Quark wird breit, nicht stark

AntwortZitat
Geschrieben : 17.04.2007 00:32
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Lesemaus!

Das Kind ist ja rechtlich Kind des Ehemannes, da in der Ehe geboren. Dazu ist das BGB eindeutig.
Wenn Ehemann nun also Kenntnis davon erlangt, dass Kind nicht sein Kind ist, kann er innerhalb von zwei Jahren ab Kenntnis die Vaterschaft anfechten. Danach ist vorbei.
Will heißen, geht in 10 Jahren die Ehe schief, kann er sich nicht mehr auf "ist nicht mein Kind" berufen, wenn er es heute erfährt.

LG LBM


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dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 17.04.2007 00:54
(@lesemaus)
Registriert

Hallo,

also nochmal nachgefragt: Wenn dem Ehemann reiner Wein eingeschenkt würde, und er würde sagen: "okay, ich akzeptiere dieses Kind(, weil ehelich,) als meines" hätte Martina gar nichts zu melden??
Auch nicht mit positivem Vaterschaftstest??? Offiziell? Wer müsste dem (offiziellen Test) zustimmen, die KM?

Lesemaus


Getretener Quark wird breit, nicht stark

AntwortZitat
Geschrieben : 17.04.2007 01:43
(@skorpion)
Nicht wegzudenken Registriert

Im Grunde wäre ich auf jeden Fall bereit als Vaterfigur auf zu treten selbstverständlich auch meinen finanziellen Beitrag zu leisten. Aber so wie es jetzt ist, sind alle zufrieden und wie heißt es so schön "never touch an running system". Allerdings, und hier im Forum gibt es ja zig Beispiele davon, kann sich in ein paar Jahren alles ändern. Die Eltern trennen sich und es kommt raus des der Kleine ein besagtes Kuckukchskind ist. Dann stünde ich vor dem finanziellen aus.

Sowohl für dich als auch für die Frau Mama ist die Anfechtungsfrist vorbei, wobei du bei einem Veto des rechtlichen Vaters sowieso nicht anfechten könntest. Bleiben als Anfechtungsberechtigte der rechtliche Vater und das Kind.

Ich würde den rechtl. Vater informieren, so sanft wie möglich. Frau liebt ihn und hat es für ihn und seinen Familienwunsch getan, du willst nicht die Familie zerreißen etc.

Zu den Gründen:

  • Diese Familie existiert bis jetzt nur auf Abruf. Fremdgehen ist eine böse Sache, und es wäre dem Ehemann nicht zu verübeln, wenn er Kenntnis davon erlangt, sich zu trennen. Andererseits nimmt man dem Ehemann durch die Nicht-Inkenntnissetzung die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er nach Abwägung aller Umstände diese Familie nicht doch behalten will. Ihm dieses Entscheidungsrecht "zu aller Wohl" vorzuenthalten, ist mMn erstmal schon unfair.

    [*]Weiterhin kann die Geschichte jederzeit auffliegen. Wir leben nicht mehr in einer mystisch mittelalterlichen Welt, und der beiläufigste Laborbefund kann die Wahrheit offenbaren. Dann ist für die Ehefrau die Chance der Schadensbegrenzung und ernst gemeinten Reue vertan, die für den Ehemann in obiger Entscheidungssituation sicher mitausschlaggebend für eine Weiterführung der Familie wäre.

    [*]Mit der Verheimlichung einhergehend kann das Kind massiv geschädigt werden, etwa wenn davon ausgegangen wird, daß Veranlagungen des Vaters auch beim Kind zu finden wären und falsch therapiert werden. Da sind die unterschiedlichsten Szenarien denkbar, von inkompatiblem Blut bis hin zu falschen Rückschlüssen in der Familienanamnese.

    [*]Ebenfalls kann das KInd psychisch geschädigt werden, wenn es (am Besten noch mitten in der Pubertät) der Lüge auf die Schliche kommt. Dann heißt es nicht "dieser konkrete Punkt ist von meinen Eltern zu meinem Besten suboptimal behandelt worden, was natürlich im Verhältnis zur ansonsten sehr fürsorglichen und integren Kindheit betrachtet werden muß" sondern "Mein ganzes Leben ist eine einzige Lüge".

Es gibt natürlich eine Chance, daß die ganze Geschichte nie auffliegt. Aber auf dieser Chance das Leben von 3 Erwachsenen und einem Kind aufzubauen, wobei zweien von denen "Zu ihrem Wohl" die Wahrheit vorenthalten wird, halte ich für falsch. Nach dem BGB liegt in solchen Fällen die Entscheidung in die Hände des Ehemanns und rechtlichen Vaters, und des Kindes sobald dieses mündig ist - und diese Entscheidungsfreiheit sollte man ihnen auch zugestehen.

AntwortZitat
Geschrieben : 17.04.2007 10:51
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

§ 1592 Vaterschaft
Vater eines Kindes ist der Mann,

1.der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2.der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3.dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 640h Abs. 2 der Zivilprozessordnung gerichtlich festgestellt ist.

§ 1600 Anfechtungsberechtigte
(1) Berechtigt, die Vaterschaft anzufechten, sind folgende Personen:

1.der Mann, dessen Vaterschaft nach § 1592 Nr. 1 und 2, § 1593 besteht,
2.der Mann, der an Eides Statt versichert, der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben,
3.die Mutter und
4.das Kind.
(2) Die Anfechtung nach Absatz 1 Nr. 2 setzt voraus, dass zwischen dem Kind und seinem Vater im Sinne von Absatz 1 Nr. 1 keine sozial-familiäre Beziehung besteht oder im Zeitpunkt seines Todes bestanden hat und dass der Anfechtende leiblicher Vater des Kindes ist.

(3) 1Eine sozial-familiäre Beziehung nach Absatz 2 besteht, wenn der Vater im Sinne von Absatz 1 Nr. 1 für das Kind tatsächliche Verantwortung trägt oder im Zeitpunkt seines Todes getragen hat. 2Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung liegt in der Regel vor, wenn der Vater im Sinne von Absatz 1 Nr. 1 mit der Mutter des Kindes verheiratet ist oder mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.

(4) Ist das Kind mit Einwilligung des Mannes und der Mutter durch künstliche Befruchtung mittels Samenspende eines Dritten gezeugt worden, so ist die Anfechtung der Vaterschaft durch den Mann oder die Mutter ausgeschlossen.

Soviel zur Gesetzeslage.
Das Problem, welches ich sehe ist zweierlei.
1) Wenn der derzeitige Vater sich sperrt, wird Martina niemals einen Umgang mit dem Kind bekommen, da bereits eine soziale Bindung (Abs. 3) eingegangen ist. Schon dieser Gummi§ hebelt die tatsächliche Vaterschaft aus.
2) Allerdings würde ich doch mal sehen, ob der Vater nicht Kenntnis dvon hat, dass er ein Kuckuckskind auf Händen träge. Jeder Urologe wird ihm erzählt haben, dass eine 10% Zeugungsfähigkeit nichts ist und das muss mal realistisch betrachtet werden.
Den finanziellen Aspekt empfinde ich als nicht unerheblich. Natürlich soll man für seine Kinder gerade stehen, aber ich kann nicht verstehen, das hier einem User einseitig geraten wird, sich in den finanziellen Ruin zu stürzen.
Nur mal am Rande ..... 10 Jahre gespart und dann kommt ein arbeitstechnisches Loch, man ist Arbeitslos und muss ARGE beantragen! Was wird wohl die ARGE sagen, wenn da mehrere tausend Euro liegen? Oder irgendwelche anderen zuzahlungsfähigen Sachen (genug gibt es da). Die Erklärung, das man "vielleicht" Vater ist und das Geld für Rückforderungen braucht, wird maximal ein schallendes Gelächter hervorrufen und vielleicht noch die Freude, dass dies die süffisanteste Ablehnung seit Einführung der Sozialverversicherung wird.

Wenn Martina kein Interesse an dem Kind hat, bzw. diese heile Familie nicht zerstören will, dann sollte trotzdem in jedem Fall dem Vater zur Kenntnis gebracht werden, das er nicht der Vater ist. Nach Verjährung ist zumindest die Verantwortung klar geregelt.
Zum moralischen .... die Situation wurde nicht allein durch Martina hervorgerufen, die KM hat einiges zu dieser Situation beigetragen bzw. sogar von Anfang an geplant. Vielleicht sogar mit Kenntnis des Ehemannes, dies allerdings nur als Vermutung.

Gruß
Kasper


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

AntwortZitat
Geschrieben : 17.04.2007 11:43




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