Dann gebe ich mal ein Stück meines Lebens bekannt.
Ich hatte vor 2 Jahren eine Affäre mit einer verheirateten Frau. Daraus entstand ein Kind. Allem Anschein nach bin ich der biologische Vater. Nun ist dort eine richtige Traumfamilie entstanden. Frau liebt Mann wieder wahnsinnig andersrum ebenso. Eine kleine Tochter war schon da, nun ist ein Brüderchen dazu gekommen und die 2 spielen ganz toll zusammen. Ehemannann hat durch Krankheit eine Zeugungschance von unter 10% und sein Stolz wächst täglich da "er" ja doch noch eines gezeugt hat und dann noch als I-Tüpfelchen einen Sohn. Im Grunde rundum eine richtig tolle und glückliche Vorzeigefamilie. Problem nur das der Familienvater halt nicht der biologische von dem Sohn ist.
Was soll ich denn jetzt machen? Entweder treibe ich jetzt eine tolle Familie in den Abrund weil ich sagen müsste das ich der Vater bin oder ich halte meinen Mund und hoffe das niemals was rauskommt.
Was soll ich denn jetzt machen? Entweder treibe ich jetzt eine tolle Familie in den Abrund weil ich sagen müsste das ich der Vater bin oder ich halte meinen Mund und hoffe das niemals was rauskommt.
Hallo Martina (?),
die Intention Deiner Frage bleibt völlig im Dunkeln. Möchtest Du aktiv als Vater am Leben "Deines" Kindes teilnehmen, oder nur etwas mitteilen.
Vielleicht kannst Du das noch etwas präzisieren!
LG, Uli
Stimmt, ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt.
Im Nachhinein wurde mir nach drängen von der KM ihre Erklärung gegeben. Die Beziehung war sehr gespannt weil sie unbedingt noch ein Kind bzw. noch einen Sohn wollten. Sie haben schon einiges versucht aber nichts hat zum Ziel geführt. Nun kam ich ins Spiel. Natürlich ohne das Wissen des Ehemanns. Ich dussel hab keine Sekunde dran gedacht zu verhüten. Ich weiss, selbst dran Schuld. Aber das soll auch hier nicht Gegnstand der Diskussion sein.
Also Kind entstand und die Familie wuchs zur besagten Vorzeigefamilie. KM möchte unter keinen Umständen/mir gehts ebenso das ich auftrete und somit alles sich ändern könnte. Wir haben guten aber seobstverständlich sehr wenig Kontakt. Ab- und zu bekomme ich mal Bilder gemailt. Im Grunde wäre ich auf jeden Fall bereit als Vaterfigur auf zu treten selbstverständlich auch meinen finanziellen Beitrag zu leisten. Aber so wie es jetzt ist, sind alle zufrieden und wie heißt es so schön "never touch an running system". Allerdings, und hier im Forum gibt es ja zig Beispiele davon, kann sich in ein paar Jahren alles ändern. Die Eltern trennen sich und es kommt raus des der Kleine ein besagtes Kuckukchskind ist. Dann stünde ich vor dem finanziellen aus.
Aber so wie es jetzt ist, sind alle zufrieden und wie heißt es so schön "never touch an running system".
Wenn alle zufrieden sind, warum sollte man es dann ändern ?!
Allerdings, und hier im Forum gibt es ja zig Beispiele davon, kann sich in ein paar Jahren alles ändern. Die Eltern trennen sich und es kommt raus des der Kleine ein besagtes Kuckukchskind ist. Dann stünde ich vor dem finanziellen aus.
Gegen das Finanzielle, das ggf. in der Zukunft kommen könnte, ließen sich ja heute schon Rücklagen schaffen. Immerhin würdest Du ja für den Fall der Fälle heute schon zahlen wollen.
Ich würde unter den gegeben Umständen z.Zt. nichts unternehmen. Vielleicht wird der Sohnemann später von sich aus etwas wissen wollen (viele Adoptivkinder spüren, in der "falschen" Familie zu leben), dann könntest Du immer noch Präsenz zeigen.
LG, Uli
Hmm, du meinst also ich solle mir quasi den Unterhalt den ich theoretisch zu zahlen hätte zur Seite legen um dann wenn der Fall der Fälle eintritt zahlen zu können?
Moin "Martina" (hast Du eigentlich auch einen "männlichen" Vornamen?),
ich wäre der Letzte, der Dich verurteilen würde und bin auch nicht der Ansicht, dass Du etwas Falsches tust: Mit der von Dir beschriebenen Konstellation sind doch alle glücklich; moralisch betrachtet hättest Du in meinen Augen gar nicht das "Recht", diese Familie durch falsch verstandene Ehrlichkeit zu zerstören: Alle haben, was sie wollen; auch der (vermeintliche) Vater hat seinen ersehnten Sohn. Ob die Gene von ihm selbst oder von jemand anderem stammen, ist da doch nachrangig; wenn sie aus einer Samenbank kämen, würde ja auch niemand einen Aufstand machen.
Was bleibt, ist die Affäre, aus der das Kind entstand, aber das muss Deine ehemalige Freundin mit sich allein ausmachen; es war ihre freie Entscheidung, sie einzugehen. Sie wird ihre Gründe gehabt haben; ebenso wie für die "Rückkehr in den Schoss der Familie". Es würde niemanem nützen, sie im Nachhinein zu offenbaren. Die Dinge sind, wie sie sind.
Mein Rat: Lass alles so, wie es ist. Für den "worst case" solltest Du vielleicht einen Sparvertrag anlegen, auf den Du jeden Monat einen Teil Deines Gehalts überweist. Wenn er nie gebraucht wird, kaufst Du Dir in 20 Jahren eben ein schnuckeliges Auto davon.
Grüssles
Martin
(der sowieso der Ansicht ist, dass "sexueller Exklusivbesitz" am Körper eines anderen im Jahr 2007 nur ein Geschenk, aber kein Recht sein kann)
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin
keine Ahnung wie das juristisch aussieht, aber wie wäre es, wenn man sich von der KM einen Wisch unterschrieben lässt, das man keinen nachträglichen Unterhalt fordert. Für den Fall, das es zur Trennung der Eheleute kommt, muß Martina sofort informiert werden, damit er die Unterhaltszahlungen aufnehmen kann. Für den bereits entstandenen "Schaden" verpflichtet sich allein die KM aufzukommen.
Gruß
Martin
... aber wie wäre es, wenn man sich von der KM einen Wisch unterschrieben lässt, das man keinen nachträglichen Unterhalt fordert. ...
ich kann mir nicht vorstellen, dass dies rechtlich Bestand hätte. Dies wäre ja ein Vertrag zu Lasten Dritter!
Moin Uli
Deswegen sollte dann auch folgendes aufgenommen werden:
Für den bereits entstandenen "Schaden" verpflichtet sich allein die KM aufzukommen.
Dann ist es ja der Schaden eines Vertragspartners. Der gehörnte kann sich das Geld ja dann von der KM zurückholen.
Mir persönlich wäre es auch zu heikel auf den Tag X zu warten. Immer die Angst im Nacken. Auch wenn ich es auf ein seperates Konto einzahle und hoffe das Tag X nicht kommt. Irgendwann sind vieleicht 80.000 Euro auf dem Konto und dann kommt Tag X ..... (heul)
Und es dann dem Kind erklären.... so schön mit 15 oder 16. "Ich hab nie gesagt das ich dein Papa bin weil ihr ja so glücklich wart." (sehen Kids oft sehr anders in dem Alter)
Meine persönliche Meinung, wäre ich in der Situation:
Ich würde mich ausgenützt oder sogar bertogen vorkommen. Jetzt hab ich deine kleinen Freunde bekommen und jetzt zitter mal die nächsten Jahre ob du nicht vieleicht bald finanziell ruiniert bist. Außerdem jetzt hast du noch keine Paparechte, weil du ja auch nicht zahlen brauchst, und wenn du irgendwann mal ganz tief in die Tasche greifen mußt, will das Kind mit dir warscheinlich auch nichts mehr zu tun haben.
Nein Danke.
Gruß
Martin
Hallo Phoenix !
Dann ist es ja der Schaden eines Vertragspartners. Der gehörnte kann sich das Geld ja dann von der KM zurückholen.
Lass mich laut lachen ! ironisch gemeint
Wie geht der schöne Satz, der einem noch nicht einmal
kurzfristig und irrtümlich zuviel bezahlten KU zurückbringt ?
Im guten Glauben, blablabla....
Die KM hat kein Geld und der gehöhrnte Ehemann guckt
durch die Finger - so schaut's aus.
Gruß
Marina
Moin,
Kinder haben das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung. DAS ist die Wurzel ihres Lebens und ihres Selbstverständnisses. Nur weil da eine Bilderbuchfamilie entstanden ist, die sich ja soooo heimelich eingerichet hat und dann der rechtliche Vater, der pfauengleich wegen seiner Potenz flaniert...sorry, das geht nicht!
Schon mal überlegt, wenn:
a) die Familie sich trennt oder
b) das Kind schwer krank wird und medizinisch die Eltern untersucht werden und es dann ans Tageslicht kommt?
Ne, das ist mir alles zu kuschelweich situativ gedacht. Karten auf den Tisch, der Wahrheit ins Gesicht blicken und das Beste draus machen.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
b) das Kind schwer krank wird und medizinisch die Eltern untersucht werden und es dann ans Tageslicht kommt?
. . . Genau das ging mir die ganze Zeit auch durch den Kopf!
Willst Du wirklich warten, bis die ganze "Geschichte" mal am Krankenbett Deine Kindes rauskommt? :question:
Generell verstehe ich ja, das man ständig das für und wider abwägt, aber dennoch:
Sag die Wahrheit und kläre die Situation auf!
LG
Zweitmama
Moin Deep,
Ne, das ist mir alles zu kuschelweich situativ gedacht. Karten auf den Tisch, der Wahrheit ins Gesicht blicken und das Beste draus machen.
hier muss ich Dir - es kommt selten genug vor - recht energisch widersprechen. "Wahrheit" kann auch eine brutale Waffe sein; in einem Fall wie diesem eine, die eine komplette Familie zerstört. Worin liegt denn der Unterschied zu einem Kind, das mit Hilfe einer Samenbank gezeugt wurde? Die nächsten Jahre doch nur darin, dass der "rechtliche Vater" darüber Bescheid wüsste. Aber dem Kind selbst würde man auch dann ziemlich lange nichts über genetische seine Herkunft erzählen; einfach, weil es mit "Samenspende" oder "Zeugungsunfähigkeit" nichts anfangen kann. Die Offenbarung der genetischen Herkunft hat also noch viele Jahre Zeit; bis dahin ist sie für das Kind vollkommen unerheblich.
Bleibt der Seitensprung - allgemein als "Betrug" gebrandmarkt. Denn die Gefahr, dass der "Gehörnte" - auf diese Weise gebrandmarkt als "Nicht-Exklusiv-Besitzer" des Körpers seiner Frau - sofort gekränkt sämtliche Klamotten hinschmeisst, ist gross. Möglicherweise könnten wir ihn kurz danach als neuen User hier begrüssen, der uns erzählt, wie selten er seine Kinder sehen darf und wie sehr er darunter leidet. Bzw. nur eines der Kinder und das andere gar nicht mehr, weil's ja nicht seines ist. Wem wäre mit dieser Folge der "Wahrheit" gedient, wenn dann eine Familie kaputt und (mindestens) 4 Menschen unglücklich sind? Kann man Unglück mit "Wahrheit" rechtfertigen?
Am wichtigsten allerdings ist: Es wäre ausschliesslich Sache der Kindesmutter, sich hier ihrem Ehemann zu offenbaren und den folgenreichen Seitensprung zu gestehen. Dem Threadopener hier nahezulegen, selbst für klare Verhältnisse zu sorgen und sich mit dem Ehemann in Verbinung zu setzen, wäre ein unverantwortlicher Eingriff in das Leben einer Familie, die nicht die seine ist.
Ich persönlich würde diese Verantwortung jedenfalls niemals tragen wollen!
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin,
Was soll ich denn jetzt machen? Entweder treibe ich jetzt eine tolle Familie in den Abrund weil ich sagen müsste das ich der Vater bin oder ich halte meinen Mund und hoffe das niemals was rauskommt.
Mich ganz persönlich ärgert es immer wieder, wenn Männer sich zu Marionetten von Frauen machen, und das meine ich jetzt ausdrücklich ganz pauschal und nicht persönlich.
Diese Lebenslüge besteht scheinbar schon ein paar Jahre und je länger die Lüge verschwiegen wird, desto schwerer werden die Folgen einer eventuellen Offenbarung sein. Ab einer gewissen Zeit sollte man vielleicht wirklich barmherzig sein und die Wahrheit nicht mehr ans Licht lassen... was aber, wenn durch medizinische Notwenigkeiten die Wahrheit ans Licht kommt? Irgendwie ist das doch, als ob man auf einer Zeitbombe sitzt...
Wenn man solange die Wahrheit verschleiert, dann gibt es meines Erachtens keinen Königsweg mehr. Jede Offenbarung würde gewachsenes Vertrauen zerstören, Vertrauen, das auf Sand gebaut wurde, und viele Menschen in eine ungewisse Zukunft stürzen.
Ich hab mit über 30 Lenzen erfahren, dass mein Vater nicht mein Vater sein kann und ich habe auch in der Familie darüber geschwiegen. Aber ob das richtig war? Keine Ahnung. Mir hat es gereicht, dass ich die Wahrheit wußte. Allerdings gab es auch den Anstoß, mich von der verlogenen Familie trennen zu können. Denn auch ich habe es lange vorher geahnt.
edit, um auf Brille zu antworten:
Die Offenbarung der genetischen Herkunft hat also noch viele Jahre Zeit; bis dahin ist sie für das Kind vollkommen unerheblich.
Kann sein, kann auch nicht sein. Für mich war es erheblich, dass ich mehrere Jahrzehnte von meiner Stammfamilie belogen wurde. Mit diesem Wissen wurde auch jedes Vertrauen zerstört. Allerdings habe ich mich nie auf die Suche nach meinem *piep* gemacht, ich hab zwar ein Gefühl dafür, wer das sein könnte, aber es ist nicht wirklich wichtig, weil, wenn er es ist, er bei dieser Lüge mitgeholfen hat.
Leidtragende sind auch hier, die Kinder! (auch, wenn sie es erst merken, wenn sie erwachsen sind).
Gruß
eskima
Moin,
hier muss ich Dir - es kommt selten genug vor - recht energisch widersprechen.
You're welcome. 🙂
"Wahrheit" kann auch eine brutale Waffe sein; in einem Fall wie diesem eine, die eine komplette Familie zerstört.
Ich lese die Betonung auf "kann", also einer Vermutung. Dummerweise hat man bei zwei Handlungsalternativen und der Wahl einer davon meist keine Möglichkeit mehr, die andere "auszuprobieren". Es ist menschlich, die bequemere, konfliktfreiere Möglichkeit zu wählen.
Worin liegt denn der Unterschied zu einem Kind, das mit Hilfe einer Samenbank gezeugt wurde?
Sorry, das hier begangene "Unrecht" kann nicht mit der Zeugung eines Kindes durch Samenspende verglichen werden, das auf Einverständnis des Paares basiert und für den Samenspender rechtlich hierzulande folgenlos bleibt. Dann müsstest du als weiteres Argument auch die Säuglings-/Kleinstkindadoption anführen. Und ich bin mir 99,75%ig sicher, dass bei letzterem die Adoptiveltern das Kind aufklären werden, wenn nicht gar von Anfang an in klaren Verhältnissen aufwachsen lassen.
Die nächsten Jahre doch nur darin, dass der "rechtliche Vater" darüber Bescheid wüsste.
Das empfinde ich einen ganz gravierenden Punkt. Ich persönlich möchte nicht in einer solchen Lebenslüge belassen werden.
Aber dem Kind selbst würde man auch dann ziemlich lange nichts über genetische seine Herkunft erzählen; einfach, weil es mit "Samenspende" oder "Zeugungsunfähigkeit" nichts anfangen kann. Die Offenbarung der genetischen Herkunft hat also noch viele Jahre Zeit; bis dahin ist sie für das Kind vollkommen unerheblich.
Bis dahin ja. Logisch, es weiß ja auch nix davon. Je älter das Kind wird, desto härter trifft die Wahrheit es dann jedoch. Das ganze bisherige Leben wird durch einige wenige Sätze ad absurdum geführt. Eine bisher vertraute Person (in diesem Fall der Vater) rückt in Sekundenbruchteilen in eine emotionale Distanz. Die Frage "Wo komme ich her?" wird lebensbestimmend. Sehr sehr viele Kinder, die in der Besatzungszeit gezeugt wurden, sind tausende Kilometer gereist, um ihren Vater zu finden. Zu viele von ihnen fanden nur noch einen Grabstein. Soll es diesem Kind auch so gehen?
Kann man Unglück mit "Wahrheit" rechtfertigen?
Da höre unsere Unrechtsministerin Zypresse ja im Originalton. Nur weil zwei Menschen Mist gemacht haben, müssen zwei völlig Unbeteiligte mit Lügen leben?
Es wäre ausschliesslich Sache der Kindesmutter, sich hier ihrem Ehemann zu offenbaren und den folgenreichen Seitensprung zu gestehen.
Sorry, nein. Beide haben Mist gemacht und beide müssen dafür einstehen. Wer den ersten Satz formuliert ist völlig unerheblich. Ich wehre mich massiv dagegen, die Verantwortung in die Hand der Frau zu legen, nur weil diese verheiratet ist.
Dem Threadopener hier nahezulegen, selbst für klare Verhältnisse zu sorgen und sich mit dem Ehemann in Verbinung zu setzen, wäre ein unverantwortlicher Eingriff in das Leben einer Familie, die nicht die seine ist.
Er soll also kuschen, weil es das ach so heimelige Familienklima stört? Das Kind soll, extrem gedacht, erst in Zeiten der allerhöchsten Not davon erfahren? Und die KM hat einen permanent erhöhten Stress, weil ja nix rauskommen darf? Es könnte, so die Wahrheit ans Tageslicht kommt, zur Trennung kommen? Ja, das kann passieren. Weil die Frau das Leben seit Kenntnis um die Schwangerschaft auf einer Lüge aufbaut. Jedes Mal, wenn die Frau sagt "Guck mal, was Papa macht." lügt sie das Kind und ihrem Mann an.
Ich persönlich würde diese Verantwortung jedenfalls niemals tragen wollen!
Das unterscheidet uns.
Mir war es schon immer völlig egal, wie es Erwachsenen geht. Mir geht es ausschließlich um die Kinder. Und für das Kind ist es die einzig richtige Lösung und das Recht, seine Abstammung zu kennen.
Das erste Kind meiner Ex, welches sie im Alter von 16 bekam und das wegen der durch sie erlittenen Vernachlässigung von ihrem Eltern adoptieren ließ, hat bis zum Big-Bang immer geahnt, dass in der von ihm gefühlten und erlebten Elternbeziehung irgendein Geheimnis liegt. Als das Kind dann letztlich davon erfuhr, war es eine Erlösung und ein derber Faustschlag zugleich. Faustschlag, weil es Jahre über Jahre angelogen wurde. Erlösung, weil es endlich endlich endlich den Grund für die emotionale Irretation kannte.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Moin zusammen!
Ich hatte einen ähnlichen Fall im Bekanntenkreis. Frau, Mann und Kind glücklich zusammen, alle hielten das Kind für des Mannes Sohn. Doch es war das Kind seines besten Freundes.
Mann war stolz und liebte das Kind sehr. Doch es kam wie es kommen musste - der Mann kam dahinter. Mehr zufällig. Im Urlaub.
Er brach den Urlaub ab, fuhr nach Hause und prügelte den Vater ins Krankenhaus. Er blieb bei Frau und Kuckuckskind. Das Kind liebt er sehr, die Ehe existiert nur noch auf dem Papier. Er hat mittlerweile Schuppenflechte und sie hat ne amtliche Psychostörung.
Das Kind liebt er noch immer sehr und "spielt" einen wirklich guten Vater. Doch die Ehe ist im Arsch, die Freundschaft ebenso und alle zusammen lügen weiterhin das Kind an.
Also irgendwie sind alle Leben versaut. Nur das Kind ist -noch- glücklich, denn es hat die Lügen noch nicht bemerkt. Interessant wird es in den kommenden Jahren, denn das Kind sieht dem leiblichen Vater zum verwechseln ähnlich. Also auch hier droht ein "Coming out".
Nur mal so am Rande...
Milan
Schon mal überlegt, wenn:
a) die Familie sich trennt oder
b) das Kind schwer krank wird und medizinisch die Eltern untersucht werden und es dann ans Tageslicht kommt?
Ja habe ich und es auch geschrieben:
Die Eltern trennen sich und es kommt raus des der Kleine ein besagtes Kuckukchskind ist.
Ich hab mit über 30 Lenzen erfahren, dass mein Vater nicht mein Vater sein kann und ich habe auch in der Familie darüber geschwiegen. Aber ob das richtig war? Keine Ahnung. Mir hat es gereicht, dass ich die Wahrheit wußte. Allerdings gab es auch den Anstoß, mich von der verlogenen Familie trennen zu können. Denn auch ich habe es lange vorher geahnt.
Aber du hast dich bestimmt nicht nur wegen dieser Lüge von deiner Familie getrennt. Da ist bestimmt noch einiges mehr vorgefallen und als die Lüge mit deinem Vater endlich greifbar wurde, hat diese das Fass zum überlaufen gebracht. Wenn die Familie TipTop gewesen wäre und du „nur“ diese (ganz überspitzt ausgedrückt!) kleine Notlüge wäre es dir eventuell ziemlich egal gewesen von wem denn nun dieser Samen stammt. Ein Vater wird ja nicht nur aufgrund eines Samens definiert bzw. darauf reduziert. Zumindest ist aus meiner Sicht ein großer Unterschied zwischen Vater der die Vaterrolle von A bis Z übernimmt und einem Samenspender.
Je älter das Kind wird, desto härter trifft die Wahrheit es dann jedoch. Das ganze bisherige Leben wird durch einige wenige Sätze ad absurdum geführt. Eine bisher vertraute Person (in diesem Fall der Vater) rückt in Sekundenbruchteilen in eine emotionale Distanz. Die Frage "Wo komme ich her?"
Nur weil zwei Menschen Mist gemacht haben, müssen zwei völlig Unbeteiligte mit Lügen leben?
Sorry, nein. Beide haben Mist gemacht und beide müssen dafür einstehen. Wer den ersten Satz formuliert ist völlig unerheblich. Ich wehre mich massiv dagegen, die Verantwortung in die Hand der Frau zu legen, nur weil diese verheiratet ist.
Er soll also kuschen, weil es das ach so heimelige Familienklima stört? Das Kind soll, extrem gedacht, erst in Zeiten der allerhöchsten Not davon erfahren?Es könnte, so die Wahrheit ans Tageslicht kommt, zur Trennung kommen? Ja, das kann passieren. Weil die Frau das Leben seit Kenntnis um die Schwangerschaft auf einer Lüge aufbaut. Jedes Mal, wenn die Frau sagt "Guck mal, was Papa macht." lügt sie das Kind und ihrem Mann an.
Mir war es schon immer völlig egal, wie es Erwachsenen geht. Mir geht es ausschließlich um die Kinder. Und für das Kind ist es die einzig richtige Lösung und das Recht, seine Abstammung zu kennen.
Das erste Kind meiner Ex, welches sie im Alter von 16 bekam und das wegen der durch sie erlittenen Vernachlässigung von ihrem Eltern adoptieren ließ, hat bis zum Big-Bang immer geahnt, dass in der von ihm gefühlten und erlebten Elternbeziehung irgendein Geheimnis liegt. Als das Kind dann letztlich davon erfuhr, war es eine Erlösung und ein derber Faustschlag zugleich. Faustschlag, weil es Jahre über Jahre angelogen wurde. Erlösung, weil es endlich endlich endlich den Grund für die emotionale Irretation kannte.
Genau diese Sätze haben mich, erstrecht weil auch eigene Erlebnisse darin stecken, dazu gebracht um zu denken. Ich habe eben mit der KM gesprochen. Ich werde jetzt erst mal, wenn’s sein muß mit Druck, einen Vaterschaftstest machen. Eventuell bin ich ja gar nicht der Samenspender. Sollte ich dann der Erzeuger sein, denke ich im Moment zumindes hat a) das Kind das Recht zu wissen wer der Erzeuger ist und b) ich alle Rechte und Pflichten.
Selbstverständlich könnte die Familie auseinander brechen. Aber mein Bauch sagt mir im Moment: wenn sie daran zerbricht, wird sie es in ein paar Jahren, denn ich bin im Grunde felsenfest davon überzeugt das es irgendwann rauskommen würde, dann auch. Also besteht eh keine feste Beziehung/Zusammenhalt. Denn eine gute Ehe/Partnerschaft kann auch so etwas überleben. Natürlich muß, aus meiner Sicht, die KM das in ihrer Familie besprechen. Nicht weil ich jetzt irgendwelche Verantwortung weiterschieben möchte, sondern einfach weil ich mir vorgestellt habe, vor mir würde ein wildfremder Mann stehen und mir sagen das er mit meiner Frau Sex hatte und daraus der Sohn entstanden ist. Wäre nicht wirklich klasse. Aber wenn sie nichts sagen würde, würde ich es wohl tun. Denn, zumindest entnehme ich das aus den geschilderten eigenen Erfahrungsberichten hier, wäre der Schlag den der vermeintliche Vater jetzt ins Gesicht bekommt nicht härter wie der den das Kind in 15 Jahren abkriegt. Das Problem ist, daß halt alles rein hypotetisch ist. Leider weiss man immer erst im nachhinein welcher Weg denn nun der bessere gewesen wäre.
Vielen lieben Dank an euch alle die mir eure Gedanken geschrieben habt! Hat mir sehr geholfen, erstrecht die Erfahrungsberichte. Ich Bauch hatte ich schon das Gefühl das Kinder, die ja eh viel sensiblere Antennen wie wir abgestumpfte Alten sie haben, spüren das im Grunde hier irgendwas nicht stimmt.
Egal ob die Familie nun glücklich ist oder nicht. Sie spüren anscheinend das SIE irgendwie nicht passen. Davor ist es eigentlich meine Pflicht das Kind zu schützen. Denn nicht es hat entschieden unter diesen Umständen zu entstehen sondern wir, die Erwachsenen.
Moin,
Das Problem ist, daß halt alles rein hypotetisch ist. Leider weiss man immer erst im nachhinein welcher Weg denn nun der bessere gewesen wäre.
Ne, das weiß man nachher eben auch nicht, weil der eine Weg durch Beschreiten des anderen Weges versperrt ist.
Ansonsten: Sehr couragiert - meine Anerkennung. :thumbup:
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo zusammen,
ich finde das alles ganz schwierig. Ich persönlich bin ein Mensch, der - wenn er selbst Unrecht begangen hat - Bauchschmerzen hat, bis er die Wahrheit gesagt hat. Keine Ahnung warum, ich wurde einfach so erzogen, dass man für seine Fehler einstehen muss und ich selber kann auch mit "harter" Wahrheit besser umgehen, als damit, angelogen zu werden...
ABER. Wenn die Familie zerstört ist und böses Blut fließt, was ja aus der emotionalen Verletzung des betrogenen ev.-nicht-Vaters komplett verständlich wäre, rutscht dieses kleine Kind in einen Sumpf aus Hass, Wut, Verletzung hinein, in dessen Zentrum es selbst steht, als "Ursache" sozusagen. Ich würde mich also schon fragen, wie die beteiligten Personen gestrickt sind. Die Voraussage einer möglichen Reaktion der Betroffenen ist also höchst schwierig vorauszusagen.
Für das Kind ist der Ehemann der gefühlte Vater. Wie wird es reagieren, wenn es erfährt: Du, übrigens, der richtige Papa ist "martina" und zum "Papa" müßtest Du ab jetzt eigentlich Peter sagen. Und die ältere Schwester kommt vielleicht noch mit "Papa ist mein Papa, du bist gar nicht sein Kind!"
Für mich ist das nicht so einfach mit "Wahrheit" zu klären. Tatsächlich wurde hier der "richtige" Zeitpunkt, nämlich der Moment der Schwangerschaft verpaßt. Die "Wahrheit" könnte hier wirklich Leben zerstören. Vor allem eben das Leben des kleinen Jungen. Ob das also zum jetzigen Zeitpunkt so richtig ist... ich weiß es nicht.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo Martin(a),
Aber du hast dich bestimmt nicht nur wegen dieser Lüge von deiner Familie getrennt. Da ist bestimmt noch einiges mehr vorgefallen und als die Lüge mit deinem Vater endlich greifbar wurde, hat diese das Fass zum überlaufen gebracht. Wenn die Familie TipTop gewesen wäre und du „nur“ diese (ganz überspitzt ausgedrückt!) kleine Notlüge wäre es dir eventuell ziemlich egal gewesen von wem denn nun dieser Samen stammt.
In Familien, die "tiptop" sind, gibt es derlei Familiengeheimnisse nicht. Tiptop und Familiengeheimnis widerspricht sich, weil hier ja nur eine heile Welt vorgegaukelt werden soll. Das, was du "kleine Notlüge" nennst, war für mich die größte Lüge, neben vielen anderen Ungereimtheiten.
Ein Vater wird ja nicht nur aufgrund eines Samens definiert bzw. darauf reduziert. Zumindest ist aus meiner Sicht ein großer Unterschied zwischen Vater der die Vaterrolle von A bis Z übernimmt und einem Samenspender.
Darum geht es ja im Endeffekt auch gar nicht. Wären alle ehrlich gewesen und alle hätten gewußt, dass derjenige, der die Vaterrolle ausfüllt, nicht der leibliche Vater ist, dann ist das eine Basis. Durch die Lebenslüge war aber jedem Vertrauen die Basis entzogen und es entsteht eine Lebenskrise. Ich hab damals ungläubig ausgesprochen: "Die haben mich ein Leben lang nur verar...t?!?"
Als mein gesetzlicher Vater gestorben ist, hab ich den Pflichtteil gefordert und mich gefragt, ob ich nun aufgeklärt werde. Nach anwaltlichen Auseinandersetzungen hab ich meinen Pflichtteil bekommen (ich sah es als eine Art "Schmerzensgeld" für mich an). Meine Mutter rief einige Zeit später hier an, aber mein Mann wußte, dass ich nicht mit ihr sprechen wollte und wimmelte sie ab. Er sollte mir ausrichten, dass sie mich lieb hat und nicht sauer auf mich ist. :knockout:
Es ist nicht wichtig, ob X oder Y das Kind gezeugt hat. Wichtig ist der Umgang mit Wahrheit und Lüge.
Gruß
eskima

