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Modelle für Umgangsregelungen

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(@oceanborn)
Rege dabei Registriert

Bin seit kurzem bei einer Beratungsstelle mit meiner Ex.
Ziel: Umgangsregelung festlegen für die Zeit nach meinem oder ihrem Auszug. Ob das am Ende was nützt, wird sich zeigen. Zum Thema: Die geben da Broschüren aus, die entsprechende Vordrucke und Checklisten enthalten.

Eine der Broschüren hier:
http://ebookbrowse.com/gdoc.php?id=52147023&url=a32ba4c13e1be5eb41b90ceb51c62782

@Alle: Mich würde eure Meinung zu diesem Heftchen interessieren.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.09.2012 00:04
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo oceanborn,

auch wenn die Frage schon wieder ein paar Tage alt ist:

@Alle: Mich würde eure Meinung zu diesem Heftchen interessieren.

Meine Meinung zu diesem Heftchen? Nun, es handelt sich, in der dort verlinkten 6. Auflage, um ein Druckwerk aus dem Jahre 2011 (nicht etwa aus dem vergangenen Jahrhundert), es hat einen Umfang von geschlagenen 72 Seiten - und Wörter wie "Wechselmodell", "Doppelresidenzmodell" oder "Nestmodell" kommen darin nicht vor. Kein einziges Mal, mit keiner Silbe. Nicht einmal als denkbare Alternative zur klassischen Elternspaltung in ein Betreuungselternteil und ein Umgangselternteil.

Irgendwie ist diese "Info"-Broschüre also genau das, was ich erwarten würde, wenn als juristischer Beirat solche Figuren wie Edith Schwab an Bord sind: Propaganda für ein Modell, das m.E. häufig schon vom Grundsatz her, äh, suboptimal ist ...

Falls jemand trotzdem diese Bibel lesen möchte oder muss, so möge er sich vorab schon mal folgendes Leckerli auf der Zunge zergehen lassen (Seite 15, die Hervorhebung ist von mir):

Da (...) zusätzliche Belastungen auf die Partner zukommen (z.B. doppelte Miete), verschlechtert sich deren finanzielle Situation fast immer erheblich. Dies gilt vor allem für den betreuenden Elternteil.

Ich denke, in einem Forum wie diesem brauche ich diese Behauptung nicht weiter zu kommentieren. Ein weiteres Schmankerl ist übrigens die Gegenüberstellung von betreuenden Müttern und betreuenden Vätern (Seite 19):

Der Druck, dem sich betreuende Elternteile ausgesetzt sehen, ist oft auch selbst gemacht. Bis heute fühlen sich viele betreuende Mütter für das Gelingen der Partnerschaft und die Erziehung ihrer Kinder besonders verantwortlich. Scheitert die Partnerschaft, wollen sie bei der Erziehung der Kinder alles richtig machen und damit das vermeintlich eigene Versagen ausgleichen.
Betreuende Väter sehen sich solchen Erwartungen in der Regel in weit geringerem Maße ausgesetzt. Sie beklagen mehr das Leben ohne Partnerschaft und berufliche Nachteile.

Ja, so einfach sieht für manche "Experten" die Welt aus: Frau sorgt sich nach der Trennung vorbildlich und verantwortungsvoll um die Kinder, während Mann bloß ein verantwortungsloser Wicht ist und in erster Linie darüber klagt, dass er nix mehr zum Beschlafen im Bett hat! Und jetzt nehmen sich bitte alle fein artig bei den Händen und singen im Chor: Frau gut, Mann böse - ugga, ugga, ugga!

Man merkt m.E. ziemlich deutlich, in was für einem lila Hühnerstall dieses Windei ausgebrütet wurde  :gunman:

Nix für ungut,

Malachit.

P.S. irgendwie ist mir so, als hätte ich genau dieses Machwerk früher schon einmal verrissen ...


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 22.09.2012 03:19
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