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Buchempfehlung: Tussikratie

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(@howi64)
Nicht wegzudenken Registriert

Wie groß müssen die Scheuklappen sein, um darin keine systemimmanenten Fehler im deutschen Familienrecht zu sehen?

Hi Schultze,

wie würde der weltbeste Familienrichter in einem super guten Rechtssystem auf solche Fälle reagieren?
Meine Ex schwört Stein und Bein das alle diese Vorschriften nur dazu dienen ihr das Leben schwer zu machen.
Kanns ihr nicht verdenken. Recht haben und Recht bekommen ist eben zweierlei.

Gruss Horst


AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 10:55
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist ...

warum bist Du der Ansicht, das Familienrecht müsste eine einseitig "gefühlte Bevorzugung" liefern?

@Martin, den Passus, aus dem Du diese Ansicht herausliest, mögest Du mir bitte zeigen ... ich bin zu doof, den zu finden.

nichts leichter als das:

In dem Augenblick, in dem Du ein Aktenzeichen benennst, in dem die eheprägenden Einkommensverhältnisse auf Seiten eines Verpflichteten nicht fortgeschrieben wurden, werde ich mich umgehend im Reich der "gefühlt Bevorzugten" wiederfinden.

Ja, ich bin zu doof, Deine Lesetechnik nachvollziehen zu können.

Meine Ansicht ist, dass niemand vor Gericht bevorzugt zu behandeln ist.

Ich wäre dennoch dankbar gewesen, wenn Du anstelle regelmäßig nach Aktenzeichen zur Rechtfertigung von Behauptungen zu fragen, damit Du diese anschliessend als "nichts beweisend" abwerten kannst, Deine eigene Argumentation mal sachlich fundiert untermauern würdest ...

Kannst Du einen unterhaltszahlenden Vater namentlich benennen, der nach der Trennung gegen seinen Willen 60 Wochenstunden arbeiten muss, weil er das zu Ehezeiten mal gemacht hat? Ich kenne nur die Verpflichtung, Vollzeit zu arbeiten; das bedeutet 40 oder 38 Wochenstunden. Mehr wird ein Familiengericht nicht verlangen (können), weil schlicht die Rechtsgrundlage fehlt.

... für den Anfang wäre es mal ganz nett, wenn Du auch nur einen Gerichtsbeschluss nennen könntest, in dem bei einem Vater eine Arbeitszeitreduzierung nicht als "verwerfliches" Verhalten und somit als irrelevant für die Unterhaltsberechnung um die Ohren geflattert wäre. Alternativ ein Beschluss, bei dem eheliches Einkommen auf Seiten des UH-Pflichtigen als überobligatorisch betrachtet wurde ...
Um Dir dabei zu helfen: Es gibt durchaus solche Fälle. Wenn der Großteil der Betreuung durch den Vater gewährleistet wird, dann kann (nicht muss) es eventuell passieren, dass man(n) hinsichtlich Unterhalt für die Ex entlastet wird.

Ungerechtigkeit für möglichst viele Beteiligte zu herzustellen?

Bei meinem ersten Gerichtsbesuch sagte der Richter zum Abschluss:
"Wenn beide Parteien zähneknirschend den Gerichtssaal verlassen, dann habe ich einen guten Vergleich gefunden."
Das mag ich durchaus unterschreiben ...
... was mich wurmt: Wieso hat er sich im Vorwege nicht die Kompromissvorschläge angeschaut und meiner Ex schlicht auf Basis der Vorschläge mitgeteilt:
"VKH gibt es nicht, nimm den Kompromiss an, oder klage auf eigene Kosten !"

Besten Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 17:09
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin United,

Ja, ich bin zu doof, Deine Lesetechnik nachvollziehen zu können.

Meine Ansicht ist, dass niemand vor Gericht bevorzugt zu behandeln ist.

meine Ansicht ist das auch. Im Gegensatz zu ein paar Usern dieses Forums bin ich nur nicht der Ansicht, dass diese behauptete Bevorzugung vor deutschen Familiengerichten fortlaufend, absichtlich und immer in dieselbe Richtung (nämlich pro Frau und contra Mann) passieren würde. Und nein, ein munter dahergekrähtes "in meinem Fall war das nämlich so!" beweist überhaupt nichts, was jenseits dieses Einzelfalles liegt. Jedenfalls nicht die damit behauptete Systematik von der staatlichen Väterbenachteiligung. Aber das ist Mengenlehre, und die hat schon in der Schule nicht jeder begriffen.

Weitab vom Familienrecht gibt es aber auch in anderen Rechtsgebieten Gerichtsverfahren  und Urteile, die mindestens eine der Prozessparteien als zutiefst ungerecht empfindet, ohne dass sich diese subjektive Empfindung mit irgendeiner Benachteiligungsabsicht begründen liesse - hier zum Beispiel mit "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" oder "Kunstfehlerprozesse verliert sowieso immer der Patient". Wer kurzsichtig immer nur auf's Familienrecht schielt, um irgendeine Verschwörungstheorie zu "begründen", hat Jura kein bisschen verstanden: Jura ist keine Gouvernante, bei der man die eigene (meist sehr laienhafte) Vorstellung von Gerechtigkeit bestellen kann und geliefert bekommt. Nirgendwo, in keinem Land der Erde und in keinem Rechtsgebiet.

Ich wäre dennoch dankbar gewesen, wenn Du anstelle regelmäßig nach Aktenzeichen zur Rechtfertigung von Behauptungen zu fragen, damit Du diese anschliessend als "nichts beweisend" abwerten kannst, Deine eigene Argumentation mal sachlich fundiert untermauern würdest ...... für den Anfang wäre es mal ganz nett, wenn Du auch nur einen Gerichtsbeschluss nennen könntest, in dem bei einem Vater eine Arbeitszeitreduzierung nicht als "verwerfliches" Verhalten und somit als irrelevant für die Unterhaltsberechnung um die Ohren geflattert wäre. Alternativ ein Beschluss, bei dem eheliches Einkommen auf Seiten des UH-Pflichtigen als überobligatorisch betrachtet wurde ...

Ich habe die von einem anderen User in den Raum gestellte Behauptung von "Arbeitszeiten von 60 und mehr Wochenstunden" aufgegriffen und nach einem Gerichtsbeschluss gefragt, in dem ein Unterhaltszahler von einem deutschen Familiengericht dazu verurteilt worden wäre, entgegen der sehr eindeutigen Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes dauerhaft und regelmässig 60 Wochen-Arbeitsstunden zu leisten. Ein solches Pensum kann sich ein Leitender Angestellter oder Unternehmer zwar freiwillig aufladen (genauso wie er seine Überstunden verschenken kann oder nicht alle Handwerkerstunden in Rechnung stellt), aber per Gerichtsurteil zu 60 Wochenstunden ZWINGEN, damit er einen bestimmten Unterhaltsbetrag leistet, kann man ihn nicht. Genauso wenig wie man einen Hartzer auf ein Spargelfeld stellen und dazu zwingen kann, 40 Wochenstunden lang Spargel zu pflücken. Ein solches Urteil käme einer Wiedereinführung der Sklaverei gleich und würde jedem deutschen Familienrichter umgehend um die Ohren fliegen - nicht erst in der nächsten Instanz, sondern vermutlich gleich am nächsten Tag im Büro seines Gerichtspräsidenten.

Bei meinem ersten Gerichtsbesuch sagte der Richter zum Abschluss:
"Wenn beide Parteien zähneknirschend den Gerichtssaal verlassen, dann habe ich einen guten Vergleich gefunden."

richtig; das sehen auch viele Juristen so. Leitsatz: "Ein guter Kompromiss ist einer, mit dem keine Streitpartei zufrieden ist."

Das mag ich durchaus unterschreiben ...
... was mich wurmt: Wieso hat er sich im Vorwege nicht die Kompromissvorschläge angeschaut und meiner Ex schlicht auf Basis der Vorschläge mitgeteilt:
"VKH gibt es nicht, nimm den Kompromiss an, oder klage auf eigene Kosten !"

weil - ich wiederhole es auch hier gerne - Jurisprudenz, richterliche Unabhängigkeit (die hier so gerne bestritten wird) und Einzelfallentscheidungen nun einmal untrennbar damit verbunden sind, dass ein Richter NICHT zwingend tut, was die Kundschaft will. Was die meisten Prozessparteien übrigens ganz klasse finden, wenn es (auch) auf die Gegenseite angewendet wird; nur wenn man selbst davon betroffen ist, kommen gerne die Stories von der "willkürlichen und vorsätzlichen Benachteiligung".

Den Kopf zu heben weitet aber auch hier den Blick.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 18:28
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

eine Diskussion mit teilweise interessanten Beiträgen findet sich auch HIER. Interessant vor allem die Beiträge der Männer. Wenn man rechts im Bild auf "Gesamtansicht" klickt, kann man "im Fluss" lesen.

LG LBM

PS: und Hier


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 18:44
(@nichtplatt)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

tolle Diskussion. Ich kenne beide Seiten. Als Umgangselternteil und als allein Erziehender. Die Ex und die Kinder waren immer die gleichen und trotzdem konnte ich gewisse Unterschiede in der Vorgehensweise der Gerichte feststellen. Die Unterhaltsprozesse meiner Ex wurden innerhalb von 4 Monaten abgeschlossen. Meiner dauerte 18 Monate bis der Familienrichter eine Entscheidung getroffen hat, aber nur deshalb, weil ihm eine Dienstaufsichtsbeschwerde angedroht wurde.

Als meine Ex die Kinder für sich reklamiert hat war das überhaupt kein Problem. Niemand wäre auf die Idee gekommen nachzufragen ob die Kinder bei mir leben wollen, oder ich bereit wäre diese in Zukunft zu versorgen, oder ob meine Ex die Kinder gut betreuen kann.

Als meine Ex, da kein Unterhalt mehr floss, nun die Kinder doch nicht mehr haben wollte, wurde vom Gericht das Jugendamt beauftragt zu schauen, ob ich überhaupt in der Lage bin die Kinder anständig zu versorgen. Ich konnte alles im Interesse der Kinder positiv erledigen.

Die Rollenverteilung innerhalb der Ehe wird anscheinend bei einigen sehr einseitig gesehen. Nur weil meine Ex nicht gearbeitet hat, heißt das nicht, dass ich nach einer 60 Stunden Woche mich nicht um die Kinder gekümmert habe. Auch Hausarbeit wurde regelmäßig mit erledigt. Ich hätte mich auch gerne nach der Arbeit vor die dampfenden Kartoffeln gesetzt. Gab es aber nicht.

Natürlich kann mich kein Richter dazu zwingen 60 Stunden zu arbeiten. Nur nimmt er als Grundlage zur Unterhaltsberechnung meinen Verdienst innerhalb der Ehe. Um den Unterhalt bedienen zu können, musste ich wohl oder übel weiter 60 Stunden arbeiten. Ein Jobwechsel mit weniger Arbeitszeit und weniger Geld wäre mein Privatvergnügen gewesen. Also doch durch die kalte Küche der Zwang zur "Mehrarbeit".

Auch ich mag ein Einzelfall sein, trotzdem habe ich rein subjektiv das Gefühl, Frauen haben es in vieler Hinsicht einfacher nach einer Trennung. Als Mann stehst du am Anfang ziemlich alleine da.

LG
Nichtplatt

 


AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 20:29
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Die Bevorzugung von Frauen im Familienrecht ist bei Weitem nicht so extrem, wie die Bevorzugung desjenigen, der die Kinder hat.

Da das aber in 95% auch die Frauen sind, kommt es da schon mal zu Vermischungen in der Beurteilung.

Das größte Problem ist aber eindeutig das juristische Destruktionsprinzip, dass davon ausgeht, dass die bisherige Familie komplett zu zerschlagen und in einen, der alles Gute bekommt und einen, dem alles weg genommen wird, aufzuteilen ist.

So als wenn man einem Kind sagen würde: "Wenn du Klaus sein Eis weg nimmst, bekommst du auch noch seine Schokolade!"

Dass das begünstigte Kind in 95% der Fälle ein Mädchen ist, ist schon schlimm, nur ist es für die 5% Mädchen die es trifft auch nicht weniger schlimm als für die 95% Jungs.

Das Familienrecht soll einfach aufhören, eine Partei so dermaßen zu bevorzugen.
Wenn man gerecht teilt, spielt es auch keine Rolle mehr, wer welche Hälfte bekommt.

Aber auch das wird Martin sicher nicht davon abhalten uns unbeirrt immer wieder den selben Vortrag über irgendwelche Verschwörungstheorien zu halten.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 20:54
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Die Bevorzugung von Frauen im Familienrecht ist bei Weitem nicht so extrem, wie die Bevorzugung desjenigen, der die Kinder hat.

Das würde ich so nicht unterschreiben wollen. Auch hier werden recht große Unterschiede gemacht ... kannst mir glauben!

Ich will jetzt nicht wieder zu weit ausholen, allerdings muss ich bemerken, dass Brille meilenweit von der Realität entfernt ist ... er erinnert mich manchmal an beratungsresistente Politiker, die das schlimmste schon hinter sich und den Pensionsanspruch schon in der Tasche haben ... es betrifft sie also nicht mehr und doch geben sie zu allem ihren dekonstruktiven Senf dazu.

Aber nein, auch hier wiederhole ich mich. Brille hat etwas wirklich gutes, vielleicht nicht so extrem wie jetzt. Vor 5 jahren hat er schon ähnliche Meinungen an den Tag gelegt, und es war eine gute Vorbereitung auf die kommenden Argumentationen ... meine Meinung, die Eier hat er nicht in der sprichwörtlichen Hose, da sie ihm nie gekocht wurden (ich liebe seine Metaphern 😉 ).

Gruß
Kasper


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:07
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Glaube ich dir auch.

Z.B. wenn der Richter Soyka vom OLG-Düsseldorf im Fernsehen sagt, "Kinder gehören nun mal zur Mutter" so hat man schon ein sehr schönes Beispiel für dieses Problem.

Oder Richter Burschel die Bevorzugung von Frauen ganz offen mit dem angeblichen "Gender Pay Gap" von 23% begründet.

Richter Vultejus hatte ja auch kein Problem damit zuzugeben, dass er Frauen im Strafrecht stets einen Rabatt einräumt, weil sie es ja generell schwerer haben als Männer und davon ausgeht, dass seine Kollegen das genauso handhaben.

Nur ist es für mich eben eher zweitrangig, gegen wen sich eine Ungerechtigkeit richtet.
Ich hielte es jedenfalls nicht für eine Lösung, wenn der selbe Sch* wie heute fabriziert würde, nur mit 95% geschädigten Müttern.

Oder wie Martin es mal so schön postulierte: "Da es die meisten nicht trifft, ist es ja kein Problem!"


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:21
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hmmmm, was sagen denn die betroffenen Richter zu der Bevorteilungsthese?

Die Brutalität (der Gerichte) zu den Vätern ist grenzenlos.

SPD-Politikerin und frühere Richterin Margot von Renesse
Süddeutschen Zeitung, 38/1996

In unserem Rechtsstaat kann es Menschen, weit überwiegend Vätern, widerfahren, daß gegen ihren Willen und ohne ihnen anzurechnendes schuldhaftes Verhalten ihre Ehen geschieden, ihnen ihre Kinder entzogen, der Umgang mit diesen ausgeschlossen, der Vorwurf, ihre Kinder sexuell mißbraucht zu haben erhoben und durch Gerichtsentscheid bestätigt und sie zudem durch Unterhaltszahlungen auf den Mindestselbstbehalt herabgesetzt werden. Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß und sollte seinen Platz auf der Bühne, nicht in unserer Rechtswirklichkeit haben.

Richter am OLG Harald Schütz
10. Mai 1997 auf dem 49. Deutschen Anwaltstag

Ich hab' noch mehr in petto oder reicht das?

Natürlich ist es Quatsch, dass ein Richter entgegen den gesetzlichen Bestimmungen zu einer 60 Stunden/Woche beschließt. Er macht das subtiler über die Anrechnung des fiktiven Einkommens.

Natürlich treffen sich in Foren wie diesem (ausschließlich) Menschen, die ein ernsthaftes familienrechtliches Problem haben. Wir sind hingegen nicht das einzige Forum und viele suchen sich neben der anwaltlichen Vertretung keine Unterstützung. In der Zeit der aktiven persönlichen Betreuung habe ich hunderte Fälle erlebt, in denen Väter benachteiligt bis "verprügelt" wurden. Man sehe mir das Wort "verprügelt" nach - die Väter fühlten sich nach Verhandlungsschluss so. Oder um es klar zu stellen: Nein, kein Vater wurde vor/vom Gericht verprügelt im Sinne des Wortes.

In einem begleiteten Fall wurde einem 16-jähriges Mädchen, das regelmäßig von der Mutter geschlagen wurde und zum Vater sich retten wollte, der Umzug verwehrt mit den Worten: "Das gehört zum Erwachsenwerden dazu." Ein Einzelfall im System?

In einem begleiteten Fall wurde das Kind nach der Geburt dem Vater übergeben. Mutter drogen- und alkoholabhängig. Nach sechs Jahren ging das Kind auf richterlichen Beschluss zur Mutter. "Es geht der Frau doch so schlecht, es hilft ihr bestimmt, wenn die Lütte bei ihr ist." Medikation Kind. Ein Einzelfall im System?

In einem begleiteten Fall war der Vater unstrittig die Hauptbezugsperson. In der OLG-Verhandlung gegen die Mutter zwecks Herausgabe des Kindes sagte diese: "Pah, dann ist das Kind für mich gestorben. Dann hat es keine Mutter mehr." Das Kind wurde der Mutter überlassen. Ein Einzelfall im System?

Aus meiner nunmehr 14-jährigen Erfahrung konstatiere ich: Ja, die Gerichte sind mütterlastig. Ja, die Richter entscheiden nach Maßgabe des Gerichtspräsidenten (wurde mir von zwei Richtern bestätigt). Sind zwei zu wenig? Ist es vielleicht ein regionales Phänomen?

Für alles weitere verweise ich auf unsere umfassende Sammlung über gerichtliche Entscheidungen.

Sind die Auswirkungen des Lobbyismus eine Verschwörungstheorie? Ist Monsanto ein karitatives Unternehmen und dessen Gegener als Verschwörungstheoretiker abzuwinken? And so on...

Das alles muss man aber sehen wollen, diese Realität für sich zulassen. Ich kann mir die Welt auch ganz super schön reden. Blöderweise holt mich das dann spätestens mit Arbeitsbeginn wieder ein. Dann habe ich mit Menschen zu tun, die wirklich Probleme haben, die nicht selbst aus dem Schlamassel herauskommen, deren kogntive Leistungsfähigkeit für das Alltägliche prima reicht - mehr aber auch nicht. Anders gesagt: Hat man eine Sonnenbrille auf, ist das Verständnis für Menschen ohne Sonnenbrille, die von der Sonne erheblich geblendet werden, verständlich nicht besonders ausgeprägt.

Ich schließe mit dem Zitat:

Es gibt in der deutschen Justiz zu viele machtbesessene, besserwissende und leider auch unfähige Richter, denen beizukommen offenbar ausgeschlossen ist.

Dr. Egon Schneider, ehem. Richter am OLG, in 'Zeitschrift für anwaltliche Praxis' 6/1999 vom 24.3.1999, S. 266


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:32
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Kasper,

Ich will jetzt nicht wieder zu weit ausholen, allerdings muss ich bemerken, dass Brille meilenweit von der Realität entfernt ist ... er erinnert mich manchmal an beratungsresistente Politiker, die das schlimmste schon hinter sich und den Pensionsanspruch schon in der Tasche haben ... es betrifft sie also nicht mehr und doch geben sie zu allem ihren dekonstruktiven Senf dazu.

Aber nein, auch hier wiederhole ich mich. Brille hat etwas wirklich gutes, vielleicht nicht so extrem wie jetzt. Vor 5 jahren hat er schon ähnliche Meinungen an den Tag gelegt, und es war eine gute Vorbereitung auf die kommenden Argumentationen ... meine Meinung, die Eier hat er nicht in der sprichwörtlichen Hose, da sie ihm nie gekocht wurden

Man könnte sich daran erinnern, dass Du mal Moderator dieses Forums warst und zu derart dämlicher ad-hominem-"Kritik", wie Du sie gerade gegen mich aufzutischen versuchst, eine genau entgegengesetzte Meinung haben müsstest. Heute gelten für Dich als "Normal-User" einfach und weiterhin die Forenregeln dieses Forums gelten, die Du bei Deiner Anmeldung als auch für Dich verbindlich anerkannt hast.

Man sollte Deine Polemik allerdings auch vor dem Hintergrund sehen, dass Du 5 Jahre lang gar nicht in diesem Forum unterwegs warst und deshalb keinen blassen Dunst davon hast, wozu ich mich in dieser langen Zeit wie geäussert habe. Einen Grund, jetzt wieder den grossen "Auskenner" zu spielen, hast Du jedenfalls sicher nicht. Ich lösche Dein Geschwätz trotzdem nicht, sondern lasse es einfach stehen: Jeder blamiert sich in Internet-Foren bekanntlich selbst am besten, so gut er kann. 😉

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:35




(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Ich persönlich ignoriere den letzen Post von brille und verweise auf  den vorangegangenen, dem ich nichts hinzuzufügen habe, ausser, das dieses Forum mit seinen verschiedenen Blickwinkeln und Sichtweisen mir sehr geholfen hat.

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:52
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ein Rätsel stellt sich mir immer wieder: warum diskriminieren männliche Richter Männer? Liegt es an Geburtenjahrgängen unter 1960 oder was ist der Ursprung. Welches Interesse steckt bei diesen Männern dahinter? Sind es Ritter in Talaren?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:52
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Ganz ehrlich Martin,

Man könnte sich daran erinnern, dass Du mal Moderator dieses Forums warst und zu derart dämlicher ad-hominem-"Kritik", wie Du sie gerade gegen mich aufzutischen versuchst, eine genau entgegengesetzte Meinung haben müsstest. Heute gelten für Dich als "Normal-User" einfach und weiterhin die Forenregeln dieses Forums gelten, die Du bei Deiner Anmeldung als auch für Dich verbindlich anerkannt hast.

Da ich Dich all die Jahre Live erlebt habe, da kannst Du schwätzen was Du willst, gehtst du mir mit dieser Drohung am A ... rm vorbei. Real Life hat dann doch eine weitreichendere Bedeutung wie Deine Metaphern und ich kann mir bildlich vorstellen, wie ihr im Moderatorenforum Euch die Köpfe heiß schreibt ... hast Du wiedermal verkündet, dass Dich hier wirklich nichts hält??? Ich wundere mich eigentlich, dass Du noch hier bist.

Ich mochte /und eigentlich mag / ich dieses Forum noch immer. Allerdings vergiftest Du es ziemlich stark ... vielleicht sollte man sich doch mal besinnen, dass dies ein Hilfeforum ist und keine Zweigstelle eines geng. Anwaltes bzw. Jugendamtes ...

Du kannst löschen was und wie Du willst, steht Dir ja frei! Aber Du schreibst ja gerne ... viel und ... jaaaa ... in Metaphern ...

Was Dir Dein Computer ist (siehe Deine Beitragszahlen) ist mir das RL!

In diesem Sinne
Gruß
Kasper


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:53
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

warum diskriminieren männliche Richter Männer?

Naja, es sind auch die Richterinnen. Ich denke, es hat was mit Alpha-Gehabe zu tun.


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 21:54
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

um mal jene Diskussion aufzugreifen, die wie von LBM verlinkt andernorts geführt wird:

eine Diskussion mit teilweise interessanten Beiträgen findet sich auch HIER. Interessant vor allem (...)

Ooch, zu den Beiträgen, die ich persönlich dort richtig interessant finde, gehört z.B. dieser hier (von dornpunzel, heute um 11:38); es gibt dort allerdings noch einige weitere Beiträge mit genau der gleichen Stoßrichtung:

Bei Katastrophen wird Frauen und Kinderen der Vorzug gegeben

Das entbehrt nicht einer gewissen Logik. Zehn Frauen und ein Mann sind in der Lage, in einem Jahr zehn Kinder zu bekommen. Bei einer Frau kommt nur eines raus und wenn es hundert Männer sind. Außerdem könnten Frauen bereits schwanger sein und irgendwo ist in uns Menschen eben noch der Trieb, unsere Art auf jeden Fall erhalten zu wollen.

Faszinierend.

Verglichen mit Frauen bin ich als Mann somit nur ein Mensch zweiter Klasse, denn mein Leben ist nur 10% dessen wert, was das Leben einer Frau wert ist: Wenn nämlich irgendwo zehn Männer und zehn Frauen sind, dann ist gemäß des obigen Zitats das Leben jeder einzelnen Frau wichtig; aber neun von diesen zehn Männern sind überflüssig, und könnten umweltfreundlich entsorgt werden, sobald mal eine passende Katastrophe vorbeikommt.

Allerdings ist das oben zitierte Argument mal wieder nicht vollständig zu Ende gedacht, und ich will das gerne nachholen. Es gilt nämlich ebenfalls: Wenn man hundert Männer im Alter von ca. 70 Jahren hat, und hundert Frauen im Alter von ca. 30 Jahren, dann können diese zweihundert Menschen vergleichsweise problemlos die nächste Generation in die Welt setzen - dauert möglicherweise ein bisschen länger bis es mit der Befruchtung klappt, als wenn es alles Menschen im Alter von ca. 30 Jahren wären, außerdem wird vielleicht nicht mehr jeder einzelne dieser hundert Männer in hinreichendem Maße zeugungsfähig sein; aber ein prinzipielles Problem besteht in dieser Konstellation nicht. Mit dreißigjährigen Männern und siebzigjährigen Frauen hingegen - da funktioniert das überhaupt nicht, jedenfalls nicht ohne massive medizinische Trickserei.

Wenn sich also jemand, wie z.B. dieses dornpunzel, schon auf den Standpunkt stellt, dass Männer gegenüber Frauen sozusagen minderwertiges Menschenmaterial sind, weil Frauen für die Erhaltung der Art wichtiger sind als Männer - dann sollte dieser Jemand aber bittschön wenigstens so fair sein und ergänzen, dass Frauen jenseits der Menopause sogar völlig wertloses Menschenmaterial sind, denn diese sind, in genau demselben Sinne, sogar komplett überflüssig für die Erhaltung der Art - Schonfrist kann ggf. gewährt werden bis zum Abstillen des jüngsten Kindes, danach wäre aber Schicht im Schacht.

Ich persönlich teile diese Meinung übrigens nicht, weder in der zitierten Originalfassung noch in der von mir skizzierten Fortführung dieses Gedankens; aber wenn jemand schon so denkt, dann soll er's doch bitte wenigstens konsequent tun. Möge daher jede Frau für sich selbst sehr genau überlegen, ob sie sich der oben zitierten Denkweise des dornpunzels anschließen möchte, nämlich, dass der Wert eines Menschen sich vorwiegend messe an seiner Bedeutung für die Erhaltung der Art. Dies natürlich insbesondere mit Blick auf das eigene biologische Verfallsdatum ...

Aber mit ziemlicher Sicherheit habe ich jetzt mal wieder etwas geschrieben, was ganz fürchterlich frauenfeindlich ist, während die oben zitierte Original-Aussage wohl irgendwie als völlig okay zu gelten habe - nicht wahr?

Nix für ungut,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 22:00
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Sind es Ritter in Talaren?

So in der Art.

Ich denke dabei aber immer eher an Robin Hood.
Während der Ritter immerhin noch selbst dem Drachen die Rübe abschlägt damit das Burgfräulein ihm in seine starken Arme fällt, hat Robin Hood den großen Vorteil, sich als großer Kavalier aufzuspielen zu können, ohne selbst Kosten oder Mühen investieren zu müssen.

Das und dazu ein Frauenbild, dass immer noch vom armen Hascherl ausgeht und davon, dass Kinder eben nur Mütter und Mütter nur Kinder brauchen. So wie der Herr Soyka.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 22:09
(@Brainstormer)

Aber auch das wird Martin sicher nicht davon abhalten uns unbeirrt immer wieder den selben Vortrag über irgendwelche Verschwörungstheorien zu halten.

Das Witzige daran ist, dass er gerade dadurch immer wieder die Diskussionen auslöst, die er eigentlich damit verhindern wollte.  🙂

--
Brainstormer


AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 22:19
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Klar, auch Richterinnen. DA könnte ich mir ja noch fehlgeleitete Solidarität mit dem eigenen Geschlecht erkennen. Aber bei den männlichen Richtern kann ich mir nicht vorstellen, dass die nicht irgendwann mal überlegen, ob sie vor sich selbst gern eine Prozesspartei wären. Gerade wenn sie Ehemann und Vater sind. Oder sind die zufrieden mit dem Gedanken, sich von ihrem B2 Gehalt bzw. dem Unterhalt von ihren Verpflichtungen freizukaufen?

@Malachit: die Links bestanden nicht nur aus diesem einen Beitrag. Und nein, es ist nicht fürchterlich frauenfeindlich. Aber du scheinst mir mit den Jahren ein wenig verbiestert und festgefahren zu sein, gewürzt mit einer heftigen Prise spitzzüngigen Formulierungen (die saubere Frau Mutter.... und einige Andere) so dass ich mich frage, woher du Lebensfreude und Motivation für die Zukunft nimmst. Jede und jeder hier hat sein Päckchen der Trennung zu tragen. Auch ich. Aber ich maße mir nicht an, deshalb eigentlich alles um mich herum schei..e zu finden. Bei deinen Beiträgen habe ich jedenfalls das Gefühl auf ganz viel Hass und Wut zu stoßen, die in wohldurchdachte Worte gepfercht sind. Und ich empfinde das oft als eine Pauschalverurteilung, nicht nur gegenüber staatlichen Organen sondern auch oft gegen Frauen im Allgemeinen. Das Problem, das ich darin sehe ist, dass das bei Frauen, die grundsätzlich bereit sind Männer in ihrer Bemühung um Gleichberechtigung zu unterstützen (und mehr als Bemühungen sind es nicht, denn ein Kampf wie der der Frauenbewegung früher ist das nicht ansatzweise, gerade nicht in den Zeiten der heutigen medialen Möglichkeiten), entsteht mit zunehmender Radikalität, die sich gegen Frauen an sich wendet, eine Umkehrung dieser Unterstützung.

Möglicherweise schließe ich von mir auf Andere. Den vermeintlich Schwächeren zu helfen oder subjektive oder objektive Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, da bin ich dabei. Wenn sich das aber in mehr oder weniger latenten Frauenfeindlichkeit äußert, dann habe auch ich als Gegnerin von Emanzentum, Quoten- und Gendergedöns ein Problem.

Darin liegt für mich der Kern: die Emanzipation der Frauen darf nicht zu einer Umkehr von Diskriminierung führen. Sich dagegen zu wehren, darf aber seinerseits auch nicht in einer Umkehr der Situation enden. Solange es ein Wettbewerb ist, welches Geschlecht das benachteiligtere ist, wird es nie eine friedliche Koexistenz geben. Und die Gefahr sehe ich hier gewaltig.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 22:43
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Naja, du bist ja auch Frau und trotzdem keine Quotenfeministin.

Geschlecht schützt weder vor Wahnsinn noch vor Weisheit.

Vor ihrer eigenen Zukunft haben sie vermutlich insofern keine Angst, weil sie sich selbst für ganz feine Kerle halten, von denen sich ihre Frau bestimmt nicht trennen wird und die sich selbst auch nicht trennen würden. Und wenn, wäre er sehr großzügig und das weiß sie dann ganz sicher auch zu schätzen.
Deswegen wird es sicher keinen Streit geben und alles ist gut.

A*löcher sind schließlich immer nur die Anderen.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 23:02
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo LBM,

@Malachit: die Links bestanden nicht nur aus diesem einen Beitrag.

Ich weiß. Ich habe relativ weit gelesen, allerdings, zugegebenermaßen, nicht bis zum Ende.

Was dort aber immer wieder hochkam, das war der "ganz normale Alltags-Sexualrassismus gegen Männer", der den meisten Leuten anscheinend gar nicht so richtig auffällt; und ein besonders plakatives Beispiel dafür habe ich vorhin auseinandergenommen.

Seltsam ist, dass in so ziemlich allen öffentlichen Diskussionen solcherlei Attacken gegen Männer häufig ohne nennenswerten Widerspruch durchgehen, während alles, was gegen Frauen geht, ziemlich zügig auf durchaus heftigen Widerstand stößt. Und ja, es ist genau diese Asymmetrie, die mir gewaltig gegen den Strich geht.

Übrigens, erinnerst du dich an dieses hier:

Es gibt Momente, da beginne ich dem Fortpflanzungsmechanismus der Spinnen etwas abzugewinnen.

Ich finde, was du dort geschrieben hattest, das war um keinen Deut besser als das, was ich vor zwei Stunden hier in diesem Thread geschrieben habe.

Soweit es mich selbst betrifft, habe ich seit ungefähr drei Jahren weder die Absicht, das artspezifische Ritual der Frauenvergötterung einzuhalten, noch mich auffressen zu lassen.
Hat bis hierhin übrigens, alles in allem, erstaunlich gut geklappt.  :phantom:

Aber du scheinst mir mit den Jahren ein wenig verbiestert und festgefahren zu sein, gewürzt mit einer heftigen Prise spitzzüngigen Formulierungen (die saubere Frau Mutter.... und einige Andere) so dass ich mich frage, woher du Lebensfreude und Motivation für die Zukunft nimmst.

Mach' dir darüber mal genau gar keine Gedanken - ich fühle mich heute deutlich wohler in meiner Haut als noch vor fünf oder vor sieben Jahren 😉

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 30.04.2014 00:10




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