Buchempfehlung: Tus...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Buchempfehlung: Tussikratie

Seite 1 / 5
 
 Uli
(@Uli)

Rütteln an der Frauen-Männer-Front

Tatsächlich ist "Tussikratie" nur selten polemisch. Vielmehr gelingt Bäuerlein und Knüpling eine ruhig vorgetragene, wohltuend differenzierte Mahnung. Im ersten Kapitel, dem Herzen des Buches, erläutern die beiden genauer, was ihr Anliegen ist: Sie glauben, dass zahlreiche Debatten um die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen Gefahr laufen, nicht wirklich auf eine Gleichstellung, sondern auf eine Umkehrung abzielen. Allzu oft offenbare sich ein Verhalten, das zum Habitus einer Tussi gehöre - es dominiere das Angsthafte, Rachsüchtige, Reflexhafte.

Bäuerlein und Knüpling sind keine Anti-Feministinnen. Im Gegenteil: Sie halten die Gleichstellung von Frau und Mann selbstverständlich für erstrebenswert. Ihre Hoffnung ist es allerdings, dass die Geschlechter zusammen eine bessere Gesellschaft erschaffen. Weniger hierarchisch, mit höheren Löhnen und flexibleren Arbeitszeiten.
...

>>Quelle<<


Zitat
Geschrieben : 23.04.2014 14:35
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

Bäuerlein und Knüpling sind keine Anti-Feministinnen. Im Gegenteil: Sie halten die Gleichstellung von Frau und Mann selbstverständlich für erstrebenswert.

Ach, verdammt; ich bin mir im Moment nicht einmal sicher, wem genau ich wegen dieses Satzes an den Karren fahren möchte: Den Autorinnen des Buches, oder nicht doch nur den üblichen Verdächtigen beim Spiegel?

Wer die Gleichstellung von Frau und Mann als selbstverständlich ansieht, anstelle der Gleichberechtigung, den sehe ich persönlich genau so selbstverständlich als einen Tittensozialisten an. Man mag die Unterscheidung für sprachliche Korithenkackerei halten, aber ich denke, genau diese beiden Begriffe sind der Kern der ganzen Männer-Frauen-Diskussion: Was also wollen wir haben? Wollen wir gleiche Rechte, die jeder gemäß seiner eigenen Fähigkeiten und Neigungen nutzt (gleiche Pflichten gehören übrigens auch dazu, was allerdings gerne "vergessen" wird) - oder wollen wir gleiche Ergebnisse, egal wie und durch wen diese Ergebnisse entstanden sind? Legen wir gleiche Spielregeln für alle fest, und passen auf, dass keiner schummelt - oder legen wir gleich am Anfang fest, wer am Ende welche Quote vom erhofften Spielgewinn erhält?

Gleichberechtigung oder Gleichstellung, das ist die zentrale Frage - denn das eine schließt das andere zuverlässig aus!

Um wieder auf den Spiegel-Artikel zurückzukommen: So konsequent wie dort der Begriff "Gleichstellung" verwendet wird, glaube ich nicht an ein Versehen; und falls doch, dann hat sich derjenige, der dafür verantwortlich ist, durch Unkenntnis des oben skizzierten Unterschieds in meinen Augen bereits vollständig für dieses Thema disqualifiziert.

Nix für ungut,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2014 21:16
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ketzerische Frage: Wenn jemand etwas länger und somit routinierter, erfahrener macht, könnte er sich nicht darauf berufen es "besser" zu machen und daraus Ansprüche herleiten? Dann könnte man "der/die Qualifiziertere bekommt den Job" ja auch auf das Familienleben ausweiten. Dann würde obiges Schema für einige Menschen ein ziemliches Eigentor werden.

Vielleicht meinte der Autor deshalb bewusst GLEICHSTELLUNG, weil dann auch der minder Erfahrene eine Chance bekommt,  sich zu beweisen und dann zum Gleichberechtigten zu wachsen.

Für klassisches Rollenmodelllebende wäre dein Gedanke jedenfalls kontraproduktiv. Survival of the fittest: Jeder dort, wo er schon immer seinen Spielplatz hatte: er im Job und sie Kinder/Küche/Kirche.

Auch nix für Ungut  😉


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2014 22:10
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ketzerische Frage: Wenn jemand etwas länger und somit routinierter, erfahrener macht, könnte er sich nicht darauf berufen es "besser" zu machen und daraus Ansprüche herleiten?

Warum ist das ketzerisch?

Es ist doch völlig egal, warum jemand bessere Ergebnisse erzielt.
Er sollte einfach etwas davon haben, dass er "mehr produziert" als andere.
Jemand der 200 Gartenzwerge töpfert sollte einfach doppelt soviel dafür bekommen, wie jemand, der nur 100 töpfert.

Jeder hat ja das Recht, auch so viel zu leisten, wie der andere.

Und der "bessere" mehr leistet, weil er fleißiger ist oder weil er geschickter ist oder weil schlauer ist oder weil er in eine Gartenzwergtöpfermaschine investiert hat oder weil er erfahrener ist oder weil er in seine Bildung investiert hat, sollte ganz allein seine Sache sein, solange jeder das Recht hat, auch produktiver zu werden.

Nur so ist es gerecht und das ist auch unter Gleichberechtigung zu verstehen.

In allen Ländern in denen man den eigenen Ertrag von der eigenen Leistung entkoppelt hat (Gleichstellung), musste man die Leute mit der Peitsche zur Arbeit zwingen oder es arbeitet niemand mehr.
Die beiden einzigen Länder die dieses Experiment bisher überlebt haben sind Nordkorea und Kuba.
In ersterem regiert die Peitsche und in letzterem arbeitet (fast) niemand.
Wenn jemand dort doch arbeitet, dann nur, weil er damit eben doch etwas dazu verdienen kann.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2014 22:33
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Vielleicht hast du mich da missverstanden.

Ich würde nicht so krümelkackend auf den Begriffen reiten wie @Malachit es tut.

Beispiel 1: Chef sagt: Ich stelle den Mann ein. Er hat mehr Erfahrungen, super Referenzen, der sagt mir mehr zu als die Frau. Die hat zwar eine gute Ausbildung, ist aber dann zu Hause geblieben wegen des Kindes und könnte zudem daher nicht so flexibel und belastbar sein. Ich stelle den Mann ein. Survival of the fittest.

Beispiel 2: Richter = Chef sagt: Ich belasse die Kinder bei der Frau. Sie hat jetzt 10 Jahre die Kinder betreut, sie sind gut geraten, gut in der Schule und nebenbei hat sie noch einen 400 Eurojob. Sie macht diesen Job verantwortungsvoll und gut. Das sagt mir mehr zu als der Mann. Der hat zwar seinen Umgang regelmäßig wahr genommen,  aber wer sagt mir, dass die Kinder bei seinem beruflichen Engagement nicht unter die Räder kommen und sie in Schule und Verhalten nachlassen. Ich belasse diesen Job der Frau. Survival of the fittest.

Weißt du was ich meine? Ist das was Männer erreichen wollen - besonders bei Trennung nach vorheriger klassischen Rollenmodell - Ehe - nicht auch ein Verlangen nach Gleichstellung?

Wie würdet ihr reagieren, im Job von einer Frau ausgestochen zu werden, die vielleicht nur die zweitbeste im Ranking wäre, die aber eben nach so einer Ehe sich neu aufstellen muss?  Sie MUSS den Job,  für den sie gemeinschaftlich in der Ehe entschieden zuständig war GLEICHBERECHTIGT (?) teilen, hat aber auf dem Arbeitsmarkt nicht die korrespondierenden Möglichkeiten,  weil man sie dafür GLEICHSTELLEN müsste?

Ist nicht das Problem, dass im klassischen Modell Männer sofortige Gleichberechtigung einfordern aber bei der Frau bemängeln, dass sie gleichgestellt wird?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2014 23:06
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ja, nun habe ich es begriffen und du hast recht.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.04.2014 23:10
(@dantes_79)
Nicht wegzudenken Registriert

Hmm,

faszinierende Argumentation, die allerdings darauf hinausläuft, dass grundsätzlich Männer die Frauen subventionieren müssen, entweder als Mutter durch Unterhalt, oder beruflich durch Gleichstellung, beides dieselbe Seite einer Medallie. Dies setzt jedoch vorraus, dass es selbstverständlich ist, dass alle durch einen Kinderwunsch entstehenden Nachteile grundsätzlich finanziell vollständig durch Männer subventioniert und ausgeglichen werden sollen, bei sehr begrenzter Wahlfreiheit in den verschiedensten Punkten durch den Mann. Mama bekommt das Kind, welches sie sich sehnlichst gewünscht hat, hat jetzt einen schlechteren Job, aber das Kind und der schlechtere Job sollen durch den Mann aufgefangen werden. Der Mann zahlt 200.000€ Unterhalt, lebt nun die nächsten 25 Jahre auf H4 Niveau. Interessiert sich irgendjemand für seinen Nachteil?

lg


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 00:45
(@dantes_79)
Nicht wegzudenken Registriert

Und ergänzend kommt hinzu, dass sich die meisten Väter ihre Vaterschaft durchaus so vorgestellt haben, dass sie die Kinder abends sehen, miterziehen, ihre Werte vermitteln und nicht zum Wochenend-Spassonkel werden, der die Geschenke zu bringen und ansonsten nix zu melden hat.


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 01:16
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Liebe Lausebackesmama,

so wie ich es sehe, erhalten Frauen derzeit sowohl im Beruf als auch im Familienrecht seitens des Staates eine Vorzugsbehandlung, und zwar mit Begründungen, die strukturell exakt entgegengesetzt aufgebaut sind. Im Beruf: "Wir hatten in der XYZ-Branche schon immer mehr Männer als Frauen, da muss jetzt endlich eine Frauenquote her, und wenn nicht freiwillig, dann per Gesetz; mindestens aber brauchen wir die dreiunddrölfzigste Neuauflage eines Frauenförderprogramms". Im Familienrecht: "Frauen haben sich schon immer mehr um die Kinder gekümmert, deswegen gehören Kinder nun mal grundsätzlich zur Mutter".

Ein Exkurs, was die Sache mit dem Beruf betrifft, denn hier zeigt sich glasklar der Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung: Guck doch mal, wie häufig es gerade im öffentlichen Dienst die Ansage gibt "bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt". (Wenn man lange genug sucht, findet man allerdings in einigen seltenen Ausnahmefällen auch mal ein analoges "... werden Männer bevorzugt eingestellt", was aus meiner Sicht genau so falsch ist.)

Zunächst einmal ist klar: Dies hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun (d.h. mit gleichen Rechten für jeden einzelnen, individuellen Menschen); denn gleiche individuelle Rechte bedeuten ja nun gerade, dass sachfremde Gründe wie z.B. Gruppenzugehörigkeit zu einer Rasse, zu einer Religion, zu einer Weltanschauung, oder eben auch zu einem Geschlecht - für die Entscheidung völlig irrelevant zu sein haben! Wenn man sachfremde Gründe zulässt, dann könnte es ganz analog z.B. in der Fußball-Bundesliga eine neue Regel geben, die da lautet: "Bei Unentschieden bekommt jene Mannschaft drei Punkte, deren Heim-Stadion weniger Zuschauer fasst; die andere Mannschaft geht leer aus". Diese Regel könnte man ja fein damit begründen, dass es endlich ein Ende haben müsse mit der stadialen Unterdrückung, oder so ähnlich. Ich weiß allerdings nicht, ob dir persönlich diese Regel wirklich gefallen würde ...

Um aber auf den öffentlichen Dienst zurückzukommen: Meines Wissens sind dort inzwischen bereits mehr Frauen als Männer beschäftigt; nimmt man Bund, Länder und Gemeinden zusammen, dürfte der Frauenanteil inzwischen bei ca. 55% liegen. Somit hat das oben genannte Entscheidungskriterium eigentlich nicht einmal mehr etwas mit Gleichstellung zu tun (denn sobald der Frauenanteil über 50% liegt, müssten wegen der Gleichstellung doch wohl Männer bevorzugt eingestellt werden). Es handelt sich hierbei also um reinste Frauenprivilegierung, und diese Tatsache kann man vor Leuten wie mir inzwischen nicht mehr verstecken, auch nicht mit noch so beschönigenden Worten.

Wenn du also schon "survival of the fittest" in den Ring wirfst: Inzwischen fördert unser Staat längst "survival of the whiniest".

Vielleicht meinte der Autor deshalb bewusst GLEICHSTELLUNG, weil dann auch der minder Erfahrene eine Chance bekommt,  sich zu beweisen und dann zum Gleichberechtigten zu wachsen.

Gleichstellung bedeutet eben nicht, oder besser gesagt, nicht nur, dass der minder Erfahrene eine Chance bekommt - Gleichstellung bedeutet, dass ihm dabei der Erfolg schon so gut wie sicher ist, weil ja schließlich auf Deibel-komm-raus eine Quote zu erfüllen ist.

Gleichberechtigung hingegen bedeutet, dass der minder Erfahrere seine Chance bekommt, aber eben nicht mehr als das; und er bekommt diese Chance auch nicht hinterhergeschmissen, sondern er muss sich schon selbst dafür anstrengen. Für den von ihm angestrebten Traumjob kann das zum Beispiel bedeuten, dass er sich zuerst mal weiterbildet, oder dass er sich zunächst in, sagen wir mal, minder interessanten Jobs bewährt, die aber zielgerichtet zu seinem ganz persönlichen Traumjob hinführen.

Eine Denkweise allerdings, die im Extremfall lautet: "Wir haben hier in der Klinik mehr Chirurgen als Chirurginnen. Lasst doch mal grundsätzlich die minder Erfahrenen ans Skalpell, vielleicht bewähren sie sich" - nö, diese Denkweise ist für mich nicht akzeptabel. Insbesondere dann nicht, wenn es dabei z.B. um meinen Blinddarm geht.

Wenn du nun glaubst, das Beispiel mit den Chirurgen sei völlig an den Haaren herbeigezogen - nun, unsere Nachbarn haben bereits den ersten Schritt gemacht. Informiere dich bitte über den Aufnahmetest für ein Medizinstudium an der Uni Wien. Was dort passiert, ist nämlich ein Musterbeispiel dafür, warum die von dieser Universität angestrebte Gleichstellung das exakte Gegenteil von Gleichberechtigung ist - und außerdem ein klarer Hinweis darauf, dass man in Österreich zukünftig ggf. wohl lieber einen männlichen als einen weiblichen Arzt aufsuchen sollte ...

All dieses kann ich dir und allen anderen Frauen allerdings auch mit etwas kürzeren Worten sagen, und genau das habe ich bereits vor fast drei Jahren getan. Es gilt also nach wie vor meine ganz persönliche Botschaft an die Frauen dieser Welt:

Stark oder schwach, sucht's euch aus - wobei ich persönlich es glasklar bevorzugen würde, wenn ihr euch für die Variante "stark" entscheiden würdet.

Beides zugleich kriegt ihr nicht.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 01:40
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

🙂 @ Dantes:

Nein, damit wollte ich nur darauf hinweisen, dass es quasi unmöglich ist, nach dem Ende einer Ehe im typischen Rollenmodell Gleichberechtigung zu fordern, die auf beiden Seiten aber nur zu Gleichstellung führen kann.

Gleichberechtigung "muss", wenn man sie bei einer Scheidung zementieren will, schon WÄHREND der Ehe gelebt werden. Dann klappt das nämlich auch nach der Trennung, sofern nicht ein Partner durchdreht. Und damit meine ich nicht, dass jeder exakt 2.337,49 netto verdienen muss und pro Woche 84 Stunden am Kind klebt.

Das war nur mal eine kleine Anmerkung an die, die glauben, dass es "gleichberechtigt" ist, wenn qua Auszug aus der Ehewohnung nach Rollenmodell 50-50 Kind und Arbeitsteilung durchgesetzt werden soll UND ein Gericht das genauso sehen muss.

Und ja, ich darf das sagen, weil ich 100-100 leiste und das schon seit vor der Trennung.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 08:56




Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@ Malachit:

Mich musst du gar nicht überzeugen. Ich finde Quoten genauso bescheuert wie du und nehme für mich in Anspruch, sowohl meine Einstellung und auch Beförderung erhalten zu haben, weil ich gut meinen Job mache. Die Teilnahme an der Wahl der Frauenvertretung habe ich verweigert, mir reicht ein Personalrat.

Und zum Thema Quote im öD: Die Frauenquote ist in den niedrigen und mittleren Dienstgraden höher. Im höheren Dienst ist sie geringer. In den mittleren Gehaltsstufen liegen die Verdienstmöglichkeiten in der freien Wirtschaft höher. Es bewerben sich bereits zur Ausbildung mehr Frauen als Männer.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 09:04
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Gleichberechtigung "muss", wenn man sie bei einer Scheidung zementieren will, schon WÄHREND der Ehe gelebt werden.

Warum?

Und woher nimmst du die Behauptung, dass ein "klassisches" Rollenmodel" nicht auf Gleichberechtigung basieren würde?

Warum wird ein 50/50 Model während der Ehe in der Rechte und Pflichten zu gleichen Teilen aufgeteilt sind stets in ein -50/150 Model umgewandelt indem die Mutter Kind und Geld bekommt und der Vater nur noch bezahlen darf?

Und warum wird auch ein während der Ehe bestehendes 25/75 Rollenmodel stets in ein -50/150 Model umgewandelt?

Warum belässt man das bestehende eheliche Rollenmodel, wenn es denn angeblich so wichtig ist, nicht einfach so wies ist es und legt neu entstehende Lasten einfach demjenigen auf, der sie verursacht?

Es gibt einfach keinen Grund, dass die Justiz sich stets als Zerstörer der Familie einmischt.
Der Staat hat laut Grundgesetz die Aufgabe, die Familie zu schützen und nicht diese zu zerstören.

Das "Destruktionsprinzip" gehört, wie seine Anhänger auf den Müllhaufen der Geschichte.

Es ist absolut nichts gutes dran.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 09:22
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

die Familie wird bei einer Scheidung immer zerstört.
Der Sinn einer Scheidung ist, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen soll.

Bei einer Scheidung werden die Kinder immer auf einen Elternteil mehr als auf den anderen verzichten müssen und die Wege werden länger, das Geld knapper. Daher auch das Bestreben den anderen zu entsorgen und mit Next eine heile Familie zu bilden.

Der Staat könnte zwar mehr tun um z.B. Umgangsboykott einzuschränken, es könnte andere Unterhaltsregelungen geben. Trotzdem lösen sie den Grundkonflikt nicht. Der Staat wird nicht die Familie erhalten können gegen die sich die Eltern entschieden haben.

Wenn sich etwas ändern soll, dann muss es viel mehr Verständnis für berufstätige Mütter und kinderbetreuende Väter geben, dass sehe ich aber insbesondere in Deutschland nicht. Väter werden nicht als Bezugsperson ihrer Kinder gesehen und Mütter sind arbeitsuntauglich, der Rest ergibt sich aus diesen Prämissen. Das junge Eltern etwas anderes wollen ist in der Politik in Sonntagsreden angekommen, im Alltag hat er bitte bis 21:00 Uhr zu arbeiten und sie ihn und die Kinder zu betreuen und das gerade in qualifizierten, anspruchsvollen Berufen. In der Hinsicht ist es mir egal ob es nun Gleichberechtigung oder Gleichstellung heißt, in der Realität ist es nicht angekommen.

VG Susi


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 10:18
(@papavonfuenfen)
Rege dabei Registriert

Hallo Susi,

du sprichst mir aus dem Herzen: :thumbup:

Wenn sich etwas ändern soll, dann muss es viel mehr Verständnis für berufstätige Mütter und kinderbetreuende Väter geben, dass sehe ich aber insbesondere in Deutschland nicht. Väter werden nicht als Bezugsperson ihrer Kinder gesehen und Mütter sind arbeitsuntauglich, der Rest ergibt sich aus diesen Prämissen. Das junge Eltern etwas anderes wollen ist in der Politik in Sonntagsreden angekommen, im Alltag hat er bitte bis 21:00 Uhr zu arbeiten und sie ihn und die Kinder zu betreuen und das gerade in qualifizierten, anspruchsvollen Berufen. In der Hinsicht ist es mir egal ob es nun Gleichberechtigung oder Gleichstellung heißt, in der Realität ist es nicht angekommen.

Das gefährlich am Begriff Gleichstellung ist halt, dass sich viele, wie Malachit es schon geschrieben hat, darauf berufen und Bevorzugung statt Chancengleichheit erwarten. Dabei die Bevorzugung natürlich nur für sich selber.

Unsere Gesellschaft (blöder Begriff; wer ist das?) ist einfach noch nicht reif für echte Gleichberechtigung.

Als ich mit meinem Kind beim Kinderarzt für die Us war, wurde ich schon im Wartezimmer schief angeschaut (wohl arbeitslos, oder arbeistscheu  :exclam:) und die Sprechstundenhilfe wurde ganz rot ("Frau .... bitte! Oh Entschuldigung, war nicht so gemeint" :rofl2:). Ist zwar jetzte schon 18 Jahre her, aber so viel hat sich nicht geändert.
Meine Nachbarin findet zwar toll, wie ich das mit den Kids und der Arbeit auf die Reihe bekomme ist aber absolut der Meinung, dass Männer einfach nicht so gut mit keinen Kindern umgehen könnten wie Frauen  :gunman:
Solange Väter, die zu Hause bleiben (auch alleinerziehende Väter: Weichei) und alleinverdienende Mütter (Rabenmutter) noch wie Exoten behandelt werden, sind wir von echter Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt.
Da hilft es aber nicht nach der Politik zu schreien. Solange die Mehrheit der Deutschen zufrieden mit der klassischen Rollenverteilung ist und danach lebt, werden die radikalen Gleichsteller sich durchsetzen. Politik richtet sich nämlich nicht nach dem, was für die Mitbürger am besten ist, sondern nach denen, die am lautesten schreien. Man darf nciht vergessen, dass die Leute hier im Forum ziemlich sicher kein repräsentativer Ausschnitt unserer Gesellschaft sind.

Eigentlich bin ich ja optimistisch und hoffe, dass wenigstens meine Enkel der gleichberechtigten Gesellschaft nahe kommen, aber wenn ich sehe was das ganze in den USA so Blüten treibt, wird mir ganz schlecht:
In kürzester Zeit mussten zwei Manager ihren Posten räumen weil der Verdacht auf Verstöße gegen den Genderwahnsinn aufkam ( https://medium.com/p/d96f431f4e8e ; http://www.foxbusiness.com/technology/2014/04/07/truth-behind-mozilla-ceo-brendan-eichs-demise/ ). Gleichzeitig kannst du aber als Frau oder Transe (kaum als Mann) in New York verhaftet werden, wenn du ein Kondom dabei hast und am falschen Platz dich mit einem Mann unterhältst: http://www.vice.com/en_uk/read/new-york-cops-will-arrest-you-for-carrying-condoms   :gunman: :knockout:
Das Land of the Free wird uns aber auch hier Vorbild sein. 😡

Grüße aus dem Schwarzwald

PvF


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 11:41
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@Susi, PvF, ihr habt völlig recht.
Ich erwarte auch gar nicht vom Staat, dass er die Paarprobleme der Eltern löst oder die Gesellschaft umerzieht.

Ich erwarte aber zumindest, dass er aufhört, die Zerstörung zu fördern.

Ich erwarte nicht, dass der Staat Gutes tut aber ich erwarte, dass er das Schlechte unterlässt.

Das ist sicher nicht zuviel verlangt.

Im Moment tut der Staat nicht nur nicht das Richtige, sondern er tut auf verheerende Weise das Falsche.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 13:08
(@dantes_79)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo,

Beppo bringt es auf den Punkt:
Das jetzige Trennungsmodell geht in die Richtung, tausch den Mann, behalte sein Einkommen, sein Haus und seine Kinder. Es wird die Familie zerstört, aber eben, indem man Frau und Kinder zur Familie verklärt und den Mann als Austauschware absprengt, aber bitte ohne Einbußen und ohne das Leben verändern zu müssen (z.B. in Richtung Eigenverantwortung). Und nein, dies erwächst nicht als zwangsweise Folge aus dem vorherigen Rollenmodell.


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 13:38
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Blödsinns-Diskussionen wie DIESE zeigen jedenfalls, dass es uns irrsinnig gut gehen muss, wenn wir uns mit solchen Luxusproblemen herumschlagen können.

Das einzige, was mir Angst macht: Bei solchen Hirni's studieren meine Kinder...
(andererseits: die können schon selbst denken)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 14:28
(@howi64)
Nicht wegzudenken Registriert

Ich erwarte nicht, dass der Staat Gutes tut aber ich erwarte, dass er das Schlechte unterlässt.

Das ist sicher nicht zuviel verlangt.

  :applaus1: Sehe ich auch so!

Wer als HartzIV-Familie mit Kindern in zwei Haushalten wohnt hat mehr Geld als in einer Wohnung.
Wer dann VKH für das Scheidungsverfahren braucht kriegt das als Hartzer mühelos.
Als Normalverdiener scheitert es wegen ein paar Cent daran das man in besseren Zeiten vorgesorgt hat.
Ein Normalverdiener dem bei der Scheidung nicht nur das letzte Hemd ausgezogen wurde sondern auch Unterhose und Socken muss an eine Zweitfamilie gar nicht denken. Ein Harzter kann das Spielchen so oft machen wie er oder sie Lust hat.

Das nenne ich Fehlanreiz in zwei Richtungen: Gegen regelmäßige Arbeit und für Trennung/Scheidung.

Gruss Horst


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 18:00
 Uli
(@Uli)

Blödsinns-Diskussionen wie DIESE zeigen jedenfalls, dass es uns irrsinnig gut gehen muss, wenn wir uns mit solchen Luxusproblemen herumschlagen können.

Ich weiß nicht, ob es solchen Leuten noch gut geht!  :knockout:

Hornscheidt: Auch in der Biologie können Sie keinen eindeutigen Schnitt machen. Bei welcher körperlichen Ausprägung fängt eine Frau an? Wo ein Mann? Das sind immer soziale Konstrukte. Aber um es ganz klar zu sagen: Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich Personen als Frauen oder Männer begreifen.

SPIEGEL ONLINE: Ich habe es noch nicht ganz verstanden: Wann benutze ich die X-Form?

Hornscheidt: Wenn sich Personen zum Beispiel nicht als männlich oder weiblich verstehen und durch die tradierte Sprache nicht angesprochen fühlen. In meine Sprechstunde kommen zum Beispiel Studierx, die nicht mehr in Lehrveranstaltungen gehen, weil sie immer als Herr oder Frau Sowieso angesprochen werden und sich diskriminiert fühlen.


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 18:27
(@papavonfuenfen)
Rege dabei Registriert

Hallo Uli,

kann es sein, dass du noch nicht auf dem aktuellen Stand bist?
Hier eine kleine Anleitung, wie man richtig spricht/schreibt: http://feministisch-sprachhandeln.org/leitfaden/kapitel4/ :crash:
Das Schöne ist ja, dass wir den ganzen Schmarrn ja noch mit unseren Steuergeldern finanzieren. http://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2014/02/neuerscheinung-ag-feministisch-sprachhandeln-was-tun-sprachhandeln-aber-wie/ :phantom:

Ohne Worte

PvF


AntwortZitat
Geschrieben : 24.04.2014 18:40




Seite 1 / 5