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Bischhöfliche Kritik an Frau von der Leyen

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(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo babbedeckel,

ich sage ja nicht, daß ich gegen ein gutes Betreuungsnetz bin.

Ich selbst kenne die Situation ja, arbeiten zu müssen und dann unter den gegebenen, knapp bemessenen Möglichkeiten eine Lösung zu finden.

Mein Schreiben von oben ist eher ein persönlicher Grundgedanke von mir.

Ich hatte zum Glück meine Mutter, die nach dem Kiga noch 1-3 Stunden Sohni betreut hat. Kiga war in Ordnung, bei Oma war es sowieso schön.

Trotzdem hätte ich auch gerne den ersten selbstständigen Versuch mit dem Löffel zu essen oder auch das erste Türmchen mit den Bauklötzen erlebt.

Ich glaube diese Gedanken passen gerade nicht in diese Diskussion.

Trotzdem sind es diese Gedanken, die ich habe wenn es um das Thema Betreuung geht. Ich zumindest hatte während der Familienplanung und auch während der Schwangerschaft andere Gedanken als die ,wann ich schnellstmöglich wieder arbeiten kann. Betonung liegt auf kann.....

LG
Tina, der aufgefallen ist, daß du den franz. Wein vergessen hast  🙂


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.02.2007 01:50
(@roman3)
Rege dabei Registriert

Hey wolf,

ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen. Das, was du erlebt hast, war sicher schrecklich, aber ich gehe mal davon aus, dass sich "die Zeiten" geändert haben. Ich habe jetzt nicht nach deinem Jahrgang geforscht.

Ich habe selbst Praktikum in einer Kinderkrippe gemacht, 1979. Es war der pure Horror. Die Kinder wurden morgens abgegeben, oftmals ungewaschen und von der Nacht her noch nicht gewickelt. Die Krippe war mit Akkordarbeit vergleichbar. Kinder kommen, werden gewickelt, gewaschen, abgefüttert. Diejenigen, die schon sauber waren, wurden in die Spielecke verfrachtet.

Am Vormittag war ein wenig Unterhaltungsprogramm, dann Mittagessen. Sie mussten essen, was auf den Tisch kam und das war zum k.... einfallslos. Wollte ein Kind nicht essen (habe ich selbst erlebt), wurde es auf der Toilette eingesperrt, mit der Maßgabe, erst raus zu kommen, wenn es aufgegessen hat. In dem Fall bin ich (unberechtigt, was zur Folge hatte, dass mein Praktikum nicht anerkannt werden sollte, da ich nicht über genügend Reife zur Kindererziehung verfüge) zu dem Kind, und habe gemeinsam das wirklich widerliche Essen im Clo runtergespült.

Nach dem Essen gab es das gemeinsame Töpfchensitzen. Nach Stoppuhr, genau 15 Minuten, und wehe es war nichts drin. Danach war Mittagsschlaf angesagt, der Nachmittag verlief ähnlich lieblos wie der Vormittag.

Ich glaube, hoffe, bitte, dass es solche Zustände heute nicht mehr gibt. Ich bin der Meinung, auch wenn ich nur Kindergartenerfahrungen bei meinen eigenen Kindern habe, dass Betreuungen heute anders ablaufen. Und grundsätzlich kann ich nichts schlimm daran finden, wenn Kinder tagsüber gut betreut sind und abends zufriedene Eltern vorfinden, die keine finanziellen Sorgen haben und ihre Freizeit komplett den Kindern widmen können.

Lieber eine zufriedene berufstätige Mutter (Vater), die qualitative Zeit mit ihren Kindern verbringt, als eine unzufriedene, der 24 Stunden am Tag die Decke auf den Kopf fällt und nur genervt auf ihre Kinder reagiert.

Gruß AJA

Das erinnert mich an.....Bayern, so wie ich es mal vor vielen Jahren kennen gelernt habe.

Gehen wir mal davon aus, das es heute andere Mechanismen gibt um Elternschaft zu bewiesen, Väter inclusive, nur müßtem die als Elternteil auch mal anerkannt werden..

sind ja auch nur Elternteile, oder Erzeuger wie in der Natur?
nein, das stimmt was nicht..


AntwortZitat
Geschrieben : 24.02.2007 01:54
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

Ich weiß mein Kind lieber unter Kindern und Spezialisten sozialisiert,

wenn dem so wäre, die spezialisten spezialisten wären (und die erforderliche zeit hätten),
wäre es ja o.k.

ich will die qualifikation von kita-/kigarinnen nicht pauschal abwerten,
aber schaut euch doch mal um
wie viele diskussionen gibt es allein über die qualifakation verschiedenster lehrer,
und diese haben "sogar" studiert

als mitte der 90er der anspruch auf einen kitaplatz ab 3 rechtskräftig wurde,
schossen kitas und kigas wie pilze aus dem boden

ich war an dem bau von dreien in kirchlicher trägerschaft maßgeblich beteiligt
und durfte in nächtelangen "bauausschuss"-sitzungen -als erwachsener-
die frauen (es waren durchweg frauen) kennenlernen, die später die betreuung
unseres nachwuchses übernehmen sollten ...  :knockout:

aja´s bericht -wenngleich fast 30 jahre alt- zeigt eindrucksvoll,
wie die praxis hinter den kita-türen, die wir nur vom abgeben und abholen kennen, aussieht/aussah

aber ich gehe mal davon aus, dass sich "die Zeiten" geändert haben.

[...]

Ich glaube, hoffe und bitte, dass es solche Zustände heute nicht mehr gibt.

ob glauben, hoffen und bitten ausreicht,
die defizite im qualitativen, personellen und finanziellen bereich der
(kleinst-)kinderbetreuung zu verbessern ... ?

die Psychologienummer zieht nicht

ob sie nun "zieht" oder nicht, weisnich:

an der tatsache, dass das soziale umfeld der ersten 6 lebensjahre
maßgeblich für die weitere entwicklung eines menschen verantwortlich ist,
kommst auch du nicht vorbei

und wird ein kind schon mit 8 monaten ganztags in eine betreuungseinrichtung "gesteckt",
so hängt dessen entwicklung eben von der qualität dieser einrichtung ab,
mami und papi haben da nur noch nachrangig einfluss ...
(was ja in manchen fällen vielleicht auch nicht das schlechteste ist  :wink:)

lg

wolf


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 24.02.2007 11:25
(@kruemel1)

Hi Zusammen,

@DieMysthiks,

ich habe schon vor der Entstehung des Kleinen genau überlegt wann ich dann wieder ins Berufsleben einsteige, dies hatte überwiegend finanzielle Gründe.
In der Kita vom Kurzen wird das Modell der Familiengruppe praktiziert, dies bedeutet das sowohl die Säuglinge als auch die Kita-Kinder bis hin zu den Hortkindern einen gemeinsamen Tagesablauf haben.
Die Kita war ursprünglich mal auf die Bedürfnisse des dortigen Krankenhauses abgestimmt, was zur Folge hatte das es gaaanz früher wohl mal Öffnungszeiten bis 20.00 Uhr gab und auch Betreuungszeiten an den Wochenenden.

Mittlerweile ist nur noch die Öffnungszeit von 6.30Uhr bis 17.00 Uhr geblieben.
Ich bringe meinen gegen 8.00 Uhr hin und hole ihn um 14.30 Uhr ab, was bedeutet das ich den gesamten Nachmittag mit ihm zur Verfügung habe, das war schon zu Säuglingszeiten so.

Grosse Themen wie z.b das Sauberwerden lag ganz alleine in meiner Hand und im Zeitplan von Junior, so wurde meiner kurz vor seinem 3. Geburtstag trocken, während andere in seinem Alter schon längst windelfrei waren, sprach ich die Erzieherinnen diesbezüglich an so hörte ich immer machen sie sich darüber mal keine Gedanken er hat noch jede Menge Zeit.

Auch habe ich festgestellt das im Kiga für manche Dinge einfach mehr Nerven zur Verfügung standen als bei mir  😉 ganz gewiss hätte ich meinen nicht im Essen matschen lassen damit er die Koordination von Hand zu Mund selbst erfährt.
Aber da ich den Kiga nicht putzen muss hatte ich damit kein Problem.

Was ich meinem aber auf gar keinen Fall hätte bieten können war der Kontakt mit sovielen Alterstufen und die Möglichkeit sich jeweils dort zu behaupten. Es ist interessant zu beobachten wie er aus dem Babyalter (Welpenschutz) rauskam und sich seinen Platz bei den Grösseren erobert hat.

Die Hauptsache für mich war immer das der Kleine sich dort wohl fühlt und ich persönlich ihn dort mit gutem Gewissen abgeben konnte und kann.

Der Vorschlag zielt ja auch daraufhin die Möglichkeiten zu geben für Eltern die das möchten und sagt nicht jedes Kind muss in eine Krippe.

Schönes Wochenende

Gruss Kruemel1


AntwortZitat
Geschrieben : 24.02.2007 15:31
 AJA
(@aja)
Registriert

@Tina

Es kann doch nicht Sinn einer Familie sein, Fremdbetreuung von vornherein schon fast als selbstverständlich anzusehen und ich mein Elternsein auf die 1 -2 Abendstunden verlege.

Vielleicht ist diese Zeitangabe auch ein wenig übertrieben, siehe auch Beispiel Krümel.

Ich kenne keine statistischen Zahlen, aber zumindest die Einkindfamilien, bei denen einerseits von vorneherein klar war, dass beide Eltern weiter arbeiten, andererseits, dass es bei diesem einen Kind bleiben wird. Aus ganz profanen finanziellen Überlegungen heraus.

Auf der anderen Seite kenne ich inzwischen genug Mütter (Väter nicht, wobei klar ist, dass es die auch gibt  :wink:), die meist durch Trennung, aber auch durch plötzliche Arbeitslosigkeit oder Krankheit des "Ernährers", darauf angewiesen sind, zu arbeiten und dies oft durch mangelnde Betreuungsmöglichkeiten nicht möglich ist.

Mein Lieblingsbeispiel, was Betreuungsqualität durch berufstätige Mütter angeht, ist eine Freundin von mir. Sie verlässt zusammen mit ihrem Sohn gegen 7.30 Uhr das Haus und ist spätestens um 17.00 Uhr wieder zu Hause. Hausarbeit in dem Sinn fällt keine an, denn wenn keiner daheim ist, wirds auch nicht dreckig. Sie essen zusammen zu abend und haben dann noch viele Stunden Zeit zum spielen, kuscheln, fernsehen, wonach sie gerade Lust haben. Diese Zeit nahm sie sich immer konsequent, ihr "Feierabend" begann, wenn Sohni im Bett war.
Während ich z. B., die gestresste Hausfrau und Mutter, ständig den Putzlappen in der Hand und auf der Suche nach Essbaren für die unersättlichen Kinder, im Hintergrund die demente Schwiegermutter, abends so genervt war, dass ich nur froh war, wenn endlich alle schliefen.

Sind vielleicht Extrembeispiele und ich hätte mir auch gewünscht, rund um die Uhr für meine Kinder da sein zu dürfen, bis zumindest das Jüngste so in der 5. Klasse ist. Aber ich habe festgestellt, dass es überhaupt nicht schadet, wenn meine Kinder nicht rund um die Uhr "betüttelt" werden. Sie sind enorm selbstständig und manchmal geniessen sie sogar die sturmfreie Bude  :phantom:. Viel wichtiger ist die Zeit, die wir dann bewusst und ohne Putzlappen und sonstige störende Einflüsse miteinander verbringen.

Gruß AJA

P.S.:

Was ich meinem aber auf gar keinen Fall hätte bieten können war der Kontakt mit sovielen Alterstufen und die Möglichkeit sich jeweils dort zu behaupten. Es ist interessant zu beobachten wie er aus dem Babyalter (Welpenschutz) rauskam und sich seinen Platz bei den Grösseren erobert hat.

Das finde ich einen ganz wichtigen Aspekt, vor allem bei Einzelkindern!


AntwortZitat
Geschrieben : 24.02.2007 18:46
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