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Wie kann ich meinem Kind helfen, die Trennung zu verarbeiten?

 
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hallo Foris,

ich komm seit ein paar Tagen nicht aus dem Grübeln raus, ob einem meiner Söhne die Trennung nicht doch viel stärker zu Herzen geht, als ich es bisher gedacht habe und ob es nicht eventuell besser wäre, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich umreiss mal kurz die Geschichte:

Trennung war vor 14 Monaten, ich bin im Oktober 2007 ausgezogen, die Kinder (zwei Jungen, 6 Jahre) werden im Wechselmodell durch meine Ex und mich versorgt, was auch gut funktioniert. L. hat in der ganzen Zeit kaum über die Trennung der Familie geklagt, dabei wäre er ja mein Sorgenkind gewesen, da bei ihm noch ein ADHS im Raum stand, welches sich nun aber nicht bestätigt hat. Er ist deutlich ruhiger geworden.
N. aber hat dagegen immer wieder gefragt, ob Mama und Papa nicht doch wieder zusammenziehen werden. Da diese Variante absolut undenkbar ist und ich ihn nicht belügen will, habe ich ihm gesagt, dass das leider nicht funktionieren wird, aber das er ja weiterhin Mama und Papa hat, die ihn auch beide sehr lieben, aber das Mama und Papa sich nicht mehr lieben und auch nicht mehr zusammen wohnen wollen / können. Leider hat Exe ihm wohl gesagt, dass, wenn wir uns alle ganz viel Mühe geben, es vielleicht wieder klappen könnte. Was völliger Mumpitz und ihr auch klar ist, schliesslich hat sie sich getrennt und danach einige sehr unschöne Dinge abgezogen, inkl. Androhung, dass ich die Kinder nie wieder sehe wenn sie das Haus nicht bekommt etc. pp.

Ich konnte ihm wieder nur sagen, dass es nicht mehr funktioniert, auch wenn wir uns Mühe geben würden. Er wollte natürlich eine Erklärung, ich konnte ihm nur sagen das es Dinge im Leben der Erwachsenen gibt, die man als Erwachsener nicht wirklich versteht und seinen Kindern leider nicht erklären kann. Es tut mir so leid, seine Hoffnungen zu zerstören, aber es ist schlicht die Wahrheit.

Jetzt waren wir im Urlaub, dort hat er mich gefragt, ob denn, wenn wir alle gestorben sind, wir wenigstens alle zusammen in ein Grab gelegt werden können, damit wir wieder zusammen sind. Verdammt, mir zerreisst es fast das Herz, wenn ich seine Sehnsucht sehe, die nicht gestillt werden kann. Ich hab einfach Angst, dass er eventuell langfristige Schäden davonträgt - was soll ich tun? Gehört das noch zur normalen Verarbeitung der Situation? Wie kann ich ihm helfen, damit besser fertigzuwerden?

LG
Frank


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Zitat
Themenstarter Geschrieben : 01.08.2008 11:21
(@Wolkenhimmel)

Hallo Frank,

klar zerreisst es Dir das Herz, aber ich finde, Du machst es genau richtig. Du sagst ihnen die Wahrheit, Ihr habt ein Wechselmodell... besser kann es von Deiner Seite nicht laufen. Was Deine Ex allerdings den Kindern erzählt? Man weiß es nicht..

Ich kann Dir nur sagen, bei uns ist es ähnlich, und unsere Tochter ist genauso alt wie Deine Jungs: immer die Wahrheit gesagt, alle Neuerungen als "spannend" verkauft, niemals falsche Hoffnungen geweckt, Wechselmodell, wir verstehen uns super... und trotzdem fragt sie mich ab und zu, ob ich nicht bei Papa und ihr übernachten kann...

Kinder sehen ihre Eltern eben als Einheit, das wird sich vermutlich auch nie wirklich ändern.

Ich denke, Ihr seid auf einem guten Weg. Nichtsdestotrotz kann ein/e Therapeut/in ja mal draufschauen, derjenige könnte Dir bestimmt sagen, wie die Situation bei Deinem Sohn ist.

:troesti: Fühl' Dich mal gedrückt!!

LG Wolkenhimmel


AntwortZitat
Geschrieben : 01.08.2008 12:11
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

:troesti: Fühl' Dich mal gedrückt!!

Danke erstmal, geht doch gleich schon etwas besser  😉

Morgen fahren die beiden erstmal mit der KM in den Urlaub, dann schauen wir mal weiter...

Schönen Abend noch
Frank


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AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.08.2008 22:55
(@galaxy878)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Frank,

natürlich ist eine Trennungssituation für die Kinder sehr belastend und sie benötigen Zeit diese zu verarbeiten. Ein Kinder- und Jugendpsychiater wäre evtl. ein Weg - ansonsten werden auch über den Kinderschutzbund Gruppen für Trennungskinder angeboten.
Ich sehe hier den Vorteil, dass die KIds hier sehen, dass sie mit ihren Sorgen und Gedanken nicht alleine sind, sondern es "normal" in so einer Situation ist, anderen geht es genauso.
Der Besuch beim Kinder- und Jugendpsychiater impliziert dagegen so ein bisschen "Du bist krank und musst geheilt werden-mit dir stimmt etwas nicht." - wobei auch das natürlich der richtige Weg sein kann, um KInder wieder zu stabilisieren

Viele Grüße
galaxy


AntwortZitat
Geschrieben : 02.08.2008 11:03
(@matraj63)
Rege dabei Registriert

Hi,

Der Besuch beim Kinder- und Jugendpsychiater impliziert dagegen so ein bisschen "Du bist krank und musst geheilt werden-mit dir stimmt etwas nicht."

genau der Grund, warum ich zögere dorthin zu gehen. Ich hab immer das Gefühl, dass man die Kids zu Tode therapiert und in die Ecke drängt, Logopädie hier, Ergotherapie dort etc. pp.. Klar gibt es immer Fälle, wo es notwendig und wichtig ist, manchmal artet das aber aus, fast eine Modeerscheinung... just my 2 cents

Das mit den Gruppen für Trennungskinder hört sich da schon sympathischer an, werde mal danach googeln. Ich denke aber, ich warte erstmal noch etwas ab, wie sich die erste Zeit jetzt nach der Einschulung entwickelt.

LG
Frank


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AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.08.2008 16:42
(@nrw74)
Zeigt sich öfters Registriert

Moin

Gruppen für Trennungskinder

Diese Gruppen bietet auch der Caritas an, mit verschiedenen Altersstufen, teilweise aber auch mit langen Wartelisten.
Die Wartezeit kann bis zu 6 Monate sein.

Bei bestimmten schweren Fällen,werden auch Einzelgespräche und Einzel Hilfe angeboten.

Auf der Internetseite meines örtlichen Caritas, ist nichts davon erwähnt, das es sowas gibt (aber es gibt es), also definitiv anrufen und nachfragen.

Gruß NRW  😉


Meine Signatur

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Geschrieben : 02.08.2008 17:39