Hallo, an alle,
mein LG habt ja nun allen Widrigkeiten zum Trotz seit einigen Monaten ein ausgeweitetes Umgangsrecht mit seiner 5-jährigen Tochter - 1x monatlich freitags von 14 Uhr bis sonntags 17 Uhr.
Auf die ständigen Querelen mit der KM, die immer wieder im Rahmen des Umgangs auftauchen, will ich hier nicht näher eingehen. Jetzt fängt aber auch noch das Kind an, uns das Leben schwer zu machen.
Wir fahren ja nun für diese Umgangskontakte an den Wochenenden insgesamt 1.320 km (einfache Strecke 320km). Das Kind kommt sehr gerne zu uns und fühlt sich inzwischen in unserem Zuhause auch heimisch, was man sehr deutlich daran merkt, dass sie ein insgesamt ausgesprochen selbstbewusstes Auftreten zeigt. Nun, ich kenne das ja von meinen beiden kleinen Nichten auch, dass sie gerne mal ihren Kopf durchsetzen wollen und man mal sehr deutlich die Grenzen aufzeigen muss. Nun fängt aber die Tochter meines LG damit an, uns erpressen zu wollen. Immer dann, wenn es nicht ihrem Kopf nachgeht -wenn sie ins Bett soll, genug fern gesehen hat, beim Essen sitzenbleiben soll, etc.- anzudrohen, dass sie beim nächsten Besuchskontakt bei der Mama bleibt oder sie fängt an zu fordern, dass sie sofort zu ihrer Mama will. Auf der Heimfahrt sonntags fängt sie jetzt schon nach ein paar Kilometern an zu nörgeln, dass sie jetzt endlich zu ihrer Mama will und dass dann im 5-Minuten-Takt. Auf der Hinfahrt freitags ist das komischerweise kein Problem.
Nun, wie ich damit umgehen würde, dass weiss ich ganz genau. Aber ich halte mich da raus. Mein LG zuckt jedesmal zusammen, wenn sie diese Drohungen ausspricht und letztendlich setzt die Kleine ihren Kopf durch. das führt dann aber wiederum zu Stress zwischen uns beiden, weil es natürlich z.B. nervt, wenn die Kleine dann abends noch um 23 Uhr wach ist und dann am nächsten Tag total nölig ist, weil eben nicht ausgeschlafen.
Deshalb wäre es schön, wenn ihr einen Ratschlag hättet, wie mein LG damit umgehen könnte.
LG, Chris
Hallo upanddown,
ich kann dir nursagen wie bei uns damit umgegangen wird:
Mein Mann sagt dem Kind dann, das er darüber sehr traurig wäre, wenn sie nicht kommen möchte, weil sie jetzt ihren Willen nicht bekommt. Aber das er sich nicht erpressen lässt, er der Erwachsene ist, der den Tagesablauf in den wichtigen Teilen bestimmt und es akzeptiert, wenn sie nicht wiederkommen möchte.
Je nach Alter des Kindes hat er das dann eben auch ausgeführt und näher erklärt.
Kam zwar bei uns bisher nur sehr wenige male vor, aber hat immer geklappt.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo,
als auch wenn es schwer fällt, man(n) darf sich nie erpressen lassen. Die Kids testen gerne und ständig ihre Grenzen aus und das auch mit für sie noch nicht einzuschätzenden Ausmaßen.
Wie bereits beschrieben sollte man in dieser Richtung nicht mit sich verhandeln lassen und ggf. auch mal das Kind "heimbringen". Für den späteren Familienfrieden sind bei bestimmten Dingen klare Grenzen unabdingbar.
Mfg
papi74
Der Morgen ist immer klüger als der Abend.
Hallo, Tina,
genau so würde ich auch reagieren. Klar machen, dass ich das zwar sehr traurig finden würde, dass es aber auch hier bei uns Regeln gibt an die sie sich zu halten hat und wenn sie das nicht will, akzeptieren werde, wenn sie nicht mehr kommen will.
Und @papi74
Das mit dem mal eben heimbringen funktioniert halt bei einfache Fahrt 330km leider nicht. Und schon gar nicht, wenn es abends um das Thema schlafen geht. Außerdem würde das mein LG niemals machen, weil dann seine Ex wieder alle Hebel in Bewegung setzen würde, um den Umgang zu boykottieren. Das ist ja immer dieser Druck, dass die Umgangskontakte gut laufen müssen, damit die Ex keinerlei Angriffsfläche hat. Die KM nutzt jede noch so banale und z.T. lächerliche Möglichkeit, um ihm Schwierigkeiten zu machen.
Und ich denke, daraus resultiert auch seine Unfähigkeit, sich gegenüber dem Kind auch mal durchzusetzen. Und ich könnte es zwar, möchte aber auch nicht diejenige sein, die dazu beiträgt, dass es wieder Probleme mit der Ex gibt.
Aber alles in allem ist das eine ausgesprochen unbefriedigende Situation!
Liebe Grüße,
Chris
Hallo,
das Problem mit dem Nachgeben bei den Kids ist aber....Kinder werden die Testversuche seitens der aufgezeigten Grenzen ausweiten... Kinder wollen und brauchen Grenzen!!!
Wenn Dein LG sich auf das Spiel einläßt, so verliert er auch in den Augen des Kindes. Er ist der Vater und er ist der Bestimmer und nicht das Kind!!! Wohin soll es denn laufen, wenn er jetzt immer nachgibt?
Will er Ihr denn nächste Woche auch seine Autoschlüssel überreichen oder mit Ihr zum Spielen auf die Autobahn gehen? Nein hier zieht er doch auch konsequent Grenzen oder etwa nicht.
Manchmal muss man in den sauren Apfel beissen... Kinder brauchen klare Linien und Ansagen (die unbedingt eingehalten werden müssen!!!)
Mfg
papi74
Der Morgen ist immer klüger als der Abend.
Hallo upanddown,
dass die Umgangskontakte gut laufen müssen, damit die Ex keinerlei Angriffsfläche hat.
die Umgangskontakte laufen aber gerade dann nicht gut, wenn die kleine "Prinzessin" sich so aufführt und die kindtypischen Erpressungen versucht.
Ich habe unserer Tochter in solchen Situationen erklärt, dass ich sie jetzt nicht nach Hause bringen kann, auch wenn sie will (zu spät; lange Fahrstrecke und Mama schläft vermutlich schon).
Danach habe ich gesagt, dass wenn ich sie zurückbringen soll, sie dann ja weniger Zeit mit Papa hat und ihn dann evtl. viel seltener sieht, und ob sie das will.
Zum Schluss kam die Frage an sie, ob sie denn bei der Mama so lange aufbleiben und fernsehen dürfe. Die Antwort war entweder ein "nein" oder einfach keine Antwort.
Dies half bei mir meistens.
Gruß
Martin
Hallo Zusammen,
bei uns ist die Distanz zu den Kindern meines LG nicht so weit, von daher kann ich mich nicht zu diesem Distanz-Topic äußern.
Die Ex macht bei uns auch das Leben schwer, allerdings hat mein LG gelernt, sich durchzusetzen. Gerade so Sachen wie "bei Mama darf ich aber XX" kontern wir mit einem "Das ist schön - du bist aber hier nicht bei Mama und bei uns gelten diese xx Regeln".
Das zieht sehr gut, auch wenn meist ein Grummeln und Geheule folgt, weil die beiden ihren Willen nicht bekommen haben.
Ich schließe mich den Vorrednern an, dass ihr euch selbst sehr stark unter Druck setzt, wenn ihr die Umgangswochenenden unbedingt gut machen müsst. Ihr solltet euch das Leben selbst etwas einfacher machen (in dieser Beziehung) und euch nicht selbst auch noch unter Druck setzen. Kinder brauchen Führung und Anleitung; Konflikte bleiben da nicht aus. Ihr solltet euch dem gemeinsam Stellen, dann merkt Tochter recht schnell, wo die Grenzen sind.
- flori
Hallo,
erstmal ein riesiges Dankeschön für Eure Beiträge.
Ich denke auch, dass sich bei uns irgendwas ändern muss. Die Kleine wird ja auch älter und da will ich gar nicht drüber nachdenken, wie sie in ein paar Jahren mit uns umspringt.
Zu mir benimmt sie sich sowieso schon, als ob sie von ihrer Mutter eingetrichtert bekommen hätte, dass nur ein Stück Dreck bin. Ich bekomme alles im Kasernenton gesagt, bin nur dafür zuständig, ihre Versorgungswünsche wie in einer Imbissbude entgegenzunehmen. Sie lässt mich sehr deutlich spüren, dass sie mich ausgrenzen will. Selbst meinem LG ist das schon aufgefallen. Sie spürt sicherlich auch, dass ich eigentlich "strenger" bin, aber ihr Vater alles macht, was sie will. Für mich ist es schon erstaunlich, wie gerissen so ein 5-jähriges Kind schon sein kann. Die beiden Kleinen meiner Schwester (6-jährig) sind dazu das krasse Gegenteil.
Ich werde einfach mal mit meinem LG ein ruhiges Gespräch führen, wie der Umgang mit seiner Tochter etwas entspannter laufen kann. Denn so wie es im Moment ist, ist die "Prinzessin" (sie nennt sich übrigens selbst so) gerade dabei, uns zu unterwerfen. Und wir haben wahrlich genug Probleme mit der KM, die wir jeden Tag sowohl an den Nerven als auch im Geldbeutel spüren.
Liebe Grüße, Chris
Ich bekomme alles im Kasernenton gesagt, bin nur dafür zuständig, ihre Versorgungswünsche wie in einer Imbissbude entgegenzunehmen.
Sorry, wenn ich diesen alten Thread ausgrabe, aber beim Lesen kam mir folgender Gedanke: Beim nächsten mal würde ich wohl an Deiner Stelle zum Prinzeßchen sagen: " Das macht dann drei Euro fuffzich bitte!" 😉
Liebe Grüße
Frieda
Glaub nicht alles was Du denkst.
