Moin,
ich verstehe es einfach nicht und hoffe, dass ich nur das Brett vor dem Kopf habe...
Die Kinder meines Mannes:
Mädchen 21 und 18 Jahre haben schon länger keinen Kontakt mehr, auf ihren Wunsch. Wenn mein Mann ihnen begegnet, dann laufen sie nach Möglichkeit weg und verstecken sich vor ihm. Die Ältere meinte mal am Telefon zu mir, dass sie ja noch nie so dicke mit ihrem Vater gewesen wäre.
Jungen 14, 16 und 19 Jahre hatten bis vor ein, zwei Jahren regelmäßig Kontakt. Dann fanden sie sich zu alt für regelmäßigen Umgang (unser Empfinden war, dass sie sich nicht länger aufreiben wollten und sie vielleicht für sich zur Ruhe kommen können, wenn mein Mann nicht auf Umgang besteht) und meinten, dass sie sich melden würden, wenn sie uns besuchen wollen. Ich schreibe deshalb uns, weil der Jüngste drei Jahre alt war, als ich meinen Mann kennengelernt habe und sie mich immer akzeptiert haben, ich war nie das Problem.
Der älteste Sohn kommt so alle 1 bis 2 Monate unangemeldet vorbei. Beim letzten Mal erzählte er, dass die beiden jüngeren Söhne auch gern kommen würden, aber sich nicht trauen. Sie haben nach seiner Erzählung Angst, dass der Vater die Kinder hier behält und nicht mehr rausgibt. Grüßen wollte er seine Brüder auch nicht, da die dann bei der KM petzen würden, dass er beim Vater war und er dann Ärger bekommen würde.
Soweit, so schlecht.
Meine Frage ist nun, wie kann es angehen, dass durch den räumlichen und zeitlichen Abstand zu den Kindern keine Entspannung eingetreten ist, wie von uns erwartet, sondern dass alles noch schlimmer geworden ist? Mein Mann hat seinen Kindern keine Gewalt angetan und er hat sie auch früher an regelmäßigen Umgangswochenenden (vor dem eigentlichen Ende) zu Freunden oder Veranstaltungen hingefahren, wenn sie was vor hatten.
Wie können die Kinder in dem Alter Angst vor dem Vater aufbauen, wenn sie niemals Angst vor ihm hatten, solange ein regelmäßiger Kontakt bestand?
eskima
Grüßen wollte er seine Brüder auch nicht, da die dann bei der KM petzen würden, dass er beim Vater war und er dann Ärger bekommen würde.
Soweit, so schlecht.
Wie können die Kinder in dem Alter Angst vor dem Vater aufbauen, wenn sie niemals Angst vor ihm hatten, solange ein regelmäßiger Kontakt bestand?
eskima
Hallo Eskima,
da wird wohl kultiviert, dass alles Positive vom Vater unterdrückt zu werden hat. PAS in Reinkultur. Die Angst ist wohl weniger vor dem Vater, sondern vor dem Stress, den sie von der Mutter zu erwarten haben. Der Große äußert ja, dass er dem auch lieber aus dem Weg geht.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
....ähmmm morgendliches Missverständnis...
Hallo Andrea,
PAS in Reinkultur.
Danke, das wäre eine mögliche Erklärung, nun muss ich mir nicht mehr das Hirn zermatern 🙂
Und wie geht man am besten mit den Kindern um, wenn man sie trifft? Lässt man sie, beachtet sie gar nicht und hofft, dass sie irgendwann den Weg wieder zurück finden? Immerhin ist der Wunsch bei den Jungs ja da. Oder konfrontiert man sie und spricht sie an selbst auf die Gefahr hin, dass sie Panik bekommen?
eskima
Hi,
Und wie geht man am besten mit den Kindern um, wenn man sie trifft? Lässt man sie, beachtet sie gar nicht und hofft, dass sie irgendwann den Weg wieder zurück finden? Immerhin ist der Wunsch bei den Jungs ja da. Oder konfrontiert man sie und spricht sie an selbst auf die Gefahr hin, dass sie Panik bekommen?
vom Gefühl her: Hi Kiddies, wie geht´s ...habt ihr nicht mal wieder Lust .... (oder so ähnlich)
Auf jeden Fall würde ich immer sagen(wenn sie mal "länger" da sind .... Ich bin immer für Euch da, ihr könnt jederzeit kommen....
Dann von PAS zu sprechen, bei so "alten" Kindern ... hmmm
Ist denn das Selbstbewußtsein noch nicht so entwickelt ?
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Moin babbedeckel,
Selbstbewusstsein wurde schon immer im Keim erstickt. Du weißt doch, solange du die Füße unter meinen Tisch.... ist eher die Devise der KM gewesen.
Bei uns hatten die Kinder dann die andere Seite, wir haben mit ihnen geredet und erklärt, damit waren sie oft sichtbar überfordert. Scheinbar ist es tatsächlich für einige leichter, Befehle zu empfangen und sich keine Gedanken zu machen, braune Freunde inklusive. Mich gruselt es dabei einfach nur.
eskima
Moin eskima,
aus eigener Erfahrung würde ich das in diesem Alter nicht mehr PAS nennen, sondern "die Langzeitfolgen von PAS". Irgendwann muss ein entfremdender Elternteil nämlich gar nicht mehr viel tun; das Ding wird nach Jahren der eingeforderten Solidarität zum Selbstläufer: Ich bin die/der arme Gute; der/die andere ist der schlechte Böse.
Irgendwo tief in ihrem Inneren ahnen die Kids, dass dieses schlichte Weltbild so nicht stimmen kann - und haben gleichzeitig eine Heidenangst davor, dass es zerstört wird: Was ist, wenn der Papa sich bei näherer Betrachtung gar nicht als der Armleuchter herausstellt, als der er mir die ganze Zeit verkauft wurde? Was stimmt dann überhaupt noch? Was ist oben und unten, was richtig und falsch? Also solidarisieren sich die Kinder, die altersmässig schon keine mehr sind, auch weiterhin und sträuben sich gegen jeden Beweis des Gegenteils, zum Beispiel durch aktive Kontaktvermeidung. Sie auf der Strasse anzusprechen schafft daher kaum Kontakt, sondern würde vermutlich als Angriff empfunden: Von Euch KANN schliesslich gar nichts Gutes kommen.
Einen ähnlichen Mechanismus kann man auch bei verfeindeten Volksgruppen beobachten. Nimm beispielsweise die Israelis und Palästinenser: Die kriegen von klein auf eingetrichtert, dass die jeweils anderen schlechte Menschen sind und notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens bekämpft werden müssen. Die heutige Generation der dort Lebenden kann das gar nicht mehr durch eigene Erfahrungen belegen - es war einfach immer so. Erst wenn diese Menschen sich persönlich und friedlich begegnen und feststellen "die sind ja gar nicht so, die wollen wie wir auch nur in Ruhe und Frieden leben!" kann man das auflösen. Aber das ist genau das, was die Kriegstreiber auf beiden Seiten fürchten.
In Eurem Fall: Eine wirkliche Lösung sehe ich erst, wenn die Kids sich aus der Abhängigkeit von der Mutter befreit haben, beispielsweise durch einen eigenen Haushalt.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Martin,
danke für die Erklärung. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht.
In Eurem Fall: Eine wirkliche Lösung sehe ich erst, wenn die Kids sich aus der Abhängigkeit von der Mutter befreit haben, beispielsweise durch einen eigenen Haushalt.
Wir hatten schon fast aufgegeben, dass es wirklich noch mal zu einer Lösung kommt. Aber da die anderen beiden Jungs scheinbar auch den Vater vermissen, ist das Gefühl nun ein wenig positiver. Wir haben dem Ältesten gesagt, dass er seine beiden Brüder dann eben von uns grüßen soll, wenn sie volljährig sind und er versprach, es dann zu tun :knockout:
eskima
Und wie geht man am besten mit den Kindern um, wenn man sie trifft? Lässt man sie, beachtet sie gar nicht und hofft, dass sie irgendwann den Weg wieder zurück finden? Immerhin ist der Wunsch bei den Jungs ja da. Oder konfrontiert man sie und spricht sie an selbst auf die Gefahr hin, dass sie Panik bekommen?
eskima
Hallo Eskima,
wir händeln das so, dass wir bei den seltenen Gelegenheiten ganz normal auf die Lütte zu gehen, ihr sagen, dass es schön ist, sie mal wieder zu sehen und fragen sie, wie es ihr geht.
Wir haben beschlossen, uns nicht in diesen blödsinnigen Strudel ziehen zu lassen und bleiben authentisch. Vielleicht ist das ja der erste Schritt zum wieder selbst-Denken des Kindes, wenn es sich bei Mama rechtfertigen muss, dass ja schließlich Papa zuerst etwas gesagt hat.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Hi,
auch mir ist dieses Verhalten bestens bekannt.
Martins ausführungen taten auch mir sehr gut. Manchmal versteht man einfach
die Welt nicht mehr.
Mein Mann erlebt das gleich mit seinen Kindern.
Nachdem der Sohn (jetzt 16) sich schon seit Jahren komplett entfernt hat beginnt
nun auch die Tochter (14), die oft bei uns war und einen regelmäßigen Kontakt hatte (3 Wochen Urlaub z. B.),
sich zu entfernen.
Ich denke auch, dass der Druck einfach zu groß ist seiten der KM. Der neue LG scheint auch
genau in die Richtung zu agieren.
Martin hat das echt schön beschrieben: Alles gute wird verdrängt und der Vater ist einfach nur schlecht,
wir natürlich gleich mit.
Nachdem mein Mann jetzt seit Februar sich mit seiner Tochter immer stundenweise in Cafes und Eisdielen getroffen
hat und es keinen deut besser wurde zieht er sich jetzt auch mehr zurück.
Manchmal haben wirklich alle Versuche keinen Sinn.
Die Zeit wird es zeigen.
Liebe Grüße
coco
Moin,
gute Nachrichten sind ja eher selten und von daher melde ich mich hier noch mal :yltype:
Heute Abend stand K wieder unangemeldet in der Tür. Er meinte, dass er mal Ruhe braucht, weil die ihn zuhause alle nerven. Er blieb dann rund 1 1/2 Stunden, guckte im I-Net noch nach mails und ging wieder. Und wisst ihr was?
Die Augen meines Mannes haben gestrahlt wie schon lange nicht mehr *freu*
eskima
Hallo Eskima,
das liest sich gut 🙂
Ich würde es auch so laufen lassen und nicht mit ihm thematisieren, zumindest zur Zeit nicht.
Lasst ihn bei euch Luft holen, vieleicht versteht er irgendwann oder hinterfragt auch einfach.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo Tina,
K ist ein sehr sensibles Kerlchen. Wir sprechen eigentlich ziemlich offen, aber wir akzeptieren die Lage wie sie ist, wir versuchen nicht, K zu verbiegen.
Beispiel: K sagt, er kann seine Geschwister nicht grüßen und der Angler sagte dann heute zum Abschied, dass er gar nicht erst Grüße ausrichten lassen will.
Aber über alte Sachen wird dann doch gesprochen und festgestellt, dass sich immer noch nicht viel verändert hat. Heute war das Thema: die Jungs müssen Margarine essen, die Mädchen und die Erwachsenen bekommen Butter. K meinte ganz stolz, dass er sich nun auch Butter nimmt, aber heimlich. Er versteht heute einfach, wo unser Problem liegt und hat auch selbst gesagt, dass er nun vieles anders sieht als noch vor einigen Jahren.
Er ist halt etwas erwachsen geworden. Ausziehen will er noch nicht, weil seine Mutter es ihm verbietet. Er weiß zwar, dass andere sich das nicht verbieten lassen würden, aber ich hab eher den Eindruck, dass er sich mit der Situation heute gut arrangiert hat und nicht mehr so leidet wie früher. Das zeigt sich meines Erachtens auch dadurch, dass er uns heimlich besucht. Er hat einfach seinen Weg gefunden.
edit: ganz vergessen. K hat erzählt, dass eine 15jährige, ehemalige Schulkollegin schwanger ist und er überlegte, wie die das wohl gemacht haben. Der Angler meinte dann, dass das Kind wohl kaum vom Klapperstorch gekommen ist. K entgegnete, dass die Eltern des Mädchens aber verboten haben, dass der Freund über Nacht bleibt. Das war dann ein guter Aufhänger zu erzählen, dass es unzählige Möglichkeiten gibt und dass K wohl besser an Kondome denken soll, wenn er kein Kind zeugen will. Damit es ihm nicht irgendwann so geht wie seinem Vater und er sein Kind nicht sehen darf.
Ups, das hat gesessen.
eskima

