Hi, liebe Leute
ich habe da ein Problem und ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.
Nach der Scheidung haben sich meine Mutter und ich uns aus finanziellen Gründen eine gemeinsame Wohnung gesucht.
Alle 3 Wochenenden sind dann die Kids bei mir/uns.
Während meine Tochter (6) und meine Mutter ein Herz und eine Seele sind, scheint der Kurze (5) nicht so einen Draht zur Oma zu haben.
Meine Mutter war schon immer extrem fürsorglich, ob erwünscht oder nicht, sie macht es.
Wenn sie meinem Sohn etwas anbietet, lehnt er regelmässig ab, was von meiner Mutter auch regelmässig kommentiert wird ( "Warum frage ich eigentlich", "Du kleiner Nein-Sager".
Auch herrscht sie ihn regelmässig an, wenn er mal wieder ( für ihre Begriffe ) zu doll tobt, es könnte ja was passieren.
Mit dieser Überängstlichkeit hatte ich auch schon immer zu kämpfen, wenn ich früher mit meinen Kumpels unterwegs war, musste ich mich regelmässig zu Hause melden, wenn nicht, gabs Theater.
Häufig gibt der Kurze der Oma auch keinen Kuss, weder zur Begrüssung oder Abschied, noch zum schlafen gehen. Warum er solche Stimmungsschwankungen hat ist mir auch schleierhaft, weil er ansonsten ein liebes Kerlchen ist, weder aufsässig noch frech, nur etwas ungestüm.
Jetzt verlangt meine Mutter von mir, ich solle den Kleinen irgendwie dazu bewegen, seine Oma lieb zu haben.
Während eines heftigen Streits dann, meinte sie u.a. ich sei zu lasch im Umgang mit dem Kleinen und würde ihm keine Grenzen setzen. Allerdings ist mein Sohn für meine Begriffe von jeder Grenzüberschreitung weit entfernt.
Manchmal ist er zwar bockig, wenn es nicht nach ihm geht, aber dann finde ich meistens einen Kompromiß, was meiner Mutter mißfällt, denn ihrer Meinung nach haben Kinder bedinungslos zu gehorchen.
Ich bin da jetzt in einer Zwickmühle, zum einen finde ich es auch nicht gut, dass sich der Kurze seiner Oma gegenüber so passiv verhält, aber ich werde einen Teufel tun, meinen Sohn dazu zu zwingen, seine Oma lieb zu haben, auch aus der Befürchtung heraus, dass sich der Kleine hier nicht mehr wohlfühlt.
Ich glaube auch nicht, dass ich erzieherisch Einfluß nehmen kann, denn die Kids sind nur alle 3 Wochenenden bei mir ( wegen der Distanz ).
Könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, wie ich damit umgehen soll ? Ich bin im Moment ziemlich ratlos.
Gruß
StillStanding
Moin,
grundsätzlich kann und sollte man Kinder zu gar nichts zwingen. Sie sind freie Menschen und haben einen eigenen Willen.
Was mich natürlich interessieren würde ist, warum der kleine so reagiert. Mutter hin oder her, aber auch ich würde mir
wegen der Kinder nichts vorschreiben lassen.
Eine Möglichkeit wäre, dass du mit dem kleinen mal ein unverfängliches Gespräch führst, was er sich denn von Oma (als
Person) wünschen würde. Dann bekommst du sicher eine Hülle von Informationen. Dann hast du schon mal einen Ansatz,
was den kleinen genau stört.
Gruß
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Servus Stillstanding,
ganz klar musst du das Gespräch mit der Oma führen.
Nicht der Kleine muss lernen seine Oma zu lieben, sondern die Oma muss lernen, den Kleinen als eigenständige Person zu akzeptieren.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Moin,
jaein. Beides ist wichtig. Es gilt auch zu eruieren, warum der kleine eine Antipathie gegen die Oma hat. Denn die Oma
wird wahrscheinlich alles beschönigen und sagen "ach, das bildest du dir nur ein".
Gruß
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Servus,
schon richtig Agent.
Der Kleine soll mal erzählen, was ihn an seiner Oma stört. Ob er kein Geknutsche mag oder ob sie ihm überhaupt zu fürsorglich und "anhänglich" ist usw.
Wäre ja auch wichtig für die Oma, damit sie weiß, wo die möglichen Ursachen für seine Abneigung liegen.
Aber trotzdem würde ich das Hauptaugenmerk schon auf Oma legen.
Immerhin ist sie im Gegensatz zum Kind sicherlich besser dazu in der Lage, ihr Verhalten zu Hinterfragen und ggf. zu verändern.
StillStandig hat ja recht, wenn er sieht, dass mit kurzen WE-Besuchen ein großer Einfluss auf die Erziehung der Kinder möglich ist. Mehr als eine gute Zeit zusammen haben ist da kaum drinn.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Also - irgendwie kann ich den kleinen Kerl verstehen:
Wenn sie meinem Sohn etwas anbietet, lehnt er regelmässig ab, was von meiner Mutter auch regelmässig kommentiert wird ( "Warum frage ich eigentlich", "Du kleiner Nein-Sager".
Auch herrscht sie ihn regelmässig an, wenn er mal wieder ( für ihre Begriffe ) zu doll tobt, es könnte ja was passieren.
Er soll sie lieben? Sie muss erst selbst lernen, ihn so anzunehmen wie er ist!
Hi,
natürlich hat jeder ein Wuschdenken, wie es seiner Meinung nach laufen soll. Nur kann man sich die Liebe und die
Zuneigung der Kinder weder erkaufen, noch erschleichen.
Die Kinder werden immer dorthin gehen, wo sie sich geliebt und geborgen fühlen und nicht dorthin, wo sie mehr
Dinge gekauft bekommen oder erdrückt werden.
Und ich finde, Kinder sind zwar kleine Menschen, sie verdienen den gleichen Respekt wie wir erwachsenen. Man
kann das Verhalten von Kindern nicht erzwingen und ihnen nicht auferlegen, wie sie funktionieren müssen.
Die Oma sollte sich mal ernsthaft Gedanken machen.... So sehe ich jedenfalls keine Besserung in Sichtweite.
Gruß
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Hallo
mal ein anderer Aspekt
Während meine Tochter (6) und meine Mutter ein Herz und eine Seele sind, scheint der Kurze (5) nicht so einen Draht zur Oma zu haben.
Kinder sind manchmal auch eifersüchtig aufeinander und immer auf der Suche nach Aufmerksamkeit. Das heißt wenn der Sohn etwas sperrig ist, und dann sieht, dass seine Schwester es "leichter hat geliebt zu werden" dann holt er sich die Aufmerksamkeit über solches Verhalten.
Eine Lösung kann sein, dass die Oma sich etwas zurücknimmt, die "Ablehnung" des Jungen nicht persönlich nimmt, sondern als Aufforderung zum Liebhaben versteht, und mal versucht, nur sein positives Verhalten zu belohnen (mit Aufmerksamkeit). Und mal allein mit ihm was macht. Meint die Oma es denn negativ, wenn sie ihn als "Nein-Sager" betitelt? Der Junge jedenfalls versteht es als Kritik. Sie sollte ihn nicht negativ als "Nein-Sager" wahrnehmen, sondern positiv (hey, toll, wie gut du deinen Standpunkt vertreten kannst). Wenn ihr das also möglich ist, oder du ihm das vermitteln kannst, dann seid ihr ein ganzes Stück weiter.
Insgesamt musst du aber aufpassen, dass du das Heft in der Hand hältst und nicht deine Mutter 🙂
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Hi liebe Leute
danke für eure Ratschläge. Sorry, ich war jetzt ne Weile off und konnte mich nicht weiter beteiligen.......
Ich konnte die Sache aber mittlerweile klären. Lustig, ich habe es genauso gemacht, wie Ihr es auch vorgeschlagen habt, obwohl ich bis vorgestern keinen eurer Beiträge lesen konnte.
Erst habe ich mit dem Kleinen "geredet", er sagt ja oft, das er mich lieb hat. Das war ne Gelegenheit, mal alle aufzuzählen, die Wir lieb haben, und die uns lieb haben.
Als Oma an der Reihe war, blieb er stumm. Ich hab ihn gefragt,:" Hast Du die Oma denn nicht lieb ?" Knirps: "Die mag ich nicht ", Ich :"Warum denn nicht, die Oma hat Dich doch auch lieb ?"
Das konnte er mir aber nicht sagen, sein Ausdruck verriet mir, dass alles weitere nachfragen jetzt nichts bringen würde.
Er war aber Oma gegenüber sofort aufgeschlossener.
Mit Oma hab ich dann einige Dinge klären müssen.
Alles genau aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, nur soviel, das ich ihr gesagt habe, das sie sich mit ihrem Bestätigungsdrang gegenüber den kleinen zurückhalten soll. Omas Problem ist nähmlich, dass sie alles tut, das es allen gut geht. Aber für dieses Machen und Tun erwartet sie auch unbedingte Bestätigung. Nimmt man eines ihrer Angebote nicht an, fühlt sie sich zurückgewiesen.
Das war aber schon immer so, das kriegt man auch nicht mehr raus.
Naja, wir haben uns auch entschlossen, unsere WG aufzulösen. Denn unsere Ansichten sind doch sehr unterschiedlich, ihre sind aus dem vorigen Jahrhundert und ich muß wohl auch noch viel lernen.
Aber dieses Problem ist gelöst, das nächste wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen 🙂
Gruß
StillStanding
