Kindeswohl bei Umzu...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Kindeswohl bei Umzugswunsch

Seite 1 / 2
 
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Hallo und Guten Tag,

ich habe mich gerade neu angemeldet und bin auf der Suche nach Eltern, die sich

in der gleichen Situation befinden wie ich, bzw. das Thema schon durchexerziert

haben und mir von ihren Erfahrungen berichten können.

Die aktuelle Situation ist wie folgt:

Sohn 12 Jahre lebt seit 2004 bei seinem Vater und seit gut 3 Jahren 350 km von mir entfernt.

Seit geraumer Zeit und eigentlich schon seit Jahren möchte unser Sohn bei mir leben.

Es hat sich aber gezeigt, dass Sohnemann in der Vergangenheit und auch noch jetzt einen

sehr ausgeprägten Loyalitätskonflikt hat. Ich habe mich schon recht früh darauf eingestellt,

dass unser Sohn, wenn er älter ist - also eben so wie es ja nun jetzt ist - seinen Wunsch, bei

mir leben zu wollen, nochmal ganz anders formuliert und mit Argumenten untermauert, um

seinen Wunsch durchsetzen zu können.

Aktuell hat er massive Schlafstörungen und vermisst mich schmerzlich. Ich habe einen guten Kontakt

zu dem Jugendamt in seinem Wohnort aufbauen können und er ist  für die Teilnahme an einem

sozialpädagogischem Gruppenangebot vorgemerkt. Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung war die

Problematik von ihm aber nicht so dramatisch wie jetzt und ich werde die Sachbearbeiterin diese

Woche erneut kontakten, um ihr zu berichten, wie schlecht es ihm geht.

Ich komme mit der ganzen Situation recht gut klar und kann meinem Sohn über die Entfernung

eine gute stabilisierende Stütze sein. Der Kontakt zum JA ist ja auch super positiv und hilfreich.

Was mich bedrückt ist, dass ich zu seinem Wunsch eine äußerst ambivalente Einstellung habe.

Auf der einen Seite bin ich der Meinung, dass an seinem Lebensmittelpunkt festgehalten werden

sollte. Er besucht eine tolle Schule, hat tragfähige Freundschaften mit Gleichartrigen, ein Geschwisterchen,

etc. etc.

Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, wenn er jetzt sogar schon körperliche Symptome ent-

wickelt und so wahnsinnig leidet (er hat mir das alles mal beschrieben, wie er sich fühlt), sollte man

evtl. doch seinem Wunsch nachkommen.

Er ist noch recht verspielt für sein Alter, auch wenn sich die Pubertät schon teilweise zeigt.

Ich will einfach nicht, dass unser Sohn in ein paar Jahren an irgendwelchen Spätfolgen leidet,

nur weil wir ihm das Zusammensein mit mir als Mutter mit der größtmöglichen Nähe verwehrt

haben. In 1-2 Jahren sieht das ganze dann schon anders aus und er wird wahrscheinlich weniger

mit Mama kuscheln etc. etc. Von daher habe ich das Gefühl, dass nicht viel Zeit bleibt. Wenn er

anfängt, körperliche Nähe abzulehnen, ist ja dieses Geborgenheitsgefühl, dass er bei mir empfindet

und anscheinend so dringend braucht, nicht mehr umsetzbar.

Muss man solch Leiden der Kinder teilweise in Kauf nehmen oder alles dafür tun, dass ihre Bedürfnisse

gestillt werden, auch in diesem Alter noch?

Ich rechne einfach damit, weil er auch seinen Vater sehr liebt, dass, wenn er bei mir ist, er genauso leidet

und dann seinen Vater, Freunde, Geschwisterchen (Lebensgefährtin des Vaters weniger...) vermisssen wird.

Nun gut, ich bin in ein Hilfsnetz eingebunden und hoffe, wie anfangs gesagt, auf Postings von Eltern, die

diesen Weg auch gerade gehen oder schon hinter sich haben. Ich finde das Alter einfach so schwierig.

In einem neuen Kindergarten kommt man mit 4 Jahren noch über Bauklötze an neue Kontakte. Mit 12 Jahren

sieht das bei einem Schulwechsel wohl schon anders aus.....

t.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 16:47
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Mandina,

wie sieht es aus, kannst Du nicht auch an seinen Wohnort ziehen?

Grundsätzlich ist es bei solchen Konstellationen immer so, dass man nicht "alles" haben kann und immer irgendetwas vermisst oder zurücklassen muss oder zumindest nur noch eingeschränkt haben kann. Das ist bei kleinen und großen Menschen so.

Wo ist der tragfähigste Kompromiss?

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 17:08
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Ja, das wäre die Lösung schlechthin, wenn ich an seinen Wohnort ziehen würde.

Dieser Schritt wäre für mich nicht einfach. Aber ich schließe ihn nicht ganz aus..

Allerdings wäre ich noch ein gutes Jahr an meinen Wohnort gebunden und das

bedeutet ja dann auch wieder, dass er bis dahin sein Leid ertragen muss.

Und in einem Jahr ist das dann auch noch nicht ganz sicher, ob der Umzug für

mich möglich ist. Es ist einfach teilweise zum Mäusemelken!

Trotzdem Danke für die schnelle Antwort und den Tipp.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 17:18
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Wie sieht es denn mit Umgang aus, könnte der eventuell erweitert werden?

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 17:24
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Wird aufgrund meiner schlechten Finanzen schwierig, aber ich arbeite daran.

Zur Zeit verbringt unser Sohn bei mir teilweise schon die ganzen Ferien.

Nun meint der Vater, dass ihm das anscheinend nicht bekomme, wenn er danach

tagelang weint.... Angestrebt ist meinerseits, dass ich es finanziell irgendwie schaffe,

mir eine Pension zu nehmen,um auch Wochenenden bei ihm zu verbringen und dies

möglichst regelmäßig.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 17:44
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Kann der Vater in Sachen Umgang finanziell mitwirken?
Wie ist die Entfernung entstanden?

Dem Jungen sind Umgang nur in den Ferien sicherlich zu weit auseinander.
Besser wäre es, es gäbe einen regelmässigen Umgang, wie z.B alle 2 Wochen, von Freitag bis Sonntag.
Dann würde es ihm sicher besser gehen, denke ich.

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 17:59
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Der Vater kooperiert in der Regel sehr wenig und machte nach den Herbstferien die Bemerkung,

dass unserem Sohn die 2 Wochen Herbstferien bei mir wohl nicht bekommen sind.... Ich habe keine

Ahnung, was in seinem Kopf vorgeht. Seine Lebensgefährtin teilte mir mit, dass er mich mir momentan

nicht sprechen wolle. Wird sich hoffentlich die Tage klären, was da los ist.

Die Entfernung ist entstanden, nachdem mein Ex (wir sind übrigends schon 10 jahre getrennt), seine

jetztige Lebensgefährtin kennenlernte und die eben 350 km von hier entfernt wohnte....

Es gibt für mich eine ganz klare Erklärung, warum sich so viel (im Nachhinein wohl zum Nachteil unseres

Sohnes) änderte, als mein Ex seine neue Partnerein kennenlernte. Aber so weit möchte ich gar nicht ausholen.

Da komm ich ja aus dem Schreiben gar nicht mehr raus. Wir wohnten damals 300 m Luftlinie, ja wirklich

lediglich 300 m auseinander. Mein Ex hatte, unseren Sohn, als er  etwa 5 war, in seiner Wohnung aufgenommen, da

ich zeitweise körperlich und psychisch mit der Alleinerziehung überfordert war.  Meine Lebensumstände waren

damals alles andere als rosig und ich musste mich erstmal komplett neu ordnen. Irgendwie hat es mein Ex dann

geschafft, in Kooperation mit der neuen Lebensgefährtin so viel Unruhe zu stiften, dass wir vor Gericht mussten.

Unser Sohn wurde damals angehört und es wurde an dem Status Quo des Kindes festgehalten, eben Lebens-

mittelpunkt beim Vater und er bekam das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Davor war Betreuungstechnisch

alles super. Unser Sohn hatte immer beide Eltern und auch wenn wir eigentlich nur so wenig wie möglich mit-

einander zu tun haben und auch reden wollten, haben wir es immer geschafft, uns zu Gunsten unseres Sohnes

abzusprechen. Sowie er das ABR hatte, kam der Kleine sofort nur noch alle 14 Tage zur mir. Die Lebensgefährtin

war zu der Zeit in ihrem 350 km entfernten Wohnort. Irgendwann fragte mich mein Ex, ob ich den Kleinen für

1 Woche zu mir nehmen könnte. Klar konnte ich das. Passte gerade noch in meinen Zeitplan, denn genau nach

dieser Woche fuhr ich zur Kur. Die Woche verstrich, unser Sohn ging zu seinem Vater zurück. Am Abend gab es

telefonisch etwas zu besprechen und wie andere sich am Telefon verabschiedeten, so lauteten seine Worte:

Ach übrigends, wir ziehen nach XYZ.

Unser Sohn war von der neuen Stadt und den ganzen neuen Eindrücken anfangs recht begeistert. Aber

irgendwann sprach er das erste Mal aus, dass er bei mir leben wolle. Dieser Wunsch ist aber bei ihm nicht

deutlich genug ausgeprägt gewesen in der Vergangenheit und auch jetzt wo er so leidet, hat er das Gefühl

unheimlich unter Druck zu stehen, da er Angst hat, dass er dann seine Freunde in XYZ verliert.

Mich irritieren seine körperlichen Symptome und seine Schlafstörungen. Ich hoffe so sehr, dass das

JA in XYZ schon vor dem soz.pöd. Gruppenangebot aktiv wird. Wahrscheinlich muss ich jetzt erstmal

abwarten, wie das JA auf den "Notruf" reagiert. Eigenltich wäre es ja auch die Aufgabe meines Ex, in der

aktuellen Situation dort nochmal vorzusprechen, anstatt den Beginn der Gruppenarbeit (keiner weiß, wann

das sein wird), abzuwarten.

Vielleicht mache ich das ganze komplizierter als es ist. Die Entscheidung, ob er zu mir kommt, können

wir nicht von heute auf morgen fällen, da der Grund für seinen aktuellen Gesundheitszustand nicht

geklärt ist. Wir müssen schauen, was dahinter steckt und ich hoffe, dass JA (bis jetzt supi!) kommt nicht

auf die Idee des BU. Mir reicht schon die damalige Fehlentscheidung dem Vater das ABR zu übertragen.

Wenn unser Sohn so instabil ist, wäre es doch eine weitere Katastrophe, wenn er nach seinem Einzug bei mir

seinen jetztigen Wohnort, Schule, Freunde, Vater und Geschwisterchen vermisst.

Gehöre ich nun auch zu denen, die lernen müssen loszulassen?

Kann man einem Kind mit diesen Symptomen seinen Wunsch nach Geborgenheit und Sicherheit verwehren?

Drückt mir einfach mal die Daumen, dass die Dame beim JA ihren ursprünglichen Kurs beibehält. Bis jetzt

waren die Telefonate echt super.

Dank für Eure Tipps.

Nun hab ich mir doch mehr von der Seele geschrieben, als ich anfangs eigentlich wollte.

Ich hoffe, wie gesagt auf Antworten von Eltern, die ihre Kids auch schon durch solch schwere Zeiten begleiten

mussten.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 18:51
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Ich hoffe, wie gesagt auf Antworten von Eltern, die ihre Kids auch schon durch solch schwere Zeiten begleiten

mussten.

Ich bin zumindest ein Elternteil, der seine Kids(Twins 14Jahre alt) auch durch so schwere Zeiten begleitet. 😉

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 19:10
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin mandina,

ich glaube ebenfalls, dass ein Umzug zu Dir das Problem nicht löst, sondern nur in einer anderen Farbe anstreicht. Mit 12 hat längst der Prozess eingesetzt, wo die eigene Familie weniger wichtig und dafür die Kontakte zu Freunden immer wichtiger werden. An Deinem Wohnort gibt es ausser Mama aber niemanden. Und eine Besuchssituation ist etwas anderes als der Alltag.

Die meisten Menschen neigen dazu, das, was sie NICHT haben, viel stärker zu gewichten als das, was sie haben. Auch die Wirtschaft lebt hiervon. Ich wage angesichts Deiner Beschreibung aber die Prognose, dass Sohnemann nach recht kurzer Zeit ebenfalls seiner Vergangenheit, seiner "anderen" Familie, Freunden, Schule, Vereinen etc. nachweinen würde. Was genau wäre dann besser als bisher?

Es scheint in der Vergangenheit bei Euch einiges schiefgelaufen zu sein; beispielsweise mit dem nicht abgesprochenen Umzug Deines Ex. Das lässt sich aber nachträglich 6 Jahre später nicht mehr heilen; auch nicht durch einen Rückumzug von Sohnemann. Zumindest dann nicht, wenn der Begriff "Kindeswohl" nicht nur eine Sprechblase sein soll.

Was genau hindert Dich daran, einen Umzug in die Nähe von Sohnemann schon JETZT konkret zu überlegen und nicht erst in einem Jahr? Es gibt ein schönes Sprichwort: "Wer etwas will, sucht Wege; wer etwas nicht will, sucht Gründe". Man muss sich nur erlauben, die Dinge auch mal wirklich zu Ende zu denken und dabei den Satzanfang "Ja, aber..." aus dem eigenen Sprachgebrauch zu verbannen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 19:12
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Hey Brille007. Bin ja neu hier und kenne deine Geschichte nicht. Danke.

Martin, das hast du toll geschrieben und mir sehr geholfen. Ich dank dir so.

Was den Umzug anbelangt, traue ich mir eine fremde Stadt im Moment nicht zu...

Habe nach jahrelanger Arbeitslosigkeit ein Jobangebot und wenigstens ein paar

gute Kontakte. Aber wie gesagt, ich schließe einen Umzug nicht ganz aus.

Mein Ex hat eine on/off Beziehung und wenn der sich trennt, kann es auch sein,

das er in meine Gegend hier zurückkommt. Das ist eine Aussage unseres Sohnes

und nicht gesichert. Das nervt mich auch massiv, dass sein Vater alle paar Monate

die Richtung in seinem Leben ändert und unseren Sohn unbeschwert daran teilhaben

lässt. Diese Unbeständigkeit schürt doch auch nur Unsicherheiten bei dem Jungen.

Ja, die letzten Jahre haben wahrscheinlich schon Schaden angerichtet...

Alles ziemlich kompliziert. Wenn sich mein Ex nun auch noch trennen sollte....

Es gibt so viele Möglichkeiten, in welche Richtung das Ganze gehen kann.

Das Einzige, was mir momentan ein gutes Gefühl gibt, ist, das mein Sohn sich auf

die Entfernung in tröstenden Telefonaten sehr wohl mit mir fühlt und sich ernsthaft

über die Gespräche mit mir ein wenig stabilisieren konnte. Da scheine ich ja wohl

Einiges richtig zu machen und ich werde alles dafür tun, dass es so bleibt.

Habe gerade noch einen kleinen Ausschnitt über BU hier im Forum gefunden.

Davor graut es mir am Meisten. Mein Ex ist diesem ganzen Stress auf Dauer nicht

gewachsen und wenn er sich mit mir oder Sorgen von unserem Sohn nicht auseinander-

setzen will, kann das nur Handlungen zu Folge haben, die dem Jungen nicht gut tun.

Dank nochmal für Eure Hilfe und einen guten Start in die Woche.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 19:32




(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Mir stellt sich gerade die Frage, ob der Vater unseres Sohnes in irgendeiner Weise

gesetzlich dazu verpflichtet ist, sich an den Umgangskosten zu beteiligen.

Ein WoEnde würde bedeuten:

Mitfahrzentrale hin und zurück ca. 30 EUR
Unterkunft pro Nacht              ca.  20 EUR (2 Nächte = 40 EUR)
Verpflegung                                  ?

1. müsste ihm ja eigentlich daran etwas liegen, dass es unserem Sohn bald besser geht
2. hat er nicht aus beruflichen Gründen den Wohnort gewechselt
3. hat er den Abstand ohne Berücksichtigung meiner finanziellen Verhältnisse und ohne Absprache
    mit mir (Möglichkeit des Umgangs alle 14 Tage) hergestellt

Weiß jemand, wie da der Weg ist? Sei es bei JA oder Gericht?

Danke.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 20:17
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi mandina

Beim Lesen Deiner Zeilen überkommt mich Zwiespalt. Ich bin mir nicht schlüssig, ob es Dir hier tatsächlich um das Wohlbefinden des Kindes geht oder nicht doch um andere, von Dir nicht verarbeitete Dinge geht. Ich stolpere u.a. über folgende Dinge:

Es hat sich aber gezeigt, dass Sohnemann in der Vergangenheit und auch noch jetzt einen sehr ausgeprägten Loyalitätskonflikt hat.

Einen Loyalitätskonflikt kann ich beim besten Willen nicht ausmachen. Ich sehe Probleme beim Jungen, wenn er zw. Vater und Mutter wechselt, aber diese lassen sich auch mit Trennungsschmerz erklären.

Seit geraumer Zeit und eigentlich schon seit Jahren möchte unser Sohn bei mir leben.

Natürlich, er liebt seine Mutter. Sie fehlt ihm. Nur

Ich habe mich schon recht früh darauf eingestellt, dass unser Sohn, wenn er älter ist - also eben so wie es ja nun jetzt ist - seinen Wunsch, bei mir leben zu wollen, nochmal ganz anders formuliert und mit Argumenten untermauert, um seinen Wunsch durchsetzen zu können.

(Nicht nur) Diese Formulierung kommt mir suggestiv vor. So drückt sich jemand aus, der eine ganz bestimmte Vorstellung davon hat, was der andere sich zu wünschen hat. Aber meine Frage ist, wie formuliert er es denn bisher - seinen Wunsch bei Dir leben zu wollen? Er wünscht es sich also ohne zu sagen warum, er hat bisher keine Agrumente? Und welche sollte er denn haben, die einen Umzug sinnvoll erscheinen lassen?

Aktuell hat er massive Schlafstörungen und vermisst mich schmerzlich. Ich habe einen guten Kontakt zu dem Jugendamt in seinem Wohnort aufbauen können und er ist  für die Teilnahme an einem sozialpädagogischem Gruppenangebot vorgemerkt. Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung war die Problematik von ihm aber nicht so dramatisch wie jetzt und ich werde die Sachbearbeiterin diese Woche erneut kontakten, um ihr zu berichten, wie schlecht es ihm geht.

Mit welchem Ziel willst Du das JA kontaktieren (und nicht den KV)? Warum wird überhaupt das JA kontaktiert? Mir ist bis jetzt noch nicht klar geworden, warum das JA überhaupt involviert ist? Der Umgang läuft doch so, wie Du ihn Dir vorstellst bzw. es Dir finanziell leisten kannst.

Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, wenn er jetzt sogar schon körperliche Symptome entwickelt und so wahnsinnig leidet (er hat mir das alles mal beschrieben, wie er sich fühlt), sollte man evtl. doch seinem Wunsch nachkommen.

Ja, das ist der ultimative Grund. Nur hab' ich nicht die leiseste Ahnung, welche körperlichen Symptome er entwickelt. Bei mir entsteht das Gefühl, dass DU wahnsinnig unter der Trennung vom Kind leidest. Ich frage mich nur, ob Du hier nicht Dein Empfinden aud den Sohn überträgst? Ob Du ihm zu verstehen gibst, wie sehr DU leidest. Dann kann ich mir in der Tat einen Loyalitätskonflikt vorstellen.

Sei nicht böse meiner Worte, ich habe nur ernsthaft das Gefühl, hier stimmt was nicht, es wird übertrieben bzw. es fehlt eine ganze Menge. Du kannst mich allerdings gerne umstimmen.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 20:21
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Hi oldie,

finde ich total gut, dass du so viel hinterfragst. so muss das sein und ich bin

dir in keinster Weise böse.

Sei du es bitte auch nicht, wenn ich deine vielen Fragen erst im Laufe der

Woche beantworte. ich möchte mir Zeit dafür nehmen.

Danke für Deinen Beitrag.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2010 20:27
 Don3
(@don3)
Rege dabei Registriert

Hallo mandina

Also du kommst mir vor wie die Mutter von der ZDF Reportage die ihren sohn von hintenrum manipoliert.
Sorry aber du musst schon ein bisschen mehr an deinen Sohn denken das kommt hier nicht so richtig rüber.

Gruß Don


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 21:33
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Mal als kleine Anregung ans Publikum:

Wir haben hier ein Kind, das seit dem 5. Lebensjahr beim Vater aufwächst und nun mit 12 überlegt zur Mutter zu wechseln. Würde sich ein Vater, dessen 12jähriger Sohn nach 7 Jahren bei der Mutter zum Vater zu wechseln überlegt anhören müssen:

Also du kommst mir vor wie die Mutter von der ZDF Reportage die ihren sohn von hintenrum manipoliert.
Sorry aber du musst schon ein bisschen mehr an deinen Sohn denken das kommt hier nicht so richtig rüber.

???

Bitte im Auge behalten, dass sowas hier nicht durch die Geschlechterbrille gelesen werden sollte. Es kann nicht jeder alles so perfekt ausdrücken. Und ich habe bei der TO nicht den Eindruck, dass sie hier das Kind manipulieren will oder ihm irgendwelche Wünsche suggeriert. Hier ist ein Kind, das unter 350km Trennung leidet, das mal 300m zwischen beiden Eltern hatte und nun scheinbar einen Elternteil nicht mehr sehr oft sieht und Sehnsucht hat.

Die Frage lautet also: Wie helfen wir dem Kind?

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2010 23:16
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Sorry, jetzt wird´s unübersichtlich. Kenne mich mit dem "Zitateeinfügen" nicht aus.

oldie: Beim Lesen Deiner Zeilen überkommt mich Zwiespalt. Ich bin mir nicht schlüssig, ob es Dir hier tatsächlich um das Wohlbefinden des Kindes geht oder nicht doch um andere, von Dir nicht verarbeitete Dinge geht.

antwort mandina: Wenn es mir nicht um das Kindeswohl ginge, würde ich mir wohl nicht so viele Gedanken machen.

oldie: Einen Loyalitätskonflikt kann ich beim besten Willen nicht ausmachen. Ich sehe Probleme beim Jungen, wenn er zw. Vater und Mutter wechselt, aber diese lassen sich auch mit Trennungsschmerz erklären.

antwort mandina: der Begriff "Loyalitätskonflikt" besteht seitens des Gerichts seit der Verhandlung über das ABR. Damals hat eine massive Manipulation seitens des Vaters stattgefunden, so dass die Hortleitung unseren Sohn fast in eine Pflegefamilie gesteckt hätte. Sie hatte das JA kontaktet und die SB war nicht da. Sonst wäre wohl alles anders gelaufen. Da unser Sohn damals schon nicht klar kam, ob Loyalitätskonflikt oder whatever,
wurde halt am Wohnsitz beim Vater festgehalten und um Ruhe einkehren zu lassen, ihm eben das ABR zugesprochen. Sofortige Reaktion meines Ex war, dass unser Sohn  nur noch alle 14 Tage zu mir durfte mit der Bemerkung: "Ich kenne dich. Du hättest das auch gemacht!" Diese Aussage hat mir damals regelrecht den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich konnte einfach nicht fassen, was im Kopf meines Ex abgeht, denn das war völlig aus der Luft gegriffen und wie es für unseren Sohn weitergehen würde, war ab der Aussage klar. Der Vater wollte mit mir nichts mehr zu tun haben, riss die gesamte Sorge an sich, machte nur noch Alleingänge und deklarierte seine Freundin (sie kannten sich gerade 4 Wochen) zur neuen Mutter. Unser Sohn musste damals auf seinem Schulweg an meiner Wohnung vor bei. Er war 6 o. 7 Jahre. Der Vater hatte ihm jeglichen Kontakt zu mir außerhalb der Besuchswochenenden verboten. Dennoch täuschte er dem Vater, der ihm aus dem Fenster hinterherschaute, vor, den ihm aufgetragenen Weg zur Schule zu gehen. Dann schlug er einen Haken durch die Büsche und überquerte eine extrem vielbefahrene Straße und kam zu meiner Wohnung. Ich fand dann immer Blümchen und kleine Steine im Briefkasten. Ja, das ist so ein ganz besonderer Punkt, in unserer Geschichte, den ich echt nicht verarbeitet habe..... Es folgten unzählige Ereignisse und Aussagen unseres Sohnes, die nie jemand wirklich deuten konnte. Also hielt ich mich im Hintergrund, um Ruhe einkehren zu lassen. Das war mir damals das Wichtigste. Zukunftsfantasien meinerseit, wo das ganze hinführen kann, kappte ich schon beim ersten Aufkommen, um den Blick für die Gegenwart nicht zu verlieren....

Die Formulierungen von Sohnemann, wieso er bei mir wohnen möchte, sind sehr zahlreich und unterschiedlich.
Wenn ich ihn dann auf seine jetzige, doch eigentlich gute Lebenssituation in XYZ anspreche, sagte er vorgestern, ich wolle ihm einen Umzug nur ausreden.

Wir haben es hier - kleine Bemerkung am Rande - mit einem echt pfiffigen, sehr forderndem Kind zu tun, was mir sogar schon von eigens kreirten Strategien im Umgang mit seinem Vater berichtete. Mir schlackerten echt die Ohren....

Der Umgang läuft keinesfalls so, wie ich ihn mir vorstelle. Alle 14 Tage ein WoE wäre das mindeste, ist aber finanziell nicht möglich. JA wird eingeschaltet, weil Sohnemann einen echt besch.... Eindruck macht und ich solche Äußerungen wie: ich könnte mir selber eine reinhauen oder: mir geht´s so mies Mama, bitte hilf mir, ich könnte aus dem Fenster springen, ja wohl nicht einfach so im Raum stehen lassen kann.
Der Vater redet nicht mit mir und wenn ich Briefe schreibe, wie kann ich wissen, ob die nicht sofort in der Tonne landen.

Mach hier gerade mal Schluss kurz... muss mal tief durchatmen.., um den Faden nicht zu verlieren.

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.11.2010 12:15
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

Zitate kannst du auf (mindestens) 2 Arten einfügen:
1. Du drückst bei dem zu zitierenden Artikel auf den Zitatknopf und löscht die Textstellen raus, die unerheblich sind.

2. Du kopierst den gewünschten Text, markierst ihn mit der Maus und drückst das Knöpfechen mit der gelben Sprechblase (Zitat)

Inhaltlich mal was zu Fahrtkosten.
Gesetzlich sind die Umgangskosten nicht geregelt. Es hat sich aber die schlechte Regel eingebürgert, diese alleine dem Umgangselternteil aufzubürden, obwohl es dafür überhaupt keine plausible Begründung gibt.

Mittlerweile gibt es eine kleine Chance, den Betreuungselternteil an den Umgangskosten zu beteiliegn.
Insbesondere im Mangelfall und wenn der Betreuungselternteil die Entfernung geschaffen hat.

Wie sieht es bei dir finaziell aus?
Zahlst du Unterhalt?
Ist der tituliert?

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.11.2010 12:24
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Hi Beppo,

danke für die Tipps bzgl. Zitate.

Ich zahle zur Zeit keinen Unterhalt und hoffe, dass sich das bald ändert.

Ich berichtete ja von einem Jobangebot. Ist momentan noch ein Praktikum

und ob das dann Teilzeit, 400 EUR oder whatever wird, kann ich momentan

noch nicht sagen.

Zur Info an alle: Ich hatte hier eine ganz gute SB beim Sozialamt. Nachdem

mein letzter 400 EUR-Job (August diesen Jahres) beendet war, (während der Zeit

habe ich 150 EUR Unterhalt gezahlt - Titel vorhanden) wurde mir das Ticket nach

XYZ erstattet. Dies war eine Ausnahme, da unser Sohn mit 12 Jahren schon alleine

fahren könne. Also, mit Jahreswechsel gibt´s kein Geld mehr. Die SB hätte eigentlich

eine Bestätigung des Vaters gebraucht, dass Sohnemann bei mir die Ferien verbringt.

Dies verweigerte er jedoch. Die Erstattung der Fahrtkosten lief dann doch problemlos,

mit der Bermerkung der SB:" Naja, ich habe den Jungen ja gesehen.."

Extrem nett, oder?

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.11.2010 12:45
(@mandina)
Schon was gesagt Registriert

Hallo liebe Foris,

ich habe gerade den Vater unseres Sprößlings angeschrieben und ihm mit der Bitte,

dass er doch mal von sich hören lassen soll mitgeteilt, dass mir momentan nach

langem Überlegen nur eine Lösung eingefallen ist.

Wir lassen unseren Sohn die Ferien in größerem Umfang als gesetzlich vorgesehen bei

mir verbringen, da er dass anscheinend im Moment irgendwie braucht. Mit der Zeit

würde er bestimmt merken, dass es auch Sinn macht einen Teil der Ferien mit seiner

Clique in XYZ zu verbringen.

Nach den Weihnachtsferien sollten wir dann gemeinsam überlegen, wie wir es umsetzen

können, dass er den üblichen gesetzlichen Umgang alle 14 Tage mit mir hat.

Mhh, dazu fällt mir gerade ein, dass unser Sohn die Strecke zu mir nicht zurücklegen

kann und das WoE dann wohl eher in seinem Wohnort stattfindet. Aber ich denke,

es würde ihm bestimmt Spass machen, mir sein "Revier" zu zeigen.

Was denkt ihr? Kann das ein Anfang sein, den Vater zum Nachdenken und evtl. zur

Kooperation zu bewegen?

t.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.11.2010 15:08
(@Wolkenhimmel)

Mhh, dazu fällt mir gerade ein, dass unser Sohn die Strecke zu mir nicht zurücklegen
kann und das WoE dann wohl eher in seinem Wohnort stattfindet.

Hallo mandina,

warum kann er das nicht? Gibt es keine vernünftige Zugverbindung o.ä.?

VG WH


AntwortZitat
Geschrieben : 01.11.2010 16:11




Seite 1 / 2