Hallo allerseits,
noch vor einer Woche hätte ich nie gedacht, dass ich im Internet mal nach einer Seite wie dieser suchen würde. Jetzt bin ich froh, sie gefunden zu haben.
Meine Frau, mit der ich seit 8 Jahren verheiratet bin, hat mir eröffnet, dass sie sich von mir trennen will. Wir haben zwei Kinder (3 und 6 Jahre) und leben in einer gemeinsamen Mietwohnuung.
In den letzten Jahren gab es viele Krankheitsfälle in der Familie, die sehr kraftraubend waren und die insbesondere meiner Frau sehr zugesetzt haben. Wir haben uns im Alltag als Paar zu sehr vernachlässigt, weil meist die Kinder oder irgend eine Krankheit im Vordergrund standen. Ich habe ein zeitraubendes Hobby, dass ich in den letzten Jahren aber schon stark reduziert habe. Auch eine Phase beruflicher Umorientierung incl. Hartz IV verlief nicht spurlos.
Weil wir uns immer mal wieder über die gleichen Dinge stritten (aber keineswegs extrem heftig oder ständig) wollten wir im letzten Jahr eine Paarberatung nutzen. Aufgrund der langfristigen Terminvergabe wurde es erst im Winter etwas. Wir haben seither regelmäßig Gespräche geführt und an unserem Umgang miteinander und an unserer Beziehung gearbeitet. Ich hatte den Eindruck, wir wären auf einem guten Weg, gleichwohl meine Frau in den Gesprächen anklingen ließ, dass sie schon über eine Trennung nachgedacht hätte (dies aber nicht wolle). Ich habe nur letzteres so richtig gehört. Der Umgang miteinander wurde besser, es waren nur kleine Schritte, aber meine Frau sagte immer wieder, dass sie Zeit bräuchte. Und die gab ich ihr, obwohl ich Angst hatte, sie "loszulassen" und zu verlieren. Dann wurde sie vor kurzem noch einmal krank und hatte Zeit zum Nachdenken. Kam zu dem Schluß, nichts Verbindendes mehr zu spüren und mich nicht mehr zu lieben. Und überraschte mich vollkommen mit Ihrem Entschluss zu gehen.
Die ersten vier Tage war ich völlig fertig - und bin es eigentlich noch immer.
Sie möchte - um der Kinder willen - eine Trennung in Frieden und dass ich weiterhin für die beiden Kurzen da sein kann (einmal pro Woche zum Insbettbringen, während sie beim Sport ist - ein Nachmittag pro Woche während sie arbeitet und alle 14 Tage am WE). Das mag großzügig sein, und tröstet mich doch nur wenig, weil ich ganz viel von der Entwicklung der beiden nicht mehr mitbekommen werde (wir hängen sehr aneinander). Und ich denke, dass diese Besuchstage niemals realer Alltag, sondern halt etwas Besonderes/Künstliches sein werden. Die Wohnung möchte sie behalten. Wie ich bei meinem Gehalt (trotz Vollzeitstelle) in unserer sündhaft teuren Stadt neben dem Unterhalt für die Kinder noch die Miete, Lebensunterhalt und die Fahrtkosten zur 40 km entfernten Arbeit (plus notwendiger Neuanschaffungen) bezahlen soll, ist mir noch unklar.
Ich soll recht bald aus der Wohnung, weil es sonst zu belastend ist. Meine Frau und ich schlafen nachts nicht mehr richtig. Wir reden jeden Tag, aber während ich mit Schmerz und Trauer kämpfe, gibt sie sich völlig klar und selbstsicher. Sie gibt zu, dass das ein Schutz ist und ist zudem bestens (beruflich) geschult, um mit solchen Situationen umzugehen.
Eine Freundin meiner Frau (Kinder- u. Jugendtherapeutin) hatte ihr geraten, den Kindern erst zwei Tage vor meinem Auszug von der Trennung zu erzählen. Unser älteres Kind hatte den Braten aber längst gerochen und nach meiner zweiten Nacht im Wohnzimmer war ihm klar, was droht. Es hat ein paar Mal heftig geweint, und bekam dann von meiner Frau gesagt, dass eine Trennung ja noch gar nicht anstehe und wir uns nur gerade nicht so gut verstehen, sodass ich nicht im Schlafzimmer schlafe.... Es bricht mir das Herz, seinen Kummer zu erleben. Überall lese ich, dass man den Kindern gegenüber möglichst klar auftreten soll, um ihnen ihre Angst zu nehmen. Ich bin nervlich so fertig, dass ich das einfach nicht kann. Ich liebe meine Frau und meine Kinder und fürchte, dass ich tatsächlich nichts tun kann, außer mich mit der neuen Situation zu arrangieren und irgendwie das Beste daraus zu machen.
Ich versuche, mir Informationen zu besorgen, die mir eine Orientierung geben, rede mit allen möglichen Leuten darüber und werde mir wohl auch psychologische Hilfe holen. Ich möchte mich mit alldem eigentlich gar nicht befassen, aber mir bleibt nichts übrig zumal ich auch zeitlichen Druck empfinde.
Hier sind ja einige Leute, die den ganzen Mist auch schon erlebt haben. Welche Ratschläge habt ihr?
Hey,
willkommen hier im Forum. Die erfahrenen User und Moderatoren werden Dir sicherlich noch viele gute Ratschläge geben.
Aus meiner Erfahrung heraus: Es wird hart, aber Du kannst die Probleme bewältigen. Lese den Trennungs-FAQ und die Erfahrungen der anderen User. Dies ist schon sehr hilfreich.
Achte insbesondere darauf, nicht vorschnell auf Forderungen Deiner Frau einzugehen. Frauen führen einen solchen Schritt nie unüberlegt, gehen generalstabsmäßig vor und sie ist Dir schon ein paar Schritte voraus. Du musst das Steuer schnell wieder in die Hand zurück bekommen. Insbesondere die "gute Freundin" und ihre Tipps zeigen Dir, dass die freundlichen "Einflüsterer" schon zur Stelle sind.
Und da hilft auch kein "wir wollen uns im guten trennen, etc." Das ist ein toller Ansatz, der sicher auch klappen kann. Er klappt aber nur, wenn auch Du Deine Abwehr hochgefahren hast und weißt, womit Du rechnen musst. Also: Nicht ausziehen. Wenn sie gehen will, kann sie das tun.
Informiere Dich, bleib freundlich aber bereite Dich auf eine harte Schlacht vor.
Hallo Xyphius,
gut, dass Du den Weg so schnell hierhergefunden hast. Deine Situation erinnert mich an meine vor einigen Jahren.
Ich würde Dir wie Ingo30 auch ganz dringend raten, die TrennungsFAQ zu lesen und zu beherzigen; der militante Ton dort ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangebracht. Sachlich ist leider alles recht zutreffend, was dort beschrieben wird.
Wichtig: Mach Dir klar, dass mit dem Schritt Deiner Frau etwas Neues begonnen hat und beschäftige Dich nicht mit Trauer über das Alte - das kommt später. Die Familie, wie sie bisher war, ist vorbei.
Lass Deine Frau als Partnerin los, konzentriere Dich auf die Kinder, Dich und die gemeinsame Elternschaft mit der Mutter. Entwickle eine Idee für Dich, wie es mit Deinem Leben, mit den Kindern, weitergehen könnte. Nimm Kontakt mit Vätergruppen etc auf, nicht nur virtuell wie hier, sondern real.
Und, wie Ingo30 ebenfalls schon gesagt hat, aber man kann es nicht deutlich genug machen: Zieh nicht aus, wie es Deine Frau von Dir wünscht. Wenn Du es tust, bedeutet das Deine Einwilligung in das von Dir gefürchtete Dasein als Umgangsvater, zu den Bedingungen, die Deine Frau sich vorstellt. Wenn Du hingegen bleibst, auch wenn das psychisch belastend ist, hast Du die Chance, mit Deiner Frau auszuhandeln, wie Ihr die Elternschaft danach gestaltet. Sonst nicht.
Das gleiche gilt, wenn Sie mit den Kindern ausziehen will: Auch das solltest Du nicht zulassen (Gericht), der Effekt ist der Gleiche.
Deine Frau will die Trennung; das ist ihr gutes Recht und sicher besser für die Kinder als ein langer Schrecken ohne Ende. Aber sie ist verpflichtet, mit Dir zusammen eine Lösung zu suchen, wie Ihr die neue, von ihr initiierte Situation gemeinsam gestaltet.
Auf die Kinder kommt eine harte Zeit zu, aber das kannst Du nicht ändern.
Viel Kraft, nicht verzagen, Deine Kinder brauchen Dich.
Tarek
Servus Xyphius,
Welche Ratschläge habt ihr?
Gleich mal den ersten und wichtigsten vorneweg: ZIEHE NICHT AUS!
Und warum lässt Du Dir von Deiner zukünftigen Ex den weg vorzeichnen?
Wenn sie die Trennung möchte, dann kann doch auch sie ausziehen. Mit ihren beiden Händen fleissig arbeiten und sich dafür eine Wohnung nehmen und zudem den Unterhalt für eure Kinder zahlen.
Wo steht den geschrieben, dass ausnahmslos Dir diese Rolle zufällt?
Eine Freundin meiner Frau (Kinder- u. Jugendtherapeutin) hatte ihr geraten, den Kindern erst zwei Tage vor meinem Auszug von der Trennung zu erzählen.
Großer Alarm!
Die Spezialistinnen in Sachen "Du arme Frau mit dem armseeligen Wicht als Ehemann ich helf Dir jetzt mal" ist also schon im Einsatz.
Sowas kann man schon als Kriegserklärung verstehen.
Was willst Du für die Zukunft erreichen? Das muss Dir sehr schnell klar werden, damit Du die richtigen Weichen stellen kannst, bevor es Deine Frau mit ihren Ratgeberinnen tut.
Sie ist schon viel weiter als Du.
Während Du noch "völlig fertig" bist, legt sie schon mal fest, wie sie es haben möchte. No way!!
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Kann Michael nur zustimmen.
Und wenn die "liebe Freundin" noch zufällig bei einer Beratungsstelle arbeitet (was komischerweise auch vorkommt), in der Du dann ganz unverbindlich noch eingeladen wirst (um alles ganz toll zu besprechen, am besten auch schon mal den Unterhalt), sollten die Alarmglocken richtig klingeln. Gruss Ingo
Und wenn die "liebe Freundin" noch zufällig bei einer Beratungsstelle arbeitet (was komischerweise auch vorkommt), in der Du dann ganz unverbindlich noch eingeladen wirst (um alles ganz toll zu besprechen, am besten auch schon mal den Unterhalt), sollten die Alarmglocken richtig klingeln
Dito!!!
das riecht ja schon nach Beschiß, pass´blos auf! Ich hätte auch nie gedacht, dass eine Frau dermaßen abgebrüht und berechnend sein kann. Passt iwie auch nicht in unser beschränktes männliches Idealbild, ist aber so! Ich würde sogar zum Anwalt raten, weil ich mir fast sicher bin, dass deine zukünftige Ex diesen Weg bereits gegangen ist. Du musst dich verbünden, allein rupfen sie dich wie ein Hühnchen!!
Gruß Dirk
hallo xyphius,
wenn ich deine geschichte lese tauchen viele erinnerungen auf. Ich bin einer,
der nicht glauben wollte, was ihm erzählt wurde und musste alles selbst erfahren
Ich habe vertraut und wurde schamlos und äußerst niederträchtig hintergangen.
Mein Durchhalten und der Bezug meiner Kinder zu mir haben geholfen.
Spreche sofort beim JA vor und stelle dort ein Umgangs- oder Betreungskonzept
vor.
Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit dass ihr die Trennung mit einer Mediation
abschliessen könnt.
Aber höre auf die Ratschläge hier.
Grüße
