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Nicht wirklich ein Problemfall, trotzdem viele Fragen

 
(@wheel)
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Hallo liebe Forumsmietglieder,

seit einigen Monaten lese ich hier alles Mögliche durch und bekomme sehr gute Informationen.  Nun möchte ich gerne meine Situation schildern und einige Fragen stellen.

Seit 01.03.11 nach 11 Jahren Ehe leben wir mit meiner Frau nicht mehr zusammen. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (4 Jahre alt). Die Trennung ist unspektakulär verlaufen. Über die Trennungsabsichten meiner Frau war ich nicht erfreut, hatte aber grundsätzlich nichts dagegen. Die Ehe funktionierte seit einigen Jahren nicht mehr, wir haben sehr früh geheiratet und mit der Zeit sind unsere Interessen und Lebensziele weit auseinander gegangen. Alles was uns noch verbindet ist nur das Kind und nur deshalb konnten wir noch par Jahre zusammen durchhalten, sonst wäre die Trennung schon viel früher eingetreten. Im Endeffekt haben wir die gleichen Ansichten gehabt, dass es sich nicht lohnt weiterhin unglücklich zu bleiben nur weil wir ein Kind zusammen haben. Für das Kind ist so was auch nicht das Beste, wenn die Eltern nicht mehr vernünftig mit einander umgehen können.

Natürlich haben wir unsere persönlichen Differenzen gehabt, aber die Trennung haben wir meiner Meinung nach, auch dank der Kooperationsbereitschaft auf beiden Seiten ordentlich gemeistert. An diese Stelle möchte ich bemerken, dass die KM bisher mein Leben nicht im Geringsten erschwert hat. Ganz im Gegenteil, sie musste auf einiges verzichten und ist in meinen Augen in der heutigen Situation etwas schlechter gestellt als ich. Das ist der große Unterschied zu den Geschichten die ich hier im Forum gelesen habe.

Wir sind beide Berufstätig. Ich habe übliche Arbeitszeiten von 8 bis 17 oder von 9 bis 18 Uhr, als Gleitzeit. Meine „noch“ Ehefrau ist Krankenschwester und arbeitet im Wechseldienst und sie muss Spät- und Nachtschichten ebenfalls mitmachen. Der Kleiner geht in Kindergarten. Die Betreuungszeiten sind sehr großzügig. Von 6:30 bis 17:00 kann das Kind betreut werden. Meistens wird er zwischen 8 und 9 Uhr hingebracht und bleibt dort bis zum Schluss. Obwohl er soviel Zeit in der KiTa verbringt, ist er dort sehr, sehr gern. Die Kinder werden sehr gut betreut und als Eltern können wir uns diesbezüglich als glücklich schätzen.

Die KM wollte ausziehen und hat für sich eine Mietwohnung gesucht und gefunden. Die neue Wohnung liegt ganz in der nähe und ist zu Fuß maximal 10 min von meiner entfernt. Ich bin in der gemeinsamen Mietwohnung  geblieben, weil die KM nicht in der Lage wäre diese langfristig zu finanzieren und in absehbarer Zeit auf jeden Fall ausziehen müsste. Die Wohnung ist relativ groß und nicht gerade billig und ich brauche diese Wohnung auch nicht. Der Vorteil hier ist nur die Nähe zu meinem Kind. Außerdem können wir überhaupt nicht einschätzen wie es mit uns in persönlicher Hinsicht weitergeht. Die neue Beziehungen, die nicht zu vermeiden und natürlich sogar erwünscht sind, können einiges an heutiger Situation verändern. Solange keine eindeutige Klarheit herrscht bleibe ich in dieser Wohnung. 

Was ein Wechselmodel ist, habe ich erst hier im Forum erfahren, lange nach dem wir uns über die Betreuung des Kindes einig waren. Eigentlich war das ganz leicht, da eine andere Möglichkeit mit den Arbeitszeiten der KM  gar nicht Möglich wäre. Wenn sie Spätschicht hat, hole ich den Kleinen ab und um 20:30 ist er wider bei der Mutter. Hat sie Frühschicht, dann ist es umgekehrt. Er schläft bei mir und ist nachmittags bei der Mutter. Hat sie Nachtschicht (meistens 3-4 nächste hintereinander) dann ist der Kleiner Tag und Nacht bei mir. Die KM hat eine ¾ Stelle und hat dadurch insgesamt ca. 12 - 13 Tage frei im Monat. In dieser Zeit ist das Kind meistens bei Ihr. An Wochenenden unternehme ich meisten irgendwas mit dem Kind, auch wenn die KM frei hat. Ich bin gerne mit meinem Kind zusammen und kann mein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Als Eltern verfolgen wir grundsätzlich eine gemeinsame Linie in der Erziehung und sind uns diesbezüglich fast immer einig.

Bisher läuft alles sehr gut und ich bin sehr dankbar dafür und hoffe, dass der Umgang mit der KM auch weiterhin so gut funktioniert. Bisher haben wir keine Anwälte eingeschaltet. Ich habe etwas recherchiert und wollte unbedingt die unnötige Kosten und Ärger vermeiden. Die KM war damit einverstanden.

Gestern habe ich ein Gespräch mit der KM gehabt und jetzt beschäftigen mich leider einige Fragen, auf die ich gerne eine Antwort hätte.

Wie bereits erwähnt ist die KM mit mir sehr fair umgegangen. Ob dieses Verhalten ein Zeichen der Gutmütigkeit oder was anderes dahinter steckt, kann ich bisher nicht urteilen.  Sie war auf jeden Fall auf meine Hilfe angewiesen. Ihre Familie lebt 2600 km entfernt und kann ihr überhaupt nicht helfen. Wir haben niemals großartig verdient, aber immer auf einem großen Fuß gelebt. Wir hatten fast keine Schulden, aber angespart haben wir auch nichts. In der „verworfenen“ Familienplanung waren die größeren Ansparungen und Immobilenkauf erst mit doppeltem Einkommen vorgesehen. Dieses haben wir aber nur die letzen 8 Monate gehabt. Für den Umzug der KM haben wir uns Geld geliehen. Beim Umzug hat meine ganze Familie großartig geholfen, dadurch konnten wir natürlich sehr viel Geld sparen.

Zu den Fakten:

Von 2003 bis 2008 habe ich studiert und sie hat von 2002 bis 2007 Vollzeit gearbeitet. Ich habe immer einige Nebenjobs gehabt, aber niemals mehr als 400 € im Monat verdient. 2007 kam das Kind zur Welt und sie hat für 3 Jahre eine Auszeit genommen. Ab 08.2008 bin ich Vollzeit beschäftigt. Bereits nach 2 Jahre Erziehungsurlaub hat die KM ein 400 € Job aufgenommen. Nach 3 Jahren, ab 01.07.2010 war sie zurück in ihren Job und hat bis zum 31.12.2010 Vollzeit gearbeitet. Ab dem 01.01.2011 hat sie die Arbeitszeiten auf ¾ gekürzt, mit der Begründung „mir ist es zu viel“. Kann ich auch nachvollziehen und hatte nichts dagegen.

Vor der Trennung haben wir folgende Vereinbarung getroffen (nur Mündlich):

Wir haben nicht wirklich viel zum Teilen gehabt. Alles was sie wollte, hat sie aus der Wohnung mitgenommen. Hier also hier kein Problem.

TU- von Anfang an hat sie gesagt, von mir möchte sie nichts haben! Dagegen habe ich mich auch nicht gewehrt.

KU - da ich das Kind zu 50% betreue, zahle ich kein KU. Das Kindergeld bekommt sie in voller Höhe ausgezahlt. Die Kosten für die KiTa und alle andere größere Anschaffungen für das Kind übernehmen wir jeweils 50/50.

Aus der Ehe haben wir Schulden für das Auto. Das Fahrzeug habe ich auch behalten, da meine Arbeitsstelle 30 km von mir entfernt liegt. Der Arbeitsweg der KM ist 400- 500 m lang. Die KiTa liegt direkt vor der Arbeitsstelle der KM.  Der Kredit läuft auf meinen Namen. Die Monatsraten belaufen sich auf 200 €  und in einem Jahr steht eine Restzahlung von 8500 €. Der Restwert des Fahrzeuges wird zu diesem Zeitpunkt  etwas höher sein, als die Restzahlung.

Um das Geld für die Wohnungseinrichtung der KM habe ich meine Eltern bemüht und die haben uns insgesamt 5.000 € geliehen. Wir haben vereinbart, dass ich 3000 € und sie 2000 € zurück bezahlt. Für das neue Kinderzimmer bei mir und weitere Möbeln, die ich nach dem Umzug der KM benötigt habe, habe ich weitere 2000 € Kredit aufgenommen.

Einkommen:
2010:

KM: 01.01.2010- 30.05.2010    400 € Job.  StKl 5

      Ab 01.07.2010 Vollzeit   1800 € + 13  St.Kl. 4

Ich:       01.01.2010- 30.06.2010               2030 € St. Kl 3
      01.07.2010- 31.12.2010   1820 € St. Kl 4 + 13

2011                  

KM:     ¾ Stelle    1500 €  St.Kl.  4 + 13 + Kindergeld
Ich     Vollzeit    1975 €  St. Kl. 4 + 13

Trennung: ab 01.03.2011

Nach dem letzen Gespräch hat die KM den Wunsch geäußert die Arbeitsstunden weiter zu reduzieren.  Sie sagt, sie muss zu viel arbeiten und sieht deshalb das Kind viel zu selten. Auf die Frage „Wie willst du dein Leben finanzieren?“, habe ich als Antwort ein Augenwurf in meine Richtung bekommen. Was als nächstes kommt weiß ich auch schon. Ich habe keine Angst von TU Zahlungen. Ich befürchte, dass ich in diesem Fall mein Kind seltener zu sehen bekomme und das möchte ich unbedingt vermeiden.

In meinen Augen ist sie für den heutigen Zeitpunkt tatsächlich schlechter gestellt als ich. Sie hat eine viel kleinere Wohnung, hat kein Auto und ein Job, wo sie im Schichtwechsel arbeiten muss. Auch wenn sie nach Abzug aller Kosten mehr Geld zu Verfügung  hat als ich (Meine Wohnung kostet fas das doppelte, Autokredit + sonstige Verpflichtungen), verläst mich nicht das Gefühl ich wäre ihr was schuldig.

Mir geht es überhaupt nicht ums Geld. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich gerne das Leben von ihr erleichtern, auch dem Kind zu liebe. Deshalb möchte ich gerne wissen wie viel TU ich normale Weise zahlen müsste und wie lange? Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Trennungsjahr relativ schnell geschieden sein werden.

Vielleicht könnte ich dann auf Grundlage dieser Zahlen ihr ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Ich möchte mit allen möglichen Mitteln erreichen, dass mein Kind weiterhin bei mir mindestens die Hälfte der Zeit verbringt, auch langfristig und nicht nur weil die KM keine andere Betreuungsmöglichkeit hat. (so ist es im Moment).

Der junge ist erst 4 Jahre alt, hat aber die Trennung sehr gut verkraftet. Er versteht sehr gut, dass Papa und Mama nicht mehr zusammen leben und ist gerne bei mir und bei ihr ebenfalls. Bisher konnten wir nicht im Geringsten erkennen, dass er darunter leidet.  Die KM hat überhaupt nichts dagegen und ist der Ansicht, dass das Kind unbedingt den Vater braucht.  Hier möchte ich gerne wissen, wie ich diese Regelung nach der Scheidung beibehalten kann. Hier kann nicht von einem typischen Wechselmodel sprechen. Ich habe gelesen, dass beim Wechselmodel ein gewisses Maß an Beständigkeit in der Abwechselung der Betreuung gewährleistet sein muss. Das ist bei uns z.B. nicht der Fall. Die Schichten der KM sind immer unterschiedlich und die Planung der Schichten ist relativ kurzfristig. Mal ist das Kind bei mir 3 Tage und dann bei ihr 2 Tage, Mal schläft er hier, Mal dort u.s.w.  Kann so was ein Problem werden?

Kann die KM als alleinerziehend betrachtet werden? Sie hätte gute Zuschüsse vom AG haben können und St.Kl 2 zum Beispiel. Kann sie überhaupt als alleinerziehend gelten, wenn ich die Betreuung 50/50 übernehme?

Kann mir  bitte jemand ein par Tipps geben, wie ich in meiner Situation und später während der Scheidung vorgehen sollte um eine gewisse Zukunftssicherheit im Bezug auf die Betreuung des Kindes zu erhalten. Was soll ich am besten tun?

Sollten wir uns mit der KM auch ohne Anwählte einigen, wie sollen wir bei der Scheidung vorgehen um das Beste für uns beide und auch für das Kind aus der entstandenen Situation zu realisieren. Betreuungstechnisch und finanziell (Gerichtskosten, Notarkosten, wenn überhaupt notwendig, Steuerklasse 2 für die KM u.s.w.??)  ?

Ich habe versucht alles so ausführlich wie Möglich zu beschreiben. Daraus ist ein sehr langer Text geworden. Deshalb möchte ich mich vorab für die Länge des Textes und einige Schreibfehler (Deutsch ist nicht meine Muttersprache) entschuldigen. 

Herzlichen Dank für euere Antworten und Tipps!

MfG

Wheel


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 08.04.2011 15:28
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin wheel.

Erstmal herzlichen Glückwunsch, dass ihr das so sauber hin bekommt.

Versucht das um (fast) jeden Preis beizubehalten.

Zur Frage was ihr zusteht:

Wenn ihr euch zankt, steht dem der das Kind zu mindestens 51% hat ca. 241,-€ plus KG zu.

Betreuungsunterhalt sehe ich nicht, da ihr beide ungefähr gleich viel verdient.

Was ich noch nicht ganz verstehe, ist warum du sie finanziell als benachteiligt ansiehst, wo ihr doch beide rund 1.800,- verdient.

Wenn es aber so ist, würde ich dir empfehlen, dass ihr euch an einen Tisch setzt und dieses "Gefühl" abgleicht und quantifiziert.

Das ist allemal besser als wenn einer von euch sich erstmal von einem RA oder sonstigen Scheidungssöldnern zu einem Vernichtungsfeldzug überreden lässt.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2011 16:38
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin

Nach dem letzen Gespräch hat die KM den Wunsch geäußert die Arbeitsstunden weiter zu reduzieren.  Sie sagt, sie muss zu viel arbeiten und sieht deshalb das Kind viel zu selten. Auf die Frage „Wie willst du dein Leben finanzieren?“, habe ich als Antwort ein Augenwurf in meine Richtung bekommen. Was als nächstes kommt weiß ich auch schon. Ich habe keine Angst von TU Zahlungen. Ich befürchte, dass ich in diesem Fall mein Kind seltener zu sehen bekomme und das möchte ich unbedingt vermeiden.

Kannst Du Deine Befürchtung mal präzisieren? Ich kann nicht einordnen, auf welchen Teil in den Sätzen zuvor Du diese beziehst.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2011 16:47
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hey Wheel,

willkommen im Forum. Die erfahrenen User werden Dir sicherlich auch noch schreiben.

Aus meiner Erfahrung heraus, wechselt ihr zum 01.01.12 Eure Lohnsteuerkarten in I / II (wenn Deine Ex dann noch alleine ist, neue Partner kommen normalerweise sehr schnell wieder ins Spiel). Für 2011 könnt ihr dann letztmalig die gemeinsame Veranlagung wählen.

Was ich persönlich gut finde, ist das es so friedlich abläuft bei Euch. Das ist sehr gut. Was mir aber sauer aufstößt: Wenn Sie Dir schon so entgegenkommt (und glaub mir, Trennungsunterhalt zu zahlen knallt richtig rein), solltest Du wenigstens den Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle in voller Höhe zahlen. Darauf hat Sie bzw. Dein Kind eh auch die nächsten Jahre Anspruch.

Für die Einreichung der Scheidung braucht ihr eh mind. einen Anwalt. Wenn ihr es weiter so friedlich lösen könnt, könnt ihr so auch Geld sparen. Aus meiner Erfahrung heraus ist es auch sinnvoll, eine Scheidungsfolgevereinbarung beim Notar zu schließen. Dort tretet ihr gleichberechtigt auf (im Gegensatz zu Anwälten: diese sind immer nur einem Auftraggeber verpflichtet). Ihr könnt so große Teile der Scheidung und gerade auch bzgl. Eurem Sohn regeln und es beugt einfach Zwist vor.

Weiterhin viel Erfolg und motiviere Deine Ex zum eigenverantwortlichen Leben. Dies ist immer noch besser, als wenn später das Arbeitsamt (bei Bedürftigkeit Deiner Ex) bei Dir amtlich anfragt und Du dann so zur Zahlung verpflichtet wirst (z.m KU!) Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2011 16:57
(@wheel)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Zusammen,

vielen Dank für euere Antworten:

Was ich noch nicht ganz verstehe, ist warum du sie finanziell als benachteiligt ansiehst, wo ihr doch beide rund 1.800,- verdient.

ab 2011 verdiene ich 1975 € und sie nur 1500 € mit einer 3/4 Stelle. 1684 € hat sie zur Verfügung mit Kindergeld. Und jetzt möchte sie gerne die Arbeitszeiten weiter kürzen. Vermutlich auf 50%.

Kannst Du Deine Befürchtung mal präzisieren? Ich kann nicht einordnen, auf welchen Teil in den Sätzen zuvor Du diese beziehst.

Habe ich in den Sätzen danach.  🙂 Der Text ist einfach viel zu lang!  "Ich möchte mit allen möglichen Mitteln erreichen, dass mein Kind weiterhin bei mir mindestens die Hälfte der Zeit verbringt, auch langfristig und nicht nur weil die KM keine andere Betreuungsmöglichkeit hat. (so ist es im Moment). "

Meine Befürchtung ist, dass ich dann nicht mehr gebraucht werde! Im Moment ist der Kleiner so oft bei mir nur weil die KM diese Familienunfreundliche Arbeitszeiten hat. Ich habe mein Wunsch gegenüber der KM, das Kind für immer für 50 % und wenn es sein muss für mehr zu betreuen geäußert. Auf meine "Anfrage" habe ich keine eindeutige Antwort erhalten. Kann sie eigentlich auch nicht geben. Kann ich auch verstehen. Wer weist wie es in ein par Monaten oder Jahren aussieht?  Grundsätzlich hat Sie nichts dagegen, äußert aber große Bedenken. Wenn Sie dann nur 50 % arbeitet und folglich mehr Zeit hat, dann werden meine Betreuungszeiten deutlich reduziert, wenn sie darauf besteht. 

Was mir aber sauer aufstößt: Wenn Sie Dir schon so entgegenkommt (und glaub mir, Trennungsunterhalt zu zahlen knallt richtig rein), solltest Du wenigstens den Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle in voller Höhe zahlen. Darauf hat Sie bzw. Dein Kind eh auch die nächsten Jahre Anspruch.

Ich drucke mich überhaupt nicht davon. Es läuft nur in einer anderen Form ab. Die KM hat niemals in unserem Leben die finanzielle Situation im Überblick gehabt. Sie hat niemals eine Rechnung selbst bezahlt. Was eine Stromrechnung ist, wie diese Bezahlt wird, wie z.B. online Banking funktioniert – dies alles müsste ich erklären und zeigen bevor sie ausgezogen ist. Sie ist überhaupt nicht dumm oder ähnliches, sie hatte einfach niemals Interesse daran gehabt. Mit EC Karte konnte sie umgehen und war niemals verschwenderisch.  Wir haben immer ein gemeinsames Konto gehabt und die Daueraufträge wie z.B. für KiTa laufen immer noch über dieses Konto. Wenn alle Kosten, die ich für das Kind aufbringe, zusammen gesetzt werden, dann liege ich deutlich höher als bei 241 €. Das versteht die KM. Hier haben wir überhaupt keine Schwierigkeiten. Für mein Kind ist mir kein Cent zu viel.  Und die KM weißt das zu schätzen. 

Wie gesagt, mir geht es nicht ums Geld. Ich möchte irgendwie, sofern Möglich, eine gewisse Sicherheit in meinem Leben haben. Auch wenn die KM so gut bisher kooperiert, so was kann sich sehr schnell ändern, da mache ich mir keine Illusionen. In Gesprächen mit ihr erkenne ich die Unzufriedenheit. Sie ist mit der neuen Situation genau so unglücklich, wenn nicht noch mehr, als vorher. Ich lehne niemals meine Hilfe ab, aber letzte Zeit fragt sie danach bei den anderen und nicht bei mir und das ist für mich ein schlechtes Zeichen. Ich kann schlecht beurteilen, was sie sich denk. Irgendwas sagt mir aber, dass diese Situation nicht weiter so friedlich gehen wird. Dieses Gefühl verlässt mich nicht und deshalb mache ich mir sorgen. Ich werde demnächst versuchen ihr noch mal meine Hilfe in allen möglichen Bereichen anzubieten, nur damit sie es einfacher hat und sich endlich besser fühlt.

Noch mal offene Fragen:

Wie viel TU ich im Normalfall zahlen  müsste und wie lange?

Auf der Grundlage dieser Zahlen möchte ich ihr ein Angebot machen, damit sie sich vielleicht etwas mehr leisten kann und die Idee mit dem Stundenabbau aus dem Kopf hat. Die Stunden zu reduzieren ist bei ihr relativ einfach. Mehr zu bekommen ist dagegen schwer. Niemand weist wie lange sie noch alleine leben muss und ich möchte Sie gerne motivieren selbständig und unabhängig zu bleiben. Davon hat das Kind langfristig in meinen Augen viel mehr, als wenn er die Mutter einfach öfter sieht. Ich möchte mir nicht ausmahlen wie mein Kind leben muss, wenn sie irgendwann die Leistungen vom Amt beantragt.

Kann die Kindesbetreuung beim Notar vor der Scheidung geregelt werden? Habe ich das richtig verstanden? Also, falls wir uns einigen, können wir so was notariell Beurkunden?  Wie gehe ich da vor? Wann kann ich das machen? Was soll beachtet werden?

MfG

Wheel


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 08.04.2011 18:52
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hey Wheel,

TU zahlst Du bis zur rechtskräftigen Scheidung... kann also 1 Jahr und noch ein paar Monate betragen. Ich kann Deine Einstellung gut verstehen. Trotzdem. Ihr habt Euch getrennt und so schwer es Dir fällt: Es ist die Aufgabe Deiner Frau nun selbst mit ihrem Gehalt, ihrer EC Karte und wenn sie es nicht hinkriegt mit dem Überweisungsträger zur Sparkasse zu gehen.

Ansonsten wirst Du auch die "innerliche Trennung" für Dich schwer hinkriegen. Und dazu kommt auch auch die korrekte Zahlung des KU auf ihr Konto, zu ihrer Verfügung. Somit hat sie mehr Geld zur eigenen Verfügung und kann selbst disponieren. Die Weiterführung von gemeinsamen Konten (so gut es gemeint ist) halte ich in diesem Fall für nicht zielführend. Wie gesagt: Du kannst Dich frooooooh schätzen, keinen TU zu zahlen.

Dieser TU zwingt viele Trennungsmänner in die Knie, der Lebensstandart sinkt extrem ab. Denn hier kommt man gesetzlich auch nicht raus. Was willst Du übrigens machen, wenn Deine Ex Dich mit einem Rechtsanwalt angeht und Dich in Verzug bzgl. des KU setzt? Du kannst keine Zahlungen nachweisen. Der Regelfall ist die Einzahlung mit Verwendungszweck auf das Konto der Kindsmutter.

Lies auch mal ein bisschen im Forum zum Thema einvernehmliche Trennung. Es gibt Ex-Paare, die fast alles ohne Schriftsätze schaffen. Ich persönliche finde die notarielle Scheidungsvereinbarung eine tolle Sache weil hier wirlich alles wichtige auf Augenhöhe geregelt werden kann. Bei wem lebt das Kind, Regelungen zum nachehelichen Unterhalt, Begrenzungen des nachehlichen Unterhalts und heute sind auch Regelungen zum Versorgungsausgleich (der bei einer Scheidung immer durchzuführen ist) möglich. Für eine einvernehmliche Scheidung mit einem Anwalt ist eine notarielle Scheidungsfolgevereinbarung eh fast immer erforderlich. Aber das ist Aufgabe des Notars Euch hier zu beraten. Viel Erfolg 🙂


AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2011 19:29
(@nadda)
Registriert

Hi,

finanziell sehe ich das durchaus etwas anders.

Trennungsunterhalt seh ich überhaupt nicht, wozu? Sie arbeitet, sie hat einen Job, wenn sie den reduzieren will ist das ihr Privatvergnügen das ihr niemand finazieren sollte.

Kindesunterhalt würde ich an deiner Stelle unter Umständen zahlen, allerdings nur wenn du mit deiner Frau eine verbindliche Umgangsregelung hinbekommst die taugt. Sonst stellt sie sich nach der Kürzung auf 50% hin und du siehst euer Kind viel weniger. KU in einem Wechselmodell ist nicht wirklich notwendig, aber wenn du damit dafür sorgen kannst das Wechselmodell schriftlich zu verankern würde ich ihn zahlen.

Also versuche mit ihr eine schriftliche Vereinbarung auf das Wechselmodell zu kriegen, denke das ist erstmal das Wichtigste. Ihr habt das jetzt eine Weile praktiziert, dem Kind geht es gut damit, also gibt es keinen Grund das nicht weiter so zu machen.

Meiner Meinung nach ginge von einem TU das falsche Signal aus, das würde ja bedeuten Sie hat als Mutter Anspruch auf Geld von dir. Da sie berufstätig ist, ist dem nicht so, ihr verdient ja ähnlich.

LG
Nadda


AntwortZitat
Geschrieben : 09.04.2011 19:59