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bin neu und brauche Rat

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(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

Hallo!
Ich hab´schon viel bei Euch mitgelesen und freue mich, hier ein Forum gefunden haben, dass so konstruktiv miteinander "arbeiet".

Ich weiß auch gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, es gäbe so viel zu schreiben. Und ich habe Angst, mein Mann könnte mich hier erkennen.

Ich bin verheiratet und habe 4 kleine Kinder. Sie sind zwischen 2 und 6 Jahren. Die Elternzeiten habe ich genommen. Für meinen Mann war das auch selbverständlich "die Kinder gehören zu ihrer Mutter". Ich habe meine Elternzeiten genossen. Aber schon damals der Spruch meines Mannes hätte bei mir alle Alarmglocken klingeln lassen sollen. Egal, was anfiel, Versorgung der Kinder, Arztbesuche, Haushalt mit allem, was dazu gehört. Alles meine Aufgabe. Auch ok. Lange tat es mir aber leid, dass vom Papa kein ins-Bett-bringen erfolgt, kein gemeinsames Spiel, kein Spielplatzbesuch, kein Geschichten-Vorlesen, etc., obwohl es die Kinder gar nicht so vermisst haben. Mein Mann war und ist immer nur nach außen hin ein Papa. Wenn andere dabei sind, spricht und spielt er mit ihnen, ist freundlich im Umgang mit ihnen. Danach, wieder unter uns, ist er dafür völlig aggressiv und es ist ihm deutlich anzumerken, wie sehr ihn sein Schauspiel überfordert. Sind keine Beobachter da, ignoriert er sie bestenfalls. Oder sie werden leider angemeckert. Nach der Arbeit führt sein Weg ihn direkt in den Sessel, Fernseher an, Computer an und wehe, ein Kind ist zu laut oder läuft gar vor dem Fernseher lang. Er rastet völlig unangemessen aus.
Ich habe versucht, die Kinder, soweit es geht, in Schutz zu nehmen. Aber auch ich hatte Angst vor seinen Ausrastern. Er ist ein cholärischer und jähzorniger Mensch, der leider auch mir gegenüber schon handgreiflich wurde, zwar nur selten, aber es ist passiert.
Mittlerweile habe ich an Kraft gewonnen, ich weiß selber nicht, wie ich das schaffen konnte, aber es war wohl die letzte "Überlebensmöglichkeit" und lasse nicht mehr jedes Gebrülle von ihm zu. Anfänglich hat ihn das mir gegenüber noch aggressiver gemacht. Schließlich konnte er nicht mehr mit mir umspringen, wie er wollte. Mittlerweile hält er sich etwas zurück und kann schon mal meinen Hinweisen, doch auch mal was mit den Kindern zu machen, teilweise nachkommen. So habe ich ihn beispielsweise auch an den Hin-und-Rückfahrten zu Kita und Hort gleichermaßen beteiligt, denn auch ich gehe ja wieder fast Vollzeit arbeiten und alles weitere sonst mache ich trotzdem (Hausaufgaben, Spielen, Haushalt, etc.). So ist es schon mal ein Anfang. Trotzdem blieb seine Aggression.
Vor ein paar Wochen war ich dann auch mal mutig genug, ihm zu sagen, dass das so alles nicht geht, er mich mit seinem Verhalten immer mehr von sich abgestoßen habe und ich mich von ihm trennen möchte. Es war tatsächlich ein relativ ruhiges Gespräch möglich. Mein Mann beteuerte seine Liebe, entschuldigte sich zum ersten Mal für seine Fehler und stellte selber fest, er habe so viel falsch gemacht und nun sei es zu spät und fing an zu weinen. Dieses wurde mir mittlerweile als Selbsmitleid erklärt. Mein Mann versucht zwar sich zu ändern, ist ruhiger geworden. Er wird aber schon wieder aufbrausend, weil er merkt, dass seine freundlichere Art mich nun nicht gleich wieder in seine Armen sinken läßt. Er ist gerade mal "neutral freundlich" zu mir. Und wird mittlerweile vermehrt immer agressiver mir gegenüber. Mich verschreckt er immer mehr und bestärkt mich in meiner Entscheidung, mich von ihm zu trennen.
Das Schlimmste ist, dass er nun auch immer mehr unsere Kinder in die Situation reinzieht und keine Gelegenheit ausläßt, mich schlecht zu machen, gegen mich hetzt.
Ich kann langsam nicht mehr. Dieser Psychoterror hat mich schon kaputt gemacht, er muß jetzt nicht noch die Kinder in eine Positionierung zwängen, die sie nicht wollen. Aber sie merken ja auch, dass Papa nur nett zu ihnen ist, wenn sie seiner Meinung sind. Mein Großer versucht, mich vor ihm zu beschützen. Das ist süß, aber auch so traurig.
Was kann ich tun?
Ich habe ihn mehrfach gebeten, auszuziehen, was er zunächst auch machen wollte, nun aber nicht mehr. Er meint, er würde dann nie wieder zu mir zurückkehren. Und versucht mich, damit, wie in den letztemn Jahren, unter Druck zu setzen. Er hat mit jahrelang deutlich zu verstehen gegeben, dass ich ohne ihn ein Niemand bin.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 10:55
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Was haltet Ihr/Du denn von einer Eheberatung oder Paartherapie?

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 12:09
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

naja, als ich das alles noch retten wollte, habe ich das auch vorgeschlagen.
Mein Mann lehnt so etwas rigoros ab. Er hält alle Therapeuten für Idioten. Nur er, so hat er mir gegenüber all die Jahre immer wieder wortwörtlich betont, sei "perfekt". Und bei so einem Gespräch müßte er sich wieder ordentlich verhalten, das macht ihm vermutlich schon im Vorfeld Probleme. Er ist ja nicht gerne "unter Zeugen". Dieser ganze Terror lief und läuft hier nur in den eigenen 4 Wänden ab.
Und wenn ich ehrlich bin, KANN da auch mittlerweile nichts mehr gerettet werden. Er ist wirklich sehr aggressiv und ich habe schon viel zu lange viel zu große Angst vor ihm. Und da bei ihm auch noch nie wirklich herzliche Liebe den Kindern gegenüber zu erkennen war, stellt sich für mich auch die Frage nach dem warum (warum sollte da noch was gerettet werden).
Er ist viel unterwegs. Und es einfach nur schön, wie entspannt und harmonisch dann alles zu Hause abläuft.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 12:34
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

Klingt für mich, als hättest Du schon eine Entscheidung getroffen und weißt nun nur nicht, wie Du sie am besten umsetzen kannst...?

lg
vj


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 12:51
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

Ja, ich habe ja deswegen auch mit ihm gesprochen. Wie gesagt hat er erst getan, als täte es ihm alles Leid und wurde etwas ruhiger. Aber das bisschen, was da bisher besser wurde, kann auch nichts an den vorher zerstörten Gefühlen ändern. Und nun wird er ja schon wieder zunehmend aggressiver, weil ich ihm nun nicht gleich vor Glück um den Hals falle. Aber das alles ist nur die eine Seite. Gäbe es von seiner Seite einen liebevollen Umgang mit den Kindern, wäre noch zu überlegen, ob ich seine Aggressionen ertrage. Aber die Kinder sind ihm leider einfach nur lästig. Und ich bekomme es jedesmal deutlich zu spüren, wie es ihn nervt, wenn er sich mal mit ihnen beschäftigt.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 13:14
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin TE,

Und wenn ich ehrlich bin, KANN da auch mittlerweile nichts mehr gerettet werden.

es geht bei einer solchen Therapie nicht einfach darum, eine kaputte Ehe wieder herbeizuquatschen, sondern zunächst einmal um die Schaffung einer Kommunikationsebene. Und die werdet Ihr brauchen - auch und gerade nach einer Trennung. Wenn Dein Noch-Mann das Selbstbild hat "ich bin perfekt", wird eine Trennung eine Katastrophe für ihn sein, denn er wird unter allen Umständen versuchen müssen, die "Schuld" daran im Aussenverhältnis zu 100 Prozent Dir zuzuschieben. Und glaube mir: Das wird nicht spassig.

Insofern würde ich an Deiner Stelle den Vorschlag einer Kommunikationstherapie trotzdem machen - aber eben unter der Prämisse "wie schaffen wir es, unseren Kindern auch nach einer Trennung als Eltern erhalten zu bleiben und respektvoll miteinander umzugehen?"

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 13:16
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

ja, da hast Du leider Recht. So war es schon immer. Egal, was war, immer war angeblich ich schuld. Hatte er irgendwas verkramt: meine schuld, hat ihn jemand genervt, wurde ich aggressiv angegangen, etc.
ich glaube trotzdem nicht, dass er solch ein Gesprächsangebot mitmachen würde. Und, was soll ich ihm da jetzt sagen?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 13:29
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin TE,

ich weiss ja nicht, wie klar Deinem Mann ist, dass diesmal die Hütte brennt und dass man die Lösung diesmal nicht mehr aussitzen oder an Dich dranquatschen kann. Von daher wäre es vielleicht gut, Du würdest ihm mal einen schriftlichen Vorschlag unterbreiten, wie eine friedliche Trennung ablaufen könnte und was sie für Euch alle in finanzieller und zeitlicher Hinsicht bedeutet. Für ihn zum Beispiel eine stärkere zeitliche Einbindung in die Betreuung der Kinder und für Euch alle bestimmte finanzielle Einschränkungen, weil zwei Haushalte nun mal mehr kosten als einer. Vielleicht fällt ihm angesichts eines solchen Papiers auf, dass seine Frau nicht nur gerade mal wieder "schlechte Laune" hat, sondern dass jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Und dass es gut sein könnte, dabei mitzureden.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 13:59
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

ja, Du hast wohl Recht. ich muss deutlicher werden. sonst versteht er es nicht, bzw. nimmt es nicht ernst.
in der Tat war es bisher so, dass ich ihm ständig nachgerannt bin und mich immer gleich wieder von ihm habe umkrempeln lassen.
puh, aber das wird eine ziemliche Herausforderung. Denn es passt ihm nicht und die Gefahr, dass er explodiert, wenn ihm was nicht passt, ist sehr groß. deswegen war ich ja schon so überrascht, dass er bei dem Gespräch neulich relativ sachlich war. oder war das vielleicht Taktik, um mich einzuwickeln? er macht mir seit dem häufig Liebesbekundungen, was sonst eher nicht so seine Art war. er sagt auch immer wieder, dass er mit mir für immer zusammenbleiben möchte. aber meine Gefühle hat er in den Jahren gegen Null getreten. ich verfalle da jetzt nicht in Euphorie.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 14:20
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin TE,

an dieser Stelle wäre MEINE Bedingung, überhaupt über eine Fortsetzung dieser Ehe nachzudenken, die Paartherapie. Er mag davon halten, was er will - aber wenn seine Einstellung nicht ergebnisoffen ist, sondern von vornherein lautet "will ich nicht, brauch ich nicht, die sind eh alle doof", weisst Du, wie wichtig ihm Eure Ehe wirklich ist. Selbst wenn ihm der Sinn (noch) nicht einleuchtet, würde er Dir zuliebe mitgehen - einfach, um Dir zu zeigen, dass ihm tatsächlich etwas daran liegt, die Zustände zu verbessern.

Es gibt allerdings auch im 21. Jahrhundert tatsächlich noch Menschen, die einen Ehepartner für etwas ähnliches halten wie einen Hund: Einmal heiraten reicht - dann hat man ihn/sie sicher. Das sind übrigens nicht selten die, die nach einer Trennung dann jammern, sie hätten überhaupt keine Ahnung gehabt und keine Chance bekommen; der/die andere habe sie einfach verlassen...

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 14:33




(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

an dieser Stelle wäre MEINE Bedingung, überhaupt über eine Fortsetzung dieser Ehe nachzudenken, die Paartherapie. Er mag davon halten, was er will - aber wenn seine Einstellung nicht ergebnisoffen ist, sondern von vornherein lautet "will ich nicht, brauch ich nicht, die sind eh alle doof", weisst Du, wie wichtig ihm Eure Ehe wirklich ist. Selbst wenn ihm der Sinn (noch) nicht einleuchtet, würde er Dir zuliebe mitgehen - einfach, um Dir zu zeigen, dass ihm tatsächlich etwas daran liegt, die Zustände zu verbessern.

Das sehe ich auch so. es ist irgendwie nur Gerede (ohne das jetzt damit zu negativ abtun zu wollen), aber es steckt eben auch nichts dahinter. es würde ihm schon wieder zu viel Mühe machen. Mühe, die er in den letzten Jahren ja auch nicht investiert hat.
genau so:

Es gibt allerdings auch im 21. Jahrhundert tatsächlich noch Menschen, die einen Ehepartner für etwas ähnliches halten wie einen Hund: Einmal heiraten reicht - dann hat man ihn/sie sicher. Das sind übrigens nicht selten die, die nach einer Trennung dann jammern, sie hätten überhaupt keine Ahnung gehabt und keine Chance bekommen; der/die andere habe sie einfach verlassen...

das, was Du schreibst, bestätigt mich echt in meiner Entscheidung.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.04.2011 14:43
(@stema)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin Tigerente,

das liest sich nicht gut, aber noch scheinst Du kämpfen zu wollen. Aber dazu braucht es immer min. zwei. habi ihr die Chance gehbt, auch mal ohne Kinder etws zu unternehmen. Nicht das er "wieder sein Ruhe haben soll", aber vllt. ergibt sich dann mal die gelegenheit über das gespräch von neulich sprechen zu können.

So wie Du die Situation/sein Verhalten schilderst, liest sich das nach patriarch oder soziopath. Das ist ein langer Weg und ich bewundere die Kraft, die Du bisher aufgebracht hast.

Gruß
SteMa


AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 17:39
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Tigerente.

Lass ihn doch mal das hier lesen.

Vielleicht weckt ihn das auf.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.04.2011 18:58
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

Naja, das hört sich aber an, als wäre ich hier die Böse.
Ich habe einfach schon ewig lange unter meinem Mann gelitten. Und auch, wenn er jetzt etwas netter wird, er hat es in jahrerlanger "Arbeit" geschafft, meine Gefühle für ihn immer weiter zu ersticken. Und ich bin schon ein leidensfähiger Mensch. Aber ICH kann nicht mehr. Er hat so viel kaputt gemacht. Und was gibt ihm das Recht dazu? Ich finde das unmöglich. Für mich ist es wie ein Teufelskreis, aus Angst bin ich dageblieben, er hat weiter gemacht, ich hatte weiterhin Angst und habe weiterhin stillgehalten. Wo auch immer diese Kraft jetzt in mir herkommt, aber ich möchte endlich mal in Frieden leben. Das Leben mit meinen Kindern genießen, ohne diese ständige Angst im Bauch, ob er gleich wieder wegen irgendeiner Lapalie (oder auch wegen NICHTS) explodieren könnte.
Das heißt ja nicht, daß ich den Kindern den Vater nehmen möchte. Ich will auch nicht zum großen Gegenschlag ausholen und ihn jetzt fertigmachen. Aber warum soll ich mich weiterquälen lassen? Ich möchte "einfach" endlich keine Angst mehr haben.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.04.2011 11:43
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin TE,

wer sagt oder schreibt, dass Du "die Böse" bist? Ich lese das nirgends.

Dein letztes Posting klingt allerdings nach Generalabrechnung. Das ist eine Trennung oder Scheidung aber nicht; es geht ja nicht darum, jemand für sein Fehlverhalten zu bestrafen. Nur: Ihr habt 4 Kinder; also könnt Ihr nicht einfach Eurer Wege gehen und sicher sein, den anderen nie mehr zu sehen. Also muss eine Lösung her, wie Ihr bestimmte Dinge in der Zukunft regelt. Um nichts anderes geht es. Und genau wie zum Streiten gehören auch zum Finden von Lösungen immer zwei.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2011 12:07
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

hi,

@brille: Ich glaube, sie meint die Trennungs-FAQs... Die lesen sich teilweise echt so, als ob Frauen richtige Monster wären (und leider sind sie es ja auch manchmal wirklich...)

@Tigerente: Wenn Du wirklich Angst vor ihm hast und wenn das alles Dich so belastet, wie Du es hier beschreibst, dann mußt Du unbedingt für Dich und die Kinder Hilfe suchen! Denn wenn Du ein psychisches Wrack bist, dann kannst Du für die Kids auch nicht mehr da sein.
Die Paartherapie als möglicher Weg wurde schon angesprochen - entweder macht er mit oder nicht.
Und wenn nicht, dann mußt Du die Konsequenzen daraus ziehen.
Aber eine Beziehung in Angst weiterzuleben - das funktioniert nicht.

Hatte mal eine ähnliche Beziehung, in der ich am Schluss so weit war, dass ich jeden Tag mehrmals nur noch geheult hab, weil er mich psychisch so mies behandelt hat - Gott sei Dank hatten wir keine Kinder...
Aber als ihm dann klar geworden ist, dass ich es ernst meine, dass ich es tatsächlich "wagen" würde, ihn zu verlassen, da ist er aufgewacht.
Zwischen uns hat es dann trotzdem nicht mehr funktioniert, aber von gemeinsamen Freunden habe ich gehört, dass er nach der Trennung ein total anderer Mensch geworden ist.
Er hat gemerkt, dass er sein Verhalten ändern muss, wenn er nicht ewig alleine bleiben will (ich war ja nicht die erste Freundin, die ihn wegen all dem verlassen hat). Nun ist er sogar Papa geworden und lt. unseren gemeinsamen Freunden sogar ein sehr guter und liebevoller.  🙂

Solltet ihr euch wirklich trennen, dann bleib auf dem Weg, den Du eh schon gedanklich eingeschlagen hast: nämlich den Kindern trotz allem BEIDE Eltern zu erhalten.
Wer weiß - vielleicht wacht er ja auch auf, wenn er merkt, dass es so tatsächlich nicht weitergeht?
Aber solange Du dich immer wieder auf ihn einläßt und alles mitmachst, wird sich nichts ändern.

Mein Rat: Sprich als ersten Schritt mit einer Beratungsstelle, einem Arzt, einem Therapeuten über die ganze Situation.
Einfach mal nur Du alleine, um dir mal alles von der Seele zu reden.
Und oft ergeben sich im Gespräch dann die weiteren Schritte wie von selbst.

Wünsche Dir ganz viel Kraft!

lg
vj

P.S.: Die Gefahr ist aber auch, dass Du bei einer solchen Beratung an eine extrem mütterlastige Stelle gerätst, wo sie Dir raten, den Vater aus dem Leben der Kinder zu streichen und Dir einreden wollen, dass dann alle Probleme weg sind - BITTE geh niemals auf solche Ratschläge ein!
Aber ich denke, Dir ist eh bewußt, dass die Kids trotz allem immer BEIDE Eltern brauchen... (das hoffe ich zumindest für die Kinder...)


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2011 12:45
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

Nein, ich will ihn nicht bestrafen. Ich möchte nur nicht immer weiter so behandelt werden. Ich habe so lange als Fußabtreter hergehalten. Ja, ich habe viel zu lange mit mir so umgehen lassen, immer gedacht, ich muß das durchhalten. Aber wofür? Ein Familienleben gab es hier ohnehin nie, die Betreuung der Kinder, das Organisieren drumherum, den Haushalt,..., ich habe durch ihn keine Unterstützung erhalten. Im Gegenteil, er läßt zusätzlich alles stehen und liegen. Ich habe hier schon so viele Beiträge von Euch Männern gelesen, die rührend und hingebungsvoll um den Umgang mit ihren Kindern kämpfen. Glaubt mir, jeder Vater mit noch so geringem Umgang mit seinen Kindern, verbringt mehr Zeit mit ihnen, als mein Mann mit unseren. Er ist nur vor anderen der gute Papa, sonst kein Fußballspielen, kein Spielplatzbesuch, NIE eine Gute-Nacht-Geschichte,... . Dafür gibt es Süßigkeiten von ihm ohne Ende.
Weißt Du, ohne ihn läuft einfach alles viel harmonischer. Aber im Moment habe ich immer nur Angst, wenn ich weiß, gleich sehe ich ihn wieder, Angst, daß gleich wieder ein unkontrollierter Wutanfall losbricht.

Durch die Verlinkung meinte ich, daß es sich so liest, als wäre ich die Böse, weil in dem Text steht, wie "Mann" sich wappnen muß. Er braucht sich nicht gegen mich zu wappnen. Ich habe ihm nichts getan und ich werde ihm nichts tun. Ich möchte nur, daß er MIR nichts mehr tut.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.04.2011 12:53
(@staengler)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Ich möchte nur, daß er MIR nichts mehr tut.

Ich möchte nur nicht immer weiter so behandelt werden. Ich habe so lange als Fußabtreter hergehalten. Ja, ich habe viel zu lange mit mir so umgehen lassen,

Ändere Dein Verhalten!

Zeig ihm, dass Du nicht mehr bereit bist, sein Verhalten zu dulden.
Zwinge ihn in eine Paarberatung, indem Du es zur Voraussetzung für den Fortbestand Eurer Ehe machst.

Solange Du Dich immer wieder von ihm weichkochen lässt, wird er sich nicht ändern.
Warum auch? Du änderst Dich ja auch nicht.

Zwischen den Zeilen lese ich bei Dir immer noch heraus, dass Du ihn verändert haben willst. Dies erreichst Du aber nur, wenn Du Dich auch veränderst.

Diese Anregung wurde Dir hier schon einige male gegeben. Ich kann sie also auch nur eindringlich wiederholen!

Gruß, Michael


sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle

AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2011 12:58
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

@brille: Ich glaube, sie meint die Trennungs-FAQs... Die lesen sich teilweise echt so, als ob Frauen richtige Monster wären (und leider sind sie es ja auch manchmal wirklich...)

Ja, genau so verstehe ich das, da haben sich unsere Beiträge überschnitten.

@vj
das mit der Paartherapie habe ich mehrfach vorgeschlagen, das hält er nicht für nötig. auch jetzt nicht, wo er sogar seine Fehler zugegeben hat. nun ist er z.Zt. etwas ruhiger und netter, aber er hat in mir so viel zerstört und er reagiert gleich wieder sauer, wenn ich ihn nun nicht gleich wieder in Liebe aufgehe.
ich versuche, mich nicht mehr ganz so fertig durch ihn machen zu lassen, aber ich merke, wie ihn das wieder wütender machen läßt. egal wie, lasse ich mir alles gefallen, hackt er auf mir rum, ist aggressiv. versuche ich, es alles nicht mehr so an mich rankommen zu lassen, ist er auch sauer und wird wütend.So oder so erfahre ich seinen regelmäßigen Hass, zwischendurch erklärt er mich dann wieder zu seiner absoluten Traumfrau. Ich frage mich warum, weil ich all die Jahre so schön bequem war weil ich alles ertragen habe? Aber wie Du auch schreibst, darauf läßt sich keine Beziehung stützen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.04.2011 13:06
(@tigerente)
Schon was gesagt Registriert

@staengler

jetzt haben sich unsere Texte auch überschnitten.
aber meine Antwort von eben passt trotzdem. ja, ich habe mich schon geändert, indem ich versuche, micht nicht mehr von ihm so fertig machen zu lassen. aber genau das ist es, was ihm nun nicht passt. jetzt sucht er die Schuld bei mir, er sagt, daß ich etwas mehr Selbstwertgefühl habe sei "ja schön, nur ihm gegenüber völlig unangebracht". eigentlich sagt das alles und bestätigt mich in meiner Einschätzung und Entscheidung.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.04.2011 13:16




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