Guten Abend zusammen!
Habe schon früher in diesem Forum geschrieben (z.B. hier: http://www.vatersein.de/Forum-topic-24135.html) und nun hat die unendliche Geschichte wieder eine Fortsetzung.
Meine älteste Tochter (fast 13 Jahre alt, gemeinsames Sorgerecht) hatte mich diese Woche zu einem Treffen in der Stadt eingeladen, bei dem sie erzählte, sie wolle von zuhause (von der Mutter) weggehen und zu mir kommen.
Sie wollte ihrer Mutter nichts sagen, weil sie Angst hat und wollte einfach heimlich verschwinden.
Die Geschichte wiederholt sich, denn vor einem Jahr war sie schon einmal so ausgebüchst.
Damals gab es ein Gerichtseverfahren wegen angeblicher Kindesentziehung, was die Mutter aber verloren hat.
Diesmal habe ich meine Tochter überredet, nicht im Geheimen wegzugehen, sondern sich dem Problem zu stellen. Ich will ihr also helfen, sich der Mutter zu stellen und zu sagen, was Sache ist.
Was kann ich tun, damit meine Tochter endlich bei mir bleiben kann?
Sie will es, ich will es und wir sind beide bereit eine Menge auf uns zu nehmen, damit es wahr wird.
Nur wie stellen wir es richtig an?
Hi,
ich würde mit der Tochter gemeinsam einen Termin beim Jugendamt machen und mich dort beraten lassen. Wenn Deine Tochter den Mut hat, würde ich es sogar sinnvoller finden, sie geht von allein dort hin und bittet um Gehör. Der Vorteil wäre, dass sie dann eben nicht von Dir "gebrieft" wirkt. Das hängt aber auch alles sehr davon ab, wie mutig Deine Tochter ist, wie reif sie erklären kann, was ihre Beweggründe sind.
Oder hat sie eine andere nicht involvierte Vertrauensperson, mit der sie diesen Gang gehen könnte?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo Lausebackesmama,
danke für die Antwort.
Meine Tochter will mit Ihrer Vertrauenslehrerin in der Schule sprechen. Ich wollte zusätzlich mit unserer Mediatorin einen Termin ausmachen, allerdings dauert es immer 4-6 Wochen.
Die Tante vom Jugendamt ist zu nichts zu gebrauchen, wie die Vorgeschichte gezeigt hat, dort würde ich nur sehr ungern hingehen.
Es ist ja auch so, das diese ganze Geschichte unglaublich an den Kräften zehrt und wenn diese Unsicherheit lange anhält, ist das sehr schwer durchzuhalten.
Warum muss man eigentlich diese ganze Prozedur gehen und nach dem "warum" suchen? Dieser ganze seelische Striptease bringt wenig und liefert viel Munition für gegenseitige Vorwürfe.
Meine Tochter will ihre Mutter nicht verletzen, sie hält es einfach nur nicht mehr aus.
Gibt es denn keine Möglichkeit, dass sie gleich bei mir bleiben kann, bis die ganze Geschichte geklärt ist?
Gibt es denn keine Möglichkeit, dass sie gleich bei mir bleiben kann, bis die ganze Geschichte geklärt ist?
Das geht im Prinzip auch.
Zumindest wenn du auch das Sorgerecht hast.
Eine 13 Jährige wird vermutlich niemand mehr gegen ihren Willen zu ihrer Mutter zurück zerren.
Das Restrisiko ist zwar nicht Null aber vermutlich gering.
Nur weniger verletzend ist das sicher nicht.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi,
auch wenn das JA nicht zu gebrauchen ist, würde ich das Vorsprechen dort nicht unterlassen. Wenn Deine Tochter (oder ihr zusammen) dort erklärt, sie möchte zum Vater, dann kann hinterher niemand mehr behaupten, das Kind sei vom Vater von der Mutter "wegentführt" worden. Ich halte es - rein aus Bauchgefühl - für sinnvoll, wenn der Kindeswunsch vor dem Faktenschaffen dokumentiert ist.
Die Idee mit der Vertrauenslehrerin halte ich auch für sinnvoll. Vielleicht kann sie einwirken, mithelfen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin yamagotchi,
es ist grundsätzlich schon vorteilhaft, dass minderjährige Kinder ihren Lebensmittelpunkt nicht selbst bestimmen können. In "normalen" Familien stellt sich dieses Problem in der Regel in Ermangelung von Alternativen ja nicht. In Trennungsfamilien hätten Minderjährigen ansonsten die Möglichkeit, bei jeder Missstimmung zu sagen "Du kannst mich mal, ich ziehe jetzt zu Papa/Mama" (möglicherweise im wöchentlichen Turnus); auch Elternteile, die sich nicht grün sind, könnten solche Umzüge durch "Du kriegst bei mir Handy / Spielkonsole / Pferd etc." provozieren.
Am Ende würden die Teenies mit ihren Eltern Schlitten fahren und ggf. im ständigen Wechsel immer nur dort wohnen wollen, wo es gerade "warm kommt" und "keinen Stress gibt" - das ist kein wünschenswertes Erziehungsziel. Insofern ist die Idee, dass Töchting ihr Anliegen in Begleitung ihrer Vertrauenslehrerin, Patentante o. ä. beim Jugendamt selbst vorträgt und begründet, sicher eine gute Option: Ihr Wunsch wird dort schriftlich dokumentiert; ausserdem enthebt diese Vorgehensweise Dich des Verdachts, mit irgendwelchen Versprechungen auf Töchting eingewirkt zu haben.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Meine Tochter will ihre Mutter nicht verletzen, sie hält es einfach nur nicht mehr aus.
hi yamagotchi,
wenn eure tochter ihre mutter nicht verletzen will muss sie bei muddi bleiben. sobald sie zu dir kommt wird sie ihre mutter verletzen. das muss euch beiden vorher klar sein.
ob ich mir freiwillig eine pubertierende 13-jährige auf zuruf ins haus holen würde, weiß ich gerade nicht. in dem alter sind sie heute hüh und morgen hott.
gruss horst
ob ich mir freiwillig eine pubertierende 13-jährige auf zuruf ins haus holen würde, weiß ich gerade nicht. in dem alter sind sie heute hüh und morgen hott.
Rabenvater!!! :heu:
LG LBM (hat schon das Ticket für die Insel für die Pubertät des Zwerges in der Schublade)
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hi,
Diesmal habe ich meine Tochter überredet, nicht im Geheimen wegzugehen, sondern sich dem Problem zu stellen. Ich will ihr also helfen, sich der Mutter zu stellen und zu sagen, was Sache ist.
Das sollte ja wohl auch das Mindeste sein. Wir kennen die KM und ihr Gebaren nun nicht wirklich. Aber das man Kindern erklärt, dass soetwas nicht geht, sollte ja klar sein. Wo der genaue Leidensdruck der Tochter nun herkommt, bleibt mir auch unklar.
Ansonsten soll sie noch ein Jahr warten. Mit 14 kann sie mit den Füßen abstimmen, wo sie leben möchte. Und auch vor Gericht ihre Meinung mit Anspruch auf Gehör vertreten. Gruß Ingo
ob ich mir freiwillig eine pubertierende 13-jährige auf zuruf ins haus holen würde, weiß ich gerade nicht.
:applaus1:
(hat schon das Ticket für die Insel für die Pubertät des Zwerges in der Schublade)
:applaus1:
100% Zustimmung von mir. Auch wenn ihr beide es etwas flappsig ausdrückt.
Ich out mich jetzt auch mal als Rabenmutter: Unser Sohn (6) wird spätestens mit Einsetzen des Stimmbruchs zu seinem Vater umsiedeln. Mit einem halbstarken Jungmann kann und will ich mich als Single-Mutter nicht tagtäglich auseinandersetzen.
Ein 13-Jähriges Mädchen würde ich als Vater nur bei akuter Gefahr für Leib und Leben aus dem Haushalt ihrer Mutter holen. Es gehört zu den notwendigen Entwicklungsaufgaben pubertierender junger Männer und Frauen, sich am gleichgeschlechtlichen Elternteil abzuarbeiten. In Konflikte zu gehen. Sich abzugrenzen ... das volle Programm eben.
Yamagotchi, wenn deine Tochter bei deiner Ex nicht akut in Lebensgefahr schwebt, würde ich sie noch mindestens 2 Jahre dort lassen. Du tust dir selbst und vor allem der jungen Frau, die aus deinem Kind werden wird, keinen Gefallen, wenn du ihr das Leid das sie als Pubertierende in der Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter aushalten muss, ersparen willst. Ich sage gar nicht, dass deine Tochter nicht tatsächlich leidet. Ich sage nur, dass dieses Leid (an sich selbst und an den Eltern) in der Pubertät notwendig und unverzichtbar ist.
Was du planst ist so, wie ein geplanter Kaiserschnitt, damit "das arme Kind" sich im Geburtskanal nicht so abrackern muss ... Viele Eltern tun das derzeit. Mit äußerst schwerwiegenden Folgen für die so "geschonten" Kinder.
Viele Trennungseltern haben gegenüber ihren "Scheidungskindern" ein so schlechtes Gewissen, dass sie ihnen am liebsten alle anderen Zumutungen, die das Leben für sie bereithält (ungerechte Lehrer, strenge Ausbilder, schwere Examen ... und eben auch die Pubertät mit ihren Identitätskrisen und Stimmungsschwankungen) nach der Scheidung ihrer Eltern ersparen möchten. Weil sie ja schon soviel mitgemacht haben. Diese Versuchung kenne ich auch.
Aber ich weiß auch: Wenn wir dieser Versuchung nachgeben, tun wir unseren Kindern nichts Gutes. Obwohl es Tage gegeben hat, an denen ich als Mutter jedem meine 13-Jährige gegeben hätte, der sich bereit erklärt hätte, diese mitzunehmen. Diese Phase ist nun GsD vorbei und ich bin dankbar, dass meine Tochter und ich diese Zeit gemeinsam überstanden haben. Auch mit Hilfe meines geschiedenen Ehemannes.
Das sinnvollste für eure Tochter wäre jetzt ein Gespräch zu dritt: Du mit eurer Tochter und deren Mutter. In dem ihr beide als Eltern eine gemeinsame Position vertretet. Das ist das, was Pubertierende wirklich brauchen: Klarheit, Akzeptanz, Respekt.
Sollte die Mutter dir unter Tränen sagen: "Nimm sie mit, schaff sie mir aus den Augen!!!" 😡 solltest du das nur dann ernst nehmen, wenn die Mutter dasselbe unter 4 Augen und nach 24 Stunden Bedenkzeit ganz ruhig und entschlossen wiederholt. Höchstwahrscheinlich hat deine Ex mit eurer Tochter nicht weniger Stress als die Tochter mit der Mutter. Da hilft alles nix, da müssen die zwei jetzt durch. Du kannst dich nur immer wieder als ruhender Pol für beide Frauen anbieten. Soweit deine väterliche Loyalität die Mutter stabilisiert, tust du damit auch eurer Tochter gut. Dass du dem jungen Mädchen mit Mitgefühl und Trost zur Seite stehst, sollte selbstverständlich sein. Für diese Unterstützung (auch und gerade nach der Trennung) bin ich meinem Ex sehr dankbar.
Alles Gute wünsche ich deiner Familie und dir!
Mitfühlende Grüße 🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Was kann ich tun, damit meine Tochter endlich bei mir bleiben kann?
Sie will es, ich will es und wir sind beide bereit eine Menge auf uns zu nehmen, damit es wahr wird.
Nur wie stellen wir es richtig an?
hi yamagotchi,
was sagt denn eure jüngere tochter zu der angelegenheit?
bist du sicher das du deiner ehefrau zumuten willst die pubertären ausfälle einer 13-jährigen auszuhalten die so aufgewachsen ist?
und willst du die 10-jährige dem psychoterror der km wirklich allein ohne große schwester aussetzen? geschwistertrennung mögen nur wenige familienrichter.
kinder kommen selten auf andere leute. eure töchter wurden überwiegend von km aufgezogen. ein teenager wie deine 13-jährige klingt für mich nach tickender zeitbombe.
überleg dir gut ob deine ehe solche strapazen aushält. ich würde die ex suppe selbst auslöffeln lassen die sie sich mit ihrer art bei den kindern in den letzten 13 jahren eingebrockt hat.
wenn die kleine 13 und die große 16 ist kannst du wahrscheinlich beide mädels ganz unproblematisch aufnehmen.
gruss horst
Hallo,
das ganze dürfte nicht unproblematisch sein. Mein Ex hat auch alle Hände voll zu tun mit den 14- und 16jährigen Zicken, aber gut: es war allein seine Entscheidung und die der Kinder (zumindest teilweise).
Er ist nicht wirklich in der Lage sich um die Kinder zu kümmern: regelmäßige Kontrollen wie Augenarzt, Zahnarzt etc. fallen komplett unter den Tsich. An den schlechten Noten sind nur die Lehrer schuld etc....
Er war schon fast so weit die Große ins betreute Wohnen zu geben, weil er mit ihr nicht klarkam. Allerdings wäre er wohl auch nicht bereit gewesen, dass sie zu mir zurückkommt. Inzwischen läuft es so, dass die Große, sobald sie sich zurückzieht sofort in Ruhe gelassen wird. Ob das während der Pubertät so gut ist, dass weiss ich nicht.
Es wird nicht einfach, wenn eure Tochter bei dir wohnen sollte, dass muss dir klar sein. Wie wäre es mit einem Probewohnen während der Zeit 6 Wochen vor Schuleende bis zu den Sommerferien? Dann hättet ihr eine Alltagssituation und könntet testen wie das läuft.
Sophie
Hi Horst,
bist du sicher das du deiner ehefrau zumuten willst die pubertären ausfälle einer 13-jährigen auszuhalten die so aufgewachsen ist?
...
überleg dir gut ob deine ehe solche strapazen aushält. ich würde die ex suppe selbst auslöffeln lassen die sie sich mit ihrer art bei den kindern in den letzten 13 jahren eingebrockt hat.
das ist ein absolut dämliches Argument. Wenn ich mich für einen Mann mit Kindern entscheide, weis ich, dass es Situationen geben kann in denen der Mann seine Kinder zu sich nimmt.
Im schlimmsten Fall stirbt die KM und da kann er dann ja auch nicht überlegen, ob seine Ehe das aushält oderer die Kinder in eine Pflegefamilie abschiebt.
Gruß Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Lausebackesmama,
danke für die Antwort.
Meine Tochter will mit Ihrer Vertrauenslehrerin in der Schule sprechen. Ich wollte zusätzlich mit unserer Mediatorin einen Termin ausmachen, allerdings dauert es immer 4-6 Wochen.
Die Tante vom Jugendamt ist zu nichts zu gebrauchen, wie die Vorgeschichte gezeigt hat, dort würde ich nur sehr ungern hingehen.Gute Idee mit dem Vertrauenslehrer. Was das Jugendamt betrifft, um die wirst du nicht drum rum kommen.
Egal was du dort vorher erlebt hast,würde ich dort aufschlagen,aber alleine. Am besten wäre dein Töchterlein ginge denen dort auf den Senkel. Hoffentlich gibt es auch nachvollziehbare Gründe ansonsten,wird es schwer. Mit Gründen meine ich nicht,weils ihr bei Mutti nicht gefällt oder Mutti schimpft soviel !!!
Gibt es denn keine Möglichkeit, dass sie gleich bei mir bleiben kann, bis die ganze Geschichte geklärt ist?
Doch die gibt es wenn die KM zustimmt. Vielleicht könnt ihr mal eine Probezeit vereinbaren, nur mal so als Anregung !! ansonsten bleibt nur der Klageweg.
jenpa
..dem Kind beide Eltern
Im schlimmsten Fall stirbt die KM und da kann er dann ja auch nicht überlegen, ob seine Ehe das aushält oderer die Kinder in eine Pflegefamilie abschiebt.
Guten Abend, Tina,
der plötzliche Tod einer geschiedenen Mutter verursacht eine völlig andere Situation als eine lebende und höchst aktive Mutter, die in der Vergangenheit durch solche Aktionen aufgefallen ist wie Yamagotchis geschiedene Ehefrau. Ob ich meinen Töchtern, meiner Ehefrau und mir selbst wirklich den Stress geben wollte, den ein Umzug der älteren Tochter ohne die Jüngere unter den gegebenen Umständen hervorrufen würde, würde ich mir an Yamagotchis Stelle sehr gründlich überlegen.
Den Antrag auf Wohnsitzwechsel der Älteren gegen den Willen der Mutter und ohne die jüngere Tochter durchzusetzen, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für diese KM der Auftakt zu neuen Feindseligkeiten, denen die jüngere Tochter ebenso wie Yamagotchi und dessen Ehefrau ausgesetzt würden. Ganz besonders die dann wechselnde Ältere wird wissen, warum sie sich bei ihrem ersten "Fluchtversuch" heimlich aus dem Staub gemacht hat. Sie muss mit dem schlimmsten Psycho-Terror rechnen.
Ich finde schon, dass ein Vater eine so weitreichende Entscheidung nur nach Rücksprache mit allen anderen Betroffenen treffen sollte. Im Moment wirkt die Fragestellung des TO auf mich wie "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass."
Einerseits würde der TO die ältere Tochter lieber jetzt als gleich bei sich aufnehmen.
Andererseits scheuen beide - Vater und Tochter - aus gutem Grund die direkte Auseinandersetzung mit der rabiaten KM.
Wenn ich sehenden Auges einen Krieg auslöse, bin ich mir dessen bewusst und ziehe das Ganze dann auch knallhart durch. In Konflikten, wo ich nicht bereit bin, meinen Gegner konsequent zu konfrontieren und mir den Sieg zu erkämpfen, suche ich Wege, den Konflikt zu vermeiden. Wenn ich einen Krieg entfessle, unter dessen Folgen voraussichtlich nicht nur ich selbst und mein Gegner, sondern auch Dritte leiden werden, versuche ich diese vorher zu Verbündeten zu machen, die wissen, was ihnen bevorsteht, um welchen Einsatz und mit welchen Mitteln der Kampf geführt werden wird.
Speziell diese beiden Fragen finde ich persönlich in diesem Zusammenhang sehr spannend:
was sagt denn eure jüngere tochter zu der angelegenheit?
...
willst du die 10-jährige dem psychoterror der km wirklich allein ohne große schwester aussetzen?
Ohne die hundertprozentige Unterstützung deiner jetzigen Ehefrau findest du, Yamagotchi, dich schneller in einem 2- bis 3-Fronten-Krieg wieder, als dir lieb sein kann. Was Tina schreibt
Wenn ich mich für einen Mann mit Kindern entscheide, weis ich, dass es Situationen geben kann in denen der Mann seine Kinder zu sich nimmt.
, wird sich jeder Trennungsvater von seiner Next wünschen. Verlangen kann man das nicht.
Und speziell die entwicklungspsychologisch notwendigen Auseinandersetzungen einer 13-Jährigen mit der erwachsenen weiblichen Bezugsperson, die Yamagotchis Ehefrau als "Stellvertrerkriege" würde führen müssen, sind eine Belastung, der nicht jede Frau gewachsen ist. Ich habe diese Kämpfe mit einer Ziehtochter und einer leiblichen Tochter "durch" und bin meinem Schöpfer auf Knien dankbar, dass diese Zeiten hinter mir liegen.
Die besten Wünsche von 🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Hallo zusammen,
danke für alle Anmerkungen.
Die aktuelle Lage sieht so aus: Dieses Wochenende haben meine Tochter und ich der Mutter alles gesagt. Meine Tochter hat ihr zusätzlich einen langen Brief geschrieben.
Für diesen Donnerstag ist ein Termin beim Jugendamt angesetzt.
Tochter ist jetzt bei mir. Mutter hat bis jetzt kaum Reaktion gezeigt. Es ist noch unklar, ob sie zum Termin beim Jugendamt kommt.
Danach wird klarer, wie es weitergeht.
Wenn ich sehenden Auges einen Krieg auslöse, bin ich mir dessen bewusst und ziehe das Ganze dann auch knallhart durch. In Konflikten, wo ich nicht bereit bin, meinen Gegner konsequent zu konfrontieren und mir den Sieg zu erkämpfen, suche ich Wege, den Konflikt zu vermeiden. Wenn ich einen Krieg entfessle, unter dessen Folgen voraussichtlich nicht nur ich selbst und mein Gegner, sondern auch Dritte leiden werden, versuche ich diese vorher zu Verbündeten zu machen, die wissen, was ihnen bevorsteht, um welchen Einsatz und mit welchen Mitteln der Kampf geführt werden wird.
Ja, das ist wahr. Das war auch der Grund, warum das vor einem Jahr so schief gegangen ist. Wir waren damals beide (ich + Tochter) nicht bereit bis zum Äußersten zu gehen, die Mutter schon.
Die Frage bei uns nicht, einen Konflikt zu vermeiden. Der Konflikt war immer da und schwelt die ganze Zeit, mit vorübergehenden Eskalationen, so ähnlich wie Israel gegen Gaza.
Und speziell die entwicklungspsychologisch notwendigen Auseinandersetzungen einer 13-Jährigen mit der erwachsenen weiblichen Bezugsperson, die Yamagotchis Ehefrau als "Stellvertrerkriege" würde führen müssen, sind eine Belastung, der nicht jede Frau gewachsen ist.
Zum Glück verstehen sich meine Frau und meine Töchter ziemlich gut, auch wenn es nicht ohne Konflikte abgeht.
Der schwächste Punkt an der gesamten Geschichte ist sicherlich, dass 2 Kinder getrennt werden, auch wenn sie in der Schule und an allen Wochenenden immer zusammen wären.
Ich weiß darauf keine Antwort.
So weitergehen kann es auch nicht.
Moin yamagotchi,
Der schwächste Punkt an der gesamten Geschichte ist sicherlich, dass 2 Kinder getrennt werden, auch wenn sie in der Schule und an allen Wochenenden immer zusammen wären.
das kann man so sehen - muss es aber nicht. Viele Leute, die "Geschwistertrennung" für ein Sakrileg halten, haben kein Problem damit, andere wichtige Bezugspersonen - zum Beispiel Elternteile - lässig zu entsorgen.
In keinem Fall darf man Deiner Tochter die moralische Verpflichtung für das Seelenheil ihrer Schwester aufladen nach dem Motto "es ist zwar ziemlich schrecklich dort für sie, aber ihrer kleinen Schwester zuliebe muss sie das aushalten". Eher andersherum wird ein Schuh daraus: Wenn sich die Ältere in Deinem Haushalt eingelebt hat und wohlfühlt, ist dieser Weg auch für die Jüngere geebnet - vielleicht nicht sofort, aber in absehbarer Zeit.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Update:
Ich hatte ebenfalls am Montag per E-Mail angefragt wie es weitergeht. Hier der Text:
Hallo xxxxxx,
Ich habe ein paar Fragen und bitte um Antwort:
1. Kommst du am Do zu Frau xxxx?
2. Hast du einen alternativen Vorschlag für eine Lösung?
3. Bitte xxxx Passwort für die Essensbestellung simsen.
Eigentlich hatte ich noch vergessen, zu den weiteren Umgangsregelungen bzl. der Kleinen zu Fragen, hab aber erstmal abgewartet
Es kam keine Antwort.
Morgen ist Termin beim Jugendamt. Habe heute bei der Mutter angerufen und gefragt ob sie kommt. Sie wollte nicht mit mir sprechen.
Habe stattdessen mit der Kleinen telefoniert. Sie hörte sich soweit ganz fröhlich an.
Die Schwestern haben ebenfalls miteinander gesprochen und auch Mutter und große Tochter. O-Ton: "Sie war extrem nett".
Fortschritt.
Jetzt ein paar Fragen an die alten Hasen unter Euch:
Zur Info: Es besteht gemeinsame Sorge und ein Unterhaltstitel. Zu ABR als Teil des Sorgerechts gibt es keine explizite Festlegung
1. Sollte ich irgendeine Art Vereinbarung aufsetzen und mitbringen?
2. Was tun, wenn das Jugendamt jetzt versucht zu erreichen, dass Tochter wieder zurückkehrt? (Ich halte Treffen für OK, noch besser telefonieren, aber das die Tochter jetzt quasi die ganze Zeit als lebender Vorwurf vor der Nasn der Mutter hängt halte ich für, gelinde gesagt, idiotisch. Das war das ganze letzte Jahr so und sicherlich mit ein Grund für die Selbstmordgedichte)
3. Unterhalt ist ganz heikel. Sollte ich eine Abänderungsklage einreichen? Geht das ohne eine ABR Entscheidung? Doppelt zahlen kann ich mir ehrlich gesagt nicht leisten :((
(Busfahrten, neue Sachen, etc. ist jetzt alles ein bißchen viel auf einmal.)
Gruß,
yama
La La Lalalala Lala LaLa La
Heute war Termin beim Jugendamt. Um es vorwegzunehmen: Hab das wichtigste erreicht. Tochter darf bleiben und es gibt eine Mediation.
Das bedeutet erstmal Friedenspflicht und wir haben Zeit gewonnen.
Muss sagen, dass es für mich völlig unerwartet war. Mutter war bereit zu akzeptieren, das die Grosse bei mir bleibt und es gibt eine Art Umgang, wie ich es mir eigentlich von Anfang vorgestellt hatte. Beide Kinder sehen sich jedes Wochenende und können beliebig miteinander telefonieren.
Unterhalt ist auch klar. Ich zahl nix - ich forder nix.
Allerdings gibt es keinerlei schriftliche Vereinbarung. Nur ein Protokoll, welches von der Mediatorin verschickt wird. Es gibt leider auch kein Versprechen, das die Bazookas in Form von Anwälten nicht doch noch ausgepackt werden, vielleicht schon morgen. Ich mach mir da gar keine Illusionen.
Auch bei so Kleinigkeiten wie Fahrrad oder Essensbestellung gab es Irritationen. Kind darf sein eigenes Fahrrad nicht mehr benutzen, und auch nicht die Essenskarte. Sei's drum.
Aber das wichtigste ist: Wir haben Zeit gewonnen. Die Zeit ist jetzt das wichtigste.
Sehe ich das richtig, oder habe ich etwas übersehen?
Moin
Deine Einschätzung teile ich. Die Zeit kann nur für Dich arbeiten, wenn Du es aufrichtig meinst und vor allem einen festen Halt inkl. Gestaltungsfreiraum der Grossen bietest. Das ist Dein Part - werde ihm gerecht. Alles andere wird die Zukunft zeigen. Ein Gericht würde Mühe haben, eine überzeugte fast 13-Jährige in einen ungewollten Haushalt zu zwingen. Die kann schliesslich mit den Füssen abstimmen - und das wissen auch Richter.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
