Moin,
ich bin Nummer 5. Und ziehe - wie so oft - wieder den Vergleich zu nicht getrennten (Ehe-)Paaren: Auch dort ist ja nicht ständig die Rede von "mein Geld" und "dein Geld"; auch dort übernimmt der besser verdienende Partner den Löwenanteil der Kosten, ohne dafür gleich ewige Dankbarkeit oder das Bundesverdienstkreuz zu erwarten.
Wenn ein Wechselmodell möglich ist, ohne centgenau auf irgendwelchen Unterhaltsbeträgen der DDT herumzureiten, sondern einer KM beispielsweise zu signalisieren "Du musst kein Kind wegen des Geldes in Deinen Besitz bringen", mag das dem einen als "erkaufte" Lösung erscheinen, weil die Ex ja Geld bekommt, das ihr gar nicht "zusteht". Für den anderen zählt dagegen nur das Ergebnis. Und den beteiligten Kindern werden beide Eltern erhalten. So what?
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo,
ich habe den Ausdruck auch schon oft gelesen und habe ihn immer als abwertend empfunden und zwar abwertend für den, der sich das WM erkauft.
Abwertend im dem Sinne "...Schwach statt stark zu sein..." "Feige..."
Ich möchte keinen angreifen. Ich habe die Aussage dann vollkommen missverstanden finde diese Aussagen dennoch ungeschickt.
Ich stehe selbst vor einer wichtigen Entscheidung vielleicht ist das der Grund warum ich dieser Bemerkung zuviel Wert gebe und werde mich zurückhalten.
Ihr seid alle sehr gut und helft mit sehr fundiertem Wissen.
Toto hat auch sehr nett und hilfreich geschrieben.
Zu den Diskussinen zum WM finde ich es wichtig Grundlagen zu erarbeiten, die denen ein WM charakterisieren. Andernfalls wird immer ein Partner ein WM erkaufen müssen.
Entschuldigt bitte, ich muss erst meine Hausaufgaben machen und wieder einen klaren Kopf bekommen.
Vielen Dank auch für die konstruktive Zurechtweisung.
Reumütige Grüße
Loge
Hallo,
kurzer Nachtrag.
Ich bin einer derjenigen, dem man sagen könnte dass er sich das WM erkauft hat. Mit sehr hohen finanziellen Verlusten und hohem persönlichen Einsatz.
Aber ich würde es jederzeit wieder tun weil ich meine Kinder liebe.
Und es schlimm, dass man etwas selbstverständliches wie ein WM nicht anders durchsetzen kann.
Bis dann
Grüße
ich habe den Ausdruck auch schon oft gelesen und habe ihn immer als abwertend empfunden und zwar abwertend für den, der sich das WM erkauft.
Schlimm ist nicht, dass man es tut, sondern dass es nötig ist!
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo Loge,
als Eltern macht und investiert man eine Menge, damit es dem Kind gut geht. Das fängt dabei an, dass man sich manche Sperenzchen des anderen Elternteils gefallen lässt, läuft darüber, dass man eben doch neue Schuhe kauft, weil der Kleine schon bröselige Nägel am großen Onkel hat von den zu klein gewordenen Töppen oder verzichtet auf Leistungen, die einem "zustehen" würden.
Man wird es nur in seltenen Fällen erreichen können, dass Eltern über die optimale Lösung von kindesbezogenen Themen einer Meinung sind, das gelingt schon in intakten Elternbeziehungen oft nicht. Man kann aber ein gewisses Unentschieden erzielen, wenn Muttern bspw. zähneknirschend das WM zulässt, obwohl sie "ja eigentlich der wertvollere Elternteil ist und das Kind bei ihr allein mit notdürftigen Umgängen besser aufgehoben wäre" und Papa die höheren Ausgaben hat, obwohl er "dazu eigentlich überhaupt nicht verpflichtet ist, weil er ja das Kind hälftig betreut". Der Preis für das Kindesoptimum ist, dass jeder Elternteil wohl etwas geben muss, zu dem er innerlich eine gespaltene Haltung hat. Die Frage ist: Lohnt es, sich darüber zu ärgern, wenn man es nicht vermeiden kann und dafür aber eigentlich genau das hat, was man als Ziel hatte?
Ich habe von Anbeginn der getrennten Zeit von Lausebackes Vater aufgegeben, je einen Cent Unterhalt zu sehen. Ich werde auch nie einen sehen. Unterhaltsrechtlich gesehen ist unser Kind einfach "mein Kind". Ich setze mich nicht hin und rechne den nicht erhaltenen KU hoch bis zum 18. Geburtstag. Ich spekuliere darauf, dass mein Sohn irgendwann mal dem Sozialamt sagen kann, dass sein Vater sein Leben lang keine müde Puderatze für ihn ausgegeben hat und er nun auch keinerlei Veranlassung sieht, für seine Beerdigung aufzukommen. Und wenn er es dennoch tun WILL, soll er es tun, ohne dass das bei mir auch nur ein My Frustpotential auslösen wird.
Es ist schlicht so, dass es Dinge gibt, die man nicht wirklich ändern kann oder wenn nur mit riesengroßem Aufwand und ohne Gewähr, dass man am Ende als Sieger da steht. Vielleicht mache ich es mir einfach. Aber ich habe keine Lust, Zeit und Lebensqualität für solche Kämpfe zu vergeuden. Und ein bißchen, das gebe ich zu, bin ich auch stolz darauf, dass ich das "ohne ihn" hinbekomme und mir die Früchte des Erfolges auch allein zuschreiben darf. Das ist zB auch nicht in Euro aufzuwiegen. Und wenn man es dann noch pathetisch sagen will: Wenn der Tag gekommen ist, an dem ich Rechenschaft über mein Leben ablegen muss, habe ich mir da nicht viel vorzuwerfen. Ob ER das dann von sich auch sagen kann?
Fazit: Finde einen Weg, mit dem Du und Dein Gewissen gut leben können. Ob das dann juristisch korrekt, optimal gelaufen, paripari zwischen Dir und Ex ist: Who cares?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Oh, da habe ich ja was losgetreten... :exclam:
Na ja, etwas off-Topic war das schon von mir, aber ich dachte, hier sind alle WM-Experten einträchtig beisammen. 😉
Deswegen schweige ich zu dem Thema jetzt auch. Und eröffne vielleicht ein eigenes dazu.
Gruß Areon
