Diskussion: Gesundh...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Diskussion: Gesundheitsfolgen von Trennung und Scheidung

Seite 4 / 4
 
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@ Aja:

wieder falsch verstanden - wenn dir jetzt dein Schienbein weh tut, dann hast du nicht das geringste von dem verstanden, was ich geschrieben habe.

Genau DAS bringt es auf den Punkt!!!!!!

Schon mal dran gedacht, daß DU vielleicht die ganze Zeit nicht recht verstehst, was wir in diesem Thread hier versuchen zu diskutieren?

Grüße,
Milan


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 00:09
 AJA
(@aja)
Registriert

Also noch mal und ich hoffe, ich kann mich jetzt verständlich ausdrücken.

Ein Gutachten in Fällen wie von dir, uli beschrieben - keine Frage, bin ich dafür. Diese Fälle gibt es, da bin ich mir sicher. Dafür habe ich genug hier im Forum gelesen und in klitzekleinen Details leider auch in meinem näheren Umfeld mitbekommen. Diese Schlangen gibt es, die den Vätern meist auf dem Rücken der Kinder das Leben zur Hölle machen.

Die Erstellung eines Gutachtens ist eines, was man damit macht, etwas anderes.

Eben genau das, was man damit macht, war das, was mir hier aufgestossen ist. Es soll bei Scheidungsverfahren einbezogen werden. Sei mir nicht böse. Bei Scheidungsverfahren? Wann hat deine Gesundheit angefangen, sich aufzulösen? Beim Scheidungsverfahren? Dann nehme ich alles zurück, was ich bisher geschrieben habe.

Ist es nicht eher so, dass während des Trennungsjahres meist noch ein trügerischer Frieden herrscht und der Stress erst so richtig los geht, wenn die Scheidung durch ist? Und da bin ich wieder bei dem Punkt, den ich hier schon vor "Jahren" geschrieben habe: es müsste viel früher angesetzt werden.

[Dabei wäre es doch interessant, dies zu ergründen, um die Folgen präventiv zu vermeiden. Die Männer blieben arbeitsfähig und im unterhaltsrechtlichen Sinne leistungsfähig!! Das müsste doch eher ein Ansporn als Grund zur Panik sein!

Wenn dieses Gutachten dem dient, klar, das geht in meine Richtung. Davon konnte ich allerdings bisher nichts erkennen. Ich habe nur gelesen, dass es darum geht, solche Gutachten im Scheidungsverfahren bezüglich unterhaltsrechtlicher Fragen zu verwenden.

So begründet schon jetzt § 1572 BGB einen Unterhaltsanspruch eines geschiedenen Ehegatten gegenüber dem anderen wegen Krankheit oder Gebrechen.

Ergänzend begründen die §§ 1573 und 1574 BGB einen Unterhaltsanspruch, wenn ein geschiedener Ehegatte keine dem Gesundheitszustand angemessene Erwerbstätigkeit erlangen kann.

Umgekehrt gibt es aber keine ausdrückliche Einschränkung der Verpflichtung zur Unterhaltsleistung im Falle von Krankheit oder Gebrechen.

Mittlerweile hat sich das Männergesundheitsrisiko „Scheidung“ nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Sozialversicherungsträger, die Unternehmen und die Gesamtwirtschaft zu einem ernsten Problem entwickelt.

Vor diesem Hintergrund erscheint es angezeigt, dass Männer in Scheidungsverfahren, sofern und soweit dies jeweils begründbar ist, von Anbeginn an Unterhaltsforderungen gemäß §§ 1572, 1573 und 1574 BGB stellen.

Sollte ich das falsch verstanden haben als Venusianierin, sorry. Ich habe einfach den Eindruck, dass es hier nur um Geld geht. Mag sein, dass der Eindruck falsch ist, ich habe auch mit dem Mann nicht telefoniert und kenne nicht jedes dritte zensierte Wort  :wink:. Von daher weiss ich auch nicht, worum es ihm wirklich geht und kann ja eigentlich gar nicht mitreden. Es ist mein Bauchgefühl.

Nichts für ungut.

LG AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 00:28
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Von daher weiss ich auch nicht, worum es ihm wirklich geht und kann ja eigentlich gar nicht mitreden.

Grüße,
Milan


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 00:31
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi @ll,

auch ich finde es schade, dass dieser Thread in einen "Geschlechterkampf" ausgeufert ist. Auch wenn sicher niemand bestreitet, dass es sowohl bei Männlein wie Weiblein solche und andere gibt. Es gibt auf vatersein.de überdies einen breiten Konsens darüber, dass Pauschalurteile wie "die armen Männer" und "die bösen Frauen" nicht greifen. Trotzdem muss es möglich sein, ein Problem wie das Thema "Männergesundheit" zu benennen und zu diskutieren, ohne dass es gleich wieder per "Ja, aber..." relativiert wird. Ich habe mich auch immer wieder dezent aufgeregt, wenn irgendwelche Relativierer mir in meiner Eigenschaft als Co-Autor mehrerer Bücher und Fotoaustellungen über Nazi-Verbrechen ungefragt Diskussionen darüber aufzudrängen versuchten, dass "die Russen" ja schliesslich auch keine Unschuldslämmer gewesen wären. Als ob ein Unrecht das andere ungeschehen oder weniger schlimm machen würde.

Fakt ist: Die Ausgangsbasis bei Trennung und Scheidung ist für Männer und Frauen sehr unterschiedlich; die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind es ebenfalls. Deshalb ist es naheliegend, dass Männer auch anders darauf reagieren - auch wenn niemand in Frage stellt, dass Frauen ebenfalls darunter leiden.

Unausgesprochen geht die "Volksmeinung" auch im Jahr 2006 noch mehrheitlich davon aus, dass Männer stark und Frauen schwach sind; dass Frauen wirtschaftlich mehrheitlich von ihren Männern abhängig sind, dass die Verbindung von Mutterschaft und Berufstätigkeit auf Rabenmütter schliessen lässt, dass Mütter besser als Väter wissen, was für (kleine) Kinder gut ist und wie man sie "richtig" erzieht und ernährt und manches mehr. Viele der Väter hier wissen auch, dass das deutsche Familienrecht solche Klischees abbildet und sie in ihrer Väterrolle oft mit ein paar Brosamen abspeist: Wenn "frau" keinen Bock mehr auf Ehe und Familie hat, macht sie sich mit Hilfe dieses "Rechts" notfalls und ungestraft zur "Kinderbesitzerin", die dem Vater Art und Umfang seines künftigen Umgangs mit seinen Kindern erlaubt und ihm - genügend bösen Willen und einen fähigen Anwalt vorausgesetzt - gerade soviel Geld lässt, dass er nicht der Sozialhilfe anheimfällt. Vollkommen legal und damit aus ihrer Sicht moralisch nicht verwerflich.

Für solche (und viel andere) Frauen mag die Trennung eine Erleichterung und Befreiung darstellen; für ihre Männer geht der Druck, der der Trennung vorausging, dagegen erst richtig los: Unterhaltsverpflichtungen haben centgenau bedient zu werden, während das bisherige Selbstverständnis als engagierter Vater komplett entgleist, weil sie durch Beschluss Dritter von heute auf morgen zu Besuchs- und Zahlonkels degradiert werden. Und wenn Madame es darauf anlegt, hat sie 1001 Möglichkeiten, auch diesen Umgang nach Kräften zu behindern - natürlich nicht offen, sondern so subtil, dass ihnen juristisch nicht beizukommen ist. Das Forum ist voll von den Fällen, wo Kinder an den Umgangstagen zufällig immer wieder krank oder nicht da sind, angeblich keinen Bock auf Papa haben oder "erst mal zur Ruhe kommen müssen". Die Verpflichtung, den Umgang zu ermöglichen und zu fördern, ist Makulatur, wenn Madame nicht will. Gerät der Vater dagegen mit einer einzigen Unterhaltszahlung in Verzug, setzen die gleichen Damen ohne Skrupel sofort den Arm des Gesetzes in Bewegung.

Väter müssen einfach schlucken, dass Mütter sich per souveräner Willkür zu Alleinerziehenden machen. Alle Welt hat Verständnis für die armen Frauen, die wegen dieses Stresses erschöpft sind. Gleichzeitig legt niemand den Vätern nahe, auch einmal kürzer zu treten, vielleicht sogar weniger zu arbeiten oder in einen schlechter bezahlten, aber besseren Job zu wechseln: Die "eheprägenden" Einkünfte haben gefälligst weiterhin erwirtschaftet zu werden.

Niemand bestreitet, dass Menschen krank werden, wenn sie von heute auf morgen unerwartet aus dem Arbeitsprozess ausgegliedert werden und deshalb sozial absteigen. Bei vielen Vätern passiert aber nichts anderes: Eine selbst gestellte, zentrale Lebensaufgabe - das "Vater sein" - wird ihnen von heute auf morgen einfach weggenommen, ohne dass sie etwas dagegen tun können. Ist es ein Wunder, dass dadurch ganze Lebensgebäude ins Wanken kommen - mit allen seelischen und körperlichen Folgen?

Das ist in Summe das, was Männern in unserem Land häufig und Frauen praktisch nie passiert - welche Mutter wird gegen ihren Willen und mit Hilfe der Familiengerichtsbarkeit zwangsweise von ihren Kindern getrennt und auf gelegentliche Besuchskontakte bei gleichzeitigen massiven Kinder- und Ehegatten-Unterhaltsverpflichtungen reduziert? Ich kenne keine!

Deshalb sind die geschilderten und in diesem Thread interessierenden Krankheitsbilder eben sehr männerspezifisch. Und deshalb muss es möglich sein, ein solches Thema ernsthaft zu diskutieren und eine entsprechende "einseitig-männliche" Studie zu initiieren, ohne dass es gleich wieder heisst "Andersrum ist das aber auch schon vorgekommen!" oder "Auch Frauen leiden unter Trennungen und bekommen Herzinfarkte!" Zumindest so lange, wie das Verhältnis zwischen kinderbetreuenden Vätern und Unterhalt erwirtschaftenden Müttern noch nicht bei 50:50 liegt.

Nachdenkliche Grüssles aus'm Wilden Süden
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 11:59
(@Platt)

Hi,

@brille007 normalerweise finde ich Deine Posts sehr interessant. Auch diesen. Ich glaub aber nicht daran, dass Du nur annähernd eine Verhaltensänderung erreichst. Alles was Du geschrieben hast, hätten Alle unterschrieben, da die Situation im Familienrecht bekannt ist. Da stimmen sogar die Userinnen zu.

Jetzt kommt einmal so ein Thema auf den Tisch und schon haben einige (bewusst Glechtsneutral) partielle Amnesie.
Man fühlt sich veranlasst, darauf hinzuweisen das auch Frauen darunter leiden und Männer halt Signale nicht verstehen.

@uli ich muss Dir einmal widersprechen.

weil man Angst haben muss, dass ein kleines zu eroberndes Terrain (das dem anderen Geschlecht nix nimmt!) gleich wieder umkämpft wird.

Nein so ist das nicht. Das ist ein Brückenkopf und über diesen will man natürlich das gesamte verlorene Terrain zurück erobern. Ich bin mir sicher, dass dieses früher oder später auch gelingen wird.
Für mich sind dann diese Reaktionen nicht verwunderlich, da jeder weis, dass ein Brückenkopf sofort eleminiert werden muss, da sonst daraus eine Invasion entstehen kann.

Platt


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 17:24
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

... und als folge einer solchen invasion, würde das selbstbild (dank dir, etosch) in´s wanken geraten. :puzz:

so wie über die these "männer verstehen die signale nicht" ein konsens auf beiden seiten der geschlechter besteht,

möchte als folge einer breit angelegten studie über die ursachen männlicher gebrechen infolge von trennung und scheidung
eine these untermauert werden, die - in bislang kleinen (fach-)kreisen - längst unumstritten ist:

"frauen nehmen bei der umsetzung ihrer ziele keine rücksicht"

wie kann eine frau, wie kann eine mutter rücksichtslos sein?
verantwortlich für die gebrechen des ex?
verantwortlich für die gebrechen der eigenen kinder?

das passt einfach nicht

weder in´s eigene selbstbild,
noch in das heutige, gesellschaftliche bild von frau und mutter

nur logisch dass sich gewehrt wird, mit händen und füssen,
müssten doch womöglich eigene fehler und schwächen eingestanden werden ...
die "erfolge" der emazipation hinterfragt werden ....

"frauen, wehret den anfängen"

dabei war´s doch -wenn ich in der schule richtig aufgepasst habe- schon vor jahrhunderten unumstritten

ng

wolf,

der sich gleich mal auf die suche nach einem kleinen, gelben reclam-heftchen macht

war es nicht sheakespear, der sich schon dazumal zu den gesundheitlichen folgen
von trennung und scheidung ausliess, "macbeth" oder so ähnlich, nannte er sein werk, glaub ich ....


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2006 19:07
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@ Platt:

Ich geb Dir vollkommen recht. Nimm Dir doch auch mal ein Geschichtsbuch und sieh mal nach, wie und warum die christliche Kirche oder gar der Islam entstanden sind. Dann fällt einem gar nichts mehr ein. :knockout:

Aber ich finde eines hier doch ziemlich krass in diesem Threat. Alles gebann damit, daß einfach nur mal über die Trennnungsfolgen für Männer diskutiert werden wollte. Niemand wollte damit bestreiten, daß auch Frauen krank werden oder darunter leiden. Aber es ging sofort ne Diskussion deswegen los. Die Diskussion wurde natürlich nicht von nem Mann entfacht, wäre ja völlig unlogisch.

Für mich ergibt sich irgendwie daraus, daß Männer nicht erkranken dürfen an den Trennungsfolgen. Ich hab mich gefragt warum und finde eigentlich nur eine Antwort: Weil dann nämlich die Wahrheit über Frauen -hier Trennungsfrauen- ans Licht käme. Die Wahrheit ist, daß Frauen (natürlich nicht alle, aber fast alle Trennungsfrauen) zu unfassbarer Härte und Brutalität fähig sind. Brutalität nicht nur gegen ihre Exmänner, sondern viel mehr gegen ihre eigenen Kinder. Würde das mal eine große gesellschaftliche Akzeptanz finden, dann würde das ganze Familienrechtssystem in sich zusammen brechen und unser liebes Land hat ein Problem.

Und da wir wohl leider alle aus bitteren Erfahrungen wissen, daß Frauen sehr solidarisch untereinander sind, wird sich immer eine finden, die stellvertretend für die anderen zum Gegenangriff bläst. Eine Frage, die ich mir aber einfach nicht beantworten kann, ist die - es sind doch eigentlich Männer, die diese Gesetze erst beschließen und anschließend um- und durchsetzen. Nur ein Schelm wird jetzt wohl behaupten, daß sie von ihren eigenen Frauen oder eigenen Müttern irgendwie in eine solche Auffassung gedrängt werden.

Ich weiß nicht. Ich kriege die Sache nicht rund für mich. Da ist kein Ende in Sicht. Und auch das macht mich krank.

Nachdenkliche Grüße,
Milan


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2006 00:19
 AJA
(@aja)
Registriert

Eine Frage, die ich mir aber einfach nicht beantworten kann, ist die - es sind doch eigentlich Männer, die diese Gesetze erst beschließen und anschließend um- und durchsetzen. Nur ein Schelm wird jetzt wohl behaupten, daß sie von ihren eigenen Frauen oder eigenen Müttern irgendwie in eine solche Auffassung gedrängt werden.

Dazu drängt sich mir doch der Spruch auf: hinter jeden erfolgreichen Politiker steht eine starke Frau. Entstand glaube ich seinerzeit während der Regierungszeit von König Franz-Josef Strauss  :wink:. Und mit Sicherheit werden diese Gesetze auch nicht von Männern gemacht, die sich gerade in einer Trennung oder kurz danach befinden.

Da ich diejenige Böse war, die eine Diskussion entfacht hat (obwohl meine Intention gar nicht daran lag, eine Diskussion zu entfachen und ich immer noch der Meinung bin, nicht richtig verstanden worden zu sein):

Für mich ergibt sich irgendwie daraus, daß Männer nicht erkranken dürfen an den Trennungsfolgen.

Das ist doch Quatsch, davon war nie die Rede. Aus der "ein Indianer kennt keinen Schmerz" Generation sind wir ja wohl alle entwachsen.

Gruß AJA, die dieses Thema allerdings nicht dusselig findet und von daher den Umzug nicht ganz nachvollziehen kann.


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2006 16:06
(@babbedeckel)
Registriert

Moin,

Dazu drängt sich mir doch der Spruch auf: hinter jeden erfolgreichen Politiker steht eine starke Frau. Entstand glaube ich seinerzeit während der Regierungszeit von König Franz-Josef Strauss  :wink:. Und mit Sicherheit werden diese Gesetze auch nicht von Männern gemacht, die sich gerade in einer Trennung oder kurz danach befinden.

Stimmt, eine Partner sollte unterstützden wirken...das ist der Idealfall  😉
...und die Politiker, ganz oben, die haben doch jeden Bezug zur Realität verloren.
Da gibt´s etliche Beispiele....

Das ist doch Quatsch, davon war nie die Rede. Aus der "ein Indianer kennt keinen Schmerz" Generation sind wir ja wohl alle entwachsen.

Das denkst du. Schon einmal beim Fußballtraining, Footballtraining gewesen ?
Schonmal die "Ellenbogenkämpfe" im mittleren Management mitgemacht ?
Vielleicht die jetzige Generation von Typen, die länger zum Duschen und zur "Nachbereitung" brauchen,
als Claudia Schiffer  :rofl2:

Gruß
babbedeckel


Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.09.2006 10:10
 AJA
(@aja)
Registriert

Sorry, auch wenns jetzt ganz off topic ist...

babbedeckel, meine Große hatte heute ihr zweites Punktspiel beim Fußball. Es gab zwei "Verletzte", bisschen Eis drauf und gut, dann haben sie die Zähne zusammen gebissen und weiter gespielt.

Auch der Ellenbogenkampf im mittleren Management ist mir mehr als bekannt - aus eigener leidvoller Erfahrung im Kampf als Frau gegen die Männer. Das einzige, was mir dabei aufgefallen ist war, dass wir Frauen weit mehr Leistung zeigen mussten um auch nur annähernd die Akzeptanz zu bekommen, die die Männer schon auf Grund ihres in die Wiege gelegten Geschlechtes hatten.

Für mich sind sensible Männer keine Weicheier, ebenso kann ich schwer damit umgehen, wenn Mädchen oder Frauen sich auf ihrem Weibchenstatus ausruhen.

Gruß AJA

P.S.: Wer Kommafehler findet darf sie behalten  😉


AntwortZitat
Geschrieben : 30.09.2006 21:56




(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

und ich dachte immer, es wäre allein meine schlechte angewohnheit,
mich permanent rechtfertigen zu müssen ...  😉

Aus der "ein Indianer kennt keinen Schmerz" Generation sind wir ja wohl alle entwachsen.

wir?

irgendwie schon bemerkenswert, eine solche aussage
aus dem munde (der tastatur) eines weiblichen mitglieds (unserer heutigen gesellschaft ...)

als alter karl-may-fan meine ich mich zu erinnern:
es gab die indianer
und es gab die squaws ...

indianerINNEN kennen keinen schmerz ?

auch heute noch, selbst wenn vereinzelt kinohelden auf der leinwand mittlerweile weinen,
gilt m.e. noch immer die von aja zitierte maxime:

männer haben stark zu sein, frauen dürfen weinen, männer -indianer eben- aber nicht

auch wenn frau es manchmal (aber nur manchmal) gerne hätte, dass wir gefühle zeigen,
so steckt es in uns noch immer viel zu tief, gefühle eben nicht zu zeigen

bis zum macho-softie (dem pendant zur eierlegendenwollmilchsau) braucht die evolution wohl noch ein paar generationen

dafür ist es einfach noch nicht zu lange her,
dass dem indianer die auseinandersetzung mit seinem gefühl
bei der erfüllung seiner aufgaben schlichtweg hinderlich gewesen wäre

er (und seine familie !) hätten einfach nicht überlebt ...

die tage lief eine spannende dokumentarreihe über menschliche entwicklung
vom homo *hassenichgesehen* bis zum heutigen homo sapiens

eine jagdszene:

er jagte - zusammen mit seinen kumpels  -  irgendein tier,
er stürzte und brach sich dabei einen finger ...
er stand auf, guckte sich seinen krummen finger an
und erlegte das tier ...

beides, die erziehung und die gene, sind verantwortlich dafür,
dass es einfach (noch immer) nicht mann gegeben, seine gefühle zu zeigen (resp. wahrzunehmen)

und eben darin liegt m.e. eine der hauptursachen für die gesundheitsfolgen
des mannes nach einer trennung / scheidung:

zutiefst verletzte gefühle, die einfach nicht raus kommen (dürfen)
führen zu psychosomatischen "begleiterscheinungen",
folgeschäden eben ...

keine frage,
die symptome liegen allein in unserer verantwortung,
in der (ur-)männlichen unfähigkeit, mit den eigenen gefühle adäquat umzugehen

in der ganzheitlichen medizin behandelt man nicht nur die symptome,
sondern hinterfragt auch die ursachen  ...

in einem öffentichen forum hingegen ist dies jedoch schlichtweg zu gefährlich  😉

ng

wolf


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 01.10.2006 11:49
(@ulliberne)
Nicht wegzudenken Registriert

moin, zusammen,

1. @ aja: das gutachten soll beim scheidungsverfahren einbezogen werden - also muss es sich auf die vergangenheit = trennungszeit beziehen! und das entspricht meiner erfahrung:

Ist es nicht eher so, dass während des Trennungsjahres meist noch ein trügerischer Frieden herrscht und der Stress erst so richtig los geht, wenn die Scheidung durch ist?

nein: bei mir begann der 'stress' = psychoterror ca. 2 wochen nach dem trennungstag, nämlich als ex merkte, dass ich nicht zu allem (vorrangig geld und kinder) 'ja und amen' sagte und bei allem nachgab, sondern begann, eine 'eigene meinung' zu haben. ab da waren es noch knapp 2 jahre bis zum scheidungstermin, zeit genug für ein gutachten auch bezgl. der gesundheit (dazwischen u.a. eine kur und psychotherapie).

2. zu 'männer müssen stark sein' etc.: im mdl. ABR-termin (leider nicht im protokoll festgehalten): richterin zu mir: 'wie wollen sie die kinder künftig betreuen?' ich: 'z.b. auf teilzeit gehen' sie: 'das vergessen sie mal schnell wieder. wenn sie ihren vollzeit-job aufgeben, dann muss ich mir stark überlegen, ob die kinder nicht doch bei der mutter besser aufgehoben sind' ich: 'und sie kann sich dann voll den kindern widmen und ihren job (anm.: damals auch vollzeit; LG war vorhanden) aufgeben?' richterin: 'ja, natürlich!'. anm.: a) der kleinste war damals 2 1/2 jahre alt! b) die logik habe ich bis heute nicht verstanden.

3. zu 'männergesundheit': der o.a.'logik' folgend, bin ich bis heute vollzeitarbeitender AE und war, nach kur, psychotherapie, erz.-beratung, rektal-endoskopie u.a., gerade heute zur magenspiegelung (zum glück o.b.). nicht, weil die kids soviel 'ärger' machen, nein, sondern weil der psychoterror bis heute (trennung vor 4 (!) jahren) anhält (letzte vorstufe zum missbrauchsvorwurf ist inzwischen erreicht).

fazit: männer sind eher bereit, einen 'schlussstrich' zu ziehen. der vernichtungswille von (einigen) frauen hält dagegen 'ewig' (vor allem, wenn's ums geld geht??) - und darunter leidet die gesundheit vieler männer.....

... kommt mir gerade in den kopf ....
ulli


ein mann geht nicht unter wenn er nicht will,
wehre dich, schlage dich, halte nicht still.....
(fritz grasshoff)

AntwortZitat
Geschrieben : 03.10.2006 01:17
 AJA
(@aja)
Registriert

Hi uli,

ich trau mich jetzt nach ein paar Tagen mal zu antworten. Auch wenn es wieder mal nicht unbedingt mit dem Ausgangspost zu tun hat und wieder mal nur meinen eigenen Fall betrifft.

Wie bereits irgendwo beschrieben, enstand die Krankheit meines Ex in seinem 8. bis 12. Lebensjahr. Erst nach der Trennung hat er dann die Notwendigkeit gesehen, sich an einen Therapeuten zu wenden. Wie einfach, die ganze Geschichte dann der Trennung zu zu schreiben. Nur davor habe ich Angst. Die Geschichte von lonesomewolf, in einem ganz anderem Thread, bestätigt mich in dieser Annahme.

Ich möchte nun bei Gott nicht unterstellen, dass jeder Mann hier NICHT unter der Trennung leidet. Aber ich habe doch grösste Bedenken, dass auch frühkindliche Traumata dann einer Trennung zugeschrieben werden.

Wie was das denn so im allgemeinen bei euch? Hattet ihr die behütete Kindheit, das Urvertrauen, die absolute Geborgenheit? Oder wart ihr auch so eher in der Generation der Indianer?

Nicht böse sein, ich frag mich das eben gerade.

Und nochmal so als Randbemerkung: Vor kurzem habe ich erfahren, dass mein Ex überall herum erzählt, dass wir uns auseinander gelebt haben. Nichts von den Vorwürfen, die er mir gegenüber auffährt, von wegen, ich hätte ihn wegen eines anderen Mannes verlassen. Ist das nun seine Einsicht, dass es so ist, wie er sagt? Keine Ahnung, wie auch immer, dafür könnte ich ihn knuddeln  :redhead:

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 07.10.2006 22:53
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

Keine Ahnung, wie auch immer, dafür könnte ich ihn knuddeln  :redhead:

tu es, auch wenn es sicher nicht einfach ist ...

ich zitiere mal aus einem buch über die psychotherapeutische arbeit bernd hellingers,
aus dem kapitel. "die kunst sich rictig zu trennen"

[...]
wie schon erwähnt, ist es bei einer trennung erstrebenswert,
dass sich beide versichern, das gemeinsam erlebte gute und schöne mit in die zukunft zu nehmen.
wenn man mit seinem partner vor einem scherbehaufen steht,
sieht man verständlicherweise nicht in erster linie das schöne,
sondern die zermürbende zeit, die zur trennunf geführt hat.
oft fragt man sich
"hat es überhaupt etwas gutes gegeben?
wie konnte ich nur so blind sein?"
es ist heilsam, sich gerade beim abschied an die anfangszeit zu erinnern,
in der meist die schönen erlebnisse zu finden sind.
es gibt viele paare, die das beim abschied nicht tun.
wer jedoch im hass auseinandergeht,
wird nicht  offen sein können für eine neue partnerschaft.
wenn sich beide aber versichern,
dass sie das schöne als geschenk mit in die zukunft nehmen,
wird es noch einmal sehr wehtun.
gerade deswegen wird dies so wenig gesagt.
dieser schmerz ist notwendig, und wer durch ihn geht,
ist reif für eine neue bindung.
desgleichen ist auch wichtig, dass beim abschied
jeder zu seinen teil der schud steht.
wird nach einer trennung nach schuldigen gesucht,
dient dies meist nur zur abwehr des schmerzes.
[...]
wenn sich das paar dem schmerz stellt,
kann es friedlich auseinander gehen.
hass aber stellt nur die andere seite von liebe und schmerz dar
und entsteht, wenn jemand in seiner liebe verletzt worden ist.
wer den hass kultiviert, verbaut sich den zugang zur liebe.
die lösung hieße: "ich habe dich sehr geliebt. es tut jetzt sehr weh."
nach einem solchen satz verschwindet der hass,
und die versöhnung wird möglich.
nach dem hass jedoch ist ein platz mehr für versöhnung,
denn durch ihn verliert man genau das, was man eigentlich erreichen möchte.


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 08.10.2006 11:49
(@lonesomewolf)
Nicht wegzudenken Registriert

ich kopiers nochmal,
einerseits ist die schrift zu winzig, um´s vernünftig lesen zu können,
anderseits hab ich in einer der kernaussagen ein "k" vergessen
und aus "kein" ein "ein" gemacht :redhead:

"wie schon erwähnt, ist es bei einer trennung erstrebenswert,
dass sich beide versichern, das gemeinsam erlebte gute und schöne mit in die zukunft zu nehmen.
wenn man mit seinem partner vor einem scherbenhaufen steht,
sieht man verständlicherweise nicht in erster linie das schöne,
sondern die zermürbende zeit, die zur trennung geführt hat.

oft fragt man sich
"hat es überhaupt etwas gutes gegeben?
wie konnte ich nur so blind sein?"

es ist heilsam, sich gerade beim abschied an die anfangszeit zu erinnern,
in der meist die schönen erlebnisse zu finden sind.

es gibt viele paare, die das beim abschied nicht tun.

wer jedoch im hass auseinandergeht,
wird nicht  offen sein können für eine neue partnerschaft.

wenn sich beide aber versichern,
dass sie das schöne als geschenk mit in die zukunft nehmen,
wird es noch einmal sehr wehtun.

gerade deswegen wird dies so wenig gesagt.

dieser schmerz ist notwendig,
und wer durch ihn geht,
ist reif für eine neue bindung.

desgleichen ist auch wichtig, dass beim abschied
jeder zu seinen teil der schuld steht.

wird nach einer trennung nach schuldigen gesucht,
dient dies meist nur zur abwehr des schmerzes.

[...]

wenn sich das paar dem schmerz stellt,
kann es friedlich auseinander gehen.

hass aber stellt nur die andere seite von liebe und schmerz dar
und entsteht, wenn jemand in seiner liebe verletzt worden ist.

wer den hass kultiviert, verbaut sich den zugang zur liebe.

die lösung hieße: "ich habe dich sehr geliebt. es tut jetzt sehr weh."

nach einem solchen satz verschwindet der hass,
und die versöhnung wird möglich.

nach dem hass jedoch ist kein platz mehr für versöhnung,
denn durch ihn verliert man genau das, was man eigentlich erreichen möchte."


wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun

(j.b.molière)

AntwortZitat
Geschrieben : 08.10.2006 13:24
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

rehi,

angekommen in der Realität: die Ex macht Streß, resultierend daraus sprudelt das Kind dann am UmgangsWE über: er darf nicht Fußball spielen, er muss erst besser werden in der Schule. Der Kanu-Kurs in der Schule ist auch von der Ex gecancelt, weil er erst bessere Noten nach Hause bringen soll. Sein Computer, der seit über einem Jahr auf dem Dachboden verstaubt, kommt auch erst raus, wenn die Noten in der Schule besser sind. Fernsehen? Wenn er bessere Noten hat.

Die Lehrer bescheinigen dem Kind, dass es den Lehrstoff beherrscht, aber in den Klassenarbeiten versagt. Ex spielt immer die gleiche Platte ab: werd erstmal besser in der Schule! und das Kind platzt fast. Der Vater kann nicht helfen.

Daraufhin bricht also eine psychosomatische Krankheit beim Vater aus. Der Arzt fragt, ob er Streß hat, der Vater sagt ja, am WE mit der Ex. Der Arzt meint: aber da stehen Sie doch wohl drüber und der Vater antwortet: das geht schon seit über zehn Jahren so und der Arzt zeigt Verständnis.

Bleibt die Frage, ob man damit auf Dauer seine Arbeitsfähigkeit erhalten kann. Ein dickeres Fell, das wäre schön, aber wie soll man das bekommen, wenn es um das Wohlergehen der Kinder geht?

Und was bleibt der Next? Zugucken, abwarten, bis der erste Herzinfarkt sich einstellt? Also bei aller Liebe, dann lieber Hartz IV.

Gruß

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
21dbc1b8a029e54556e0e8e32d0b6d64

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.10.2006 00:16
(@hessenklaus)
Schon was gesagt Registriert

Guten Abend allerseits,
auch wenns schon spät ist, möchte ich doch noch was zu dem Thema anmerken. Es ist große klasse, daß dieses Thema mal zur Diskussion gestellt wird. Genauso wie ich vor ca. 1 Woche einen Thread zum Tema "Zukunftsaussichten" oder so ähnlich gelesen habe.
Wenn ich mich recht entsinne, gibt es in Amerika (wo auch sonst) Studien zum Thema "Erkrankungen von Männern während/nach Trennungen /Scheidungen". Kann jetzt aber nicht verläßliche Quellen nennen.
Ich fände es hier sehr gut, die Diskussion einfach mal ganz sachlich zu führen mit dem Hintergrund der gesundheitlichen Veränderung bei gravierenden Einschnitten im Leben eines Menschen, ohner gleich in Schuldzuweisungen und geschlechterspezifischen K(r)ampf zu verfallen.
Was mich betrifft, so war und ist es so : meine Frau ist vor 5 Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion mit den beiden Kindern ausgezogen. In den nun folgenden Jahren sind dann bei mir folgende Krankheitsbilder aufgetreten ( und es würde mich wahnsinnig interessieren, ob sich diese Symptome und damit auch Syndrome auf eine statistisch gesicherte Menge ausweiten ließen) :
- Herz- und Magenbeschwerden
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- ein durch Stress hervorgerufenes Hautekezem ("Managersyndrom)
- was wohl am schlimmsten ist : Schlafprobleme. Ich wache nach ca. 3-4 h (manchmal sind es auch nur 2 h) auf, die "Festplatte" ist sofort auf Touren und dann fängt das große Grübeln und Sinnieren an, bis der Wecker klingelt.
In diesem Zusammenhang fände ich es auch mal gut, wenn weibliche Mitglieder dieses Forums dazu Stellung nehmen würden, wie und ob überhaupt sie in welcher Weise auf Ausnahmesituationen körperlich reagieren.
Alsdann
"Gut Nacht"
Hessenklaus


AntwortZitat
Geschrieben : 30.10.2006 00:22
Seite 4 / 4