Noch was, nur mal zum Nachdenken:
Man geht zur Polizei und sagt, der Ex fährt besoffen.
Die Polizei wird tagtäglich mit Anzeigen und Verdächtigungen gegen Expartner zugemüllt, da könnte ich auch so einiges dazu erzählen (bin kein Polizist).
Erinnert sich noch jemand an den Kalifen von Köln? Der wurde rund um die Uhr überwacht und trotzdem war er auf einmal weg. Was glaubt ihr denn, was die Polizei bei so einer vagen Anzeige macht?
Rund um die Uhr überwachen?
Um anzuzeigen, musst Du schon sehr starke Beweise haben. Aussagen, wie, ich hab den aus dem Auto steigen sehen und er hatte eine Fahne reichen nicht. Eine Fahne hat man von einem Bier.
[Editiert am 27/1/2005 von HerbertMF]
Hallo Herbert,
ich habe dein Posting auch überhaupt nicht so verstanden.
Es ist - im gegenteil - für mich sehr hilfreich, weil es eigentlich meine Eingangsfrage beantwortet. Ich finde eure Lösung eigentlich prima, auch wenn sie vermutlich für dich einige Zeit recht lästig war. Aber so wird es vermieden, dass weiter "schmutzige Wäsche" gewaschen wird, geschweige denn einer den anderen fertig macht.
Ich habe eigentlich zu meinem Exmann ein Verhältnis wie zu einem Bruder. Immerhin haben wir das halbe Leben gemeinsam verbracht. Trotzdem möchte ich natürlich auch meine Kinder schützen.
Ich teile auch deine Einschätzung wegen der Anzeige (Rosenkrieg nach Scheidung etc.). Ich lege es auch wirklich nicht darauf an, sondern ziehe eine Lösung im Guten vor - vor allem auch im Sinne meiner Kinder.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
@herbert
ich gebe dir insofern recht, dass die polizei nicht tag und nacht vor seiner haustür wachen wird. aber wenn die polizei einen tip bekommt, dann wird der sache auch nachgegangen.
ich bin zufällig bei der firma. und wenn mir einer sagt, herr xyz ist mit dem fahrzeug 123 unterwegs und trinkt ganz gern mal einen. dann ist das kennzeichen und die wohnanschrift in meinem gehirn gespeichert. und ohne auf ihn zu lauern, fährt er mir früher oder später über den weg und ich kontrolliere ihn. sollte sich der verdacht nicht bestätigen, dann wird er eben wieder aus meinem gehirn gelöscht und gut ist.
und ich gehe diesem tip nicht nach, um der frau, die mir den tip gegeben hat einen gefallen zu tun, sondern, weil da draußen einer unterwegs ist, der auch mich und meine eigenen kinder gefährdet.
iss nie gelben Schnee!!!
Das leuchtet mir ein und ist auch gut so.
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Anm. Admin: Beitrag gelöscht! Hausverbot! Siehe >hier<
[Editiert am 20/6/2005 von DeepThought]
Hallo zusammen,
anläßlich der momentanen Diskussion in diesem Thema wollte ich die aktuelle Situation für meine Kinder hier nochmal anfügen.
Mein Exmann trinkt nach wie vor. Für mich hat sich die Situation dadurch entspannt, dass er inzwischen eine Wochenend-Beziehung zu einer sehr netten Frau hat, mit der sich meine Kinder gut verstehen. Meine Kinder sind inzwischen fast 15 und 19 Jahre alt. Ich kann an den Wochenende, wo meine Kinder ihren Vater besuchen, wieder völlig ruhig schlafen, weil ich weiß, dass die Freundin des KV nicht zulassen würde, dass mein Ex betrunken fährt und auch sonst für die Kinder da ist.
Gestern sind mein Mann und ich mit meinem Stiefsohn und meiner jüngsten Tochter zu einer Veranstaltung hier in der Stadt gefahren.Im Auto begann meine Tochter zu erzählen:
Ich finde es richtig schön, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen. Mama, es wird mir immer peinlicher, wenn ich bei Papa bin und mit ihm einkaufen muss. Ich habe dann das Gefühl, dass alle sehen, was mit ihm los ist. B... (Papas Freundin) schimpft auch immer mehr mit ihm. Mir ist aufgefallen, dass Papa jetzt immer unter einem Vorwand in den Keller geht und trinkt. Ich merke das, weil er danach auch morgens schon aus dem Hals nach Bier riecht. Ich frage mich, ob B. das nicht bemerkt. In letzter Zeit ist es auch immr öfter so, dass Papa sich wegen nichts aufregt und völlig ausrastet. Am letzten Wochenende ist das zum Beispiel passiert, weil mir eine Freundin ihr altes Handy überlassen will. Ich verstehe nicht, warum das ein Grund zum Ausrasten ist. B. ist dazwischen gegangen und danach sind zwischen den beiden die Fetzen geflogen. Mama, das ist mir alles so peinlich oft. Ich mag da bald gar nicht mehr hin.
Und ich denke dann, wie gerne würde ich meinem Kind das ersparen. ;(
Andrea
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Dalai Lama
Hallo Andrea DD,
wie so oft zieht sich die Suchtgeschichte wie Kaugummi hin....geändert hat sich - außer das Deine Kinder älter geworden sind - ja recht wenig. Wird sich auch nicht, wenn Dein Ex nicht von selbst einsieht , daß er krank ist. Er wird die Verantwortung immer von sich wegschieben und andere für sein Unglück verantwortlich machen...
Da hilft auch keine Wochenendbeziehung, auch wenn sie auf ihn schimpft und das Verhalten nicht in Ordnung findet. Im Gegenteil, er wird sich noch bestätigt fühlen und sagen, seht her , mich findet auch besoffen noch wer toll.
Ich denke mal, man muß ihn mit allem mal direkt konfrontieren, dh. mit dem drohenden Verlust von allem, was einem Menschen noch das Leben lebenswert macht. Und in die Richtung schiebt einen die Trinkerei automatisch. Ich wollte mir auch bis zu meinem ca. 35. Lebensjahr nicht eingestehen, daß ich nichts anderes bin als ein Alkoholiker (obwohl nach meiner Meßlatte dann ganz Deutschland aus Alkoholikern bestehen würde). In den Keller gehen und Bier trinken ist schon das so ziemlich armseligste Alkoholikerverhalten, aber wie gesagt mit steigendem Alkoholkonsum sinken auch die Schamgrenzen. Vielleicht kann ihn ja seine neue
Flamme mal in die richtige Richtung schubsen, wenn sie schlau ist, zieht sie aber
eher den Notfallschirm, denn wie stressig das alles für andere ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Deswegen hab ich das in meinem Fall auch niemandem anderen aufgehalst und das ganz allein durchgezogen. Da brauchts aber einen starken Willen zu, den ich nach deinen Schilderungen bei deinem Ex weit und breit nicht sehe.... Leid tut mir das vor allen Dingen für deine Kinder, die natürlich auch mit der Cholerik und dem Ausrasten immer weniger zurechtkommen....
und sich dann irgendwann ganz zurückziehen wollen. Bei Deinem Mann müssen Profis ran, das alles können Angehörige und Freunde gar nicht leisten...
Vor allen Dingen besoffen Auto fahren finde ich das allerletzte. Leuten, die sowas machen, gehört meiner Meinung nach der Führerschein ganz abgenommen, am besten danach für 5-10 Jahre, in ganz harten Fällen halt für immer. Ich hab allein aus der eigenen Biographie hinaus eine ganz knallharte Einstellung zu Alkohol, von mir aus kann man Alkohol auch verbieten oder ihn zumindest so teuer machen wie in Skandinavien, aber dann weint der Dealer Staat gleich wieder rum wegen Arbeitsplätzen und fehlenden Steuereinnahmen....
Das ist eben auch die Gefahr für einen Ex, daß er sich überall Alkohol besorgen kann, von daher muß er wahrscheinlich erstmal knallhart körperlich entziehen, was der wesentlich kleinere Schritt ist, und dann kommt erst der harte seelische Entzug. Er wird irgendwann merken, daß er sich ohne Alkohol nicht "locker machen" kann, und das ist der entscheidende Punkt , dann trinkt er entweder weiter oder überwindet es und hört auf.... Aber wie bereits geschrieben, bei ihm müssen Profis ran....
Alles Gute
Kuwe
Hallo Kuwe,
Alkohol war der Grund für unsere Trennung. Er hatte die Wahl, und als er sich für den Alkohol entschieden hat und hat uns gehen lassen, habe ich für mich die Hoffnung sowieso aufgegeben, dass sich daran jemals etwas ändern wird. Das ist inzwischen sechs Jahre her und ich bin froh, dass ich meine Kinder und mich ein großes Stück aus dieser Quälerei gezogen habe. So habe ich heute die Möglichkeit, meinen Kindern den Halt und die Sicherheit zu geben, die ich mir für sie wünsche.
Im Grunde weiß ich ja, dass das gemein ist, aber für mich bedeutet die Beziehung zu seiner neuen Freundin einen Zeitgewinn, der von großem Wert ist. Meine Tochter hat inzwischen eingesehen, dass sie nichts ändern kann oder wohlmöglich Verantwortung für Papa übernehmen. Ich bin froh, dass ihr die Peinlichkeit nicht täglich zugemutet werden muss und sie die Möglichkeit hat, sich auch zu distanzieren. Sie ist nicht in der Co-Abhängigkeit zum Glück.
Meine große Tochter ist inzwischen noch krasser. Sie lehnt es ab, Pflichtbesuche bei jemandem zu machen, dem sie sowieso völlig gleichgültig ist. Sie sagt, sie schickt ihm lieber eine Pulle Schnaps, dann ist er glücklich. Gelegentlich fährt sie hin und schaut mal rein, hat aber dann immer auch direkt Verabredungen mit alten Freundinnen.
Was soll man dazu sagen?
LG
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Hallo Andrea,
ich kann da keine Gemeinheit entdecken....beim Thema Alkohol gehen bei mir immer die Antennen hoch...als ich hörte , der LG der KM ist in Alkoholtherapie, schwoll mir auch sofort die Halsschlagader....immerhin wohnt der noch dort oder hat zumindest dort seine Wohnung. Mir wird da schlagartig meine Machtlosigkeit bewußt....
Ich bin für mich selber froh, daß Problem überwunden zu haben. Als mein Besuch vor zwei Wochen aus Duisburg hier war, kamen wir auch wieder auf das "alte Thema". Ich selber war das schon stark am verharmlosen, aber meine Bekannte erzählte dann zwei, drei Begebenheiten, die mir sehr stark ins Bewußtsein riefen, wie tief ich damals im Sumpf drinsteckte. Dafür war ich ganz schön dankbar. Es ist also auch noch nach Jahren so, daß man eher dazu neigt, sich selbst anzulügen, eben weil es unangenehm ist. Ich denke mal, der Schritt war richtig....du hast schließlich Verantwortung, die dein Ex schon lange abgelegt hat und zugunsten von Bruder Alkohol eingetauscht hat.
Das die Kinder auch keine Lust mehr auf einen Vater haben, der nur noch an der Flasche hängt, ist auch nachvollziehbar. Wenn das deinem Ex egal ist, dann hängt er wahrscheinlich schon zu lange an der Flasche. Fraglich, ob er dann nochmal die Kurve kriegt. Denn umso länger man abhängig war, umso länger dauert dann auch der Entzug, vor allen Dingen der seelische.
Aber zu dem muß er erstmal bereit sein. Wenn ihm das alles egal ist, ist es vermutlich auch schon zu spät. Das muß man auch mal knallhart so sehen. In meiner Familie (Onkel) war auch so ein Fall, da war recht früh Hopfen und Malz verloren und alle schauten nur noch in Seelenruhe zu, wie er sicht zu Tode trank. Es war ein ganz elendiger Tod....Geholfen hat ihm keiner, aber lästern konnten sie alle gut über ihn und haben die Last auf den Schultern seiner Mutter gelassen.
Damals (er starb vor 23 Jahren) war aber das Hilfsangebot auch noch nicht so speziell wie heute. Man kann es schaffen, wenn man will....Wenn einer nicht will, dann ist das eben so - und man kann letzten Endes nicht das Geringste machen....so schauts aus.
Gruß Kuwe
