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Regelung Wohneigentum nach Trennung - Blödsinn?

 
(@various)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,
wie Ihr vielleicht schon in einem anderen Thread gelesen habt, bin ich ein verheirateter Vater einer kleinen Tochter.
Momentan ist es so, dass meine Frau und ich teilweise etwas schwierigere Zeiten haben, wir aber aneinander arbeiten und ich alles tun möchte um unsere Familiendasein aufrecht zu erhalten. Wer mich kennt, weiß dass ich ein Typ bin, der sich (vielleicht leider zu oft) mit was-wäre-wenn-Fragen beschäftigt. Trotz positiver Dinge möchte ich mich mit der Hauptfrage auseinandersetzen, was wäre wenn wir nicht mehr zueinander finden.

U.a. rühren die "etwas schwierigeren Zeiten" aus der Wohnsituation. Wie wohnen in einer etwas unkomfortabeleren Mietwohnung. Meine Frau ist Beamtin und bei den derzeitigen Zinssätzen umso mehr darin interessiert in eine EFH zu investieren. Gerne würde ich Ihr, aber vorallem meiner Tochter die Situation ermöglichen angenehmer zu wohnen, in einem Garten spielen zu können und dabei auch noch Eigentum zu erwerben. Natürlich würden wir es so kalkulieren, dass wir uns nach der jetzigen Situation nicht übernehmen. Sagen wir, wir haben eine montl. Kreditrate von ca. 1150€. Meine Frau und ich verdienen etwa gleich viel.

Für mich stellt sich die Frage, was ist, wenn meine Frau und ich nach einiger Zeit feststellen, dass wir doch getrennte Wege gehen müssen?
Nun, in einem anderen Thread war Beppo so freundlich und hat grob mein bereinigtes Einkommen auf ca. 1.593,- berechnet.
Ich könnte mich mit der Situation arrangieren, wenn ich ausziehe (n muss) , dass ich den KU (und ggf. KiTa-Kosten oder was sonst für's Kind gut ist) zahle und 35% der Kreditrate.
Mit den 35%-Beteiligung will ich bewirken,
- dass meine Frau das Haus halten kann und die Kleine in einer guten Wohnsituation aufwachsen kann
- ich weiterhin in Eigentum investiere um mein Vermögen aufzubauen

Sollte nun nach einigen Jahren nach dieser Prozedur doch eine Veräußerung der Immobilie anstehen, verliere ich dann das Recht auf 50% des Verkaufserlöses, weil ich mich jahrelang nur 35% beteiligt habe?
Gehen wir davon aus, wir hätten keinen Ehevertrag.

Was haltet Ihr von diesen Gedankengängen?
Unrealistisch? Schneide ich mir ins eigene Fleisch?

Möchte letztendlich nur alles was möglich ist tun, um meine Familie glück zu machen.
Wenn es nicht klappt, will ich mich bestmöglich rüsten um am Ende nicht als Dummer da zu stehen.

Viele Grüße und vielen Dank im Voraus,

varoius


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 12.07.2012 17:42
(@lullaby1980)
Rege dabei Registriert

Hallo various,

nach allem was ich von eurer Situation gelesen habe kann ich dur eines raten: Finger weg von einer fremdfinanzierten Immobilie!

Fallstricke für dich lauern genug: Zinssteigerung (wahrscheinlich wenn Eurobonds kommen), Frau wünscht sich 2. Kind und bleibt dann minimum 3 Jahre zuhause (nur noch dein Gehalt für die Kreditraten), Trennung, ein anderer Mann zieht in dein Haus ein, Gewaltschutzparagraph, Unterwerfung der sofortigen Zwangsvollstreckung wenn du die Raten nicht mehr zahlen kannst, ...

Da ihr in etwa gleich viel verdient, was nicht selbstverständlich ist, würde ich an deiner Stelle deiner Frau folgendes vorschlagen:

1. Möglichkeit: größeres Haus/Wohnung mieten, Miete und NK 50:50 aufteilen

2. Möglichkeit: Deine Frau soll sich ein Haus/Wohnung ihrer Wahl kaufen, alleiniger Eigentümer werden und alleine dafür einen Kredit aufnehmen. Solange ihr zusammen seid, zahlst du selbstverständlich ihr eine Art "Miete", die sie als Teil der Kreditraten nutzen kann. Nach einer Trennung und deinem Auszug stellst du die Zahlung dann natürlich ein.

Alle Regelungen für den Fall einer Trennung kannst du vergessen.

Frauen sehnen sich nach einem Kind, einem eigenen Nest und einem Versorger, das ist biologisch so programmiert. Eine fremdfinanzierte Immobilie ist aus meiner Sicht für dich zu einem hohen Prozentsatz das Ticket in die finanzielle Katastrophe.

Grüße,

Lullaby


AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2012 18:30
(@ilikeganja)
Rege dabei Registriert

Hallo Various,

ganz ehrlich? Wenn du/ihr heute zur Miete wohnt, dann lass den Status Quo, wie er ist.

Unerheblich von "was wäre wenn" Überlegungen ...

- Du kannst nur noch reagieren, nicht mehr agieren
- Steckst mit deinen Finanzen für die nächsten 20-30 (?) Jahre voll mit in der Finanzierung
- Die Bank kann sich aussuchen, dass du auch die restlichen 65% wuppen musst, sollte deine Frau ausfallen (gut, sie ist verbeamtet, von daher noch recht sichere Einnahmequelle - Garantie jippet dennoch nicht)
- Stell dir vor, die jetzt "etwas schwierige Zeit" wird zur Hölle! Neuer zieht ein, du wirst entsorgt und darfst fleissig mitfinanzieren.
- Stell dir vor, einer von euch will die Immo abstoßen, der andere nicht.
- Last but not least - Eine Immo würde ich mir bei der jetzigen Entwicklung Europa/Euro/ESM Diktat/Immo Blase, etc... nur anlegen, wenn diese aus Eigenkapital erworben werden kann.

Ich würde bei der Roadmap kein Auge mehr zumachen.

Ich würde mich heute generell so klein, wendig und mobil aufstellen, wie es nur irgendwie geht, sonst wird mit dir der Kasper gemacht.

Wenn Deine Frau sich von den derzeit niedrigen Zinsen ködern lässt, dann bitte nicht auf deine Kosten. Du wirst dein Geld brauchen, um für die Kids da sein zu können. Wenn sich alles wieder harmonischer gestaltet, dann überlegt erneut.
Spiel bloß nicht den noblen Retter auf dem weißen Gaul. Damit erntest du weder Respekt noch Dank wenn's dumm läuft.

Und ja! Wenn sich einer schneidet, dann DU!

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Edit: aus 75% - 65% gemacht... Freudsche Fehleistung meinerseits... Habe die Inflation bereits ansatzweise mit einkaluliert. 😀


AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2012 18:35
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Wer mich kennt, weiß dass ich ein Typ bin, der sich (vielleicht leider zu oft) mit was-wäre-wenn-Fragen beschäftigt.

Was-wäre-wenn ihr euch erstmal ein kleines Häuschen mit Garten Mietet um die Wohnsituation zu ändern und um so festzustellen, ob das ursächlich für euer Wohfühlgefühl und deinen damit verbundenen Trennungswünschen ist?

Was-wäre-wenn das Leben nicht planbar ist?

Was-wäre-wenn du erstmal mit deiner Frau sprichst und in deine Pläne mit einbeziehst?

Ich könnte Stunden so weitermachen, aber was-wäre-dann? 😉

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2012 18:39
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

sHi,

stimme den anderen zu. Ganz deutlich: Finger weg. Wer jetzt schon mit Trennungsgedanken spielt, riskiert zur Zeit nur max. 3 Monatsmieten bis zur Kündigung. Bei der beliebten Einfamilienhauslösung kommt da keiner mehr raus so schnell.

Die Fälle sind ja auch hier im Forum sehr gängig. Wie schon besschrieben werden Haustilgungraten von 1200 Euro aufgenommen, schön alles 50:50 im Grundbuch eingetragen (obwohl meist nur ein Partner wirklich Geld in das Objekt einbringt). Als treuer und handwerklicher Familienvater strecktst Du am besten noch zig tausend Euro und unzählige Mannstunden in Eigenleistung in das Objekt, um es schön zu machen.

Und ja, nach dem dann die 2 Kinder, der obligatorische Hund und der Touran vor der Tür steht, kommt dann bei ihr das Erwachen "ob das jetzt alles gewesen ist" - und Du könntest doch bitte ausziehen, den Hund nehmen und sie bleibt natürlich kostenlos im Haus wohnen - und der neue Lover macht es sich eine Woche später auf Deiner Terrasse gemütlich.

Sobald Du im Trennungsfall 2 Haushalte finanzieren musst, Deinen Lebensunterhalt bezahlen musst, Kinderschuhe kaufen musst (da die Exe natürlich dafür kein Geld hat) und noch in LSK 1 eins kommst und ca. 400 Euro Verlust pro Monat hast (wenn vorher dann doch mal III/V gewählt wurde), sieht die ganze Geschichte nicht mehr so rosig aus.

Wenn Sie kaufen will, soll sie das selber machen. Ob man sich mit anderen Dingen (Renovierungskosten etc) beteiligen möchte, ist dann etwas anderes. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2012 19:27
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Mit aller Deutlichkeit in die selbe Kerbe:

In so einer Situation auf gar keinen Fall in eine Immobilie investieren.
Das ist so ziemlich das Schlimmste was du im Moment tun kannst.
Damit machst du die Anwälte reich und ruinierst dich.
Du verlierst das Haus und bleibst auf einem guten Teil der Schulden sitzen.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2012 21:09
(@various)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

Eure Einschätzung ist eindeutig!
Vielen Dank für Eure Meldungen.

Gruß und einen guten Start ins WE,
various


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 13.07.2012 12:36
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin various,

es gibt im Rheinland ein Sprichwort: "Ein gemeinsames Geschäft oder ein gemeinsames Haus ist besser als dreimal katholisch verheiratet!"

Die Schlüsse, die man angesichts einer bereits wackeligen Ehe daraus ziehen sollte, sind eindeutig.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 13.07.2012 13:04
(@prinz-eisenherz)
Rege dabei Registriert

Hallo guten Morgen various

Ich weiß ja nicht, ob du meine Beiträge mal gelesen hast.
Ich habe das auch mal geglaubt, dass ich mit Fleiß und der absicht Frau und Kinder mehr zu bieten bis hin zum Eigentum eine Bindung herstellen könnte bis der Tod uns Scheidet.
Aber ich habe so Alt ich bin die Erfahrung gemacht, dass dies so nicht stimmt.
Schulden haben, trägt am Ende dazu bei dass alles zerbricht.
Ja und Menschen ändern sich im laufe ihres Lebens.
Die schönsten finanziellen Pläne zerfliesen wenn es dann doch zum Bruch kommt unter der Last der Schulden und der Gesetze in der BRD.
Ich bitte dich, dich mal mit dem Scheidungsrecht insbesondere Unterhalt und Versorgungsausgleich auseinanderzusetzen.
Aber auch mit dem Insolvenzrecht.
Bedenke alleine diese Gesetze sind nicht dazu geeignet Moralisch oder Gerecht auf den Einzelfall bezogen zu sein.
Gut, es gibt tausende Einzelfälle vieleicht Hundertausende bei einer Scheidung oder drohenden Inso wo man aus dem gesunden Menschenverstand heraus sagen würde wie kann das den sein.
Aber wie gesagt wir leben in einer Welt wo wegen des Geldes keine Rücksicht genommen wird wenns ums Geld geht.
Höre dich mal um, wieviele solcher Menschen die wie oben genannt mit Fleiß und Anstand am Ende auf der Strecke geblieben sind.
Es brauch ja noch nicht mal deine Schuld gewesen zu sein,wenn etwas zerbricht.
Es kann im Leben soviel Passieren was die schönsten Pläne zerbrechen lässt.
Schon mal an Krankheit oder Arbeitslosigkeit gedacht various.
Ja und wenn du dann am Ende alleine dastehen solltes würdest du dich dann nicht wünschen auch mit deinem Geld machen zu können was du möchtest.
Zumindest nach Unterhalt.
Ich weiß, Konsum und Kredite (Darlehen) werden von allen Banken schmakhaft gemacht.
Ich weiß auch, dass der Wohlstand zum Teil in der Welt nicht ohne Kredite zu erreichen gewesen wäre.
Ich denke Eigentum ist für die wenigsten ohne Darlehen zu erreichen.
Aber ansonsten würde ich mir nach allen den Erfahrungen keinen Kredit mehr nehmen.
Ich würde wenn ich könnte, den Fehler nicht mehr machen.
Ich lese, dass du in einer nicht so guten Wohnung lebst.
Warum schaust du dich wenn du kannst nicht nach etwas besseres um.
Vieleicht gehört auch das dazu was deine Fraui sich unter anderm wünscht.


AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2012 09:53
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken machst. Aber wie schon meine Vorredner gesagt haben, lass die Finger vom Eigenheim.
Ihr könnt Euch kein Eigenheim leisten. Wenn Du sagst 35% kann ich auch unter zusätzlichen Belastungen tragen, dann sieht man schon daran, dass das Haus unterfinanziert wäre.
Der Traum vom Eigenheim ist doch, dass man kuschelig auf der Veranda sitzt und dem im Garten spielenden Kind zusieht, so wie es eben im Prospekt zu sehen ist.
Den Traum darf man träumen, die Realität fängt bei den Eigenleistungen an. Es gibt viele Ehen die das Projekt "Eigenheim" nicht überleben, einfach weil plötzlich keine Zeit mehr für Gemeinsamkeiten ist, weil der Bau den ganzen Mann fordert und Frau mehr oder weniger in einem unfertigen Haus auch nicht komfortabel wohnt, die Geldknappheit zu ständigem Streit führt. Erspar Dir das. Sucht Euch eine schöne Wohnung, wo auch das Kind Platz hat und ein Spielplatz in der Nähe ist.
Bezahle eine Putzfrau und investiert die freiwerdende Zeit in die Familie.
Das ist keine Garantie, dass die Ehe hält bis dass der Tod Euch scheidet, aber so kann man gut leben und eine Scheidung ruiniert Euch nicht. Wahres Glüch meiner Meinung nach in der Zufriedenheit mit dem Leben, dazu gehört natürlich auch ein gewisser Wohlstand, aber sich nur abrackern bringt nichts.

Schönes Wochenende
Susi


AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2012 14:10




(@prinz-eisenherz)
Rege dabei Registriert

Genau Susi 64  😉


AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2012 19:38