Hallo, ich muß hier mal wieder eine Frage stellen.
Mein Sohn (9) verbringt lt. Umgangsregelung etwa 160 Tage im Jahr bei mir. Davon immer mehrere Tage zusammenhängend. Seine Mutter verlangt vollen Unterhalt, das sind bei mir 105% vom Regelunterhalt. Soll sie haben, bitteschön. Aber: Sie ist auch der Meinung, dass es nicht ihr Problem ist, ihm Wechselsachen mitzugeben. Solle ich doch selber sehen, und wenn ich es nicht könne, müsse ich ihn ja nicht holen... klar.
Alle Mütter, die ich gefragt habe, geben ihren Kindern Sachen mit, wenn der Vater Umgang hat. Völlig normal, oder?
Bei der Menge an Umgangszeit benötige ich nämlich eine Menge Sachen für verschiedene Witterungsverhältnisse, wachsen tut er ja auch und braucht ständig neue Sachen.
Wie ist das bei euch? Ich denke, dass ich ja doppelt zahlen würde...?! Was kann ich tun, gibt es Erfahrungen oder gesetzliche Grundlagen? Wenn ich Geld für Kleidung vom Unterhalt abziehe, kommt sofort Klagedrohung von ihrer Anwältin.
Moin andy,
theoretisch müsste die Mutter dem Kind einen Koffer mit Klamotten packen, zumal er ja offensichtlich nicht nur über's Wochenende bei Dir ist. Ein Teil des von Dir bezahlten Unterhalts ist schliesslich auch für Klamotten vorgesehen.
Praktisch kannst Du Dir ein dickes Ei legen, wenn Du deshalb ein Fass aufmachst. Manche Muddis reagieren auf ein "Du musst" mit einem "das werden wir doch mal sehen" - was in Deinem Fall Umgangsreduzierung bis hin zum "Regelumgang" jedes zweite Wochenende bedeuten kann - oder noch weniger. Da das Wechselmodell, das Du beinahe praktizierst, in der Rechtssprechung nicht vorgesehen (und deshalb nicht einklagbar) ist, braucht sie dafür nur ein "das Kind ist nach den Aufenthalten beim Vater immer so unruhig und braucht einen festen Lebensmittelpunkt" einwenden - und schon bist Du schneller zum klassischen Umgangs- und Zahlpapa degradiert als Du "Piep!" sagen kannst.
Ob Dir ein paar Klamotten dieses Risiko wert sind, kannst Du nur selbst entscheiden.
Grüssles
Martin
(der diesen Geist in der Flasche lassen und stattdessen einfach mal mit Sohnemann shoppen gehen würde)
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Manche Muddis reagieren auf ein "Du musst" mit einem "das werden wir doch mal sehen"
hmm... genau da liegt das Problem. Mit ihr ist nicht zu reden. Und das Problem mit den Klamotten ist nur ein Bruchteil vom Ganzen. Der Junge darf mich nicht anrufen, obwohl er ein eigenes Handy hat. Seine Nummer gibt sie mir auch nicht. Totalverweigerung.
Zum Friseur geht sie mit ihm nicht. Das mach ich, wenn ich es nicht mehr sehen kann, wie seine Haare aussehen.
Zum Zahnarzt geht sie nicht, obwohl er Schmerzen geäußert hat. Das hat so geendet, dass ich mit ihm gegeangen bin, und ihm dann Aufgrund einer fortgeschrittenen Entzündung zwei Zähne gezogen werden mußten, weswegen er jetzt eine Zahnspange tragen muß, welche als Abstandshalter zwischen den Zähnen fungiert, damit der Platz für die neuen Zähne erhalten bleibt, wovon einer jedoch erst mit ca. 13 Jahren neu kommt (Eckzahn). Das ist für mich eigentlich schon ein Fall von Vernachlässigung, aber weil es schon ein Jahr her ist, interessiert sich beim Jugendamt niemand dafür.
Die Verhältnisse in ihrem Haushalt sind laut Aussage der Verfahrenspflegerin vom letzten Gerichtsverfahren für Kinder-Zitat: "sehr grenzwertig." Auch das interessiert beim Jugendamt niemanden, war schon mehrfach dort, um die Probleme vorzutragen. Aber niemand geht hin und kontolliert es mal unangemeldet.
Ich denke, dass ihr nicht bewußt ist, dass sie mit ihren dauernden Provokationsversuchen dem Kind schadet.
Edit: Könnte noch viel mehr aufzählen, das geht schon 5 Jahre so. Und ganz ernst, ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte, habe selber schon im geheimen daran gedacht, den Umgang auf 14-tägig Wochenende zu reduzieren. Aber da würde ich vor die Hunde gehen und der Kleine auch...
Servus andy75,
habe selber schon im geheimen daran gedacht, den Umgang auf 14-tägig Wochenende zu reduzieren.
Das ist aber ziemlicher Käse, den Du da denkst.
An Deiner Stelle solltest Du darüber nachdenken, ob du den Umgang auf 300 Tage im Jahr erweiterst!
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Im November 2009 habe ich vor Gericht versucht, für meinen Sohn, damals 8, ein Wechselmodell zu bekommen. Er war begeistert davon. Die Verfahrenspflegerin hat es ausdrücklich empfohlen, die Vertreterin vom Jugendamt bzw. bei uns heißt das zuständige Amt "Allgemeiner Sozialdienst", sah darin auch keine Probleme, ich auch nicht. Die Mutter hat mir 3 Tage vorher am Telefon noch gesagt, sie wisse ja, dass ich Recht habe, und das es dem Jungen nicht schaden würde. Vorm Gericht dann 180° gewendet. "Kommt nicht infrage!". :exclam: Plausibel begründen konnte sie es nicht. Das ihr dann der Unterhalt fehlen würde, kann sie ja vorm Gericht nicht sagen... Aber weil sie es nicht wollte, hat es auch die Richterin nicht festgelegt.
Das ein Kind Recht auf Mutter und Vater gleichermaßen hat, ist gesetzlich geregelt. Die Anwendung dessen erinnert aber irgendwie an's Mittelalter...
Hallo Andy,
mit 9 ist dein Sohn kein kleines Kind mehr. Was sagt er zu der Idee bei dir zu wohnen. Wie steht er dazu ?
Gruß Bart
@Bart: Er ist für einen Wechsel Woche um Woche. Er weiß aber, dass seine Mutter das nicht unterstützt und hat auch Angst, dass er "ausgeschimpft" wird, wenn er solche Gedanken dort äußert.
Momentan ist die Umgangsvereinbarung so: 14-tägig Montags von der Schule holen und Dienstags wieder dort hin schaffen. Freitags der selben Woche von der Schule holen und Montags wieder dort hin schaffen. Alle Ferien die erste Hälfte. Alle großen Feiertage hälftig. Umgang am Tag nach seinem Geburtstag und an meinem Geburtstag. Ich weiß, dass das sicher mehr ist, als bei vielen anderen. Aber ich werde absichtlich unter der 50%-Marke gehalten...
Bin dankbar für konstruktive Ratschläge.
Ich gehe jetzt wieder zu Beratungsgesprächen, aber zur Zeit allein. Madame meint, wenn ich was ändern will, soll ich doch zum Gericht gehen. Aber dafür muß ich vorher alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen. Hoffe mal, meinen Sohn zu einem Beratungstermin mitnehmen zu können, damit er auch seine Meinung dort äußern kann. Ob's was bringt... wer weiß.
