Hallo liebe User,
nur durch Zufall bin ich vor einigen Wochen auf diese Seiten gekommen und zunächst einmal im Chat gelandet, später habe ich verschiedene Beiträge im Forum gelesen. Die Eindrücke reichten von beeindruckend bis entsetzt sein. Beeindruckend deshalb, weil ich las, wie emotional manche Väter ihre Situation schilderten und wie sie um ihre Kinder kämpfen. Entsetzt darüber, welche Rosenkriege in manchen Familien toben und doch immer das schwächste Glied treffen. Völlig unverständlich ist mir auch die Manipulation der Kinder von seiten mancher Mutter. Ich empfand dieses Forum zunächst als sehr bedrückend und schwer zu verdauen, zumal ich das in der Art aus meiner Familie nicht kenne.
Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin 40 Jahre alt und habe einen Sohn, der im Mai 16 Jahre alt wird, ich habe Fotografie studiert, bin voll berufstätig und lebe seit Jahren mit meinem Freund und meinem Sohn in Norddeutschland in der Nähe der Stadt mit dem Holstentor, um genau zu sein, 2 Minuten vom Ostseestrand entfernt.
Ich möchte hier eine Situation schildern, bei der ich mir über meine weitere Vorgehensweise nocht nicht im Klaren bin, soll heißen, dass ich mich schon seit einigen Tagen mit diesem Problem befasse. Mein Freund vertrittt eine ganz klare Einstellung zu diesem Problem ; er ist geschieden und hat eine Tochter. Es läuft alles harmonisch ohne Stress.Ich würde aber trotzdem gern mal andere Meinungen dazu lesen.
Den Vater meines Sohnes lernte ich vor 21 Jahren kennen, er ist 7 Jahre älter als ich. Nach einigen Jahren wollte er aus beruflichen Gründen nach Südafrika, wir beschlossen, zusammen zu gehen. Mein Sohn wurde 1990 dort geboren. Nach 3 Jahren beendete ich die Beziehung, verheiratet waren wir nicht. In Deutschland bekam ich schnell Post vom Jugendamt, man teilte mir mit, ich hätte das alleinige Sorgerecht und mein Sohn jetzt einen Amtspfleger. Den brauchte ich eigentlich nicht, denn es war alles geklärt. Der Vater meines Sohnes zog kurz nach unserer Trennung nach Österreich und lebt dort immer noch.
Erwähnen sollte ich noch, dass der Vater meines Sohnes aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt und ich eben nicht. Deshalb war seine Mutter mit mir nie einverstanden,setzte ihren Sohn finanziell unter Druck, drohte mit Enterbung etc. Die Dame , ihres Zeichens Oma meines Sohnens, hat ihren Enkel bis zum heutigen Tage noch nie in Natura gesehen, nur auf Fotos, die Ähnlichkeit mit ihrem eigenen Sohn haute sie fast um. Diese Dame war es aber, die über Jahre für meinen Sohn den Unterhalt an das Jugendamt zahlte, sozusagen aus dem Erbe ihres Sohnes. Eine absolut saubere Akte mit pünktlicher Zahlung. Diese Dame wohnt tatsächlich heute noch, fast 80-jährig, in der Stadt mit dem Holstentor, also ca. 15 km von uns entfernt und es besteht nach wie vor absolut kein Kontakt mit den Großeltern väterlicherseits. Der Vater meines Sohnes und seine Schwester wurden von ihren Eltern so erzogen:mach was ich sage oder der Geldhahn ist zu - das ist bis heute so geblieben. (Irgend ein User hat als Fußzeile den Satz "Alle Menschen haben eine Wirbelsäule, nur wenige ein Rückgrat- wie treffend)
Meine Eltern hingegen haben ihn stets mit offenen Armen aufgenommen, auch der Rest unserer Familie. Diesen Bonus hat er mittlerweile verspielt. Mein Sohn ist quasi von 4 Enkeln der Kronprinz, nicht zuletzt deshalb, weil meine Mutter selbst ein Scheidungskind war. Meine Mutter hatte mir damals den Rat gegeben, niemals schlecht in Gegenwart meines Sohnes über seinen Vater zu reden. Kluge Mutter, ich habe diesen Rat bis heute befolgt.
Nach der Trennung hatten wir guten Kontakt, dass klassische Umgangsrecht (ob er darauf Anspruch hatte oder nicht, war egal) hat er allerdings aufgrund der Entfernung nicht wahrnehmen können, aber er besuchte uns häufig, wir feierten Geburtstage zusammen, Sohn und Vater telefonierten oft und die Tür stand immer offen. Es gab also um nichts Streit oder große Auseinandersetzungen.
Im Januar 2002 telefonierten wir ganz normal wegen der Klassenfahrt meines Sohnes, 3 Tage später erhielt ich ein Schreiben vom Jugendamt. Man wollte von mir wissen, ob ich den Aufenthaltsort vom Kindesvater kenne, da der Unterhalt nicht eingegangen sei. Ich glaubte ja an nichts Böses, erreichte den Kindesvater erst spät abends, er wisse von alldem nichts und er müßte mal seine Mutter anrufen. ...Diese Aussage stellte sich später als Lüge heraus. Am Nachmittag "wagte" ich es allerdings, seine Mutter nach über 10 Jahren anrufen, um zu fragen, wo ihr Sohn sei und dass kein Unterhalt gezahlt wurde. Die Antwort (Zitat)> Der Unterhalt wird nicht mehr gezahlt, ich bin doch kein Wohlfahrtsinstitut. <Das sie den Unterhalt zahlt, hatte ich auch nie verlangt, das war bei denen eine familieninterne Regelung. Ich legte wütend den Telefonhörer auf. 3 Tage später telefonierten ich mit dem Kindesvater noch ein letzes Mal, ich bekam die Antwort "Dir stehen höchstens 30 EUR zu", dann legte er mir den Hörer auf. Das waren ganz neue Töne.Das sollte das letzte Telefonat für die nächsten 4 Jahre sein.Gleichzeitig endete auch der Kontakt zwischen Vater und Sohn.
Ich rief also das Jugendamt an, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Das Jugendamt teilte mir mit, deren Befugnisse reichen nur bis zur deutschen Grenzen . Ich sollte einen Anwalt nehmen, dann aber müßte die Amtspflegschaft, zu diesem Zeitpunkt schon Beistandschaft, schriftlich gekündigt werden. Das tat ich dann. Zu meiner Überraschung händigte mir das Jugendamt einen Titel aus dem Jahre 1996 aus, von dessen Existenz ich nichts wußte. Ich fragte mich, ob der automatisch vom Jugendamt beantragt wird. Ich suchte mir also Im Januar 2002 einen Anwalt. Es kamen haarsträubende Briefe von der gegnerischen Seite. Der gegnerische A ist der Chef der Kanzlei und gleichzeitig der RA und Testamentsvollstrecker der Mutter, die bearbeitende RAin ist eben in dieser Kanzlei tätig. Angeblich sei der Kindesvater seit 2! Jahren arbeitlos(hat er mir nie erzählt) , zahlte in dieser Zeit den vollen Unterhalt, hat aber bis zum heutigen Tage nicht den Titel herabsetzten lassen, legte uns dubiose Schein-Arbeitsverträge vor, die einer Überprüfung seitens meines RA nicht standhielten, außerdem merkwürdige Bewerbungsschreiben und Absagen(hätte jeder am PC selbst machen können), usw. Im Oktober 2003 fand die sogenannte Güteverhandlung statt, in Abwesenheit des Beklagten. Er hatte Anwesenheitspflicht, ließ durch seine RAin verlauten, er habe dem Schriftlichen nichts mündliches hinzuzufügen. Die Güteverhandlung scheiterte. Das Spielchen ging weiter, das Amtsgericht lehnte seinen Antrag auf Prozeßkostenhilfe ab, das OLG befürwortete seinen Antrag. Er spielte auf Zeit , reichte unvollständige Unterlagen ein und verzögerte alles. Plötzlich hatte er einen neuen Job und legte uns Verdienstbescheinigunge mit lächerlich geringen Einkommen vor. Die Überprüfung meines RA ergab, die Firma gehörte einem Freund und der Kindesvater hat da nie gearbeitet. Ich war einige Male davor, alles hinzuschmeißen, weil es mir an meinen Nerven zerrte. Mein Anwalt meinte, das genau ist seine Taktik. Er wollte mich mürbe machen.
Mir platzte der Kragen und ich setzte den Titel ein. Die Pfändung in Östereich verlief schnell und erfolgreich. Prompt kam die Gegenklage, sein Vater hinterlegte eine Bankbürgschaft von ca. 5000,00 Euro (= 1 Jahr Unterhalt), ich mußte die Pfändung auf meine Kosten stoppen. Er klagte nun darauf, gar keinen Unterhalt mehr zu zahlen.
Im Mai 2004 fand die nächste Verhandlung in seiner Anwesenheit statt, ich war leider verhindert. Die Verhandlung dauerte 2 Stunden und soll sehr unangenehm für ihn gewesen sein. Er erklärte sich bereit für die nächsten 6 Monate je 150 EUR zu zahlen. Seine Anwältin "vergaß" die Zahlung ( Zahlungen an mich liefen jetzt über die Kanzlei ), zum Ende eines Quartals wurden mir je 450 EUR überwiesen. Diese Regelung galt bis Ende März 2005. Danach zahlte er nichts mehr. Ich rief meinen Anwalt an, wann der nächste Termin von Amts wegen angesetzt ist. Er wußte nichts, da rief ich die Richterin an. Sie war sehr nett, ist eine Halbtags-Richterin mit 2 kleinen Kindern, deshalb zog sich das alles so lange hin. Sie meinte , sie setzt im Mai 2005 einen Termin fest, sie hätte erstmal jetzt Urlaub. Der Temin wurde dann auf August 2005 gelegt, wurde dann gecancelt, weil gegnerische RAin im Urlaub war. Endlich, Ende September 2005 stand der Termin; die Richterin kündigte zu Beginn der Verhandlung an, sie werde heute eine Entscheidung treffen. Diese Ankündigung ließ die gegnerische RAin fast aufheulen. (Na ja, nach fast 4 Jahren??). Sie meinte 150 Euro, mehr geht nicht. Die Richterin schaute mich an, ich schüttelte den Kopf und durfte dann meine Meinung äußern, ganz sachlich. Wir waren bei 200 EUR bis Ende April 2006 angelangt . Die RAin ergriff ihr Handy und eilte hinaus. Wen sie wohl anrief? Den Kindesvater oder seine Mama? Sie erreichte angeblich niemanden, aber sie willigte ein. Mein Anwalt meinte, die hätte auch bei 250 EUR ja gesagt. Es folgte ein juristischer Wortwechsel, in dessen Verlauf mein Anwalt meinen Titel rettete. Am Schluß wies die Richterin noch darauf hin , dass, sollte der Kindesvater nochmal in dieser Sache Klage erheben, gäbe es für ihn keine Prozeßkostenhilfe, für mich ja, da mein Sohn minderjährig ist. Das Verfahren wurde mit einem Vergleich für beendet erklärt.
Ende Dezember 2005 schrieb mein Anwalt den Kindesvater an und teilte ihm mit, dass der Unterhaltsrückstand sich auf ca. 15.000 EUR bis 31.12. 2005 beläuft. Er möge doch bitte nachvollziehbare Vorschläge machen, wie er zahlen möchte, gleichzeitig setzte er ihm eine Frist bis 15.1.06 die übrigen Punkte des Vergleichs zu erfüllen, nämlich Verdienstbescheinigungen der letzten 12 Monate vorzulegen sowie Nachweise über sein intensivstes Bewerbungsbemühen. Sonst Pfändung am 1.5.2006
Der Kindesvater reagierte mit einem Anruf bei meiner Mutter (meine neuen Telefonnumern hatte er nicht), er möchte sich mit mir einigen. Also rief ich am nächsten Tag zurück, das Gespräch war ruhig und sachlich. Er meinte, er habe nicht so viel Geld. Ich: Dann gäbe es eben keine Grundlage für ein Treffen. Einige Tage später war er doch bereit mehr zu zahlen. Wir vereinbarten ein Treffen Ende März. Im Verlauf dieses Gesprächs bot er mir zunächst 50 EUR mtl. mehr an, also 250 EUR mtl. Der Titel läuft auf 372 EUR mtl. Ich schlug ihm folgenden Deal vor: Ab 1.5.mtl. 300 EUR und eine Zahlung von erstmal 5000 EUR, dann, aber nur dann, lasse ich die 72 EUR unter den Tisch fallen, somit kommt er nicht weiter in Verzug. Der exakte Unterhaltsrückstand beträgt 15.638,00 EUR und ich kann und will nicht darauf verzichten, denn schließlich muss ich ein späteres Studium meines Sohnes (11.Klasse) finanzieren. Die 300 EUR jeden Monat akzeptierte er sofort. Bei der Zahlung von 5000 EUR sagte er nicht nein, sondern überlegte und sagte, ich kann sie im August diesen Jahres zahlen. Über den Rest würden wir dann sprechen, sagte ich.
Weiterhin erfuhr ich, dass er in seinem Hauptjob gewisse Kontakte knüpfen konnte, aus denen sich gute Geschäfte entwickelt haben (ausländiche Investoren). Ich drücke mich jetzt bewußt so schwammig aus, weil ich nicht sicher bin, ob ich hier Details schreiben darf. Es war ja ein vier-Augen-Gespräch und beweisen kann ich es nicht. Weiterhin bot er mir an "wenn du mal zwischendurch Geld brauchst, kann ich dir das geben, muss ja keiner wissen". Dann schwärmte er mir noch von seinem 4-wöchigen Südafrika-Urlaub vor 2 Jahren vor.Außerdem habe er sich eigentlich gar nicht so um unser Verfahren gekümmert, das hätte alles sein RA mit seiner Mutter gemacht.
Ich mußte erstmal schlucken. Rückblickend gesehen und in Kenntnisnahme dieser Aussagen kommt mir dieses Verfahren (über 4 Jahre) wie eine Farce vor.
Wir wissen zuverlässig, dass alle Zahlungen bislang von der Mutter geleistet wurden.
Wie das Leben so spielt, stellte ich einen Tag nach unserem Treffen fest, dass mein Auto Benzin verliert. Die "Diagnose" abends in der Werkstatt lautete: Tank ist undicht, Kosten: neuer Tank mit Einbau 600 EUR. Da fiel mir ein " wenn du mal zwischendurch Geld brauchst, kann ich dir das geben". Ich rief ihn an. Antwort: Ja, muss ich mal schauen, gib mal die IBAN Nr. deiner Bank, ich melde mich in 2 Tagen. Eine Woche später rief er an "ich wollte mich nur mal so melden". Nur mal so? Hatte er meinen Anruf vergessen? Als ich ihm sagte, was die Reparatur kostete, sagte er nur "ach du S.." Ich kann dir in den nächsten Tagen Geld geben, aber ich weiß nicht genau wann.
Kann ich das glauben? Kann ich überhaupt die zugesagte Summe von 5000,00 EUR im August glauben? Neue Hinhaltetaktik?Ich kann es im Moment nicht einschätzen.
Ich bat meinen Anwalt vor 2 Tagen ein Schreiben aufzusetzen, in dem unsere mündlichen Vereinbarungen schriftlich fixiert werden sowie eine Zahlungsfrist zu setzen, nicht mehr bis August, sondern jetzt bis zum 15. Mai. Genau ab dann werde ich ansonsten die Pfändung betreiben. Dieses Schreiben geht nicht dem Kindesvater zu, sondern seinem RA, da dieser das Mandat noch nicht schriftlich niedergelegt hat.
Grundsätzlich möchte ich eine Pfändung vermeiden, sondern ihm nur mit der Ankündigung die Pistole auf die Brust setzen. Nimmt er das überhaupt alles ernst? Welche Möglichkeit habe ich denn sonst noch? Meine Geduld ist nämlich jetzt wirklich zuende.
Gerne würde ich dazu Eure Meinungen lesen, gerade weil dies ein Forum für Väter ist.
Das Verhalten des Kindesvaters möchte ich aus menschlicher und emotionaler Sicht nicht kommentieren.
Gruß Paula5
Sagt es nicht so leicht dahin,
der Unsinn hätte keinen Sinn,
denn in Stunden, wo der Unsinn waltet,
da sind die Sorgen ausgeschaltet.
Und sorglos sein, das heißt Gewinn,
drum hat der Unsinn seinen Sinn.
