Moin
Hätt' ich dir gar nicht zugetraut, dass du für derartig orignär feministische Positionen offen bist, Malacht.
Blödsinn. Was hat das mit Feminismus zu tun? Solche Art der Vereinnahmung ist es u.a., welche mir die feministische Bewegung abspenstig macht. Kaum erlaubt sich ein Mensch, von Gleichberechtigung abweichende Einstellungen zu benennen und kritisch zu beleuchten, wird er einem Lager zugeordnet.
als ich Dieser Einstellung zum ersten mal begegnete ..., konnte ich es gar nicht glauben, und es geht mir bis heute so.
Eben, es gibt auch die andere Erziehung. Letztendlich findet es in den Köpfen statt, und Köpfe haben sowohl Männer als auch Frauen.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
:applaus1: Ja, das wäre wirklich ein Weg, beide (potentiellen) Elternteile grundsätzlich in die Pflicht zu nehmen. Zugleich wäre damit das alberne Vorurteil vieler Arbeitgeber "Frauen können Kinder kriegen und sind deshalb als Arbeitnehmerinnen zwischen 16 und 60 mit Vorsicht zu genießen. Männern kann das nicht passieren." automatisch ad acta gelegt.
Ach Biggi,
Deine Vorstellung geht völlig an der Realität vorbei. Viele Frauen wollen doch gar nicht, dass die Männer sich um die gemeinsamen Kinder kümmern. Die Mutter meines Kindes hat erstens eigenmächtig gegen gemeinsame Absprachen entschieden, dass wir ein Kind bekommen. Und sie hat außerdem entschieden, dass sie nicht mehr arbeiten geht sondern lieber auf meine Kosten zu Hause bleibt. Ich hätte mich lieber selbst um unser Kind gekümmert auch ohne Unterhalt von der Mutter zu bekommen. Leider ist man in Deutschland als Vater chancenlos. Vater darf man immer nur sein, wenn die Mutter den Vater lässt. Wenn das Kind aber Grund ist, den Vater als Zahlesel einspannen zu können, hat die Mutter wenig Lust den Vater zu lassen. Der darf dann erst in der Pubertät ran, wenn das alleinerzogene Kind schwierig ist und die Mutter keinen Bock auf Pubi-Streß mehr hat.
Das ebenso alberne Vorurteil traditioneller Eltern: "Mädchen brauchen keine teure Ausbildung, die heiraten ja sowieso." wäre auch stark entkräftet. Ich bin immer wieder erschüttert, in wie vielen Familien diese innere Haltung ganz selbstverständlich von Generation zu Generation weitergegeben wird.
In welchem Land hast Du eigentlich die letzten 30 Jahre im Dornröschenschlaf verbracht? Nimm doch einfach mal zur Kenntnis, dass inzwischen die Mädchen häufiger Abitur machen, insgesamt die besseren Schulabschlüsse machen und inzwischen schon in vielen Fächern die Mehrheit der Hochschulabsolventen stellen. Inzwischen gelten Jungen in der Schule als Bildungsverlierer. Ich weiß nicht in welchen Familien du verkehrst. Ich kenne keine einzige Familie, in der man Mädchen sagt, sie bräuchten keine gute Ausbildung.
Was aber viele, auch gut ausgebildete Frauen trotzdem nicht daran hindert bei der Partnersuche einen Versorger zu suchen, der mehr verdient als sie selbst. Da wird es allerdings für Karrierefrauen dann schon dünn in der Auswahl.
Beste Grüße,
Hoffmann
Hallo Biggi,
Hätt' ich dir gar nicht zugetraut, dass du für derartig orignär feministische Positionen offen bist, Malacht.
Ginge es nach mir, dann hätten wir eine derart gründliche Gleichberechtigung, dass ziemlich viele Frauen sich das böse, böse Patriarchat als "die gute alte Zeit" zurückwünschen würden: Mit der üblichen femisozialistischen Rosinenpickerei hat meine Definition von Gleichberechtigung nämlich keinerlei Gemeinsamkeiten.
Nix für ungut,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Moin,
...hat die Mutter wenig Lust den Vater zu lassen. Der darf dann erst in der Pubertät ran, wenn das alleinerzogene Kind schwierig ist und die Mutter keinen Bock auf Pubi-Streß mehr hat.
Das kann ich aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. Kaum wird es schwierig und die Kids tanzen nicht mehr nach Mamas Pfeife, soll Daddy es plötzlich richten...
Ich kenne keine einzige Familie, in der man Mädchen sagt, sie bräuchten keine gute Ausbildung.
Ich auch nicht. Für mich ist diese Aussage hier fernab jeglicher Realität:
in wie vielen Familien diese innere Haltung ganz selbstverständlich von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Gruß
Brainstormer
Moin,
Viele Frauen wollen doch gar nicht, dass die Männer sich um die gemeinsamen Kinder kümmern.
in dieser und ähnlichen Fragen scheint vieles eine Frage der persönlichen Wahrnehmung und (nachträglichen) Interpretation zu sein. Ich habe das in den vergangenen Jahren "offline" bei mehreren Trennungen in meinem Umfeld beobachtet: In den "guten" Zeiten war es bei diesen Paaren fast selbstverständlich, dass Männe arbeiten geht und Muddi ihre Berufstätigkeit aufgibt oder zumindest einschränkt, wenn Kinder kamen. Gründe waren der bessere Verdienst des Mannes (oft zwingend nötig wegen eines Hausbaus), das kleine Einkommen der Ehefrau (vermeintlich sowieso nicht rentabel wegen Steuerklasse 5 - "da arbeitet sie ja nur fürs Finanzamt") etc. Bei genauerem Hinsehen waren die Ehemänner aber durchaus happy, morgens wegen der "wichtigen Aufgabe des Broterwerbs" das Haus verlassen zu dürfen und es abends aufgeräumt vorzufinden, inklusive gewaschener Wäsche, fertigem Abendessen und gebadeter Kinder. Bei (auch abendlichen) Sportveranstaltungen oder Elternabenden in der Schule sass ich - der Exot mit dem Home-Office - fast ausschliesslich zwischen Müttern.
Der Schnitt kam dann bei einigen (nicht allen!) mit der Trennung: Da war die eheliche Aufgabenverteilung dann ebenfalls plötzlich allein von der Frau entschieden worden, die sich auf Kosten ihrer Männer seither ein schönes Leben gemacht hätten; die Väter wären ja soooo gerne viel mehr Vater gewesen und hätten sich soooo gerne mehr eingebracht. Was sich bei der Beobachtung im "real life" natürlich anders darstellt als bei einseitig-subjektiven Beschreibungen in Internet-Foren, an Stammtischen und Kaffeekränzchen, nachdem es gekracht hat und eine Trennung unausweichlich scheint: Da wollen viele offenbar plötzlich nicht mehr sein, was sie jahrelang gerne waren.
Anders herum geht es natürlich auch: Meine Ex liess ihren Anwalt unser (mit zwei Home-Offices tatsächlich fast paritätisches) Rollenmodell im Nachhinein zu einer 90:10 Betreuung zu ihren Gunsten umdeuten und bezeichnete sich nachträglich gerne weinerlich und wörtlich als "verheiratete alleinerziehende Mutter".
Aus diesem Grund betrachte ich Schilderungen über eheliche Rollenverteilungen seit Jahren mit einer gewissen Skepsis; wenn man genauer und länger hinschaut, stellt sich vieles deutlich anders dar als in den subjektiven Schilderungen und nachträglichen Deutungen, die im Rahmen einer Trennung gemacht werden. Man kann das zwar sicher nicht generalisieren - aber welche erwachsene, halbwegs selbstbewusste und verantwortungsvolle Mensch lebt jahrelang ein Rollenmodell, das seinen persönlichen Vorstellungen komplett widerspricht? Wer kommt jahrelang zu einer Frau nach hause und steigt regelmässig mit ihr in die Kiste, von der er seit Jahren weiss, dass sie stinkfaul ist und nur auf seine Kosten lebt?
Ein bisschen mehr Realismus, Selbstkritik und Ehrlichkeit in diesen Fragen würde manche hochstrittige Trennung entschärfen. Vater wird man nicht erst am Tag der Trennung.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Vater wird man nicht erst am Tag der Trennung.
Hallo Martin,
auch hier gilt ganz sicher : Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Mutter "meines" Kindes vollzog die Trennung exakt mit Eintritt der Schwangerschaft. Ziel erreicht! Danach hat sie sich hauptsächlich dafür interessiert möglichst viel Unterhalt für sich zu bekommen. Und jetzt lebt sie schon seit einiger Zeit gemütlich auf meine Kosten, denn das praktische an unserer Familiengesetzgebung ist ja, dass "Papa" nichts zu melden hat, aber trotzdem für alle Kosten von Mutterns Entscheidung aufkommen muss. Der Next findet es wahrscheinlich super, dass ihm Kind und Hausfrau von einem anderen finanziert werden. Da lebt es sich im neuen "Familienidyll" doch viel entspannter.
Beste Grüße
Hoffmann
Moin Hoffmann,
auch hier gilt ganz sicher : Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Mutter "meines" Kindes vollzog die Trennung exakt mit Eintritt der Schwangerschaft. Ziel erreicht!
wobei man sich darauf verständigen sollte, dass Du eine der Ausnahmen bist. Deine eigene "Familienplanung"
Über eine eigentlich renommierte PV-Seite im Internet habe ich gegen Ende letzten Jahres eine Frau kennen gelernt.
[...]
Nach anfänglicher Skepsis von mir wegen der räumlichen Entfernung (ich kann aus beruflichen Gründen meinen Wohnort nicht wechseln), hat sie mich überzeugt, dass wir gut zusammen passen und ein Wohnortwechsel für sie später kein Problem wäre. Zu meiner großen Überraschung wurde sie sehr schnell schwanger, obwohl wir etwas anderes vereinbart hatten und rückblickend muss ich feststellen, dass dies offenbar gewollt war.
[...]
Leider wollte sie mich seit die Schwangerschaft festgestellt wurde plötzlich nicht mehr treffen
[...]
Ich fühle mich so unglaublich ausgenutzt und hintergangen, ging es hier offenbar nur darum jemanden zu finden, der für das 2. Kind Unterhalt zahlt
[...]
Es würde mich sehr interessieren, ob es hier Männer gibt, die auch gutgläubig in eine derartige Situation geraten sind und wie ihr das Problem nach der Geburt gelöst habt.
verdient eher die Bezeichnung "russisches Roulette" und stellt Dich sicher nicht auf eine Stufe mit den hier diskutierten langjährigen (ehelichen) Rollenmodellen und ihrer nachträglichen (Um-)Deutung.
Wenn Du mit einer Frau, die Du kaum kennst und mit der Du noch keinen Tag zusammengelebt hast, ohne eigene Verhütungsbemühungen in die Kiste steigst, musst Du Dir den Schuh einer "ungewollten Schwangerschaft" schon erst einmal selbst anziehen. Und ja: Es gibt Frauen, die so etwas ausnützen. So wie es Väter gibt, die mit ihrem ungewollten Nachwuchs nichts zu tun haben wollen. Und meinetwegen auch Menschen, die ein gefundenes Portemonnaie behalten anstatt es zum Fundbüro zu bringen. Das alles belegt aber bestenfalls charakterliche Defizite oder den Egoismus von Einzelpersonen; ein Beweis für eine staatlich gewollte Benachteiligung von Vätern ist es nicht.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Martin,
wobei man sich darauf verständigen sollte, dass Du eine der Ausnahmen bist. Deine eigene "Familienplanung"verdient eher die Bezeichnung "russisches Roulette"
deine Bezeichnung als "russisches Roulette" könnte ich nur nachvollziehen, wenn ich grundsätzlich jeder Frau unterstelle, dass sie eine Betrügerin ist.
Vielleicht ist das dein Frauenbild, meines ist es nicht. Eine Frau, von der ich voraussetze, dass sie eine potentielle Betrügerin ist, wollte ich nicht kennenlernen und will ich nicht kennenlernen.
Wo willst Du demnächst die Grenze des Vertrauens ziehen? Triffst du keine Frau mehr alleine, weil sie dich nachher der sexuellen Belästigung oder gar Vergewaltigung beschuldigen könnte? Wie willst Du Dich dagegen schützen? Durch eine Anstandsdame? (Vertraue nicht auf fehlende Beweise. Es gibt Präzedenzfälle bei denen ein im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochener Mann aufgrund einer bloßen Anschuldigung zunächst mehrere Jahre wegen Vergewaltigung im Gefägnis saß. Die Beschuldigerin war übrigens eine Arbeitskollegin, mit der er kurze Zeit in einem Raum alleine war.)
Deshalb ziehe ich mir den Schuh "selber Schuld", der in Deiner sarkastischen Bemerkung steckt nicht an. Ich finde diese Einstellung genauso abgeschmackt und abstoßend, wie zu einer vergewaltigten Frau zu sagen "selber Schuld, wieso hast du auch einen so kurzen Rock getragen. Da war es doch russisches Roulette damit auf die Straße zu gehen." Und deinen Vergleich mit einem nicht zurückgebrachten Portemonnaie und Schwangerschaftsbetrug finde ich angesichts der ungleich größeren Folgen vollkommen unangemessen.
Ich bleibe dabei: ein Mann muss nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass er es mit einer Betrügerin zu tun hat, wenn er eine Frau kennenlernt und ihr familiäres Umfeld bereits kennengelernt hat.
Im übrigen ist Schwangerschaftsbetrug sehr wohl ein Beweis für staatlich gewollte Benachteiligung von Vätern. Denn er funktioniert auch deswegen zuverlässig, weil der Vater das Kind niemals selber betreuen darf. Und da weiß ich wovon ich rede.
Beste Grüße,
Hoffmann
Moin Hoffmann,
deine Bezeichnung als "russisches Roulette" könnte ich nur nachvollziehen, wenn ich grundsätzlich jeder Frau unterstelle, dass sie eine Betrügerin ist.
eine "Betrügerin" muss eine Frau dafür nicht sein; die Bezeichnung gilt auch dann, wenn man mit einer Frau ohne eigene Verhütung in die Kiste steigt.
Vielleicht ist das dein Frauenbild, meines ist es nicht. Eine Frau, von der ich voraussetze, dass sie eine potentielle Betrügerin ist, wollte ich nicht kennenlernen und will ich nicht kennenlernen.
das war und ist noch nie mein Frauenbild gewesen. Aber im Gegensatz zu Dir sehe ich nicht nur weiss ("mit dem will ich unbedingt und sofort ein Kind und es gleichberechtigt mit ihm aufziehen") oder schwarz ("dem hänge ich jetzt sofort gegen seinen Willen ein Kind an und werde vom Kindesunterhalt Millionärin"), sondern auch unzählige Grautöne; beispielsweise "so leicht wird man nicht schwanger", "wird schon nichts passieren", "ich hab doch die Pille genommen" oder auch "ich lass es halt einfach mal drauf ankommen".
Deshalb ziehe ich mir den Schuh "selber Schuld", der in Deiner sarkastischen Bemerkung steckt nicht an. Ich finde diese Einstellung genauso abgeschmackt und abstoßend, wie zu einer vergewaltigten Frau zu sagen "selber Schuld, wieso hast du auch einen so kurzen Rock getragen.
Verhütung bedeutet nicht die Verhütung von Betrug, sondern die (aktive) Vermeidung einer Schwangerschaft; mindestens so lange, bis man sich sicher ist, eine Schwangerschaft riskieren zu können. Und bis sich diese Einstellung verlässlich leisten kann, braucht es viel Zeit. So habe ich das vor Jahrzehnten mal gelernt; ebenso, dass Abtreibung keine alternative Verhütungsmethode ist.
Ich bleibe dabei: ein Mann muss nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass er es mit einer Betrügerin zu tun hat, wenn er eine Frau kennenlernt und ihr familiäres Umfeld bereits kennengelernt hat.
den Begriff "Betrug" hast nur Du ins Spiel gebracht. Eine weitere mögliche Deutung könnte ja auch sein: Die (damalige) Dame Deines Herzens hat nach kurzer Zeit (aber eben nach Eintritt der Schwangerschaft) festgestellt, dass sie sich mit Dir doch keine gemeinsame Zukunft vorstellen möchte. Dazu braucht es keine betrügerischen Absichten, sondern einfach geöffnete Augen.
Im übrigen ist Schwangerschaftsbetrug sehr wohl ein Beweis für staatlich gewollte Benachteiligung von Vätern. Denn er funktioniert auch deswegen zuverlässig, weil der Vater das Kind niemals selber betreuen darf. Und da weiß ich wovon ich rede.
Diese Behauptung kommt schon allein deshalb nicht über den Status einer Verschwörungstheorie hinaus, weil es den Begriff "Schwangerschaftsbetrug" in Gesetzgebung und Rechtssprechung überhaupt nirgends gibt. Also muss man auch keine staatlichen Absichten dahinter vermuten.
Was das Ganze mit dem Topic dieses Threads zu tun haben soll, erschliesst sich mir trotzdem nicht.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Das Benutzen von Kondomen ist mit Sicherheit erheblich weniger Aufwand.
Meine unmaßgeblichen 2 Cents dazu: Ich hatte noch nie einen Partner, der von sich aus Fragen nach der Verhütung gestellt hat. Das wurde einfach immer unterstellt, dass "ich das schon mache". Ich maße mir nicht an, darüber eine korrekte Hochrechnung auf die deutschen Männer zu erstellen. Aber es lässt schon tief blicken und ja, auch mir ringt einfach aus eben dieser eigenen Erfahrung das Bild vom jammernden Kerl, der gegen seinen Willen ein Kind untergeschoben bekommen hat, ein "ja klar..." ab. Und "Du nimmst doch die Pille"? ist für mich auch nicht ausreichend um das als "Kümmern um Verhütung" zu deklarieren.
Aber nachdem ich neulich in einer Gesprächsrunde von Herren verschiedenster Generationen die Aussage zu hören bekam, dass Kinder im ersten Jahr nun mal sowieso nur die Mutter brauchen und keinen sonst und sich damit selbst nur eine dekorativ-ergänzende Rolle zugeschrieben haben, zweifle ich langsam daran, dass wir hier bei VS wirklich ein repräsentatives Abbild der Wünsche der (männlichen) Gesellschaft zeichnen. Auch zum Thema "Elternzeit" kam nur: "Ich verdiene mehr als meine Freundin/Frau, also ist doch klar, wer arbeitet und wer Elternzeit nimmt." Na dann.
Manchmal frage ich mich wirklich, wofür ich (wir) hier kämpfe(n). Scheinbar kippt das Bild der Wahrnehmung von Elternschaft bzw. Vaterschaft erst mit Scheitern der Beziehung. Und dann... ja dann... kann ich auch verstehen, dass manche Frau sich an den Schädel tippt und sagt: "Ach JETZT plötzlich willst du?!"
Resigniert,
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Womit ich wieder einmal bei meiner Lieblingsthese wäre: Wechselmodell als Standard, von dem nur in gegenseitigem Einvernehmen abgewichen wird, oder wenn eine objektiv nachweisbare Gefährdung des Kindeswohls vorliegt. Das gräbt einerseits jenen Frauen das Wasser ab, die "Kind ja, Mann nein" und "Unterhalt ja, Umgang nein" für ein brauchbares Konzept halten; andererseits könnte es bei manchen Männern einen ganz anderen Blick auf das Thema "Verhütung" bewirken, wenn man ihnen klarmachen kann, dass sie sich beim Unterlassen derselben auf alle Fälle höchstpersönlich mit Babybrei und Windeln befassen dürfen.
Nur dass bei Deinem Modell dem Vater die Wahl bleibt zu sagen: Och nö, auf Windeln und Babybrei hab ich keinen Bock, ich zahle lieber. Während die Mutter aber nicht sagen kann: Nö, auf Dein Geld hab ich keinen Bock, ich will, dass Du Dich hälftig kümmerst.
Das ist alles nur Schwarze-Peter-Schieberei. Beim Thema Kinder gibt es KEIN positives, staatlich aufdiktierbares Grundmodell, das für alle verbindlich toll ist.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
@LBM: :applaus1: :thumbup:
Liebe Grüße
Frieda
Glaub nicht alles was Du denkst.
Moin,
und sich damit selbst nur eine dekorativ-ergänzende Rolle zugeschrieben haben, zweifle ich langsam daran, dass wir hier bei VS wirklich ein repräsentatives Abbild der Wünsche der (männlichen) Gesellschaft zeichnen.
Dafür spricht allein schon die Wahrscheinlichkeit, dass sich hierher Väter verirren bzw. längerfristig aktiv sind, die sich "selbst nur eine dekorativ-ergänzende Rolle zugeschrieben haben". Allerdings denke ich schon, dass sich diesbezüglich in den letzten Jahren ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat, wie die von @Inselreif an anderer Stelle verlinkte Trendstudie zeigt:
http://vaeter-ggmbh.de/wp-content/uploads/2012/12/Trendstudie_Vaeter_gGmbH_Download.pdf
Gruß
Brainstormer
Nur dass bei Deinem Modell dem Vater die Wahl bleibt zu sagen: Och nö, auf Windeln und Babybrei hab ich keinen Bock, ich zahle lieber. Während die Mutter aber nicht sagen kann: Nö, auf Dein Geld hab ich keinen Bock, ich will, dass Du Dich hälftig kümmerst.
Wieso, die Mutter hat doch sehr wohl die Wahl, andere zum Kümmern einzuspannen, angefangen bei der Klappe, fortgesetzt bei der Fremdbetreuung.... Sie hat diese Freiheiten und sofern die Betreuung pädagogisch wertvoll ist, darf der Vater die Hälfte dazutun (wobei man hier die Regeln durchaus mehr aufweichen könnte, im Gegensatz aber natürlich die einseitige Betreuung hinterfragen müsste...)
Nur dass bei Deinem Modell dem Vater die Wahl bleibt zu sagen: Och nö, auf Windeln und Babybrei hab ich keinen Bock, ich zahle lieber. Während die Mutter aber nicht sagen kann: Nö, auf Dein Geld hab ich keinen Bock, ich will, dass Du Dich hälftig kümmerst.
Wieso?
Es ist zwar richtig, dass sie nicht den Ex in dieser Hinsicht nach Ihrer Pfeife tanzen lassen kann, aber...die Mutter hat doch sehr wohl die Wahl, andere zum Kümmern einzuspannen, angefangen bei der Klappe, fortgesetzt bei der Möglichkeit eine Fremdbetreuung zu nutzen, die sie ja jederzeit über die überobligatorische Belastung als KU+BU+KG bezahlt bekommen kann... Abgesehen davon wäre dieser Punkt natürlich zu regeln, wenn das WM gesetzlich festgeschrieben würde.
Sie hat diese Freiheiten und sofern die Betreuung pädagogisch wertvoll ist, darf der Vater die Hälfte dazutun (wobei man hier die Regeln durchaus mehr aufweichen könnte, im Gegensatz aber natürlich die einseitige Betreuung hinterfragen müsste...) Abgesehen davon würden sicherlich so manche Männer lieber einen Aufpasser / Babysitter bezahlen, wenn sie auf der Arbeit sind in der Hälfte, in der das Kind bei Ihnen ist, als BU + KU + KG + Mehrbedarf einer Mutter in den Rachen zu werfen, die den Ex nach Ihrer Pfeife tanzen lässt...
Der Standardablauf der Trennung ist doch der. Frau geht, fordert Unterhalt für sich und die Kinder auf lange Zeit, zieht den Mann nackig aus und zeigt, welche Rechte er noch hat, nämlich nur noch die als Zahlvater. Durch dies gehen viele Väter durch. Doch als Konsequenz führt dies dann nicht selten dazu, dass die Männer, bevor sie in dieser absoluten Abhängigkeit und rechtlosen Lage verharren, lieber ein neues Leben starten, sich auf andere Dinge konzentrieren. Den Kontakt und die Erpressbarkeit begrenzten, den Wochenendvater spielen, so wie es eben vorgesehen ist, wissend, dass ein Kind wird irgendwann mal groß wird...
Es ist nicht selten die Konsequenz, dass Ihnen aus der Beziehung nichts bleibt, außer Pflichten, während die Mütter Kind und Einkommen behalten. Denn das Gefühl ist, dass das Kind in dem Moment, in dem 9/10 die Unterhaltsmama den Einfluss hat, ein Stück weit verloren ist, gerade wenn jede stärkere Bindung automatisch zur Waffe wird. So konzentrieren sich Männer auf andere Dinge, auf Dinge, die Hoffnung auf eine Änderung und ein neues, besseres Leben jenseits der Rechtlosigkeit, Demütigung und Erpressbarkeit geben, z.B. neue Beziehungen, Hobbys, Beruf usw, weil es dass ist, was eher bleibt.
siehe unten
Hallo zusammen,
Nur dass bei Deinem Modell dem Vater die Wahl bleibt zu sagen: Och nö, auf Windeln und Babybrei hab ich keinen Bock, ich zahle lieber. Während die Mutter aber nicht sagen kann: Nö, auf Dein Geld hab ich keinen Bock, ich will, dass Du Dich hälftig kümmerst.
Äh, wann und in welchem Zusammenhang soll ich das gesagt haben? Was ich in Wirklichkeit gesagt habe (mit Hervorhebung der Stelle, auf die es hier ankommt):
Wechselmodell als Standard, von dem nur in gegenseitigem Einvernehmen abgewichen wird, oder wenn eine objektiv nachweisbare Gefährdung des Kindeswohls vorliegt.
Oder, um es noch deutlicher zu sagen: Der Mann, von dem LBM redet, müsste sich dieses "gegenseitige Einvernehmen" ggf. dadurch erkaufen, dass er eine Unterhaltszahlung anbietet in einer Höhe, die sogar jenseits dessen liegt, was heutzutage laut Düsseldorfer Tabelle fällig wäre - und auch das kann die Mutter ablehnen. Zunächst einmal ist dies schlicht und ergreifend Verhandlungssache zwischen den beiden Eltern. Überspitzt formuliert: Er bietet der Mutter eine 50%-Arbeitsstelle als Kindermädchen an, um das Kind in "seiner" Hälfte der Wechselmodellzeit zu betreuen. Ob bzw. bei welcher "Gehaltshöhe" sie zugreift, ist dann immer noch ihre Entscheidung ...
Jetzt klarer geworden, worauf ich hinauswill?
Nun, um es etwas mehr zu formalisieren - es handelt sich um ein dreistufiges Verfahren.
Wenn das Wechselmodell der Standard ist, dann besteht Stufe 1 darin, dass beide eben dieses Wechselmodell praktizieren. Es besteht kein weiterer Regelungsbedarf; Richter, Anwälte usw. haben da offensichtlich keine Aktien drin.
Ist das Wechselmodell im konkreten Fall nicht möglich oder nicht gewünscht, dann besteht Stufe 2 darin, dass die Eltern eine abweichende Regelung finden. Der wesentliche Unterschied zur heutigen Regelung besteht darin, dass jetzt beide einigermaßen auf Augenhöhe verhandeln; denn anders als die heute übliche, asymmetrische Standardregelung "Vater bezahlt, Mutter betreut" sieht mein Vorschlag eine völlig symmetrische Verteilung der Pflichten als Standard vor.
In Stufe 2 gelangt man also nur dann, wenn mindestens eine Seite diese Symmetrie durchbrechen will - und wenn das nicht beide wollen, sondern nur einer von beiden, dann wird dieser der anderen Seite dafür Kompensation anbieten müssen. Dort wird dann halt ungefähr so verhandelt: "Ist dein Unterhaltsangebot gar zu erbärmlich, dann übernehme ich deine Hälfte der Zeit ganz bestimmt nicht; kümmere dich bitte selber um das Kind" vs. "Ist deine Unterhaltsforderung gar zu unverschämt, dann lassen wir's bleiben; dann bleibt's halt doch beim Wechselmodell".
Eine Verhandlung auf Augenhöhe ist es, weil beide (!) Elternteile jeweils gleich drei Möglichkeiten haben, ihre Hälfte der Gesamtpflicht zu erfüllen: Entweder persönlich, das wäre der Standardfall bei Wechselmodell. Oder, indem sie diese Leistung beim anderen Elternteil einkaufen; das ist das, was ich hier als "verhandeln" bezeichne. Oder, indem sie zwar formal ihre Hälfte übernehmen, aber teilweise andere Personen damit beauftragen; also z.B. für ihre Hälfte der Zeit eine Tagesmutter beauftragen, oder vielleicht übernehmen auch die eigenen Eltern die Betreuung des Enkelkindes. Einfacher gesagt: Wechselmodell als Standard eröffnet Vätern genau jene Optionen, die betreuende Mütter ganz selbstverständlich schon heute haben.
Wichtig ist dabei: Somit haben auch auf Stufe 2 die Richter, Anwälte usw. da noch keinerlei Aktien drin! Und meine Vermutung lautet: Wesentlich mehr Fälle als heute würden bereits in diesem "Verhandlungsstadium" gelöst werden, also noch bevor der Staat sich da irgendwie einmischen müsste. Aus meiner Sicht ist dies ein riesengroßer Vorteil meines Vorschlags; die Anhänger eines übervorsorglichen Staates sowie die Befürworter üppiger Anwaltshonorare werden dies wohl eher als einen Nachteil betrachten ...
Erst auf Stufe 3 haben wir es mit dem Justizapparat zu tun - nämlich in dem Fall, dass eine Seite die Sache sabotiert. Wohlgemerkt: Von Sabotage kann dabei dann und nur dann die Rede sein, wenn eine der beiden Seiten (a) seinen Anteil am Wechselmodell nicht höchstpersöhnlich übernehmen will und (b) dieser Wechselmodellverweigerer kein Angebot vorlegt, das von der Gegenseite akzeptiert wird. Dies hat aus juristischer Sicht den "Charme", dass es in den allermeisten Fällen völlig klar ist, wer der Spielverderber war - und wen folglich die Justiz berechtigterweise am Schlafittchen packen sollte. Heutzutage wird letztere Entscheidung ja komischerweise nicht an der persönlichen Verantwortung für den Schlamassel, sondern am Geschlecht festgemacht ...
Nix für ungut,
Malachit.
P.S. und falls jetzt wirklich noch jemand einen Hinweis auf das Selbstverständliche braucht: Logischerweise kann z.B. auch eine karrierebewusste Frau versuchen, auf diese Art und Weise "ihre" Hälfte der Kinderbetreuung auf den Vater der Kinder zu übertragen. Auch in diesem Fall wird dies dann wohl letztlich über das Preisschild für die Betreuungsleistung entschieden 😉
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Lausebackesmama,
als Ergänzung, doch noch ein Wort zu deiner eigenen Situation: Es dürfte keinen nennenswerten Unterschied machen, ob Lausebackespapa, nach heutigem Recht, zwar im Prinzip zu 100% unterhaltspflichtig ist, aber objektiv betrachtet nicht zur Zahlung von Unterhalt in der Lage ist; oder ob er, nach meinem Vorschlag, zwar im Prinzip zu 50% betreuungspflichtig ist, aber objektiv betrachtet auch dazu nicht in der Lage ist. Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich: Es bleibt, so oder so, leider alles an dir hängen.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Malachit,
als Ergänzung, doch noch ein Wort zu deiner eigenen Situation: Es dürfte keinen nennenswerten Unterschied machen, ob Lausebackespapa, nach heutigem Recht, zwar im Prinzip zu 100% unterhaltspflichtig ist, aber objektiv betrachtet nicht zur Zahlung von Unterhalt in der Lage ist; oder ob er, nach meinem Vorschlag, zwar im Prinzip zu 50% betreuungspflichtig ist, aber objektiv betrachtet auch dazu nicht in der Lage ist. Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich: Es bleibt, so oder so, leider alles an dir hängen.
meine Situation soll nur deutlich machen, dass auch ein Mann machen kann, was er will, ohne dass Frau dagegen etwas tun kann. Und "nur" Opfer seiner Situation ist mein Ex auch nicht....
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Der Next findet es wahrscheinlich super, dass ihm Kind und Hausfrau von einem anderen finanziert werden. Da lebt es sich im neuen "Familienidyll" doch viel entspannter.
Warum musst du noch für deine Ex zahlen, wenn sie bereits mit einem neuen Partner zusammenlebt? Oder hab ich dich missverstanden?
