Hallo Zusammen,
ich hoffe hier jemanden zu finden, der sich ein wenig mit dem Kindesunterhalt auskennt!
Meine Geschichte ist leider ein wenig komplizierter (denke ich)...
Im Oktober 2009 zog meine Ex-Frau aus dem gemeinsam erbauten Haus (2004) aus und ließ die Kinder bei mir.
Ich bin IT-Leiter in Vollzeit und übernahm dann das Ruder für die Kinder.
Meine Ex scherte sich ein sch.... um die Kinder ("Ich würde niemals wg. der Kinder meinen neuen Partner aufgeben!!)
In einem fast 3,5 Jahre dauernden Kampf mit Rechtsanwälten versuchte ich, wenigstens den Mindestunterhalt für die Kinder zu sichern...mit mäßigem Erfolg....
Mal kam ein "Gutachten" über "nicht arbeiten können"...dann wurden Bewerbungen aufgezählt, die bei Gericht nicht vorgelegt werden konnten...alles toll!!
In der Zwischenzeit wurden wir dann Anfang 2012 geschieden...ein kleiner Lichtblick! Meine Ex heiratete direkt wieder und wurde schwanger!
Für die Scheidung erwartete sie von mir, dass ich ihr Auto abbezahlte, alle Forderungen bzgl. Hausumschreibung, Notar etc. übernehme...insgesamt knapp 18.000€...da meine Kinder und Ich im Haus bleiben wollten, blieb uns nichts anders übrig....(sonst hätte sie sogar das Haus zwangsversteigern lassen, weil sie dachte, dass da ein Plus rauskommen würde)....
Meine Eltern wollten nicht, dass wir alles verlieren und halfen mir mit 16.500€ aus...
Aber jetzt ging das Ganze erst richtig los....durch die bevorstehende Geburt ihres Sohnes konnte sie nicht arbeiten gehen...zu allem Überfluß meinte meine Tochter nun, bei Mama besser aufgehoben zu sein (kein Wunder, viel weniger Regeln für eine damals pubertierende 14-jährige...)
Damit verkehrte sich das Ganze nun....sie plädierte auf Unterhalt für unsere Tochter, war aber selber "nicht leistungsfähig", auch bedingt durch die Geburt des Sohnes)...die Anwälte verhandelten (ich hatte immerhin ca. 18.000 € noch von Ihr Unterhalt für die Zeit, wo beide Kinder bei mir waren, zu bekommen)...ich verzichtete (mehr unfreiwillig) auf die Summe, sie verpflichtete sich, 50€ über 50 Monate zu zahlen)...so war ich nicht verpflichtet, bis zum 18. Geburtstag meiner Tochter an sie zu zahlen...
In der Zwischenzeit lernte ich meine neue Freundin kennen und wir führten mehrere Jahre eine Wochenendbeziehung.
Dieses Jahr in den Sommerferien sollte sie dann mit ihren beiden Jungs hier zu uns ziehen...ich baute für 17.000€ das DG aus (Zimmer für die Jungs, der Keller bekam einen Hobbieraum..auch für die Jungs)....Anfang des Jahres hatte ich auch die Gelegenheit ergriffen, per Forward Darlehen mir die günstigen Zinsen zu sichern (Beginn : 2015/07)
Es kam wie es kommen musste...Meine Freundin bekam kalte Füße, hatte Angst, dass sie sich hier nicht wohlfühlen würde...auch wg. meines Sohnes, weil er immer mehr den Pascha raushängen ließ (persönlich ließ er kein gutes Haar mehr an seiner Schwester...meine Freundin war mehr Mama für ihn (wie er sagte) als seine eigene Mama)......
=> meine Freundin zieht nun nicht zu uns....das brachte wohl das Faß zum überlaufen...mein Sohn beschloß, zu seiner Mama zu ziehen....ich reiche ihm als "Familie" nicht....(über den Sinn einer solchen Entscheidung kann man nur streiten, zumal nachdem, was alles in den Jahren mit der richtigen Mutter lief...aber da die Mama immer ihre Kinder wiederhaben wollte, frage ich mich, was da wirklich in dem Jungen vorgeht...)
Darum jetzt meine Frage:
- wie verhält es sich mit dem Haus ? Muss ich es verkaufen, um den Unterhalt für die Kinder zu sichern ?
....bei einem Verkauf käme ich wohl +- Null raus....aber alleine die Vorfälligkeitszinsen für 112.00€ sind nicht ohne!
Ich scheue mich nicht, das Haus zu verkaufen, aber wenn ich es verkaufe, werden die Schulden dann nicht noch höher (Vorfälligkeit etc) !!!
Aktuell habe ich eben halt folgende finanzielle Situation (Fixkosten):
- monatliches Einkommen: ca. 2500€ Netto (Stkl. II / 1,0 Kind)
- Hauskredit: ca. 805€
- Umbau: 170€ pro Monat (wird über ein Modernisierungsdarlehen bezahlt seit Januar 2014...läuft als Bausparvertrag...der Vertrag löst dann die Verbindlichkeiten direkt ab nach Zuteilung)
- Grundsteuer pro Monat: ca. 60€
- Strom + Gas: ca. 140€
- Abtragung bei Eltern: 200€ (da stehen noch ca. 4000€...)
- Autokredit: 287€
- Auto Haftplicht + Kasko: 60€
- Diesel (Fahrt zur Arbeit ca. 38km eine Tour) : ca. 160€
- KFZ-Steuer: 19,00€ (auf Monat aufgerechnet)
Was ist davon überhaupt berücksichtigungsfähig für den Kindesunterhalt...und hier geht es mir NICHT darum, mich zu drücken !!!
Ich frage mich halt, was dann da ggf. die Bank zu sagen wird, wenn ich das Haus verkaufen muß bzgl. meiner Verpflichtungen !!
Ich hoffe, dass es jemanden gibt, der dazu was sagen kann!!
Lieben Dank
Michael
Moin Michael,
willkommen hier im Forum. Unsere Unterhaltsexperten können Dir sicherlich schnell weiterhelfen.
Da wir diese Trennungskonstellation (das schöne freistehende Haus, 2 Kinder, es fehlt nur noch der Familienhund - den natürlich Du nach der Trennung betreuuen musst 😉 muss für Dich ersteinmal die emotionale
Bindung zum Haus relativiert werden. Erstmal ist das ein Haufen Steine - und im Regelfall fährt man nach einer Trennung besser, den Kasten einvernehmlich zu verkaufen.
Gerade bei Frauen hängt viel an der Emotion: Das hast Du jetzt schon bei Deiner jetzigen Partnerin gemerkt. Die wenigsten Frauen können sich vorstellen, mit dem neuen Partner im alten Ehebett zu schlafen (sprichwörtlich). Was wir Männer normalerweise besser wegstecken, geht für viele gar nicht. Auch aus diesem Grunde ist ein Neustart an einem neutralen Ort besser.
Generell wird es mit Deinem Gehalt alleine (einfach aus dem persönlichen Vergleich) schon eng, wenn noch irgendeine unerwartete Belastung hinzu kommt. Neben noch bekannten Belastungen wie GEZ muss bei Deinem Diesel nur mal der Zahnriemen erneuert werden und schon sind wieder 500 Euro weg. Und für Euer Haus seh ich auch noch keinen Euro Rückstellung für Reparaturen. Daneben halt 2 x KU-Zahlungen nach Düsseldorfer Tabelle. Aber da können Dir unsere Experten noch mehr zu sagen. Gruß Ingo
Moin.
Ohne jetzt im Detail auf deine Zahlen eingehen zu wollen, muss man schon sagen, dass du das Haus zumindest wohl nicht mehr alleine bewohnen kannst, da es eben für dich zu groß und damit zu teuer ist.
Spätestens in einem Jahr wird dir dafür ein Wohnvorteil angelastet, der sich aus der, theoretisch erzielbaren Miete für das Haus abzüglich der Zinsen ergibt. Von den Familiengerichten gerne nochmal großzügig aufgerundet, sofern es darum geht, höheren Unterhalt für eine Mutter zu erpressen.
Umgekehrt gilt das, wie du selbst schon gemerkt hast, nicht so oft.
Wie hoch dieser Wohnvorteil sein könnte lässt sich nur sagen, wenn du uns erzählst, was dein Haus denn wohl an Kaltmiete erzielen könnte.
Da du allerdings "nur" KU zu bezahlen hast und nicht auch noch Unterhalt für die Mutter sind die Steigerungen allerdings nicht so extrem.
Ich gehe mal so von zusammen 800,- bis 850,-€ aus. Andererseits kosten sie dich ja auch nicht mehr so viel.
Ob du das so tragen kannst oder ausziehst und verkaufst oder vermietest oder untervermietest musst du selbst entscheiden.
Auf jeden Fall scheint der Verkauf nicht die einzige Lösung zu sein.
Aber gib doch mal Laut über den möglichen Verkaufserlös, die Miete oder Untermietmöglichkeiten, dann können wir etwas genauer rechnen.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin Michael,
ein paar weitere Gegenfragen:
- Wie alt sind Sohn und Tochter aktuell ?
- Wenn die Große volljährig sein sollte: was macht sie ?
- Wie ist die Einigung zum Unterhalt für die Große manifestiert ?
Zur Berechnung:
- Welches Oberlandesgericht ist für Euch zuständig ?
- Bei den Hausdarlehen müsste in Zins und Tilgung aufgeteilt werden (ersteres kommt in die Wohnvorteilberechnung, letzteres ist Altersvorsorge).
Gruß
United
