Ich habe etwa ein Jahr vor der Trennung von der Mutter meines mitlerweile 11jährigen Sohnes notariell das gemeinsame Sorgerecht
festlegen lassen und dummerweise im Gegenzug in einen freiwilligen Unterhalt (ebenfalls notarieller vertrag) in Höhe von 3/7 meines bereinigten Nettoeinkommens eingewilligt, und zwar bis mein Sohn 18 ist, die verdienste meiner ex werden angerechnet.
Ist ja erstmal nett von mir, ich habe allerdings nicht damit gerechnet, das die sich seit nunmehr drei jahren darauf ausruht. Die neue Unterhaltsreform greift bei mir nicht, da wir ja ein privates abkommen haben. In unserer 8jährigen Beziehung habe ich ihr 4 Ausbildungen finanziert, sie ist fertig ausgebildete Ballettlehrerin und hat vor zweieinhalb Jahren mit einer Ausbildung zum Heilpraktiker begonnen, die sie 2010 beenden KÖNNTE.
Hat jemand schon Erfahrung mit sowas gemacht? Wie komm ich da raus?
Seid nett und spart mir die kommentare über meine Dummheit, ich sag mir das schon selbst jeden Tag...
Wie geht Ihr (ähnliche Situation vorausgesetzt) mit der KM um, der man in einem solchen Fall eigentlich nur sämtliche unentdeckten Krankheiten wünscht?
Wenn man den Kindesunterhalt mitrechnet hat die ohne auch nur einen Finger zu krümmen genausoviel Geld im Monat wie ich.
Gott sei Dank kann ich mich vor meinem Sohn noch beherrschen, er ist so großartig!
Kann mir jemand helfen ?
HAllo Jayster,
also das war kein Kaufvertrag für eine Waschmaschine - darüber wird dich dein Notor aber auch bestimmt aufgeklärt haben.
Nach der 3. Ausbildung, also zur Unterschrift war auch eigentlich klar, wo der Hase langläuft bzgl. der Berufstätigkeit.
Ich sehe 4 Wege:
1. Entweder es ergeben sich bei Dir dermaßen harte Änderungen, dass du den Vertrag aufkündigen kannst, also Unterhaltsabänderungklage stellen kannst.
2. Entreichern: 4/7tel deines Einkommens sind weniger als Sozialhilfe - damit ist der Vertrag sittenwidrig und auch uninteressant für die Ex.
3. Du nimmst ganz viel Geld in die Hand und machtst der Ex ein Angebot und kaufst dich aus dem Vertrag.
4. Ein Mix aus 1-3
Nr. 4 hat ein Freund von mir gemacht, allerdings ohne 2. Ergebnis: Langes Verfahren, reichlich Pfändungen und ernsthaft viel Kohle.
Gruß,
Michael
Moin jayster,
nur mal so aus der Hüfte geschossen: Der Vertrag enthält den Passus mit dem Eigenverdienst, der angerechnet werden soll. Das könnte man dahingehend interpretieren, dass es der Absicht der Vertragsparteien entsprach, dass es solche Eigenverdienste/Eigeninitiative geben soll und wird. Provokante Frage: Hat nicht Deine Ex diesen Vertrag dadurch unterlaufen, dass sie gar kein eigenes Geld erwirtschaftet? Frag mal einen guten Vertragsrechtler (keinen Familienanwalt!), ob hier nicht zumindest ein fiktives, also theoretisch erzielbares Einkommen in Anrechnung gebracht werden kann.
Just my 2 cents
Martin
PS1: Auch wenn Du es nicht hören willst: Ja, dieser Vertrag ist ziemlich dumm, weil einseitig. Zumal eine Nicht-Berufstätigkeit ggf. auch über das 18. Lebensjahr des Sohnes ausgeweitet werden kann: Das arme Mädel ist dann zu alt für den Berufseinstieg - und wer soll dann für sie aufkommen, wenn nicht Du?.
PS2: Die Benutzung handelsüblicher Grussformeln ist in diesem Forum gerne gesehen...
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Seid nett und spart mir die kommentare über meine Dummheit
Weil Du's bist. Eigentlich kann sowas ja nicht passieren, weil wenn die gesetzliche Annahme, Sorgerechtsverweigerung passiere nur aus Gründen, die vom Kindeswohl getragen werden (und nicht etwa aus Versorgungsmotiven), sich nicht bestätigen sollte, müsste das Gesetz ja geändert werden, was bekanntlich nicht geschehen ist...
Aber im Ernst: "weissnich"'s Nr 2), also "Downshifting", sollte hier funktionieren, weil es ist ein Privatvertrag, und die üblichen Daumenschrauben mit fiktiven Einkommen sollten hier nicht greifen, wenn es nicht explizit in dem Vertrag geregelt ist. Wolltest Du nicht ein Zweitstudium anfangen?
Oder Du drehst das grosse Rad und greifst den Vertrag direkt an. Der Heilpraktiker hat mich aufhorchen lassen. Bist Du unter Druck gesetzt worden, weil Deine Ex bzgl. der Gesundheitsversorgung Ansichten vertritt, die die Gesundheit Deines Kindes gefährden und Du konntest nur durch den "Kauf" des Sorgerechts Dein Kind schützen? Wäre so ein Vertrag dann sittenwirdrig?
