Hallo zusammen,
ich bitte euch einmal um ein Brainstorming zum Thema Wiederaufnahme des Umgangsrechtes bei einem Kleinkind mit grosser Entfernung zum KV.
Kurz zusammengefasst ist/war die Situation bis jetzt wie folgt :
Letzter Kontakt zwischen KV und Kind im 3.Lebensmonat. Danach Umgangsverweigerung vom KV aus, weil ich das JA zur Vermittlung eingeschaltet habe um Kommunikationsprobleme und persönliche Differenzen aufzuarbeiten. ( Bis dahin haben 2 Treffen mit verbalen Eskalationen von seiner Seite aus stattgefunden)Trennung erfolgte schon in der Schwangerschaft von meiner Seite aus wegen Gewaltandrohungen, Beleidigungen, nicht Akzeptieren wollen der Schwangerschaft etc..
Mittlerweile lebe ich mit Kind beim Next, habe die einfache Entfernung zwischen KV und Kind um 70km vergrößert( insgesamt einfache Strecke 140km). KV ist während der Schwangerschaft bereits eine neue Beziehung eingegangen.
Kind ist mittlerweile 12 Monate alt.
Der Umgang soll wieder auf Bitte des KVs hin aufgenommen werden, was von meiner bzw. unserer Seite aus sehr begrüßt wird, weil wir monatelang dafür gekämpft haben.
Nun die Frage, wie wir das am besten gestalten können aufgrund der Entfernung und Vollzeitbeschäftigung.
Kind kennt den KV überhaupt nicht, Übernachtung am WE wird von mir deshalb erstmal ausgeschlossen. KV hätte am Umgangstag eine Gesamtfahrstrecke von 280km. Wir würden uns für 140km an den Spritkosten beteiligen( Fahrtkosten sind eine grosse Belastung für den KV), weil ich die Entfernung vergrößert habe.
Angebot von uns ist Umgang in unserer Wohnung für halbe Tage in unserem Beisein, sobald eine Beziehung besteht auch ohne uns und ganze Tage, auch außerhalb im nahen Umkreis.
Wie würdet ihr das gestalten, vor allem die Häufigkeit und Zeitdauer der Treffen ?
Der KV kann nur alle 2-3 Wochen am WE, spätere Übernachtung bei ihm wird von ihm gewünscht. Seine Next möchte anwesend sein. Ist für uns völlig in Ordnung.
Liebe Grüße
Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er dein Lehrer.
Hallo,
als erstes würde ich darauf drängen, dass der Umgang zumindest aller 2 Wochen stattfindet.
Als erstes müssen sich alle erst einmal kennenlernen, also Umgang in Eurer Wohnung mit allen Beteiligten. 140km einfache Strecke sind ein finanzielles Problem und es ist auch nicht um die Ecke, aber auch nicht unbedingt ein besonderes Hindernis.
Der kommende Winter ist ein Problem, da es weniger Möglichkeiten gibt nach draußen auszuweichen, andererseits müss das Kind sich erst an ihn gewöhnen und das sollte doch in Eurer Wohnung erfolgen, ist aber kein Dauerzustand.
Ich würde es als günstig ansehen, wenn der KV zunächst das Wochende in einem Hotel oder dgl. übernachtet und euch am Nachmittag Sa und Vormittag + Nachmittag So besucht. So es das Wetter zulässt soll er auch ruhig mal mit dem Kind alleine rausgehen, später mit dem Auto einen Ausflug mit dem Kind machen, damit das Kind sich ans Autofahren gewöhnt.
Danach (im kommenden Sommer) könnte man Überlegen ob es nicht doch eine Übernachtung Fr/Sa gibt und später eben typischerweise aller 14 Tage ein Wochenende.
Aus meiner Sicht ist weniger das Kind das Problem als der KV. Er muss nämlich auch durchhalten. Klar gibt es immer mal Situationen, die nicht optimal gemeistert werden, aber in aller Regel sind Kinder wesentlich flexibler als man denkt. Aus dieser Sicht ist auch eher die Frage wieviel Vertrauen hast Du zum KV, dass er der Situation mit dem Kind gewachsen ist.
VG Susi
Hallo Susi,
Ich werde das mal ansprechen mit dem regelmäßigen Turnus.
Glaube jedoch nicht, dass er sich darauf einlassen wird, da er beruflich sehr eingespannt ist und seine Next sehr wichtig ist in seiner Freizeit.
Übernachtung in unserer Nähe schließe ich fast aus wegen Geldmangel.
Er zahlt den Mindestunterhalt, hat kaum Geld wegen laufenden Krediten. Next finanziert das gemeinsame Leben.
Ja,das Vertrauen zu ihm geht wegen diversen Vorgeschichten geradezu auf 0.
Unzuverlässigkeit bei der Vaterschaftsanerkennung, diversen JA-Terminen, Lügengeschichten, immerzu Kontaktabbruch von seiner Seite aus.
Dabei glaube ich nicht mal,dass er mit dem Kind mies umgehen würde, aber er würde wohl mir gegenüber bei Problemen nicht ehrlich sein und um Hilfe/Tipps bitten.
So lange dieses Vertrauen nicht wieder aufgebaut ist kann ich das Kind nicht ohne schlechtes Gefühl mitgeben.
Und Versuche, dieses Vertrauen wird aufzubauen mittels Mediation werden von seiner Seite strikt boykottiert bzw. direkt ausgeschlossen.
Wir werden uns am kommenden Sonntag das erste Mal alle zusammen treffen und dann sehe ich mal weiter.
Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er dein Lehrer.
Hallo Susi,
Ich werde das mal ansprechen mit dem regelmäßigen Turnus.
Glaube jedoch nicht, dass er sich darauf einlassen wird, da er beruflich sehr eingespannt ist und seine Next sehr wichtig ist in seiner Freizeit.
Hallo Lofoten15,
ich denke nicht, dass man Deinen Ex hier zu etwas drängen sollte.
Wie in jedem anderen Lebensbereich sollte man sich nur Ziele setzen, die auch gut erreichbar sind, sonst ist Frust vorprogrammiert.
Er sollte selbst entscheiden, was er aus seiner Sicht leisten kann, sonst ist der bestgemeinte Umgang schnell wieder vorbei.
Gut für Dich ist sicher, dass die Neue dabei ist, da sich Dein Ex Dir gegenüber dann eher zusammenreißen wird.
Viel Glück Euch
Hallo zusammen,
das Treffen hat mittlerweile stattgefunden und hat sich nochmals in eine unerwartet andere Richtung entwickelt, als ich für möglich gehalten habe.
KV und seine Next sind sich einig, dass ein regelmäßiger Umgang durch berufliche und private Einbindung in den nächsten Monaten nicht so zu leisten ist um für das Kind eine tragende Bindung zum KV aufzubauen zu können.
Zudem leidet der KV inzwischen darunter, die Schwangerschaft und das erste Lebensjahr verpasst zu haben. Beim Treffen wurde ihm sehr klar, dass er nie eine wirkliche Bezugsperson werden kann und die Bindung zwischen Kind und meinem Next inzwischen sehr eng ist.
Er verzichtet deshalb von sich aus auf das Umgangsrecht, bzw. möchte nur ab und an im Jahr mal nach dem Rechten sehen und ansonsten Fotos bekommen.
Alles andere ist ihm zu schmerzhaft und das Kind soll ohne Gezerre aufwachsen, bis es selber den Kontakt suchen möchte.
Ja, wie geht's jetzt mir damit?
Auf der einen Seite Trauer, dass das Kind die Möglichkeit nicht bekommt, den KV kennenzulernen. Dann Enttäuschung, dass es einfach organisatorisch als nicht möglich angesehen wird.
Und dennoch Erleichterung, dass der Kampf für mich vorbei ist. Die klare Antwort ist da, auf die ich so lange hingearbeitet habe. Nicht, den Umgang zu verbieten/ verhindern, sondern endlich eine klare Antwort bekommen zu haben, wie es in Zukunft weitergehen soll.
Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er dein Lehrer.
