Hallo,
neues Jahr, neue Problematik mit dem Umgang! Nach dem die KM absolute Umgangswillkür walten ließ, habe ich mich zu dem hier oft zitierten Dreisprung entschieden:
Schriftliche Umgangsvereinbarung anstreben,
Jugendamt,
Anwalt.
Wir sind jetzt in Stufe drei angelangt. Der Versuch meines Anwalts, eine einvernehmliche Umgangsregelung anzustreben wurde mit absurden Verwürfen via Anwaltsschreiben ihrerseits quittiert. Darin heißt es, die Kinder würden angeblich nicht gerne zu mir kommen, weil ich häufig angetrunken wäre. Eine blanke Erfindung, da ich so gut wie keinen Alkohol trinke.
Nächste Woche habe ich einen Termin mit meinem Anwalt, um eine Strategie auszuarbeiten. Unabhängig davon; habt Ihr Erfahrungen mit absurden Vorwürfen und Unterstellungen a la Alkoholproblem oder der Vater misshandelt die Kinder etc.
Was kann ich hier richtig und falsch machen? Wie sind die Chancen der KM vielleicht doch mit irgendeiner konstruierten Geschichte vor Gericht durchzukommen bzw. eine(n) Richter(in) zu beeindrucken?
Schon mal vielen Dank für Eure Hinweise!
LG Max
Hallo Max,
Erfahrungen mit solchen Vorwürfen haben leider sehr viele Trennungsväter. Auch Familienrichter sind damit bestens vertraut.
Man sollte sich vor allem nicht beeindrucken lassen. Also sich nicht allzusehr darüber aufregen, und sich auch nicht in eine Rechtfertigungshaltung hineindrängen lassen (Du mußt überhaupt nicht beweisen, dass Du kein Trinker bist, sondern die Gegenseite muss ihre Vorwürfe belegen). Für das Gericht genügt ein nüchterner Satz in einem Schreiben Deines Anwalts, dass die Vorwürfe gegenstandslos sind. Genauso bei Gesprächen mit Jugendamt, Beiständen, Gutachtern etc.. Und nicht von Dir aus darauf eingehen, dass die KM Dir diesen Vorwurf gemacht hat; eventuelle Nachfragen nach den möglichen Motiven der KM einfach ignorieren (bei diesen Nachfragen geht es nicht um die KM, sondern um Deine Kooperationsbereitschaft mit ihr); stattdessen solltest Du schnell dazu überleiten, dass Du im Interesse des Kindes eine Verbesserung der Elternkommunikation anstrebst (und fragen, wie Euch die Stellen dazu helfen können).
Gruss
Tarek
Hallo Max,
solche Märchen gehören (leider) zum Standardbesteck einer jeden umgangsboykottierenden KM.
(bei mir war es sogar sexueller Missbrauch)
Tarek hat eigentlich schon alles Wichtige dazu geschrieben.
Dein Anwalt soll auf diese Märchen keinesfalls näher eingehen, ich zitiere mal aus einem Ratgeber eines Anwalts:
"Es ist deswegen stets zu beobachtende Praxis, dass in Sorgerechtsverfahren Väter regelmäßig
mit durchaus unwahren Vorwürfen konfrontiert werden, die weit unter der Gürtellinie zielen.
Väter, die solche Vorwürfe mit gleicher Münze zurückzahlen, werden gemäß der Jahre langen
Erfahrungen des Verfassers in aller Regel von Anfang an verloren haben. Wesentlich Erfolg
versprechender ist, wenn man – wenn es auch sehr schwer fällt – nach solchen Vorwürfen
gelassen bleibt und seinen Anwalt vortragen lässt, dass man solche Vorwürfe zwar mit aller
Deutlichkeit bestreite, auf diese im Einzelnen aber aus Gründen der Deeskalation vorläufig
nicht erwidere. Eine Erwiderung werde allenfalls dann erfolgen, wenn das Gericht wider
Erwarten eine solche für entscheidungserheblich halte und dies im Wege des richterlichen
Hinweises gemäß § 139 ZPO mitteile.
Diese Vorgehensweise führt in aller Regel stets dazu, dass man selbst sein Ansehen bei
Gericht steigert und der andere Elternteil den „schwarzen Peter“ des elterlichen Aggressors
„zugeschoben“ bekommt."
Quelle: http://www.rechtsanwalt-gnau.de/cms/e107_files/downloads/Leitfaden%20gemeinsames%20Sorgerecht%20nicht%20ehelicher%20Eltern.pdf
Es geht dabei zwar um Sorgerecht, die Problematik aber ist bei Umgangsboykott dieselbe.
Noch ein Link mit Hinweisen:
http://trennungsfaq.de/umgang.html
Danke für die (wenigen aber guten) Anregungen, die meinen eingeschlagenen Weg unterstützen
VG Max
