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Umgangsrecht

 
(@eine-mama)
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Ein herzliches Hallo an alle Papas!

Ich freue mich, dass es so ein Forum auch für euch Väter gibt, da ich weiß, dass es ganz viele Väter gibt, die vor und nach einer Trennung Papa sind und bleiben möchten, aber leider sehr oft große Schwierigkeiten mit der Mutter des gemeinsamen Kindes haben.
Vielleicht bin ich ja auch so eine Mutter???

kurze Rückblende (klar - aus meiner Sicht):

Anmerkung meinerseits: Bitte keine Ratschläge bezüglich Verarbeitung; Konfliktbewältigung, psych. Störung etc.. Ich möchte meinerseits einen Familienberatungstelle aufsuchen, war auch schon bei einer... der Vater möchte es aber nicht.
Ich erzähle. um ein grobes Bild der Situation zu geben, bevor ich meine Frage loswerden möchte - okay?

Unser Sohn war zwar kein Wunschkind, aber wir hatten uns sehr gefreut. Ich arbeitete bereits, der Vater studierte. Geheiratet hatten wir nicht, jedoch war es mir wichtig, dass wir beide das Sorgerecht haben, einfach um für unser gemeinsames Kind gemeinsame Verantwortung zu haben, gemeinsam zu sorgen usw.
Leider waren die darauffolgenden Jahre so ziemlich nicht das, was wir uns jeweils vorgestellt hatten...:

Der Vater wollte so schnell wie möglich sein Studium beenden, lernte dafür und schloss sein Studium auch erfolgreich ab. Während seines Studiums kümmerte sich der Vater, insbesondere nachts gar nicht um unseren Sohn und für den Haushalt war sowieso nur ich zuständig. Ich nahm ein Babyjahr  und ging dann wieder Vollzeit arbeiten, unseren Sohn konnten wir bei der Großmutter (seinerseits) unterbringen (Kindergarten gabs erst ab 3 Jahre). Bis zum Studiumsende war ich Alleinverdienerin, (Allein-)Hausfrau und Mutter (Alleinelternteil). Es war sehr anstrengend, wir stritten daher oft, aber ich hoffte auf Besserung. Nach Studiumsende ging der Vater arbeiten und ich reduzierte bald meine Arbeit auf Teilzeit, weil es sonst für mich nicht mehr zu schaffen war. Der Vater hatte während des Studiums die Ausrede: er müsse Lernen... Und nun: er müsse Arbeiten...., statt sich so wie ich auch um unseren Sohn, unseren Haushalt und unsere kleine Familie zu kümmern. Meist kam er erst zu unserem Sohn, wenn dieser abends sauber im Bett lag, um Gute Nacht zu sagen. Ich muss nicht groß erwähnen, dass ich verschiedene und häufige Gespräche suchte, mit anderen Eltern redete, mit Arbeitskolleginnen, mit Verwandtschaft etc.. Irgendwann kam ich zum Schluss, dass es nicht mehr geht...

Unsere Lebenseinstellungen, auch bedingt durch verschiedene Erziehung, wichen zu stark voneinander ab. Wir quälten uns nur... Also trennten wir uns. Mein Ex "versprach", sich nun sicher besser um unseren Sohn zu kümmern, wenn...., ja wenn er alles "geregelt" hätte. Das entwickelte sich folgendermaßen:

Gleich nach dem berühmten Schlussstrich meinerseits, zog er los, um sich wie er mir auch ganz offen sagte: "so schnell wie möglich eine neue Familie aufzubauen". Ein paar Monate und Freundinnen später war es soweit: Zusammengefasst: unsere Trennung: Februar; die bleibende Freundin: Juni; neue Wohnung: August ; Einzug Freundin: Oktober; Hochzeit: nä. Jahr August; Geburt Tochter: November; Einzug neues Haus: Dezember.
Tja, bei einem so stürmischen Neubeginn konnte sich der Vater abermals nicht um unseren Sohn kümmern... Weder Unterhalt, noch Umgang funktionierten. Alles leere Versprechungen, leider.
Letztlich musste und das bis heute alles über Jugendamt, Anwälte, Gericht, Verfahrenspflegerin etc. festgelegt werden. Ein unglaublicher Kampf um jeden Sch... begann. Und mittendrin unser Sohn. Einfach schrecklich!

Der letzte "Prozess" war letzte Woche. Da ich schon lange nicht mehr kann und möchte, habe ich zugestimmt, dass ich einverstanden bin, dass statt dem Vater unseres gemeinsamen Sohnes, andere Personen unseren Sohn zum Umgang abholen, weil der Vater.... - Na, ihr könnt es euch wohl denken - arbeitsbedingt nicht kommen kann. Insbesondere seine Ehefrau (die ihrerseits nach der Geburt der Tochter vollständig zu Hause blieb und im Dezember letzten Jahres noch einen Sohn bekam) soll, so wie ich mittlerweile weiß, sich um unseren Sohn kümmern, ganz nach den Lebensvorstellungen meines Ex. Selbst wenn mein Ex zu Hause ist, möchte er nicht selbst seinen Sohn abholen, um angeblich nicht auf mich zu treffen. Es ist egal, dass unser Sohn möchte, dass sein Vater ihn abholt und sich um ihn kümmert. Er könnte nach der Arbeit auf der Heimfahrt unseren Sohn abholen, der längst selbst an die Sprechanlage geht, sich in der Wohnung von mir verabschiedet und selbst die Tasche zum Auto trägt, in dem sein Vater nach dem Klingeln auf ihn wartet.

Ich weiß, ich kann den Vater unseres gemeinsamen Sohnes nicht ändern, das will ich auch nicht. 10 Jahre Beziehung haben auch nicht ausgereicht 😉
Aber ich denke, nun hätte der Vater zu den Umgangszeiten alle Zeit der Welt, wann und wie er will, seinen Sohn zu haben. Also egal, wann ER unseren Sohn abholt und zurück bringt. Ich bin dem Vater in allen Umgangsabsprachen entgegengekommen, so lege ich z.B. meine Dienste entsprechend den Umgangsterminen, habe dadurch so gut wie kein freies WE für mich als "Frau", also entweder Arbeiten oder Sohn. Der Vater hat seinerseits am WE fast immer frei. Um die Klamotten muss er sich nicht kümmern. Und was macht der Vater daraus? Er verhält sich weiter wie früher, er geht arbeiten und die neue Frau kümmert sich um unser Kind.

Obwohl ich nun vor Gericht (ich möchte keine gerichtlichen Auseinandersetzungen mehr) einfach allem zugestimmt habe und hoffte, nun komme ich zur Ruhe...., klappt das mit der Ruhe nicht. Ich kann seither nicht mehr schlafen und habe schon Sorgen vor dem nächsten Umgangstermin kommendes WE, wo 100 %ig seine Ehefrau kommen wird und ich dafür sorgen soll, unser Kind mitzugeben, der (deswegen kams zum Prozess) bei mir weint, wenn sein Vater sich nicht um ihn schert, aber damals beim gegnerischen Anwalt (davon wusste ich nichts bis zur Klage) mit Ja/Nein-Antworten angeblich einen ganzen Aufsatz füllte und mitteilte, dass es ihm egal sei, wer ihn abholt.

Nun finde ich im Internet immer noch nirgends was über dieses Thema, wohl weil ein liebender Vater selbstverständlich sein Kind persönlich holt? Komischerweise kenne ich in meinem Bekannten-Umfeld nur solche Väter. Und heute fand ich euer Vatersein-Forum. Meine Frage an euch:

Wie soll ich mich verhalten?

Grüße von einer Mama


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 02.03.2008 20:06
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hey eine Mama,

mir scheint, Du hast den Fehler gemacht, dem Exschatzi alles auf dem Silbertablett gereicht zu haben. (Woher kenn ich das nur...  :rofl2:)
Dass Du jetzt einen Beschluss darüber hast, dass ihn "irgendwer" mitnehmen kann, hindert jetzt natürlich daran, sich gegen das Verhalten aufzulehnen.
Viel machen kannst Du meines Erachtens nicht. Wie alt ist Dein Sohn eigentlich?

Man kann nur hoffen, dass ihm irgendeine Frau für dieses (in meinen Augen) Machogehabe mal kräftig wohin tritt. Und ich könnte fast wetten, so sehr er jetzt die klassische Rollenverteilung befürwortet, damit er sich nur ja nicht um was kümmern muss, so schreit er als allererstes, dass seine Frau wieder zu arbeiten hat, sobald es zur Trennung kommt.

Ich denke, einen geborenen Egoisten kannst Du nicht ändern. Nimm es hin, denk nicht mehr darüber nach... ach ja und nimm Dir an den WE wo der Junge bei der neuen Familie seines Vaters ist, auch mal für DICH frei. Ich hoffe für den Jungen, dass seine Stiefmutter ne Nette ist. Vielleicht kann er insoweit davon profitieren. Dass sein Vater eine Luftnummer ist, das wird er mit entsprechendem Alter von ganz allein merken, ohne dass Du ein böses Wort darüber verlieren musst. Sei einfach zufrieden damit, dass Du in Bezug auf das, was Du versucht hast zu tun, in den Spiegel schauen kannst. Ist nur ein kleiner Trost, ich weiß...

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 02.03.2008 20:33
(@eine-mama)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Lausebackesmama,

tja... wie wahr. Das höre/lese ich nicht zum ersten Mal. Ich organisiere mich durchs Leben und bin auch noch selbst schuld dran...

Es tat trotzdem gut, meine Geschichte, zumindest kurz, von der Leber zu schreiben. Mein Sohn wird in ein paar Tagen 11. Und die neue Frau ist okay, sie kann ja auch nix dafür und muss selbst ihre Erfahrungen sammeln.

Vielen Dank für deine Antwort und LG zurück!

eine Mama


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.03.2008 20:41
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo noch mal,

wenn er elf ist, hast Du ihn ja aus dem gröbsten raus, zumindest kann er auch mal ein paar Stunden allein bleiben (denke ich doch), ohne dass dann die Bude brennt.

Wie reagiert er eigentlich auf alles? Was hat er für eine Meinung zu seinem Vater und den Familienmitgliedern? Ich denke, noch 1,2 Jahre, dann will er sowieso lieber was mit Freunden machen am Wochenende und dann würde ich (also wirklich ich als Person) ihn auch gewähren lassen. Papa per SMS/Mail/Anruf mitteilen, dass er verabredet ist und gut. Wenn Papa der Umgang wichtig ist, muss er den Poppes hoch kriegen. Und wenn Sohni dann sagt, dass er sich eh nie kümmert sondern seine neue Frau, dann würde das auch bestimmt in einer Umgangsverhandlung Gehör finden.

Ich achte konsequent darauf, vor meinem Sohn keinerlei bösen Bemerkungen über seinen Vater zu machen und "nicht melden" o. ä. mit Arbeit zu entschuldigen. Dass man trotz viel Arbeit Zeit für einen Anruf haben KANN wenn man WILL, wird er von selbst feststellen, wenn er im richtigen Alter dafür ist.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 02.03.2008 20:48
(@eine-mama)
Schon was gesagt Registriert

...hmmm..., wenn ich alles schreiben würde, was schon war...

Kürzlich war ein Kindergeburtstag, ich gab sofort dem Vater bescheid, dass er seinen Sohn statt Freitag entweder am Samstag (weil: es war eine Spielenacht geplant, so mit Grusel u.ä. und mein Sohn ist aufgeweckt und macht sowas natürlich gerne mit) oder wenn es ihm zeitlich zu kurz wäre (darüber gabs auch schon Streit), ein anderes Mal holen könnte. Er gab mir Antwort, er hätte schon was geplant (4jähriger Geburtstag seiner Nichte) und unser Sohn wüsste darüber bescheid und soll mit. Irgendwie konnte ich den Vater dann doch überzeugen, aber er wollte dann, dass ich ihn dann seinen Sohn bringe. Damit war ich nicht einverstanden, zumal ich an dem WE arbeitete und er wie immer frei hatte und gab ihm bescheid, er könne es sich überlegen und wenn er möchte, dann unseren Sohn abholen. Darauf beschimpfte er mich, dass ich gefälligst meinen Hintern ins Auto setzen soll usw. Auf Derartiges reagiere ich mittlerweile nicht mehr, sondern redete dann erst beim kurz darauffolgenden Gespräch (Cochemer Modell) beim Jugendamt mit ihm darüber. Fazit war jedenfalls, dass er seinen Sohn das ganze WE nicht holte und mein Sohn sich die Zeit bis zu meiner Rückkehr vom Arbeiten mit Hausaufgaben, Spielen, Fernsehen und nicht zu vergessen: gepackter Tasche und Ohr auf die Klingel verbrachte, falls sein Vater doch noch kommt...

Eingeräumt hatte ich übrigens mit Hilfe des Jugendamtes, dass sein Vater mit seinem Sohn persönlich Kontakt aufnemen soll, um ihm zu sagen, wer ihn abholt. Bisher ließ er unseren Sohn darüber im Ungewissen. Unser Sohn wiederum darf dann sagen, ob es okay für ihn sei. Leider kam das trotz Unterstützung des Jugendamtes nicht so richtig beim Richter an. Dieser meinte, es sei egal und ich solle das Kind wenn nötig ermahnen, dass er zum Umgang, egal mit wem,  mitzugehen hat. Sonst wäre ich wohl nicht geeignet genug, um mich bei meinem Sohn durchzusetzen bla...bla... (Was für ein Blödsinn!!!)
Achja... Und das Verfahren ruht zur Zeit, bis Ende Sommerferien... Und in der Zwischenzeit, so habe ich vorgeschlagen, sollen Gespräche zwischen den Eltern bei einer Beratungsstelle stattfinden .... Alles wäre damit noch nicht verloren. Leider weiß ich jetzt schon, da ich seinen Anwalt verstehen konnte wie er zu meinem Ex sagte, da soll er einfach ein- zweimal hingehen und dann auf Erfolglosigkeit plädieren..., dass es schwierig wird.

eine Mama


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 02.03.2008 21:21
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Naja, wenn ich frei gehabt hätte, hätte ich ihn schon gebracht. Allerdings wenn Du an dem Tag gearbeitet hast...

Schade, dass Dein Ex da auch so viele Machtspielchen betreibt, nix Anderes ist das in meinen Augen, wenn er frei hat und sich weigert ihn zu holen und den Jungen dann sozusagen "zur Strafe" zu Hause warten lässt. Und sein Anwalt ist auch n Ass... muss schon sagen, es scheint der Partei extrem um den Jungen zu gehen *Ironie*

Ich weiß, dass es Deine Pflicht ist, auf den Jungen einzuwirken, dass er unter allen Umständen zum Umgang geht. Allerdings würde ich klipp und klar auch dazu stehen, dass die Interessen vom Sohn (wie dieser Geburtstag) zu akzeptieren sind. Schließlich war man ja selbst mal ein Kind und weiß wie man sich gefühlt hätte, weil man zu so einem "Event" nicht hin darf, weil man stattdessen mit den kleineren Geschwistern zum Maumauspiel verdonnert ist. Ich würde das ja noch verstehen, für einen KV der sich den Hintern für sein Kind aufreißt. Aber eben der würde sich wahrscheinlich auch nicht so bescheuert anstellen, wenn es um solche Ausnahmen geht.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 02.03.2008 21:34