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Umgang nur in den Ferien

 
(@paulpeter)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Freunde

zunächst wünsche ich allen ein gutes neues Jahr! Mögen diejenigen, denen dieses Jahr schwere Auseinandersetzungen bevorstehen diese gut überstehen und zu einem guten Abschluss bringen.

Ich habe eine Frage:
Gibt es im Forum Väter, die soweit von ihren Kindern entfernt wohnen, dass eine 14-tägige Umgangsregelung nicht umsetzbar oder durchhaltbar ist.
Was habt ihr für Erfahrungen und für Lösungsmodelle für euren Fall?
Gibt es Väter, die ihre Kinder evtl. nur in den Ferien sehen? Wie alt sind eure Kinder? Wie überbrückt ihr die Zeit zwischendurch?

Liebe Grüße, PP


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 01.01.2017 17:40
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

diese Väter gibt es und die Ansätze sind unterschiedlich ... es kommt auch stark darauf an, wie die KM in diesem Verbund mitspielt bzw. ob sie eher eine blockierende Funktion einnimmt.

1) Es kommt zu allererst stark auf das Alter der Kindern an. Wie selbständig sind diese bzw. eben gerade noch nicht.
2) Es könnte (z.B.) wenn die Kinder noch jünger sind, ein 4 Wochen Rythmus sein, der dann sich aber 3-4 (oder gar 5) Tage erstreckt, da Kindergarten ja nicht unbedingt eine Pflichtveranstaltung ist und zwei Tage ruhig mal ausgesetzt werden kann.
3) Telefonate ... evtl. mit Bildübertragung. Aber hier muss man auch fairerweise schauen, ob die Kinder dies wirklich wollen, oder irgendwann nur genervt sind. Meiner Erfahrung nach ist das recht unterschiedlich und sollte nicht zu oft sein, vielleicht jeden dritten Tag. Aber auch hier spielt die KM eine große Rolle, macht sie nicht mit, dann ist dies eher eine Belastung.
4) Nur Ferien ... wäre mir zu wenig, aber auch hier kommt es auf die Umstände an... Wielange können/und auch wollen/ die Kinder dann in den Ferien zu Dir?

Gruß
Kasper


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.01.2017 18:24
(@paulpeter)
Nicht wegzudenken Registriert

Die Konstellation ist folgende:
Sohn, genau 7 Jahre, ich sehe ihn alle 14 Tage, es gibt eine sehr flexible Umgangsregelung, in der von beiden (KM und mir) die Wünsche des jeweils anderen weitestgehend erfüllt werden. Der Umgang läuft problemlos, wir wohnen ca 30 km weit auseinander in der gleichen Stadt.
Ich selber habe wieder eine Partnerin gefunden, wir haben geheiratet und eine Tochter (5 Monate). Meine jetzige Frau akzeptiert meinen Sohn wie ihren eigenen, er akzeptiert sie wie seine Mutter. Getrennt sind wir seit 6 Jahren, geschieden seit 5.
Sohnemann wird bis auf Weiteres nicht selber Zug fahren.

Nun muss ich den Job wechseln, der Zeitpunkt rückt näher, die Gründe sind Nebensache. Ich habe zwei Angebote: Das Erste in einer Stadt, 70 km weg von hier, das andere in einer Stadt die 270 km oder 3 Autostunden weit weg ist.
In beiden Fällen muss ich umziehen, denn mein Job verlang eine Residenzpflicht, bei der ich am Wochenende innert 30 Minuten die Arbeit aufnehmen können muss. Wochenenddienste fallen bei bei beiden Orten an 1 bis 2 WE/ Monat an. Den Umgang vor diesem Hintergrund als Langstreckenpendler zu realisieren, ist kaum oder gar nicht möglich: Das 1 WE Dienst, das 2. WE auf der Autobahn, das 3 WE Dienst, das 4. WE auf der Autobahn. Meine jetzige Familie wird sich bedanken.
Auch der Umgang am Ort meines Sohne ist kaum umzusetzen (Apartment, Hotel, Kellerwohnung), wenn die eigene Familie 300 km weit weg ist.

Meine jetzige Frau favorisiert ganz klar den Job in der weiter entfernten Stadt, da dort ihre Eltern wohnen und sie dort aufgewachsen ist. Es würde zurück in die Heimat gehen, die Betreuung der Kleinen würde über die Großeltern gesichert sein, sie könnte nach der Elternzeit auch wieder in einen Job einsteigen.

In die näher gelegenen Stadt würde sie wohl oder übel (und ich sage das mit Absicht so) mitziehen, aber große Lust hat sie nicht. Dort kennen wie beide niemanden, es wäre weit genug von unserem jetzigen Wohnort weg, um die Freunde eben nicht mehr jeden Tag sehen zu können, wie haben beide keinerlei Verbindung an diese Stadt. Aber sie würde mir erlauben, die Umgänge aufrecht zu halten. Das attraktivere Jobangebot liegt sicher in der Stadt der Eltern meiner jetzigen Frau.

Mit ein Auslöser der Scheidung (wenn auch nicht die Ursache) war, dass ich damals wegen eines Jobwechsels meine damalige Frau in eine Stadt mitgenommen habe, in die sie nie hinwollte (ist halt mir zuliebe mitgezogen), in der sie sich partout nicht eingefunden hat und vom ersten Tag an (getrennt von Freunden und Familien) unwohl gefühlt hat. Damals war unser Sohn 9 Monate alt, meine damalige Frau in Elternzeit.
Insofern komme ich mir gerade vor, wie in einem Déja vu. Um die Folgen der Scheidung gering zu halten und den Umgang zu meinem damals 18 Monate alten Sohn dauerhaft zu sichern, habe ich damals den Job hingeschmissen und bin meiner Frau und meinem Sohn hinterhergezogen. Ich habe damals am Wohnort von Ex und Sohn einen Job gefunden, für den ich mich sehr verbogen habe und meine Karriere an den Nagel gehängt habe.

Meine jetzige Frau (die bisher alle Altlasten der letzten Ehe klaglos geschluckt hat) weist zu Recht darauf hin, dass ich eine neue Familie habe, die im Mittelpunkt zu stehen hat und möchte wissen, wie weit ich mich beruflich für meine alte Familie noch verbiegen will.

Hat jemand in so einer Grundkonstellation eigene Umgangserfahrungen oder einen Denkanstoß?

Gruß, PP


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.01.2017 21:19
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

ich denke, dass Du an das bisher gute Verhältnis anknüpfen solltest und z.B. Umgang einmal im Monat stattfindet. Vielleicht ist die KM auch bereit das Kind zu bringen oder zu holen, wenn Du das finanziell entschädigst.
Nur die Ferien wäre mir einfach zu wenig. Man kann auch über verlängerte Wochenden nachdenken, wenn es sich anbietet.
Gewisse Einschränkungen muss auch Deine neue Familie akzeptieren, wenn Du ein Vater für Deine Kinder sein willst.

VG Susi


AntwortZitat
Geschrieben : 01.01.2017 22:19
(@mutterzubesuch)
Zeigt sich öfters Registriert

Hallo,
Ich verstehe nicht ganz, warum du deinen Sohn nicht immerhin jedes 4. We zu euch holst?
Ich habe gelesen, dass du jedes 2. We Dienst hast und die beiden verbleibenden We nicht auf der Autobahn verbringen willst aber ich finde es auch ziemlich hart von dir deinen Sohn "einfach" auf die Ferien schieben zu wollen. Für mich wäre die Minimal-Lösung klar: Jedes 2. We Dienst, ein We in Ruhe mit der "neuen" Familie und 1. als Umgangswochenende.
Außerdem hast du doch bestimmt unter der Woche frei, wenn du jedes 2. We Dienst hast? Falls es da feste Tage gibt, würde ich die auch zum Umgang nutzen, sprich feste Tage ausmachen. Falls es keine festen Wochentage sind, würde ich trotzdem ab und zu mein Kind zusätzlich besuchen gehen.
BTW: Du schreibst dein Kind wird nicht alleine Bahn/Bus fahren. Wie sieht es mit begleitetem Bahnfahren aus? Falls das in Frage kommt, würde ich ihn eine We abholen und eines begleitet kommen lassen.


AntwortZitat
Geschrieben : 01.01.2017 22:25
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin PP.

Umgangserfahrungen dazu hab ich nicht.

Mein Denkanstoß wie folgt: Letztlich wären auch in einer intakten Familie die Bedürfnisse aller Familienmitglieder im Falle eines Wegzugs zu beachten sein. Das ist heute - anders als sicherlich früher - auch die berufliche Situation des Zweitverdieners - was solche Entscheidungen zunehmend erschwert. Aber schon immer waren sicherlich auch persönliche Gründe mitentscheidend. Kinder wurden/ werden dabei idR nicht oder nur nachrangig berücksichtigt, da diese - sicherlich nicht ganz zu unrecht - sich anpassen werden (müssen). In Deinem Fall gehört zur Familie allerdings auch Dein Sohn aus erster Ehe. Und da dieser aus nachvollziehbaren Gründen nicht mit umziehen kann, muss dies bei einer Ortsveränderung berücksichtigt werden. Und wenn ein Umzug in die weiter entferntere Stadt einen geregelten Umgang nicht ermöglicht, dann wäre dies für mich ein Ausschlusskriterium!  Zumal es ja offenkundig eine Alternative gibt! Die Nähe zu (Schwieger)Eltern oder alten Freunden wäre für mich nur nachrangig!

ich habe baw für mein Kind und unser WM jedwede berufliche Ortsveränderung ad acta gelegt - "Karriere" hin oder her (im übrigen auch jedwede  berufliche Veränderung, die mir das WM unmöglich machen würde). Manche Jobs sind eben mit meiner persönlichen Priorisierung (derzeit) nicht machbar.

Die Priorität musst Du setzen: Karriere/Job - neue Familie - Sohn aus erster Ehe. Du stehst vor dem klassischen Dilemma, dich zwischen Karriere und (Patchwork-)Familie entscheiden zu müssen.

gruß, toto


AntwortZitat
Geschrieben : 01.01.2017 22:55
(@anfree72)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Paul Peter,
die Ex meines Lebensgefährten hat ihm die Kinder vor ca. 11 Jahren 370 KM einfache Strecke   "entzogen".
Er sieht seine Kinder 1x im Monat vor Ort und alle Ferien zur Hälfte bei uns.

Ich kann schon verstehen das deine neue Partnerin dazu tendiert in ihre Heimat zu wollen. Was ich aber nicht verstehe ist, wo es ein Problem sein sollte 1x im Monat ein Wochenende nicht Zuhause zu sein, wenn du die Möglichkeit hättest Umgang vor Ort zu haben.

Bei uns ist das wie gesagt seit 11 Jahren so. Erleichternt bei uns ist aber das die Oma(seine Mutter) der Kinder in der Nähe der Kinder wohnt und er den Umgang bei ihr war nimmt.

Zu den Ferienumgängen bringt seine Existenz die Kinder eine Strecke mit dem Zug Wochenend Ticket 40€ oder unter der Woche Quer durchs Land Ticket 44€.. Er zahlt das Ticket. Er konnte seine Ex gerichtlich dazu verpflichten, da sie die Entfernung geschaffen hat. Wenn du ein gutes Verhältnis zu deiner Ex hast übernimmt sie ja vielleicht zum Wohle eures Sohnes eine Strecke?

LG anfree


AntwortZitat
Geschrieben : 01.01.2017 23:42
(@nadda)
Registriert

Hi,

wir  haben versucht eine Umgangsregelung über so eine Distanz zu leben und beginnen grade mit einem neuen Versuch.
Aus unserer Erfahrung kann ich dir verraten es ist nicht wirklich einfach.

Problematisch sehe ich vor allem wenn ihr als neue Familie umzieht und nicht alle Erwachsenen mit dem neuen Wohnort glücklich sind.
Das würde eure Beziehung massiv belasten. Überlegt euch also erst einmal wohin wollt ihr ziehen, mit welchem neuen Wohnort sind alle zufrieden.
Erst danach muss eine Umgangslösung her.

Mit einem 7jährigen ist begleitetes Bahnfahren theoretisch machbar, Problem ist hier das nur auf wenigen Strecken das Angebot der Bahn besteht. Überprüf mal ob eure Strecke überhaupt dabei wäre.

Die Überlegung verstärkten Ferienumgang zu machen ist nicht blöde, aber dir muss auch klar sein wie du das Urlaubstechnisch regeln möchtest. Hälftige Ferien sind ja in etwa dein Jahresurlaub. Sinnvoll ist es auch einen Jahresplan zu machen, wenn dein Ex mitmacht ist das kein Problem. Da können dann alle verlängerten Wochenenden zu Umgangswochenenden gemacht werden.

Nur Ferienumgang ist definitiv zu wenig, auch um den Kontakt zwischen den Geschwistern halten zu können. Überleg mal mit der 1mal im Monat plus Ferien und verlängerte Wochenenden Variante.
Auch das erfordert aber von deiner neuen Frau Mitarbeit.

Zentrales Problem ist hier halt leider auch die Frage wie kommt das Kind von A nach B. Würde deine Ex dir einen Teil der Strecke mit dem Kind entgegenfahren können? Gibt es die Möglichkeit von begleitetem Bahnfahren auf der Strecke, kannst du der Ex die Kosten für ihr entgegenfahren erstatten, gibt es die Möglichkeit jemanden dafür zu bezahlen das Kind mit der Bahn einen Teil der Strecke zu begleiten und du übernimmst in der Mitte? Kennst du jemand zuverlässigen der für so einen Job geeignet ist, Großeltern, Verwandte, Bekannte, Studenten?

Die Strecke fahren um ein Kind abzuholen und sie anschließend zurückzufahren dauert unglaublich lange und ist sau anstrengend. Das ist keine gute Lösung.

Möglichkeit B ist dann Umgang am Wohnort des Kindes. Da ist deine neue Frau aber vermutlich wenig glücklich mit, ich bin mit dieser Variante jedenfalls nicht zufrieden.
Auch bei der Lösung B ist die Frage wie du das logistisch machen kannst, hast du da eine Übernachtungsmöglichkeit in Aussicht, oder brauchst du dafür immer ein Hotelzimmer?

Schau erst mal was die Bahn auf der benötigten Strecke sagt............

LG
Nadda


AntwortZitat
Geschrieben : 02.01.2017 16:05