Hallo an alle,
heute brauche ich dringend Hilfe. Laut Beschluss soll das Kind (wie immer) morgen um 17:30 Uhr bei der Kindesmutter sein - nach dem WE mit mir.
Ohne vorherige Absprache gestern entscheidete die KM: " Morgen ist meine Nachbarin in der Wohnung. Das Kind bleibt un 17:30 Uhr bei ihr !!!"
Also, unfassbar. Die Kindesmutter hatte sich spontan entschieden, dass ich am Sonntag um 17:30 Uhr mein Kind bei einer Nachbarin abgeben MUSS. Sie ist woanders - mit ihrem neuen Freund warscheinlich.. tja..
Ich bin mit dieser Entscheidung der Kindesmutter gar nicht einverstanden, da ich:
im voraus informiert werden musste, und
fürchte nun die neue Tendenz: Ein solches Verhalten in der Zukunft wiederholt sich bestimmt...
Aber vorallem: Wer sind diese Nachbarn der Kindesmutter? Mein Sohn (4 J.j.) ist KEIN Postpaket.
Zum Thema Kommunikation: Ich schluckte und fragte die Kindesmutter ganz nett, wann sie vielleicht wieder da ist.. Ich bekam (wie erwartet) keine Antwort.
Wie soll ich mich morgen verhalten? Kann ich abwarten - solange die KM anwesend ist?
Bitte um Rat! Ich habe gar nicht geschlafen und bin fix und fertig.. Vielen Dank.
Carlo
Hallo intercarluccio,
um Dir korrekt antworten zu können, müsstest Du noch die leidige Sorgerechtsfrage beantworten:
hat die Mutter alleiniges Sorgerecht, oder habt ihr beide das gemeinsame Sorgerecht ?
So mancher Vater hat dasselbe Problem - lieber wird das Kind fremdbetreut, als es dem Vater anzuvertrauen, der das gern bereitwillig machen würde und Zeit hätte.
Da Du die Nachbarn nicht kennst, ist es doch möglich, dass Dein Sohn dort Kontakt zu anderen Kindern hat z.B. Freundschaft geschlossen hat o.ä..
Streng gesehen endet (sogar laut Gerichtsbeschluss) deine Umgangszeit um 17.30. Ab dann ist es eigentlich der Mutter überlassen, wie sie die Zeit eures Sohnes verplant.
Falls Du nun das Kind nicht zurückbringen und nicht fremdbetreuen lassen willst, müsstest Du schon andere Argumente als "Wer sind diese Nachbarn überhaupt" anbringen.
Hallo,
wenn du das Kind zur Nachbarin bringst siehst du sie ja. Und an deiner Stelle würde ich ihr deine Telefonnummer geben, falls etwas sein sollte mit dem Kind, nur so zur Sicherheit.
Du kannst es nicht verhindern und insofern sei nett und freundlich zur Nachbarin, sie kann am wenigsten dafür.
Sophie
Hallo intercarluccio,
ich sehe das wie die anderen.
Die Nachbarin kann ja nichts dafür und ist wahrscheinlich nett. Nutze doch das Bringen für ein freundliches Gespäch und gib ihr für alle Fälle Deine Telefonnummer, falls etwas mit dem Kleinen ist, dann soll sie Dir Bescheidgeben Damit zeigst Du Präsens und Fürsorge und sie merkt, dass es da auch den Papa gibt. Evtl. erfährst Du auch mehr und eröffnest Dir so eine gute Informationsquelle. Soziale Kontakte sind ersteinmal immer zu begrüssen.
Das Verhalten der KM in diesem Punkt ist nicht die feine, aber ändern kannst Du sie nicht und verstehen gleich dreimal nicht...
Insofern Ruhe bewahren, dickeres Fell zulegen und das beste für den Kleinen daraus machen.
Viele Grüsse
ich danke euch allen. Also gut, das tue ich morgen. Ganz ruhig werde ich dennoch die Nachbarin Bescheid sagen: So geht das nicht.
Meine Verantwortung als Papa (ohne Sorgerecht) und meine Rolle sind quasi ohne Sinn und Bedeutung, wenn so etwas passiert.
Heute ist eine Nachbarin, morgen konnte eine Freundin der KM sein usw...
Mein Kind ist kein Postpaket.
Im FamG-Beschluss steht auch das Thema "vorherige Absprache" unter dem Punkt - Abgabe des Kindes -
Was wurde denn mit KM besprochen?
Leider sehe ich schon wieder die harte Realitaet. Wie immer schlucken oder die naechste Runde des Ueblichen vorbereiten - mit RAin und und ....
Viele Grüsse
Hallo intercarluccio,
wir wissen hier alle, dass Dein Kind selbstverständlich alles andere als ein Postpaket ist!
Nur aufregen darüber, wie die KM das Bringen unter Einschaltung Dritter gestaltet, hilft Dir und dem Kleinen nicht. Mache in der anstehenden Situation morgen das beste für ihn daraus...das ist das einzig sinnvolle, was Dir aktuell geraten werden kann und damit hilfst Du ihm am meisten!
Davon unabhängig würde ich das Problem "Absprachen" demnächst auf die Tagesordnung setzen, zumal die liebe KM offenkundig wider dem Gerichtsbeschluss handelt.
Viele Grüsse
Moin intercarluccio,
wenn man das Ganze mal nüchtern betrachtet, könnte es sein, dass die Nachbarin schon aufgrund der Häufigkeit der persönlichen Kontakte Eurem (nicht Deinem!) Sohn mindestens ebenso vertraut ist wie Du; vielleicht sogar vertrauter. Dass Du die Dame nicht kennst, spielt keine Rolle, wenn Euer Sohn sie kennt.
Welchen Sinn soll es haben, als nichtsorgeberechtigter Vater jetzt auf "Rechte" zu pochen, die Du gar nicht hast? Deine Ex hat das ABR für Euren Sohn; deshalb kann sie auch verfügen, dass er (mal) bei der Nachbarin ist, ohne dass Dich das etwas angeht. Du hast ein Umgangsrecht - aber kein Recht zu bestimmen, an welcher Haustür es endet.
Hier mit dem Beharren auf nicht vorhandenen Rechten ein Fass aufzumachen könnte bedeuten, dass Du Sohnemann künftig seltener siehst. Genervte Mütter lassen Umgang dann auch mal ganz ausfallen. Ja, das dürfen sie nicht - aber das nützt Dir in der konkreten Situation genau garnix. Du wirst mit dem Vertrauen, dass auch Deine Ex das Beste für Euren Sohn will, wesentlich besser fahren - auf der "Rechte-Schiene" sitzt sie nämlich an einem weitaus längeren Hebel als Du.
Zwei Gänge runterschalten, laufen lassen.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Carlo,
Ganz ruhig werde ich dennoch die Nachbarin Bescheid sagen: So geht das nicht.
Bei allem verständlichen Ärger - die Nachbarin ist hierfür nicht die richtige Ansprechpartnerin. Versuche daher lieber, sie als Verbündete zu gewinnen (d.h. als Informationsquelle bei dieser und eventuellen zukünftigen Übergaben), statt sie dir unnötig zum Feind zu machen. Also: "netter Plausch" bei der Übergabe jederzeit, aber dabei ziehst du besser nicht über die KM her (die meisten Nachbarn möchten es eher nicht, zwischen die Fronten eines Krieges um die Kinder gezogen zu werden), und schon gar nicht wirst du ihr selber irgendwelche Vorwürfe machen. Schließlich wird sie wahrscheinlich nur der KM helfen wollen - ohne dabei zu wissen oder gar gutzuheißen, dass besagte KM dir auf diese Weise ans Bein zu pinkeln gedenkt.
Um beim Postpaket-Vergleich zu bleiben: Wenn du der Nachbarin "'Bescheid sagst", dann ist das ungefähr genau so sinnvoll, als würdest du dich am Paketschalter der Post darüber beschweren, dass du das Paket nicht selbst zu seinem Bestimmungsort transportieren darfst ... daran ist die Post nämlich unschuldig, das liegt ausschließlich an den Vorgaben der Paketempfängerin 😉
Aber, möglicher Grundgedanke für ein Gespräch, wenn du Sohnemann zu ihr bringst und du ihr wirklich stecken willst, was für ein Spielchen zwischen dir und Ex läuft: Du bedankst dich artig, dass sie auf Sohni aufpasst, und fragst dabei unverfänglich nach der Dauer der Veranstaltung. Also: "Das ist wirklich nett von Ihnen, dass Sie auf <Name von Sohni> aufpassen, bis <Name von Ex> wieder da ist. Eigentlich wär's ja gar nicht so dringend nötig gewesen, weil <Name von Sohni> ohnehin gerne noch ein bisschen länger bei mir geblieben wäre. Für wie lange bleibt er denn jetzt überhaupt bei Ihnen?"
Geht es um eine relativ kurze Zeitspanne (sagen wir mal, bis zu einer Stunde), dann erzählst du ihr nochmal beiläufig, dass Sohni und du das sicher auch alleine gebacken bekommen hättet, wenn deine Ex nur gefragt hätte - bedankst dich aber trotzdem nochmal bei der Nachbarin. Geht es um einen längeren Zeitraum, erstaunst du dich über so viel nachbarliche Großherzigkeit, und bedankst dich erst recht.
Wenn's richtig gut läuft, dann fühlt sich die Nachbarin selbst als Heldin, und hat trotzdem eine gewisse Vorahnung, was für ein falsches Biest deine Ex ist, ohne dass du auch nur ein böses Wort über deine Madame geäußert hast 😉
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Ein herzlicher Dank an alle !!!
Merci Malachit. Ja, das Pokerface ist sicherlich die beste Wahl.
Hallo intercarluccio,
@malachit hat Dir den Kern wirklich schön vermittelt!
Eins aber doch noch:
Nein! Kein(!) Pokerface, sondern sei so positiv natürlich wie Du sonst bist und sei offen und verstell Dich nicht oder versuche krampfhaft etwas in Erfahrung zu bringen! Letzteres merken die meisten Leute nämlich mehr als schnell...
Gib Sohni nen dicken Kuss und falls es Fragen gibt erklär ihm schön, dass die Mama ihn bald holen kommt und Frau ... derweil schön auf ihn aufpasst und wann ihr Euch wiederseht, etc.
Viel Erfolg und gib mal weiter Bescheid!
Hallo Carlo,
Merci Malachit. Ja, das Pokerface ist sicherlich die beste Wahl.
Um die Worte von bagger1975 zu bestätigen: Nein, ich meinte kein Pokerface. Nicht gegenüber der Nachbarin; ihr gegenüber brauchst du das Pokerface erst dann, wenn sich herausstellen sollte, dass sie sich glasklar auf die Seite der KM schlägt. Sofern du uns nicht einen wichtigen Teil der Vorgeschichte vorenthalten hast, sehe ich aber erst mal keinen Anlass für eine derartige Verdächtigung.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Ich möchte mich ganz herzlich bei euch - vor allem bei Malachit und bagger1975 bedanken. 🙂
Ohne Hilfe hätte ich Theater gemacht.
Die kurze Konversation mit der Nachbarin ist ziemlich locker gewesen, obwohl man spüren konnte, dass die Situation für diese (verlegene) Nachbarin schon komisch war. Ich habe mich bedankt und habe mein Handy gegeben, damit ich im Notfall erreichbar bin. Auf die nette Art sagte ich ihr, dass mein Sohn eigentlich noch lieber mit mir geblieben wäre. Das Gesicht meines Kindes war sowieso der beste Beweis.
Jetzt bin ich mal gespannt.. madame hat einen neuen Freund.. wie oft passiert sowas?
Liebe Grüße
Hallo intercarluccio,
na das klingt doch gut und dem Kleinen hast Du jedwede Belastung erspart! So handelt ein guter Papa!
Dies hier:
Jetzt bin ich mal gespannt.. madame hat einen neuen Freund.. wie oft passiert sowas?
kommt schon des öfteren vor!
Das Leben bietet Überraschungen, evtl. auch einmal wieder umgekehrt für Dich!
Und wenn der Umgang läuft, würde ich bei Zeiten auch einmal das GSR anpacken, schon wegen den Info- und Beteilugungsrechten im Kiga und später Schule etc.
Viele Grüsse
