Hallo Forum,
meines Erachtens wird "der Schalter umgelegt", wenn keine der beiden Seiten mehr bereit ist, die andere in ihrem Verhalten zu respektieren und zu akzeptieren. Jede Seite pocht auf ihre Sichtweise/Wahrheit und stempelt die andere Seite als "falsch" ab. Dies führt unweigerlich zu Widerstand und (zumeist) verbaler Gewalt, die dann auch zu mehr führen kann.
Egal welche Seite kein Verständnis mehr für die Andere aufbringt, jede Seite glaubt sich im absoluten Recht und "nur für die Kinder" zu kämpfen... :heu: eine Annäherung ist dann nur noch mit erhöhtem (emotionalem) Aufwand und Disziplin beider Seiten möglich, wenn überhaupt.
Am Schlimmsten finde ich immer noch, wenn jeder den Anderen argwöhnisch beäugt und dessen Verhalten "deutet"... in den allermeisten Fällen zu Ungunsten des Einen/der Einen.
Beispiel: in einer intakten Ehe wäre ein gemeinsamer Termin zu einer KiGa-/oder Schulveranstaltung Anlass, dass sich die Partner untereinander fragen: "Hast du Zeit und Lust dort hin zu gehen?" In einer getrennten Familie ist es dann so, dass die gleiche Frage im gleichen Tonfall vom Anderen als Abwertung interpretiert wird und gehört wird: "Du hast doch überhaupt keine Lust und Zeit dort hin zu gehen...!".
Es ist eben alles "eine Frage des Lichts" um es mal mit Rosenstolz zu sagen...
Gruß Archaster
Egal welche Seite kein Verständnis mehr für die Andere aufbringt, jede Seite glaubt sich im absoluten Recht und "nur für die Kinder" zu kämpfen... eine Annäherung ist dann nur noch mit erhöhtem (emotionalem) Aufwand und Disziplin beider Seiten möglich, wenn überhaupt.
Das mag bisweilen zutreffen. Wir erleben hier leider sehr oft - und ich glaube darum geht es hier - dass es eben nicht BEIDE sind, sondern nur EINER, der dicht macht und plötzlich oder schleichend beginnt, seinen eigenen Weg zu gehen. Auf diesem ist dann für den Ex-Partner nicht nur kein Platz mehr, vielmehr dient er ab dann eher wie ein Gerätschaft auf einem Fitness-Parcours. Dies ganze völlig unabhängig, wie er sich auch weiterhin verhalten mag.
Uli
Moin Uli,
Das habe ich vor drei Jahren auch gelesen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen! Alle Spielarten dessen, was wir hier erleben werden durchgegangen. Vor allem wird einem dort ein wenig unserer "Schuld" an unserer misslichen Lage genommen: Die TäterInnen suchen sich ihr Opfer aktiv aus und diese verfangen sich anfangs völlig unbemerkt in ihrem Spinnennetz.
Ich habe auch erst nach diesem Buch verstanden, was eigentlich abgeht. Vorher wurde ich noch nie in meinem Leben mit solch einer Situation konfrontiert und deshalb verstehe ich ja auch teilweise, dass Aussenstehende es nicht verstehen.
Allerdings hab ich nach dem Lesen dieser Lektüre auch festgestellt, dass es vermutlich keine Lösung geben wird, da in der Regel davon ausgegangen wird, dass beide Schuld sind und man den runden Tisch mit einer Win-Win-Lösung anstrebt.
eskima
hallo zusammen,
ich glaube, die prozesse in trennungssituationen sind extrem vielschichtig. für den sich trennenden teil hat die abnabelung meist schon lange vor der geäusserten willensbekundung begonnen.
weil dem so ist, werden, wie bei mir der fall, schon mal heimlich festungen gebaut und psychische bollwerke für den tag X errichtet. die kinder werden begluckt, KV oder KM (?) wird nicht mehr in entscheidungen von kinderbelangen einbezogen. freunde werden befragt, aber nur die, deren antwort man bereits weiss und die man (frau) auch hören will. die eigene verwandschaft wird langsam aber sicher vorbereitet und gibt signale. meistens signale der zustimmung aus familiärer loyalität.
die alles ist ein schleichender prozess und kann sich, das war bei mir der fall, über jahre hinziehen. deshalb ist hier auch oft die rede davon, es wäre eine "trennung aus heiterem himmel". die gibt es nicht. es kommt einem nur so vor, weil man die veränderung nicht erkannt hat.
um beim bild des schalters zu bleiben: er wird wird ganz, ganz langsam umgelegt.
wie es dann, nach der trennung weitergeht, ob diese festung und diese bollwerke halten oder sogar noch vergrössert werden und auch die kinder dahinter verschlossen werden, ist eine frage der mentalität, des temperaments und, nicht zu letzt, der verantwortlichkeit der handelnden eltern. wie so oft erwähnt hier im forum: wenn nur einer von beiden in der lage ist elternebene von der paarebene ist zu trennen, bringt es nicht wirklich weiter.
ich hatte das grosse glück die "festung" mit hilfe der erziehungsberatung knacken zu können. zum wohle der kinder, aber auch für mein eigenes wohlbefinden. und das schönste ist: die "gegenseite", die zu ihrem glück fast gezwungen werden musste; lebt nun auch entspannter.
Es geht also nur dann mehr oder weniger reibungslos, wenn vernunft, anstand und verantwortlichkeit letztendlich die gekränkte eitelkeit und emotionale blockade besiegen.
gruss
bengel
@Ulli:
dass es eben nicht BEIDE sind, sondern nur EINER, der dicht macht
Genau!
Irgendwann kommt ja der Punkt, an dem KANN man einfach nicht mehr von seinem Standpunkt runter und dem anderen entgegenkommen.
Wenn meine Exe sagt der Kleine könne fliegen und will ihn aus dem Fenster werfen - da kann ich ja nur dazwischen schlagen weil ich weiß, daß er eben NICHT fliegen kann. Selbst wenn dann der Vorwurf kommt ich würde niemals ihrer Meinung sein oder immer nur gegen sie arbeiten.
Doofes Beispiel vielleicht, aber so in etwa sahen die Situationen aus, die ich hier durchstehen musste. Du lieferst dem anderen bei vollem Wissen einen neuen Streitgrund. Doch Du kannst nix anderes tun. Umdrehen und weglaufen geht auch nicht, weil sie den Kleinen dann aus dem Fenster wirft.
Grüße,
Milan
PS: Natürlich wollte niemand meinen Kleinen aus dem Fenster werfen!!!!!!
Hi,
es gibt/gab kein Schalter eher ein Dimmer.
Mann macht Karriere, hat einen guten Job, jeden Tag Essen gehen und in der Weltgeschichte rumfliegen.
Das war bei mir und auch anderen hier so. Frau "hockt" zu Hause. Meine ging zwar arbeiten, aber sie war
unzufrieden im Job und meckerte nur.
Wenn sie mich dann sah, wie ich, zwar müde, aber zu Frieden nach Hause kam, meckerte sie auch wieder.
So nach dem Motto, "du arbeitest ja nix". Aber das sie gut von dem Geld mitlebt, neues Auto, jeden Samstag
shopping, Essen und Feiern gehen, 3 X Urlaub/Jahr, Haus, etc.... das ist normal.
Dann fängt -irgendwann- das auseinanderleben an. Der Freundeskreis erweitert sich(bei mir war es so),
die Interessen differieren sukzessive. Ihr Freundeskreis wird plötzlich ein anderer.
Dann ist es fast "geschafft".
Zwischendrin kommen immer wieder Bemerkungen, "ich trenne mich", "du bist schuld", etc.
Kleinigkeiten kommen hinzu. Mann hört nicht mehr hin. Mann ist froh bei der Arbeit zu sein.
Bei Diskussionen dreht man/frau sich nur noch im Kreis. Beischlaf wird -größtenteils- eingestellt.
Trenunng kommt schlagartig, aber nur weil Mann bei den Vorzeichen nicht schon entgegenwirkte,
bzw. sie gar nicht erkannt hat. :knockout:
Mein Fazit ist:
- erst ist Frau neidisch, weil Mann Karriere macht. Die Knete ist aber auch ihre.
- Mann erkennt dies nicht und wirkt dem nicht entgegen, sondern denkt sich die hats doch gut
- Mann/Frau machen ihr eigenes Ding
- Frau trennt sich im Einvernehmen
- "Berater" kommern und EX will nur noch ihr Recht (ein ganzes Leben EU-Rente); jetzt ist Dimmer am Anschlag
Ich glaube "unser" Fehler war es, daß wir es verpaßt haben, "gut" hinzuhören. Wir haben gedacht,
wir müssen UNBEDINGT Sorge tragen, daß die Knete fließt, damit es unserer Familie gut geht.
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Hi,
ich möchte Bengel bezüglich schleichendem Prozess ein wenig wiedersprechen.
Im Nachgang betrachtet, gebe ich mir letztendlich alleine die Schuld. Ich war es, der auch vor der Geburt der Kindern und der Ehe, viele Signale nicht erkannt hat. Mir war doch von Anfang an bewusst, dass diese Aktion scheitern wird. Wer befasst sich denn mit 30j (biologisch und im Beruf 30 aber Privat vielleicht 20) und die erste Ehe in Form eines Ehevertrages schon mit dem eventuellen Scheitern dieser. Klar kann ich mir einreden, dass einige Kollegen durch Scheidung schwer gebeutelt waren, aber das wäre nur die halbe Wahrheit.
Ich möchte das einmal an einem Beispiel festmachen. In unserer Beziehung war ich der finanziell starke Part. Daher hatte ich auch für mich entschieden eine Hausbauvertrag vor der Ehe abzuschließen. Dann kam das Debakel. Tränen, du vertraust mir nicht, ich bin Schwanger, meinen Job muss ich deswegen aufgeben und Du willst die Verträge alleine unterschreiben. Wenn ich nicht daran beteiligt werde, dann ziehe ich mit dem Kind nicht in dieses Haus. Das war für mich ein Weltuntergang. Ich hatte es absolut nicht verstanden. Ich wollte sie aufgrund der Schwangerschaft heiraten, Verantwortung übernehmen, meiner Familie ein Heim geben und nun das. Jetzt fühlte ich mich wie ein ganz böser Mensch und hatte ein schlechtes Gewissen. Ich wollte auch niemanden in der Familie enttäuschen. Da bin ich dann das erstemal eingeknickt. Natürlich durfte sie mitunterschreiben. Hätte ich seinerzeit gesagt, ist mir egal, heiraten braucht man wegen eines Kindes auch nicht, dann weis ich sehr genau, meine Tochter wäre heute nicht 13.
Solche Aktion liefen vor der Schwangerschaft und Ehe und in geballter Form während der Ehe. Ich wurde eigentlich schon vor der Ehe sturmreif geschossen. Ich habe es gemerkt, aber nicht reagiert.
Heute bin ich davon überzeugt, dass das Verhalten einiger Frauen nicht plötzlich vom Himmel fällt, sondern die Berater schon IM mäßig vor der Ehe da sind. Diese Frauen ziehen ihr immer gezeigtes Verhalten konsequent durch. Nur können sie das dann ganz offen machen.
Platt
Ich glaube "unser" Fehler war es, daß wir es verpaßt haben, "gut" hinzuhören. Wir haben gedacht,
wir müssen UNBEDINGT Sorge tragen, daß die Knete fließt, damit es unserer Familie gut geht.
ich glaube, genau da lag mein prob. ansonsten war es genau, aber auch haargenau, wie bei dir.
gruss
bengel
Hi,
Heute bin ich davon überzeugt, dass das Verhalten einiger Frauen nicht plötzlich vom Himmel fällt, sondern die Berater schon IM mäßig vor der Ehe da sind. Diese Frauen ziehen ihr immer gezeigtes Verhalten konsequent durch. Nur können sie das dann ganz offen machen.
Ja, Platt da kannst du recht haben, daß die Berater schon vorher da sind. Diese beraten aber "nur" nach demselben Strickmuster.
Die "Specials" kennen die nicht.
@Bengel
Ich glaube das sind nicht nur wie Beide, denen es so (oder ähnlich) gegangen ist.
Bei unserem Typ Frau war es leider auch so, daß diese nicht mehr mit uns mitkamen 😉
Was mir noch, bei "diesen" Frauen, auffällt, wenn der Schalter umgelegt ist:
- Die sind dann immer noch neidisch auf NEXT, Urlaub etc. Bekommen ihr Ding aber nicht gebacken.
- Der Hass gegen "UNS" bleibt erhalten, zumindest längere Zeit
- Es werden Intrigen, Verleumdungen etc. veranstaltet/gestartet. AUCH VOR DEN KINDERN 😡
- Der eigene RA wird belogen (Ich glaube, die EXen glauben das dann selber :knockout: )
....
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
Fast OT, aber es muss mal raus:
Trenunng kommt schlagartig, aber nur weil Mann bei den Vorzeichen nicht schon entgegenwirkte, bzw. sie gar nicht erkannt hat
Ich habe es gemerkt, aber nicht reagiert.
Genau das macht es mir so leicht, mit meinem "Gebrauchten" ein gutes Zusammenleben zu praktizieren, er hat gelernt hinzuhören und reagiert auf mich 😉
Gruß
eskima
Hi,
Bei unserem Typ Frau war es leider auch so, daß diese nicht mehr mit uns mitkamen
Klingt jetzt hart und übel.
Da wird erst einmal die eigene Unzulänglichkeit bewusst. Das wird dann mit taffen Auftreten wieder wieder versucht zu eliminieren. Genau genommen könner wir uns nur weiterentwickeln, weil uns zu Hause der Rücken frei gehalten wird. Unser beruflicher Erfolg ist somit ausschließlich der Frau zuzuschreiben. Wenn man dann noch versucht mit ihr auf gleicher Augenhöhe und absolut gleichberechtigt zu diskutieren, wird man klein gemacht, weil ich nichts leiste und Windelnwechseln nunmal die hochwertigste Arbeit der Welt ist. Aber die Erkenntnis, dass man erst einmal was zum Wechseln braucht und dieses erarbeitet werden muss, die kommt nie.
Im Rahmen der Gleichbrechtigung (das ist gut so), stellt man die Leistung der Frau und mag sie noch so klein sein in
den Vordergrund, weil wir ja alles aus dem Ärmel schütteln und eigentlich unseren Erfolg nur rein zufällig haben. Glück gehabt.
Das erinnert mich an so eine Dame, die nichts auf die Reihe gebracht hat und als sie den Leiter eines Krankenhauses
geheiratet hat mit Frau Doktor angeredet werden wollte.
Platt
Ohoh das war jetzt richtig böse von mir.
Ihr habt vollkommen recht. Aber ich denke es entstand auch ein Ungelichgewicht, weil wir unseren Part (Geld, Sicherheit, Zukunft) mit vollem Ernst gemacht haben und uns selbst nie getrennt hätten.
Die Frauen hatten nicht denselben Ernst. Weil wir DAS nicht bemerkt haben, haben wir nicht zugehört und nix gemerkt. Nach dem Motto "Wer andere nicht betrügt merkt nur schwer, wenn er selbst betrogen wird". Weil irgendwie die "kriminelle Energie" nicht da ist, die dazu nötig wäre.
Zu den Beratern - die Hauptkomplizin meiner Ex war ihre Trauzeugin und eine ihrer ältesten Freundinnen. So gesehen habe ich mir die selbst ins Haus geholt.
Männer sind schon ne ganz schön blinde und dumme Spezies. Zumindest die, die ihre Karriere auch ihrer Familie zu liebe durchzogen.
Milan
Männer sind schon ne ganz schön blinde und dumme Spezies. Zumindest die, die ihre Karriere auch ihrer Familie zu liebe durchzogen.
...und bei der trennung bekommst du dann zuhören:" du hast dich ja nie um die kinder gekümmert und nur an deine karriere gedacht".
DAS tut dann so richtig weh, wie noch einmal das messer in der wunde gedreht.
ach, was soll es. schnee von gestern.
gruss
bengel
Hallo zusammen,
Schaler gibt es auch andersrum.
Wir hatten eigentlich eine glückliche Ehe. Wir hatten 2 Kinder und haben beschlossen, zu bauen. Weil die Kohle knapp war, wurde viel in Eigenleistung gemacht. Danach kamen schwierigere Zeiten. Ich habe erst nach dem Erziehungsurlaub keinen neuen Job gefunden und es war eigentlich mit einkalkuliert, dass ich mitarbeiten würde.
Nach Fortbildung ist es mir gelungen, wieder Fuß zu fassen und ich habe mich neben den Kindern hochgearbeitet, halbtags. Ich hab immer im wir und uns gedacht.
Eines Tages habe ich per Brief im Briefkasten als Überraschung eine dicke Gehaltserhöhung gefunden. Ich hab mich riesig gefreut, weil meine Leistung anerkannt wurde. Als mein Mann nachmittags nach Hause kam, habe ich ihm freudestrahlend den Brief gezeigt. Seine Antwort war: hast du mich endlich überholt, blöde Kuh? Ich war total geschockt.
Er hat dann immer mehr das Trinken angefangen. Einer seiner Lieblingssätze war: Den Stress tu ich mir gar nicht erst an.
So kanns auch gehen.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Hi,
Nach Fortbildung ist es mir gelungen, wieder Fuß zu fassen und ich habe mich neben den Kindern hochgearbeitet, halbtags. Ich hab immer im wir und uns gedacht.
Eines Tages habe ich per Brief im Briefkasten als Überraschung eine dicke Gehaltserhöhung gefunden. Ich hab mich riesig gefreut, weil meine Leistung anerkannt wurde. Als mein Mann nachmittags nach Hause kam, habe ich ihm freudestrahlend den Brief gezeigt. Seine Antwort war: hast du mich endlich überholt, blöde Kuh? Ich war total geschockt.
Respekt, solche Frauen braucht das Land :thumbup:
Leider ist es so, daß manche Männer es nicht verknusen können, wenn Frau mehr verdient....
Stolz, Verletztheit was weiß ich .....
Dieses Exemplar war halt noch vom letzten Jahrhundert. Diese wirst du imho hier nicht finden !
Gruß
babbedeckel
Ein Ruin kann drei Ursachen haben: Frauen, Wetten oder die Befragung von Fachleuten (Georges Pompidou)
guten morgen brille,
deine frage und
@ all eure antworten
bestätigen (m)eine theorie, die ich mal in einer psychologischen abhandlung über die ursachen
der gründung vieler partnerschaften und das scheitern derselben las:
eine therorie, die vermutlich für alle "paarungen" zutrifft,
deren zustandekommen sich in der gegenseitigen ergänzung begründet.
es gibt nicht einen schalter und es gibt auch nicht einen dimmer,
es gibt insgesamt vier: und zwar vier dimmer.
jeder/jede besitzt davon zwei,
einer steht für die stärken und einer für die schwächen
zu anfang der beziehung ist die stellung dieser beiden dimmer im vergleich zum partner völlig gegensätzlich,
der dimmer, der beim einen partner (übertrieben: voll) aufgedreht, ist beim anderen (übertrieben völlig) zu
in der "klassischen paarung" ist mann der rational starke, frau hingegen die schwache,
im emotionalen bereich hingegen ist frau die starke, mann der schwache
mann/frau ergänzt sich hervorragend, die stärken des/der einen sind die schwächen des/der anderen
und umgekehrt, leider ist mann/frau sich dessen nur in den meisten fällen nicht bewußt ...
bleiben die dimmer in der ausgangsstellung und/oder wird mann/frau sich dieser "abhängigkeiten" bewußt,
ist ein gedeihliches miteinander "bis das der tod sie scheidet" durchaus möglich.
in den meisten fällen verändert sich jedoch im laufe der beziehung die stellung irgendeines dieser dimmer ...
was zuvor hervorragend nach dem schema
"ich darf schwach sein, weil du stark bist" bzw. "ich darf stark sein, weil du schwach bist" klappte,
funktioniert nicht mehr, denn plötzlich wird daraus:
"ich muss schwach sein, weil du stark bist bzw. "ich muss stark sein, weit du schwach bist".
die krise ist bei paarungen "dieser art " von vornherein vorprogammiert ...
um sie zu vermeiden, müsste in dem umfang, in dem einer der beiden dimmer beim einen partner auf-/zu gedreht wird,
der entsprechende dimmer beim anderen dimmer zu-/aufgedreht werden
diese - für ein glückliches miteinander zwingende - "regelmäßige dimmereinstellungskorrektur"
ist jedoch ungemein schwierig bis unmöglich, setzt sie doch vieles voraus
zunächst einmal muss das eigene bewußtsein für das vorhandensein der (eigenen) dimmer vorhanden sein,
dann bedarf es einer eigenen kommunikationfähigkeit und der derselben fähigkeit des anderen,
als nächstes muss beim partner das bewußtsein für die eigenen dimmer entstehen (vorhanden sein) und
zuletzt die bereitschaft, die eigene "dimmereinstellung" in abhängigkeit zur der stellung der dimmer des partners zu verändern.
ein schwieriger prozess ...
viele dimmer rosten im laufe der jahre ein ...
sie in ihrer stellung zu verändern bedarf eines enormen kraftaufwandes, den nicht jeder/jede bereit ist, zu erbringen,
hat man sich doch an seine "einstellungen" gewöhnt und kam damit irgendwie klar ...
... und verändert der eine oder die andere dann doch eine "einstellung" bedeutet das,
je nachdem, wie fest die anderen 3 dimmer sitzen,
nahezu zwangsläufig nicht nur die trennung, sondern auch den "krieg"
ich könnte dieses abstrakte beispiel jetzt noch mit meiner/unserer (ex und meiner) geschichte füllen,
aber einerseits würde es den rahmen sprengen und andrerseits ist m.e. auch gar nicht erforderlich,
denn nahezu all eure geschichten passen genau in diese "theorie" ...
nachdenkliche und liebe grüße
wolf
p.s.: leidensdruck ist ein ungemein guter "rostlöser" ...
wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun
(j.b.molière)
Ich denke, da sind wir uns alle einig, dass bei einer Trennung das Gleichgewicht - wie auch immer - aus den Fugen geraten ist. Und ich denke, dass die ganzen Streitigkeiten, die verhindern, dass Eltern von der Paar- auf die Elternebene kommen auch ihren Ursprung da haben.
Da fallen ja dann auch Sätze wie "dem/der werde ich es zeigen" oder "den/die mach ich fertig".
Normalerweise würde man ja denken, dass mit der Zeit sich die Waage wieder einpendelt, wenn die Beziehung beendet ist. Ich beschäftige mich auch schon lange mit der Frage, wie kann man das Gleichgewicht wieder herstellen, wenn jemand stattdessen besser findet, sich mit Rache auszutoben?
Nach der Trennung besteht kein Gleichgewicht. Wie oft kann man lesen, dass die Väter sich aufgrund der sozialen und der gesetzlich bestimmten Rolle immer wieder in die Unterwürfigkeit gedrängt fühlen? Bengel hat das mit "Büßerhemd" ausgedrückt.
Da beißt sich immer wieder die Katze in den Schwanz.
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Normalerweise würde man ja denken, dass mit der Zeit sich die Waage wieder einpendelt, wenn die Beziehung beendet ist. Ich beschäftige mich auch schon lange mit der Frage, wie kann man das Gleichgewicht wieder herstellen, wenn jemand stattdessen besser findet, sich mit Rache auszutoben?
was man selbst in die waagschale wirft hat man sicherlich in der hand,
was aber, für ein gleichgewicht nunmal erforderlich, auf die andere schale gelegt wird,
- wenn dieser vergleich aufgrund der m.e. viel komplexeren abhängigkeiten (sh. o.) überhaupt der richtige -
hat man selbst - erst recht nach der trennung - nicht in der hand
man kann hoffen, durch eigenes (aus eigener sicht vorbildliches) verhalten dazu beizutragen,
dass sich das gewicht auf der anderen seite verändert,
aber eben nur hoffen,
denn einfluss darauf, ob/wie dieses von der anderen seite aufgenommen
und welches verhalten als reaktion darauf an den tag gelegt wird, hat man nicht (mehr)
die einzige möglichkeit zu verhindern, dass sich "die katze in den schwanz beißt",
besteht m.e. darin, sich bewußt zu machen,
dass man zu den oben beschriebenen dimmern noch einen weiteren satz benötigt.
dimmer, die dann einzig dem zweck dienen, das eigene verhalten gegenüber dem/der ex zu regeln
... und deren einstellung nichts mit der einstellung der, für alle anderen bereiche zuständigen, dimmer zu tun hat
Ich denke, da sind wir uns alle einig, dass bei einer Trennung das Gleichgewicht - wie auch immer - aus den Fugen geraten ist.
das gleichgewicht ("gleich und gleich gesellt sich gern")
oder eben auch das - durchaus beziehungsstiftende - ungleichgewicht ("gegensätze ziehen sich an")
gerät nicht erst bei einer trennung aus den fugen
es ist verschiebt sich mit jedem tag der (voneinander unabhängigen) weiter-, nicht- oder auch rückentwicklung der partner
ein langsamer - und bei fehlendem bewußtsein schleichender - prozess,
an dessen ende nahezu zwangsläufig die trennung steht
fehlt es dann beiderseits an bewußtsein für die komplexen abhängigkeiten,
fehlt - auch nur auf einer seite - das verständnis für das verhalten des anderen,
ist ein "krieg" die ebenfalls fast zwangsläufige folge
da man eine "kriegerische einstellung" des ehemaligen partners nicht/nur selten ändern kann,
ist es an einem selbst, die eigene einstellung zu diesem zu ändern,
um im ergebnis dessen zu einem eigenen frieden zu gelangen.
wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun,
sondern auch für das, was wir nicht tun
(j.b.molière)

