Hallo,
ich habe ein Problem mit meiner Ex und unserer jüngsten Tochter die jetzt 15 Jahre alt ist und dieses Jahr die 10te Klasse begonnen hat.
Vor rund 4 Jahren ist meine Ex 700Km weit weggezogen, mit unseren 3 Kindern. Wir sind schon lange geschieden, haben aber das gemeinsame ABR und das GSR. Unsere älteren Kinder sind über die letzten 3 Jahre zu mir gezogen. Dann wurde hier erstmal das ABI abgebrochen weil eigentlich überhaupt keine Motivation zur Schule mehr da war. Mittlerweile wohnen beide in Mietswohnungen, machen eine Ausbildung und sind zufrieden. Meine Ex ist der Meinung ohne ABI hast du heute keine Chance und sie hatte halt die "Kinder" in die Richtung gedrückt, so ein Quatsch ...
Nun steht das Thema bei der Jüngsten an und wenn ich mir die Notenentwicklung in der 9ten (auf gymnasialer Ebene) ansehe:
1. Halbjahr 9te Klasse: Deutsch-4, Eng-4, Weltk-4, Physik-4, Chemie-3, Bio-3 und Mathe-2
2. Halbjahr 9te Klasse: Deutsch-4, Eng-4, Weltk-4, Physik-4, Chemie-3, Bio-4 und Mathe-3
sehe ich keinen nennenswerten Sinn überhaupt in Richtung ABI zu denken. Meiner Meinung nach müsste meine Ex jetzt alles dafür tun, dass die Maus einen guten Realschulabschluß hinkriegt und dann wird eine Berufsausbildung gesucht.
Jetzt ist meine Frage, sollte sie wieder versuchen unser Kind Richtung ABI zu drücken, habe ich da irgendwelche rechtlichen Möglichkeiten einzuschreiten?
Natürlich werde ich auch versuchen mit meinem Kind zu sprechen aber meine Einwirkung ist schon recht begrenzt. Sie wohnt weit weg, wir sehen uns 2 Mal im Jahr, für die paar Wochen Ferien halt und übers Telefon kann ich zwar den normalen Kontak aufrechthalten aber solche Themen zu besprechen ist schwierig.
besten Dank erstmal für's Lesen,
Gruß Matthias
Hi welches Bundesland?
Ich gehe von deiner Schilderung erstmal davon aus, dass sie eine Gesamtschule mit Zweigen für Haupt- Real- und Gymmi besucht.
Wenn es so (wie an der früheren Gesamtschule meines Sohnes in Hessen) geregelt ist, dann braucht sie im Zeugnis der 10. Klasse einen Mindestdurschnitt von 2,3 und in den Hauptfächern (Deutsch, Mathe, Englisch) keine Note schlechter als 3, um die Aufnahme in die Oberstufe zu erreichen (und auch dann entscheiden die Schulen nach Gesamtlage und Prognose der abgebenden Schule)
Bei ihrem derzeitigen Duchschnitt wird ihr mit Sicherheit erstmal geraten auf jeden Fall die Realschulprüfungen mit zu schreiben (ist in den reinen Gym-klassen bei passendem Notendurchschnitt nicht notwendig), evtl. sogar die Prüfungen für den Hauptschluabschluß (so wurde es bei ähnlichem Durchschnitt letztes Jahr meiner Stieftochter nahegelegt, da bei dem Durchschnitt auch ein guter Realschulabschluß in Frage gestellt wurde).
Rein rechtlich kannst du wenig machen, wenn deine Ex sich querstellt. Allerdings spielt ja da die Positionierung der Schule auch eine Rolle. Diese wird sicher entsprechend reagieren und über die Möglichkeiten und die "Nichtmöglichkeiten" das Gespräch suchen.
Wenn es dir irgendwie möglich ist, solltest du aufgrund der Gesamtnotensitation versuchen mit dem Klassen- oder StufenleiterIn ein Gespräch zu führen
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Matthias,
ich weiß nicht, wie es in deinem Bundesland genau aussieht - aber ggf. umfasst bereits die (bestandene) zehnte Klasse des Gymnasiums die Mittlere Reife, bzw. man kommt mit zusätzlichen Prüfungen am Ende des Schuljahres zur Mittleren Reife.
Daher wäre es m.E. durchaus eine Option, jetzt erst mal "nur" auf einen möglichst guten Start in die 10. Klasse hinzuarbeiten, und dann vielleicht in ein paar Monaten die Frage aufzuwerfen, wie es nach Ende des Schuljahres weitergehen soll - d.h. anschließend noch zwei weitere Jahre zur Schule gehen, oder nach der 10. Klasse die Mittlere Reife mitnehmen und sich während des laufenden Schuljahres um eine passende Lehrstelle kümmern.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo,
der Wohnort liegt in Schleswig-Holstein, ich wohne in Hessen.
Sie besucht eine "Gemeinschaftsschule mit Oberstufe" und auf dem letzten Zeugnis der 9ten steht geschrieben "Hinweis auf den zu erwartenden Abschluss: AHR (allgemeine Hochschulreife)".
Ohne jetzt gesprochen zu haben, gehe ich erstmal davon aus das sich wohl darauf geeinigt wurde das Abitur zu absolvieren. Bei den Noten verwundert mich das zwar sehr aber es steht so geschrieben.
Gruß
Matthias
edit: @Malachit, danke für deinen Gedanken. Ich muß jetzt erstmal rausbekommen ob das mit dem Realschulabschluss dort Oben so geht.
Hallo,
aus dem Hinweis auf dem Zeugnis ergibt sich letzlich gar nichts als eine Absichtserklärung.
Ich habe keine Ahnung was das Schulgesetz in Schleswig-Holstein besagt. Wäre aber gut zu wissen.
Rein praktisch würde ich Malachit folgen wollen. Allerdings machen mir die Noten Sorgen. Man sollte hier schon erklären, dass die Noten des Realschulabschlusses etwas mit den Chancen bei der Lehrstellensuche zu tun haben unabhängig ob es weiter Richtung Abi geht. Auf Papa wird da auch nicht gehört, aber vielleicht können die Geschwister hier mal einwirken.
VG Susi
Hier die zuständige Verordnung:
Ich hab dir für dich relevante Passagen rauskopiert:
(6) Die Schülerinnen und Schüler nehmen in der Jahrgangsstufe 10 an einer Prüfung zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses teil. Eine Schülerin oder ein Schüler ist in die Oberstufe versetzt, wenn die Leistungen im Abschluss, bezogen auf die Anforderungsebene zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses, in nicht mehr als einem Fach schlechter als befriedigend sind und kein Fach mit mangelhaft oder ungenügend benotet wurde, oder wenn die Leistungen im Ganzjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 10, bezogen auf die Anforderungsebene zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, in nicht mehr als einem Fach schlechter als ausreichend sind und kein Fach mit ungenügend benotet wurde. Sofern an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe diese Bedingungen nicht erfüllt sind, kann die Klassenkonferenz im Einzelfall die Versetzung beschließen, wenn sie zu der Auffassung gelangt, dass die Schülerin oder der Schüler in der Oberstufe erfolgreich mitarbeiten kann. In diesem Fall trifft die Klassenkonferenz Maßgaben, wie der Lernerfolg nachgewiesen werden muss, und begründet diese schriftlich.
Bedeutet, dass sie auf jeden Fall die Realschulprüfung mitschreibt und das die Prüfungsnoten in den 2 von 6 Prüfungsfächern bei 2 und im dritten nicht schlechter als 3 sein dürfen (was, wenn sie nicht wirklich gut lernt wohl eher nicht zu erwarten ist).
Schafft sie das nicht, dann darf das Jahreszeugnis eben keine 5 oder 6 enthalten. Ob ein erfolgreicher Besuch der Oberstufe bei den Noten sinnvoll ist, da wird es wohl auch noch in der Schule Gespräche geben. Zumal sie ja dann eine 2. Fremdsprache zusätzlich noch lernen muss.
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Danke dir, habe das auch eben gefunden aber danke dir vielmals für die Übersetzung! So schnell habe ich nicht verstanden was das für die Noten bedeutet.
Was mich jetzt nur stört ist, dass die Noten ja auf gymnasialer Ebene eingestuft sind. Die 4 z.B. auf gymnasialer Ebene würde eine 3 auf Realschulebene bedeuten, aus der 3 wird eine 2 usw. Rein von der Motivation her was für die Schule zu tun ist sie niedriger wenn man ständig 4er nach Hause bringt, entsprechend höher wenn man eben 3er oder halt noch besser mitbringt. Ich rufe nachher einfach die Schule an und frage nach ob denn solch ein Benotungswechsel überhaupt noch möglich wäre (oder obs das so überhaupt gibt ...), da ja die 10nte schon angefangen hat.
Gruß Matthias
Moin Matze
Ich finde es ehrlich gesagt sehr schwierig und letztlich unseriös ohne genauere Kenntnis Deiner Tochter eine Empfehlung für oder gegen Abitur abzugeben. Das spielen soviele individuelle Faktoren eine Rolle, die wahrscheinlich sogar Du gar nicht wirklich beurteilen kannst. Natürlich ist auch die Einstellung der KM falsch,dass ohne Abi heute gar nichts mehr geht. Du hast nach den rechtlichen Möglichkeiten gefragt: Letztlich wirst Du es kaum bis gar nicht verhindern können, wenn Mama es so will und Kind keinen eigenen Willen dagegen entwickelt. Wie intensiv Du den Weg übers Kind gehen willst, auch das musst Du entscheiden. Ein Gespräch, in dem Du Deine Sicht der Dinge und eine väterliche Empfehlung abgibst, ist sicherlich nicht verkehrt. Und sollte das Kind Deinen Weg als vernünftig erachten, dann solltest Du sie weiter bestärken, ggf. auch mit den Erfahrungen der älteren Geschwister im Rücken. Sollte Kind aber nicht gg Mama opponieren wollen, würde ich es mir mehrfach überlegen, hier ein großes Fass aufzumachen.
gruß, toto
Also ich habe meine Tochter jetzt auf die Realschule umgeschult, weil sie genau solche Noten hatte, in der 10. nicht klarkam und vollständig die Lust an der Schule verloren hat. Da sind die Kinder netter, die Lehrer netter, die Noten besser.
Moin
Ein Realschulabschluss ist kein Fiasko, auch heute nicht. Zudem kann das Abi jederzeit nachgeholt werden. Und in Berlin z.B. gibt es den beschränkten Hochschulzugang, wo trotz fehlendem Abi an einer FH manche Studiengänge zugänglich sind. Nicht jeder muss promovieren.
Schaue Dir Deine Tochter an und sprich mit ihr. Am sinvollsten ist es doch, ihre Interessen soweit wie möglich zu respektieren - für eine selbstbestimmte und (dann viel eher) erfolgreiche Zukunft. Dabei ihr über die Schultern schauen und dafür sorgen, dass sie nicht aus Dummheit oder Unwissenheit sich selber soweit schadet, dass es nicht irgendwie wieder gutzumachen geht.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo,
vielleicht kannst Du der KM ja die Umschulung damit schmackhaft machen, dass Deine Tochter einen "Neustart" mit besseren Noten braucht und dann ja ggf. auch noch ein Abi machen könnte. Sollte sie einen schlechten Realschulabschluss und ein schlechtes Abi haben ist ihr damit nicht wirklich gedient.
VG Susi
Meiner Meinung nach müsste meine Ex jetzt alles dafür tun, dass die Maus einen guten Realschulabschluß hinkriegt und dann wird eine Berufsausbildung gesucht.
Meiner Meinung nach sollte hier einmal von Deiner Seite darüber nachgedacht werden, ob die eigene Haltung zur Wichtigkeit von Bildung nicht doch verbesserungsbedürftig ist. Wenn nach dem Schulabbruch der beiden älteren Geschwister jetzt auch noch darauf hingearbeitet wird, auch noch das Dritte möglichst schnell von der Schulbank zu holen und einer betrieblichen Ausbildung zuzuführen, drängt sich doch der Verdacht auf, dass hier auf besonders perfide Weise versucht wird, die Unterhaltszahlungen zu "optimieren".
Deine Frau hat vollkommen Recht, dass ein Abitur viele Türen öffnet, die sonst verschlossen bleiben. Und wenn jemand durchschnittlich begabt ist und ausreichend Fleiß zeigt, dann ist das Abitur (insbesondere in dem von Dir genannten Bundesland) auch zu schaffen.
In der neunten Klasse steckt ein junger Mensch mitten in der Pubertät mit all den damit verbundenen Problemen. Da kann die Schule temporär schon einmal hintangestellt warden. Das ist aber nicht zwingend determinierend für die weitere Schullaufbahn.
Moin
Wenn nach dem Schulabbruch der beiden älteren Geschwister jetzt auch noch darauf hingearbeitet wird, auch noch das Dritte möglichst schnell von der Schulbank zu holen und einer betrieblichen Ausbildung zuzuführen, drängt sich doch der Verdacht auf, dass hier auf besonders perfide Weise versucht wird, die Unterhaltszahlungen zu "optimieren".
Entschuldige, Tina10, dass sind jetzt aber gleich mehrere sehr perfide Unterstellungen. Was muss einem Menschen wie Dir nur angetan worden sein, dass Deine Gedanken wieder und wieder so hässlich werden?. :puzz:
Wenn es in den obigen Beiträgen wenigstens einen Anhaltspunkt für Deine Gedanken gäbe, nur - ich finde ihn nicht. Es muss an Dir liegen.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo toto,
ich kennen das ja schon von unseren älteren Kindern. Sie ist jetzt 22 und er 19. Beide kamen zu mir, wir haben eine gute Schule mit guter Anbindung gesucht. Dann das erste Halbjahreszeugnis abgewartet und intensiv darüber gesprochen. Nach einigen Wochen hat sich dann rausgestellt, dass sie beide eigentlich schon, nach den Praktikumerfahrungen während der Schulzeit, gerne mit dem Realschulabschluss abgegangen wären und hätten eine Ausbildung begonnen. Dieses Abitur durchkämpfen ist alleine der Wunsch der Mutter gewesen, mit der oben genannten Begründung. Das jetzt nur als Kurzfassung verstehen.
Ich denke, heute soll gerne das Abitur gemacht werden aber nur, wenn man wirklich Lust auf Schule, Lernen … hat. Man muß zwingend Spaß daran haben, was dann automatisch das Wollen ergibt. Das Abitur ist heute so schwer, da muß die eigene Motivation das bestehen zu wollen da sein, die Fähigkeit das überhaupt bestehen zu können nicht zu vergessen, und kein durchschlängeln mit 3ern oder noch schlechter. Weiter denke ich, das Abitur auf direktem Weg zu machen hat nur Sinn, wenn man denn auch wirklich studieren will und kann, also selbst auch schon eine realistische Vorstellung hat in welche Richtung die Reise gehen soll. Akademiker haben Sinn aber ebenso die ganz normalen Arbeiter, beides muß es geben.
Nein, ein Fass werde ich auf keinen Fall aufmachen, dafür bin ich zu weit weg um das Ergebnis auffangen zu können, sowas mache ich nicht. Wenn mir aber in den letzten Ferien rübergebracht wird, dass sie Medizin studieren will und am Ende Psychiaterin rauskommen soll, was überraschenderweise genau der Werdegang der besten Freundin der Ex ist, dann sehe ich mich gezwungen mich bei den Noten einzumischen, wenn es denn Sinn macht. Wenn keine Chance besteht über andere Möglichkeiten überhaupt zu reden, weil Mamas Wort Gesetz ist, dann vertraue ich einfach in ihre Entwicklung. In 1-2 Jahren wird sich das, so oder so, erledigt haben.
Hallo psoidonuem,
so ähnlich stelle ich mir das auch vor. Die Lust kommt mit besseren Noten, durch mehr Lust auf Schule sind die Lehrer überraschenderweise garnicht mehr sooo doof und zufällig klappts auch mit den Mitschülern viel entspannter. In dem Alter, was eh schwer genug ist mit der ganzen Hormonverstrahlung, ist die Motivation sehr wichtig.
Natürlich kann ich nicht sagen, was in 2-3 Jahren los ist aber selbst wenn in ein paar Jahren der Groschen fallen sollte, haben wir in dem Land doch alle Möglichkeiten weiter zu machen. Meine Stieftochter hat irgendwann mal die Schule mit dem Hauptschulabschluss beendet, dann hat sie Frisör gelernt. Aktuell hat sie begonnen auf einer Abendschule das Abitur nach zu machen. Die Erfahrung das Schule doch garnicht soooo doof ist und Arbeiten vielleicht garnicht soooo super ist, muß vielleicht erstmal selbst gemacht werden ;-). Damals gab es absolut Null Chance mit ihr darüber zu sprechen.
Hallo oldie,
genau darum geht’s. Die Vorstellungen der Tochter bestmöglich und realistisch unterstützen. Momentan sehe ich die Psychiaterin als extrem unrealistisch. Natürlich kann der Wunsch Psychiater zu werden bestehen bleiben aber dieser Wunsch muß mit ein wenig Realität verbunden werden. Die Realität besteht für mich beispielsweise darin, dass ich ihr zu erklären habe das auf dem Zeugnis 1er und 2er dafür stehen müssen. Das Englisch in Wort und Schrift beherrscht werden muß. Solche Dinge halt. Keine Frage das sie das könnte, wenn sie es denn wirklich wollen würde aber danach sieht es aktuell leider nicht aus.
Als mein Sohn vor rund 1 ½ Jahren zu uns zog, hat er was von Neurobiologe geredet. Er hatte zwar wesentlich bessere Noten als meine kleine Tochter aber diese hat er auch nicht wirklich aus dem Ärmel geschüttelt. Er musste richtig dafür lernen. Nach dem Schulabbruch hat er sich zwei Praktika organisiert und der Weg war geboren. Heute macht er eine Ausbildung zum Altenpfleger, es war zwar ein harter Weg intensiv darüber zu sprechen was denn die eigene Neigung ist, wo denn wirklich das eigene Interesse hingeht aber es war wichtig und richtig. Das Soziale entsprich absolut seinem Wesen, die Grundausrichtung des Menschen muß auch ins Berufsbild passen, das finde ich realistisch. Was in 5 Jahre wird, interessiert heute finde ich nicht wirklich. Vielleicht lebt er in Tibet im Kloster, wird Meditationsmeister oder leert dort die Spucknäpfe aus, man kann nie wissen … Darin finde ich, hat meine Ex ziemlich versagt, wenn ich mir eine Meinung nur durch die Aussagen der Kinder überhaupt bilden sollte.
Problem bei der Maus ist auch, sie denkt das ABI ist in 3 Jahren, das interessiert mich doch jetzt noch nicht. Sehe ich zwar teilweise auch so, weil meiner Meinung nach mit 15 die Eltern sich solche Gedanken machen und darüber mit den Kindern sprechen müssen, natürlich nicht nur aber auf jeden Fall auch aber da gibt’s halt keinen Austausch zwischen Mutter und Kind. Hängt natürlich auch mit dem Entwicklungsstand des Kindes zusammen. Es soll ja klar denkende 15jährige geben, gut, ich selbst habe zwar noch keine kennen gelernt aber man hört doch immer mal wieder von diesen Wunderkindern ;-). Meine drei sind offensichtlich ganz normale durchgeknallte Pubertäre, mit allem Mist den man halt so in dem Alter fabriziert.
Hallo Susi64,
guter Gedanke, danke dir aber leider kann meine Exfrau, selbst nach 14 Jahren Trennung und wieder neu Verheiratet, immer noch nicht mit mir reden. Ist ein schwieriges Thema und viel zu viel zu schreiben. Aber vielleicht werde ich es versuchen.
Hallo Tina10,
danke für deine kritische Anmerkung. Ich gehe mal davon aus das meine Exfrau genau so zu dem Thema denkt aber das ist falsch.
Gruß
Matthias
Moin.
Ach Tina - Deine pauschalen Unterstellungen die so zufällig wieder einen Vater hier treffen sind einfach so daneben. Wo Du Dir das wieder hersaugst?? Aber, mit einem hast Du tatsächlich Recht:
ein Abitur viele Türen öffnet, die sonst verschlossen bleiben. Und wenn jemand durchschnittlich begabt ist und ausreichend Fleiß zeigt, dann ist das Abitur
(insbesondere in dem von Dir genannten Bundesland)auch zu schaffen.In der neunten Klasse steckt ein junger Mensch mitten in der Pubertät mit all den damit verbundenen Problemen. Da kann die Schule temporär schon einmal hintangestellt warden. Das ist aber nicht zwingend determinierend für die weitere Schullaufbahn.
Das ist nämlich viel richtiger als diese Annahmen von Matze
Ich denke, heute soll gerne das Abitur gemacht werden aber nur, wenn man wirklich Lust auf Schule, Lernen … hat. Man muß zwingend Spaß daran haben, was dann automatisch das Wollen ergibt. Das Abitur ist heute so schwer, da muß die eigene Motivation das bestehen zu wollen da sein, die Fähigkeit das überhaupt bestehen zu können nicht zu vergessen, und kein durchschlängeln mit 3ern oder noch schlechter. Weiter denke ich, das Abitur auf direktem Weg zu machen hat nur Sinn, wenn man denn auch wirklich studieren will und kann, also selbst auch schon eine realistische Vorstellung hat in welche Richtung die Reise gehen soll. Akademiker haben Sinn aber ebenso die ganz normalen Arbeiter, beides muß es geben.
Nein - bei der Entscheidung fürs Abi muss man nicht zwangsläufig Lust auf Schule und Lernen haben - dann würden wahrsch. sehr wenige Kinder nur Abitur machen.
Das Abitur "heute" ist im Gegenteil nicht so schwer, dass es besondere Fähigkeiten dazu braucht.
Und nein, man braucht ein Abi heutzutage eher mehr als weniger für andere Berufsbilder, nicht zwangsläufig nur für eine akademische Karriere.
Und nein, in der 10. Klasse haben die wenigsten Abiturienten schon eine Ahnung, "in welche Richtung die Reise gehen soll" - und gerade deshalb macht ein Abitur vielleicht sogar Sinn.
Das Gute aber ist: Auch wenn man sich mit 16 Jahren gegen das Abi entscheidet, gibt es nachher noch jede Menge Möglichkeiten es doch noch nachzuholen, wenn man es braucht oder sich reif dafür fühlt. Das sind dann kleine Umwege, die vielleicht etwas Zeit kosten, was aber wahrscheinlich Zeit ist, die dieses Kind eben braucht.
Will sagen: Eher pro als gegen Abi. Aber die Entscheidung kann nur ein ET treffen, der das Kind wirklich durch & durch kennt. Und das kann ich mir bei Dir Matze leider nicht vorstellen:
Sie wohnt weit weg, wir sehen uns 2 Mal im Jahr, für die paar Wochen Ferien halt und übers Telefon kann ich zwar den normalen Kontak aufrechthalten aber solche Themen zu besprechen ist schwierig.
Deshalb würde ich hier eigentlich der KM vertrauen, die beste Entscheidung fürs Kind zu treffen.
Alleine so wie Matze die Erfahrung der großen Geschwister und die absurden Vorstellungen und Argumentationen der KM schildert, lassen mich zweifeln, dass es eine wohlbedachte Entscheidung ist...
Aber ganz ehrlich: was will man als Vater machen, wenn man das Kind leider nicht wirklich kennt, schon gar nicht im Alltag erlebt, weit weg ist, aber weiß oder vermutet das KM das Thema nicht vollständig umreisst?? Da sollten m.E. schon sehr sehr sehr gute Gründe vorliegen, sich hier einzumischen...
Deshalb (nochmal): Rede mit der Tochter, zeige ihr Deine Gedanken auf, setze sie aber nicht unter Druck. Wenn das Kind, gerade mit dem Vorbild der großen Geschwister, dann intensiver darüber nachdenken will, dann unterstütze sie. Traut sie sich nicht, gegen ihre KM zu opponieren, dann mach dieses Fass nicht auf.
Alles Gute!
toto
Ich denke, heute soll gerne das Abitur gemacht werden aber nur, wenn man wirklich Lust auf Schule, Lernen … hat. Man muß zwingend Spaß daran haben, was dann automatisch das Wollen ergibt.
Ehrlich gesagt, mit dieser "Spaß-Einstellung" wird man es nicht weit bringen im Leben. Keine Schulform und kein Beruf machen immer Spaß.
Lernen hat viel mit Disziplin zu tun und diese Disziplin sollte von den Eltern vermittelt werden. Sie ist zwingende Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg im späteren Leben.
Irgendwie tut es ein bisschen weh, Deine Geschichte zu lesen, denn hier wird erschreckend deutlich, weshalb der Bildungserfolg der Kinder in so starkem Maße vom Elternhaus abhängt.
Bildungsnahe Eltern würden einem Kind in dieser Situation etwa so etwas sagen:
"Es ist toll, dass du Psychaterin warden willst. Das ist ein schöner Beruf. Wir warden dich mit allen Mitteln dabei unterstützen. Aber Du weißt, dass man dafür sehr gute Noten in der Schule braucht. In dieser Hinsicht musst du dich noch etwas verbessern. Aber das schaffst du schon. Du kannst das, wenn du dich wirklich anstrengst. Lass uns gemeinsam überlegen, wie wir deine schulischen Leistungen steigern können."
Und genau deshalb schlagen Kinder aus bildungsnahen Haushalten wesentlich öfter eine akademische Karriere ein als Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern.
Irgendwie tut es ein bisschen weh, Deine Geschichte zu lesen, denn hier wird erschreckend deutlich, weshalb der Bildungserfolg der Kinder in so starkem Maße vom Elternhaus abhängt.
also ich habe Abitur gemacht, durchgeschlängelt und mit 2,0 abgeschlossen. Dann Dipl. Ing. Maschbau. Mit 38 Jahren hab ich dann nochmal studiert, Soziale Arbeit. Ich wäre sehr stolz und würde viel beruhigter in die Zukunft meiner Kinder sehen, wenn sie denn glasklare Abiturienten wären, allerdings ist das aktuell leider nicht der Fall, naja, zumindest so wie ich den Einblick habe. Auch wäre ich sehr glücklich wenn denn meine Exfrau realistisch was für die Noten machen würde. Da wären z.B. gemeinsam Lernen oder Nachhilfe ein echter Ansatzpunkt. Aber die Tochter wird zum Reiten, zum Wasserskifahren und zum Theaterspielen gefahren und von Nachhilfe habe ich bisher keinen Ton gehört.
Ich bitte dich jetzt erst- und letzmalig höflich mich mit deinen Posts zu verschonen, vielen Dank.
Und mit den Worten von toto komme ich zum Ende: "Rede mit der Tochter, zeige ihr Deine Gedanken auf, setze sie aber nicht unter Druck. Wenn das Kind, gerade mit dem Vorbild der großen Geschwister, dann intensiver darüber nachdenken will, dann unterstütze sie. Traut sie sich nicht, gegen ihre KM zu opponieren, dann mach dieses Fass nicht auf." denn damit hat er einfach Recht. Vielen Dank auch dir!
Alleine schon sich hier auszutauschen hat richtig Entlastung und ganz neue Gedanken gebracht, echt klasse!
Gruß
Matthias
Willkommen, Matthias!
Ich gehe mal davon aus das meine Exfrau genau so zu dem Thema denkt
aber das ist falsch.
Das kannst du nicht wissen. Du kannst nur wissen, dass du (mit einem anderen Erfahrungshorizont) zu anderen Schlüssen als deine geschiedene Frau und Tina gekommen bist.
Ich bitte dich jetzt erst- und letzmalig höflich mich mit deinen Posts zu verschonen, vielen Dank.
Wenn dir hier Menschen schreiben, die ähnlich wie deine Ex ticken, hast du eine faire Chance, zu verstehen, welchen Einflüssen deine Kinder ausgesetzt sind. Dass dir die Beiträge von Menschen besser gefallen, die deine Auffassung bestätigen, ist ganz natürlich - aber nicht unbedingt hilfreich.
Wenn ich hier in den letzte Jahren wiederholt um Tipps und Meinungen gebeten habe, haben mich oft die Beiträge am meisten weitergebracht, die mich beim ersten Lesen am Meisten "angepiekst" haben.
Ehrlich gesagt, mit dieser "Spaß-Einstellung" wird man es nicht weit bringen im Leben.
Das sehen wirklich erfolgreiche Menschen ganz anders. Ohne Freude am Lernen ist Lernen nicht möglich.
In der neunten Klasse steckt ein junger Mensch mitten in der Pubertät mit all den damit verbundenen Problemen. Da kann die Schule temporär schon einmal hintangestellt warden. Das ist aber nicht zwingend determinierend für die weitere Schullaufbahn.
An guten Schulen wird genau das berücksichtigt.
An Schulen, die mehr mit sich selbst (Lehrermangel, marode Bausubstanz, veraltete Schulbücher, Umstellung von G9 auf G8, Gerichtsverfahren mit Eltern etc.) als mit den ihnen anvertrauten Schülern befasst sind, wird das gern mal vergessen. Was sich in dieser Hinsicht am Gymnasium deiner Tochter gerade abspielt, wirst du, Matthias, aus der Distanz gar nicht und deine geschiedene Frau nur mit sehr, sehr guten Beziehungen ins Lehrerkollegium in Erfahrung bringen.
Vor diesem Hintergrund habe ich selbst meine Tochter (22) vor 12 Jahren mit einer Gymnasialempfehlung auf eine gute Realschule geschickt. Weil deren Abiturienten-Quote seit Jahren höher war, als die der an unserem Ort ansässigen Gymnasien. D.h. von 100 eingeschulten Fünftklässlern haben nach der 10. Klasse mehr Jugendliche von dieser Realschule die gymnasiale Oberstufe erfolgreich abgeschlossen, als von 100 eingeschulten Sextanern der Gymnasien.
Einen Grund dafür sehe ich darin, dass die Kinder und Jugendlichen an der Realschule per se weniger Stoff, diesen aber zugleich gründlicher gelernt haben.
Einen weiteren Grund sehe ich in der Motivation durch gute Noten, die auf der Realschule einfacher zu erzielen sind als am Gymnasium.
"Durchschlängeln" ist an einer guten Realschule kaum möglich, weil i.d.r. viel Wert auf genau diese Dinge gelegt wird.
Disziplin ... ist zwingende Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg im späteren Leben.
Und das regelmäßig ganz ohne Nachhilfe und ohne den kompletten Verzicht auf altersgemäße Freizeitgestaltung.
Junge Menschen, die mit einem guten Realschulabschluss die Wahl haben, eine Berufsausbildung zu machen oder auf das Gymnasium zu wechseln, zeichnen sich anschließend sowohl in der Ausbildung (Stichwort: Lehrjahre sind keine Herrenjahre) als auch in der gymnasialen Oberstufe durch Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen aus, weil sie selbst mit 16 Jahren eine Entscheidung gefällt haben, deren Konsequenzen sie leichter tragen können, als wenn es sich um eine Entscheidung gehandelt hätte, die ihnen nach der 4. Klasse durch Eltern und Lehrer "aufgedrückt" wurde. 16jährige Gymnasiasten habe ich persönlich als wesentlich unreifer und unfreier wahrgenommen als 15jährige Realschüler, die schon seit Jahren gezielt darauf vorbereitet wurden, das sie mit 16 Jahren die Schule verlassen und dann weitere Entscheidungen treffen müssen.
Das gilt meiner Erfahrung nach aber nur für die jungen Leute, die seit der 5. Klasse mit gutem oder sehr gutem Erfolg die Realschule besucht hatten.
"Absteiger" vom Gymnasium hatten oft (neben der Pubertät) mehr mit Kränkung und Frustration zu kämpfen, als dass sie vom "einfacheren" Stoff profitiert hätten. Viele "späte Absteiger" (d.h. nach der 6. Klasse) haben an der Realschule die Kurve nicht mehr bekommen und haben dann nach der einen oder anderen "Ehrenrunde" ohne Mittlere Reife mit fast 18 Jahren schlechter dagestanden, als fleißige und begabte Hauptschüler.
Jahrelanger Misserfolg (evtl. trotz Nachhilfe) kann das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen so sehr beschädigen, dass auch ein überdurchschnittlicher IQ den Verlust der Freude am Lernen nicht ausgleichen kann.
Vor diesem Hintergrund fände ich persönlich es äußerst heikel, einer pubertierenden Neuntklässlerin zum Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule zu raten. Was während der 9. Klasse an einem ganz normalen Gymnasium noch sehr bedenklich ausgesehen hat, kann am Ende der 10. Klasse völlig anders aussehen. Solltest du als erfolgreicher "Durchschlängler" 😉 eigentlich wissen.
Aus der Ferne würde ich mich an deiner Stelle grundsätzlich nur mit sehr allgemeiner Ermutigung einmischen.
Ganz gleich welchen Weg deine Tochter selbst wählt (oder im Umfeld ihrer Mutter vorgeschrieben bekommt), sie bleibt deine Tochter und du hast sie lieb. Du vertraust darauf, dass sie das Beste will und unterstützt sie dabei.
Viel mehr kannst du auf die Distanz nicht geben. Weniger solltest du nicht geben.
Denn die Überzeugung liebenswert zu sein und unser Vertrauen in sie ist das Wichtigste, was wir als Eltern unserem Nachwuchs mitgeben können.
Wenn wir dazu noch glaubhaft vorleben, dass wir selbst uns mit den Folgen unserer Lebensentscheidungen und in unserer aktuellen Lebenssituation meistens wohl fühlen, können unsere Kinder uns als Vorbild und Orientierung nutzen.
Was im Kopf deiner geschiedenen Frau vorgeht und wie sie ihren Alltag gestaltet, wirst du nicht ändern können.
Falls dich interessiert, was sie bewegt, musst du sie selbst fragen. Oder Tina ... 😉
Ich selbst habe schon vor Jahren aufgegeben verstehen zu wollen, was meinen geschiedenen Mann dazu bewegt zu tun und zu lassen was er tut oder lässt.
Damit geht es mir sehr gut.
Unserem gemeinsamen Sohn auch.
Solange unser Kleiner (10) jede Woche gesund und munter zwischen seinem Zuhause beim Papa und seinem Zuhause bei seiner erwachsenen, studierenden Halbschwester und bei mir wechselt, ist es mir vollkommen gleichgültig, was im Kopf seines Vaters vorgeht.
Wenn ich in den vergangenen Jahren ab und an davon fantasiert habe, bewerten oder ändern zu wollen, was der KV und dessen Next glauben, denken, sagen, tun oder lassen, wurde mir hier regelmäßig der Kopf gewaschen. Das war in jedem Einzelfall für mich selbst kostengünstiger und für das Kind weniger schädlich, als ein offener Konflikt oder gar ein Gerichtsverfahren gewesen wäre.
Toto Rat an dich hier kann ich mich nur anschließen
was will man als Vater machen, wenn man das Kind leider nicht wirklich kennt, schon gar nicht im Alltag erlebt, weit weg ist, aber weiß oder vermutet das KM das Thema nicht vollständig umreisst?? Da sollten m.E. schon sehr sehr sehr gute Gründe vorliegen, sich hier einzumischen...
In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du dir weniger Gedanken darum machst, was deine geschiedene Frau (oder Tina oder ich 😉 ) denkt (bzw. denke) und dich mehr darüber freust, dass dein Leben trotz einer gescheiterten Ehe so ist, wie es ist. Sollte dein Leben, wie es aktuell ist, dir wenig Anlass zur Freude bieten, wäre das ein Punkt, an dem du wirklich etwas bewegen könntest. Nicht nur dir selbst zuliebe, sondern auch als Vorbild für deine 3 Kinder.
Die besten Wünsche von
🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
