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Kann man beim Jugendamt seine Sorgen und Befürchtungen darlegen?

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(@matelo1965)
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Hallo,

ja hatte mich etwas zurückgezogen, aber das hatte andere Gründe und war wirklich nötig.
Natürlich sage ich meiner Tochter dass sie sich jederzeit bei mir ihrer Oma oder auch ihrem Onkel melden kann wenn etwas passiert, sie sich alleine fühlt oder ein Problem hat. Ist natürlich schwer weil die Mama sagt dass sie dann Ärger bekommen würde wenn das jemand erfährt und sie will natürlich nicht dass Mama ärger bekommt.

Mit der Frau zu reden ist sehr schwer weil von ihrer Seite nur Block kommt und Beleidigungen. Sie verteidigt sich mit der Aussage dass sie ein Recht auf ihr Leben habe.

Aber wenn ich eben diesen SMS verkehr lese bekomme ich eine Gänsehaut.

Kind:    00.13 Uhr        "Mama wann bist Du da?"
Kind:    00.17 Uhr        "Mama wo bist Du?"
Mutter: 00.47 Uhr        "Hallo Schatz, bei mir ist alles ok ich komme bald"
Kind:    01.02 Uhr        "Mama ich kann nicht schlafen also guck ich ipäd"
Kind:    02.40 Uhr        "Wo bist Du? Ich kann nicht schlafen, ist irgendwas 
                                    passiert?"
Kind:    02.53 Uhr        "Gute Nacht Mama"
Mutter: 03.17 Uhr        "Ed get mir gut, komm gleich heim. Hab Dich lieb.

Hinzu kommen noch fünf bis sechs Anrufe des Kindes bei der Mutter in dem Zeitraum.

Es ist traurig dass man warten muss bis wirklich was passiert und dem Kind noch weitere Nächte in Angst bereiten, da es jeder Zeit wieder passieren kann.

Skype hat die Kurze weil wir ein weit entfernt voneinander Wohnen und wir uns so auch unterhalten können.
Das mit den smsen ist halt blöd, man muss immer schauen und diese Nachrichten eben löschen bevor sie auf den Link klickt.

Ich mach mir halt wirklich sorgen um die Kurze.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.02.2015 15:25
(@totohh)
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Auch wenn ich persönlich mein Kind mit 9 Jahren vermutlich nicht die halbe/ ganze Nacht alleine zu Hause lassen würde und gleichzeitig durch Nichterreichbarkeit glänzen würde, so ist dies nicht verboten und war "früher" durchaus üblich, auch zu Zeiten als es noch gar keine ständige Erreichbarkeit über Handys gab...

Was die Links betrifft, so sollte das kein Futter sein, ein "Fass aufzumachen", sondern vielmehr der dringende Hinweis, dass dieses Thema mit dem Kind (idealerweise aber nicht notwendigerweise auch mit der KM) zu besprechen!

Und was meinst Du hiermit?

(Alleine die Rückreise war ein Chaos und hat das Kind schwer belastet).

Dass die Rückreise der KM das Kind schwer belastet habe???

Gruß, toto


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 15:29
(@Jarod48)

Wenn ich mich nicht komplett irre, hast Du es von dir bis zur KM schon ein paar Kilometerchen. Da bliebe dann zu überlegen, ob Du nicht Oma oder Onkel einbeziehen kannst, damit die zu deiner Tochter gehen, sich öffnen lassen und dann die Ordnungshüter in die Wohnung zitiert werden. Normal sollte ein Kind um die Zeit zwar schlafen, aber wenn die Mama aus dem Haus geht und das Kind schläft nicht, dann ist das schon herb und vor allem egoistisch, erst recht, wenn die Mutter keine Ahnung hat wann sie zurück kommt.

Kannst ja mal lesen
http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_43632270/aufsichtspflicht-wann-koennen-kinder-allein-zuhause-bleiben-.html


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 15:44
(@matelo1965)
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Na ja, die Mutter war die letzte Woche im Urlaub in den USA. Sie ist am Donnerstag geflogen wodurch die Kleine schon bei einer Freundin übernachten musste.
Dann erzählte sie der Kleinen sie würde am Samstag zurück kommen, auspacken, waschen und sie dann am Sonntag bei ihren Großeltern abholen.
Die Großeltern selber hat sie darüber eigentlich gar nicht informiert. Lediglich dass sie das Kind am Sonntag abholt.

Nun war das Kind am Samstan in der Erwartung dass sich die Mama meldet und eben bescheid sagt dass sie wieder gut angekommen ist und sich auf sie freut usw. Es kam aber absolut nichts, auch am Freitag nichts.

Am Samstag Nachmittag kam nur eine Nachricht vom neuen Freund der Mutter dass sie nach Philadelphia abgeflogen ist. Also nicht mal von der Mama selbst. Und sie wäre sowieso erst am Sonntag gekommen. Was ich schon knapp finde, da alleine der Weg von München zu den Großeltern einfach ca. 2 Stunden sind.

Und dann kam nichts mehr und die Kleine wurde immer unruhiger, keiner wusste was, keiner hörte was. Nachts um zwei, nachdem das Kind endlich einschlafen konnte, die Nachricht sie habe ihren Flug verpasst und wüsste nicht wann sie kommen würde. Und wieder wartete die Kleine, dann nachmittags um eins dein Anruf bei den Großeltern dass sie nicht wüsste wann sie in München sein, vielleicht so ca. um 18.00 Uhr.

Darauf die Frage der Großmutter was nun mit dem Kind sei, sie müsse ja am Montag in die Schule. Zur info, beide Großeltern sind über 80.

Die Idee der Mutter, entweder die Oma soll sich in den Zug setzen und dann eben warten bis sie irgendwann kommt oder man solle das Kind in den Zug setzen und zurückschicken. Sie würde dann versuchen am Bahnhof zu sein. Also das Kind, nachts mit Gepäck und Hund.

Die Kleine hatte sich so gefreut nach der Woche noch einen schönen Sonntag mit Mama zu verbringen. Natürlich kann immer mal was passieren, aber man kann auch vernünftig Planen.

Ich war eigentlich auch schon auf dem Rückweg nach Hause, bin umgekehrt, hab die Kleine nach Hause gebracht und gewartet bis die Mutter dann schliesslich um 20 Uhr zuhause war. Brachte mir sechs Stunden Autofahrt ein.

Klingt so nicht so schlimm, aber die Kleine war einfach enttäuscht.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.02.2015 15:58
(@matelo1965)
Schon was gesagt Registriert

Es geht ja auch nicht darum ein Kind mal alleine zu lassen, mit neun geht das ja schon. Die Kleine ist ja sowieso immer bis mindestens 19.00 Uhr alleine weil dann die Mutter erst nach Hause kommt.

Es geht mir um die Dreistigkeit wenn man schon merkt dass das Kind Angst hat dies einfach zu ignorieren. Mich schockiert es einfach dass es der Mutter total egal war dass ihr Kind offensichtlich Angst hatte.

Auch die Großeltern und der Onkel sind leider zwei Stunden entfernt.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.02.2015 16:05
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

@jarod:

Kannst ja mal lesen

Gute Lektüre ... das Entscheidende steht gleich zu Beginn:

Auf diese Frage gibt es keine konkrete Antwort und auch der Gesetzgeber hält sich hier eher bedeckt.

Was man aus dem Dialog auch heraus lesen könnte:
- Die 9jährige ist in der Lage via Handy zu kommunizieren
- KM ist erreichbar und antwortet liebevoll

Ob eine 9jährige schon ein eigenes Handy benötigt, das sie auch für den Kontakt via Skype zum Vater nutzen kann (und darf), sei mal dahingestellt ...
... ebenfalls könnte man darüber diskutieren, ob auch eine 9jährige ein Recht auf Privatsphäre hat oder ob Schnüffeleien im Handy legitim sind.

Laut nach "Polizei" zu rufen sowie "Kindeswohlgefährdung" und "Rabenmutter" zu schreien, halte ich indes für wenig zielführend.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 16:10
(@matelo1965)
Schon was gesagt Registriert

Ich weiss jetzt nicht ob Du viel mit Kindern in der heutigen Zeit zu tun hast United. Zeig mir ein Kind in dem Alter dass kein Telefon hat und damit nicht umgehen kann. Oftmals schon besser als die Eltern.

Auch gehen alle Ratschläge dahin dass die Eltern selbstverständlich das Internet und Telefonverhalten ihrer Kinder (und ich rede von Kindern) kontrollieren. Alle Pädophilen werden Dir aber sicher dankbar sein für den Tip dass sich die Eltern da raushalten sollen.

Und das mit der liebevollen Antwort hast Du doch sicher Sarkastisch gemeint. Ich lese daraus dass ein Kind alleine in einer Wohnung sitzt, Angst hat und darum bittet dass jemand bei ihm ist. Ein "ich komme bald, hab Dich lieb" hat das Kind sicherlich in tiefe Ruhe versetzt und ihm das Gefühl von Geborgenheit gegeben. Zeigt ja auch die Tatschache dass es noch zwei Stunden weiter versucht hat der Mutter das klar zu machen.

Und ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern dass es früher üblich war seine Kinder nachts alleine zu lassen. Oder ich hatte ganz merkwürdige Eltern.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.02.2015 16:41
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin nochmal,

auch wenn Du mich nicht verstanden hast, weil Du mich vermutlich nicht verstehen willst und sich das mit diesem Post auch nicht ändern wird ...

Ich weiss jetzt nicht ob Du viel mit Kindern in der heutigen Zeit zu tun hast United. Zeig mir ein Kind in dem Alter dass kein Telefon hat und damit nicht umgehen kann.

Es sind derer drei. Auch die Jüngste hat soeben mit nunmehr 12 Jahren ein Mobiltelefon erhalten. Aber um meine Kinder geht es nicht.

Alle Pädophilen werden Dir aber sicher dankbar sein für den Tip dass sich die Eltern da raushalten sollen.

Wenn Du Dir meinen Beitrag nochmal durchliest, wirst Du feststellen, daß ich bewußt den Konjunktiv benutzte und in diesem lediglich darauf hinwies, daß man darüber diskutieren könnte.
Auch ohne Konjunktiv kann ich aber behaupten (da ich der Mutter keine Pädophilie unterstellen möchte), daß Dir beim Lesen der SMSen durchaus bewußt war, daß es um Kommunikation mit einem Nicht-Pädophilen ging.

Und das mit der liebevollen Antwort hast Du doch sicher Sarkastisch gemeint.

Du interpretierst und ich habe eine mögliche andere Interpretation dargestellt.
"Ich hab Dich lieb" deutet aber auch ohne Sarkasmus oder Ironie auf ein liebevolles Verhältnis zwischen Mutter und Tochter hin.
Ob Eure Tochter tatsächlich Angst hatte, läßt sich aus der Kommunikation - für einen Außenstehenden - nicht zweifelsfrei erkennen.
Daß sie Sehnsucht nach KM hatte hingegen zweifelsohne (das spricht aber nicht zwingend gegen die Mutter, sondern unterstreicht eher ein liebevolles Verhältnis).

... auch wenn´s Dir nicht in den Kram paßt:
Deine Gedanken spielen sich viel zu sehr im Leben der KM ab.
Wenn Du sie ändern willst, machst Du Dich selbst verrückt.
Unterstützung vom JA wirst Du mit Deiner Argumentation absehbar nicht erhalten.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 17:24
(@Jarod48)

@ United

Gleich nach der Polizei zu rufen ist in Punkto Sicherheit für ein Kind wohl nicht über das Ziel hinaus geschossen. Wo ziehst Du da die Grenze? Darf ein Kind die ganze Nach allein gelassen werden, wenn der BET keine "Lust" hat da zu sein, wo er/sie eigentlich sein sollte? Offenbar gibt es da einen Unterschied zwischen Vätern und Müttern.

Ein verantwortungsvoller Elternteil sorgt bei stundenlanger Abwesenheit für eine Aufsichtsperson.

Jarod


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 17:26
(@sputnik)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Zusammen,

ich muss hier nochmal einschreiten.

Ich dachte eigentlich, dass ich dem TO durch den Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen gegeben hab, dass es wohl ganz andere Probleme gibt als die aktuellen, nämlich das eigentliche Grundproblem.

Letzter Stand war: Tochter seit Monaten nicht mehr gesehen, will keinen Kontakt da sie erfahren hat, dass Vater eigentlich nicht der leibliche Vater ist.

Aktueller Stand: TO hat sich zusammen gerissen und hat die Abwesenheit der Mutter dazu genutzt (trotz vorheriger Scheu aber durch Zureden anderer User) wieder Kontakt zur Tochter aufzunehmen.

Fazit: TO stellte fest, dass nicht jugendfreie Filmchen auf Handy von Tochter landen, er zeigt auf, dass sie nach wie vor emotional vernachlässigt wird.

DAS IST ABER ALLES NICHT WIRKLICH WAS NEUES!!!! (ausser das mit den Filmchen)

Wir sind genau da wo wir beim Eingangsposting schon mal waren. Allerdings hat sich mittlerweile etwas geändert, der TO hat wieder Kontakt zum Kind und anscheinend mit Billigung der Mutter denn diese wusste davon. Spätestens nachdem er es zurück gebracht hat.

Ansonsten kommen hier immer nur kleine „Brocken“ rüber. Sorry Matelo. Du kannst hier keine universelle Hilfe erwarten mit der Aussage: Über den Rest schweige ich.

Wir halten mal fest: Weder LKA, BKA noch Polizei wird deine Tochter jetzt befreien. Kein Gericht, egal welcher Instanz wird der Mutter jetzt das Sorgerecht entziehen. Du bist also genauso weit wie vorher wenn du dich hier hinsetzt und darauf wartest, dass die Lösungen extern geklärt werden. Der Schlüssel zur Lösung bist du allein, aber  die Voraussetzungen haben sich scheinbar geändert.

Wie eng ist der Kontakt nun?
Wie sieht es mit Treffen in der Zukunft aus?
Kannst du deiner Tochter wieder eine emotionale Alternative bieten?
Welche Lösungen stellst du dir für die nächsten Monate vor?

Diese Links, die Vernachlässigungen und die ganzen Problemchen sind nur Teil des Ganzen und können m.E: nach nur gelöst werden wenn du als Vater wieder wesentlich aktiver dem Leben deines Kindes beiwohnst. Das musst du aber wollen und genau dort sollten deine Lösungsansätze liegen und nicht in der Diskussion ob eine Kind 9, 10, 12 oder 14 sein sollte wenn sie ein Handy bedient……….

Du kannst dir hier nur Ratschläge und Tipps einholen und das Problem beim Schopfe packen wenn du wieder grundsätzlich die Möglichkeit hast eine Vaterfigur zu sein. Und das am besten vor der nächsten USA-Reise der KM in der Hoffnung, dass in der Zwischenzeit nicht Tatsachen geschaffen werden und das Kind bei der nächsten Reise (never-come-back) mitfliegt!

Gruß
Sputnik


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 17:42




(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

Darf ein Kind die ganze Nach allein gelassen werden, wenn der BET keine "Lust" hat da zu sein, wo er/sie eigentlich sein sollte?

Ein Kind kann allein gelassen werden, wenn es die Reife besitzt, allein gelassen zu werden.

Damit ich jetzt nicht vollends zum "lila Pudel" mutiere, führe ich das nicht weiter aus.

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 17:46
(@Jarod48)

Ein Kind kann allein gelassen werden, wenn es die Reife besitzt, allein gelassen zu werden.

Das wissen wir aus dem Link, den ich hier gepostet habe.

Ein 9-jähriges Kind ist deiner Meinung nach offenbar reif genug. Der springende Punkt ist aber, dass die KM vom Kind angerufen und angesimst wurde, wann sie nach Hause kommt und wo sie überhaupt ist. Sie antwortet dem Kind sie komme bald und ist 2 Stunden später, also eigentlich eher schon am frühen Morgen immer noch nicht Zuhause.

Leider muss immer erst etwas katastrophales passieren, damit man so eine Handlungsweise mal hinterfragt. Da reicht ein Kurzschluss aus und die Bude geht in Flammen auf. Kind kommt nicht mehr raus und BET weiß von nix. Aber Hauptsache BET hat sich köstlich amüsiert, oder?  😉

Jarod


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 18:03
(@mimamause)

Moin,
Ein Kind kann allein gelassen werden, wenn es die Reife besitzt, allein gelassen zu werden.

Der Klassenkamera des Sohnes einer Bekannten wurde mit 11 alleine zuhause gelassen. Es kam zu einem Brand. Anstatt sich in Sicherheit zu bringen machte der Junge einige Handtücher nass, legte sie sich um den Körper und schloss sich im Bad ein weil er glaubte, dass ihm die Flammen nichts anhaben könnten.
Sie haben ihn dort später tot gefunden, eingewickelt in die Tücher, gestorben an Rauchvergiftung.

Mit 9 Jahren kann ein Kind nicht alleine zuhause bleiben. Es kann viele Gefahren nicht abschätzen. Es kann Angst bekommen, wie im Vorliegenden Fall.
Ich hatte als Kind oft Albträume und wollte dann die Nähe meiner Eltern. Die haben mich wieder in mein Zimmer geschickt. Schon das fand ich grauenvoll, ich lag dann im Bett und war allein mit meinen schlimmen Gedanken.

Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, ich wäre alleine gewesen.....

Wenn ich Party machen will, geb ich das Kind zu Oma/Opa/Papa (wenn verfügbar) oder engagiere einen Babysitter.
Kann ich das nicht, bleib ich zuhause.

So einfach!

mmm

**edit: Quoting korrigiert!**


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 18:38
(@biggi62)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Frosti,

Ein verantwortungsvoller Elternteil sorgt bei stundenlanger Abwesenheit für eine Aufsichtsperson.

Kann man so machen. Muss man aber nicht. Hängt ganz vom Kind ab.

Ein Kind kann allein gelassen werden, wenn es die Reife besitzt, allein gelassen zu werden.

  :thumbup: Sehe ich genauso. Und wann es soweit ist, entscheiden im Zweifelsfall die Eltern bzw. der Elternteil, der das Kind allein aufzieht.

Und ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern dass es früher üblich war seine Kinder nachts alleine zu lassen. Oder ich hatte ganz merkwürdige Eltern.

Hallo Matelo,
dass es bei euch nicht üblich war, heißt nicht, dass es nirgendwo üblich war.

Witwen und Witwer ohne Stiefelternteil mussten schon immer ihre Kinder in der Obhut von Nachbarn oder Verwandten lassen, während sie für den Lebensunterhalt gesorgt haben. Schichtarbeiter auch. In der Obhut von Nachbarn hieß damals und heißt auch heute nicht: Die Nachbarin oder Oma sitzt beim Kind am Bett und hält Händchen, sondern: Im Notfall sind die Nachbarn oder Verwandten ansprechbar.

Das sollte mpMn jedes Kind so früh wie möglich wissen. Mit diesem Wissen haben schon Kindergartenkinder Erwachsenen das Leben gerettet, nachdem diese Opfer häuslicher Unfälle waren.

Da reicht ein Kurzschluss aus und die Bude geht in Flammen auf.

So etwas kann auch passieren, wenn Erwachsene beteiligt und womöglich die ersten Opfer sind.

In meiner Herkunftsfamilie gab und gibt es keine Helikopter-Eltern. Aber es gibt jede Menge Menschen, die als Kinder Verantwortung für sich selbst und für jüngere Geschwister übernommen haben und zu recht lebenstüchtigen Erwachsenen herangewachsen sind.

Meine Tante hat im Alter von 9 Jahren auf drei Kleinkinder unter 2 aufgepasst, während der Vater in Gefangenschaft und die Mutter arbeiten war. Die Kleinen haben es überlebt. Sonst gäbe es mich nicht. Manchmal mussten die Nachbarn eingreifen ... s.o.

Meine Schwester und ich waren 7 und 5 als wir allein zuhause geblieben sind. Während meine Mutter im Krankenhaus und mein Vater auf Nachtschicht war, auch nachts. Im Notfall (Wohnungsbrand, Unfall, Rohrbruch o.ä.) hätten wir die Nachbarn verständigt. Im Normalfall haben wir einfach geschlafen.

Die Illusion, dass ständige telefonische Erreichbarkeit auch unmittelbare Verfügbarkeit bedeutet, hatten wir gar nicht. In der Wohnung, in der wir damals allein waren, gab es nicht einmal Telefon. Dafür einen Kohleofen und ziemlich steile Treppen.     

Mein Jüngster (8 Jahre) war auch schon nachts allein zuhause, wenn ich Mama-Taxi für die Große war. Bevor ein hübscher Teenager nachts zu betrunkenen Partygästen ins Auto steigt oder zu Fuß über wenig befahrene Landstraßen läuft, sammle ich die Mädchen lieber ein und liefere Freundinnen ggf. auch bei den jeweiligen Eltern ab.

Ein Zettel auf dem Nachttisch und die Info, wann ich vorhabe zurück zu sein war alles, was den Kleinen informiert hätte, falls er außerplanmäßig wach geworden wäre. Allerdings haben wir ihm abends gesagt, falls ich vielleicht noch fahren musste. Um den Kleinen habe ich mir dabei keine Sorgen gemacht. Um die Große auch nicht, weil sie sich darauf verlassen konnte, dass Mama im Zweifelsfall fährt.

Der Klassenkamera des Sohnes einer Bekannten wurde mit 11 alleine zuhause gelassen. Es kam zu einem Brand. Anstatt sich in Sicherheit zu bringen machte der Junge einige Handtücher nass, legte sie sich um den Körper und schloss sich im Bad ein weil er glaubte, dass ihm die Flammen nichts anhaben könnten.
Sie haben ihn dort später tot gefunden, eingewickelt in die Tücher, gestorben an Rauchvergiftung.

Kinder und Erwachsene, die sowenig darüber wissen, was im Notfall zu tun ist, wie besagter Elfjährige, sind in jedem Kontext jenseits von Papas oder Mamas Schoß gefährdet.

Hätte eins der Kinder aus meiner Familie auf die Situation "allein Zuhause bleiben" so panisch reagiert wie ihr, hätte das in  familiären Umfeld größtes Befremden ausgelöst.

Ich hatte als Kind oft Albträume und wollte dann die Nähe meiner Eltern. Die haben mich wieder in mein Zimmer geschickt. Schon das fand ich grauenvoll, ich lag dann im Bett und war allein mit meinen schlimmen Gedanken.

Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, ich wäre alleine gewesen.....

In meiner Familie wird das Familienbett praktiziert, bis die Kinder davon genug haben. Meine Großeltern haben Familienbett gemacht, weil zu wenig Platz war. Meine Eltern und deren Geschwister aus der Überzeugung heraus, dass Kinder diese Nähe brauchen bis sie sie eben nicht mehr brauchen. Meine Schwester, mein Schwager, mein geschiedener Mann und ich, weil wir diese Überzeugung teilen.

Keins unserer Kinder hat Verlassensängste. Als mein Jüngster drei war, ist sein Vater ausgezogen. Seine Stiefmutter war diejenige, die fragen musste, ob sie zu Vater und Sohn ins Familienbett darf. Niemand aus unserer Familie würde ein Kind wegschicken oder allein lassen, das Angst hat - zu keiner Tageszeit.

Wenn unsere Kinder sagen: "Das schaff ich allein." dann schaffen die das normalerweise auch.

Einige früher, andere später ... Egal ob es um ein eigenes Bett, den Schulweg, die Klassenfahrt oder nachts allein bleiben geht. Reife ist nicht nur eine Frage des Lebensalters.

Dank dieser Lebenstüchtigkeit konnte ich in Berlin fern der Heimat sehr entspannt am VS-Stammtisch sitzen, während meine Kinder allein in einer vollkommen fremden und sehr, sehr großen Stadt unterwegs waren. Mit dem Auto. Nachts! Da hatte die Große gerade 6 Monate den Führerschein ... Panisch haben die beiden nicht gewirkt, als sie mich zum verabredeten Zeitpunkt abgeholt haben - nur etwas müde.

LG 🙂 Biggi


Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)

AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 19:01
(@matelo1965)
Schon was gesagt Registriert

Nicht streiten alle.
Mir ist bewusst dass es hier sehr unterschiedliche Meinungen gibt.

Unsere ist eben noch sehr verkuschelt und braucht viel Nähe. Selbst wenn ich mal noch nachts mit dem Hund draussen war musste ich dann nochmal zu ihr um Bescheid zu sagen dass ich wieder da bin.
Auch ich bin dafür ein Kind zur Selbstständigkeit zu erziehen. Allerdings finde ich es auch ausserordentlich wichtig dass ein Kind weiß dass ihre Eltern jederzeit für es da sind. Ihre Ängste ernst nehmen und es für die Eltern an erster Stelle stehen.

Sie hat Verlustängste, will auch noch heute immer noch die Hand geben oder im Bett die Hand des anderen spüren.

Und gerade in einer Trennungssituation finde ich es besonders wichtig dem Kind deutlich zu machen dass es an erster Stelle steht.

Ausserdem wäre es kein Problem gewesen dass ich die Kleine das Wochenende zu mir nehme und fertig.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.02.2015 23:26
(@Jarod48)

matelo,

ich glaub keiner streitet sich hier wegen deiner Situation.

Es gibt kaum ein Kind, was nicht die Nähe seiner Eltern sucht, diese spüren will. Ich für meinen Teil merke dies überdeutlich, wenn mein Sohn so garnicht ohne mich ins Bett will. Es gibt aber durchaus ETs, die können entweder so garnichts mit den Gefühlen der Kinder anfangen, oder haben nicht das Gespür festzustellen, hier wird deren Gegenwart erfordert. Es liegt an jedem selbst, das richtige Maß zu finden. Manche können es, andere nicht.

Jarod


AntwortZitat
Geschrieben : 23.02.2015 23:42
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