ARD, 12.11.2006, 17:30 Uhr
Waffe Kind
Wenn Eltern sich trennen, leiden oft die Kinder. Vor allem, wenn die Ex-Partner das Sorgerecht zum Zankapfel machen. Ein bedrückender Bericht über deutsche Familien im Scheidungskrieg.
'Rosenkrieg' wurde zu einem Schlagwort für den Kampf zwischen zwei Menschen, die sich einmal geliebt haben. Für das, was die Kinder dabei erleiden, wurde bisher kein Wort kreiert. Doch sie sind es, die den Preis für die Trennung von Mama und Papa zahlen. Eines dieser Kinder ist der elfjährige Nikolas. Seit der Trennung der Eltern vor acht Jahren lebt er mit seiner 16-jährigen Schwester Christina bei der Mutter. Jedes erste, dritte und fünfte Wochenende verbringen beide Kinder mit dem Vater. Sie rufen ihn an wann sie wollen, schreiben ihm E-Mails und alles läuft in geregelten Bahnen. Bis ein Wochenende im vergangenen Oktober auf einen Schlag alles veränderte.. Der Vater bringt Nikolas nicht zurück. Es beginnt ein monatelanger Kampf um das Kind, der die ganze Familie in Mitleidenschaft zieht. Höhepunkt ist der Vollstreckungsbescheid durch einen Gerichtsvollzieher. Eine gütliche Einigung scheint aussichtslos.
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Ich habe mir den Beitrag angesehen; offensichtlich handelte es sich um diesen Fall:
http://www.vatersein.de/News-file-article-sid-1054.html
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Und wer es verpaßt hat
PHOENIX, 20.11. um 13:30Uhr kommt die Wiederholung.
falls das noch nirgends stand:
Unser Kind gehört mir!
Eltern vor dem Familiengericht
Phoenix, 19.11. um 21:45Uhr
Scheidung. Eine Ehe zerbricht. Eine halbe Million Frauen und Männer sind jährlich davon betroffen - und 170.000 minderjährige Kinder. Um sie entbrennt häufig ein erbitterter Kampf zwischen Ex-Partnern, oft mit verheerenden Folgen für alle Beteiligten. Der Film schildert die gängige Praxis deutscher Familiengerichte.
"Ich bereue keine Sekunde, dass ich ein Kind habe", sagt Michael B., doch dann kommt ein "Aber": Ich weiß nicht, wie lange ich den Kampf um meinen Sohn noch durchstehe. Seine Nerven liegen blank. Seit drei Jahren streitet er mit seiner Ex-Frau um Jonas. Längst kommunizieren die geschiedenen Eltern nur noch über ihre Anwältinnen miteinander: Umgang - wann und wie oft? Übergabe - wie und wo? Und was, wenn Papa-Wochenende - trotz aller Absprachen - wieder einmal nicht zustande kommt? So wie neulich, als Michael mit Jonas dessen achten Geburtstag nachfeiern wollte, aber statt des Kindes nur eine SMS kam: Jonas sei krank und müsse zu Hause bleiben. Dasselbe Spiel am Wochenende danach. Michael will der Willkür seiner Ex-Frau nicht länger machtlos ausgeliefert sein und hofft, dass nun die Richter Frieden stiften.
Zehntausende von Trennungs-Vätern wie Michael haben den Kampf vor Gericht verloren. Manchmal sogar ihre Kinder. Für Jahre. Für immer.
"Umgangsausschluss" heißt das dann und wird mit dem vermeintlichen "Kindeswohl" begründet. Die Richter in Deutschland entscheiden meist zugunsten der Mütter, zugunsten eines traditionellen Familienbildes, in dem die Kinder wie selbstverständlich zur Mutter gehören. Und selbst wenn ein Vater Sorge- und Umgangsrecht hat, so nutzt ihm das wenig, wenn die Mutter nicht mitspielt. Denn die deutschen Behörden setzten häufig die Rechte der Väter nicht durch. Zwangsgeld oder Zwangshaft für die Mütter - das kommt in der Praxis äußerst selten vor.
Sabrina S. hatte sich Jahre lang erfolgreich "verbarrikardiert", den Umgang zwischen Töchterchen Charlotte und deren Vater vereitelt. "Ich wollte diesen Mann einfach nicht mehr in meinem Leben haben", gibt sie offen zu. Doch ihr Plan ging nicht auf: "Lotti" wurde älter, wollte irgendwann von sich aus ihren Vater sehen. "Dagegen kam ich nicht mehr an", sagt die Mutter und hilft der 13Jährigen beim Kofferpacken fürs Papa-Wochenende.
lg, paulina
„Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“ --- Dieter Nuhr

