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Bittsteller bei Antrag auf Freistellung wegen Erkrankung eines erkrankten Kindes

 
(@frodobeutlin)
Schon was gesagt Registriert

Ich freue mich ein Forum für Väter gefunden zu haben. Hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen--
Meine Partnerin und ich (leben unverheiratet) haben einen gemeinsamen Sohn (5), der Asthmatiker ist und von Zeit zu Zeit
aufgrund seines gesundheitlichen Zustands nicht den Kindergarten besuchen darf. Da wir beide berufstätig sind (meine Frau 6 Std.teilzeit/ ich Vollzeit) und auch sonst keine Betreuung im Krankheitsfall organisieren können sind wir auf die Freiststellung angewiesen. Bei meiner Frau klappt dies in der Regel ohne Probleme. Bei mir allerdings gestaltet es sich derart, dass ich mich jedesmal wie ein Bittsteller fühle. Um dies zu vermeiden haben wir kürzlich eine Mandel-OP unseres Sohnes in die Urlaubszeit gelegt, da meine Frau bereits alle 10 Tage aufgebraucht hat und ich wieder schiefe Blicke befürchten musste (obwohl in diesem Jahr weder selbst noch für mein Kind nur einen Tag wegen Krankheit genommen!!!) . Heute morgen allerdings dann der Schock: Meinem Sohn ging es wieder schlecht. Meine Frau geht heute in den Nachtdienst und konnte sich also vormittags um den Kleinen kümmern. Nun wollte ich mir für nachmittags in der Zeit von 14:00  bis 16:30 freinehmen, also quasi Überstunden für die Betreuung meines kranken Kindes nehmen. Morgens in der Arbeit stellte sich dann heraus, dass sich unser Azubi krank gemeldet hat und mein Anliegen wurde von meinem Chef mit den Worten: "Da müssen wir aber erstmal gucken" vertagt. Darauf hin erwiderte ich sinngemäss " Wenn es nicht möglich ist, muss ich wohl zum Kinderarzt und mir eine Krankmeldung für meinen Sohn besorgen". Mein Chef redete darauf hin den ganzen Vormittag nicht mit mir. Gegen 12:00 Uhr erschien dann auch noch der Vorgesetzte meines Chefs und setzte ihn über mein Anliegen in Kenntnis. Als ich kurz darauf dazu stiess wurde ich vom Vorgesetzten meines Chefs mit den Worten "Was ist denn schon wieder mit dem Junior los?" begrüsst.  Daraufhin erklärte ich dass mein Sohn wieder schwere Asthmaprobleme hat, wir die Krankheit nach dem Besuchen einer Asthmaschule besser im Griff haben, es aber immer wieder mal zu unvorhersehbaren Verschlechterungen kommt, die den Besuch eines Kindergartens nicht zulassen. Ich erzählte weiter von einer Notfallsituation, die wir bereits im Vorkindergarten erlebt haben und keinesfalls wieder erleben möchten. Dieser (der Chef meines Chefs) schien mit der Erklärung zufrieden und sagte nichts weiter. In einem anschliessenden 4-Augen-Gespräch erklärte mir dann allerdings mein direkter Chef, dass er von mir menschlich wie er sagte enttäuscht wäre, da er ja in der Vergangenheit sich stets um eine Lösung für mich bemüht hätte. (Anmerkung: Einmal war ich dazu gezwungen meinen kranken Sohn mit zur Arbeit zu bringen) und er fühle sich mit meiner Aussage "dann hol ich mir eine offizielle Krankmeldung" erpresst. Ausserdem trüge er die Verantwortung dass der "Laden läuft". Im übrigen lobte er nochmal ausdrücklich meine Teamfähigkeit und konnte schon deswegen meine Reaktion nicht verstehen.
Nun  meine Fragen:
1.) Ist die Einwilligung meines Chefs auf Freistellung wegen Betreuung eines erkrankten Kindes zwingend erforderlich?
2.) Gibt es eine zentrale Stelle an  die ich mich  wenden kann?
3.) Muss ich Bittsteller sein?
4.)  Wie sollte ich mich künftig verhalten?

Ich habe meine  Empfindungen gegenüber meinem Chef geäussert, und mich sogar für meine aus emotionalen Gründen getätigte Äusserung entschuldigt obgleich ich diese auch inhaltlich vertrete. Ich habe ansonsten zu meinem Chef ein recht gutes Verhältnis und auch das Team ist eigentlich o.K. Nur leider wird wie schon häufiger in  der Vergangenheit manchmal  mit zweierlei Mass gemessen. Da darf beispielsweise der eine Kollege  an mehreren Tagen  in der Woche einfach mal ein paar Stunden wegen DSL Anschluss  nach Hause verschwinden, da spaziert die Kollegin mit ihrem kranken Kind  zur Arbeit (unbezahlte Freistellung) und  verkündet leicht genervt dass sie mit ihrem Sohn der sich den Arm gebrochen hat zum Fussballtraining fährt weil es ja sooo langweilig ist zu Hause, da  geht eine Kollegin nachdem sie morgens hereinspaziert einfach  mal wieder nach Hause weil sie ja sooo schlecht geschlafen hat.
Bei derartigen Kollegen (insbesondere der Kinderlosen) hat man dann immer das Gefühl, dass die Freistellung als Vater mit Freizeit  gleichgesetzt wird, auf die man ja selber irgendwie Anspruch hat.
Kleiner Nachtrag zu der Geschichte mit dem Fussballtraining des Kindes meiner Kollegin: Mein Chef fragte mich anschliessend ob er der betroffenen Kollegin  mal sagen sollte wie ich mich  dabei fühlen würde wenn sie trotz Krankschreibung hereinspaziert käme und derartige Dinge kundtut. Mal ganz  ehrlich: Was denkt man bitte von so einem Chef, der trotz eigener Wut darüber lieber den Ärger seiner Kollegen kundtut, als ihr mal  selbst die Leviten zu lesen.  Wie meine Antwort ausgefallen ist, kann man sich vorstellen. Natürlich wollte ich  das nicht, folglich wurde das Thema unter den Teppich gekehrt. 

Auf anregende Kommentare und  Hilfe von euch freue ich mich sehr

Gruss
Frodo  🙂


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 16.10.2006 19:16
 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi!

Unangenehme Sache, wenn der Chef so handelt...

Schau ev mal hier:

http://www.abc-recht.de/ratgeber/familie/tipps/freistellung_krankheit.php
http://www.fh-osnabrueck.de/5879.html

Und wegen der Gesetzestexte auf http://dejure.org/

Grundsätzlich ist die Zustimmung des Chefs aber nicht notwendig, soweit ich weiß.
Genauere Info bekommst du aber sicher bei der zuständigen Krankenkasse.

lg
vj


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 16.10.2006 20:04