Hallo zusammen,
nach langem Nachdenken habe ich mich dann auch mal hier angemeldet und möchte meine Story darlegen...
Meine Frau und ich waren 11 Jahre zusammen, seit 2008 verheiratet und sind Eltern eines 4 jährigen Sohnes. Wir sind beide Anfang 30, die gemeinsame Firma funktionierte nach 6 Jahren nicht mehr und so führe ich aktuell eine berufliche Neuorientierung durch, die sehr zeitaufwändig ist und noch 1,5 Jahre andauert.
Ein Jahr nach der Hochzeit (2009) ging mir meine Frau das erste Mal fremd, doch wir rauften uns noch einmal zusammen, versuchten es erneut. Doch im Juli diesen Jahres teilte Sie mir erneut mit, dass ich ausziehen solle, Sie übernachtete dann auch direkt auswärts und präsentierte mir einige Tage später Ihren neuen Freund ...
Und so begann der Streß. Umschulung in Vollzeit, daneben Wohnungssuche, Streß mit der Noch-Ehefrau, Ihrem Neuen (drohte mir Gewalt an, ich war sogar bei der Polizei) und mittendrinne unser Kind. Der geriet völlig unter die Räder, wurde von der KM zu Ihrem neuen Freund mitgenommen, bei den Schwiegereltern geparkt und unter der Woche durfte ich abends auf Ihn aufpassen, da Sie unterwegs war. Morgens durfte ich mich um Ihn kümmern, da Sie es nicht auf dem Bett schaffte... die Situation eskalierte dann, als die Schwiegereltern sich weigerten, mir meinen Sohn auszuhändigen, sodass ich kurz davor stand, die Polizei einzuschalten. Der Notdienst des JA ( ein freundlicher Herr übrigens) riet mir jedoch davon ab, da dies, erfahrungsgemäß, zu meinem Nachteil wäre...
Mitte August erfolgte dann mein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung ... auch wenn es eher einer Flucht glich und ich nur mit dem Nötigsten in der neuen Wohnung landete. Kurz zuvor präsentierte Sie mir noch Ihren neuen "neuen" Freund ... der zweite Freund in 4 Wochen.
Der Anfang war wirklich hart ohne Kind. Doch ich zog meine Umschulung weiter durch, ließ mich beraten, fand sogar beim JA Zuspruch und besuchte meinen Sohn, so oft es mir meine Zeiten ermöglichten. Doch die KM sah meine Besuche als nicht ausreichend an, drängte mich zu mehr Zeiten mit dem Kind, wurde mir gegenüber immer aggressiver ... und präsentierte mir dann Freund Nummer 3...
Im Kindergarten explodierte Sie dann eines Tages vollends, als es um die Bildungsdokumentation unseres Sohnes ging. Sie schrie, brüllte und die Erzieherin war sichtlich schockiert, vor allem, weil Sie erkannte, warum unser Sohn sich verhielt, wie er sich im Kindergarten teilweise verhielt: Laut, brüllend, aggressiv. Zudem nässt er sich mittlerweile Nachts wieder ein, was wohl eine direkte Folge der Trennung ist.
Was auch immer ich sage: Es ist falsch!
Wie auch immer ich mich verhalte: Es ist falsch!
Rufe ich an, um mit meinem Sohn zu telefonieren -> falsche Uhrzeit
Rufe ich nicht an -> Vorwürfe deswegen
Besuche ich Ihn -> Ich verhalte mich falsch, Streit, Stress -> Übergabe findet mittlerweile an der Türe statt
Besuche ich Ihn nicht -> Vorwürfe, weil ich Ihn nicht besuche inklusive öffentlichem Angehen deswegen und herablassenden bzw. beleidigenden Kommentaren...
Informiere ich mich über seinen Alltag -> Geht mich nichts an
Mache ich dies nicht -> Ich würde mich nicht für Ihn interessieren...
etcpp...
Ich bin mittlerweile nervlich am Ende. Wenn ich Zeit habe, nehme ich mir diese für meinen Sohn und opfere dafür z.B. nach 19 Tagen Arbeit/Umschulung ohne Pause meinen freien Tag. Ich werde permanent angegangen, ohne ersichtlichen Grund. Freunde, Bekannte und Personen, die meine Noch-Frau im Umgang mit mir erleben, schütteln allesamt den Kopf aufgrund Ihres Verhaltens...
Ich bin einfach nur noch traurig, komme Abends nach Hause, vermisse mein Kind und freue mich zugleich auf die wenige Zeit, die mir noch mit Ihm bleibt. Auch wenn die Abschiede immer in gegenseitigem Heulen enden...
Montag habe ich einen Beratungstermin bei der Caritas mit meiner Noch-Frau... und ich habe vor, jetzt gegen Ihr Verhalten anzugehen... ich bin es einfach nur noch leid, ich mag nicht mehr der Sündenbock sein und habe mich lange genug erniedrigen lassen...auch wenn in meinem Hinterkopf stets die Frage auftaucht: Wie wirkt sich das auf den Umgang mit meinem Sohn aus?
Gibt Sie nach dem Gespräch am Montag keine Ruhe und verhält sich endlich halbwegs normal, werde ich per Anwalt gegen Sie und Ihr Verhalten vorgehen. Bisher ist dies noch nicht geschehen ... ich möchte die Sachen lieber direkt mit Ihr regeln, da ich fürchte, dass ich aufgrund meiner begrenzten Zeit und langwierigen Schriftwechseln, meinen Sohn dann so gut wie gar nicht mehr sehe...
Bezüglich der Scheidung gibt es im Übrigen keinerlei Streß. Beiden Parteien ist klar, dass wir in weniger als einem Jahr geschieden sein werden...daher gibt es bisher auch noch keine Anwälte, die mit im Spiel sind...
Aber ich konnte nicht ahnen, dass Sie bezüglich des Kindes so ein Verhalten an den Tag legt. Ehrlich gesagt, verstehe ich auch nicht, warum Sie dies so handhabt. Sie wirft mir und meinem Sohn Steine in den Weg, erzeugt unnötigen Stress und Streit... aber wieso? Was bringt es Ihr und wieso sieht Sie nicht, was Sie unserem Kind damit antut?
Die Umschulung, die extra Arbeit am Wochenende .. all das mache ich für meinen Sohn und mich, denn Sie geht nicht arbeiten, rennt auf einmal von einem zum anderen Arzt und lebt in den Tag hinein. Am Wochenende ist unser Sohn sehr oft und lange bei Ihren Eltern .. Sie selber verbringt die Zeit nach der "anstrengenden" Woche mit Ihrem Freund ... wie ist so ein Verhalten erklärbar?
Was kann ich dagegen tun, um meine Situation zu verbessern? Mittlerweile gibt es Tage, an denen ich nach Hause komme und sich mir im Flur bereits der Magen verkrampft, weil ich weiß, dass mein Kind nicht da ist und ich wieder ohne Ihn bin ... ich habe Schlafprobleme, merke, wie ich zusehends vor die Hunde gehe und ich nicht mehr lebe sondern nur noch existiere ... vom optimistischen, gut gelaunten, freundlichen und kommuniktativen Zeitgenossen ist nicht viel mehr geblieben als eine Hülle ...
Ich hoffe auf den einen oder anderen Tipp Eurerseits, denn ich weiß wirklich nicht mehr weiter ...
Viele Grüße
Just
Hallo Just,
das deiner Ex nichts mehr an dir liegt, ist sicherlich bitter, aber das ihr scheinbar auch nichts mehr an eurem Kind liegt, ist einfach nur traurig.
Umso mehr musst du jetzt für den Lütten da sein. Sieh es nicht als Opfer an, wenn du deinen freien Tag mit ihm verbringen "musst". Andere Vater hier würden sicherlich Einiges dafür geben, wenn sie dazu überhaupt die Chance hätten. Meiner Meinung nach solltest du eher beruflich zurückstecken und dich um deinen Jungen kümmern, denn so geht er vermutlich ganz unter. Du wirst dich später fragen, warum dir die Kariere wichtiger war, als dein eigenes Kind.
Just my 2 Cents
Brainstormer
Moin.
Da Du in Deinem Post iW nur die Probleme im Umgang mit Eurem Kind bzw das Verhalten der KM zum Kind beschreibst, lasse ich die ganzen übrigen Themen der Scheidungsauseinandersetzung beiseite. Auch gehe ich davon aus, dass das Thema KU kein Streitpunkt ist. :question:
Bleibt der Umgang: Und hier schließe ich mich weitgehend Brainstormer an: wie die KM sich ggü dem Kind verhaelt, ist zwar tragisch und sicherlich in keiner Weise nachzuvollziehen, aber nicht Deine (primaere) Baustelle (wie übrigens auch ihre Männergeschichten!). Du solltest Dir angewöhnen, die Zeit mit Eurem Kind nicht als "Opfer" zu sehen, sondern eben als Selbstverständlichkeit. Und dabei wird es Dir helfen, wenn es einen festen Umgangsrhythmus gibt, der dann von beiden Seiten eingehalten werden muss! Das entlastet Dich dann von den Vorwuerfen und der Willkür der KM und sollte Dir selbst eine bessere Planbarkeit zwischen Job, Vatersein und den nötigen Freiräumen ermöglichen. Kriegst Du das mit Deiner "beruflichen Umorientierung"/ Umschulung auf die Reihe? Eine volle Flexibilität à la "wenn ich Zeit hab, dann kümmere ich mich um unser Kind", kannst Du nun von der KM nicht mehr erwarten. es gilt hier eben, das gemeinsame Elternsein in zwei getrennten Leben unterzubringen.
Und ich rate Dir, einen möglichst großen Anteil an verlässlicher Betreuung fuer Euer Kind zu übernehmen, so unstet wie Du die KM (im Moment?) schilderst. Vielleicht kannst Du ja sogar ein WM mit 50:50 Betreuung anbieten? Und ja, Du wirst überprüfen müssen, ob der derzeit eingeschlagene berufliche Weg, sich mit der gewünschten ( und notwendigen!) Rolle als (Trennungs-)Vater vereinbaren lässt...
Natürlich hängt da dann auch die Fragestellung des KU dran und hier schließt sich der Kreis. Du wirst eine umfassende Regelung mit Deiner Ex treffen müssen. Steht sie beruflich und finanziell auf eigenen Beinen, mag ein gemeinsam vereinbartes WM vielleicht sogar der Königsweg sein, da er keine KU Zahlungen erforderlich macht, aber auch Deiner Ex die Freiräume gibt, die sie beruflich (oder zur Erholung :puzz:) braucht! und dem Kind maximale Zeit mit den getrennten Eltern ermöglicht!
Alles Gute, Toto
Hallo Just,
Willkommen hier im Forum.
Du hast viel Text geschrieben, wobei nicht ganz klar wird, was genau Du eigentlich willst.
Doch die KM sah meine Besuche als nicht ausreichend an, drängte mich zu mehr Zeiten mit dem Kind
Wenn ich Zeit habe, nehme ich mir diese für meinen Sohn und opfere dafür z.B. nach 19 Tagen Arbeit/Umschulung ohne Pause meinen freien Tag.
Das klingt so, als ob Du nur einen Tag/Monat Zeit für Umgang "opfern" kannst, andererseits vermisst Du Deinen Sohn.
Was auch immer ich sage: Es ist falsch!
Wie auch immer ich mich verhalte: Es ist falsch!
Das ist für eine KM nach der Trennung nichts ungewöhnliches :wink:.
Auch wenn die Abschiede immer in gegenseitigem Heulen enden...
Das ist ganz ganz schlecht für das Kind. Versuche Deine Emotionen wenigtens vor dem Kind zu verbergen, denn sonst wird es nur noch mehr in einen Loyalitätskonflikt gedrängt.
Und auch ganz wichtig: keine Diskussionen und Streit in Gegenwart des Kindes. Blocke jeglichen Streit ab, lasse Dich keinesfalls auf irgendwelche Provokationen ein.
Gibt Sie nach dem Gespräch am Montag keine Ruhe und verhält sich endlich halbwegs normal, werde ich per Anwalt gegen Sie und Ihr Verhalten vorgehen.
Was genau soll denn der Anwalt tun ?
Antrag auf Abstellung des aggressiven Verhaltens der KM ?
aber wieso? Was bringt es Ihr und wieso sieht Sie nicht, was Sie unserem Kind damit antut?
Hör auf, Dir diese Fragen über die KM zu stellen, die Du nie beantworten können wirst.
Konzentriere Dich lieber voll auf das Kind und maximiere die Umgangszeiten, überdenke Deine Arbeitszeiten.
Hi Just,
willkommen hier im Forum. In Ergänzung zu Diskuro noch ein paar Tipps:
- Du stehst derzeit noch unter der Fuchtel der KM. Ihr braucht feste und verbindliche Umgangszeiten. Nur so kommt ihr da wieder auf einen Nenner. Ansonsten läuft das Spiel "billiger Babysitter". Dieser Lernprozess kann durchaus etwas konfliktbeladen sein, es lohnt sich aber auch für Deine Selbstachtung.
- Achte auf Dich und Deine Gesundheit. Es bringt nichts, auch noch den letzten freien Tag zu opfern. Deshalb auch planbaren Umgang für beide Seiten. So kannst Du auch feste Ruhezeiten für Dich einrichten. Lies auch bitte mal den Trennungs-FAQ www.trennungs-faq.de . Dieser enthält viele gute Tipps - auch für die Gesundheit.
- Beratung schön und gut. Wenn die KM aber nicht will, wird diese auch nichts bringen. Es ist einen Versuch wert, aber setz bei diesem Vorlauf nicht zu viel darauf. Wahrscheinlich braucht sie hier drastischere Schranken (also vom Gericht) um sie aus ihrem Trott rauszubekommen.
- Zu schließen, dass es bei diesem Vorlauf keinen Stress bei der Scheidung geben würde halte ich - gelinde gesagt - für kurzsichtig. Und wenn ihr in einem Jahr geschieden sein wollt, bedarf es sehr wohl einiger juristischer Vorarbeiten. Das kann im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung auch relativ kostengünstig mit nur einem Anwalt erfolgen. Ob das bei Euch allerdings möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Nur solltest Du hier schon aktiv werden (wenn das Trennungsjahr rum ist).
- Auch Deine Ex hat einen Alltag. Ihr Privatleben geht Dich erstmal nichts mehr an. Genausowenig wieviele Lebensgefährten sie hat. Du musst mit diesen Herrschaften auf der anderen Seite aber auch kein Bier trinken gehen, da es nicht Deine Baustelle ist. Auch Telefonversuche dringen jedesmal in die Privatspähre des Ex-Partners ein. Wenn das von beiden Parteien so gewünscht wird - okay. Ansonsten lass die Finger davon und konzentrier Dich auf realen Umgang. Gruß Ingo
