Eine Geschichte wie...
 
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Eine Geschichte wie viele... vermute ich mal.

 
(@fine2000)
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Hallo zusammen.

Einfach um mal Meinungen und Ideen zu dem Thema einzuholen, das mich momentan extrem überfordert mal eine möglichst kurze Version der Geschichte.

Meine Frau ist thailändischer Abstammung, seitdem sie 18 lebte sie (noch zu kommunismuszeiten) in Polen und war dort verheiratet.
Aus dieser Ehe stammen 2 Kinder, heute 14 und 18.

Anfang 2006 lernten wir uns in Deutschland kennen. ich erfuhr das ein oder andere über ihre Geschichte und ich hatte das Gefühl, wir lägen auf einer Wellenlänge.
Obwohl die Firma für die ich arbeitete kurz vor dem Konkurs stand und es alles nicht so rosig aussah, verhalf ich ihr dann im Juni zu einer Reise zu ihrer Mutter und Familie nach Thailand, die sie schon 8 Jahre nicht mehr gesehen hatte.
Ich weiss, allein dieser Anfang erscheint vielen naiv, kurzsichtig und einfältig. Vielleicht ist es das auch auf eine weise, aber ich hatte zu diesem zeitpunkt nicht das Gefühl, das Geld das war, woran ihr lag.

Nach ihrer Rückkehr, (meine Firma war inzwischen pleite gegangen) bin ich mit ihr nach Polen gezogen, wo ich annehmbare Arbeit fand, Sie hatte dort aus der Ehe mit ihrem (für polnische Verhältnisse gutverdienenden Exmann) eine Wohnung. Dort lebte ich dann zunächst mit Ihren Kindern und es war auch alles recht schön. Dann gab es allerdings ide Flutkatastrophe in asien, von der auch das Haus ihrer alleinlebenden Mutter betroffen war, wofür ich dann letztlich die wenigen, in der Konkursphase doch deutlich aufgezehrten Reserven von etwa 15.000 EUR realiserte um ein entsprechendes Haus zu finanzieren.

Wir hatten auch einen Kinderwunsch, welcher sich dann Anfang 2007 zu realisieren schien.
Mit den Kindern kam ich eigentlich recht gut klar, auch mit unseren Heiratsabsichten und dem Kinderwunsch hatten Sie keine wirklichen Probleme.
Wir heirateten dann auch Ende 2006 (in Deutschland übrigens, da der Wirrwarr der Bürokratie in Polen noch schwieriger war als in Deutschland.

Mitte 2007 kehrten wir dann nach Deutschland ins Ruhrgebiet zurück, da unser Sohn auch aufgrund einer Risikoschwangerschaft in Deutschland geboren werden sollte und auch meine Jobaussichten hier gut waren.
Anfangs war es dann auch hier recht gut, Sie mochte Deutschland deutlich mehr als Polen, die Kinder lebten sich deutlich besser ein als erwartet (auch weil es im Ruhrgebiet eben sehr viele polnischstämmige Menschen gibt, und auch meine Frau, die primär polnisch, englisch und thailändisch spricht hier viele thailändische Freundinnen und Treffpunkte fand).
Ich verdiente annehmbares Geld, es war einfach ein ziemlich normales Leben.

Nach etwa 2 Jahren fiel meiner Frau dann verstärkt die Decke auf den Kopf, das Leben als Hausfrau war nicht wirklich erfüllend für sie, was ich in gewissen Rahmen verstehen konnte.
Sie fing dann an, regelmässig nachmittags (nachdem die Kinder zuhause waren) in der Nähe (sprich 35km weg) bei Freunden zu arbeiten. Im Laden helfen, putzen etc. Sie kam aber immer später nach Hause, und teilweise war es am Ende so, das sie die Woche über sich die Heimfahrt schenkte und quasi am Wochenende daheim war.

Für mich war diese Situation äusserst unbefriedigend, da ich ihre Beweggründe aber ansatzweise verstand und ich dies als Übergang verstand, arrangierte ich mich damit.
Irgendwann vor 1,5 Jahren kam dann die Idee, sie könnte in Baden Baden bei einer Freundin im Restaurant arbeiten und das noch recht gut bezahlt. Ich war von dem Gedanken nicht sehr angetan, weil das nicht meiner Vorstellung normalen familiären Zusammenlebens entsprach, aber ich liess mich darauf ein. Das bedeutete im Klartext das sie 3 Wochen dort arbeitete und dann 1 Woche zuhause war.
Das fand ich den Kindern gegenüber unmöglich, wusste aber, das eine Argumentation dagegen nicht wirklich sinn machte.

Zumal am Anfang ganz klare Ziele standen, die man gemeinsam erreichen wollte, zum Beispiel, das Sie nach Thailand fliegen konnte, Ihre Mutter besuchen, am besten zusammen mit der Familie, Verbesserung der Wohnungseinrichtung und und und.
Wir hatten das auch ganz gut arrangiert, durch Glück hatten wir einen Kindergartenplatz für unseren Sohn in unmittelbarer Nähe, die Schulzeit unserer Kinder liess es zu, das er immer um 14:00 abgeholt werden konnte. Insofern war das logistisch möglich. Gut war es natürlich für die Kinder und die Famile keineswegs.

Da ich eben bestimmte Ziele im Auge hatte (zum Beispiel den Thailandflug etc) hatte ich innerhalb der Famile auch recht schnell das Badboy image. Finanzen sind nunmal auch mein Beruf insofern war ich in meiner Planung und meinen Ausgaben einfach konservativer. Es lief letztlich so, das ich alle laufenden Ausgaben zuzüglich eben des eigentlichen Lebensunterhaltes für 4 Personen bestritt. Sie kam dann wieder, ging mit den Kindern einkaufen und gab dafür auch unsummen aus, es wurde letztlich auch viel Quatsch und Tand gekauft, was ich ihrem Schlechten Gewissen gegenüber den Kindern unterstelle bzw auch ihrer Auffassung davon, wie man Liebe und Zuneigung dokumentiert. Wenn es möglich war, wurden Möbel angeschafft, ansonsten gab es keine Rücklagen, alles übrige Geld verschwand in Einkäufen oder vermehrt im Casino.

So war es dann eben so, das wir unseren eigentlichen Zielen nie wirklich näher kamen, was mich, aber zusehends auch Sie mehr frustrierte. Mit dem Unterschied, das sie letztendlich mich dafür verantwortlich machte und mir vorwarf ihr nicht zu helfen. Das ich letztendlich mein ganzes (garnicht so schlechtes Gehalt) für monatliche Ausgaben für die Famile ausgab, akzeptierte/sah sie nicht wirklich.

Mein Frust wurde auch immer stärker und es kam eigentlich immer bei Ihrer anwesenheit zu streitereien, glückliche Momente wurden selten. Es ging eigentlich ausschliesslich um monitäre aspekte, wobei es dazu schon reichte, wenn ich anmerkte das ich es nicht für zielführend hielt, jetzt irgendeine Anschaffúng oder Geschenke zu kaufen, wenn doch weit wichtigere Dinge auf der Agenda standen. Auch das war ein Problem, da es jeden Tag neue Prioritäten gab, die eine Planung, eine Planbarkeit, ein zielfgeführtes Handeln unmöglich machten. Auch wurde die Art der Auseinandersetzung immer dramatischer: Es gab von Anfang an Situationen, in denen sie extrem impulsiv und auch zerstörerisch tätig wurde... sprich Dinge kaputtwarf, ihr Handy zerstörte, Gläser etc. Dies wurde nun regelmässig. Sie empfand dauerhaft "stress", es war letztlich keine "normale" kommunikation möglich, da jede anderweitige Kompromisslösung generell "stress" bedeutete und in entsprechender Reaktion und vorwürfen endete. Auch war es teilweise selbstzerstörerisch, das jede Diskussion quasi mit einer Flucht ins Casino oder in einen Kaufrausch endete. Was natürlich das Problem selbst weiter verschärfte und zu noch mehr Frustration führte.

Der geneigte Leser mag sich an dieser Stelle fragen, wie naiv der Autor tatsächlich ist. Ich glaube einfach, das diese Entwicklung genauso langsam passierte, das sie mich in diesen Momenten nicht dazu brachte die Notbremse zu ziehen. Zudem bin ich leider eine Person, der sehr leicht "Schuld" auf sich nimmt, und diesen Knopf hat sie natürlich mit ihren Vorwürfen massiv gedrückt. Letztendlich war es ein Machtspiel, was mich konsequent auf die Verliererseite brachte. Auf Ihrer Seite? Naja... ich bin kein psychologe, weiss aber inzwischen das dieses Verhalten bei Ihr auch in ihrer ersten Ehe nicht anders war. Mich hat es sehr hierran erinnert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung#Symptomniveaus in der narzisstischen ausprägung.

Weiter in Teil 2

Bitte an Leerzeilen denken


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 26.06.2012 17:21
(@fine2000)
Schon was gesagt Registriert

Nun werden die meisten wohl vermuten, das hinter alldem mehr steckte. Natürlich, denn auch wenn ich so gut es ging versucht habe, die Augen davor zu verschliessen, mir wurde natürlich auch schnell klar, das man 3.000 Euro in 3 Wochen eher nicht durch Arbeit in einer Bar/Restaurant verdient. Es war mir irgendwann natürlich klar, das es sich hier um einen Klub handelte, auch weil ich wusste, das einige ihrer Freunde ähnliches taten und ich auch wusste, das diese Form der Tätigkeit kulturell bedingt im asiatischen Kulturkreis als durchaus "normaler" angesehen wird als hierzulande. Glücklich war ich damit keinesfalls, es direkt zu thematisieren brachte es aber nicht. Der Kinder zuliebe habe ich erstmal auf die Zähne gebissen, auch in der Hoffnung, das die Erreichung von Zielen oder Teilzielen vielleicht eine Kompromissbereitschaft bewirken wuerde.

Das war die Situation bis vor wenigen Wochen. Dann war es endlich soweit, auch dadurch, das ich 2.000 EUR durch eine Bonuszahlung realisieren, Sie konnte nach Thailand fliegen, und auch noch etwas für Ihre Familie mitbringen. Überraschend kam für mich der plötzliche Vorschlag unseren 4-jährigen Sohn mitzunehmen, so schlecht fand ich das allerdings nicht, ihre Mutter ist schon recht alt und krank, und es lag mir sehr daran, das seine Oma ihn sehen konnte, und er seine Oma kennenlernen.
ich war prinzipiell sehr guter Hoffnung, das dies ein Schritt aus dem dauerhaften Druck und das ganze eine deutliche Entspannung der Lage bringen wuerde. Ich meine schliesslich hatte sie ihre Familie 6 Jahre nicht gesehen, was ich mir schwer vorstelle.

Am Flughafen dann fand eine Hollywoodreife Vorstellung statt: Nachdem meine Frau und mein Sohn eingecheckt waren , fragte mich die Dame am Schalter nach meinem Reisepass. Ich war daraufhin etwas verdutzt, woraufhin sie sagte: "Sie sind doch Herr Schmidt?". Jetzt wird jeder sagen: Gott wie doof ist der denn? Aber ja, ich habe mich auch da beschwichtigen lassen. Sie sagte (wirklich unglaublich überzeugend) sie wisse von nichts, das könne nur sein, weil ihre "Chefin" gebucht hätte.
Wie dem auch sei, ich machte mir meine Gedanken, glaubte aber an das gute im Menschen.

Der urlaub war vorbei, die Stimmung wirklich deutlich gebessert. Nicht durchgängig, aber in der Tendenz. Als sie dann wieder "arbeiten" war geschah seltsames.
Mein Sohn sagte mir, "opa" hätte ihm ein Nintendo 3DS geschenkt. Nicht nur, das ich das nicht wirklich für ein geeignetes Geschenk für einen 4-jährigen halte, auch wunderte mich das, weil Ihr Vater bereits lange verstorben ist. Ich wurde aber erst dann richtig stutzig, als er mir erzählte, "opa" sei auch im Flugzeug gewesen, gätte Mama dauernd geküsst und hätte mit ihm und ihr immer im Bett geschlafen. Das war natürlich heftig. Aber, ich wartete erstmal ab bis sie wieder da war.

Als ich sie fragte, wer denn opa sei, war ihre antwort eine rührselige geschichte, das sei der Mann ihrer Schwester, der keine Beine mehr hätte. Dumm nur, das im Hintergrund eines Bildes das in unserem Wohnzimmer thronte, von *kind* mit Mama im Vergnügungspark im Hintergrund ein Teil von "opa" zu sehen war (laut *kind*). Und dieser Opa hatte definitiv Beine.
irgendwann sagte sie dann "und was wäre wenn das so ist". In dem moment wusste ich natürlich das es wahr war.

Und ich muss gestehen, in diesem Moment brach für mich ziemlich alles zusammen.
Sie redete übrigens ständig darüber, das es ja nur ihr "job" sei, und das sie das für die familie mache, um ein gutes Leben zu haben.
Im übrigen sei es ja meine schuld, da ich ihr nicht helfen wuerde.

Dies war auch die einzige wiederholende Aussage für den Rest des Abends mit viel viel gezeter von ihrer seite und voller Vorwürfe meiner fehlenden Unterstützung und etlichen kaputten Gläsern.
Ich für meinen Teil bin zu meinem eigenen Erstaunen bruhig geblieben, auch stimmlich und habe in keinster weise agressionen gegen irgendwen oder irgendwas gezeigt (wie übrigens auch sonst nie).
Einmal ist mir allerdings rausgerutscht zu sagen, sie könne ja ihre sachen packen und gehen, was ich allerdings widerrief (worauf sie natürlich trotzdem dauerhaft herumritt).
Für mich waren 2 Dinge unglaublich und unfassbar.

Nicht, das sie mein Geld, (meine Unterstützung) letztlich für ihren Liebesurlaub genutzt hatte. Auch nicht, das sie mich "betrogen" hatte (ich nehme ihr in grossteilen wirklich ab, das es sich um ihren "job" in ihren augen handelt). Auch nicht, das sie mit diesem menschen bei ihrer Familie auftaucht, ohne das wir dort gewesen sind, wobei ich derjenige bin, der letztendlich das haus ihrer Familie finanziert hat. Was umso schlimmer wiegt, da sie wollte das ich im Frühjahr mit ihr und unseren kindern dorthin fliege, was mich zum absoluten Idioten gemacht haette (ohne das ich es gewusst hätte).

Nein. es waren 2 Dinge, die für mich unbegreiflich sind. Zum einen diese unglaubliche abgebrühtheit und abgezocktheit. Die fähigkeit, jemanden in dieser Form in die augen zu lügen, selbst dann, wenn man merken muss, das der andere eh bescheid weiss. Und das zweite: wie man das unserem Sohn antun kann, der dadurch sichtlich verwirrt ist. Verunsichert und nicht weiss, was er wie sagen kann, und das gefühl hat er sei an irgendwas schuld. Ein sonnenschein vor dem Herrn. Immer glücklich und föhlich, immer zufrieden mit dem was da ist...er tut mir so leid. Und zudem: mit einem älteren Mann, den man offensichtlich wenige wochen vom sehen kennt, der "Stammkunde" ist, von dem man nichtmal weiss wo er wohnt, in ein Land wie Thailand zu fliegen, wohin viele ältere Herren genau wegen Kindern wie *kind* fliegen, wie verrückt ist das denn?

Nun stehe ich natürlich vor der Frage, wie es weitergehen soll.
Ich glaube kaum, das diese Ehe weiterzuführen ist, in den gesprächen in den letzten 3 Tagen ist die aufnahmebereitschaft quasi gleich 0 gewesen, ich wäre bereit gewesen, einen strich zu machen und unter ganz expliziten vorgaben das ganze weiterzuführen, mit einem gemeinsamen ziel.

Die kompromisslinie ist 0. gerade auch aufgrund dieser feststellung ist einfach das vertrauen in jedes wort, jede zusage gleich 0. Und das ist im Prinzip das ende. So leid es mir vor allem für meine Kinder tut. Die unter dem ganzen sicher am meisten leiden. Es hätte nur dann funktioniert, wenn die Machtverhältnisse in der Ehe komplett umgekehrt worden wären und wenn es eine kompromisslinie beider gegeben hätten. Das ist nicht in sicht.
Ich werde also zusehen, das ich diese Situation beende.

Ich kann unter diesen Umständen nicht mit jemandem als meiner Frau zusammenleben. Ich möchte auch nicht eine heile Welt heucheln, die es nicht gibt.
Daraus ergeben sich für mich einige Fragen zur weiteren Vorgehensweise, wo ihr vielleicht auch Ideen und Erfahrungen habt.
Meine Priorität ist folgende:

Ich möchte *kind* nicht diesem Leben aussetzen, das seine Schwestern führen und führen mussten. Ein Kind, gerade wenn es wie *kind* in diesem Fall ohnehin schon das problem der Sprachschwäche hat; meine Frau spricht kaum deutsch, die Kinder ja, aber untereinander nahezu immer polnisch), braucht stabilität und eine feste, verlässliche Bezugsperson, die eben auch da ist. Den aussagen meiner Frau entnehme ich, das sie in diesem Falle auch bereit wäre *kind* bei mir zu lassen. Ist ja auch für sie der einfachere weg. Ich möchte vor allem auch nicht, das *kind* in diesen Dunstkreis abrutscht. Ich weiss, das meine Frau ihn schon in diese Etablissements bei besuch von Freundinnen mitgenommen hat, und da hat *kind* einfach nichts zu suchen. Auch nicht bei ständig wechselnden bekanntschaften und Opas.

In der Praxis also hiesse das: ich möchte das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Wie gehe ich in diesem Falle richtigerweise vor?

Mein Wunsch wäre, das ich mit *kind* in der gemeinschaftlichen Wohnung bleibe, da dies für *kind* wichtig und perfekt wäre. Hier ist sein Kindergarten, hier sind seine Freunde, hier ist in 2 Jahren seine Schule direkt gegenüber. Allerdings bin ich Vollzeit tätig. Wäre also meist erst gegen 18:00 zuhause. Der Kindergarten schliesst um 14.00. Übergangsweise wäre es sicherlich möglich, das die Mutter seines besten Freundes auf ihn aufpasst in der Zeit. Aber eine Dauerlösung wäre das nicht. Auch wäre sicherlich Tageweise homeoffice durch meinen AG möglich. Aber es blieben Lücken, die zu schliessen wären.

Also würde wohl das Jugendamt als Hilfe eine anlaufstelle sein. Wie sehen die Experten das? Ich hatte vor diesen Schritt vor allen anderen bereits zu gehen und mich bereits vorher über Möglichkeiten zu informieren. Ich will eine Trennung/scheidung (eine scheidung ist eh nicht der primäre Punkt) nicht übers knie brechen im sinne aller. Aber ich möchte dinge bereits im vorfeld geklärt haben.
Welche Hilfe kann ich also vom Jugendamt erwarten?

Ist es richtig /zielführend von mir aus den ersten Schritt dorthin zu gehen, bevor entscheidungen gefallen sind?
Haben Väter dort überhaupt eine chance?

ich hatte vor die geschichte/Situation genauso zu schildern wie sie ist. Auf der anderen Seite lese ich überall, man solle ja nicht "schlecht" über seine frau reden. Was soll ich dann tun?
Wie stehen, im gegebenen Fall unter den Aspekten überhaupt die chancen auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

Das Sorgerecht ansich wollte ich eigentlich garnicht ansprechen. Ich möchte eigentlich, das egal wie es läuft, wir gemeinsam über die wesentlichen Punkte in *kind*s Leben entscheiden. Auch geht es mir nicht um irgendeine beschneidung des Umgangsrechts. Natürlich sollte *kind* seine Mutter sehen, wenn sie es will. genauso wäre es für mich ein riesenwunsch, das *kind* so viel Zeit wie möglich mit seinen heissgeliebten geschwistern verbringt.

Später dann würde sich ja unter anderem auch die Frage des Unterhalts für meine Ehefrau stellen.
Um mal die Aspekte kurz aufzuführen:

Ich verdiene momentan STKl 3 2.500 euro netto zzgl 450 eur kindergeld etwa 4000 eur im jahr sonderzahlungen. Stand jetzt bleiben uns im Monat nach allen Fixkosten bei 2.900 euro etwa 1.200 euro zur "freien" verfügung, sprich essen, kleidung etc. Soweit ich sehe, ist das doch eigentlich durchaus im normalen Rahmen? oder rechtfertigt das die empfindung meiner Frau, wir seien "arm"? Ich empfinde das als guten durchschnitt mit dem man sich nicht jederzeit jeden wunsch einfach erfüllen kann, aber auch nicht so, das man kein normales leben führen könnte?

Meine Frau "verdient" im schnitt, nachdem was ich sehe etwa 3.000 euro in 3 wochen (wobei da wohl die "bocksteuer" schon weg ist).
Sprich meine Frau hat ein deutlich höheres Nettogehalt als ich, was sie jetzt quasi zur freien verfügung hat. Von dem sie eben spielen geht, einkaufen (was auch immer sie dann kauft), geschenke an die kinder verteilt... kosmetik oder was auch immer. Dies wird sich auch auf garkeinen fall im Fall einer Trennung ändern. Also meine Frau wird diesen Job definitiv nicht aufgeben, selbst wenn sie eine andere beziehung hätte. Ohne den hemmschuh *kind* geht das ja auch eher leichter. Sie hat eben den anspruch wie sie heute sagte: auf ein "extra good"life.

Also ein gewisser Luxus darf es schon sein, auch einmal pro jahr nach thailand muss drin sein etc. Dies könnte ja eh nur jemand finanzieren (wenn man diese 3000 Eur als minimum nimmt) der mindestens 8.000-10.000 brutto verdient. Ob der sich allerdings dann eine Familie mit ans bein bindet? Die allerjüngste ist meine Frau mit 40 ja auch nicht mehr ... selbst ich bin ja noch jünger). Wie sieht es dann also mit Unterhalt aus?
Ich von meiner seite würde (selbst wenn berechtigung bestünde) keinen unterhalt haben wollen.

problematisch ist natürlich, wenn ich diese Tätigkeit ihrerseits nachweisen müsste, weil sie diese quasi deutschlandweit ausüben könnte, und letztendlich maximal die zuständie stadtverwaltung über den "bockschein" bescheidwuesste. Oder muesste sie in diesem Fall ihre beduerftigkeit nachweisen?
Bis hierhin erstmal... wenn jemand rat und tipps hat... wuerde mich das freuen.

Danke

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Anm.: Realnames entfernt. Mach dich bitte mit den Forenregeln vertraut.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.06.2012 18:32
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Fine,

willkommen hier - und Ui, ne Menge Informationen.

Was mir wesentlich auffällt sind die kulturellen Differenzen bei Euch - die uns "Westlern" sicherlich sehr strange vorkommen. Ich könnte mir aber einfach auch vorstellen, dass vieles in ihrem Kulturkreis einfach "lockerer" gesehen wird. Da können vielleicht andere Väter mehr zu sagen.

Euer Sohn ist in der Ehe geboren worden soweit ich das verstehe. Hat er die Deutsche Staatsbürgerschaft?

Auf jeden Fall seh ich große Schwierigkeiten in diesem Konglomerat aus Deutsch-Polnisch-Thailändischer Mentalität, gepaart mit offensichtlicher Spiel- und Konsumsucht, auf Dich zukommen. Dazu ist mir die berufliche Tätigkeit Deiner Frau nicht ganz klar. Sie arbeitet also im Rotlichtgewerbe? Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2012 19:56
(@fine2000)
Schon was gesagt Registriert

Ja, mein Sohn ist in Deutschland geboren und hat die deutsche Staatsbürgerschaft.
Er hat auch nur meinen Nachnamen (unser Familienname).
Meine Frau hat ausschliesslich die polnische Staatsbürgerschaft.
Die Heirat hat nach deutschem Recht stattgefunden (EU-Recht).
Die Tätigkeit ist klar im Rotlichtmillieu, dachte das wäre deutlich geworden. Daher auch der Begriff "Stammkunde" und ihre Sichtweise, das es ihr Job sei.
Die kulturellen Differenzen sind erst im Laufe der zeit aufgetreten. Anfangs waren sie kaum vorhanden. Allerdings habe ich eben auch vieles anfänglich verstanden und akzeptiert.
Zumindest dachte ich das ich einiges verstanden hätte.

Die Spiel- und Konsumsucht ordne ich eher in die Kategorie wie schon genannt "borderline" ein, oder (ich bin kein psychologe) als weg der kompensation ständiger innerer unzufriedenheit und leere. Auch ihre Angriffe verbaler art gegen mich, sind derart unlogisch und blödsinnig (und sie ist wahrlich nicht dumm) das ich glaube, das sie ein tiefgreifendes persönlichs Problem hat, das sie einfach glaubt nicht das sein zu können, leisten zu können, was sie oder andere von ihr erwarten. Was zumindest bezogen auf mich blödsinn ist.

Das ganze geht soweit, das sie sich teilweise geld von freundinnen leiht oder Gold versetzt, um nach den 3 wochen mit entsprechender Menge Geld zurückzukommen. (wenn es mal schlecht gelaufen ist) Dabei besteht die notwendigkeit dazu garnicht..., weder erwarte ich irgendwas in dieser richtung, noch besteht die notwendigkeit in einer woche 3000 euro zu verbraten.

Wie gesagt, ich habe wenig Hoffnung, das diese Beziehung noch zukunft hat, möchte aber keine noch schwierigeren Situationen heraufbeschwören oder Dinge unnötig übers knie brechen. Diese Situation selbst jedenfalls muss und wird sich auf die eine oder andere weise ändern, im sinne aller beteiligten, vor allem auch der Kinder. Die schönste alternative wäre, das man auf irgendeine weise zusammenfinden wuerde, das halte ich momentan aber für wenig realistisch. Dazu müsste auch eine gewisse selbstreflektion auf ihrer seite gegeben sein, die ich im moment nicht sehe.

Ich habe ihr ein maximales angebot in den Raum zu stellen, an der Beziehung festzuhalten unter ganz klaren Vorgaben im sinne vor allem der Kinder.
Das finde ich ob der Vorfälle schon ziemlich weitreichend, und würde wiederum einen ziemlichen vertrauensvorschuss von meiner seite bedingen.
Die Vorgaben wären auch garnicht mal so drastisch und hätten keine Änderungen sofort erzwungen, allerdings feste Zielvorgaben für gemeinsame Ziele.
Dies scheint aber nicht wirklich diskutabel zu sein.

Ich möchte meinem Sohn sowas nicht auf dauer zumuten. Und vor allem möchte ich nie mehr ihn eine solche Situation wie die mit "opa" erleben müssen. Auch findet momentan aufgrund der verschiedensten Sympathiekonstellationen in unserer Familie eine schauspielerei statt, das jeder jeden gegen den anderen ausspielt, und das nahezu jede aussage gelogen ist. In kleinem wie im grossen.

Dies ist aber keine dauerhaft tragbare situation.
Was mich extrem belastet in der Vorstellung was zukünftig sein könnte:
Mein Wunsch für meinen sohn beinhaltet letztlich auch eine trennung von seiner halbschwester (14)... und ich weiss das das beide, Sie vermutlich NOCh mehr als ihn schwerst belasten wuerde.
Aber was ist die Alternative? Vielleicht aber auch ein Punkt der eine eventuell irgendwann anstehende Aufenthaltsbestimmungsentscheidung beinflussen könnte.
Wobei ich momentan nicht den eindruck habe, das sie dieses um jeden Preis anstreben wuerde.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.06.2012 20:34
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Fine,

ich muss gestehen hier verlässt mich doch etwas die Möglichkeit zum Ratgeben - sicherlich auch auf Grund der Gesatmkonstellation. Persönlich wären für mich hier schon eine Vielzahl von Gründen erfüllt, warum die Ehe vollständig zerrütet wäre.

Auch wenn dies sicherlich wertend ist, wären dies:
- Arbeit im Rotlichtgewerbe / Vorbild für die Kinder,
- Vertrauensverlust durch Täuschung Urlaubsreise / "Fremdgehen",
- Keine übereinstimmenden Werte insgesamt, insb.  bzgl. Umgang mit Geld,
- Arbeit und Leben Deiner Frau scheinen ausschließlich auf die Befriedigung ihrer selbst bzw. Ihrer Angehörigen im Heimatland ausgerichtet sind,
- Spiel- und Konsumsucht, die auf kurz oder lang auch Dich in das finanzielle Verderben ziehen wird,
- niedriger Integrationswille so wie aus Deiner Beschreibung hervorgeht (seit 2006 in Deutschland, kaum Deutschkenntnisse).

Des weiteren scheinst Du auch keine wirkliche Bindung zu ihren Kindern zu haben, wenn Du schon eine Trennung von der Stiefschwester anstrebst.  

Als Gefahren stehen im Raum: Verbringung des Sohnes ins Ausland um Fakten zu schaffen. Ob ich hier noch "Urlaubsreisen" oder sonst irgendetwas finanzieren würde, würde ich mir schwer überlegen. Sollte dieses Druckmittel zur Sprache kommen, ist eh nur gerichtliche Hilfe möglich.

Ansonsten solltest Du Dir überlegen, inwieweit Du dieses "Konstrukt" noch weiter aufrechterhalten willst - auch im Hinblick auf den Versorgungsausgleich, der u.U. mit jedem Jahr weiterer Ehe noch anwächst.
Hilfreich ist auch noch der Trennungs-FAQ zur weiteren Orientierung: www.trennungsfaq.de

Sicherlich haben unsere anderen Experten auch noch ein paar Tipps für Dich. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2012 21:35
(@fine2000)
Schon was gesagt Registriert

Des weiteren scheinst Du auch keine wirkliche Bindung zu ihren Kindern zu haben, wenn Du schon eine Trennung von der Stiefschwester anstrebst. 

Deine Bedenken teile ich gänzlich. Ich bin mir da auch sehr sehr unsicher. Allerdings bringt es glaube ich auch nicht viel in blinden aktionismus zu verfallen und noch mehr unnötiges Porzellan zu zerschlagen, vor allem im interesse der Kinder.
Ich habe ganz klare vorstellungen davon, wie der weg ausschliesslich aussehen kann, wenn es in irgendeiner Form eine gemeinsame Zukunft geben soll. Dies ist auch ganz klar gesagt worden, und ich werde nun sehen in releativ vorhersehbarer zeit ob sich die dinge in dieser Zeit in dieser Richtung entwickeln. Tun sie das nicht, und deadline ist für mich das Ende der Sommerferien ganz klar, werde ich in anderer Richtung definitiv Fakten schaffen.
Zu deinen Bedenken bezüglich der Kinder: das war vielleicht missverständlich ausgedrückt.

Das Verhältnis ist eigentlich soweit gut, nur ist es natürlich durch die ganzen innerfasmiliären Spannungen in alle Richtungen angespannt und die Kinder sind natürlich auch hin und hergerissen und auch verwirrt.
Fakt ist nur, das ich rechtlich maximal Einfluss auf den Werdegang meines leiblichen Sohnes nehmen kann. Sosehr ich gerne auch für meine Töchter (für mich sinds gefühlt keine stieftöchter) eine bessere Situation schaffen wollen wuerde, ich kann es nicht. Sie könnten problemlos (aus meiner Sicht) auch in der jetzigen familiären Wohnung bleiben, allerdings glaube ich kaum, das meine Frau das wiederum hinnehmen wuerde. Ich weiss zudem auch nicht wie der leibliche Vater in Polen darauf reagieren würde. Rechtlich jedenfalls stehen mir da kaum Optionen offen. Auch schätze ich allen widrigkeiten zum Trotz die Loyalität meiner Töchter gegenüber ihrer Mutter sehr hoch ein, von beiden seiten würde das sicherlich innerlich als "Verrat" empfunden. Blut ist eben, was das angeht auch dicker als wasser, und ich habe da alles verständnis für.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.06.2012 22:44
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin

Bei all dem Gesagtem:

Ich rate Dir, eigene Wünsche erst einmal zu formulieren, dann klar zu denken und sie mit möglichen Inhalten zu füllen. Du kommst mir wie ein orientierungsloser Kompass vor. Zeigst hier hin, schaust Dir das an, Du bleibst quasie ein dritter (unbeteiligter) Beobachter. Freilich - das hilft beim Selbstschutz, ohne Frage. Nur bist Du auch, wenn Du was bewirken möchtest, gezwungen, eindeutige Ansichten zu formulieren, und zwar alle Themen betreffend. Tu dies für Dich, formulliere Dich, definiere Dich selbst. Denn ich kann nicht erkennen, was Du willst, was Du erwartest.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2012 23:38
(@fine2000)
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Du hast recht. genau das habe ich die ganze Zeit im Vertrauen auf besserung getan.
Ich weiss für mich sehr klar wo der weg hingehen soll. Ich habe das auch relativ klar formuliert.
Und ich habe mir eine explizite Deadline gesetzt.
Ich gebe ganz offen zu, das meine Hoffnung ziemlich begrenzt ist. Aus 2 Gründen.
1. Habe ich den schon geäusserten verdacht, das in der persönlichkeit meiner Frau ein strukturelles Problem liegt. Ich bin kein Psychologie, ich kann es nur vermuten und es mir aus der Vergangenheit zusammenreimen. Meine Überzeugung ist, das ihr selbstbildnis und ihre lebensziel definition mit dem scheitern ihrer ersten Ehe traumatisch gelitten hat. Und das sie nunmehr einem sehr seltsam definierten ideal nacheifert und in einer unerreichbaren traumwelt lebt, bei der jeder reale Tag eine neue Frustration sein muss. Ausserdem ist sie in BB von einer Glitzerwelt umgeben, mit Reichtum, leichtigkeit, die einen leicht den Bezug zur echten normalität verlieren lässt. Ob dieses Problem so besteht und ob es sich überhaupt lösen lässt, kann ich nicht bewerten, dazu fehlt mir die psychologische vorbildung. Ich sehe das allerdings kritisch.

2. Strukturelle, über lange Zeit eingespielte defizite in einer Familien/Beziehungskonstellation sind nicht von jetzt auf gleich behebbar. Ich habe das Spielchen zu lange mitgespielt und "Schuld" auf mich genommen, wo objektiv keine war.

Ich habe jetzt die Ansage, was ich erwarte, wo die Grenzen für mich sind klar und nachvollziehbar definiert, und das wird in den nächsten Wochen an vielen Punkten sichtbar werden, ob dies anerkannt und respektiert wird, und ob man einen gemeinsamen weg geht. Das ist die Grundvorraussetzung für eine Zukunft. Tut es das nicht, ist das Projekt für mich erledigt und die Schritte zu einer Trennung sind eindeutig und bereits eingestilt. Im gegensatz zu dem, was in trennungsfaq.de oft genannt wird, ist es in diesem Falle so, das ich im Hintergrund die vorbereitungen treffe für den Fall das es scheitert. In diesem speziellen Falle ist es auch so, das zumindest zum momentanen Zeitpunkt meine Frau in keinem Falle eine Trennung will. Weil es die Lage für sie in jedem Falle komplizieren wuerde, weil manche dinge dann auch leuten bekannt wuerden, denen sie lieber etwas vorspielen möchte. Zumal die Lage momentan sehr komfortabel für sie wäre, wollte sie das spiel so weiter spielen: Ein mann, der sich um alle Dinge zu Hause kümmert, seis monitär, schule, was auch immer, der verlässlich abends zuhause ist, nicht trinkt, sehr viel bereit ist hinzunehmen... könnte sie es besser haben?

Insofern denke ich mir, das ich mir, vor allem auch im interesse der Kinder nichts vergebe, diesen Zeitraum abzuwarten und die Reaktion zu sehen. Vielleicht ist ja doch was verstanden worden. Und wenn nicht? Ich brauche eh eine gewisse Zeit um mich adäquat darauf vorzubereiten, sprich Termine mit dem Jugendamt zu planen, mir hier und woanders Rat zu holen, vielleicht schonmal einen anwalt zu suchen. Einfach auch damit der zweite alternative weg für mich klar planbar und bestmöglich vorbereitet ist. Was sicherlich auch dem dann notwendigen Glück, diese Odysse u.u. durch die Instanzen erfolgreich zu bestehen nicht abträglich ist. Ich bräuchte die Zeit eh, was wuerde es da helfen, Panisch zu handeln, vollendete Tatsachen zu schaffen und dabei vielleicht fehler zu begehen, die im nachhinein unheilbar sind und beispielsweise den fortgang des prozesses torpedieren?

Zudem: warum soll ich den kindern jetzt auch noch die wohlverdienten Ferien versauen.
Manchmal kann so ein urlaub ja durchaus das ein oder andere bewirken. Und wenn nicht? was hab ich verloren? Im zweifel bin ich für das was dann kommt informell und mental eher besser vorbereitet.

Zitat (Vollquoting) entfernt da selbsterklärend


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.06.2012 00:04
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Was glaubst Du retten zu können? Meine Worte zuvor zielten eher darauf ab, dass Du die Dinge herauskristallisierst, wo Du auch echt eine Chance hast, sie umzusetzen. Und zwar völlig aus eigener Kraft. Nur Du hoffst dennoch auf Kompromisse, die wo weiss ich begründet sein sollen. Du bleibst in Deinen Gedanken abhängig von Dingen, auf die Du keinen Einfluss hast, denen Du sogar nicht mal vertraust. Was soll das werden? Wie soll das werden?

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.06.2012 00:13
(@fine2000)
Schon was gesagt Registriert

Du hast absolut recht in deiner Beobachtung.
Ich habe die Dinge nicht in der Hand. Aber sag mir mal die Situationen im Leben in denen man auf alles relevante Einfluss hat? Ist das so in einer funktionierenden Beziehung? Ich glaube kaum.
Es ist tatsächlich so, das mein weiteres Vorgehen in mancherlei Hinsicht eine Reaktion ist, keine reine Aktion. Aber ist das nicht normal?

Zumindest ist es jetzt so, das ich für mich eine entscheidung getroffen habe und ganz klare Rahmenbedingungen definiert, die ich viel früher hätte einfordern sollen. Ob diese nun umgesetzt werden, liegt in der Tat nicht in meiner Hand. Aber in dem Fall ist auch der darauf folgende Schritt kler vorgezeichnet und definiert.

Wie gesagt, da ich nicht wie andere unter dem Druck stehe, das ich eine überrumpelnde und ausgeklügelte Trennung von anderer Seite erwarten muss, bin ich was das angeht in der komfortablen situation, das ich andersherum meine vorbereitungen für eine etwaige trennung sorgfältig und mit bedacht planen und umsetzen kann. Mich entsprechend informieren kann. Aber dabei eben auch beobachten kann, ob dieser (für beide wirklich einschneidende Schnitt) vielleicht eine positive wirkung hat, an die sich anknüpfen lässt. Momentan halte ich eine positive entwicklung eher für unwahrscheinlich. Aber ich verliere momentan auch nichts.

Was mich darin übrigens bestärkt hat: ich hab den kleinen vorhin Baden gebracht, nachdem ich vorher mit ihm radfahren und auf dem spielplatz war, während meine Töchter mit meiner Frau einkaufen waren. Und dabei hab ich dann mit schrecken festgestellt, wieviel der kleine Mann doch schon mitbekommt, obwohl er so wenig redet meistens. ABer da ist es aus ihm rausgebrochen. Wie grosse angst er vor dem allein sein hat. Wie sehr er sich wünscht, das Papa und mama mit ihm im bett sind. Und dergleichen. Und das nicht, auf irgendwelche aufmunternden sugestivansprachen meinerseits, sondern von sich aus in ziemlicher bestürzung. Ergibt sich nicht auch aus solchen situationen heraus genau die verantwortung, die Eltern ihren Kindern gegenüber haben? AUch gegen alle widerstände und wahrscheinlichkeiten zu versuchen, eine kaum existente Chance zu nutzen? Das dies kein endloser versuch werden darf ist mir klar. Ob meine frau das ebenfalls so sieht, werden die nächsten wochen ganz sicher zeigen. Aber Eltern sein heisst generell auch immer Opfer bringen. Und dieses Opfer, das so gesehen keins ist, weil ich dadurch kaumzeit verliere und zudem nicht wirklich alternativen auf die schnelle habe (wobei meine meinung ist, das affektive schnellschuesse immer allen, aber primär den kindern schaden), bin ich bereit zu bringen. Weil der einsatz im vergleich zum möglichen gewinn verhältnismässig gut ist.

Ich stimme dir aber zu, das es schwer zu verstehen ist. Und vielleicht steckt auch eine portion sinnloser hoffnung drin, vielleicht sogar selbstbetrug. Aber das risiko ist in meinen augen momentan überschaubar. Und sollte sich das ändern... bin ich zumindest vorbereitet.
Ich wuerde mich übrigens sehr freuen, wenn mal jemand seine einschätzung zu den Umgangsrechtsfragen und Unterhalt etc mitteilen könnte. Fragen dazu stehen im 2. post.

Dank im übrigen fuer die ehrlichen meinungen und ernsthafte aussagen zu dem geschehenen. Aufbauend mal ein so ehrliches und ernsthaftes forum im ansonsten doch sehr wilden Net zu finden.

Zitat (Vollquoting) entfernt da selbsterklärend
Ähm, es gibt auch den Button "Antworten" 😉


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.06.2012 01:17




(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Diesen Abgrund, den Du gerade selbst erlebst und versuchst (rational) zu verstehen, haben so ziemlich alle hier durch. Wenn ich Dir jetzt sage, Du kannst im Moment gar nicht verstehen, erklären, realisieren - so wirst Du mir widersprechen. Ist normal und ja auch egal, jeder ist selbst. Nur - genau das ist es. JEDER IST SELBST. Was das für Dich bedeutet, wirst Du in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten mehr als hinreichend erfahren. Da musst Du durch, Du hast keine Wahl. Im Moment sollte Dein vordringlichstes Ziel sein, so egoistisch es sich auch anhört - tue was für Dich selbst. Nur wenn Du stark bist Dir gegenüber, kannst Du auch nach aussen stark sein. Und schon allein wegen der Kinder solltest Du das sein. Die haben es viel schwerer, denn sie kapieren überhaupt nicht, was da gerade abläuft.

Mach' also was, was Dich stärkt. Sport, Freunde, Reisen (aber nicht zu lang), Verwandtschaft etc. Suche soziale Kontakte, sei ein Schmarotzer. Das meine ich ernst. Wenn Deine Freunde und Verwandten dies erkennen/Dich erkennen, werden sie es akzeptieren. Dafür sind sie schliesslich (auch) da. Versuche nicht den Alleingang, der isoliert Dich nur vom Rest der Welt.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.06.2012 01:42
(@fine2000)
Schon was gesagt Registriert

Du hast absolut Recht.
Ich versuche auch keinen Alleingang und habe familiär und im Freundeskreis 2-3 Personen, mit denen ich auch die ganze Sache bereits offen besprochen habe.
Auch habe ich das Glück einen guten Arbeitgeber zu haben, der Mitarbeiterberatung (auch für solche Themen) über das Fürstenberg Institut anbietet (falls das jemandem was sagt), die auch recht hilfreich ist.
Allerdings habe ich im Moment nicht wirklich das Gefühl vor dem Abgrund zu stehen, sondern vielmehr zum ersten Mal seit längerer Zeit wirklich Handlungsoptionen in der Hand zu haben und nicht spielball zu sein. Auch sind die Machtverhältnisse deutlich umgekehrt.

Ich weiss das es alternativen gibt, sofern sich die Situation nicht in meinem Sinne ändert, und ich weiss, das ich diese Alternativen auch ergreifen werde.
Ich habe nicht wirklich Angst vor dem was kommt, weil beide möglichen Optionen in meiner Sicht eine Verbesserung der Situation darstellen.
Mich interessieren jetzt momentan primär die genauen Gegebenheiten und Möglichkeiten im Falle einer Trennung, die Einschätzung der Chancen und die entsprechenden Vorgehensweisen.

Nach allem was ich hier und anderswo gelesen habe, hängt vieles davon ab, wie man sich und seine vorstellung der problemlösung präsentiert, und wie gut man es vermeiden kann in emotionale Fallen zu tappen und somit auch vor Gericht oder Ämtern sich den schwarzen Peter zuschieben zu lassen. Da ich mir schon zutraue, meinen Standpunkt und die Geschehnisse sachlich genug und klar zu verbalisieren, sehe ich da nicht so schwarz, auch wenn es keine Garantie gibt, das meine Vorstellungen sich realisieren lassen.

Mein Eindruck nach einiger Lektüre hier ist, das Frauen oft deshalb erfolge erzielen, da sie die emotionale erregung des Partners erfolgreich in Fehler von seiner Seite ummünzen können, die sie in einem deutlich besseren Licht erscheinen lassen, und auch weil es ihnen gelingt, sich in einer opferrolle darzustellen. Diesen Fehler möchte ich versuchen zu vermeiden.

Das ist auch ein Grund warum ich nun keinen Schnellschuss anstrebe sondern mir erst die notwendigen Informationen und strategien aneignen will.

Klar gibt es momente an denen ich die wände hochgehen und nägel mit köpfen machen will... ich glaube aber nicht, das dies mir, meinem sohn, noch sonsteinem beteiligten wirklich dienlich wäre.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.06.2012 14:43