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Darf das sein? Macht das Sinn?

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 AJA
(@aja)
Registriert

Eine gescheiterte Beziehung auf die**tsts - ID 10**uelle Basis zu schieben ist bei den meisten die einfachste Art, eine Erklärung für das Scheitern zu finden.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass die sexuelle Basis in den allermeisten Fällen, wie auch der Fragende eingeräumt hat, nicht von Anfang an nicht gestimmt hätte. Am Anfang prickelt es eben noch und wenn dann langsam der Alltag einkehrt, zeigt es sich, ob die Beziehung so harmonisch ist, dass es eben auch auf dieser Basis gut und erfüllend weiter geht. Dafür kenne ich nun wirklich genügend Beispiele. Die einen arrangieren sich damit, die anderen leben unglücklich damit weiter, andere arbeiten gemeinsam daran und schaffen es, wieder andere trennen sich und tappen beim nächsten Partner in die gleiche Falle. Denn auch da kehrt früher oder später der Alltag ein. Letzteres aber bitte nur dann so zu sehen, wenn das Drumherum eben nicht so stimmt oder gestimmt hat, wie ich es hier vermute.

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2005 17:23
(@solstart)
Rege dabei Registriert

wieder andere trennen sich und tappen beim nächsten Partner in die gleiche Falle.

Stimmt, gibt genügend Beispiele die daraus für sich selber nichts herausholen und quasi ein Loch mit dem anderen stopfen.
Das sind dann die schmallippigen mit den Wintergesichtern. :knockout:

LG solstart


Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein

AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2005 17:56
(@septime)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Fragender,

ich bin nicht davon überzeugt, dass du einen übermäßig stark entwickelten männlichen Trieb hast. Ich denke eher, dass deine Gedanken verständlicher Weise sehr um das Thema kreisen, weil sich da seit Jahre soviel Frust angesammelt hat.
Ich fasse mir jetzt mal den Mut, das Ganze aus weiblicher Sicht ein bisschen ausführlicher darzustellen. Aja hat ja schon den Anfang gemacht.

Deine Frau, die sich früher, wie du dich noch erinnerst, nach der körperlichen Liebe mit dir gesehnt hat und anscheinend überhaupt nicht unsinnlich und unerotisch war, mag nicht mehr.
Was ihr früher die Erfüllung eines Wunsches (!) war, ist ihr seit einiger Zeit nur noch Dienstleistung. Ich bin, ehrlich gesagt, auch durch diese Phase gegangen und mein Mann natürlich mit mir, deshalb kann ich aus Erfahrung etwas dazu sagen.

Deine Frau fühlt sich offensichtlich ausgelaugt oder ausgebrannt. Der Job bringt vielleicht mehr Anstrengung und Routine als Erfüllung, die Kinder erlebt sie vielleicht ebenfalls als anstrengend und - wenn sie noch so klein sind, ganz normal - sehr fordernd, sodass sie das Gefühl hat, nie genug zu tun und zu geben. Und als Ehefrau ist sie nun auch noch eine Versagerin, weil sie ihren Mann nicht glücklich machen oder wenigstens zufriedenstellen kann.

Viele Frauen und Mütter haben dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein in der heutigen Zeit. Könnten sie nicht beruflich noch mehr leisten? Müssten sie ihren Kindern nicht gleichzeitig eine bessere Mutter sein: verständnisvoller, vorbildlicher, fröhlicher und zupackender? Und sollte es nicht leichter fallen, außerdem noch eine attraktive Geliebte für den Mann zu sein?

Der Ehemann ahnt von solchen deprimierenden Gedanken oft lange nichts und stellt vielleicht nur fest, dass sie überempfindlich geworden ist, ständig schlechte Laune hat und keine Lust mehr auf S*x. Und kommt im Fernsehen eine Liebesszene, die dem Mann ein genüssliches Lächeln auf die Lippen zaubert, schaut sie mit verkniffenem Mund beiseite und denkt sich, dass die zum Glück nicht wissen, was sie in der Zukunft erwartet.

Was will ich sagen? Diese Art von Unzufriedenheit ist ein Dauerstress, der sich meist auch in körperlichen Verkrampfungen und Verspannungen äußert. Da können z.B. Massagen vom Partner helfen, nichts besonderes, nur eine wohltuende Rückenmassage etwa.

Vielleicht hast du jetzt den Gedanken: "Na gut, von mir aus, aber warum muss das alles so kompliziert sein?"
Jemand hat hier in der Diskussion gemeint, deine Frau würde sich dir vielleicht aus Protest verweigern. Sicher, so etwas gibt es immer wieder. Aber meist ist es so, dass die Frau in diesem Fall nicht nur die S**ualität ihres Mannes ablehnt, sondern vor allem ihre eigene!

Kannst du deiner Frau helfen, dass sie sich besser fühlt und schließlich auch ihre S**ualität nicht mehr verleugnet?
Ich kann es natürlich nicht wissen. Und ich verstehe, wie stark die Versuchung für dich sein muss, zu jener anderen Frau zu gehen, die offensichtlich mit sich im Reinen ist und dir selbstbewusst und neugierig gegenüber tritt, voller Offenheit und Sehnsucht, mit dir viele Erfahrungen zu teilen.

Wenn es möglich ist: sei aufmerksam zu deiner Frau. Vielleicht kannst du versuchen, ihr so zuzuhören, als würdest du sie erst seit kurzer Zeit kennen. Vielleicht kannst du dich ab und an bemühen, ihre Wünsche zu erraten oder sie auf liebevolle Weise danach zu fragen. Oder du hast Ideen, wie du ihr manchmal eine kleine Freude bereiten könntest. Und das Wichtigste: schiebe für dich den Gedanken beiseite, dass sie dir, wenn du dir schon so außer der Reihe Mühe geben sollst, dann wenigstens eine s**uelle Belohnung schuldig ist!

Eine Ehebratung ist sicher prinzipiell eine gute Idee. Deine Frau mag bisher das Gefühl gehabt haben, sie sollte dort irgendwie dazu gebracht werden, sich abzufinden oder endlich normal zu "funktionieren" (!). Und wenn sie weiß oder auch nur ahnt, dass da eine andere Frau ist, kann es sein, dass sie nicht von sich aus die Kraft aufbringt, sich wieder mal Mühe zu geben (um die Erhaltung eurer Ehe) und dann vielleicht ein weiteres Mal in ihren Augen zu versagen.

So, jetzt habe ich dir mein langes Geschreibsel zugemutet und wenn du jetzt denkst, das hörte sich ja nicht gerade danach an, dass es einen einfachen Weg geben würde, aus deiner Frau und dir wieder ein Liebespaar zu machen (was ja nicht heißt, dass man ständig engumschlungen auf Wolke Sieben schwebt ), dann hast du Recht!
Ihr müsstet es zumindest beide wollen.

Zu dem Thema, ob man der Kinder wegen eine Ehe nicht auch auf rein kameradschaftlicher Basis aufrecht erhalten sollte, haben dir ja andere schon ihre Meinungen geschrieben.

Ich wünsche euch alles Gute!

Septime


"Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur, wie sie meinen, dass sie sich zugetragen hätte."
(Georg Christoph Lichtenberg)

AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2005 20:35
(@gsper98)
Schon was gesagt Registriert

Natürlich ist die Entscheidung, aus einer bestehenden Ehe wegen großer sexueller Differenzen auszubrechen, schwierig und sollte wohl bedacht sein. Wenn jeodoch die drei Säulen einer Ehe (soziale, wirtschaftliche und sexuelle Einheit) von der weiblichen Seite permanent in Frage gestellt werden, dann sollte der Mann schon ernsthaft den "Absprung" überlagen und wagen.

Ick kenne das Ganze auch aus der eigenen Ehe, also ertwas an eigenen Erfahrungen: Der letzte **. vollzogene Kontakt fand 1986 bei uns statt. Bei Beratungsgesprächen (versch. Organsiationen) wurde ich als Mann nur darauf hingewiesen, Geduld zu haben, verständnisvoll zu sein, keine eigene sexuellen Ansprüche zu haben uns sogar Selbstbefriedigung zu unterlassen (das würde die Frau nur als abstoßend und ekelhaft empfinden). Außerdem wäre ** sowieso nichts mehr für einen Mann dieses Alters (O-Ton meiner Frau). Argumente in diesen Gesprächen wurden von meiner Frau stets im nachhinein als Waffe in der ehelichen Auseinandersetzung verwendet, Ermahnungen dieser Stellen an sie zwecks Verhaltensänderung wurden geflissentlich übersehen. Schließlich gab mir ein ganz normaler Arzt während einer Kur den Rat, auch an mich selbst zu denken. In diesen verqueren Zeiten hat auch ein Mann das Recht, an sexuelle Befriedigung zu denken. Eine Ehe taugt nicht mal 5 Pfennig, wenn diese natürlichen Ansprüche verleugnet werden , nur weil die Frau inzwischen das Klimakterium erreicht hat.
Übrigens mich hat das Ganze (nach eigeen langwierigen Kämpfen) dazu gebracht, auch meine bisexuellen bzw. homosexuellen Triebe anzuerkennen...und ich fühle mich wirklich besser seit dieser Zeit (sprich seit ca. 2 Jahren). Vielleicht ein bißchen gewagt für dieses Forum, aber ....(/ihr wißt schon).

Mein Ratschlag also - überlege gründlich..und dann zu der Entscheidung stehen.


AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2005 22:58
 AJA
(@aja)
Registriert

Septime, super! Du hast viele meiner Gedanken ausführlich geschildert, die man bei mir wahrscheinlich höchstens zwischen den Zeilen lesen konnte 😉

Wenn es möglich ist: sei aufmerksam zu deiner Frau. Vielleicht kannst du versuchen, ihr so zuzuhören, als würdest du sie erst seit kurzer Zeit kennen. Vielleicht kannst du dich ab und an bemühen, ihre Wünsche zu erraten oder sie auf liebevolle Weise danach zu fragen. Oder du hast Ideen, wie du ihr manchmal eine kleine Freude bereiten könntest. Und das Wichtigste: schiebe für dich den Gedanken beiseite, dass sie dir, wenn du dir schon so außer der Reihe Mühe geben sollst, dann wenigstens eine s**uelle Belohnung schuldig ist!

Das ist genau das, was ich dem beschriebenen Paar geraten habe. Aufmerksamkeit und Zuneigung zeigen, OHNE dass die Frau "Angst" haben muss, dass dafür eine "Belohnung" fällig ist. Es dauert nicht lange, glaub mir, bis das Vertrauen und das Selbstbewusstsein wieder kommt. Es ist nun mal einfach so, dass je fordernder der Mann wird und je grösser seine Erwartungshaltung, und je ÜBERforderter gleichzeitig seine Partnerin ist, umso grösser die Abwehrhaltung der Frau wird. Sie kann sich nicht mehr fallen lassen. Und dieses Fallen lassen ist einer der wichtigsten Faktoren für eine wirklich erfülltes S*xerlebnis.

Und ich verstehe, wie stark die Versuchung für dich sein muss, zu jener anderen Frau zu gehen, die offensichtlich mit sich im Reinen ist und dir selbstbewusst und neugierig gegenüber tritt, voller Offenheit und Sehnsucht, mit dir viele Erfahrungen zu teilen.

Mhm, und damit das gleiche Bild bietet, wie die eigene Frau seinerzeit auch?

Siehe dazu mein anderes Post - am Anfang die Euphorie, und dann der Alltag :exclam:

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2005 01:16
(@solstart)
Rege dabei Registriert

@ Septime

Wunderbar, hat mich beim lesen grade umgehauen, war kurzfristig der Meinung du wärst meine Ex, nur mit dem Unterschied, dass die das, als ich den von dir beschriebenen Weg einschlug, rigoros ablehnte mit dem Globalargument "jetzt kommt er mit soner Nummer um die Ecke" und die Ablehnungshaltung nur noch verhärtete. 😮

D.h. : Wir saßen schon länger im Mist und der war größer als vermutet.

Und damit komme ich zum gsper98ér post und kann ihm nur zustimmen. Auch ich kann heute meinen Wunsch an sexualität ausleben, ohne mich in der Beziehung als sextistisch bezeichnen zu lassen und für, wenn wir mal ehrlich sind eine der schönsten "Sache" der Welt, nicht mehr zu rechtfertigen.

Ich habe es so empfunden, dass es als Werkzeug benutzt wurde, das ist ziemlich mieß und hinterläßt in der Seele ganz schöne Macken.
Vorrausetzung dazu: Wir hatten irgendwann aufgehört miteinander zu reden!!!!!

Das ganze ist im übrigen kein "männerspezifisches" Problem, sondern betrifft beide Geschlechter.

Welche Frau hat auch Bock auf Ballonseide, Doppelripp und ne Dose Aldis Rache ---- welcher Mann hat bock auf Kittelschürze, Lockenwickler und Füßlinge. 😀 😀
Bitte nicht ganz ernst nehmen, aber das ganze ist ein miteinander in allen Bereichen.

@aja

---Mhm, und damit das gleiche Bild bietet, wie die eigene Frau seinerzeit auch?

Siehe dazu mein anderes Post - am Anfang die Euphorie, und dann der Alltag ---

Stimmt nicht!!! Wenn du das was in der ehem. Beziehung passiert ist mit Selbstkritik und Objektivität verarbeitest, ist es möglich, nicht mehr in die Klinge der "Gewohnheit und Lethargie" zu laufen.

Selbsterfahrung 🙂 🙂

Gruß Solstart

[Editiert am 8/4/2005 von Solstart]


Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein

AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2005 10:17
(@septime)
Schon was gesagt Registriert

@Aja

Manchmal klappt die erotische und s**uelle Wiederannäherung und ich kann mir vorstellen, wie froh es dich gemacht hat, in einem konkreten Fall dabei sozusagen mitgeholfen zu haben!

Allerdings ist die Situation halt manchmal auch zu verfahren, als dass es einen einfachen und kurzen Weg zum wiedergefundenen Glück gäbe. Wie gesagt, es müssen beide wollen, was ja in dem von dir geshcilderten Fall auch so war.

@solstart

Dass ich dich an deine EX-Frau erinnert habe, das nehme ich mal hin (was bleibt mir auch anderes übrig ;-)).
Ich denke, jede(r) von uns spricht hier von seinen eigenen Erfahrungen. Die sind natürlich weder umfassend noch allgmeingültig und das wissen wir wohl auch alle.

Ich kann mir den Fall auch denken, dass man mit jemandem eine Partnerschaft eingeht, mit dem man von vornherein in s**ueller Hinsicht nicht zusammen passt, was man nur nicht wahrnimmt bzw. nicht wahrnehmen will. Oder man denkt, es würde sich schon "irgendwie" noch einrenken.

In unserem Fall war das nicht so und mein Mann konnte sich meine anhaltende Unlust nur mit dem Verdacht begründen, es müsste da einen anderen geben.

Uns hat gerettet, dass wir immer miteinander geredet haben, was manchmal anstrengend bis zur Erschöpfung war. Dabei kamen dann Dinge zum Vorschein, deren Aufarbeitung oft nicht einfach war.
Für manche ist so etwas dann "Psychokram" und sie sind der Meinung, eine gute Beziehung müsste ohne das auskommen.
Meine Meinung ist eher, dass man an einer Beziehung ständig arbeiten muss oder, wenn das Wort zu unpassend klingt, dass man sich von dem Gedanken verabschieden sollte, sie könnte auf Dauer im Selbstlauf gelingen.

Viele Grüße, Septime


"Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur, wie sie meinen, dass sie sich zugetragen hätte."
(Georg Christoph Lichtenberg)

AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2005 11:34
(@fragender)
Schon was gesagt Registriert

@All

Ich bin überwältigt und dankbar für Eure vielfältigen Reaktionen. Daß ich mich momentan nicht einschalte in die Diskussion hat einen ganz einfachen Grund: Ich versuche momentan Eure Antworten zu sortieren und mir die (für mich) wichtigesten Denkanstöße herauszuschreiben um meinen Kopf etwas klarer zu bekommen. Es läuft offenbar auf genau(!) zwei Möglichkeiten hinaus:

1. Ich rede (zum wiederholten Male) mit meiner Frau, und wir beide beschließen (jetzt) daß sich etwas ändern muß und wir uns BEIDE ändern wollen.
2. Ich ziehe einen klaren und endgültigen Schlußstrich, verarbeite das ganze, damit mir (und meinen zukünftigen Partnerinnen) das 'Einschleifen der Gewohnheit' in Zukunft nicht noch einmal passiert.

Keine dieser beiden Möglichkeiten ist einfach, und eine Entscheidung fällt mir unendlich schwer...

Was mir auch noch durch den Kopf geht (und was bislang noch nicht ausführlich diskutiert wurde) sind die Kinder: Wieviel Gewicht sollte das Vorhandensein von Kindern bei einer solchen Entscheidung spielen?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 08.04.2005 13:07
(@papa-nico)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Fragender!

Was mir auch noch durch den Kopf geht (und was bislang noch nicht ausführlich diskutiert wurde) sind die Kinder: Wieviel Gewicht sollte das Vorhandensein von Kindern bei einer solchen Entscheidung spielen?

Welche der beiden Varianten du durchdenkst, die Kids sind immer mit einer Gewichtung von fast 100% dabei. Ob nun Trennung oder ein Neuanfang - bedenke immer, dass der ordentliche Umgang mit den Kids bestehen bleibt!

Nico


Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an - Und handelt.
(Dante)

AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2005 13:25
(@fragender)
Schon was gesagt Registriert

@Nico

ich glaube ich habe mich mißverständlich ausgedrückt: Selbstverständlich wollen (und WERDEN) sowohl miene Frau als auch ich in JEDEM Falle das WOhl der Kinder im Auge behalten! Wir sind uns beide einig, daß die Kinder nicht mißbraucht werden dürfen. Und wir sind uns auch beide sicher, daß wir dem anderen in dieser Hinsicht voll und ganz vertrauen können.
Es ist nur so, daß ich ab Herbst für mindestens 1.5 Jahre beruflich ins Ausland gehe. Daraus ergibt sich dann natürlich die Frage, wie der Kontakt im Falle einer Trennung zu den Kindern aufrechterhalten werden kann (e-mail, Photos, Anrufe, etc...), aber das meine ihc hier nicht.
Ich wollte mit meiner Frage darauf hinaus, ob DAS ein Grund sein kann/darf/soll/muß KEINE Trennung herbeizuführern, sondern weiter miteinander zu leben, selbst wenn man sich dabei verbiegen muß.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 08.04.2005 14:04




 AJA
(@aja)
Registriert

Stimmt nicht!!! Wenn du das was in der ehem. Beziehung passiert ist mit Selbstkritik und Objektivität verarbeitest, ist es möglich, nicht mehr in die Klinge der "Gewohnheit und Lethargie" zu laufen.

Das ist mir auch klar, solstart, und ich selbst habe meine gescheiterte Ehe auch zu diesem Zweck "genutzt". Dennoch bin ich der Meinung, dass die meisten, die aus DIESEM Grund Hals über Kopf zu einem anderen Partner flüchten genau diese Reflexion noch nicht hinter sich haben und von daher leicht in die gleiche Falle tappen.

@Fragender

Ich wollte mit meiner Frage darauf hinaus, ob DAS ein Grund sein kann/darf/soll/muß KEINE Trennung herbeizuführern, sondern weiter miteinander zu leben, selbst wenn man sich dabei verbiegen muß.

Wenn du dich auf Dauer zu sehr verbiegen musst, werden das die Kinder auch spüren. Ob dieser Zustand einer Trennung unbedingt vorzuziehen ist, wage ich zu bezweifeln.

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 08.04.2005 16:09
(@fragender)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Ihr,

es sind ein paar Wochen vergangen und es hat sich einiges getan.

Es fällt mir schwer Worte dafür zu finden, zusammengefaßt könnte man sagen, ich fühle mich innerlich zerissen. Ich habe versucht mich von meiner Frau emotional zu trennen, aber ich habe es nicht geschafft. Ich habe nie wirklich alleine gelebt, und das rächt sich jetzt. Ich bin nicht frei genug mich gegen meine Frau zu entscheiden. Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht! Die neue Frau ist wundervoll, aber sie will, kann und soll mich nicht auffangen, denn durch das hier muß ich alleine durch. Ich habe - obwohl jede meiner Fasern nach der neuen Frau schreit - die Beziehung zu ihr beendet. Das erste mal in meinem Leben (ich bin 34) fühle ich mich einsam. Ich glaube, ich hätte glücklich werden können, mit der neuen Frau, aber nur wenn ich vorher auf eigenen Beinen hätte stehen können - ich dachte immer, ich wäre ein selbstbewußter und selbstsicherer Mann, aber das ist nun alles zusammengebrochen. Das, was ich mit der neuen Frau erlebt habe, das bereue ich nicht, ich liebe sie, aber ich komme aus meinem alten Leben nicht los, anders ausgedrückt: Die neue Frau hat mich nicht verdient! Also habe ich mich dafür entschieden nocheinmal alles was ich noch habe (und das ist nicht mehr viel) in meine Ehe zu investieren. Meine Ehefrau weiß noch nicht, ob sie mich 'zurückhaben' will. Und selbst wenn, dann muß sich unsere Beziehung gewaltig ändern. Ich muß an mir arbeiten um selbstständiger zu sein. Ich muß meine Ehefreu im Alltag stärker entlasten... und dann bleibt nur zu hoffen, daß es klappt und wir nicht in alte Muster zurückfallen und alles so weitergeht wie zuvor, denn dann würden wir in Kürze wieder auf den Abgrund zusteuern...

Ich darf nicht mehr das 'dritte Kind' in unserer Ehe sein, sondern muß endlich ein echter Mann und Vater werden. Bislang habe ich nicht gedacht, daß ich jemals solch einen Unsinn von mir geben würde, aber momenatn erscheint es mir gar kein Unsinn mehr zu sein. Ich hatte nie einen Vater (oder etwas vergleichbares), der mir als Vorbild hätte dienen können, und möglicherweise rächt sich das nun bitter.

Ich finde es unglaublich schwer mich emotional von der Frau, die ich kennengelernt habe und in die ich mich so unglaublich verliebt habe, zu lösen. Ich hoffe, daß meine Entscheidung zu veruchen meine Familie zu retten die richtige ist und ich nicht irgendwann anfange diese Episode in meinem Leben als _verpaßte_Chance_ für eine Befreiung, sondern als _genutze_Chance_ für eine glückliche Ehe zu sehen ...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.04.2005 19:32
(@andreadd)
Registriert

Hallo Fragender,

mir scheint, dass eine Ursache des Problems vielleicht sein könnte, dass du dich sehr früh gebunden hast. Du schreibst, du bist heute 34 Jahre alt und deine Frau ist dir schon 15 Jahre lang Freundin. Da ist es gar nicht mal so verwunderlich, dass du zwischendurch auf den Gedanken gekommen bist, auszubrechen und etwas anderes machen zu wollen.

Ich finde es toll von dir, dass du dein eigenes Verhalten analysierst und auf den Prüfstand stellst. Scheinbar bist du ja einigen Antworten schon auf die Spur gekommen.

Es bleibt dir nur zu wünschen, dass deine Frau das auch entsprechend honorieren kann.

Viel Glück!

Andrea


Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama

AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2005 20:18
 AJA
(@aja)
Registriert

Lieber Fragender,

ich habe in diesem Forum schon mehrmals von dem Paar erzählt, dass sich nach mehr als 30 Jahren Ehe getrennt hat. Grund: nach mehr als 10 Jahren wie "Bruder und Schwester" nebeneinander her leben, hat er seine "Traumfrau" kennen gelernt. Inzwischen hat er sich jedoch, mit mindestens eben so schwerem Herzen wie du, wieder von ihr getrennt. Er und seine Frau wollen es nochmal versuchen.

ABER :note: : Aussage ihres Therapeuten - wenn Sie wollen, dass es hundertprozentig schief geht, dann machen Sie gleich so weiter wie bisher. Oder anders ausgedrückt: erst mal eine Trennung, wenn möglich auch eine räumliche und dann mit vielen, vielen Gesprächen das Vergangene aufarbeiten. Wenn da beide mittun haben sie gute Chancen. Aber unreflektiert wieder zurück ins alte Geschehen zu gehen, sei im Grunde von vorneherein zum Scheitern verurteilt.
Klingt für mich logisch.

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2005 21:17
(@wolfsfrau)
Rege dabei Registriert

Hai Fragender,

ich kann mich nur AndreaDD und vor allem AJA anschließen.

Meine Erfahrung in solchen Dingen bestätigt, wenn ihr (Ehefrau und du) euch nicht erstmal "richtig" räumlich trennt, bekommt die wirkliche Versöhnung keine Chance.
Tut mir leid, wenn ich dir nichts anderes sagen kann.

Was ich toll finde, ist, dass du deine Themen ganz genau definieren kannst, das ist die "halbe Miete", will heißen, da kannst du für dich ansetzen und anfangen zu arbeiten. Hey, wie viele schaffen nicht mal das (?) also von mir ein dickes Lob und "Hut ab"!

Eigentlich klingst du doch recht entschieden in die Richtung, dass du deine Ehe retten willst (von Familie will ich jetzt mal nicht reden, das steht auf einem anderen Blatt). Oder hab ich das nicht richtig verstanden?
Magste mir erklären, wie es da bei dir steht?

Herzliche Grüße
Wolfsfrau


AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2005 21:40
 AJA
(@aja)
Registriert

Ach ja, und was ich noch vergessen habe (in Anlehung an Wolfsfrau):

Mach dir keine Vorwürfe, sondern versuche, aus dem zu lernen, was du für dich festgestellt hast. Als ich meinen Ex kennen lernte war er 20 Jahre alt und völlig unselbstständig. Erst hat alles seine Mutter für ihn geregelt, später hat das seine acht Jahre ältere Schwester übernommen und tut es jetzt, nach der Trennung wieder. Ich war 21 und hatte schon zwei längere Beziehungen hinter mir. Ich habe mich sowohl beruflich, als auch emotional weiter entwickelt, habe meine eigenen Ideen und Lebensstrategien entwickelt. Er zog mit, war ja auch bequem, aber es kam NICHTS von ihm. Er hat beruflich nichts auf die Reihe gebracht (zweimal Studium abgebrochen, um dann als Hilfsarbeiter zu arbeiten, und das bei seiner Intelligenz :knockout: ) und ist schon gar nicht selbstständig geworden. Papierkram, Kindererziehung, aus allem hat er sich heraus gehalten.
Bis heute hat er noch nichts daraus gelernt. Aber DU bist auf dem Weg und ich bin mir sicher, DU hast eine Chance. Nutze sie!!!

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2005 21:54
(@joysilence)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Fragender,
hatte die letzten 2 1/2 Jahre keinen S** mehr !!!
Kann man nicht glauben gelle.
Als meine Ex erfuhr das Sie Schwanger war hatte Sie Angst vor S**.
Also erstmal 9 Monate kein S**.
Dann war die kleine da, 3 Monate Ruhepause (klare Sache nach der G*,also kein S**.
Als die 3 Monate vorbei waren,hatte Sie keine Lust auf S**.
Wieder 4 Monate ohne S***.
Dann weitere 4 Monate da Sie sich zu häßlich fand,also kein S**.
Kurz vor dem 1 Geburtstag unserer kleinen Trennung und Auszug (lange geplant ?
keine Lust ? ).
Ich hatte all die Zeit keine Ahnung (warum kein S**) ,jedes Gespräch führte ins leere und teilw. zum Streit.

Aber, ich liebte Sie !!!
All die Monate waren für mich S**** gesehen ein Horrortrip aber meine Liebe blieb trotz
sehr vielen Gelegenheiten bei Ihr und Unserer Tochter.
Bei mir lief alles in die falsche Richtung trotz Kampf aber,
gib bitte nicht so auf,schon allein deine Kinder sollten Dir dies wert sein.
Denk in aller Ruhe nochmal darüber nach,sprich mit Freunden/Bekannten darüber.
Bedenke,du hattest selbst gesagt das Ihr noch keinen S** hattet,
woher willst du wissen das es in ein Paar ??? Monaten ??? vielleicht genauso/besser/weniger ist ???.
Ist es das Wert, deine Familie (kinder) zu verlassen ???.

Ich möchte Dir kein schlechtes Gewissen einreden,nur bedenke alles nochmal sorgfältig.
Vielleicht ist die neue die Liebe deines Lebens ???
Vielleicht hast du die Liebe deines Lebens bereits ???

Alles Gute für die Zeit und deine Familie.


AntwortZitat
Geschrieben : 26.04.2005 23:54
(@fragender)
Schon was gesagt Registriert

Danke für Eure bisherigen schnellen Antworten.
In Anlehnung an die Wolfsfrau sollte ich vielleicht noch etwas erklären: Ich befürchte mir und meiner Ehefrau läuft die Zeit weg! Ich muß ab September für mind. 1.5 Jahre nach England. Ursrünglich war geplant, daß meine Ehefrau und die Kinder mitkommen. Was wenn sie nicht mitkommen, weil wir unsere Beziehung bis dahin nicht auf neue Füße gestellt haben? (Und das halte ich für ein eheres, aber auch etwas illusorisches Ziel). Dann sehen mich die Kinder nur noch sehr selten und ich meine Frau auch. Sicherlich werde ich dann endlich lernen müssen auf eigenen Beinen zu stehen (und in ein tiefes, tiefes Loch fallen, aus dem ich mich dann wieder herausarbeiten muß). Aber kann eine Beziehung unter solchen Voraussetzungen überhaupt gekittet werden?

Noch eine Frage an die Wolfsfrau: Wo ist der Unterschied zwischen 'Familie' und 'Ehe'? Kann ich das eine retten (oder erhalten), ohne das andere?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.04.2005 01:06
(@andreadd)
Registriert

Hallo Fragender,

vielleicht ist ein neuer gemeinsamer Anfang in einem anderen Land gar nicht so verkehrt...

Eine frühere Kollegin von mir hat sich auch mit ihrem Mann "versöhnt", sie haben alle Zelte abgebrochen und sind gemeinsam mit den Kindern in eine andere Stadt gezogen und haben einen Neuanfang gemacht. Heute nach 3 Jahren kann ich dir sagen - es hat geklappt. 🙂 Die Situation war dem, was du schilderst, recht ähnlich. Das ist mir gerade bei dem, was du geschrieben hast, wieder eingefallen.

Liebe Grüße
Andrea


Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama

AntwortZitat
Geschrieben : 27.04.2005 01:11
(@wolfsfrau)
Rege dabei Registriert

Hi Fragender,

ich würde an deiner Stelle gut abwägen, ob ihr gemeinsam wirklich bereit seid für England, oder ob es nicht doch erst einmal Sinn macht, dass du alleine nach England gehst (ist ja nu nich wirklich weit weg und wenn du willst, findest du einen Weg jedes WE zu deiner Frau und / oder zu deinen Kindern zu kommen, gelle ;)? ).

Zu Ehe und Familie:
Wenn es in einer Ehe nicht mehr klappt, seid ihr dennoch eine Familie (weil ihr immer noch Eltern eurer Kinder seid und immer sein werdet). Das heißt für mich, dass Mutter, Vater und die Kinder immer eine Familie sind, selbst wenn die Mutter mit neuem LG zusammen ist und der Vater mit seiner neuen zusammenlebt. Für mich erweitert sich lediglich dadurch die Familie um ein weiteres Mitglied (=der oder die Next).
Der optimalste Fall ist selbstverständlich, dass sowohl auf der Paarebene (=Ehe) als auch auf der Familienebene (=Elternebene) alles super klappt.

Ich hoffe, ich konnte dir erklären, wo für mich der Unterschied ist. 🙂

LG
Wolfsfrau


AntwortZitat
Geschrieben : 27.04.2005 11:37




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