Angeregt durch das neueste politische Brütungsergebnis (genannt Gesundheitsreform, oder auch Unwort der Jahre ....1995, 1996..., 1999.... 2010... to be continued) wollte ich Euch bitten, Eure Vorschläge zur Verbesserung unseres Gesundheitswesens hier zu sammeln, mehr oder weniger ernst gemeint. 😉
LG WH :phantom:
Ich fange mit einem ernst gemeinten Vorschlag an. :redhead:
Als Mitglied einer PKV bekomme ich alle Rechnungen, schliesslich soll ich sie ja bezahlen.
Ca. 25% der Rechnungen sind fehlerhaft... falsche Diagnose (natürlich immer "dramatischer"), Behandlungen die nie durchgeführt wurden, etc etc. Ausrede meist identisch, da muss wohl - ach herjeh - ein Fehler unterlaufen sein...
Jetzt mag ich mir nicht vorstellen, was bei GKV-Mitgliedern abgerechnet wird, da diese ja gar keinen Überblick über ihre Kosten bekommen.
Hier der Vorschlag: Vorlage der Rechnung beim Versicherten zur Unterschrift. Die Abrechnung müsste natürlich auch für einen Laien verständlich dargestellt / formuliert sein. Dann erst Abrechnung mit der Kasse.
Praktikabel?
Öffentliche Preislisten, die die jeweiligen Leistungen in ihrer abrechenbaren Höhe auflisten. natürlich werden die gesetzlichen und privaten Abrechnungsbeträge gegenüber gestellt.
Ich war doch sehr erstaunt, als mir im Gespräch ein bedreundeter Arzt sagte, das z.B. für ein CT ein Privatpatient 400 € löhnt und die AOK (z.B.) über Verträge für das gleiche CT nur 80 € zahlt.
Von daher wäre ich für eine Transparenz der Kosten.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Also ich finde das Grundkonstrukt, dass die geringer Verdienenden in einer (teuren) Zwangsversicherung sein müssen, und die noch geringer verdienenden subventionieren müssen, während die besser verdienenden, für weniger Geld, die besseren Leistungen kaufen können, da sie von sämtlichen Solidarbeiträgen befreit sind, völlig absurd.
Auch die Tatsache, dass der, der die Musik bestellt, diese nicht nur nicht bezahlt, sondern nicht mal kontrollieren kann ebenso.
Genauso bin ich ein Gegner davon, dass jeder einen Anspruch auf die bestmögliche Versorgung auf Kosten der Allgemeinheit hat.
Im Fernsehen war letztens eine, die fand es total ungerecht, dass nur wohlhabende PKVler einen Anspruch auf Einzelzimmer und Chefarztbehandlung haben.
Die wollte Einzelzimmer für jeden und der Chef muss auch alle Patienten alleine behandeln :rofl2:
Die Lösung heißt für mich:
Nur noch eine schmale Grundsicherung für Alle über eine gesetzliche Versicherung und Chromleisten nur über eine private Zusatzversicherung, deren Umfang sich jeder selbst zusammenstellen kann.
Also nicht mehr einen vertikalen Schnitt zwischen GKVlern und PKVlern sondern einen horizontalen.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi
Die Lösung heißt für mich:
Nur noch eine schmale Grundsicherung für Alle über eine gesetzliche Versicherung und Chromleisten nur über eine private Zusatzversicherung, deren Umfang sich jeder selbst zusammenstellen kann.
Eine Grundsicherung für alle, wobei ich das ''schmale'' weglassen würde.
Wenn jemand schon am Existenzminimum herumkrebst, werden Zusatzversicherungen schnell zur unüberwindbaren Hürde.
Die Kluft zwischen arm und reich könnte man dann letztendlich an den Zähnen erkennen.
Wobei ich dir rechtgeben muss, zwischen PKVlern und GKVlern müsste es einen horizentalen Schnitt geben.
Jeder PKVler und GKVler kann sich so, wenn gewünscht, eine Chefarztbehandlung oder 1 Bettzimmer mitversichern.
Gruss Wedi, der die Chefarztbehandlung und 1 Bettzimmer aus seiner PKV herausgenommen hat.
Die Kluft zwischen arm und reich könnte man dann letztendlich an den Zähnen erkennen.
Und genau das finde ich auch richtig.
Grade schlechte Zähne sind fast nie Schicksalsgegeben, sondern die Folge eigener Versäumnisse.
Kinder sollten eine vollwertige GKV erhalten. Auch damit sie in der Zahnpflege unterwiesen werden, falls das die Eltern nicht tun.
Aber Erwachsene sind für ihre Zähne selbst verantwortlich.
Und gute Zähne kann man sogar auf 2 Wegen bewahren:
Durch gute Pflege oder durch gute Reparatur.
Zumindest eins von beiden kann man von jedem erwarten und für die Folgen dieser Versäumnisse ist nicht die Algemeinheit zuständig.
Und wenn jemand weder seine Zähne pflegt, noch genug arbeitet um sich eine teure Reparatur zu leisten, dann gibt es eben nur noch den Seniorenteller.
Wie das aussieht, ist mir relativ wurscht.
Und Würde muss man sich verdienen. Die kann einem nicht geschenkt werden.
Wenn jemand der Meinung ist, dass diese arme Sau nichts für sein Schicksal kann, darf er ihm gerne etwas zu stecken.
Das ist dann aber eine freiwillige Gabe und kann keine Sache von Pflicht und Anspruch sein.
Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dadurch die Umsätze bei Zahnbürsten nach oben, und die Kosten für Heilbehandlung dramatisch nach unten gehen.
Möglicherweise sinken dadurch auch die Umsätze bei Porsche, da die Zahnärzte dann auch den Wind der privatwirtschaftlichen Konkurenz verspüren und etwas unter Preisdruck geraten würden.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Gruss Wedi, der die Chefarztbehandlung und 1 Bettzimmer aus seiner PKV herausgenommen hat.
Ich auch. 🙂
Was die Kosten betrifft, so muss ich aber Beppo widersprechen. Bei Männern mag das anders sein, aber ich wäre, als Frau im gebärfähigen Alter, in einer GKV sogar günstiger dran. Und da habe ich noch nicht berücksichtigt, dass meine PKV z.B. bei "Kind krank" keinen Cent zahlt, während die GKV-Kolleginnen eine Ersatzleistung der KV beziehen, die PKV keine Mutter-Kind-Kuren bezahlt etc etc.
Was ich z.B. noch ändern würde (und jetzt hauen mich gleich die Datenschützer... :redhead:):
MMn müsste es möglich sein, Ärztehopping und Medikamententourismus zu begrenzen. Wir haben bei der Hauhaltsauflösung eines Onkels einen kompletten Schrank abgelaufener Magenmedikamente entsorgen dürfen, weil dieser offensichtlich Panik hatte mal ohne dazustehen und deswegen bei mindestens 5 Ärzten regelmäßig Termine hatte und Rezepte bekam. Hab' mich ein bisschen gewundert, dass die KV da nicht eingeschritten ist.
LG WH
aber ich wäre, als Frau im gebärfähigen Alter, in einer GKV sogar günstiger dran.
Warum machst du es dann?
Irgendwas muss dir am Preis/Leistungsverhältnis der PKV ja besser gefallen als an der GKV und du, als besser Verdienende hast ja die freie Wahl. Alle die weniger verdienen haben sie nicht. Die müssen für deutlich weniger Leistung (meistens) deutlich mehr bezahlen.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi
Mmmh... ich möchte hier nur eins reinwerfen, nicht alle, die PKV sind, sind Besserverdiener.
Ich bin damals als Selbständiger da reingerutscht, weil die GKV von meiner EX vergessen wurde zu bezahlen(nur meine, ihre hat sie bezahlt).
Nach 3 Monaten blieb mir nur noch die PKV und jetzt komme ich da nicht wieder raus, da mich keine andere Versicherung mehr haben will. :exclam:
Trotzdem merke ich den Unterschied zwischen GKV und PKV schon.
Es gibt sogar Praxen und auch Kliniken, die extra für PKVler eigene Wartezimmer haben, die um vieles besser ausgestattet sind als Wartezimmer für GKV.
Ich finde das beschämend.
Gruss Wedi
Warum machst du es dann?
Bei mir ist es ähnlich wie bei Wedi. Kurze Zeit selbständig gewesen, als ich Anfang 20 war, Ausstieg verdaddelt, nie mehr arbeitslos geworden in der Zeit... und hängen geblieben...
Unsere Ärzte (Hausärztin, Gyn, Zahnarzt, Kinderarzt) machen keinen Unterschied in der Behandlung / Terminvergabe.
Aber als mein Mann letztens spontan im KH gelandet ist mit Verdacht auf Herzinfarkt, da ging es ganz schön schnell mit dem MRT.
LG WH
Ich denke, dass die PKV`ler die GKV nicht retten.
Aber insgesamt finde ich die Idee von Beppo mit dem "horizontalen Schnitt" gut.
Das gesamte System der GKV an sich ist verwaltungstechnisch hoffnungslos überbläht und völlig undurchsichtig gestrickt.
Lobbyisten sitzen in höchsten Regierungsämtern und geschummelt und getrickst wird, wo immer eine Möglichkeit dafür gesehen wird.
Ganze Herrscharen von Sachbearbeitern auf der einen und ach so knappen Ärzten auf der anderen Seite beschäftigen sich z.B. tagtäglich mit Streitigkeiten über Krankenhausrechnungen aufgrund des derzeit gültigen DRG-Systems.
Da müsste eine deutlich einfachere und vor allem transparentere Variante entwickelt werden.
Denn wie so oft: die Deutschen haben das DRG-System weitesgehend von den Australieren abgeschaut. UND DANN WEITERENTWICKELT. Mit der Folge, dass es bei uns dann gleich wieder 4-5 mal so viele DRG`s gibt als in Australien.
Zudem verschlingt die unsinnige Trennung von ambulant und stationär viel Geld weil sie aufgrund von schlechten Strukturen eine unheimlich hohe Zahl von Doppel- oder gar Mehrfachuntersuchungen produziert.
Zu guter Letzt wäre es aus meiner Sicht sehr zu begrüßen, wenn endlich der Prophylaxeansatz deutlich umgesetzt werden würde.
Statt eine Krankheit teuer zu behandeln, könnte mit guter Vorbeugung diese schon im Vorfeld gemindert oder gar verhindert werden.
Aber als mein Mann letztens spontan im KH gelandet ist mit Verdacht auf Herzinfarkt, da ging es ganz schön schnell mit dem MRT.
MRT oder HKL?
Zum Glück bekomme ich diese Behandlung bei dieser Verdachtsdiagnose auch noch als GKV`ler umgehend.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
und du, als besser Verdienende hast ja die freie Wahl.
ergänzend zu Wedi und WH: auch alle, die aus einem beamten/-ähnlichen Dienstverhältnis wieder ausscheiden und nicht zufällig die ganze Zeit über freiwillig GKV-versichert waren (wer macht das schon?), haben kein Wahlrecht und müssen in die PKV, wenn die Pflichtversicherungsgrenze überschritten ist. Das hat uns freundlicherweise die Regierung Schröder uns beschert. (Zum Glück hat sich die PKV in diesem Zusammenhang zu einem maximalen Risikozuschlag für diese Berufsgruppen verpflichtet, wenn man schnell genug abschliesst)
Gruss von der Insel
Moin,
Zu guter Letzt wäre es aus meiner Sicht sehr zu begrüßen, wenn endlich der Prophylaxeansatz deutlich umgesetzt werden würde.
Statt eine Krankheit teuer zu behandeln, könnte mit guter Vorbeugung diese schon im Vorfeld gemindert oder gar verhindert werden.
Stimmt nicht. Schweizer Untersuchungen haben gezeigt, daß Zahnerhalt viel teurer ist als gleich den Zahn zu ziehen und dem Patienten eine Vollprothese zukommen zu lassen. Die Folgekosten sind viel geringer.
Zynisch betrachtet müsste gefordert werden die Tabaksteuer zu senken. Rauchen beeinträchtigt nicht sonderlich das Arbeitsvermögen, spart aber die Rente. Und egal wie, die letzten 3 Jahre im Leben sind versicherungstechnisch eh die teuersten Jahre. Eingerechnet ein paar Zyklen Chemo und Bestrahlung mit zweifelhafter Wirkung.
Es geht doch um die Frage welche Lebensqualität wir uns leisten können und wollen. Und diese Qualität muss allen gleich zugänglich sein. Die Ärzte dürfen nicht die Richter im Gesundheitssystem werden.
LG Cappi
Stimmt nicht. Schweizer Untersuchungen haben gezeigt, daß Zahnerhalt viel teurer ist als gleich den Zahn zu ziehen und dem Patienten eine Vollprothese zukommen zu lassen. Die Folgekosten sind viel geringer.
Servus cappi67,
für mich besteht der Mensch aus mehr als nur Zähnen 😉
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Hi
Das gesamte System der GKV an sich ist verwaltungstechnisch hoffnungslos überbläht und völlig undurchsichtig gestrickt.
Na ja ich denke es ist schon recht transparent. Verwaltungskostenausgaben für KK maximal 4 % der Gesamtausgaben gedeckelt.
Die größten Ausgabenblöcke sind Krankenhauskosten und Arzneimittel. Je etwa 30 %, kann auch mehr sein.
Ganze Herrscharen von Sachbearbeitern auf der einen und ach so knappen Ärzten auf der anderen Seite beschäftigen sich z.B. tagtäglich mit Streitigkeiten über Krankenhausrechnungen aufgrund des derzeit gültigen DRG-Systems.
Da müsste eine deutlich einfachere und vor allem transparentere Variante entwickelt werden.
Denn wie so oft: die Deutschen haben das DRG-System weitesgehend von den Australieren abgeschaut. UND DANN WEITERENTWICKELT. Mit der Folge, dass es bei uns dann gleich wieder 4-5 mal so viele DRG`s gibt als in Australien.Zudem verschlingt die unsinnige Trennung von ambulant und stationär viel Geld weil sie aufgrund von schlechten Strukturen eine unheimlich hohe Zahl von Doppel- oder gar Mehrfachuntersuchungen produziert.
Also die Gesetzgeber haben ins Sozialgesetzbuch ja reingeschrieben dass Leistungen wirtschaftlich erbracht werden müssen und mit der Haftung des Vorstandes praktisch die KK verpflichtet, die Abrechnungen zu prüfen, und es gibt eine Aufsichtsbehörde die das sogar prüft.
Und dann, ein paar § weiter, müssen die KK je Krankenhausfall 300 € bezahlen, wenn ihre Prüfung nicht zu einer Rechnungsminderung führt. Nun könnte ja jeder ausrufen, dann prüft doch nicht mehr, aber wenn man es mal betriebswirtschaftlich berechnet, tragen sich die SB durch ihre Einsparungen in Rechnungsprüfung Krankenhaus selbst, trotz Gegenrechnung der 300 € Strafgebühr, und es bleibt danach immer noch eine Einsparung übrig, die auf die Einnahmenseite der KK verbleibt, die sogar relevant sein kann ob ein Zusatzbeitrag erhoben werden muss oder nicht. Also mitnichten peanuts.
Und von den 300 € können die KH locker eine Controllerstelle finanzieren, die die Fälle so verschlüsselt, dass die Prüfung ins Leere führt..nee, ich halt mich jetzt mal zurück. Denn da hat das BSG zum Glück die Vernunft siegen lassen: war die Fallübermittlung fehlerhaft, gibbet keine Strafgebühr. Hat aber auch fast 3 Jahre gedauert, bis das klargestellt war.
Dass die Deutschen mit dem DRG-system sich selbst mal wieder übertroffen haben, stimmt. Wir haben ein pauschaliertes System, bei dem aber jedes KH aufschreit, wenn bestimmte Kosten im einzelfall mal nicht abgedeckt sind und dann gibt es noch Zusatzentgelte zB für teure Medikamente oder Operationsmethoden. Die Lobbyistenarbeit ist eindeutig auf der KH-Seite, sonst gäbe es auch diese Strafgebühr nicht.
Es ist auch nicht nachzuvollziehen, warum dieselbe OP im stationären Bereich zB 3000 € ambulant aber 800 € kostet, und ich denke nicht dass es immer nur daran liegt, dass die ambulante Variante unterbezahlt ist, udn ich denke auch nicht, dass die Übernachtung allein die Differenz ausmacht (Luxushotel oder wat?).
Doppeluntersuchungen sind mE zwar ein Thema, aber nicht unbedingt das rettende.
GKV-Versicherte haben seit einigen Jahren die Möglichkeit ihre Kosten zu erfragen und bekommen dann eine Leistungsauskunft. Und, wer macht das?? Verschwindend wenige. Schade oder?
Ich frage mich auch, was ihr unter Grundversorgung versteht. Die teuersten Behandlungen sind doch: Transplantationen, Polytrauma, Langzeitbeatmung, Krebstherapie, und bestimmte Operationen zB Herzklappenersatz, wo ich jetzt auch nicht weiß, ob ihr darauf verzichten wollt, den medizinisch technischen Fortschritt zu nutzen oder ob ihr eine Altersgrenze zB für Hüft-OPs wollt, oder ob ihr gerade diese existenziellen notwendigen Dinge extra bezahlen/absichern wollt...was für Geringverdienende aber dazu führt, dass sie leider keine Beatmung bekommen oder nicht im Zentrum für Schwerstbrandverletzte aufs Brandbett gelegt werden können? Oder nicht das modernste Krebsmedikament bekommen? Oder der Hubschrauber nicht für sie zur Verfügung steht? Ja sollen die Ärzte die lebensrettenden Maßnahmen dann sein lassen, oder erst nach der Versicherung fragen? Und wenn einer nur Grundversorgung hat, bleibt er liegen und verblutet, oder bekommt bei Krebs ein paar Schmerzmittel und das wars?
Wenn ich wüsste wie man am klügsten das alles unter einen Hut bringt - medizinisch-technischer Fortschritt, funktionierendes Gesdunheitssystem (denkt mal an die Notfalllrettung, da ist D echt vorbildlich, oder wollt ihr 5 Stunden auf der Landstraße am Baum geklebt warten bis einer vorbeikommt?) und die Finanzierung desselben - durch Steuern? durch Beiträge? durch Arbeitgeberbeiträge? - also wenn ich das perfekte Mittel hätte, säße ich nicht hier, sondern wär irgendwo ganz 😉 oben
Aber eins ist mir ein Dorn im Auge: privatisierten Krankenhauskonzernen, die maximale Rendite abschöpfen wollen, und dabei auch anscheinend vor Abrechnungsbetrug in Größenordnungen nicht zurückschrecken, stehen KK als Körperschaften des öffentlichen Rechts gegenüber, die nicht gewinnbringend arbeiten sondern alle Einnahmen den Mitgliedern zugute kommen lassen. Denn wer liefert den Konzernen letztendlich die Rendite? Die Beitragszahler des Solidarsystems. Jetzt erahnt ihr wo die Lobbyisten herkommen.
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Ein paar interessante Aussagen zum Thema:
- In D hat es keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen gegeben. Der Anteil der Ausgaben der GKV am Bruttoinlandsprodukt bewegt sich inden Jahren 2000 - 2008 zwischen 6,3 und 6,8 Prozent. Der Anstieg liegt damit, von einzelnen Ausreißerjahren abgesehen, immer unterhalb des BIP-Wachstums. Der davon abweichende Wert von 7,1 % für das JAhr 2009 beruht - aufgrund des stabilen Volumens der GKV-Ausgaben - ausschließlich auf der einmaligen Abnahme des BIP.
- Der Ärztemangel in D ist ein Mythos. Weltweit weisen nur 5 andere Länder weniger Einwohner pro Arzt auf als Deutschland. Die Ärztedichte in Deutschland liegt bei mehr als 40 % über dem internationalen Durchschnitt.
- Die Bürokratie im Gesundheitssystem wird immer stärker aufgebläht und verschlingt Unsummen.
Ein Bundesministerium, 16 Länder-Sozialressorts, pro Bundesland mindestens 1 Kammer für Ärzte und Apotheker, dazu die Vereinigung von Kassenärzten und Kassenzahnärzten, Ärzteverbände, gut 180 Krankenkassen sowie ihre Organisationen und Spitzenorganisationen, außerdem etliche Bundesbehörden.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Moin,
Quelle?
- In D hat es keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen gegeben. Der Anteil der Ausgaben der GKV am Bruttoinlandsprodukt bewegt sich inden Jahren 2000 - 2008 zwischen 6,3 und 6,8 Prozent. Der Anstieg liegt damit, von einzelnen Ausreißerjahren abgesehen, immer unterhalb des BIP-Wachstums. Der davon abweichende Wert von 7,1 % für das JAhr 2009 beruht - aufgrund des stabilen Volumens der GKV-Ausgaben - ausschließlich auf der einmaligen Abnahme des BIP.
Warum steigen dann die Beitragssätze immer weiter?
Bei einem stabilen Anteil am BIP müsste doch auch der Beitragssatz stabil bleiben.
Zumindest solange das BIP nicht schneller wächst als die Einkommen der Pflichtversicherten.
Die Kostensteigerungen würden sich dann ja im Bereich der Inflationsrate bewegen und höchstens mal die Bemessungsgrenze angepasst werden.
Da die GKV Beiträge aber auch nicht aus dem BIP bezahlt werden, sondern aus dem Einkommen der gesetzlich Versicherten ist diese Gegenüberstellung sowieso irreführend.
Der BIP kann anwachsen, die Anzahl und die Einkommenssumme der Versicherten aber sinken. Z.B. bei verstärktem Wechsel in die PKV.
Dann läuft man trotzdem in die Katastrophe, obwohl der Indikator GKV/BIP so schön konstant im grünen Bereich bleibt.
Im Extremfall könnte es immer noch bei 6,8% vom BIP bleiben obwohl niemand mehr in der GKV versichert ist und Leistungen bekommt.
Hinzu kommt, dass zwar die Ausgaben der GKV vielleicht stabil erscheinen (Tatsächlich steigen sie ja schneller als das BIP) aber das bei sinkenden Leistungen.
Immer mehr Leistungen werden ja zu IGEL-Leistungen, bzw. sind durch Zuzahlungen gedeckt, die in dieser Rechnung ja auch ausgeblendet werden.
Insofern klingt diese Darstellung nach einer Rechnung des Lobbyverbandes der GKV, die ihre eigenen "Leistungen" schönfärben wollen.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
@ Beppo
Quelle zur Kostenexplosion: "AOK-BV 2010".
Also tatsächlich?
Insofern klingt diese Darstellung nach einer Rechnung des Lobbyverbandes der GKV, die ihre eigenen "Leistungen" schönfärben wollen.
Weiter heißt es aber auch
selbst der Anteil aller Gesundheitsausgaben, also der GKV-Ausgaben plus aller privaten Aufwendungen für Gesundheitsdienstleistungen, liegt zwischen 2000 und 2008 lediglich zwischen 10,3 und 10,5 Prozent des BIP (Quelle: GBE-Bund 2010)
Klar ist aber auch, dass jährlich auf die gedeckelten Budgets noch zusätzliche Millionen draufgeworfen wurden, um weit klaffende Löcher zu stopfen. Daher wohl auch die Beitragserhöhungen.
Dieses Jahr möchte ja die AOK hier nicht mehr mitspielen. Deshalb die aktuelle Diskussion über die Zahnbehandlungen bis zum Ende diesen Jahres.
Als Kostentreiber werden auch hier die Ärzte genannt, da sie die Nachfrage nach Leistungen zum großen Teil selbst steuern.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Servus!
Als Kostentreiber werden auch hier die Ärzte genannt, da sie die Nachfrage nach Leistungen zum großen Teil selbst steuern.
Ist m.E. nicht ganz von der Hand zu weisen...ist Euch beispielsweise aufgefallen, dass heutzutage fast jedes Kind zwischen 10 und 16 Zahnspangen trägt?
Kieferorthopäden sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Notwendigkeit von Kieferorthopädie in diesem Ausmaß erst in den letzten, sagen wir mal 5-10 Jahren ausgemacht werden konnte.
Zumal es m. M. nachin vielen Fällen mehr um Ästhetik als um die medizinische Notwendigkeit geht...
Der klägliche Versuch nicht nur seitens des Gesetzgebers, uns die Notwendigkeit der Impfungen gegen Schweinegrippe "schmackhaft" zu machen, sei hier ebenfalls genannt.
Nur: wenn die KK´s und die Politik diese Spielchen mitmachen und tolerieren, ist diese Entwicklung nicht weiter verwunderlich.
Grüßung
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Der klägliche Versuch nicht nur seitens des Gesetzgebers, uns die Notwendigkeit der Impfungen gegen Schweinegrippe "schmackhaft" zu machen, sei hier ebenfalls genannt.
Servus Marco82,
bei Impfungen bin ich immer vorsichtig.
Speziell bei der Schweinegrippe war es auch so, dass die Impfung gerade deshalb empfohlen wurde, weil keiner genau einschätzen konnte, wie gefährlich das Virus tatsächlich ist.
Die Tatsache, dass es sich am Ende doch als "relativ harmlos" heraus gestellt hat würde ich eher Glück nennen.
Stelle sich einer vor, das Virus wäre zum absoluten Killer mutiert. Wie laut wäre das Geschrei gewesen, weil die Bundesregierung nur 50 Mio. Impfdosen bereitgestellt hat? Also ein großer Teil der Bevölkerung ohne Impfung geblieben wäre?
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
