Hallo Alex,
ich bin auch so ein Schicksal. Meine Mutter hat mich in den Hof in die Sonne gestellt - ich habe es überlebt. Also in Berlin-Neukölln würde ich mir das 2x überlegen. Aber aufm platten Land? Frage mal den Bäcker im Ort, wann Du das Kind abholst. Du wirst dich wundern.
Mal nen kleiner Denkanstoß, den ich heute zugesandt bekommen habe:
Wie ist es nur möglich, dass wir, geboren in den 50-er, 60-er, und 70-er Jahren,immer noch leben ? !
Gemäss Theorien von anno 2004 – 2005 – 2006 hätten wir schon längst tot sein müssen !
Warum?
- Wir sassen im Auto: ohne Kindersitz, ohne Sicherheitsgurt und ohne Airbag !
- Unser Bett war mit Farbe voller Blei und Cadmium angestrichen ! Auch die bunten Holzbauklötze, die wir uns begeistert in den Mund steckten ...
- An der Treppe gab es für uns kein BfU-Sicherheitsgitter ! Wer das Treppenlaufen nicht beherrschte und nicht aufpasste, purzelte hinunter und schlug sich die Fresse blutig !
- Wenn wir nachts weinend im Bett aufwachten, so hörte es niemand ! Falls wirklich etwas los war, so mussten wir ganz laut schreien, damit die Eltern aufmerksam wurden ! Babyphon ?Von wegen !
- Flaschen mit gefährlichem Inhalt (auch die aus der Apotheke ...mit Salzsäure, Brennsprit u.s.w.) konnten wir ganz einfach mit unseren Händchen und beschränkter Motorik öffnen !
- Viele Türen (vor allen die vom Lift und den Autos) gingen einfach zu, und wenn unsere Fingerchen dazwischen kamen, tat‘s mehr als nur höllisch weh !
- Wenn wir zu faul zum laufen waren, setzten wir uns hinten auf das Fahrrad unseres Freundes. Der strampelte sich einen ab und wir versuchten, uns an den Stahlfedern des Velosattels festzuhalten !auaaaaa !
- Einen Helm trug man nicht. Nicht einmal auf dem Moped und schon gar nicht auf dem Fahrrad !
- Wasser tranken wir vom Wasserhahn und nicht aus der Pet-Flasche !
- Farb- und Aromastoffe muss es auch schon gegeben haben. So rot, grün und gelb wie die Limonade damals war, sieht man heute keine mehr !
- Einen Kaugummi legte man am Abend auf den Nachttisch und am nächsten Morgen steckte man ihn einfach wieder in den Mund !
- In der Schule gab‘s nur eine einheitliche Grösse von Pulten. Die Luxusmodelle waren in der Schreibhöhe zwar verstellbar ... Aber alle hatten so eine herrlich-gefährliche Klappe dran!
- Unsere Schuhe waren immer schon eingelaufen durch Bruder, Schwester, Neffe, Freunde der Eltern oder so.Auch das Fahrrad war meistens entweder zu gross oder zu klein !
- Überhaupt hatte ein Fahrrad keine Gangschaltung. Und wenn doch, dannnur eine mit 3 Stufen ! Und wenn du einen Platten hattest, lerntest du vom Vater, wie man das selber flicken konnte ! (Am Samstagnachmittag – mit Wassereimer, Schlauchwerkzeug, Schmirgelpapier und Gummilösung ...)
- Wir verliessen frühmorgens das Haus und kamen wieder heim, wenn die Strassenbeleuchtung bereits eingeschaltet war. In der Zwischenzeit wusste meistens niemand, wo wir waren ... und keiner von uns hatte ein Handy mit dabei !
- Wir liessen im Wald „die Sau raus“ ... oder im Park auf Spielplätzen mit Sandkasten, Schaukeln und Klettergerüsten ... oder auf dem Pausenplatz, der kein Versammlungspunkt von irgendwelchen abartigen Schmutzfinken war.
- Wenn wir zu einem Freund wollten, gingen wir einfach hin ! Wir mussten nicht vorher anrufen und einen Termin vereinbaren ! Wir wurden von den Eltern auch nicht hin gebracht bzw. von dort abgeholt !
- Wir assen Kekse und bekamen Brot mit viel echter Butter drauf ! Und davon wurden wir nicht dick !
- Wir tranken aus der gleichen Flasche wie unsere Freunde und keiner machte deswegen ein Theater oder wurde gleich krank !
- Wir hatten keine Playstation, Nintendos, X-box, 64 Fernsehsender, Videos, DVD‘s mit Dolby-Surround-Sound, MP3-Player, eigene Fernseher mit Satelitenempfang, PC‘s und Internet ... Wir hatten Freunde !
- Das Fernsehprogramm begann erst um 18 Uhr ! Da kam (manchmal) eine Stunde lang etwas Lustiges für Kinder. Und wehe dem, der sich nachher traute aufzustehen um den einzigen Knopf für einen anderen Sender zu betätigen (fest am Apparat montiert). Die Eltern bestimmten, was und wie lange „TV-geglotzt“ wurde !
- Wir haben uns geschnitten, die Knochen gebrochen, Zähne raus geschlagen und niemand wurde vor den Richter zitiert. Das waren ganz normale, tägliche Unfälle und manchmal bekamst du hinterher (als erzieherische Zugabe) noch eins auf den **tsts - ID 6** !
- Wir kämpften, schlugen einander grün und blau und es gab keinen Erwachsenen, der sich darüber aufregte. Keiner hängte deswegen gleich eine „Peace“-Flagge zum Fenster raus !
- Pädagogisch-verantwortliches Spielzeug machten wir selber; mit Knüppel schlugen wir auf Bälle ... wir bauten Seifenkisten, und merkten erst unten am Berg, dass wir die Bremse vergessen hatten !
- Wir spielten Strassenfussball, und nur wer gut war, durfte mitspielen. Wer nicht gut genug war, musste zuschauen und lernen, mit der Enttäuschung umzugehen ! Da half nur Training ! Und das ging auch ohne Kinderpsychiater und Rorschach-Test !
- In der Schule gab es auch dumme Schüler. Sie gingen und kamen gleichzeitig mit den anderen und wir hatten den gleichen Lehrstoff. Manchmal mussten sie ein Jahr wiederholen und darüber wurde nicht diskutiert. Auch nicht am Elternabend. Der Lehrer hatte immer recht !
- Wir machten unsere Pausenbrote selber, nahmen am Morgen einen Apfel mitund wenn wir das vergassen, konnte man in der Schule nichts kaufen ! McDonalds … Burger-King … Döner-Bude Snack-Bar … Imbiss-Stand … Pizza-Ecke...M-Take-Away … Selecta-Automat? Fehlanzeige !
- Zur Schule gingen wir (auch im Winter) zu Fuss ! Schulbusse u.s.w. … ?
- Wenn deine Mutter zum Abschied in der Türe stand oder dir aus dem Fenster nachwinkte, warst du eine Memme ...Und kam sie sogar als „Begleitschutz“ mit, na dann „Gute Nacht“ !
- Und wenn du dich wirklich in echte Gesetzeskonflikte gebracht hattest, dann waren die Eltern schnell mit der Polizei einer Meinung ! Sie holten dich zwar auf der Wache ab, aber nicht um dich rauszupauken ! Daheim ging das Verhör gnadenlos weiter ... ohne Jugendberater, Sozialarbeiter und anderen pädagogischen „Schöngeistern“ ! Unsere Taten hatten Konsequenzen und wir konnten uns nicht verstecken ! Kinder-Sorgentelefon ? Ach was !
Wir waren frei ...und hatten Pech, aber auch Erfolg und trugen Verantwortung ! Und mussten lernen damit umzugehen !
Unsere Generation hat viele Menschen hervorgebracht, welche Probleme lösen können, die innovativ arbeiten und dafür Risiken eingehen - und die Folgen nicht scheuten ... !
Gehörst DU auch dazu ?
Gratuliere !
Gruß,
Michael
Hey
Lese schon eine Weile hier mit u mein erster Gedanke als die Frage hier auftauche war der gleiche, wenn auch heftige. "..die Kleine einfach bei so einer Situation einfahc mitnehmen u auf die Reaktion warten.." die sicherlich einen bleibenden Efekt hätte..
aber ansich ist diese Aktion dan doch etwas deftig u könnte evtl. extreme Konsequenzen von sich tragen für dich..
Drum hab ich davon abgesehen, das zu schreiben u den Tip zu geben...
Denke auch das einzigste was du tun kannst, ist mit der KM sprechen u dir deine Gedanken darübe rmitteilen...
Weil letztendlich ist es einfach etwas heikel, ob nun mitten in der Stadt oder auf dem flachen Land, das Kind im Kinderwagen irgenwo hinzustellen ohne das man es im geringsten im Auge hat, denn die Zeiten haben sich nunmal leider geändert...
Sorry, aber so eine gequirlte Sch***e hab ich ja noch nie gelesen..
Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, die Welt hat sich weiter gedreht u sie dreht sich noch weiterhin weiter...
Steinzeit? ok!..sicherlich war einiges nicht schlecht, aber einiges ist heute auch nicht schlecht..u vieles hat seine Grundlage, egal ob es Kindersitze, Helme etc. sind .. aber egal..
Du kannst gerne ja in der Vergangenheit leben .. aber heute sind wir schon zum Mond geflogen u Übermorgen sicherlich zum Mars ... die Welt wird sich dennoch weiterdrehen, u wir werden uns daran anpassen müssen, manchmal mit Freunde u manchmal eben mit einem wehmütigen Auge, nicht alles was es heute gibt ist schlecht u falsch .. aber dennoch hat die Zeit nunmal auch einiges Negatives mit sich gebracht u auf diese Gefahrn muß man eben ein Auge haben..
Gruß
Jens
Hallo Jens,
das mit der gequirlten Dingsda nehme ich persönlich.
Die Welt ist gefährlicher geworden... soso.
Oder ist sie einfach nur in deinem Kopf gefährlicher geworden, weil Wirtschaft, Medien und Politik gerne mit Angst arbeiten.
Schau doch mal bei Destatis vorbei und dann können wir noch mal darüber sprechen, ob die Welt FAKTISCH gefährlicher geworden ist.
Aber jetzt nicht in Afghanistan sondern in Deutschland.
Glaub Du mal weiter an Sicherheit und an bemannten Marsmissionen. Meinetwegen auch an Ausländer-Jugendkriminalität, die Vorteile eines Angel-Care oder die Gefahren durch Bakterien im Haushalt, an die Vorratsdatenspeicherung....
Ich bleibe da lieber aufgeklärt und frei im Kopf und denke mir: Der Schäuble spinnt, der Koch auch und die Werber wollen nur mein Geld...
Kopfschüttelnde Grüße,
Michael
Hey Weisnich
Sorry, sollte nicht so "persönlich rüber kommen" ..dennoch empfinde ich es als völligen Unsinn..
ob die Welt FAKTISCH gefährlicher geworden ist.
Das habe ich damit nicht zum Ausdruck gebracht, einiges ist besser geworden, sicherer, allerdings ist auch einiges dazu gekommen, was nicht grad vor "Sicherheit" strotzt, sondern einfach "Gefährlich" ist ...
U.a. gehört es nunmal leider heute extremer (!) dazu das man ein Kind im Kinderwagen nicht mal so eben vor dem TanteEmmaLaden stehen lassen kann um mal eben fix ne Tüte Zucker zu kaufen ...
U das von dir beschriebene ist nunmal nicht mehr so, wir leben nunmal inzwischen im Jahre 2008 !
U entsptrechend muß man etwas anders denken ..
Ausländer-/Jugendkriminalität und überhaupt Kriminalität gibt es, u offensichtlich hat die auch durch gewisse "Umwelteinflüsse eher nochgar zugenommen...
U es war auch z.B.nicht die Rede von Bakterien im Haushalt..
Ich bleibe da lieber aufgeklärt und frei im Kopf
Aha ..Naja du kannst ja gern weiter in 1950 sein ... spricht nichts dagegen....
2008 sieht aber nunmal ein klein wenig anders aus...
(..und selsbt die ehe sahen da ein klein wenig anders aus, als heute..)
Nur was die ganze Polemik jetzt mit dem Thread ansich zu tun hat, weiß vermutlich keiner..
Du deine Ansicht ich meine, u meine sollte nicht rüber bringen, das hier voll die Gefahr im Verzug ist im Jahre 2008..
Gruß
Jens
Moin Jens,
eine "gequirlte Irgendwas" ist der von Michael eingestellte Text ganz sicher nicht (mal abgesehen davon, dass er seit Jahren im Netz zu finden ist). Er beschreibt allerdings ein Phänomen, unter dem speziell Väter mittelbar zu leiden haben: In unserer Luxusgesellschaft ohne wirkliche Probleme wie Armut, Krankheit und existenzbedrohliche Arbeitslosigkeit haben wir uns daran gewöhnt, unsere Kinder überzubehüten. Was zu der unwidersprochenen Annahme führt, dass Kinder, die nicht rund um die Uhr betreut werden (am besten von ihren Müttern) augenblicklich tot umfallen oder zumindest kriminell und drogensüchtig werden. Die Folgen dieses Denkens sind täglich hier im Forum zu lesen.
Ich selbst bin unter den in diesem "Jux-Text" beschriebenen Umständen gross geworden, mit 5 Geschwistern und Eltern, die ein eigenes Geschäft hatten und gar keine Zeit, uns die ganze Zeit zu betüddeln. Keinem von uns hat das geschadet, keiner ist gestorben, obwohl nicht alles desinfiziert und fettreduziert war. Wir sind ohne Helm Fahrrad und ohne Gurt und Airbag Auto gefahren. Bei schlechten Leistungen in der Schule blieben wir eben sitzen - ohne Eltern, die in die Schule gehen und erklären, dass der Lehrer seinen Job nicht beherrsche. Und jedes Jahr im April bekamen wir die kurzen Hosen rausgelegt mit der Begründung "Fallt Euch lieber die Knie kaputt; die wachsen von allein wieder zu, aber Hosen muss man stopfen oder neu kaufen".
Meine Mutter ist heute 76 - aber über die Frauen, die sich (in einem heute voll elektrifizierten Haushalt!) ausschliesslich über ein oder zwei Kinder definieren, auf denen sie 25 Stunden am Tag hocken wie die Henne auf dem Ei und die sich deshalb ausserstande sehen, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen, kann sie nur den Kopf schütteln.
Die "gequirlte ***" ist meines Erachtens eher das, was wir heute oft mit unseren Kindern anstellen...
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hey
Ums kurz zu sagen:
Muß jetzt eingestehen, das das ganze offensichtlicht etwas anders rüber gekommen ist bei mir, als es wohl gemeint war..
Gruß
Jens
Übringes,
wir habe nden Text gestern gleich mal ausgedruckt, um ihnen mal den kids zu zeigen :rofl2:
Zum Glück trifft ja nicht alles auf sie zu, aber zumindest der Teil mit den verabredungen und dem Fahrdienst... o weia.
Unseren Sohn schicken wir auch los er soll zu seinem Freund gehen, dann klappt es auch in 90 % aller Fälle mit dem spielen, trifft er vorher an ist die "Erfolgsquote" nicht so hoch. Alle 3 haben ein Fahrrad das sich hervorragend eignet Freunde zu besuchen. Gefahren werden sie nur unter besonderen Umständen.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hey,
ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Ich würde auch weder in Berlin-Kreuzberg noch in Posemuckel vorm Lidl einen Kinderwagen vorm Aldi stehen lassen. Ich hab aber auch meinem Kind keine Möhrchen in die Flasche gemixt oder den guten alten Grieß, weil es doch dann so gut schläft. Es gibt einfach Dinge, bei denen weiß man es heute "einfach besser", ich steh ja heute auch nicht mehr mit dem Waschbrett am Fluss sondern nehme (dankend) die Entwicklung der Technik an. Beispiele tausendfach.
Jedoch gerade was unsere Kinder angeht, empfinde ich eine Entwicklung, die mich täglich in der Kita schon gruselt. Kinder müssen nix, dürfen alles, passiert irgendwas, sind immer die Anderen Schuld. Als ich klein war, mußte ich meine "Angelegenheiten" selber lösen und nur, wenn es aus irgendwelchen drastischen Gründen nicht anders ging, hat sich meine Mutter eingeklinkt und ihren "Job" als Mutter gemacht. Das heißt z.B. dass ich auch Meinungsverschiedenheiten mit Lehrern selbst ausgefochten habe und keine Mutter mit dem Rechtsanwalt drohend auf der Matte stand.
Ich sehe das in der Kita bei meinem Sohn: Da kriegen die Eltern eine Lebenskrise, wenn die Kids sich allein anziehen und mit Pulli linksrum oder mit Entenfüßen laufen. Wenn die Erzieherin nicht den ganzen Tag mit süßlichem Singsang um den Prinzen rumspringt, dann muss die falsch sein. Und wenn das Kind gerade mal nicht so gern in die Kita geht, dann bleibt es eben zu Hause, anstatt dass es darin bestärkt wird, dass es sicher ein guter Tag wird, wenn es erst mal da ist.
Ich hab mich oft als Rabenmutter gefühlt, weil mein Zwerg mit 6 Monaten das erste Mal zur Oma "abgeschoben" wurde, damit Männe und ich mal ein schönes Paarwochenende haben konnten, weil er früh in die Kita mußte, weil ich nicht einsehe, ihn in der Freizeit komplett zu bespielen, dass er mit seinen 4 Jahren eben auch kleine Aufgaben zu erledigen hat (Waschmaschine anstellen, Wäsche in den Wäschekorb bringen, Tisch decken und abräumen, Katze füttern, usw.).
Angel-Care hatte ich übrigens auch nicht (und bin dafür ab und an doch mal gucken gegangen, ob er noch schnauft...) und Sagrotan besitz ich auch nicht *gg*
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin
Die Meinungen bei der Entwicklung der Kindeserziehung - behütung scheinen ja recht weit auseinander zu klaffen.
In den letzten 50 Jahren hat sich dort viel getan und es wurde sich von staatlicher Seite extrem eingemischt.
Zu meiner Kinderzeit sind wir mit 5-6 Jahren schon mit dem Rad (ohne Helm) durch das ganze Dorf gebrettert, haben Hütten im Wald gebaut (Hammer Nägel und Axt im Gepäck) und haben uns nachher mit der Nachbarshütte mit Pfeil und Bogen eine Schlacht geliefert.
Heute dürfen die Kinder erst in der 3ten Klasse mit dem Rad zur Schule fahren, nachdem sie ihren Fahrradführerschein gemacht haben. Ohne Helm kostet das ganze 20 Euro (OWI). Wenn die Kinder im Wald eine Hütte bauen kommt ein entrüsteter Förster vorbei weil die Kinder seine Bäume beschädigt haben und was hat ein 8-jähriger mit einer Axt zu hantieren?? Jugendamt wurde natürlich darüber informiert (Ist hier im Ort wirklich so passiert / Nachbarsjunge).
Jetzt kann man natürlich über den (Un)Sinn diskutieren.
Helm = OK. Ist halt wie eine Versicherung und Kinder fahren natürlich noch unsicherer und der Helm kann vor Kopfschmerzen und Co schützen wenn das Kind auf den Pinsel geht. Wenn es aber vor ein Auto brettert nutzt das Ding gar nichts. Hey die sind aus irgendeinem Polystyrol, meißt Styrodur.
Hütte = Ein paar Nägel in einen Baum, ein paar abgehackte Äste (denke nicht das ein 8 jähriger eine 20 Jahre alte Eiche fällen kann / mit ner kleinen Axt), ein paar Müllbeutel damit das Dach regendicht wird, ein paar aufgeschreckte Rehe....
Alles zusammen summiert sich das auf Sachbeschädigung, Umweltverschmutzung und Störung des natürlichen Ablaufes.
Pfeil und Bogen = aggressives Kind, Körperverletzung, .... (als ich mit blauen Flecken nach hause kam, hat mein Vater einen stärkeren Bogen für mich gebaut, damit ich nicht ins Schußfeld der anderen muß.... :puzz: )
Den ganzen Tag draußen (??) herumtoben = Aufsichtspflichtverletzung und wieso überhaupt?? Das TV-Programm ist doch soooo vielseitig und die Welt soooo schlecht.... Das kann nicht normal sein. Aber auch darauf hat unsere Gesellschaft eine Antwort gefunden. ADS. Oder für die ganz wilden ADHS... Die Lösung: Kind unter Drogen setzten. (Vorsichtshalber setze ich hier mal eine 95 % ein, sonst wird das hier ein weiterer Ritalin-Tread und jeder der sich jetzt entrüstet darüber fühlt darf sich ausnahmsweise mal zu den 5% zählen 😉 )
Jetzt hätte ich gern den Artikel von Deep "War früher alles besser? - Die Kindheit schon" angeführt, aber irgendwie scheint der verschwunden zu sein. Leider.
Oder nehmen wir mal die Jugend: Hätte ich früher im Bus einen älteren Mann angepöbelt, weil er auf meinen Sitzplatz sitzen möchte, hätte ich erst einen mit dem Krückstock verpasst bekommen und nachher noch einen Satz heiße Ohren von meinen Eltern. Heute trauen sich die Rentner nicht mal nach einem Sitzplatz zu fragen....
Die Schule = Hätte ich damals große Klappe zum Lehrer gehabt.......
Aber wo fängt der Sinn an und hört der Unsinn auf? Sicherheitsgurte für Säuglinge in Flugzeugen, die für das Kind tödlich sind, aber andere Passagiere vor herumfliegenden Kleinkinder schützt, weil ein Kind im Falle eines Absturzes ja eh nicht überlebt? Oder schon bei einem Nagel im Baum?
Unsere Gesellschaft geht den Bach runter und bald muß jedes Kind schon mit einem RA an seiner Seite zum spielen gehen....
Gruß
Martin
*edit Rechtschreibfehler :redhead:
@ Phoenix:
>>>DAS<<< ist der gesuchte Text...
Was mich dabei am meisten wundert: Warum packt eine Generation von Eltern, die so frei und ungezwungen aufgewachsen ist wie die in diesem Text beschriebenen, ihre eigenen Kinder heute in Watte, sieht in jedem Lehrer ein Karrierehindernis für den Nachwuchs, in jedem Holzstöckchen eine tödliche Gefahr und hinter jedem Baum einen Kinderschänder?
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Servus Martin!
Vielleicht liegt es daran, dass es vielen heutzutage zu "antregend" ist, verantwortungsbewußt den Dingen der Kinder ihren Lauf zu lassen?
Die Freizeitindustrie hat es m.E. sehr gut erkannt, Besipiel Inlinern: dazu benötigst Du nicht nur Inliner, sondern das gesamte dazu passende "Schutz- und Sicherheitspaket", damit ja keine Schramme im Falle von "hinfallen" entsteht (abgesehen davon sieht es ja sooo chic und cool aus, teilweise abgebunden wie ´ne Leberwurst durch die Prärie zu rollern :rofl2:). Die Kurzsichtigkeit vieler Eltern und vielleicht auch ein Vergessen der eigenen Kindheit (die sind mit Sicherheit Rollschuh gefahren) ermöglicht unter anderem diesen "ich-pack-Dich-in Watte"-Wahnsinn...
Weiter fällt mir auf, dass viele sich nach der Facon anderer richten und daher erst gar nicht versuchen, etwas zu hinterfragen ... nach dem Motto, Nachbar XY lässt seinen Kids nur noch mit Fahrradhelm fahren, ergo machen wir das auch, damit ja keiner auf die Idee kommt, mit dem Finger auf uns zu zeigen...
Ein weitere Grund mögen die geschiedenen Elternteile sein, die sich wohl auf keinen Fall vorwerfen lassen wollen, ihre Sorgfalts- oder Aufsichtspflicht vernachlässigt gar verletzt zu haben. Ich könnte vielfältige Geschichten erzählen, was ich alles tun sollte, damit EX während der Papa-Umgänge "ruhig" schlafen könne und wie die Kids anschliessend ausgehorcht werden, ob das "Regelwerk" auch eigehalten wurde... :knockout:
In diesem Zusammenhang finde ich erschreckend, wie wenig bis gar keine Zeit viele unserer Kinder mit Büchern oder im Freien verbringen.
Grüße ausm Süden
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Moin
Jep. Ich hatte den nur mit einer anderen Überschrift im Kopf.... Deswegen funktioniert der Link in meinem anderen Tread den ich weiter oben verlinkt habe auch nicht mehr.
Auf deine Frage suche ich auch schon länger die Antwort.
@ Marco
Finger zeigen ist genau so ein Ding. Die "Ich-packe-meine-Kinder-in-Watte-Fraktion" ist mitlerweile so stark geworden, das es als asozial gilt, wenn man es anders macht.
Und wenn ich dann auch noch so ein Käse wie das höre, was die meißten unter antiautoritäre Erziehung bezeichen und praktizieren...... 
Bücher... Die meißten glauben doch mitlerweile, das es so was nur für die Schule gibt, oder für kleine Kinder zum Vorlesen oder Ausmalen. Winnetou = Indianer aus dem Fehrnsehen Old Shatterhand = kennen vieleicht auch noch welche, weil sie gezwungen wurden sich das im TV anzusehen aber spätestens der Ölprinz beliefert Aral....
Und wer zum Teufel ist Tolkien... Der Herr der Ringe ist doch von Peter Jackson.... Der Name stand wenigstens im Abspann....
Hey und was sollen die Kids noch draußen? Die Spielplätze liegen voll Scherben und evtl auch noch diverses Drogenzeug. Im Garten ist der heilige Zierrasen auf exakte 2,15 cm getrimmt, da geht auch nicht und die Kinder wissen eh nicht was sie machen können, weil sie es ja nicht gewohnt sind.
Die Welt ist einfach mit viel zu vielen Kommerzgütern übersäht, das die Möglichkeit der Freispiels nicht mehr interresant erscheint.
Gruß
Martin
@Phoenix:
Dazu kommt dann noch, dass das Kind nur dann ein "vollwertiges" Mitglied unserer Gesellschaft ist, wenn es in mindestens drei Vereinen mit bis zu vier Terminen in der Woche gemeldet ist (Kampftag Samstag oder Sonntag nicht eingerechnet). Da kann man als Elter in der Kafferunde am Nachmitteg posauen, wie aktiv und sozial der Sprössling ist... dass unterm Strich keine Zeit für Freunde oder Spass bleibt, interessiert keine Sau!
Grüße
Marco (der wirklich erstaunt ist, wie viel AE-Mütter Samstags aufm Fußballplatz rumrennen)
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Moin Marco
Das kommt mit Verlaub sehr selten vor, aber ein Verein ist wirklich Pflicht (Aussage SPFH und JA). Aber bitte Geschlechtsspezifisch. Mir wurde eins von Tanzen oder Ballett erklärt. Fußball wird bei einen AE-Vater einer Tochter eher als Interessenskonflikt gewertet.
der wirklich erstaunt ist, wie viel AE-Mütter Samstags aufm Fußballplatz rumrennen
Diese Erstaunung kann ich nicht teilen, aber das wäre ein anderes Thema...
Anders finde ich es erheiternd, wenn ich diese "fingerzeigenden-antiautoritären-Wattepack-Eltern" in eine Diskusion verwickle und als Schlußargument bringe: "Meine Erziehungsmethode ist von der GWG-Münster begutachtet worden und durch dieses Gutachten ist sowohl meine Erziehungsfähigkeit in allen Punkten festgestellt, als auch als am Kindeswohl orientiert bestätigt worden." Du glaubst gar nicht wie viele danach nach Luft japsen und keinen Ton mehr rausbringen. Komischerweise hört man danach kein Wort mehr von denen. :rofl2:
Gruß
Martin
Hallo Forum,
es hat sich ja eine nette Diskussion entwickelt.
Auch ich habe mir mit LG Gedanken über das In-Watte-stecken unserer Kinder gemacht.
Gerade eben eingestielt: Sie kommen Ende des Jahres / Anfang nächsten Jahres in eine KiTa. Wir beide halten uns für schlechtere Sozialisierer als die Kids in der Kita und haben neben unseren Kindern auch andere Lebensgründe.
Weshalb ich hier schreibe, ist aber ein anderes Anliegen.
Ich denke, in unsere Lebenswirklichkeit wird in vielen Ebenen mit Angst und Sicherheitversprechen gearbeitet. Globalisierung, Zuwanderung etc. werden nicht als Chance gesehen, sondern als Gefährdung z.B. des Arbeitsplatzes, der inneren Sicherheit etc.
Faktisch gesehen gab es wahrscheinlich keine Generation, die so sicher lebt, wie unsere. Meines Vaters Bruder ist als Soldat verheizt worden - ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich eine ähnliche Nachricht bekomme. Mein Vater mag z.B. auch keinen Milchreis, weil er ihn als Kind mangels andere Kost übermäßig verabreicht bekam. Ich kann mir echten Hunger nicht vorstellen.
Nun lassen wir uns durch die allgegenwärtige Angst dazu verleiten, auch die bitterste Pille zu schlucken.
Einige von euch können sich doch bestimmt an die Diskussion über das Abhorchen oder die Volkszählung erinnern.
Nimmt man heute die Daten aus der Vorratsdatenspeicherung, der Banken, der Bonuskarten und der automatischen Überwachungsanlagen zusammen, weiß man, wo ich war, mit wem ich telefoniert, gechattet oder gemailt habe, was ich esse, welche Kleidung ich trage,... Über Volkszählungen können wir doch heute nur noch lachen.
Nach 10 Jahren Lohnerhöhungen von 5% bei Rekordgewinnen der Unternehmen und dreistelligen Steigerungsraten der Managergehälter war doch in den 80ern undenkbar, oder? Heute wird diskutiert, ob der Kompromiss nicht zu hoch ausfiel, weil man Angst vor Rezession und der Macht der Stahlarbeitern aus China... hat.
Nie wurde soviel für Gesundheit, Gesundheitsvorsorge, freie Medikamente ausgegeben. Auch in dem Markt lässt sich viel mit Angst verdienen.
Angst 'hilft' auch bei dem täglichen Kampf um das 'Bessersein'. Konkurrenz beginnt nicht nach der Schule, sondern schon im Kindergarten - bald noch früher. Statt Kinder loszu- und Erfahrungen machen zu lassen, werden sie beschäftigt und verplant. Immer sauber und adrett - dreckige Kinderhosen habe ich schon lange keine mehr gesehen - schließlich soll es ja mal ins Büro.
Ich hoffe, dass ich meinen Kindern dabei helfen kann, ihr Leben als Chance und als Genuss an sich zu erleben, statt sich von Pseudo-Ängsten treiben zu lassen.
Und dafür werden sie halt nicht 24h betüddelt und müssen später ohne Markenjeans und mit dem Rad zur Schule auch wenn alle ihre Kinder bringen.
Ich glaube nicht an Sicherheit, sondern an Gott.
Gruß,
Michael
Moin Michael
So weit so gut, nur du hast auch die Angst vor dem Jugandamt vergessen. Behandel ich mein Kind nicht so, wie es die Allgemeinheit gerne hätte, hat man heute sehr schnell der JA am Hals. Die verordnen erst mal eine SPFH und wenn man dann nicht "vernünftig" wird kommt sehr schnell die Pflegemafia ins Spiel.
Ich glaube nicht an Sicherheit, sondern an Gott.
Kann ich leider so nicht unterschreiben, vor allem was diesen Gott betrifft. Ich für meinen Teil glaube an Sicherheit und an meinen Menschenverstand einschätzen zu können, was ich meinen Kindern zutrauen kann und schlucke nicht alles was mir erzählt wird. Auch Traue ich meinen Kindern zu selber Erfahrungen machen zu können.
Gruß
Martin
