Umzug und Gewissens...
 
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Umzug und Gewissensfrage

 
(@luc-reif)
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Liebe Foristen,

ich habe eine Frage, die ich bereits etwas länger mit mir herumschleppe:

in der Stadt, in der ich wohne, lebt auch mein Sohn bei der KM. Wie vielleicht ein paar von euch wissen, steht es um unser Verhältnis nicht besonders gut. Mein Sohn ist bald 5, 4 Jahre lang ging alles mehr oder minder gut (habe kein GSR), ich musste aber stets springen, wenn die KM etwas wollte und die Drohung des Kindesentzugs stand immer im Raum - bis sie diese wahrgemacht hat und wir uns vor Gericht gesehen haben. Ergebnis: kein GSR (aber als "Zielvorgabe" festgelegt), geregelter Umgang alle 2 Wochen mit Übernachtung und Umgangspfleger (soll ausgeweitet werden).

Ob die KM sich jemals wieder beruhigt und ihr bei dieser Aktion die Sicherungen durchgebrannt sind oder ob ihr Hass auf mich so unermesslich ist, dass sich diese Angelegenheit niemals mehr beruhigen wird, vermag ich nicht zu sagen.

Ich wollte immer schon gern ins Ausland gehen, habe dies in der Vergangenheit auch regelmäßig getan, jetzt hänge ich allerdings seit 10 Jahren wieder in meiner Heimatstadt fest. Der Drang, endlich mal wieder etwas Neues zu tun, wird langsam ununterdrückbar. Ich habe hier alles sehr, sehr satt und es war in meinem Lebensentwurf nie vorgesehen, den Großteil meines Erwachsenendaseins an einem Ort zu verbringen.

Und andererseits ist da natürlich mein Sohn. Ich liebe ihn und vermisse ihn - und ich weiß, dass er mich braucht und ich will ihn nicht im Stich lassen.

Genug der Rahmenbedingungen, jetzt die Frage:

was soll ich tun?

Ich realisiere, dass ich nicht immer nur gelebt werden kann: was mich davon abhält, zu gehen, ist ja nicht wirklich die Tatsache, dass ich einen Sohn habe. Wäre das Verhältnis zur KM "gut", würde sich für den Plan, den ich anstrebe, eine Lösung finden lassen (es soll entweder 400km oder 900km weg gehen, und das auch nicht sofort, sondern wenn mein Sohn "alt genug" ist - also in ca. 3-4 Jahren). Was mich davon abhält, zu gehen, ist die Angst, dass die KM den Umstand eines Wegzugs von mir sofort nutzt, um mich herauszudrängen (deshalb habe ich weiter oben auch geschrieben, dass ich nicht einschätzen kann, ob ich sie für immer gegen mich aufgebracht habe oder ob sich die Situation nochmal beruhigt).

Aber diese Angst ist ja kein Zustand - ich kann ja nicht immer nur in der Nähe meines Sohnes bleiben, nichts von dem tun, was ich tun möchte - nur damit ich eine Chance habe, ihn zu sehen? Ich fühle mich erpressbar und so, als sei ich nicht mehr Herr im eigenen Haus.

Gleichzeitig muss ich irgendwann einmal Pläne machen: ich müsste mich konkret bewerben, irgendwann konkret einen Umzug vorbereiten, etc. Nur fange ich mit diesen Plänen erst gar nicht an, weil ich eben nicht weiß, was dann werden soll.

Habt ihr Tips? Wart ihr in einer ähnlichen Situation? Gibt es Lösungen?

 

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 17.08.2022 17:12
(@lena_neu)
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Du hast eine Umgangsvereinbarung erstritten und hast Aussicht auf das GSR und denkst nun über einen Umzug 400-900km weit weg nach ? verstehe ich nicht, wie soll das funktionieren?

In 3-4 Jahren ändert sich da auch nichts - ich verstehe auch nicht warum dein Sohn dann "alt genug" ist - er ist dann Schulkind, das nimmt viele Freiheiten und schon kurze Zeit später entwickeln die Pubertiere eine eigene Wochenendgestaltung.

Die Frage ob du Vaters in Präsenz/in der Nähe sein möchtest - die nächsten 12-15 Jahre oder eher "Besuchs-Onkel" mußt du dir selbst stellen...

Die KM sehen ich das nirgendwo....

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 10:09
(@luc-reif)
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Geschrieben von: @lena_neu

Du hast eine Umgangsvereinbarung erstritten und hast Aussicht auf das GSR und denkst nun über einen Umzug 400-900km weit weg nach ? verstehe ich nicht, wie soll das funktionieren?

Naja, eben nicht jetzt. Und die Umgangsvereinbarung habe ich ja nicht erstritten, weil ich es wollte, sondern weil ich MUSSTE. Das habe ich für meinen Sohn getan. Was ich mit dem GSR will, ob ich damit überhaupt etwas will und was ein GSR, dass ich mir zum Beispiel bereits nächstes Jahr erstreiten könnte, mit einem Umzug "in 3 bis 4 Jahren" zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Erkläre es mir aber gern.

Geschrieben von: @lena_neu

In 3-4 Jahren ändert sich da auch nichts - ich verstehe auch nicht warum dein Sohn dann "alt genug" ist - er ist dann Schulkind, das nimmt viele Freiheiten und schon kurze Zeit später entwickeln die Pubertiere eine eigene Wochenendgestaltung.

Allein die Tatsache, dass er dann Schulkind ist, ändert so einiges - eine neue Ferienvereinbarung musst getroffen werden, vielleicht auch insgesamt eine neue Regelung. 1.) Er ist dann "alt genug" auch eine längere Distanz zu überbrücken. Mit 4 Jahren wäre es unzumutbar, ihn so in der Gegend herumzuschicken. 2.) Er ist dann alt genug, eigene Wünsche zu artikulieren, mit mir zu telefonieren, den Kontakt von sich aus zu halten. 3.) Er ist alt genug zu verstehen, was Zeiträume und Distanzen sind.

Von der Pubertät habe ich auch nicht gesprochen - wie du sagst, macht er da eh, was er will.

Geschrieben von: @lena_neu

Die Frage ob du Vaters in Präsenz/in der Nähe sein möchtest - die nächsten 12-15 Jahre oder eher "Besuchs-Onkel" mußt du dir selbst stellen...

Ich bin meiner bescheidenen Meinung nach auch jetzt schon ein "Besuchsonkel" und kein "Vater in Präsenz" (was auch immer das sein mag).

Geschrieben von: @lena_neu

Die KM sehen ich das nirgendwo....

Beg my pardon?

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 12:02
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

Hallo,

die Entscheidung, wie Du mit der Sache umgehst kann Dir keiner abnehmen.

Klar ist, wenn Du ein präsenter Vater sein willst und weiter dafür kämpfen willst, dann musst Du vor Ort sein. Aber mit einem Standard-Umgang wirst Du nicht viel mehr als ein Besuchsonkel sein.

Andererseits ist es natürlich auch in sogenannten intakten Familien der Fall, dass der Vater (oder auch die Mutter) nicht so präsent sind. Die Familie dann umzieht oder auch nicht und eine größere Entfernung bleibt.

Natürlich hat die Entfernung Einfluß darauf wie der Umgang stattfinden kann. Wenn eine große Entfernung besteht, dann wird es darum gehen den Umgang seltener, aber länger stattfinden zu lassen. Also zum Bsp. nur einmal im Monat, dafür eine zusätzliche Ferienwoche, was auch eine Entlastung für die KM darstellt. Schulkinder haben mehr Ferien als ein Arbeitnehmer Urlaub. Nutzen kann man auch Brückentage.

VG Susi

 

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 12:48
(@luc-reif)
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Geschrieben von: @susi64

Natürlich hat die Entfernung Einfluß darauf wie der Umgang stattfinden kann. Wenn eine große Entfernung besteht, dann wird es darum gehen den Umgang seltener, aber länger stattfinden zu lassen. Also zum Bsp. nur einmal im Monat, dafür eine zusätzliche Ferienwoche, was auch eine Entlastung für die KM darstellt. Schulkinder haben mehr Ferien als ein Arbeitnehmer Urlaub. Nutzen kann man auch Brückentage.

Wie würde so etwas denn - theoretisch - ablaufen?

Also soweit ich es verstanden habe, ist es so: wir treffen irgendeine Regelung, wenn mein Sohn in die Schule kommt. Sagen wir alle 2 Wochen plus hälftige Ferien.

Dann sage ich - nachdem die Regelung so wie beschrieben 2-3 Jahre läuft - "ich ziehe um".

Was passiert dann?

Kann die KM dann darauf pochen und sagen "das geht jetzt aber nicht, siehe Regelung"?

Kann ein Gericht sagen "wenn Sie wegziehen, kann Ihnen der Umgang ja so wichtig nicht sein"?

Gibt es auch bei Wegzug in jedem Fall eine Umgangsregelung (jetzt mal abseits davon, ob sich die KM dann daran hält oder nicht)?

Geschrieben von: @susi64

Klar ist, wenn Du ein präsenter Vater sein willst und weiter dafür kämpfen willst, dann musst Du vor Ort sein. Aber mit einem Standard-Umgang wirst Du nicht viel mehr als ein Besuchsonkel sein.

Ich habe schlicht keine Lust, mit der KM zu streiten. Und ich glaube, die will nur Standard-Umgang.

Dagegen spricht: sie ist faul und manchmal überfordert und hat mir meinen Sohn deshalb die letzten 4 Jahre ständig rübergeschoben.

Dafür spricht: sie schiebt Hass auf mich und weiß, dass mir mein Sohn die Welt bedeutet und sie mich verletzen kann, wenn sie ihn mir so wenig wie möglich gibt.

Ich glaube, eins ist sicher: ich gehe für mehr Umgang nicht (mehr) vor Gericht. Darunter leidet jeder nur. Für meinen Sohn ist das furchtbar, für mich ist das furchtbar und ich denke, für die KM ist es auch furchtbar. Gleichzeitig gewinnt man wenig für den Ressourcen-Input, den man hat. Ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, wie ich erweiterten Umgang umsetzen sollte: ich arbeite viel, in einer verantwortungsvollen Position. Wenn ich meinen Sohn mal Freitags von der KiTa (oder dann Schule) abhole und mir dafür einen "halben Tag" freinehme, ist mein Kontingent an Wochentagsfreizeit eigentlich schon erschöpft.

(das nur mal zu den Eckdaten)

 

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 13:23
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

@luc-reif Wenn Du eine Umgangsvereinbarung hast, dann wird die KM natürlich darauf pochen. Es ist aber so, dass eine Umgangsvereinbarung auch mal geändert werden kann, wenn sich die Umstände ändern. Allerdings wirst Du dafür ggf. auch wieder das Gericht bemühen müssen. Wenn Du einen funktionierenden Umgang hast, dann sollte es auch möglich sein eine Änderung vorzunehmen. 

Wie präzise ist denn die aktuelle Umgangsregelung? Mit Schulbeginn gibt es in der Regel einige Änderungen, die dann auch zu neuen Regelungen führen können.

Wenn Du eine Regelung hast, die Du auch bei größerer Entfernung aufrechterhalten kannst, dann ist das alles kein Problem und es bedarf auch keiner Änderung.

VG Susi

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 13:33
(@lena_neu)
Schon was gesagt Registriert
Geschrieben von: @luc-reif
Geschrieben von: @susi64

Natürlich hat die Entfernung Einfluß darauf wie der Umgang stattfinden kann. Wenn eine große Entfernung besteht, dann wird es darum gehen den Umgang seltener, aber länger stattfinden zu lassen. Also zum Bsp. nur einmal im Monat, dafür eine zusätzliche Ferienwoche, was auch eine Entlastung für die KM darstellt. Schulkinder haben mehr Ferien als ein Arbeitnehmer Urlaub. Nutzen kann man auch Brückentage.

Wie würde so etwas denn - theoretisch - ablaufen?

Also soweit ich es verstanden habe, ist es so: wir treffen irgendeine Regelung, wenn mein Sohn in die Schule kommt. Sagen wir alle 2 Wochen plus hälftige Ferien.

Dann sage ich - nachdem die Regelung so wie beschrieben 2-3 Jahre läuft - "ich ziehe um".

Was passiert dann?

Kann die KM dann darauf pochen und sagen "das geht jetzt aber nicht, siehe Regelung"?

Kann ein Gericht sagen "wenn Sie wegziehen, kann Ihnen der Umgang ja so wichtig nicht sein"?

Gibt es auch bei Wegzug in jedem Fall eine Umgangsregelung (jetzt mal abseits davon, ob sich die KM dann daran hält oder nicht)?

Natürlich kannst du umziehen. Aber warum sollte sich der Umgang ändern?

Hätte dein Sohn nicht die Erwartung das Papa trotzdem jeden zweiten Freitag um 17 Uhr kommt?

Würdest du das mit deinen Arbeitszeiten schaffen?

Erstmal gilt die Umgangsregel die ihr jetzt habt - außer ihr vereinbart eine neue.

Die KM kann da nicht drauf pochen, vielleicht ist sie ganz froh, wenn du verschwunden bist.

800-1800 km am Freitagnachmittag und Sonntagabend sind kein Pappenstil - das kostet Zeit und Geld.

Verschiebungen wegen Veranstaltungen, Wettkämpfen, Kindergeburtstagen. usw sind dann auch nicht mehr drin und es kommt ja häufig mal etwas dazwischen  - oder ihr braucht doch noch einen Schlafplatz in der Heimatstadt des Kindes.

Beim Umgang geht es ja in erster Linie um Zeit mit deinem Sohn. Davon wird ein Teil auf die Autobahn verlegt. Ich kenne jemanden der jeden zweiten Freitag 6-8 Sunden fährt um die Kids einzusammeln, das ist schon ne Hausnummer.

Eine spontane Teilnahme an Arztbesuchen, Elternabenden, Bastelnachmittagen, Kindergartenfeiern ist da nicht mehr drin.

Und ich finde das ist nicht eine Frage des GSRs (auf dem Papier) sondern der gemeinsamen Verantwortung für das Leben des Kindes.

Es geht in erster Linie auch nicht um die Entlastung der Ex.

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 13:34
(@luc-reif)
Zeigt sich öfters Registriert
Geschrieben von: @susi64

Wie präzise ist denn die aktuelle Umgangsregelung? Mit Schulbeginn gibt es in der Regel einige Änderungen, die dann auch zu neuen Regelungen führen können.

Ach, bis jetzt stehen wir ganz am Anfang. Es ist nicht viel geregelt, dafür ist der Umgangspfleger da. Umgang findet alle zwei Wochen von SA Morgen bis SO Abend statt, soll aber "ausgebaut" werden (inkl. Ferienregelung). Geschehen ist das bisher nicht. Wie das Endprodukt dann also aussieht, weiß ich bisher nicht.

Wenn mein Sohn in die Schule kommt (vrsl. Sept. 2024), müssen ja Zeiten neu geregelt werden - Schulferien gibt es bisher nicht.

Die Umgangsvereinbarung besteht also - verstehe ich das richtig - generell "bis auf Weiteres".

Und sollte man irgendetwas ändern wollen oder sollte sich irgendetwas ändern - wie ist dann der Weg? Einigung mit der KM versuchen? Mal angenommen, das gelingt - wie macht man sowas "offiziell", wenn es ja bereits eine bestehende Umgangsvereinbarung gibt zu diesem Zeitpunkt? Wenn man sich einfach nur einigt, könnte die KM später ja einfach behaupten "an die offizielle Regelung hält er sich schon lang nicht mehr"

Und wenn die KM sich querstellt, würde das bedeuten: ich ziehe um, die KM stimmt keiner anderen Regelung zu, und ich sehe mein Kind entweder gar nicht mehr/viel weniger oder sie zerrt mich sogar vor Gericht und lässt mir ein Ordnungsgeld aufbrummen, weil ich die gerichtliche Regelung nicht (mehr) wahrnehme?

Und ich? Was sind meine Möglichkeiten, wenn sie sich querstellt? Gehe ich dann vor Gericht und sage "ich brauche wegen berufsbedingtem Wegzug eine neue Umgangsregelung, die KM will aber keiner neuen Regelung zustimmen. Bitte regeln Sie das!" - oder wie läuft das?

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 14:28
(@zebra)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Luc,

wenn Du wegziehst, müsstest Ihr die alte Umgangsregelung durch eine neue ersetzen. Diese solltet Ihr zumindest schriftlich festhalten. Eigentlich hat man keine Handhabe, einen Elternteil zum Umgang zu zwingen. Deshalb kannst Du bezüglich des bestehenden Beschlusses unbesorgt sein.

Wenn Ihr Euch nicht auf eine neue Regelung einigen könnt, müsstest Du wieder vor Gericht gehen. Und nein, der Richter wird Dir nicht vorhalten, dass für Dich der Umgang ja wohl nicht so wichtig sei. Allerdings musst Du damit rechnen, dass Du die zugehörigen Unbillen wohl allein tragen musst. Da Du die Entfernung schaffst, ist es eher unwahrscheinlich, dass Deine Ex dazu verpflichtet wird, das Kind Dir entgegenzubringen.

Womit wir bei der Entfernung wären:

Hier sind nicht nur die Kilometer maßgeblich, sondern auch die Anbindung der beiden Wohnorte und auch Dein „Geldbeutel“: Von Düsseldorf ist z.B. München mit dem Flieger in weniger als einer Stunde erreicht. Somit hast Du sehr wohl auch die Möglichkeit, auch einmal einen schulischen Termin oder dergleichen wahrzunehmen. Außerdem können Kinder bei der Lufthansa ab 5 alleine fliegen (also in dem speziellen Begleitprogramm). Dafür wäre wiederum die Kooperation der KM nötig, denn sie müsste das Kind ja dort abgeben.

Wenn die Wohnorte abgelegen von großen Städten liegen, wird es natürlich schwieriger. Auf jeden Fall solltest Du Dich in der verbleibenden Zeit vor Ort bemühen, zur Kindesmutter ein besseres Verhältnis zu entwickeln. Denn wie schon geschrieben, von ihrer Mitwirkung wird viel abhängen.

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 15:20
(@lausebackesmama)
Gehört zum Inventar Moderator

Ich würde in dieser Konstellation schlicht nicht umziehen. 

LG LBM 

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 15:22
(@luc-reif)
Zeigt sich öfters Registriert
Geschrieben von: @lausebackesmama

Ich würde in dieser Konstellation schlicht nicht umziehen. 

Tja - das denke ich mir auch manchmal. Und da stellt sich mir dann eben die Frage, wie lange das gutgeht. Das Gefühl in mir, eben nicht "Herr über mein eigenes Leben" zu sein, wächst genau aufgrund dieser Überlegungen.

Denn es ist ja nicht mein Sohn, der mich vom Umzug abhält - wenn, dann wäre es die KM.

Und mit der KM eigentlich "nichts mehr" zu tun zu haben, wie es ja nach Trennungen der Fall sein sollte und wie ich es auch irgendwie will, gleichzeitig aber meine Lebensplanung an ihren Launen auszurichten - fühlt sich sehr bescheiden an.

Geschrieben von: @zebra

Wenn die Wohnorte abgelegen von großen Städten liegen, wird es natürlich schwieriger.

Wäre von Großstadt zu Großstadt.

Geschrieben von: @zebra

Auf jeden Fall solltest Du Dich in der verbleibenden Zeit vor Ort bemühen, zur Kindesmutter ein besseres Verhältnis zu entwickeln. Denn wie schon geschrieben, von ihrer Mitwirkung wird viel abhängen.

Tja - ich habe kein Problem mit der KM. Sie ist mir egal. Ich habe Angst vor ihr, weil sie scheinbar ein Problem mit mir hat. Und weil sich hinsichtlich dieses Problems eigentlich nur die Frage stellt, ob es lösbar ist (weil ihre Wut iwann vergeht), oder ob es unlösbar ist (weil sich ihre Wut gegen meine bloße Existenz richtet). Das kann ich nicht abschätzen. Keine Ahnung.

Geschrieben von: @lena_neu

Die KM kann da nicht drauf pochen, vielleicht ist sie ganz froh, wenn du verschwunden bist.

Das könnte sein.

Es könnte sein, dass ein Wegzug von mir - und das damit verbundene Symbol - ihr zeigt, dass ich ihr unseren Sohn - a.k.a. ihr Eigentum - nicht wegnehmen will.

Es könnte sein, dass ein Wegzug von mir diese Angst verschlimmert ("der gibt ihn mir irgendwann nicht mehr zurück!")

Es könnte sein, dass sie meinen Wegzug nutzen möchte, um mich ganz rauszudrängen (hängt wohl von der Art ihrer Wut ab, s.o.)

Es könnte sein, dass mein Wegzug sie ärgert, weil ich ihr dann weniger Freizzeit verschaffe...äh...ich meine...meinem Sohn kein guter Vater mehr bin natürlich.

Das kann ich alles nicht sagen, ich halte aber alles für irgendwo realistisch.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 15:34
(@dasred)
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Hallo @luc-reif, ich verstehe dein Problem nicht bzw. ich kann das nicht nachvollziehen.

Du überlegst, weiter von deinem Kind wegzuziehen und denkst oder hoffst, dass wenn das Kind älter ist (so wie du skizzierst mit Anfang Einschulung), dass die Beziehung zu deinem Kind aufrecht erhalten kannst als Vater? 

Sowas ist nur sehr, sehr, sehr, sehr schwer möglich. Du musst dafür viel Zeit investieren (Video-Telefonate, viel Zeit auf der Autobahn oder im Flieger) und auf eine guten Kooperation der KM hoffen. Am mal ehrlich gefragt: Möchtest du das deinem Kind antun? Möchtest du, dass dein Kind jedes Mal, wenn es zu dir kommt, so viel Zeit auf Autobahnen oder wo auch immer verbringt? Möchtest du im Prinzip niemals bei irgend einer Veranstaltung deines Kindes dabei sein? Möchtest du, dass dein Kind zu Hause sitzt (und das wird definitiv nicht bei dir sein) und sich nach seinem Papa sehnt, es aber genau weis, dass er so weit weg ist und nicht einfach mal in den Arm genommen werden kann?

Ich möchte das nicht für meine Kinder. Leider sehe aber genau das.

Meine zwei Jungs (10 und 8) leben beide bei mir. Die KM ist zuerst 850km weit weg gezogen und erst dieses Jahr wieder etwas näher (650km). Trotzdem ist sie niemals bei irgend einer Veranstaltung dabei gewesen, bei keinem Fussballspiel, bei keinem Jiu-Jitsu-Training, etc.

Meine Jungs sehen (physisch) ihre Mutter nur in den Ferien und dann auch nur die halben Ferien (wenn diese mindesten 2 Wochen lang sind), teilweise sehen sie sie von den Sommerferien bis Weihnachten nicht. Alles was bleibt ist ein Facetime-Video-Anruf einmal die Woche.

Selbst übers Wochenende ist das nicht möglich. Sie ist zu weit weg. Das ist Streß pur, wenn die Jungs am WE zu ihr und wieder zurück müssten.

Meine Jungs stöhnen jedes Mal, wenn sie zu ihr fahren (nicht wegen ihr sondern wegen der langen Fahrt). Mein Ältester hat letztes Jahr schon mal gefragt, ob er die Herbstferien hier bleiben kann, weil er in den Ferien meistens nie seine Freunde sieh, weil er ja bei der KM ist. Das wird zunehmen, je älter sie werden.

 

 

Am Ende bleibt: Du wirst kein Teil mehr sein im Leben deines Kindes. Du bist dann schlicht raus. Ja dein Kind wird sich freuen, dich zu sehen. Klar, du bist der Papa, aber all die kleinen Dinge wirst du verpassen. All das "allgemeine Wissen" über dein Kind, wirst du nie haben. Dein Kind wird wie ein sehr guter Freund sein, aber was es gerne isst, trinkt, spielt, wie es sich gerade fühlt, etc. All das wirst du nicht mitbekommen.

 

Ich kann dir nur raten: Möchtest du ein Teil deines Kindes sein, dann solltest du auch alles dafür tun, dass dies passiert. Egal für was du dich entscheidest, dir sollte dann klar sein, dass dies eine sehr langfristige Entscheidung ist und diese auch für dich akzeptieren und damit im Reinen sein.

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 16:58
(@luc-reif)
Zeigt sich öfters Registriert
Geschrieben von: @dasred

Du überlegst, weiter von deinem Kind wegzuziehen und denkst oder hoffst, dass wenn das Kind älter ist (so wie du skizzierst mit Anfang Einschulung), dass die Beziehung zu deinem Kind aufrecht erhalten kannst als Vater?

Ja, das denke ich. Wenn es nicht klappt, liegt es jedenfalls nicht an meinem Sohn oder an mir. Vielleicht werde ich eines besseren belehrt - aber ich bin eigentlich der festen Überzeugung, dass unsere Bindung drunter nicht leidet. Er vermisst mich jetzt schon - und ich ihn. Aber das ist ein Zustand, der sich sowieso nicht ändern lässt.

Geschrieben von: @dasred

Du musst dafür viel Zeit investieren (Video-Telefonate, viel Zeit auf der Autobahn oder im Flieger)

Kann ich.

Geschrieben von: @dasred

und auf eine guten Kooperation der KM hoffen

Ja - das ist schon eher der Punkt...

Geschrieben von: @dasred

Möchtest du das deinem Kind antun?

Ich würde meinem Kind gern vieles nicht antun. Ich hätte ihm zuliebe auch bei der KM bleiben können. Habe ich ihm mit der Trennung jetzt etwas "angetan"? Es ist nur meine Meinung - aber es gibt so ein paar wenige Dinge, die sogar wichtiger sind als die eigenen Kinder. Und mein Leben gehört in gewisser Hinsicht dazu. Ich habe mich getrennt, weil ich nicht mit dieser Frau unglücklich sein wollte - purer Egoismus. Mein Sohn hätte eine "schönere" Zeit, würde ich gute Miene zu bösem Spiel machen. Was viel interessanter ist: welche Grenze zieht man in dieser Hinsicht? Ich bin der Meinung, ein Kind hat von einem todunglücklichen Elternteil ebenso wenig wie von einem (fast) nicht anwesenden. Ob es mich todunglücklich macht in 3-4 Jahren, wenn ich nicht weggehe, wie ich es eigentlich immer vorhatte? Wir werden sehen - es ist ein relativ langer Zeitraum, darüber noch ausgiebig zu reflektieren.

Geschrieben von: @dasred

Möchtest du, dass dein Kind jedes Mal, wenn es zu dir kommt, so viel Zeit auf Autobahnen oder wo auch immer verbringt?

Wo ein Wille, da ein Weg. Vielleicht ist das alles auch derart unrealistisch, dass man es sowieso vergessen kann. Dann überlege ich neu. Aber bevor ich das Organisatorische kläre, würde ich gern erstmal das Prinzipielle angehen.

Geschrieben von: @dasred

Möchtest du im Prinzip niemals bei irgend einer Veranstaltung deines Kindes dabei sein? Möchtest du, dass dein Kind zu Hause sitzt (und das wird definitiv nicht bei dir sein) und sich nach seinem Papa sehnt, es aber genau weis, dass er so weit weg ist und nicht einfach mal in den Arm genommen werden kann?

Das ist leider heute auch schon der Fall. Stand jetzt wohnen mein Sohn und ich ca. 1,5km entfernt - und es liegen doch Welten zwischen uns. Einmal kurz in den Arm nehmen? Fehlanzeige. Einfach mal telefonieren? Fehlanzeige. Ohne Sorgerecht irgendwohin gehen, wenn die KM es nicht will? Fehlanzeige. Es ist von der Mutter allein abhängig, ob dieser "großzügige", "lockere" Umgang jemals wieder stattfinden wird (hatten wir ja, bis sie meinte, ihre Machtspielchen spielen zu müssen). Aber das kann ich nicht beeinflussen. Es liegt nicht in meiner Verantwortung. Und das habe ich schon jetzt akzeptiert, auch wenn ich es...naja..."seltsam" finde und es mir bisweilen das Herz bricht. Es hilft nichts. Aber deshalb Trübsal blasen? Da sind wir doch wieder beim Punkt: ich kann mir doch mein Leben nicht kaputtmachen lassen von einem Menschen, der außer Wut und Hass offensichtlich nicht mehr viel zu bieten hat?
Und wenn sich das jemals wieder "normalisieren" sollte - kann man über alles reden: mehr Zeit, ein besseres Verhältnis - und eventuell auch einen Umzug.

Geschrieben von: @dasred

Mein Ältester hat letztes Jahr schon mal gefragt, ob er die Herbstferien hier bleiben kann, weil er in den Ferien meistens nie seine Freunde sieh, weil er ja bei der KM ist. Das wird zunehmen, je älter sie werden.

Das wird irgendwann sowieso der Fall sein - und damit habe ich kein Problem. Wenn ich daran denke, wie oft ich meinen Vater gesehen habe...meine Eltern haben sich getrennt, als ich 15 war. Und ich hatte schlichtweg was besseres zu tun, als ihn zu besuchen. Zweimal im Jahr? Einmal im Jahr? Er hat nie gemeckert, nie etwas verlangt. Wenn ich kommen wollte, hat er sich gefreut - wenn nicht, dann eben nicht. Ich will von meinem Sohn nichts. Und das meine ich nicht emotional. Aber von ihm habe ich gar nichts zu erwarten und nichts zu verlangen. Wenn er mich vermisst - meine Tür steht ihm immer offen.

Geschrieben von: @dasred

Du wirst kein Teil mehr sein im Leben deines Kindes. Du bist dann schlicht raus. Ja dein Kind wird sich freuen, dich zu sehen. Klar, du bist der Papa, aber all die kleinen Dinge wirst du verpassen. All das "allgemeine Wissen" über dein Kind, wirst du nie haben. Dein Kind wird wie ein sehr guter Freund sein, aber was es gerne isst, trinkt, spielt, wie es sich gerade fühlt, etc. All das wirst du nicht mitbekommen.

Das war schon immer so - naja: nicht ganz. Ich weiß, was mein Sohn gerne isst. Was er gerne tut, was ihm wichtig ist. Und ich habe keine Zweifel, dass ich das auch immer wissen werde. Aber das bestimmte Dinge nunmal nicht möglich sind...würde ich das nicht akzeptieren können, wäre ich an einem depressiveren Punkt in meinem Leben.

Geschrieben von: @dasred

Möchtest du ein Teil deines Kindes sein, dann solltest du auch alles dafür tun, dass dies passiert. Egal für was du dich entscheidest, dir sollte dann klar sein, dass dies eine sehr langfristige Entscheidung ist und diese auch für dich akzeptieren und damit im Reinen sein.

Völlig richtig - und ich versuche, abzuwägen: wann und wie bin ich meinem Sohn bestmöglich "ein Teil seines Lebens"?

Wenn ich viel da und sehr unglücklich bin?

Oder wenn ich wenig da und sehr glücklich bin?

(Vorsicht: vereinfachte Darstellung, um die Extrempositionen zu verdeutlichen)

 

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 18:58
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

@luc-reif Natürlich ist eine gerichtliche Regelung erst einmal bindend. Aber niemand kann und wird erwarten, dass das für "ewig" gilt. Wenn sich die Umstände ändern, dann wird sich auch der Umgang ändern.

Der Umgang ist ein Recht des Kindes und wenn sich in einiger Zeit die Umstände ändern, dann ist das durchaus ein guter Grund die Regelung abzuändern.

Wenn die KM da nicht mitmachen will, dann wäre zunächst das JA wieder zu kontaktieren und wenn es keine Einigung gibt, dann wäre das Familiengericht dafür zuständig eine Entscheidung herbeizuführen. Auch wenn das Kind seinen Lebensmittelpunkt bei der Mutter hat und diese das alleinige Sorgerecht und Du die Entfernung schaffst, so ist es eben doch das Recht des Kindes Umgang zu haben und er wird sich nach den Möglichkeiten richten müssen.

VG Susi

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 21:41
(@lausebackesmama)
Gehört zum Inventar Moderator

 

Das Gefühl in mir, eben nicht "Herr über mein eigenes Leben" zu sein, wächst genau aufgrund dieser Überlegungen

Mal ganz ehrlich: Haben dieses "Problem" nicht alle Eltern?

LG LBM 

 

 

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 18.08.2022 22:06
(@luc-reif)
Zeigt sich öfters Registriert
Geschrieben von: @lausebackesmama

Mal ganz ehrlich: Haben dieses "Problem" nicht alle Eltern?

Keine Ahnung - wahrscheinlich?

Aber da ist vielleicht ein kleiner, aber feiner Unterschied:

 

- bin ich in eine "funktionierende" Familie eingebettet, kann ich mich mit Sicherheit genauso "mies" und "fehl am Platz" fühlen. Aber es gibt eben auch etwas auf der Haben-Seite. Ich hingegen bin Single. Ich bin Vater - stimmt. Aber mehr eben auch nicht. Und als Vater bin ich gern gebunden. Aber das ist ja, was mich umtreibt: ich merke, dass meine Sorgen nicht aufgrund meiner Vater-Sohn-Beziehung existieren. Sondern aufgrund der "Bindung", die die KM (noch) herstellt.

 

Und DAS ist belastend

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.08.2022 22:25
(@lausebackesmama)
Gehört zum Inventar Moderator

@luc-reif das glaube ich dir und verstehe ich auch. Nur wird das nicht aufhören, weil du Kilometer zwischen euch legst. Sehr wahrscheinlich endet das erst, wenn dein Sohn auf eigenen Füßen steht.

Und ich vermute, dass es auch für dein Kind einen Unterschied macht, ob Papa "um die Ecke" oder "weit weg" wohnt, zumindest subjektiv. 

LG LBM 

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 19.08.2022 07:16
82Marco
(@82marco)
(Fast) Eigentumsrechte Moderator

Servus Luc,

ich finde, dass regelmäßiger und möglichst häufiger Umgang die einzige verbleibende Möglichkeit ist, die eigenen Werte, Gefühle, Vorstellungen und was-auch-immer unseren Kindern zu vermitteln (was bedingt durch eine Tennung eh´ schon sehr schwer ist).

Daher sehe ich einen Wegzug mit gemischten Gefühlen; vielleicht wäre eine denkbare Lösung, dass Du zu den vereinbarten Wochenend-Umgangszeiten zum Wohnort Eures Sohnes reist und der Junge in den Ferienzeiten Dich besucht? Dann wäre zunächst schon mal die "Reisebelastung" für Sohnemann vom Tisch und Du fändest ebenfalls Zufriedenheit.

Grüßung
Marco

Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!

AntwortZitat
Geschrieben : 19.08.2022 09:41
(@luc-reif)
Zeigt sich öfters Registriert
Geschrieben von: @lausebackesmama

Nur wird das nicht aufhören, weil du Kilometer zwischen euch legst

Auch diese Befürchtung trage ich natürlich mit mir herum. Dass es nur Flucht ist. Andererseits: ich würde damit auch wirklich eine "Mauer" durchbrechen, glaube ich manchmal.

Ich hole dazu etwas aus: die KM ist eine "leere" Person. Sie bezieht all ihr Selbstwertgefühl aus Äußerlichkeiten. Und unser Sohn ist für sie natürlich ein niemals endender Quell dieses Vorgangs. Im Gegensatz zu Freunden und Verwandten liebt er seine Mutter bedingungslos, gibt ihr stets das Gefühl, gebraucht zu werden und "wichtig" zu sein - und ist deshalb für sie und ihr seelisches Wohlbefinden von entscheidender Wichtigkeit.

Sie projiziert diese "Denkweise" auf mich, sie ist gefangen in sich selbst und unterstellt mir deshalb (unbewusst) Motive, die in Wirklichkeit nur ihre eigenen sind.

Und deshalb hat sie Angst vor mir und kämpft mit mir. Weil sie glaubt, dass ich mit ihr kämpfe. Weil sie glaubt, dass ich meinen Sohn ebenso "besitzen" will wie sie und deshalb ständig darauf lauere, ihr eins auszuwischen.

Und dann denke ich mir: vielleicht bringt es was, aus diesem Kampf auszusteigen. Auch symbolisch. Ich habe ihr meiner Meinung nach 4 Jahre lang gezeigt bzw. zu zeigen versucht, dass ich nicht so bin, wie sie es sich ausmalt. Ich halte sie wirklich (mit der Ausnahme, dass sie aufgrund ihrer Angst unseren Sohn instrumentalisiert) für eine gute Mutter. Mein Sohn ist bei ihr gut aufgehoben. Ich will an seinem Lebensmittelpunkt nichts ändern. Er braucht seine Mama. Aber ich dringe nicht zu ihr durch. Es hilft nichts.

Vielleicht bringt also das physische Zeichen etwas. Vielleicht ist es wirklich ein Zeichen, einfach zu gehen. Denn ich habe auch das Gefühl, dass sie es ist, die mir durch ihre Haltung den Kampf, den sie zu führen müssen glaubt, geradezu aufnötigt: "Bleib' da, lass' deinen Sohn nicht im Stich!" ist in ihrer verqueren Welt gleichbedeutend mit "ich wusste doch, dass er kämpft - mit mir kämpft - und dass es ihm in Wirklichkeit nur darum geht, mir meinen Sohn wegzunehmen!"

Und vielleicht stimmt es sogar ein wenig. Ihre Regeln, ihre Denkweise - bestimmen mittlerweile auch mein Leben. Ihr verqueres Gedankengut fängt an, sich bei mir einzuschleichen. Und dadurch beginne ich, genau das zu tun, was sie mir unterstellt: zu kämpfen um eine Sache, um die man niemals "kämpfen" sollte.

Und vielleicht hilft Abstand tatsächlich, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Und vielleicht ist es nicht nur Abstand - vielleicht geht es darum, wieder nach meinen Regeln zu spielen. Vielleicht geht es darum, mir endlich nicht mehr ihre Weltsicht aufnötigen zu lassen, sondern zu dem zurückzukehren, was mir immer wichtig war und ist.

Das Kind ist schließlich in den Brunnen gefallen, eine Familie habe ich nicht. Ich habe einen Sohn. Und mein Leben. Das muss ich irgendwie unter einen Hut bringen. Aber ich sollte vielleicht damit aufhören, das Leben und die Vorstellungen der KM auch noch unter diesen Hut zaubern zu wollen, insbesondere, da nur sie das will.

Geschrieben von: @lausebackesmama

Sehr wahrscheinlich endet das erst, wenn dein Sohn auf eigenen Füßen steht.

Das stimmt. Oder es endet dann, wenn ich es enden lasse. Siehe oben.

Geschrieben von: @lausebackesmama

Und ich vermute, dass es auch für dein Kind einen Unterschied macht, ob Papa "um die Ecke" oder "weit weg" wohnt, zumindest subjektiv.

Bisher nicht. Wie gesagt. Die geringste Entfernung, und doch liegen Welten zwischen uns.

 

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 19.08.2022 10:20
(@luc-reif)
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Geschrieben von: @82marco

ich finde, dass regelmäßiger und möglichst häufiger Umgang die einzige verbleibende Möglichkeit ist, die eigenen Werte, Gefühle, Vorstellungen und was-auch-immer unseren Kindern zu vermitteln

Schwierige Frage. Denn nichts vermittelt die eigenen Werte, Gefühle und Vorstellungen wohl mehr, als nach ihnen konsequent zu leben.

Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich meinem Sohn eine für mich wichtige Lebensmaxime vermitteln will, indem ich sage: "Sei immer du selbst!", während ich es selbst gar nicht bin.

Oder ob ich ihm das sage - und dabei auch nach dieser Maxime lebe. Und damit ist nicht Egoismus gemeint.

Aber jetzt, als erwachsener Mann, respektiere ich zum Beispiel meinen Vater noch mehr als früher. Weil er nicht nur immer gesagt hat, dass es im Leben wichtig ist, zu sich zu stehen - sondern weil er danach gehandelt hat.

Glaubwürdigkeit entsteht durch Stringenz und Konsequenz. So reden - und ganz anders handeln funktioniert auf Dauer nicht. Ich will nicht, dass mein Sohn (unterbewusst) miterlebt, dass ich nur tue, was die KM von mir will. Und sei es eben, dass ich "dableibe" nur aus Angst vor ihr. Obwohl ich eigentlich das Vertrauen in mich, meinen Sohn und unsere Bindung habe, dass es auch anders gehen würde.

Und das sind so die Fragen, die ich mir stelle - das Thema Umzug ist ja dafür auch irgendwo nur ein Platzhalter.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 19.08.2022 10:37