Mein Sohn sagt Papa...
 
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Mein Sohn sagt Papa zu ihm...

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(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Richtig und das finde ich auch völlig in Ordnung.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 31.05.2014 00:50
(@ginnie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

ich denke, je jünger die Kinder bei der Trennung sind, desto eher wird sich die Anrede "Papa" für den Next nicht vermeiden lassen. Erst recht, wenn neue (Halb)Geschwister dazukommen. Es ist einfach ein Ausdruck des gelebten Alltages.

In dem hier geschilderten Fall sieht es ja so aus, als wenn eine sehr gute Elternebene besteht, die vom Neuen auch nicht torpediert wird.
Insofern finde ich eher gut, wie der Kleine damit umgeht, da er den Unterschied auch sehr gut kennt, und nicht eine KM im Spiel ist, die ihn zwingt, Papa zum Neuen zu sagen, und den biologischen Papa rausdrängen will.

Mein Sohn war ca. 8, als er seinen jetzigen Stiefvater kennenlernte, und hat ihn immer nur mit Vornamen angesprochen. Aber es gab auch Phasen, wo mein Mann liebevoll "Papa 2" genannt wurde. Ein Ausdruck dafür, dass mein Sohn ihn als (Stief)-Elternteil anerkennt, in der Zeit, wo sich zeigte, ob unsere Patchworkfamilie funktionieren kann und zusammenwuchs, und auch in der so wichtigen Zeit der "Vorpubertät", wo es im Alltag darauf ankommt, dass die Autorität auch des Stiefelternteils anerkannt und gefestigt wird.

Also, als Fazit, solange die Kids den Unterschied kennen, und solange die Elternebene trotz Trennung funktioniert, sollte man diese funktionierende Elternebene eher im Fokus haben. Ich finde es eher gut, und wichtig, wenn die Kinder auch dem leiblichen Elternteil gegenüber ihre Zuneigung zum Stiefelternteil zeigen können, denn das ist derjenige, mit dem sie zwar nicht blutsverwand sind, der aber eine große Verantwortung im Alltag übernimmt. Dein Sohn hat seinen Stiefvater halt auch lieb, und das ist doch auch gut so. So, wie er sein Geschwisterchen lieben wird, und das gleiche dann auch irgendwie von dir erwartet  😉

ligr ginnie


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 31.05.2014 14:17
(@thoralf)
Rege dabei Registriert

Der "Stich ins Herz" ist verständlich, ich würde das aber auch nicht hoch anhängen und bin diesbezüglich ganz bei den Vorschreibern.

Allerdings denke ich schon, dass KM und neuer Partner diesbezüglich Einfluss nehmen können. Die Lütte meiner NEXT käme niemals auf die Idee, mich "Papa" zu nennen. Wir haben ein wirklich gutes Verhältnis miteinander und ich bin sogar ihr "Lieblings-zu-Bett-Bringer", aber ich habe mich ihr gegenüber von Anfang an als erwachsener "Freund und Kumpel" positioniert und mich klar von einer "Paparolle" abgegrenzt. Wenn wir alle mal von "Papa" sprechen ist auch definitiv Papa gemeint, zu dem Gottseidank regelmäßiger Umgang besteht, was auch die KM sehr befördert.


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Geschrieben : 25.06.2014 14:21
(@sittinbull)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin,

prinzipiell bin ich auch der Meinung, dass es die tatsächliche Vaterrolle nicht in Frage stellt, wenn dein Sohn von zwei Papas redet. Redet er ihn eigentlich auch direkt mit „Papa“ an? Das würde mich auch stören, aber eher weil es von Exe&Next etwas unsensibel ist, nicht vom Kind.

Zitat ginnie: "desto eher wird sich die Anrede "Papa" für den Next nicht vermeiden lassen." - doch, darüber kann man mit dem Kind reden, wenn man das nicht will.

Ich kenne nun auch die Situation des Next, die Tochter meiner DEF war keine vier Jahre alt, als wir zusammengezogen sind. Das Verhältnis zu ihr war von Anfang an sehr gut. Ohne es zu manipulieren wurde ich von ihr aber immer mit Vornamen angeredet, sie hat mich nie anders genannt. „Papa“ bleibt dem leiblichen Vater vorbehalten. Ich habe da auch nie etwas anderes erwartet oder gar verlangt. Wenn sie mich „Papa“ genannt hätte, hätte ich ihr gesagt, dass ich das sehr lieb finde, ich aber nicht der Papa bin. Natürlich gab es Situationen, in denen ich für den Vater gehalten wurde, wir haben das einfach ignoriert, wohl wissend, dass es nicht stimmt. Durch diverse Umstände habe ich letztendlich viel mehr von ihrer Kindheit erlebt als ihr Vater (was ich so nicht wollte), trotzdem hat das nie etwas am innigen, einzigartigen Verhältnis zu ihrem „echten“ Papa geändert. Insofern sehe ich solche „Begleiterscheinungen“ selber etwas gelassener 😉

@Thoralf: Da decken sich unsere Geschichten ja sehr stark. Wenn es so läuft, kann man wirklich froh sein und ich behaupte mal, dass meine Stieftochter sehr gut durch diese erste Trennung gekommen ist. Mit dieser Erfahrung werden wir hoffentlich auch diese zweite Trennung wuppen!


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Geschrieben : 26.06.2014 11:44
(@hampelchen)
Rege dabei Registriert

Wie sieht denn die Alternative aus?
Mal ehrlich und Hand auf´s Herz - ich glaube die wenigsten Kinder, die zu nicht-biologischen Elternteilen anfangen Papa oder Mama zu sagen, tun das, weil irgendjemand es ihnen einredet.
Für die meisten Kinder wird das ein simpler Reflex sein, von dem auch jede Erzieherin in Kinderkrippen und jede Kindergärtnerin ein Lied singen kann. Desto mehr jemand in diese jeweiligen Rollen hineinkommt - indem er mit Mama/Papa zusammenlebt und täglich da ist zum Beispiel - umso schneller etabliert sich sowas.

Und was sollte da jetzt die "richtige" Verhaltensweise sein? Ein/e Next, der/die das Kind aufgeregt korrigiert "Nein, nein, nein Timmy, ich bin NICHT die Mama/der Papa"?
Ein BET, der heranstürmt "Das sagen wir aber nicht zu Peter/Veronika, es gibt nur eine/n Papa/Mama und das ist xy"?

Egal wie, für das Kind, das nicht im geringsten begreifen kann, wo das Problem an der Sache liegen soll, ist es eine ziemlich harsche Zurückweisung. Denn Mama/Papa ist immer auch ein Ausdruck emotionaler Nähe. Es sagt also dem/der Next "du gehörst für mich zur Familie" und kriegt ein "Nein!" zurück? Das ist ein Korb. Ein simpler Korb, weil es unmöglich ist, dem Kind zu erklären, dass es ja fühlen darf, wie es will, nur der Papa/die Mama kriegt ein Egoproblem, wenn es einen anderen Menschen so nennt...

So wie es bei dem Thema nur und ausschließlich um die Erwachsenen geht, so wird auch regelmäßig komplett ausgeblendet, wie es den Kindern damit geht.


AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2014 13:54
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Würdest du es auch so sehen, wenn dein Kind zu jemand Anders Mama sagen würde?

Das ist kein versteckter Vorwurf sondern ne ernst gemeinte Frage.

Ich wage mal die Behauptung, dass das für viele Leute etwas ganz anderes wäre.
Aber ist es das wirklich?

Kinder sagen vieles falsch und da ist es auch was ganz natürliches, wenn sie korrigiert werden.

Natürlich hängt das auch davon ab, wie alt das Kind ist und auch davon, ob es seinen richtigen Papa kennt oder nicht aber, wie oben schon geschrieben, ist für mich immer noch das hier:

Ich habe und würde jedenfalls dem Kind meiner Partnerin immer erklären, dass ich es zwar genauso lieb habe, Papa aber eben doch ein anderer sei.

die Alternative.
Egal ob der "Fehler" selbst- oder fremdbestimmt ist.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2014 14:06
(@sittinbull)
Nicht wegzudenken Registriert

@Hampelchen: Der Ton macht die Musik. Wenn einem das wichtig ist, kann man das auch ohne Aufregung und ohne Heranstürmen klären. Ich denke, ein Vater hat durchaus das Recht zu sagen, wenn ihm so etwas Bauchschmerzen bereitet.


AntwortZitat
Geschrieben : 26.06.2014 14:09
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