Hallo ,
immer mal wieder habe ich in dieses Forum als stiller Beobachter hineingeschaut. Nicht ahnend, dass ich einmal vor dem Pc sitzen würde, um mich hier zu verewigen. doch scheint es mit, als bräuchte ich rat, von gleichgesinnten?
Frauen die vielleicht, die gleiche erfahrung gemacht haben, wie ich sie nun mache?
die mir vielleicht helfen können zu verstehen, was ich selbst nicht fähig bin zu begreifen?
ich lernte anfang diesen jahres einen mann kennen, damit fing alles an.
nicht wissend, was dann alles passieren würde.
dieser mann verzauberte mich, von anfang an, war da dieses gefühl, welches sich schlecht in worte fassen lässt.
doch der mann , verheiratet, so mein kenntnisstand.
ich strich ihn mir ausm kopp, hatte jedoch beruflich mit ihm zu tun, woraus sich eine wirklich tolle plantonische freundschaft entwickelte.
nach und nach erfuhr ich über ihn mehr.
seid 20 jahren lebte er mit seiner frau zusammen, 2 kinder, ein haus gebaut, leitende position im beruf.
seine frau, die ich ebenfalls persönlich kennenlernte, eine kühle person, so ganz das gegenteil von ihm.
was ich so nach und nach erfuhr war, das er seid wochen schon im arbeitszimmer schlief. seine frau machte daraus im bekanntenkreis keinen hehl.
immer wieder kam das thema, zwischen ihm und mir mal wieder auf, doch ich schenkte dem keine beachtung, bis zu dem tag, als er mir eine mail schrieb und meinte, seine ehe wäre am ende, er würde zu einem freund fahren, haben sich getrennt, von seiner frau nun in aller konsequenz.
unsere freundschat blieb beständig.
ich versuchte das gefühl in mir zu unterdrücken, im bewusstsein dessen, dass ein mann, der sich so eben frisch getrennt nicht fähig sein kann, etwas neues zu beginnen.
doch ist der verstand auch noch so klar, was macht man gegen gefühle, die auf einen gegen gefühl treffen, nach langen nächten der gespräche, dutzenden von emails und telefonaten, persönlichen treffen ?
langsam sollte alles anfangen. so sahen er wie auch ich das.
langsam wollten wir etwas beginnen, was er wie auch ich noch nicht gesprüt hatten, so wunderschön und zerbrechlich.
doch manches ging schneller.
seine frau in heller aufruhr.
sie verstand das er ernst machte, kam ihm nun entgegen vonwegen, sie habe all die jahre nicht geliebt, doch jetzt, ja jetzt, jetzt wisse sie, was liebe sei und grade jetzt, ja jetzt liesse er sie im stich.
wir beide, er und ich , wir genossen etwas. die gewissheit, nichts bringt uns auseinander, zusammen sind wir stark und zusammen, da fühlen wir etwas noch nie dagewesenes.
sie bombadierte, ich hätte es ihr wohl gleich getan.
er zog bei mir ein. wir lebten, liebten, teilten. doch sovieles, was so einfach schien, entpuppte sich als schwer, unangenehm.
seine kinder, das haus, seine frau, die wirtschaftlichkeit. im effekt, des tiefen gefühles, waren diese dinge in ihrer gewichtigkeit gewichen.
nach und nach lag ihm daran, aufzuräumen.
so fingen wir damit an.
seine kinder kamen zu uns. in die wohnung. mal nur einen nachmittag, mal ein ganzes wochenende.
sie waren anfangs verhalten , doch nach und nach, da blühten sogar die beiden auf. erlebten ihren vater ganz anders.
nicht so beklommen wie zu hause, nein frei, euphorisch.
von ihm hatte ich erfahren, dass es bei seiner frau, probleme gab, die ihm unüberwindbar schienen. er konnte ihr nie genügen, egal wie. sie streichelte ihn nie, nahm ihn nie in den arm. er ekelt sie mehr an, als das sie ihn attraktiv fand.
sie wollte ein haus, zwei kinder, eine perfekte gästetoilette , all das hatte sie nun. doch liebe? das kannte sie nicht , nach eigener aussage, was sollte das sein?
die beiden nahmen mehrmals ein gespräch bei beratungsstellen in anspruch. doch sie brach sie immer wieder ab, sobald man auch ihr eine teilschuld am umstand ihrer beziehung zu ihrem mann gab.
mir fiel auf, das auch die kinder, emotional unterkühlt waren und sind, es nicht kennen, befreit zu lachen, einfach nur zu toben, kind zu sein. fragen zu stellen, für die man sich nicht schämen brauch.
für sich alleine weinten, niemand sie tröstete.
ich sprach mit ihm darüber und versuchte ihm wege zu eröffnen, dieses aus dem weg zu räumen, langsam, behutsam.
ihm bedeuten die kinder viel. doch sie zu trösten, sie in den arm zu nehmen, ihnen zu sagen, was sie ihm bedeuten, so etwas gab und gibt es bislang nicht in dem leben seiner frau.
so brachte er es fertig, am sonntag mit seinem jüngeren sohn hier bei uns in aller ruhe zu reden.
der kleene hatte sich mir am vorabend anvertraut, das er befürchte, seine eltern würden sich trennen. ich war schockiert, denn niemand, weder mein partner , noch dessen frau hatten dem kleinen mann erklärt, was passiert.
so nahm er genau das in angriff.
wir sassen beim frühstück, als sein jüngster das thema ansprach. behutsam wurde ihm erklärt, was zwischen seinem papa und seiner mama passiert ist und welche rolle ich spiele.
völlig unerwartet, sprudelte der kleene mann los, machte pläne, das er sich vorstellen könne mit uns zusammen zu leben, seine mama nur jedes wochenende zu sehen, ob er freunde mit zu uns bringen könne , er sich hier wohlfühle und gerne hier sei.
es wäre gelogen wü+rde ich sagen, mir wäre dabei kein stein vom herzen gefallen. auch meinem partner war die erleichterung darüber und die leichtigkeit die ihn packte förmlich zu sehen. die beiden schmusten darauf hin und wir verbrachten einen wunderschönes wochenende.
mit plänen für das kommende.
doch nun , da scheint alles anders zu sein.
und ich versteh es nicht. mir fällt es schwer. ich kann nicht umhin, zu erwähnen, dass mir all das zu schreiben nicht leicht fällt, leichter dagegen scheint es zu weinen, den schmerz zu spüren, der mich seid dieser nacht zu übermannen scheint.
seid montag war er anders. distanzierter. ich kam kaum an ihn heran. erst gestern, da fand ich einen zugang.
er will schluß machen. heut abend holt er seine sachen.
er hat das gefühl, verantwortlich zu sein, für seine frau.
er hat das gefühl, ihr etwas schuldig zu sein.
er hat das gefühl, etwas falsches getan zu haben, in dem er sich getrennt hat, auch wenn er sich bei der entscheidung selbst, so frei und wohl gefühlt hat wie noch nie.
sein bester freund schrieb mir in anfangs zeiten eine mail in der eshieß, er habe gebetet, das er die kraft habe, sich von seiner frau frei zu machen, denn schon seid jahren beobachte er, wie es ihm in dieser ehe immer schlechter ginge, und wiesehr er sich freue, das er , sein freund mich gefunden habe.
doch nun scheint all das nichtig.
unter tränen haben wir die ganze nacht über mit einander gesprochen, das er das was er hier gefühlt und erlebt habe, nie gefühlt habe, nie sich so verstanden, so wohlgefühlt und geliebt gefühlt habe.
er wisse vom verstand, das die ehe zu seiner frau zu ende sei, doch er will es versuchen. da is dieses gefühl. das sie in ihm wachruft, wann immer er die kinder abholt.
er wisse auch, dass es mit ihr nie so sein würde, wie mit mir, doch er habe diese zweifel, diese zweifel, die ihn an uns zweifeln lassen....
ich bin ratlos.
Liebe mewu,
ich kann Eure Situation gut verstehen und die Gefühle von allen Beteiligten gut nachempfinden. Die Antwort, hast Du Dir im Text eigentlich schon selbst gegeben:
ich versuchte das gefühl in mir zu unterdrücken, im bewusstsein dessen, dass ein mann, der sich so eben frisch getrennt nicht fähig sein kann, etwas neues zu beginnen.
Schade, dass ihr euch nicht später kennengelernt habt, nachdem er seine Trauerarbeit geleistet hat. So hat eure Beziehung ein Gefühl von Schuld produziert. Ich weiß nicht ob es klappen könnte. Vielleicht versucht ihr eure platonische Freundschaft zu erhalten und wartet auf den "richtigen" Moment.
Mit den besten Wünschen für euch alle
Uli
Lieber Uli,
keimt denn nicht in jedem , der sich trennt, ein schlechtes gewissen???
das ist die frage, die ich mir stelle.
Lieben Gruß
melli
keimt denn nicht in jedem , der sich trennt, ein schlechtes gewissen???
Natürlich, dieser Umstand hat mich 4-5 Jahre zu lange an den damaligen Herd gekettet, "die Schuld", meine Kinder im Stich zu lassen.
Eure Affäre (ich nenne es mal so) ist genau in diese Phase hineingeplatzt und könnte bei ihm letztlich ein Gefühlchaos ausgelöst haben. Wäre sie nicht so passiert, so könnte es sein, dass er noch auf seinem Sofa schliefe oder sich ein Zimmerchen genommen hätte (oder er wäre auch so wieder zurückgegangen, weil er noch nicht reif für die Trennung ist). Auf jeden Fall und das dürfte klar sein, war er noch nicht reif für eine neue Beziehung.
LG Uli
Hallo Mewu,
keimt denn nicht in jedem , der sich trennt, ein schlechtes gewissen???
Ja und Nein, in zeitlicher Folge wie geschrieben.
Das was du im Topic geschrieben habe ist genau so, wie ich das erlebt habe, nur aus der anderen Liga.
Das was einen zurücktreibt ist zunächst das schlechte Gewissen allen Beteiligten gegenüber. Zurück treibt dich aber auch die Gewohnheit. In der Zeit nach der Trennung lebt man in einem dermaßenen Durcheinander, dass man "nur Ruhe" haben will und alles in den Stand versetzen möchte, der vorher war, auch mit dem im Unterbewusstsein vorhanden sein der Kälte. Das nimmt Mann in Kauf.
Es ist nicht die Liebe, dass ist ein Irrglaube.
Heute habe ich kein schlechtes Gewissen mehr, ganz im Gegenteil.
Redet miteinander, denn nur sprechenden Menschen kann man zuhören und stärken!!!
LG solstart
Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein
Hallo mewu,
in der Überschrift deines Topics fragst du " gescheiterte Zweitfrau?"
Nicht du als Zweitfrau bist gescheitert. Die Zeit für euch beide eine Beziehung aufzubauen war wohl noch nicht da.
Ihr seid euch beide einig, wie gut ihr beiden miteinander harmoniert. Eine noch nicht völlig vollzogene Trennung ( besser nicht verarbeitet) kann dann eine neue Beziehung mehr als stark belasten.
Er wird überfordert gewesen sein mit seinen Gefühlen. Da ist auf der einen Seite das schöne Gefühl des Verliebtseins, neue Erfahrungen, die die alten zunächst in den Schatten stellen und dann das Gefühl der Freiheit.
Auf der anderen Seite kommt dann der riesen Berg an Problemen. Wie werden die Kinder damit fertig, wie läuft es finanziell weiter, das schlechte Gewissen, das Haus usw.
Wenn seine Gefühle dir gegenüber ehrlich waren/sind wird er es nicht lange in seinem alten zu Hause aushalten. Man kann meiner Meinung nach nicht eine Ehe/Beziehung auf Dauer nur vom Verstand her aufbauen und leben. Das ist eher selbstzerstörerisch.
Man kann schon alle Beteiligten verstehen , nur für dich ist es am wenigsten verständlich. Du hast deine Gefühle zugelassen, du hast dich auf die Liebe eingelassen und bist nun wieder alleine.
Ich wünsche dir, daß du aus dieser Traurigkeit herauskommst. Vielleicht gibt es für euch noch eine zweite Chance. Es gibt nun viele " Vielleichts", die dir in der jetzigen Situation auch nciht wiklich helfen.
Weitere Gespräche helfen euch sicherlich weiter einander zu verstehen. Pass aber nun auf dich auf damit du dich selbst jetzt nicht aus den Augen verlierst.
Ich wünsche dir viel, viel Glück
Gruß
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo!
Wie sich doch die Geschichten gleichen! Mir ging es Anfang des Jahres ähnlich, nur dass ich die Kinder nie kennengelernt habe, dass er wohl schon zu Beginn unserer Beziehung geahnt hat, dass er die Kurve nicht bekommt, auch wenn er im grunde seit Jahren geplant hat bzw. gehofft hat, zu mir kommen zu können.
Ich bin jetzt seit na, ja, sagen wir sieben Monaten von ihm getrennt und liebe ihn immer noch von ganzem Herzen. Bringt mich aber nicht weiter, da er jetzt zwar den Schritt weiter ist, zu wissen, dass nicht nur er auf mich hoffte, sondern auch ich auf ihn. Aber: Er hat gemerkt, wie schön zwar der Traum ist, wie stark aber die Bindung zu Frau und Kindern. Ich weiß bis heute nicht, was das auslösende Moment für ihn war, zurück zu gehen und das macht mich unglücklich, dass er das nicht erklären kann.
Ich kann dich leider nicht trösten, kann dir nur wünschen, dass du für dich dir Kraft besitzt, entweder zu warten oder oder sich von ihm zu lösen. Sei stark und wenn du glaubst, dass noch Hoffnung besteht, sag ihm, dass du da bist, vielleicht hat er ja irgendwann die Kraft auch den letzten Schritt zu tun und sich an das zu erinnern, was in deinem Fall ja schon sichtbar war: Die Kinder würden es akzeptieren! Nun muss er es auch tun......
Ich muss mich auch dem anschließen, dass nicht du gescheitert bist, nur hast du, wie ich auch, die Zeichen der Zeit und das Band zur Familie unterschätzt. Lass ihm Zeit, aber vergiss selber icht, dass du auch noch lebst, so unglücklich du auch bist.
Liebe Grüße
Floret
Nun ist eine Woche vergangen.
Er hat nicht am abend seine tasche und sachen genommen und ist gegangen.
was mich sehr gewundert hat.
seid dem, führen wir viele lange gespräche. über gott und die welt, aber auch über uns. in ruhigem, lockeren ton, fast unbelastet und frei.
es scheint, als sei bei ihm, aber auch bei mir ein knoten geplatzt.
das sich dadurch jedoch die situation als solche geändert hat, kann ich leider nicht bestätigen.
nach wie vor, belastet mich das ganze immer und immer wieder.
immer dann, wenn seine frau hier anruft, immer dann, wenn sie ihn um ein weiteres gespräch bittet.
immer dann, wenn er sich mit ihr trifft, er mit mir eine zeit vereinbart und diese dann nicht eingehalten wird.
es ist nicht leicht für mich. doch ihn einfach so rausschmeissen kann ich auch nicht.
ich sehe da diesen mann vor mir, der mir beschreibt und berichtet, wie es in seiner ehe vorgangen ist, der nach 5 min weinend sich eingesteht, nicht einen einzigen schönen moment spontan zu berichten mit seiner frau in den letzten 2 jahren.
aber ich sehe eben auch den mann, der nach jedem treffen mit seiner frau, verwirrt ist.
dabei fällt es mir dann leicht ein, mich an die zeit zu erinnern, als er ihr am anfang aus dem weg ging. gespräche mied. nie waren wir , er und ich zufriedener.
doch wie geht das nun weiter? ich bin gespannt, wie lang ich es aushalte.
wünsche euch ein schönes wochenende!!!
lg
melli
