Ein heimlicher Triu...
 
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Ein heimlicher Triumph ?

 
(@lucasdaddy)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

mir geht seit längerer Zeit eine Sache einfach nicht mehr aus dem Kopf und da ich mir selbst keine Antworten auf meine Fragen geben kann, möchte ich gerne eure Meinung zum folgenden Thema hören:

Immer wieder lese ich Threads, welche von den Sorgen und Nöten der Zweitpartner/innen handeln. Natürlich sehe ich ein, dass es sicherlich sehr viel Anstrengung, Geduld und noch mehr Liebe benötigt sein Leben mit einem auf einem Scherbenhaufen sitzenden Partner zu verbringen, aber um so mehr ich über dieses Thema lese und nachdenke, um so mehr frage ich mich, ob es u. U. in vielen Fällen in erster Linie eine Frage des falschen Zeitpunkts ist und ob diese Probleme nicht daraus resultieren?!

Ganz zufällig entdecke ich in vielem was ich lese, Parallelen zu meiner Geschichte, aber vieles ist bei mir auch anders gelaufen (nicht unbedingt besser, aber eben anders).
Ich habe nach der Trennung von meiner Ex absolut kein Verlangen nach einer neuen Beziehung gehabt. Vielleicht auch deshalb, weil ich sowieso nicht zur Gattung der "Von-Einer-In-Die-Nächste-Beziehung-Stürzer" gehöre, aber der wohl sehr viel gravierendere Punkt war der, dass ich mir erst einmal die Zeit genommen habe den Verlust von Familie und Kind zu verarbeiten. Mein größter Traum war es immer Teil einer intakten Familie zu sein, der ich Stärke und Halt geben darf und eben dies auch von ihr erhalte. Nach der Trennung ist dieser Traum geplatzt wie eine Seifenblase und in unerreichbare Ferne gerückt. Man(n) hat schließlich alles Erdenkliche getan, um ihn Realität werden zu lassen, aber wenn der Partner nur Interesse an den durchaus verwertbaren Genen des anderen hat und diesen quasi als wandelnde Samenbank sieht, die man nach erfolgter Befruchtung mit wehenden Fahnen verlässt um sich dann den Rest seines Lebens auf der damit auch noch gewonnen finanziellen Sicherheit auszuruhen, dann ist das ein Schlag mitten in die Weichteile. Und der denke ich, ist nicht so leicht zu verdauen.

Natürlich habe auch ich in noch leicht angeschlagenem Zustand Frauen kennen gelernt, welche zu jedem anderen Zeitpunkt ganz bestimmt als Partnerinnen in Frage gekommen wären, aber solange ich noch ein Stückchen der Vergangenheit mit mir herumtrage, kam keine von ihnen wirklich an mich heran. Meine Einstellung ist evtl. ein wenig altmodisch, aber obwohl man mich sonst als sehr kompromissbereit bezeichnet, bin ich es in Fragen der Liebe wohl eher nicht. Meine Partnerin hat 100 % von mir verdient und nicht 70 oder 80 und genau diese 100 % kann ich nicht geben, wenn in meinem Hinterkopf ein geplatzter Traum noch immer auf Erfüllung hofft. Heute weiß ich, dass er nicht gänzlich geplatzt ist, seine Struktur hat sich nur sehr verändert. Ich habe einen wunderbaren Sohn, auf den ich sehr Stolz bin und er hat eine Mutter, die ich zwar in ihrer Rolle anerkenne, sie mir aber in allen anderen Dingen absolut gleichgültig ist. Nach der Trennung war dies nicht so und ich weiß nicht, ob ich damals nicht alles andere aufgegeben hätte, um doch noch so etwas wie eine Familie mit ihr zu gründen. Wenn, dann hätte ich es sicherlich nicht aus Liebe zu meiner Ex getan sondern nur, um nicht die Schmach ertragen zu müssen meinen lange gehegten Traum nicht verwirklicht zu haben.

Ich denke, dass es sehr viel Zeit und noch mehr Beanspruchung sämtlicher Gehirnwindungen braucht, bis man endlich an diesem Punkt angekommen ist und die Vergangenheit ohne Reue als seine Vergangenheit akzeptieren und mit ihr leben kann. Aber es klappt irgendwann...

Wie gesagt habe ich mir diese Zeit genommen, um nicht halbherzig eine neue Beziehung einzugehen. Bei vielen anderen Threads habe ich hier leider den Eindruck, dass dies bei einigen nicht der Fall ist und der oder die Ex noch immer viel zu präsent ist. Darunter leiden die neuen Partner natürlich noch zusätzlich zu der sowieso schon oft schwierigen familiären und finanziellen Situation.

Die ganze Sache hat natürlich auch eine Schattenseite, denn ich bin in dem Film meines Lebens zwar der Hauptdarsteller, Regie führt aber oft ein anderer.
Nach der Trennung habe ich eine wunderbare Frau kennen gelernt und gemeinsam mit ihr eine kurze, aber sehr intensive und innige Zeit verbracht. Wir waren uns in allem schon vom ersten Moment an sehr nahe und haben uns meist auch ohne Worte verstanden. Es war mehr als perfekt, aber ich habe irgendwann geblockt, weil ich spürte, dass ich mich nicht ganz habe fallen lassen können. Meine Ex war für mich einfach noch zu präsent und irgendwie haben mich Gefühle wie Hass, Verachtung und Enttäuschung innerlich derart blockiert, dass ich unserer Liebe keine Chance gegeben habe. Es schlugen wohl zwei Herzen in meiner Brust:
Eines, das mir immer wieder sagte: "Es ist Liebe und DU kannst nichts besseres tun, als sie zuzulassen" und eines, das derart erkaltet und verhärtet war, dass es mir den Glauben an die Liebe nahm.

Wir haben unseren Kontakt zueinander über die ganzen Monate nie abgebrochen und obwohl ich sie damals sehr verletzt habe, hat sie trotzdem immer an meiner Seite gestanden und mich nie fallen gelassen.
Wir waren uns trotz allem immer noch sehr nah und ich habe ihr immer nur das gewünscht, was ich meinte, das sie mit mir nicht werden kann:
glücklich sein.
Vor einigen Monaten trat dann ein anderer Mann in ihr Leben und selbst da habe ich den beiden noch viel Glück für die Zukunft gewünscht. Rückblickend weiß ich, dass in mir nachdem ich dies erfuhr, die ersten Zweifel hochkamen. Ich wollte immer, dass sie ihr Glück findet, aber irgendwie sah ich das meine in diesem Moment entschwinden. Die Dominanz meiner zweier Herzen begann wohl langsam in den Bereich 60:40 abzudriften und die Liebe erhob ihre Stimme nun doch laut hörbar.
Aber auch die andere Seite in mir hielt noch immer nicht still.

Vor einigen Wochen ist unser Kontakt immer inniger geworden und nach stundenlangen Telefongesprächen haben wir beschlossen, dass wir uns wieder sehen müssen. Bei ihr stand zu diesem Zeitpunkt ein Umzug über mehrere 100 Kilometer zu ihrem neuen Partner ins Haus und ich wusste auf der Fahrt zu ihr meine Gefühle absolut nicht mehr zu ordnen.
Als ich sie sah, da war es, als ob mit einem Mal alles negative in mir zu weichen schien, als ob dieser Eisklotz endlich den Weg für das freigab, was ich immer gefühlt, aber nie zugelassen habe: Liebe.
Ich kam mir vor wie ein kleiner, dummer Schuljunge und konnte meinen Blick einfach nicht mehr von ihr abwenden. Es war ein Gefühl, wie wenn man nach Jahren endlich wieder nach Hause kommt, wie wenn man alles andere um sich herum vergisst, nur um nicht auch nur eine Sekunde dieser alles andere unwichtig erscheinen lassenden Emotion zu verpassen. Ich habe mich voll gesogen wie ein ausgetrockneter Schwamm und gespürt, wie sehr sie mich mit ihrer Nähe und Wärme erfüllt.

Es war zwischen uns so, als sei es nie anders gewesen, als gäbe es nur zwei Menschen auf dieser Welt. Zwei Menschen, die ohne den anderen nie das Glück finden werden.

Es war mit Sicherheit einer der schönsten Momente in meinem Leben, aber rein zeitlich gesehen, wäre wahrscheinlich jeder andere besser gewesen.
Sie fing ganz stark an zu zweifeln, ob dieser Umzug und die Beziehung zu ihrem Partner richtig sind, aber trotzdem ging sie erstmal diesen Weg.
Obwohl mir dieser Schritt sehr weh tut akzeptiere ich ihre Entscheidung. Ich kann verstehen, dass sie Angst hat, dass ich sie ein zweites mal mit meiner Ablehnung verletzen könnte, aber ich weiß ganz genau, dass dies nicht noch einmal passieren kann. Wir sprechen sehr oft miteinander über unsere Zukunft und dies sehr offen und ehrlich. Es war damals mein Fehler und ich habe mir mittlerweile schon derart viele A****tritte verpasst, dass ich kaum noch sitzen kann, aber sie hat ihn mir verziehen und wir arbeiten nun gemeinsam an dem gleichen Ziel. Unsere Liebe wird über alles triumphieren, was uns im Weg stand, das wissen wir beide ganz genau.

Wir sehen uns im Moment so oft wie es nur irgendwie möglich ist, auch wenn wir dies mehr oder weniger heimlich tun müssen. Keiner von uns wird den anderen jemals aufgeben und nichts auf dieser Welt wird die Macht haben, das Glück zweier Menschen zu zerstören.

Die Überschrift dieses - viel zu langem - Artikels lautet "Ein heimlicher Triumph" und dies deshalb, weil ich glaube, dass es einer wäre, den meine Ex sehr gerne auch noch auf ihrem Konto verbuchen würde.
Aber es wird nicht funktionieren, denn es war wichtig und unausweichlich für mich all die Enttäuschung und all die Verletzungen zu verarbeiten, um nicht gänzlich den Glauben zu verlieren und mir das Rückrat zu brechen.
Heute bin ich stärker als je zuvor und sie wird in mir nie wieder Gefühle wie Hass oder Verzweiflung wecken können. Ein anderer Mensch bin ich mit Sicherheit nicht geworden, aber vielleicht ein besserer. Hass und Wut rauben uns die Kraft für das Wesentliche im Leben und nehmen uns die Luft zum atmen. Aber genau dieses zu überwinden, das Leid zu ertragen, aber nicht an ihm zu Grunde zu gehen, sondern es zu akzeptieren, nur um es letztendlich zu überwinden und darüber sprechen zu können, das birgt die Kraft in sich, an der eigenen Zukunft mit Glaube und Hoffnung arbeiten zu können.

Manchmal frage ich mich, ob unsere Ex-Frauen überhaupt wissen, wie sehr sie unser Leben auch nach der Trennung noch beeinflussen.
Ich glaube, die meisten denken gar nicht so weit...schade eigentlich, denn dann könnten wir uns alle viel ersparen.

In diesem Sinne,

K.
_________________
Kind zu sein ist ein Recht, Kind zu bleiben ist ein Geschenk.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 27.05.2005 22:27
(@floret)
Zeigt sich öfters Registriert

Hallo K.

vielen lieben Dank für dein Schreiben. Genau das, was du beschreibst, macht vermutlich der von mir so sehr geliebte Mann durch. Ich weiß, dass er mich liebt. Ich weiß aber auch, dass er an seinen Kindern hängt und auch für seine Frau noch positive Gefühle hat. die beiden sind seit 16Jahren zusammen, haben sich viel aufbaut.
Im letzten Jahr kam dann ich in sein Leben - wieder, denn wir waren vor unseren jeweiligen damals aktuellen Beziehungen längere Zeit zusammen. Wir wollten uns nur mal wieder treffen und nach einigen dieser Treffen entdeckten wir, da war mehr, mehr als jeweils mit unseren Partnern war. Den wesentlichen Teil der Story findest du, wenn du meine Threats und Posts ansiehst.
Kurz und knapp: wir haben uns aus unserem Leben herauskatapultiert, waren wahnsinnig glücklich und dann brach er zusammen. Das Hin und her zu seiner Familie, dass, wir seine Frau ihm zeigte, wie die Kinder litten, welche Verantwortung er trug, das waren für mich zunächst die Gründe, waren es bestimmt auch, die enttäuschten Blicke der Kinder, wenn Papa wieder geht, das miese Gefühl, wenn er all das, was er sich in den letzen Jahren aufgebaut hat hinter sich zu lassen. Aber all das habe ich auch getan - nur eben, dass da keine Kinder sind, nur ein total verletzter Mann, der das ganze nicht verstehen kann (andere Story).
Ich habe indessen viel mit einem anderen Vater gesprochen, dessen Frau den Auszug will, er nicht. Er sagte mir auch, dass die Vorstellung nie wieder in dieser geliebten Familie leben zu können, nie wieder täglich seine Kinder zu sehen, das sei unvorstellbar.
Dieser Gedanke war für mich neu, stimmte aber. Ich kann ihm nur die Art der Liebe bieten, die du auch beschreibst, aber er hat Angst, bei mir zu sein und dabei an seine Familie zu denken. Eben nur 80%.
Gerne lese ich, dass du nach einer gewissen Zeit nun so weit bist, dein neues Leben mit deinen Kindern zu genießen und hoffe nur, dass er das auch schafft. Nur das er das zu Hause erkennen will, er will erkennen, dass seine Ehe kaputt ist und sich sicher sein, dass er wirklich nur mich will, nicht auch sie. Es war verdammt hart das zu hören, aber ich komme mehr und mehr zu der Ansicht, dass es der bessere Weg ist.
Wenn sich ein anderer Mann in mein Leben schiebt - schön, aber ich habe Kontakt zu vielen Männern und nun kommt die Parallele zu dir: kein Interesse, da passiert aber sowas von gar nichts. Also lebe ich mein Leben allein, habe bald eine eigene Wohnung und sehe, wie es weiter geht.
Ich hoffe nur, dass er es bald schafft, denn ich weiß, dass er mich wahnsinnig vermisst und ich vermisse ihn so sehr. Wenn er es nicht schafft, wäre das wahnsinnig traurig, aber du hast meine Hoffnungen wieder aufgebaut. Er weiß, das ich für ihn da bin und meldet sich auch bei mir, nicht mit wilden Liebesschwüren ("Ich will dir keine Hoffnungenmachen, bevor ich mit mir im Reinen bin"), aber er widerspricht auch nicht, wenn ich ihm sage, dass ich weiß, dass er mich liebt.
Das wird irgendwann etwas. Ich weiß das es geht und ich hoffe, dass es, wenn es soweit ist auch eine Einigung zwischen ihm und seiner Frau gibt, die es ihm bzw. uns erlaubt, die Kinder so oft wie möglich bei uns zu haben, so dass er seine kleine Familie doch noch manchmal für sich hat. Denn ich kann ihm tatsächlich keine bieten und werde das auch nicht können.

Hab Dank für alles Geschriebene

Floret


AntwortZitat
Geschrieben : 27.05.2005 22:53
(@lucasdaddy)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Kati,

ich möchte Dir eines gerne mit auf den Weg geben: Das Leben folgt ganz selten einem geraden Weg, es birgt immer wieder Wege in sich, die steinig und hart zu begehen sind, aber es ist der Weg, der das Ziel sein soll und wir alle müssen anscheinend erst einmal den falschen Weg gehen, um den richtigen zu finden.

Drücke Dir und mir ganz fest die Daumen!

Viele Grüße,

K.

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir erst begreifen werden, wenn wir ihren wahren Wert erkannt haben oder an ihnen zu Grunde gegangen sind


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.05.2005 23:52
(@mellipop)

Hallo,

zu diesem fällt mir nur eins ein. mein partner hat zwar keine trennung in dem sinne durchgemacht, aber so ähnlich. er hat gefühle für eine frau empfunden und diese ist dann nach einer nacht schwanger geworden. mehr wollte sie nicht und hat ihn dann aus ihrem leben wierder ausgeschlossen.

mein partner war damals sehr verletzt und als ich dann vier monate später ankam und dazu noch acht jahre jünger war als er , konnt er erst gar nicht glauben, dass ich ernsthaft etwas von ihm wollte.
nun sind wir über ein jahr zusammen und habe viele probleme (schwangerschaft, vaterschaftstest und nun ist es seins) gemeinsam durchgestanden- und wir sind immer noch sehr glücklich.

mein partner sagt immer, dass ich das beste bin was ihm passieren konnte.

ich wollte nur zeigen- auch wenn ich viele probleme mit der situation habe, trotzdem liebe ich ihn und wir führen eine meistens glückliche bezieheung.

es kann auch so gehen.

mellipop


AntwortZitat
Geschrieben : 29.05.2005 14:37
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin LucasDaddy,

die emotionale Trennung findet doch nicht erst mit der räumlichen Trennung statt. Letztere ist der Schlusspunkt der ersteren Trennung. Auf dem Weg dorthin kommt es zu Verletzungen, Herabwürdigungen und und und...auf und auch von beiden Seiten.

Psychologen sagen, eine Partnerschaft zu verarbeiten nimmt ebenso viel Zeit in Anspruch, wie die Partnerschaft angedauert hatte. Prost Mahlzeit!

und der oder die Ex noch immer viel zu präsent ist.

Wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind, währt dies ein Leben lang. Nur die Basis ändert sich im Laufe der Zeit.

Manchmal frage ich mich, ob unsere Ex-Frauen überhaupt wissen, wie sehr sie unser Leben auch nach der Trennung noch beeinflussen.

Naja, das gilt ja nun für beide Seiten, oder?

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 29.05.2005 18:58
(@floret)
Zeigt sich öfters Registriert

Hi Deep,

das mit der räumlichen Trennung scheint für einige nicht ganz so zu sein. Bei "meinem" weiß ich, dass die emotionale Trennung schon lange lief. Von ihrer Siete gab es kaum mehr Liebesbezeugungen und das schon seit über einem Jahr. Er trennte sich im Januar, ging immer mal wegen der Kinder nach Hause und merkte, dass da eben das Band ist, dass du auch meinst, das Band zwischen einem Vater und einer Mutter.

Nun muss er sich eingestehen, dass dieses Band, das auch noch durch Freundschaft geprägt ist aber nichts mehr mit Liebe zu tun hat. Gott sei Dank ist das Verhältnis noch so gut, dass er sie auch in die Arme nehemn möchte, wenn sie ihn traurig ansieht, weil sie bestimmt auch weiß, dass er gehen wird - irgendwann. Aber das ist doch keine Liebe! Er sagte mir, alle würden ihm das sagen und er wisse auch, dass es mit einer Trennung endet, aber er müsse dort vor Ort feststellen, dass er sich liebestechnisch getrennt hat, dass seine Ehe gescheitert ist. Ich hoffe nur, er bekommt das bald hin, denn unser Leben ist kurz und ich wünsche ihm, mir und auch seinen Kindern, dass ihr Vater bald glücklich ist mit mir, der Frau, die er sagt zu lieben. Er muss aber erst einsehen, dass er seine Kinder nicht verliert. Und auch, dass die Basis, die du nennst zu seiner Frau immer bestehen bleiben wird, bestehen bleiben muss, so positiv wie möglich, den Kindern zu liebe. Und nebenbei: Auch der Frau ist doch ein Mann zu gönnen, der sie als einzige und über alles liebt. Alles gar nicht so einfach.

Ich habe ihm gesagt, dass er einmal nicht um unsere Liebe gekämpft hat, warum auch immer, ich würde diesen Fehler nicht auch machen. Ich versuche ihm zu sagen, dass ich da bin, dass er bei mir glücklich ist, aber er muss es selber herausfinden und daran glauben. Eben die 100% Sicherheit haben - alles sehr kompliziert. Aber beide Seiten müssen kämpfen. K. hat isch dazu entschlossen und ich auch. Drück und einfach mit die Daumen, dass alles gut wird und die beiden, um die wir kämpfen da mitmachen.

Danke

Floret


AntwortZitat
Geschrieben : 29.05.2005 21:46
(@lucasdaddy)
Nicht wegzudenken Registriert

N´abend Deep,

ich kritisiere ja sehr ungerne den Chef hier, aber ich meine, dass es diesmal sein muss:

Wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind, währt dies ein Leben lang. Nur die Basis ändert sich im Laufe der Zeit.

Eben! Die Basis muss sich aber erst einmal ändern und ich habe nicht daraufhin abgezielt, dass die Kinder der Casus Knacktuss sind, sondern viel mehr, dass was viele Ex-Frauen nach der Trennung mit ihnen machen. Ich kann nur von mir ausgehen und meine Story kennst Du ja, aber es kann nie gut und richtig sein, wenn eine Mutter, die es in der Beziehung nicht geschafft hat ihren Frust und ihren Hass an ihrem Mann auszulassen, das dann über die Kinder versucht. Sie können wohl am wenigsten etwas dafür und haben ein Recht auf ein Leben ohne derartige Gefühle.

Ich: Manchmal frage ich mich, ob unsere Ex-Frauen überhaupt wissen, wie sehr sie unser Leben auch nach der Trennung noch beeinflussen.

Deep: Naja, das gilt ja nun für beide Seiten, oder?

Sorry Deep, aber Fakt ist, dass mehr als 9/10 der Trennungskinder bei ihren Müttern leben und Fakt ist auch, dass unsere "Rechtssprechung" genau diesen Müttern alle nur erdenklichen Hilfsmittel zur Verfügung stellen, um dem Vater im Nachhinein noch mal so richtig eins reinzuwürgen. Ich glaube nicht, dass gerade Du mir in diesem Punkt widersprechen wirst...

Und wenn eine Frau sich schon beim Vollzug des Aktes ausrechnet, welcher Geldsegen ihr dadurch beschert wird, während der Mann in dem Glauben einer Familienplanung handelt, dann kann ich nur dafür plädieren, dass wir den öffentlichen Pranger aus dem Mittelalter auf jedem Dorfplatz wieder aufstellen sollten.

Deep, ich weiss, dass es lange dauern kann eine verlorene Beziehung zu verschmerzen und darüber hinwegzukommen, aber ich weiss auch, dass es einfacher wäre, wenn wir nicht gleichzeitig auch noch um unsere Kinder kämpfen müssten. Es geht auch fair!

In diesem Sinne warte ich mal auf das Gewitter,
denn bei 32 Grad wünsche ich mir (fast) nichts mehr ;-),

K.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.05.2005 23:24
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin K.

wir haben aus unterschiedlichen Sichten argumentiert - das bemerke ich aber erst jetzt.

Sicher ist es verwerflich, wenn der Betreuungselternteil die Kinder in seinem eigenen egosistischen Sinne benutzt. Doch was willst du machen? Einen durchgeknallten und verblendeten Menschen kannst du nicht missionieren. Ich zumindest habe es aufgegeben. Und es liegt an den Umgangseltern, aus der Situation das Beste zu machen, auf der Lauer zu liegen, die Gelegenheit zu nutzen.

Dann schwenkst du von der Betrachtung deiner Situation auf die allgemeine Rechtsprechung um. Ich gebe dir unumwunden recht, dass die rechtliche Schwieflage plus der einseitigen Geschlechterförderung böse Auswüchse zu Tage fördert. In diesem Thema bringe ich mich für meinen Teil immer wieder dort ein, wo solches geschieht. Manchmal kann gar ein Leserbrief in einer Dorfzeitung einiges bewirken 😉

Es geht auch fair!

Klar. Fairness bedeutet Gegenseitigkeit und Vertrauen. Wie ist es denn bei Trennungen. Derjenige, der sie herbeiführt, wird immer wieder und langanhaltend die Richtigkeit seiner Entscheidung unter Beweis stellen müssen, vor allem sich selbst gegenüber. Ein Teufelskreis.

Wäre der Mensch willens und in der Lage, sich menschenwürdig zu verhalten, gäbe es keine Gesetze, Vorordnungen, Richter. Ja, sogar die 10 Gebote wären unnütz, es sind ja alle so nett zueinander.

In diesem Sinne warte ich mal auf das Gewitter,

Schon dagewesen?

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 30.05.2005 00:17
(@lucasdaddy)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Deep,

wir haben aus unterschiedlichen Sichten argumentiert - das bemerke ich aber erst jetzt.

Pas de problem, bei meinem langen Posting kannst ja selbst Du mal den Kern der Aussage verfehlen 😉
Aber weisst Du was? Natürlich hast Du recht, mit dem was Du sagst, denn einen Menschen, der absolut uneinsichtig ist, den werde auch ich nicht ändern. Aber das ist auch nicht mein Ziel, denn wer sein Leben lang durch falsche Ziele geblendet war, der wird auch durch mich nie das Licht sehen. Aber meinen Sohn wird sie nicht blenden können, dass hat mir dieses Wochenende mit ihm gemeinsam gezeigt.

Schicke Dir die Tage mal eine PN, denn Deine Meinung ist mir schon wichtig 😛

Gewitter? Bis jetzt nicht, kommt aber noch, da bin ich mir sicher.....

Lasst es krachen, aber richtig

K.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 30.05.2005 00:51