Hallo,alle zusammen,
ich habe gestern erfahren, dass meine Exfrau in der nächsten Zeit in die Selbstständigkeit gehen möchte. Momentan bekommt sie Hartz4 und nun soll ihr vom Arbeitsamt Fördergelder zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich selbstständig machen kann, als Schneiderin.
Falls das klappen sollte, was ich ihr wünsche, wie sieht es dann mit dem Unterhalt für meine Tochter aus, die bei mir lebt ? Bisher hat Exlein ja nichts bezahlt, weil sie ja nur Hartz 4 hatte.
Wenn sie nun selbstständig wird, und gerade mal soviel Geld verdient, dass sie aus dem Hartz 4 rausfällt, was ist dann ? Muss sie dann wieder nichts bezahlen ? So wie ich meine Ex kenne wird sie ihre Abrechnungen schon so machen, dass es gerade mal auf den Selbstbehalt hinausläuft. Darf das sein ? Oder unterliegt sie da nicht auch einer gesteigerten Erwerbsobliegenheit ?
Wenn sie schlau ist, dann macht sie das auch so. Warte ein bisschen ab und spreche dann mit ihr, ob sie nicht auch einen kleinen Beitrag leisten moechte. Wer Selbstaendiger ist, der muss auch nicht gleich reich werden. Sie wird anfangs sicherlich erstmal um ihre Existenz kaempfen.
Sie kämpft schon seit 2 Jahren.
Hallo,
kann uns den wirklich keiner sagen, wie das so läuft, wenn sie jetzt in die Selbstständigkeit geht ?
Wir wollen ja von ihr nichts was uns nicht zusteht. Aber allmählich wäre es schon mal ganz nett, wenn da mal ein wenig Unterhalt rüberkommen würde.
Mein Mann arbeitet sich halbtot um alle zu versorgen, er zahlt für seine beiden Kinder die bei ihr leben und er hat hier eine Familie mit 6 Personen zu versorgen.
Da ich ja für meine Kinder auch keinen Unterhalt bekomme, muss er für meine Kinder auch noch mit aufkommen. Macht er ja auch ohne zu jammern, aber es wäre schon ganz nett, wenn ein kleiner Zuschuß an Unterhalt für J. bezahlt werden würde.
J. lebt jetzt schon zwei Jahre bei uns und seit dieser Zeit baut sie ihre Selbstständigkeit auf. Jedes Monat hat sie offiziell 100 Euro verdient, und 300 Euro als " Werbungskosten" abgerechnet. Ihr Arbeitsamt hat das so mitgespielt.
Doch nun bekommt sie Überbrückungsgeld oder sowas in der Art um sich selbstständig zu machen und aus dem Hartz4 rauszukommen. Wie das genau abläuft wissen wir auch nicht.
Und da ist natürlich die Hoffnung da, dass sie dann endlich zahlen muss. Es kann doch nicht sein, dass sie einfach selbstständig wird, und sich dadurch von der Arbeitssuche drücken kann.
Bevor wir geheiratet haben, DWH und ich, waren wir eine kurze Zeit Hartz4 abhängig, weil ich damals auch keine Arbeit hatte. Damals wurde er sofort dazu gedrängt noch einen Nebenjob anzunehmen, um seiner Unterhaltspflicht nachkommen zu können. Und das bei einer monatlichen Arbeitszeit von 260 Stunden.
Und als wir den Unterhalt herabsetzen haben lassen, weil J. zu uns gezogen ist, hat man von ihm sogar erwartet, dass er umzieht, und das obwohl dadurch 5 Kinder aus ihrem gewohnten Lebensraum gerissen worden wären ( wie es immer so schön heißt, aber das gilt nur für Kinder von Exfrauen ).
Und unsere Ex muss einfach keinen Unterhalt bezahlen und niemand interessiert das. Die arme Frau tut doch alles ! Sie macht sich jetzt sogar selbstständig !! Wenn das kein Arbeitswille ist ! :gunman:
Naja, was soll man da sagen.
Müssen müsste sie natürlich aber da das alles im Ermessen des Richters liegt, kann man das kaum vorhersagen.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Da sehe ich echt düstere Prognosen :puzz:
Ich war 3 Jahre lang selbständig (würde es auch niemals wieder tun) und habe in diesen Jahren auch um meine Existenz gekämpft.
Alleine für Sozialversicherung (Krankenkasse/Rente) habe ich ca. 500 Euro aufbringen müssen.
Hinzu kamen Gewerbesteuer,und Einkommensteuer(bei alleinstehenden ist der Freibetrag lächerlich/Kinder zählen kaum)
Diese Beträge sind fast unabhängig von dem was man verdient....also muß ein Steuerberater her der gut rote Zahlen fürs Finanzamt zaubern kann.
Ich zumindest bin mit schulden aus der Selbständigkeit raus.
Ich denke das wird dann auch der Fall sein und Unterhalt wird weiterhin passe sein wenn ihr euch nicht auf einem gutmütigen Weg einigen könnt!
Gehe Deinen eigenen Weg,dann verläufst du dich auch nicht !
Moin dwh und ss,
das Leben ist nicht gerecht; man hat zumindest keinen Anspruch darauf. Bis man mit einer selbständigen Tätigkeit so viel verdient, dass einem neben den ganzen unvermeidlichen Kosten der eigene Lebensunterhalt und vielleicht noch Kindesunterhalt für ein nicht selbst betreutes Kind bleibt, dauert es eine ganze Weile. Und in einer lukrativen Branche sollte man dann auch tätig sein, was bei der Schneiderei eher nicht der Fall ist. Auch "Erwerbsobliegenheit" ist ein grosses Wort, das viel leichter ausgesprochen ist als man einen Job findet.
Die Frage ist: Was bringt es, das Nicht-Vorhandene und Unabänderliche fortlaufend zu beweinen? Andere beklagen sich hier - zu Recht - darüber, dass ihre Ex überhaupt keinen Finger krumm macht; wieder anderen werden ihre Kinder vorenthalten - beides ist bei Euch nicht der Fall: Ihr bekommt "nur" keinen Unterhalt für das bei Euch lebende Kind. Diesen Luxus würden tausende von Vätern in diesem Land mit einem schlichten "who cares?" kommentieren.
Oft hilft ein Wechsel des eigenen Standpunktes: Weg vom "was hab ich alles nicht?" und hin zum "was hab ich!" Es könnte sein, dass eine nicht-Unterhalt-zahlende Ex plötzlich recht unbedeutend wird; schon allein, weil sie dann nicht mehr jeden Tag Gesprächsthema ist.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo, Brille,
Du hast ja zum Teil recht. Aber weisst du, irgendwo hört das Verständnis mal auf.
Hast du mich hier schon ein einziges Mal jammern gehört über meinen Ex ? Darüber dass ich noch NIE auch nur einen Cent Unterhalt bekommen habe ?
Ich habe 6 Kinder, für die ich ihr ganzes Leben lang selber gesorgt habe. Schon während meiner Ehe und danach natürlich auch. Ich habe meinem Ex nie Probleme gemacht, habe ihm bei der Trennung ALLES gelassen ( ausser der Kinder, und das war meiner Meinung nach Strafe genug ).
Dann habe ich einen Mann kennengelernt, der von seiner Ex total ruiniert worden ist, seelisch, moralisch und finanziell.
Wir haben gemeinsam gekämpft, ich habe auch einen Teil meines schwerverdienten Geldes, das eigentlich meinen Kindern zustand mit für seine Kinder gegeben. Dadurch mussten meine Kinder auf einiges verzichten.
Du hast Recht. Wir sollten dankbar sein, dass wir die Kinder wenigstens sehen dürfen. Aber selbst das hätte mein Mann nicht mehr gekonnt, wenn wir nicht zusammen gehalten hätten und ich von meinem Geld die Umgangskosten bezahlt hätte.
Die Kinder waren oft wochenlang bei uns, während die Ex trotzdem den Unterhalt erhalten hat.
Als J. dann zu uns umgezogen ist, hat die Ex sich erdreistet, den Unterhalt für die beiden bei ihr verbliebenen Kinder höhersetzen zu wollen, weil mein Mann ja jetzt nur noch für zwei Kinder zahlen müsse :knockout:
Vor 2 Monaten hat sie uns eine Unterhaltsklage anhängen wollen, wegen angeblicher Unterhaltsrückstände. und das von einer Mutter, die seit 2 Jahren keinen Pfennig Unterhalt bezahlt ?
Weisst du , in unserer Patchwork- Familie gibt und gab es bisher 9 Kinder. Für 2 von diesen Kinder zahlt mein Mann regelmässig brav seinen Unterhalt. Und für die restlichen 7 hat der andere Elternteil es niemals für nötig gefunden dafür auch nur einen Cent zu bezahlen.
Hab auch nie gejammert deswegen. Sind meine Kinder. Und dafür habe auch ich aufzukommen.
Was ist dann so schlimm daran, wenn ich von einer anderen Frau das selbe verlange ? Ich erwarte ja nichts , was ich nicht auch tun würde. Ich erwarte, dass sie für den Unterhalt wenigstens eines von ihren Kindern aufkommt. Ist das wirklich soviel verlangt ? Vor allem da sie ja für die Kinder die bei ihr leben auch den Unterhalt schön brav verlangt ?
Ich möchte meinen Standpunkt gar nicht wechseln. Denn mein Standpunkt ist dass man auch als Frau eine Verantwortung für die Kinder hat, die man in die Welt setzt. Ich möchte sagen, " Vor allem als Frau ". Denn wir Frauen entscheiden mehr als die Männer ob wir dieses Kind haben wollen oder nicht. Und wenn wir uns dafür entscheiden, dann sind wir auch verpflichtet, für diese Kinder zu sorgen. Und wenn nötig eben auch durch Arbeit und Verzicht auf manche Dinge die wir gerne hätten.
Das ist der Anspruch den ich an mich stelle, wenn es um meine Kinder geht. Und diesen Anspruch stelle ich eben auch an die Ex meines Mannes.
Und meiner Meinung nach, kann man sich eben nicht selbstständig machen, wenn man dadurch nicht genug Geld verdient um für seine Kinder aufzukommen. Dann muss man eben arbeiten gehen, wie andere Menschen auch. Und nur damit man sagen kann " ich habe eine eigene Schneiderei. Ich bin eine Geschäftsfrau. ", aber mein Kind ist mir egal, ..... nein, danke.... dafür habe ich kein Verständnis und werde ich nie eines haben.
So, das musste mal gesagt werden. Nix für ungut.
Hallo Soulsister,
das Problem ist, dass man die hohen Maßstäbe, die man an sich selbst legt, nicht im Umkehrschluss auch bei Anderen anlegen kann. Du kannst nicht mehr von anderen verlangen, als Du von Dir selbst verlangst, ja. Aber umgekehrt funktioniert das nicht.
LG LBM, die Dich aber verstehen kann.
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin soulsister,
Das ist der Anspruch den ich an mich stelle, wenn es um meine Kinder geht. Und diesen Anspruch stelle ich eben auch an die Ex meines Mannes.
genau das ist der casus knaxus: Das sind DEINE Ansprüche (und als solche sind sie auch legitim). Aber mit der Annahme, dass sich andere dafür interessieren oder sich danach richten müssen, wirst Du vorhersehbar scheitern.
Und meiner Meinung nach, kann man sich eben nicht selbstständig machen, wenn man dadurch nicht genug Geld verdient um für seine Kinder aufzukommen. Dann muss man eben arbeiten gehen, wie andere Menschen auch. Und nur damit man sagen kann " ich habe eine eigene Schneiderei. Ich bin eine Geschäftsfrau. ", aber mein Kind ist mir egal, ..... nein, danke.... dafür habe ich kein Verständnis und werde ich nie eines haben.
Menschen tun oft nur genau das, was sie unbedingt tun müssen. Das ist bei unterhaltspflichtigen Müttern nicht anders als bei unterhaltspflichtigen Vätern. Der Webfehler liegt im System: Von Vätern wird hier in der Regel mehr erwartet als von Müttern. Dass "Eure" Ex das in ihrem Sinne ausnützt, weil sie davon ausgehen kann, dass man sie kaum zur Aufnahme einer lukrativen Vollzeit-Tätigkeit verurteilen oder ihr ein entsprechendes fiktives Einkommen unterstellen kann, mag moralisch verwerflich sein, aber es ist eben die Realität.
Meine Frage in diesem Zusammenhang ist eben: Macht es Sinn, das offenbar Unabänderliche (die Ex entspricht nicht den eigenen moralischen Ansprüchen) fortlaufend zu beklagen - oder fährt man nicht besser, wenn man das im Interesse der eigenen Lebensqualität einfach schulterzuckend akzeptiert und sich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zuwendet? Denn ob und wie oft die Ex virtuell mit am Tisch sitzt, entscheidet man selbst...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo,
hab gerade das hier gefunden :
http://www.schlueter-graf.de/pdf/Unterhaltspflicht.pdf
Jetzt mal wieder die Frage : Gilt das nur für Väter oder auch für Mütter ? :imsmilin:
Moin,
Gilt das nur für Väter oder auch für Mütter ?
die Antwort ist einfach: Es gilt für die, die dazu verurteilt werden. Und hier sind deutsche Familiengerichte gegenüber Frauen eben oft nachsichtiger als gegenüber Männern. Kann man beklagen, bedauern, beweinen - es ist einfach so.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Und hier sind deutsche Familiengerichte gegenüber Frauen eben oft nachsichtiger als gegenüber Männern
was mich interessieren würde:
Hat eigentlich in diesem Zusammenhang schon mal jemand das Antidiskriminierungsgesetz auf den Tisch gelegt.
Wenn man damit sogar bei falschen Stellenanzeigen schon Geld damit rausschinden kann, dann sollte doch hier auch was gehen?
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Dem Antidiskriminierungsgesetz ist Genüge getan, wenn die Formulierungen nicht geschlechtsspezifisch sind.
Und die Urteile beziehen sich immer auf diesen einen speziellen Einzelfall.
So ist dieses Urteil aus Celle für sich alleine genauso wenig diskriminierend wie ein gegenteiliges Urteil bei umgekehrtem Geschlecht.
Die Richter haben in jedem Fall die individuellen Umstände des Einzelfalles gewürdigt und nicht das Geschlecht.
Schließlich steht in dem Urteil ja nicht drin, "Männer müssen" oder "Frauen müssen nicht".
Also kein Problem!
So wie das ganze A-Gesetze ja auch nicht dazu führt, dass weniger diskriminiert wird, sondern nur, das mehr Juristen beschäftigt werden, um die Formulierungen zu glätten.
Ziel erreicht!
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Wisst ihr, im Grunde genommen ist diese Entscheidung aus Celle unter aller.....
Denn ein Mann, der vorher arbeitslos war, kann keine Rücklagen gebildet haben. Genauso wie meine Ex keine Rücklagen gebildet haben kann. Obwohl die jetzt schon zwei Jahre diese Schneiderei betreibt, auf Kosten des Steuerzahlers und in den zwei Jahren angeblich nie auch nur einen Pfennig Gewinn erzielt hat. Und jetzt darf sie sich auf Kosten des Steuerzahlers damit selbstständig machen und bekommt noch Tausende von Euros um das Geschäft grösser aufzubauen. Verstehe das wer wolle .
Wenn ich zwei Jahre lang ein Geschäft führe und keinen Gewinn erwirtschafte gibt mir der Staat bestimmt nicht noch eine finanzielle Spritze um weiterzuwirtschaften und weiterhin keinen Unterhalt für meine Kinder zahle .
Aber ich schweife ab. Wie gesagt, das Urteil ist nicht in Ordnung. Aber deshalb wird es ja auch nur auf Männer angewandt, denn die kann man ja auspressen. Die armen Frauen, da muss man ja bewundern, dass sie trotz Kinder, trotz bösem Exmann noch den Mut und die Kraft aufbringen sich etwas aufbauen zu wollen. !!
Und dann kommt der böse Exmann und will auch noch Unterhalt für das Kind ! Das ist ja wohl kaum zu fassen. Soll er das Kind doch der Mutter geben ! Dann hat das Kind ja wieder seinen Unterhalt. Nämlich den vom Vater !
Moin dwh,
es lohnt sich nicht, sich über diese Ungleichbehandlung aufzuregen - denn Du wirst sie nicht ändern können. Die Aufregung über Unabänderliches kostet nur (eigene) Lebensqualität und ist so sinnlos wie viele andere "Warum?"-Fragen bezüglich des Familienrechts (oder auch zahlreicher anderer Rechtsgebiete).
Freu Dich doch einfach, dass Deine Tochter bei Dir lebt. Zehntausende entsorgter Väter in Deutschland würden sich dafür einen Arm abhacken - und sich einen Teufel darum scheren, ob sie von der Mutter des/der Kindes/r Unterhalt bekommen oder nicht.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
