Hallo Forum,
Meine Situation stellt sich wie folgt dar: Ich habe mein Studium abgeschlossen, mich eineinhalb Jahre lang beworben, und bin schliesslich als Doktorand in den USA genommen worden. Kaum hat meine Ex das erfahren, hat sie auf Unterhalt geklagt. Sie selbst lebt von Sozialhilfe, sodass das Kind rein gar nichts davon sehen würde.
Ich stecke mitten im Verfahren und habe das folgende Problem. In meinem Fall ist es relativ eindeutig, dass ich unterhalb der Düsseldorfer Tabelle liege. Ich habe zwar ein Stipendium, aber das ist relativ gering und sinkt im nächsten Jahr weiter. Ich kann es mir nicht leisten Unterhalt zu zahlen und jedwede Unterhaltszahlung zu der ich vom Gericht verpflichtet werde, würde mir das Studium unmöglich machen. Ich müsste mein Doktorantenstudium abbrechen und wieder zurück nach Deutschland kommen. Aber auch hier sind meine Berufsaussichten nicht rosig und bis ich etwas gefunden hätte würden vermutlich abermals eineinhalb Jahre vergehen.
So eindeutig die Sache auch zu sein scheint, so sehr verunsichern mich doch die Signale, die der Richter aussendet. In Stellungnahmen des Gerichts wird behauptet, mein Einkommen könnte ja viel höher sein, wenn ich nicht studieren würde und mein Doktortitel müsse hinter dem Wohl des Kindes zurückstehen. Prozesskostenhilfe wird mir verweigert und ich kann die Anwaltskosten lediglich deshalb zahlen, weil meine Eltern so nett sind mir das Geld vorzuschiessen. Da Anwaltspflicht besteht, könnte ich mich andernfalls möglicher Weise gar nicht gegen diese Klage zur Wehr setzen.
Hinzu kommt, dass es relativ dringend ist. Ich bin seit einem Jahr im Ausland und war nun für ein paar Wochen zuhause. In diesem Zeitraum wurde meinen Eltern der Brief des Gerichts zugestellt: Dem Antrag auf Unterhalt wurde in meiner Abwesenheit zugestimmt - angeblich wurde ich vom Gericht im September 2010 davon in Kenntnis gesetzt, zu einem Zeitpunkt also, zu dem ich gar keine Anschrift mehr in Deutschland hatte (ich bin offiziell abgemeldet).
Ich frage mich was ich machen kann um diesen Anspruch abzuwehren. Ist es möglich, dass das Gericht nicht nach der Düsseldorfer Tabelle geht, sondern behauptet, ich könnte ja einer anderen Tätigkeit nachgehen und mich zu Unterhaltszahlungen verknackt, die mir in letzter Konsequenz die Zukunft zerstören und damit auch für meine Tochter von Nachteil sind (zumal die ja gar nichts von dem Geld sehen würde, das ich dann zahlen müsste)? Was mache ich, wenn ich das Geld, das von mir gefordert wird nicht zahlen kann? Wenn ich mein Studium abbrechen muss (das mit einem Stipendium verbunden ist) habe ich ja mit einem Mal gar kein Geld mehr zur Verfügung. Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor und ich würde mich sehr über Hilfe freuen.
Moin.
Das ist nicht einfach.
Du hast zwar auch als Unterhaltsfplichtiger das Recht auf eine Ausbildung, ich weiß allerdings nicht, ob das auch eine Doktorarbeit mit einschließt.
Hinzu kommt das Problem, dass Verfahren mit einem Richter zu führen, der dich schon verurteilt hat und das auch noch von den USA aus.
Du hast anscheinend ein Säumnisurteil kassiert und nach deutschem Unrecht kann Gerichtspost bei Unzustellbarkeit auch durch Aushang auf dem Gerichtsflur zugestellt werden.
Sowas kennt man sonst nur aus "Per Anhalter durch die Galaxie" wo Baupläne auch auf Alpha Centauri zur Einsicht ausgelegt wurden.
Ich sehe nicht viele Möglichkeiten, außer mit deinem Dr. Titel möglichst viel Geld zu verdienen oder gleich in den USA zu bleiben.
Du könntest damit auch den Fachkräftemangel in Deutschland verschärfen und dies möglichst laut kund tun.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
GuMo Walli,
also ich kann mich irren aber was will denn das deutsche Gericht machen?..die verknacken Dich zu Unterhalt...und??...Du bist in den USA, ich denke nicht das die Dich da Pfänden können und ausserdem Geld wo net da is is halt net da. Deine Schulden bei Deinem Kind laufen zwar auf aber es kann ja sein Du kommst als reicher Mann zurück und kannst es dann begleichen. :thumbup: 😉
Merke: Bevor der Staat zahlt, zahlst DU.
Hallo Wallbraker,
zunächst einmal gibt es kein Einkommen "unter" Düsseldorfer Tabelle, da die untere Stufe für Einkommen bis ... € gilt. Oder meinst Du, dass Dein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt?
Grundsätzlich bist Du als Unterhaltsverpflichter dazu gehalten, den Mindestunterhalt sicherzustellen (ggf. durch einen Nebenjob). Während Deiner eigenen Ausbildung kann dies gegebenenfalls anders aussehen. Dafür wird allerdings auch von Bedeutung sein, wie alt Du bist, wie lange Dein Studium gedauert hat und auch wie lange die Regelstudienzeit ist. Dein Recht auf eine Ausbildung bedeutet ja nicht, dass Du Dir beliebig Zeit lassen kannst.
Das Zustandekommen des Urteils gegen Dich ist bestimmt mangels ordnungsgemäßer Zustellungen nicht richtig. Sofern Du Rehtsmittelfristen versäumt hast, kannst Du sog. Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand beantragen. Die Frist beträgt allerdings zwei Wochen und beginnt zu laufen, sobald Du von dem Versäumnis Kenntnis erlangt hast. Sprich: Hast Du es gestern erfahren, endet die Frist am 17.08.2011. Solltest Du auch diese Frist versäumen, kannst Du nichts mehr machen. Mit den Antrag musst Du natürlich begründen und mit dem Antrag muss auch die versäumte Prozesshandlung nachgeholt werden.
Selbstverständlich ist es schwer, einen Titel in den USA zu vollstrecken. Du könntest - wie schon vorgeschlagen - dort bleiben. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass Du eine Anzeige wegen Verletzung der Unterhaltspflicht an den Hals bekommst. Dann wäre eine Rückkehr nach Deutschland (auch zu Besuch) für Dich auf lange Zeit schwierig. Der Titel, den Deine Ex hat, ist (mindestens) 30 Jahre in der Welt. Ob Du Deiner Heimat so lange den Rücken kehren willst, musst Du wissen.
lg
sleepy
Sleepy
Ab wann wärst du denn in der Lage und gewillt Unterhalt für dein Kind zu zahlen?
Könnten bis dahin evtl. deine Eltern dir das Geld leihen?
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Moin,
als Unterhaltspflichtiger hast Du zunächst auch die Verpflichtung, alles in Deiner Macht Stehende zu tun, um dieser Pflicht Genüge zu tun. Dazu gehört unter anderem auch, Dich notfalls fach- und berufsfremd zu bewerben. "Ich finde nichts in meinem Beruf" ist jedenfalls kein Argument, das Dich von der UH-Pflicht befreit. Und "Doktorand in den USA" würde ich nicht als "Beruf" bezeichnen. Das hat das Gericht wohl ähnlich gesehen.
Kaum hat meine Ex das erfahren, hat sie auf Unterhalt geklagt. Sie selbst lebt von Sozialhilfe, sodass das Kind rein gar nichts davon sehen würde.
das ist ein Milchmädchenargument, so ähnlich wie "wenn ich arbeiten gehe, habe ich kaum mehr Geld in der Hand als beim Bezug von Hartz4". Denn im Moment tritt der Steuerzahler in Deine Unterhaltspflichten ein - was nicht Sinn der Sache ist.
Ich kann es mir nicht leisten Unterhalt zu zahlen und jedwede Unterhaltszahlung zu der ich vom Gericht verpflichtet werde, würde mir das Studium unmöglich machen. Ich müsste mein Doktorantenstudium abbrechen und wieder zurück nach Deutschland kommen. Aber auch hier sind meine Berufsaussichten nicht rosig und bis ich etwas gefunden hätte würden vermutlich abermals eineinhalb Jahre vergehen.
wie oben geschrieben: Es gibt kein Recht, die eigene Unterhaltspflicht so lange auf die Allgemeinheit abzuwälzen, bis zufällig der Traumjob vorbeikommt. Und auch das in solchen Fällen gern gebrauchte Argument "wenn ich erstmal Doktor bin, kann ich ja noch viel mehr zahlen" geht ins Leere: Dein Kind muss heute essen und gekleidet werden und nicht irgendwann.
Dein Aufenthalt in den USA schützt Dich jedenfalls nicht vor den Folgen des >>>§ 170 StGB<<<. Du kannst ggf. bei der Wiedereinreise nach Deutschland verhaftet werden; eine entsprechende Vorstrafe ist weder karrierefördernd noch dürfte sie den wissbegierigen und datenhungrigen US-Behörden lange verborgen bleiben. Insofern wäre der Rat von midnightwish
Könnten bis dahin evtl. deine Eltern dir das Geld leihen?
vermutlich die beste Option: Lass den Mindestunterhalt titulieren und mache dafür ein Privatdarlehen bei Deinen Eltern.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Du hast zwar auch als Unterhaltsfplichtiger das Recht auf eine Ausbildung, ich weiß allerdings nicht, ob das auch eine Doktorarbeit mit einschließt.
Nein, der Berufsabschluss ist der eigentliche Studienabschluss (Diplom, Master Bachelor, etc.). Die Promotion ist praktisch nur eine Zusatzqualifiakation. Insofern ist das Argument des Richters schlüssig. Das Recht auf Erstausbildung wurde erfüllt und nun geht es ans Geldverdienen - so schwer das auch sein mag.
LG, Uli
Vielen Dank für die Auskunft.
Da meine Eltern es sich nicht leisten können den monatlichen Mindestunterhalt zu übernehmen, werde ich wohl mein Studium hier abbrechen müssen. Ich habe mich deshalb für die Doktorarbeit entschieden, weil jegliches Einstiegsgehalt mit meinem jetzigen Stipendium vergleichbar ist. Vermutlich läuft alles darauf hinaus, dass ich mich auf alle möglichen Stellen bewerben muss, die mit meinem Studium nichts zu tun haben und die ich bereits nach dem Abitur hätte wahrnehmen können: Nun heisst es Versicherungen verkaufen, Taxi fahren oder dergleichen, um den titulierten Unterhalt zu zahlen.
Obwohl ich mich nicht beschweren will, möchte ich mir trotzdem eine kleine Anmerkung erlauben: Während der Staat mir vorschreibt, wie ich meine Zukunft zu planen habe, ist es vollkommen unproblematisch, dass die Mutter seit mehr als sieben Jahren nicht arbeitet. Es mag zwar sein, dass der Steuerzahler im Moment den Unterhalt meiner Tochter zahlt, aber das Leben der Mutter zahlt er ebenfalls. Und wenn ich in Deutschland keinen Job finde, dann hat er auch mich zu finanzieren. Wenn ich, wie die Mutter, Hartz IV beantrage, dann werde ich gewiss keinen Unterhalt zahlen können.
Obwohl ich mich nicht beschweren will, möchte ich mir trotzdem eine kleine Anmerkung erlauben: Während der Staat mir vorschreibt, wie ich meine Zukunft zu planen habe, ist es vollkommen unproblematisch, dass die Mutter seit mehr als sieben Jahren nicht arbeitet. Es mag zwar sein, dass der Steuerzahler im Moment den Unterhalt meiner Tochter zahlt, aber das Leben der Mutter zahlt er ebenfalls. Und wenn ich in Deutschland keinen Job finde, dann hat er auch mich zu finanzieren. Wenn ich, wie die Mutter, Hartz IV beantrage, dann werde ich gewiss keinen Unterhalt zahlen können.
Jepp.
Du hast es erfasst.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin wallbreaker,
wenn wir hier (die wir nicht das Geringste zu entscheiden haben, sondern nur persönliche Meinungen äussern) hier die Ansicht vertreten, dass es zuallererst die Aufgabe der Eltern ist, für die Finanzierung ihrer Kinder und natürlich auch für sich selbst zu sorgen, schliesst das selbstverständlich auch die Mütter ein. Der Unterschied ist nur, dass dies bei Müttern und Vätern unterschiedlich gehandhabt wird.
Und ja: Es ist meiner Meinung nach viel zu einfach, sich in eine staatliche Hängematte zu legen und so zu tun, als sei die Geburt eines Kindes für viele Jahre praktisch gleichbedeutend mit Erwerbsunfähigkeit. Aber das werden wir in einem Internet-Forum nicht ändern können.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Wallbreaker,
wie lange wirst Du denn für deine Promotion brauchen?
Polly
Insgesamt fünf Jahre: 3 Jahre Studium, 2 Jahre Promotion. Wenn ich das zusammenrechne, handelt es sich etwa um einen Betrag von etwas mehr als 15.000 Euro. Da mein Einkommen sehr niedrig ist, kann ich es vergessen einen Kredit über diesen Betrag aufzunehmen.
Und was die staatliche Hängematte anbelangt: Um ganz ehrlich zu sein ist es mir egal, wenn sich jemand dafür entscheidet sich darin auszuruhen. Ein schönes Leben ist das nicht. So lange der Staat diese Möglichkeit offen lässt, werden Leute das wahrnehmen. In meinem Fall wird allerdings mit zweierlei Mass gemessen. Mir geht es nicht darum mich in die Hängematte zu legen. Ich arbeite hart und habe und neben meinem Studium kaum Perspektiven. Anstatt diese Situation anzuerkennen, werde ich dazu genötigt, meine bisherige Ausbildung - die wohlgemerkt ebenfalls vom Steuerzahler bezahlt wurde und um einiges teurer gewesen sein dürfte als 15.000 Euro - in den Wind zu schiessen und stattdessen irgendwelche Jobs anzunehmen, auf die ich mich auch direkt nach dem Abitur hätte bewerben können. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium benötigt man einige Jahre bis man ein vernünftiges Gehalt bekommt. Entweder macht man ein unterbezahltes Volontariat, hangelt sich von Praktikum zu Praktikum oder man versucht es halt mit einem Doktortitel. Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmefälle, in denen Leute direkt den Traumjob kriegen, aber das ist nicht die Regel.
Es ist hier nicht so, dass der Staat mich davon abhält mich in die soziale Hängematte zu legen, sondern im Gegenteil: Er demonstriert, dass es angenehmer ist nichts zu tun als sich um seine berufliche Zukunft zu kümmern. Wenn ich mich vom Staat aushalten lasse, dann habe ich eine selbstbestimmte Entscheidung getroffen, die man mir nicht wegnehmen kann. Wenn ich allerdings versuche mein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, mischt sich plötzlich der Staat ein und schreibt mir vor was ich zu tun habe. Hier geht es ums Prinzip: Als Sozialhilfeempfänger lebe ich selbstbestimmter. Abgesehen vom Unterhalt koste ich dem Staat im Moment überhaupt nichts und habe ihn auch bisher nichts gekostet. Ich habe es nämlich vorgezogen arbeiten zu gehen. Wenn ich jetzt nachhause komme, werde ich das nicht mehr tun. Es zeigt sich doch, dass das nur von Nachteil ist.
Verstehe ich das richtig?
Du hast ein abgeschlossenes und machst nun in den USA noch weitere 5 Jahre, also 3 Jahre wieder Studium und 2 Jahre Promotion.
Dann bist du also ca. 2015 fertig und ob du dann gleich eine Stelle findest ist weiter fraglich.
Ich schätze mal, das deine Tochter dann wohl auch schon auf die Volljährigkeit zugeht. Vielleicht finanzierst du ihr ja dann wenigstens großzügig ihr eigenes Studium.
Wie auch immer dieses Kind zustande kam, du bist dafür genauso verantwortlich wie die KM. Du solltest dich nicht auf der sozialen Hängematte oder auf der Forderung die KM könne ja schließlich auch für das Kind sorgen ausruhen. Verantwortung sieht für mich anders aus. Zur Not kann man auch in den USA Fritten braten und sich den einen oder anderes Euro dazuverdienen.
Und ja, ich weiß wovon ich spreche. Ich war nach dem Tod meines Mannes gezwungen neben dem Ingenieursstudium (das nebenbei bemerkt wesentlich zeitintensiver als eines der Geisteswissenschaften ist) den Unterhalt für mich und die drei Kinder zu erwirtschaften, weil ich als Student keinerlei Sozialleistungen bekam. Dazu natürlich noch die Betreuung der Kinder. Ja, das war anstrengend, die Alternative wäre eben die Aufgabe des Studiums gewesen und das Hängen i nder Sozialmatte. Dazu war ich für mich und für meine Kinder zu stolz. Wenn ich aber sowas lese, dann frag ich mich nur noch, ob ich nicht reichlich doof war...
Gruß Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Moin,
Und was die staatliche Hängematte anbelangt: Um ganz ehrlich zu sein ist es mir egal, wenn sich jemand dafür entscheidet sich darin auszuruhen.
dem kann ich als Steuerzahler entgegensetzen: Mir ist es egal, ob sich ein arbeitsfähiger Unterhaltspflichtiger auf Kosten der Allgemeinheit noch einen Doktortitel umhängen möchte. Denn davon habe ich nicht das Geringste.
Anstatt diese Situation anzuerkennen, werde ich dazu genötigt, meine bisherige Ausbildung - die wohlgemerkt ebenfalls vom Steuerzahler bezahlt wurde und um einiges teurer gewesen sein dürfte als 15.000 Euro - in den Wind zu schiessen und stattdessen irgendwelche Jobs anzunehmen, auf die ich mich auch direkt nach dem Abitur hätte bewerben können.
Gerade wenn der Steuerzahler Dir auch schon ein Studium finanziert hat: Wäre es nicht an der Zeit, langsam mal selbst in die Puschen zu kommen und die eigenen finanziellen Verpflichtungen selbst zu bedienen? Plus endlich selbst in Form eigener Steuern zur Finanzierung des Systems beizutragen, dessen Du Dich bislang so gerne und umfänglich bedienst?
Abgesehen vom Unterhalt koste ich dem Staat im Moment überhaupt nichts und habe ihn auch bisher nichts gekostet. Ich habe es nämlich vorgezogen arbeiten zu gehen.
ein paar Zeilen weiter oben hat Dir noch die Allgemeinheit Dein Studium finanziert...
Wenn ich jetzt nachhause komme, werde ich das nicht mehr tun. Es zeigt sich doch, dass das nur von Nachteil ist.
Braucht unser Staat eine promovierte, geistige "Elite", die nicht über infantile Bockigkeiten wie "wenn ich nicht kriege, was ich will, spiele ich nicht mehr mit!" definiert?
Es gab mal eine Zeit, in der die Leute studiert haben, die sich ein Studium finanziell leisten konnten und Eltern nicht als allererstes daran dachten, wen sie für den Unterhalt ihrer Kinder in die Pflicht nehmen können. Das waren nicht die schlechtesten...
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
So schnell weckt man den Sozialneid schlecht gelaunter Steuerzahler. Aber immer der Reihe nach:
dem kann ich als Steuerzahler entgegensetzen: Mir ist es egal, ob sich ein arbeitsfähiger Unterhaltspflichtiger auf Kosten der Allgemeinheit noch einen Doktortitel umhängen möchte. Denn davon habe ich nicht das Geringste.
Von nichts was ich tue wirst Du irgendetwas haben. Ob ich nach Timbuktu auswandere, Kaiser von China werde, oder in den USA Fritten brate kann Dir egal sein. Weshalb denkst Du wohl, dass so viele Leute Deutschland den Rücken zukehren und woanders Ihr Glück suchen? Weil sie keine Lust mehr darauf haben, dass Ihnen jeder Ottonormalbürger vorschreibt was sie zu tun haben.
Mein Doktortitel wird von einer amerikanischen Privatuniversität gezahlt. Denen ist es um die 40.000$ im Jahr wert mein Studium zu finanzieren. Ein privatisiertes Bildungssystem hat eben den Vorteil, dass keine Allgemeinheitsspinner um die Ecke kommen und einem Vorwerfen man würde Ihnen doch nur das Geld aus der Tasche ziehen. Wenn man die Universitäten in Deutschland ebenfalls privatisieren würde hätte auch nicht der Steuerzahler für mein Studium aufkommen müssen. Leider habe ich da keine andere Wahl.
Wäre es nicht an der Zeit, langsam mal selbst in die Puschen zu kommen und die eigenen finanziellen Verpflichtungen selbst zu bedienen? Plus endlich selbst in Form eigener Steuern zur Finanzierung des Systems beizutragen, dessen Du Dich bislang so gerne und umfänglich bedienst?
Ich bediene meine eigenen finanziellen Verpflichtungen. Mein Studium ist durch ein Stipendium und durch Lehrtätigkeiten abgedeckt. Ich verdiene Geld um mein eigenes Leben zu finanzieren - und ich zahle auch Steuern, aber in den USA und nicht in Deutschland. Allerdings reicht mein Geld nicht dazu aus, den Mindestunterhalt zu zahlen. Und das ist leider bei fast allen Leuten so, die einen geisteswissenschaftlichen Abschluss in der Tasche haben. Vielleicht hätte mir das System, dessen ich mich so gerne bediene, mein Studium nicht bezahlen dürfen. Dann hätte ich mir vielleicht besser überlegt, was ich mache. Da es in Deutschland aber eben nichts kostet zu studieren, habe ich mich für ein wenig lukratives Studium entschieden. Und wenn ich nun versuche damit einen Job zu finden, dann sieht es nicht besser aus. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mich von Praktikum zu Praktikum hangeln müssen, einen unterbezahltes Volontariat annehmen oder meine Zukunft als Taxifahrer oder Frittenbrater verbringen. Nichts davon wird mir nach Abzug der Steuern mehr Geld einbringen als mein jetziges Studium.
ein paar Zeilen weiter oben hat Dir noch die Allgemeinheit Dein Studium finanziert...
Der Staat (und nicht die Allgemeinheit; oder siehst Du Dich selbst als Repräsentant des Staates?) hat mir nicht nur mein Studium, sondern auch meine Schulausbildung finanziert. Sozialhilfe oder dergleichen habe ich allerdings nie erhalten. Ich habe für meinen Lebensunterhalt immer gearbeitet.
Braucht unser Staat eine promovierte, geistige "Elite", die nicht über infantile Bockigkeiten wie "wenn ich nicht kriege, was ich will, spiele ich nicht mehr mit!" definiert?
Nein. Denn unser Staat hat lauter Intellektuellenfeindliche Sozialneidhammel, die sich so sehr mit der Allgemeinheit identifizieren, dass sie darüber ganz vergessen, dass Individualismus und Freiheit die eigentlichen Errungenschaften des kapitalistischen Staates sind, und eben nicht kollektivistischer Blödsinn.
Es gab mal eine Zeit, in der die Leute studiert haben, die sich ein Studium finanziell leisten konnten und Eltern nicht als allererstes daran dachten, wen sie für den Unterhalt ihrer Kinder in die Pflicht nehmen können. Das waren nicht die schlechtesten...
Könntest Du ein bisschen präziser sein: War das als die Autobahnen gebaut wurden und alle Leute Arbeit hatten?
Wie auch immer dieses Kind zustande kam, du bist dafür genauso verantwortlich wie die KM. Du solltest dich nicht auf der sozialen Hängematte oder auf der Forderung die KM könne ja schließlich auch für das Kind sorgen ausruhen. Verantwortung sieht für mich anders aus. Zur Not kann man auch in den USA Fritten braten und sich den einen oder anderes Euro dazuverdienen.
Ja, wie dieses Kind zustande kam ist egal. In den USA kann man leider keine Fritten braten, denn dazu benötigt man eine Arbeitserlaubnis. Und weshalb ich mich auf der sozialen Hängematte ausruhen soll verstehe ich leider gar nicht. Weshalb gibt es denn diese "Hängematte"? Die ist doch dafür da, dass Leute, die nicht genug Geld haben unterstützt werden. Ich arbeite hart, bin gut in dem was ich mache, und habe bisher immer für mich selbst gesorgt. Ich habe alles getan um Arbeit zu finden und ich habe Arbeit gefunden: Mein Doktortitel kostet niemanden etwas. Zusätzlich habe ich an der Uni jede Menge Arbeiten zu erledigen, die von Lehrtätigkeiten bis hin zu Konferenzvorbereitungen und dergleichen reichen. Ich habe mich eineinhalb Jahre beworben und kann den Arbeitsmarkt vermutlich besser einschätzen. Jeder andere Beruf in meinem Fach bringt am Anfang wenig Geld. Man muss erstmal einen Einstieg finden und sich hocharbeiten. Und auch wenn ich von Allgemeinheitsgefasel und Steuerzahler-Argumenten nicht viel halte: Im Endeffekt nützt es auch dem Staat, wenn ich nicht mein Leben damit verbringe Fritten zu braten.
Und ja, ich weiß wovon ich spreche. Ich war nach dem Tod meines Mannes gezwungen neben dem Ingenieursstudium (das nebenbei bemerkt wesentlich zeitintensiver als eines der Geisteswissenschaften ist) den Unterhalt für mich und die drei Kinder zu erwirtschaften, weil ich als Student keinerlei Sozialleistungen bekam. Dazu natürlich noch die Betreuung der Kinder. Ja, das war anstrengend, die Alternative wäre eben die Aufgabe des Studiums gewesen und das Hängen i nder Sozialmatte. Dazu war ich für mich und für meine Kinder zu stolz. Wenn ich aber sowas lese, dann frag ich mich nur noch, ob ich nicht reichlich doof war...
Hast Du irgendwann einmal an einer Privatuniversität in den USA studiert. Du würdest staunen wie zeitintensiv das Studium hier ist. Da bleibt weder Zeit Fritten zu braten, noch könnte ich dabei Kinder großziehen. Das lässt sich mit einem deutschen Ingenieurs-Bummelstudium nicht vergleichen.
Aber davon mal abgesehen, kann ich diese Wut, die da in Dir hochkommt nicht verstehen. Was regt Dich denn so auf? Dass mein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt und ich deshalb keinen Unterhalt zahlen kann? Dass ich nicht im kalten und unfreundlichen Deutschland sitze und mich dort mit Frittenbraten durchs Leben schlage? Dass es mir nicht genauso schlecht geht wie Dir? Das ist nebenbei das schlimme an dem Begriff "soziale Hängematte." Es wird immer so getan als sei es etwas tolles Sozialhilfe zu bekommen. Dabei ist es zum Kotzen: Man hat wenig Geld, muss sich aufs Konto schauen lassen und ständig beim Arbeitsamt auf der Matte stehen. Ich hätte darauf keine Lust. Im Gegensatz zu Euch arbeite ich gerne. Mir macht mein Beruf spass: Ich lehre an einer Universität, besuche Seminare und muss viel Text produzieren. Es geht nicht darum mir auf die Kosten von irgendwem irgendwas zu tun, sondern darum mich selbst zu verwirklichen und glücklich zu sein. Und genau das ist das tolle an einem Sozialstaat, dass er es dem Menschen ermöglicht seinen Träumen und Wünschen nachzugehen. Es ist eben nicht so, dass ich in Euer Bild vom faulen Sozialschmarotzer hineinpasse zu dem Ihr mich hier degradieren wollt. Aber vermutlich macht es keinen Sinn darüber zu streiten. Wie das Publikum von Oliver Geissen seht Ihr überall nur Leute, die Euch auf der Tasche liegen wollen und die Allgemeinheit "abzocken." Na dann, prost!
Nein,
das einzige was mich wirklich aufregt ist ,das hier ein Vater ist, der in keinster Weise bereit ist seine Verantwortung zu übernehmen.
Ich bediene meine eigenen finanziellen Verpflichtungen. Mein Studium ist durch ein Stipendium und durch Lehrtätigkeiten abgedeckt. Ich verdiene Geld um mein eigenes Leben zu finanzieren
Denn zu DEINER Verpflichtung gehört eben auch, das dieses Kind ein Recht auf die finanzielle Unterstützung durch dich hat. Und genau genommen hat es auch das Recht und du die Pflicht dem Kind auch durch die Wahrnehmung des Umgangs ein Vater zu sein. Ich hoffe das dieses Kind einen liebevollen Stiefvater hat, der ihr die Geborgenheit geben wird, die du an scheinend auch gar nicht geben willst. Denn Kinder leiden auch unter der Abwesenheit eines Elternteils.
Wie auch immer. Anscheindend wird ein deusches Gericht entscheiden, ob und wieviel Unterhalt du zahlen kannst. Ob dieser Betrag in den USA eingetrieben werden kann oder ob du irgendwann von 2 netten Herren in Uniform bei der Einreise nach Deutschland zum Mitkommen aufgefordert wirst ist mir persönlich egal.
Und zum Thema Bummelstudium. Ich weiß was ich neben meist 8 Stunden täglich Vorlesungen (teils auch in den Semsterferien), Praktikas, Studienarbeit, einem Job und 3 kleinen Kindern geleistet habe. Ich würde sagen, dass du das sicher nicht hättest leisten wollen und auch nicht können.
Gruß Tina
P.S.: Meine Frage ab wann du bereit und auch gewillst bist eurem Kind Unterhalt zu zahlen ist immer noch unbeantwortet.
Ach ja. Im übrigen könnten auch deine Eltern in Ersatzleistungen treten müssen, wenn ein RA auf die Idee kommt, das er den hälftigen KU auch von ihnen fordern darf, wenn beide Etlernteile nicht für den Barunterhalt sorgen können.
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi,
ok, du willst weiter studieren. Kann ich ja irgendwie nachvollziehen, aber dann solltest du dir Gedanken machen wie du deiner Verantwortung deinem Kind gegenüber gerecht werden kannst.
Unter Umständen wäre es ja möglich eine Unterhaltsregelung zu finden die da heißt: Heute kann ich nicht bezahlen, aber ich sichere zu, die heute auflaufenden Schulden später zusätzlich zum Regelunterhalt abzuzahlen.
Versuchen könntest du es ja mal. Leider ist es prinzipiell so, dass dein Kind heute etwas zu essen und zum anziehen braucht. Aber manchmal gibt es auch Kompromisslösungen.
LG
Nadda
@ wallbreaker,
schon interessant, wie reflexhaft sich das schlechte Gewissen in manchen Fällen entlädt, um dann mit sehr schlichten Stammtisch-Parolen wie
So schnell weckt man den Sozialneid schlecht gelaunter Steuerzahler.
zu reagieren. Haben "Geisteswissenschaftler" von heute keinen breiteren Horizont mehr als solche schmalen Bretter? Braucht die vorgebliche "geistige Elite" wirklich >>>Godwin's law<<< mit "Diskussionsbeiträgen" wie
Könntest Du ein bisschen präziser sein: War das als die Autobahnen gebaut wurden und alle Leute Arbeit hatten?
um den eigenen Egoismus zu rechtfertigen?
Zur Klarstellung: In meinem Fall waren das die 80er Jahre, und ich habe mir mein Studium durch Gründung einer eigenen Firma selbst finanziert, um weder dem Staat noch meinen Eltern auf der Tasche zu liegen. Genauso, wie ich mich seit 22 Jahren finanziell und persönlich um meine Kinder kümmere, ohne meine Unterhaltspflichten auf die Allgemeinheit abzuwälzen und das mit billigen Sprüchen wie
Nein. Denn unser Staat hat lauter Intellektuellenfeindliche Sozialneidhammel, die sich so sehr mit der Allgemeinheit identifizieren, dass sie darüber ganz vergessen, dass Individualismus und Freiheit die eigentlichen Errungenschaften des kapitalistischen Staates sind, und eben nicht kollektivistischer Blödsinn.
auch noch schönzureden.
Zwei kleine Tipps:
1. Wenn Du schon keinen Bock hast, finanziell und persönlich Deinen Vaterpflichten nachzukommen, dann mach Dir einen Knoten in den Schniedel und pflanze Dich nicht fort.
2. Eine der Errungenschaften unseres "kapitalistischen Staates" ist auch der >>>§ 170 StGB<<<. Und eine der Errungenschaften des US-amerikanischen Staates ist, dass er auf Vorstrafen ausländischer Gäste manchmal recht allergisch reagiert...
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
