Liebe Gemeinde,
ich habe eine Frage zum Kindesunterhalt.
Aktuell sind wir Mieter einer Wohnung und beabsichtigen uns Eigentum anzuschaffen.
Finaziell würde die heutige Miete, Morgen der Höhe eine monatl. Darlehensrate entsprechen.
Hat die Veränderung einen Einfluss auf den Kindesunterhalt, wenn eine Neuberechnung erfolgen wird, oder hat es keine Relevanz?
Gruß Sky1
Erwarte nicht mehr, wie selbst zu Leisten bereit bist.
Gruß Sky
Moin sky,
die Höhe des KU bemisst sich nach Deinem Einkommen. Ob Du aus dem verbleibenden Rest Miete zahlst oder eine Darlehensrate bedienst, interessiert niemanden. Es könnte höchstens (unterhaltsmindernd) möglich sein, einen Teil der Tilgungsleistungen (bis zu 4% vom Brutto) als private Altersvorsorge unterhaltsmindernd in Anrechnung zu bringen, sofern Du bislang keine anderen Vorsorgeleistungen geltend gemacht hast.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Sky,
wenn ich dich richtig verstehe, willst du in das Eigentum einziehen?
Dann wird dir zuerts einmal ein sogenannter Wohnvorteil angerechnet, das heißt dein Einkommen wird um die ortsübliche Miete (über die Höhe lässt sich trefflich streiten) hochgesetzt.
Allerdings darfst du die Zinskosten (nicht die Tilgung!) dafür als Abzugsposten ansetzten. Solltes du noch nicht die 4% (vom Brutto!) als Altersvorsorge ausgeschöpft haben, können auch Tilgungsraten dein Einkommen bis zur Höchstgrenze mindern.
Es könnte sich für dich schon negativ auswirken, wenn du bei einem Wohnvorteil von 500,- € nur noch ca. 300,- € an Zinsen abziehen kannst, wenn deine Altersvorsorge schon erschöpft ist.
Wie man das ganze nun anteilig bei gemeinsamem Erwerb der Wohnung rechnet müsste ich erst einmal nachschauen. Du kannst natürlich auch folgendes Konstrukt aufmachen:
Deine jetzige Frau/Freundin kauft das auf Ihren Namen und lässt dich unentgeltlich drin wohnen (Zuwendung dritter). Da bist du dann aber richtig geschnippst, wenn ihr auch trennt. Dann gehört dir davon genau: nichts!
Grüßle
PvF
Hallo Brille, hallo PvF,
vielen Dank für Eure Mitteilungen.
Bin immer noch unsicher, da mir Brille schreibt, das es keine Relevanz hat und PvF beginnt eine Rechnung aufzumachen.
Kann hierzu jemand noch einen Erfahrungswert und gar eine nachhaltige Angabe machen?
Gruß Sky1
Erwarte nicht mehr, wie selbst zu Leisten bereit bist.
Gruß Sky
Das widerspricht sich überhaupt nicht.
In keinem Fall kannst du durch die eigene Immobilie Geld sparen und nur unter günstigen Umständen kannst du eine Höherstufung beim Unterhalt vermeiden.
Nämlich nur, wenn die Kosten der Immobilie (in erster Linie die Zinsen) mindestens genauso hoch sind wie die ersparte Miete, wobei bestimmte Kosten nicht oder nur mit viel Mühe anerkannt werden.
Z.B. die Grundsteuern und alle Erwerbskosten.
Schwierig ist es auch mit dem Erhaltungsaufwand.
Wenn du den pauschal geltend machen willst, wird dir vorgehalten, dass das nur mit Einzelnachweis geht und wenn du Einzelnachweise bringst, wird dir vorgehalten, dass diese Reparatur ja nun erledigt sei und deswegen für die Zukunft nicht mehr anrechenbar sei.
Tilgung und Altersvorsorge wurde oben ja schon genannt und der Tilgungsanteil wächst, während der Zinsanteil sinkt. Gleichzeitig steigt i.d.R. mit den Jahren die Miete und damit die Mietersparnis.
Für Unterhaltspflichtige ist ein Immobilienkauf daher fast immer ein Verlustgeschäft.
Und wenn man Gewinn macht, wird dieser abgeschöpft.
Hinzu kommt, dass du damit automatisch als "reich" angesehen wirst, dem man ja gerne noch ein wenig mehr abknöpfen kann.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin sky,
ich halte das Ganze für einfacher als von @Beppo beschrieben: Dann, wenn man nicht umständlich versucht, hier und da und dort ein paar Kröten zu sparen, indem man den Immobilienkauf und irgendwelche Folgekosten des Immobilienbesitzes unterhaltsmindernd geltend zu machen versucht. Es gibt schliesslich keine Verpflichtung, jeden Cent mitzunehmen.
Erreichen könnte man damit rechnerisch - vielleicht - eine Verbesserung um eine Unterhaltsstufe der DDT. Das sind roundabout 15 bis 20 EUR, die man pro Monat zu "sparen" hofft. Wenn es an diesen 20 EUR hängt (im Jahr also vielleicht 250 EUR), sollte man die Finger komplett vom Immobilienerwerb lassen; dann kann man sich diesen nämlich nicht leisten, auch wenn die monatliche Rate gleich zu sein scheint wie die vorherige Miete.
Andererseits: An Häusern steht nicht aussen dran, wem sie gehören. Man ist auch nicht verpflichtet, damit bei der Ex hausieren zu gehen und falsche Begehrlichkeiten zu wecken. Mein Rat wäre daher, eine saubere und nachvollziehbare Unterhaltsberechnung für den KU auf der Basis Deines Einkommens zu machen, diesen Unterhalt zu titulieren und pünktlich zu bezahlen. Was Du mit Deinem danach noch verbleibenden Netto anstellst, ist Deine Sache - vor allem, wenn Du es schaffst, die Klappe darüber zu halten, wem die von Dir gekaufte und bewohnte Immobilie gehört. Ein solches Konstrukt überlebt auch eine Neuberechnung wegen neuer Altersstufe, höherem Einkommen oder Ablauf von zwei Jahren.
Zusätzlich noch zwei weitere Tipps:
1. Ein Immobilienkauf, der sich nur aufgrund irgendwelcher Steuerersparnisse bewerkstelligen lässt, ist eine Bombe, die irgendwann platzt. Falls es so knapp gestrickt ist: Finger weg.
2. Wenn Du ein "Exen-sicheres" Konstrukt haben willst, das gleichzeitig die von @PvF geschilderten Probleme vermeidet, nach einer weiteren Trennung mit leeren Händen dazustehen: Haus läuft im Grundbuch zu 100% auf Deine Partnerin/neue Ehefrau; Du wirst dort mit einem 100-prozentigen Nießbrauchsrecht eingetragen. Vorteil: Was immer in der Zukunft geschieht: Ihr müsst Euch vernünftig einigen; keiner kann den anderen ausbooten, rausschmeissen oder kalt enteignen.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Beppo, hallo Brille,
vielen Dank für die Ausführungen. Ich denke ich kann hier einen guten Weg für mich ableiten.
Auch möchte ich an dieser Stelle erwähnen, es geht mir nicht darum den KU abzusenken, sondern ich möchte vermeiden, dass dieser aufgrund von Eigentum
unerwartet hoch ansteigen kann, daher versuche ich aus allen Richtungen Infos zu bekommen, um vorbereitet zu sein.
Gruß Sky1
Erwarte nicht mehr, wie selbst zu Leisten bereit bist.
Gruß Sky
