Hallo liebe Forengemeinde,
vielleicht könnt Ihr mir aus Euren Erfahrungen heraus Eure Meinung zu dieser Sachlage mitteilen. Ich denke, man selber denkt zu einseitig.
Mein Neffe kennt seine Kinder (noch) nicht. Sie sind mittlerweile fast 1 Jahr alt.
Er hat sich um Umgang bemüht, seit feststeht, dass er der Vater ist. Jetzt ist es soweit, dass er die Kinder nach einigem Hin- und Her unter betreutem Umgang kennenlernen kann. Es liegen rund 200 km zwischen den Wohnorten.
Die Kindesmutter hatte schon während der Schwangerschaft eine neue Beziehung und es ist mittlerweile wohl so etwas wie eine Familie entstanden.
Meine Frage: wäre es besser, diesen Frieden im Sinne der Kinder nun nicht zu stören und Zahlvater und Betreuungsunterhaltzahler zu bleiben, oder sollte man auf Umgang bestehen?
LG und Danke
Gräte
Hi Graete,
versteh mich nicht falsch aber was soll es Deinem Neffen bringen wenn hier jetzt nach Deiner Abfrage x-Leute sagen "nee, mach das bloss nicht " oder x-Leute sagen "na klar soll er seine Kinder kennenlernen und sie Ihn" .
Kinder haben grundsätzlich ein Recht darauf zu erfahren wo Ihre Wurzeln sind, sollte aber Dein Neffe kein Interesse daran haben seinen Kindern "Vater" zu sein und lieber Zahlesel bleiben hilft das den Kindern das jetzt auch nicht und der Zeitpunkt wird nach hinten verlagert denn eins ist sicher wenn sie grösser sind werden Fragen kommen.
Also- möchte er für seine Kinder präsent sein versucht er eine Annäherung, möchte er es nicht zahlt er halt nur.
minna
Wenn die Sonne der Intelligenz tief steht werfen selbst Zwerge lange Schatten...
Eindeutig Letzteres.
Auch wenn so manche Interessengruppe aus dem Dunstkreis der Scheidungsindustrie gerne etwas Anderes suggeriert.
Er ist der Vater, der einzige Vater und niemand sonst.
Daran ändert auch die Tatasche, dass er diese Rolle bisher nicht übernehmen durfte nichts.
Der andere Mann ist genauso wenig der Vater, wie der nächste LAB der Mutter.
Und entgegen der unmaßgeblichen Meinung der zum Glück nicht mehr im Amt befindlichen Ullala Schmidt, ist Familie nicht da, wo alle aus dem selben Kühlschrank essen, sondern besteht aus Vater, Mutter und Kind.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi Greaete,
never.
Für die gesunde Entwicklung von Kindern ist es wichtig, wo immer möglich ihre leiblichen Eltern zu kennen.
Du kannst gerne eine meienr Töchter fragen wie sie es finden, das der Vater (mit dem Hinweis "das ist besser so, die Kinder werden nicht hin- und hergerissen..." an mich) seit fast 12 Jahren jeglichen Kontakt verweigert. Meine Große ist in Therapie. Ihr selbst erklärts Ziel: "ich will auf Papa nicht mehr würend sein , ich will nicht mehr traurig sein und ich will nicht mehr fragen warum er mich nicht sehen will. Ich will mit ihm so abschließen können wie es mein Bruder kann, dessen Papa gestorben ist"
Sonst noch fragen, ob das der bessere Weg ist?
Gruß Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Ihr Lieben,
danke für Eure Statements. Ja, das war auch zu 100% unsere Meinung. Nun kamen aber andere Meinungen...
Im Freundeskreis sind zwei Bekannte, auch Trennungskinder innerhalb der Säuglingszeit, die es als unsagbar belastend empfunden haben, stets zwischen dem geliebten Ziehvater und dem leiblichen Zahlvater hin- und hergerissen zu sein. Sie haben meinem Neffen fast die Freundschaft gekündigt, weil er vor hat, die Kinder kennen zu lernen und den Umgang zu pflegen, auch wenn es der Kindesmutter gar nicht in den Kram passt und sie alles versucht, um den ersten Kontakt so weit wie möglich weg zu schieben.
Darüber hat er sich dann aber hinweg gesetzt unter der Prämisse, dass Kinder ein Recht auf den leiblichen Vater haben. Die Mutter stellt sich dieser Meinung halbherzig "Ich will mir später nicht die Vorwürfe anhören, ich hätte den Kontakt verhindert...", versucht aber gleichzeitig alles unter dem Deckmäntelchen der Liebe, um diesen ungeliebten Kontakt so weit wie möglich nach hinten zu schieben. Ein allgemeines Treffen, z.B. beim Spazierengehen oder einfach nur so als Besuch geht gar nicht und es muss ein betreuter Umgang (nicht mit ihr oder sonstigen möglichen Bezugspersonen) mit einer offiziellen Stelle sein und die Termine sind ganz ganz weit hinten...
Nun kam es noch zu einem mehr zufälligen Gespräch mit 2 erwachsenen Trennungskindern, einer als 12jähriger getrennt, eine als 1jährige getrennt. Der junge Mann (als 12jähriger getrennt) hat furchtbar unter dem Verlust des leiblichen Vaters gelitten - das Mädel (als Kleinstkind getrennt) hat sehr unter dem Zerissensein zwischen zwei Vätern gelitten. Der Junge rät zum Kontakt, das Mädel rät unter allen Umständen zum Verzicht.
?
Liebe Grüße
Gräte
Hallo,
eine ganz schwierige Frage und die mehr Erklärungen benötigt.
Dein Neffe kennt seine Kinder nicht....
Es ist wohl so etwas wie eine Familie entstanden...
die kinder sind 1 Jahr alt....
Ohne weitere Erklärungen interpretiere ich hier mal folgendes hinein:
Neues Familiengefüge sieht so aus, dass Kinder den LAB als Vater kennengelernt und akzeptiert haben und noch nie etwas von deinem Neffen hörten. Für deine Großneffen existiert nur die Familie LAB, EX als Vater und Mutter.
Würde dies so weitergeführt werden würde die Frage nie aufkommen ob die Kinder einen leiblichen Vater haben denn sie kennen ihren Stiefvater als leiblichen Vater. Es gäbe also ein völlig intaktes Familiengefüge und vlt eine stabile und liebevolle dazu.
Jetzt kommt der Störenfried, der Anspruch auf Vater sein erhebt, für alle! Die Kinder, 1 Jahr alt, interessiert das ganz und gar nicht. Die haben gerade mit ihren Zähnen zu kämpfen und kauen auf gekühlten Ringen.
Bei 200 km Entfernung wird sich auch kein Vertrauensverhältnis im Sinne einer Vater-Kind-Verhältnis aufbauen lassen. Es wird dann eher ein nahestehender Freund sein. Dessen muss man sich bewusst sein.
Nun die Gretchenfrage, wie würdet ihr denken, wenn die Ex sagen würde lass uns in Ruhe und du bist von allen finanziellen Verpflichtungen entbunden! Entspricht dem Titel deines Posts. Selbst wenn es beim KU bleiben sollte wäre es aus Managersicht besser seine Verluste zu begrenzen und weitere Aufwände durch Gerichts- und Umgangskosten zu vermeiden.
Ich schliesse mich den anderen an. Klar würde ich meine Kinder kennenlernen wollen und sehen wollen und unter allen Umständen ein Vertrauensverhältnis aufbauen wollen. Aber nicht um den Preis die Kinder einem Zwang oder Streit auszusetzen sondern im Vertrauen das Mutter Ängste hat ein kompliziertes Leben zu haben und es denkindern schlecht gehen könnte. Ich würde das Vertrauen der Mutter und des LAB gewinnen wollen damit ein gemeinsam getragenes Verhältnis aufgebaut werden kann.
Grüße
Hallo Loge,
das ist für meinen Geschmack etwas arg viel Happy-Patchwork-Family-Romantik.
Würde dies so weitergeführt werden würde die Frage nie aufkommen ob die Kinder einen leiblichen Vater haben denn sie kennen ihren Stiefvater als leiblichen Vater.
Solche Lebenslügen neigen dazu, irgendwann doch aufzufliegen. Zum Beispiel dann, wenn der sehr und hoch geschätze Herr Lebensabschnittsgefährte zum ehemaligen Lebensabschnittsgefährten mutiert, und damit für die KM zur Persona non grata wird. Damit die Frage nach der Abstammung der Kinder wirklich niemals auftaucht, müssen alle (!) Mitwisser dieses Spielchen für einen verdammt langen (!) Zeitraum mitspielen. Die meisten Menschen sind nicht so gute, und vor allem nicht so ausdauernde Schauspieler.
Und jetzt denken wir mal etwas längerfristig und stellen uns spaßeshalber vor, dass sich dieses Märchen z.B. just in dem Moment in Luft auflöst, wo sich Junior wegen der Pubertät ohnehin gerade in einer dicken Identitätskrise befindet ...
Es gäbe also ein völlig intaktes Familiengefüge und vlt eine stabile und liebevolle dazu.
Ja klar! Wie sehr die KM an intakten und stabilen Verhältnissen interessiert ist, hat sie schließlich bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt ... wie war das auch gleich wieder: "Die Kindesmutter hatte schon während der Schwangerschaft eine neue Beziehung". Je nun - und wenn ihr in ihrer neuen Beziehung jetzt wieder was nicht passt, was dann?
Und noch was: Vielleicht ist dieses neue "Familiengefüge" liebevoll - vielleicht ist es das exakte Gegenteil! Wie aber soll man das wissen, wenn man keinen Kontakt zu seinen Kindern hält?
Jetzt kommt der Störenfried, der Anspruch auf Vater sein erhebt, für alle!
Er braucht keinen Anspruch zu erheben, denn er ist nun mal der Vater. Und bei deiner Gleichung "Vater = Störenfried" frage ich mich gerade, ob du vielleich 'nen Pudel gefrühstückt hast.
Bei 200 km Entfernung wird sich auch kein Vertrauensverhältnis im Sinne einer Vater-Kind-Verhältnis aufbauen lassen.
Behauptet wer?
Männer, die im Auslandseinsatz auf Montage sind, auf Ölbohrplattformen ackern, sich als Soldaten in Afghanistan abplagen usw., die können schließlich auch Kinder haben - oder? Und dabei reden wir über deutlich mehr als zweihundert Kilometer und ebenfalls über wochen- oder gar monatelange Abwesenheit ...
Nun die Gretchenfrage, wie würdet ihr denken, wenn die Ex sagen würde lass uns in Ruhe und du bist von allen finanziellen Verpflichtungen entbunden!
Aus irrealistischen Annahmen lassen sich keine realistischen Handlungsanweisungen ableiten. Da könnte ich auch die umgekehrte Gretchenfrage stellen: Mal angenommen, der Neffe würde fünf Millionen Euro im Lotto gewinnen, und die KM wäre bereit, ihm die Kinder für ein Lösegeld von zwei Millionen Euro zu überlassen - was würde er dann tun?
Selbst wenn es beim KU bleiben sollte wäre es aus Managersicht besser seine Verluste zu begrenzen und weitere Aufwände durch Gerichts- und Umgangskosten zu vermeiden.
Wenn es um Kostenoptimierung ginge, dann würde die Managersicht allerdings wohl eher besagen: Mache am besten die eigene Firma hier in Deutschland vollständig platt, und lasse dich in einem Billiglohnland nieder - und zwar in einem Billiglohnland, in dem deutsche Unterhaltstitel nur den Rang von Altpapier haben.
Nix für ungut,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Moin Gräte,
dass Kinder sich ggf. hin- und hergerissen fühlen bzw. fühlten, wird nicht automatisch dadurch verursacht, dass da zwei Männer sind ...
... solange niemand reisst (weil er zum Reissen gezwungen wird), kann sich kein Kind hin- und hergerissen fühlen.
Wenn ein Kind in eine Situation gebracht wird, dass es sich entscheiden muss, den einen lieber zu haben als den anderen, dann kann ich das hin- und hergerissen nachvollziehen (und das gilt es zu vermeiden).
Aber: Der leibliche Vater gehört zur Familie des Kindes (ebenso wie Oma, Opa, Onkel, Tante ...) dieser Fakt hat mit hin- und herreissen erstmal gar nichts zu tun !
Meine Meinung,
United
Kann ich nur zustimmen!
Man hat ja auch seine Kinder nicht weniger lieb, wenn ein Geschwisterchen auf die Welt kommt.
Und noch als kleine Anmerkung.
Spätestens wenn das Kind zwecks Heirat oder sonstigem die Geburts- bzw. Abstammungurkunde (in Falle einer Adoption stehen dann dort ie leiblichen Eltern) in Händen hält wird da ein Name stehen, den sie dann evtl. 18 Jahre lang verschwiegen bekommen hat. Ich will nicht wissen wie ein Kind sich dann fühlt.
Und das Hin- und hergerissen sein entsteht nur dann, wenn den Kindern vermittelt wird Papa bei Mama ist mehr "Papa" als der leibliche Papa.
LG Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
@ Malachit
sehr gut aufgeschlüsselt. Ich hatte der Dame nicht unterstellt, dass sie nur schlecht sei. Evtl. hatte sie ja gute Gründe?
Man kann keine Vergleiche zwischen öfters und länger abwesenden Elternteile in einer intakten Familie und strittigen, getrennt lebenden Elternteilen ziehen. Die intakte Familie trägt den abwesenden Elternteil mit während die strittigen Elternteile die Abwesenheit des anderen ausnutzen um sich des Kindes zu bemächtigen. Dies sind Unterschiede die nicht größer sein könnten. Das es anders sein kann ist mir bewußt scheint aber aktuell nicht der Fall zu sein.
Meine Haltung hast du nicht zitiert. Ich würde alles tun um mein Kind zu sehen.
Dein Manager ist besser als meiner.
@midnightwish
man kann das Kind immer noch zur Adoption freigeben...
@all
Schön angemerkt, dass man an dem Kind nicht reissen soll. Aber wie soll das gelingen, wenn KM nicht will und wegen Gerichtsbeschluss das Kind halt mal herausgibt, den KV schlecht macht, das Kind bearbeitet......
grüsse
Hi Loge,
ja kann man. Genau deshalb gibt es ja den Unterschied zwischen Geburtsurkunde und Abstammungsurkunde, wobei diese inzwischen durch den Registereintrag ersetzt wurde.
Wie man es auch imerm dreht oder wendet irgendwann erfährt ein (adoptiertes) Kind wer der leibliche Vater ist. Da in dem Fall hier ja der Vater Unterhalt zahlt und er damit die vaterschaft anerkannt hat wird da nirgends "Vater unbekannt" stehen.
Gruß Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Moin Loge,
@all
Schön angemerkt, dass man an dem Kind nicht reissen soll. Aber wie soll das gelingen, wenn KM nicht will und wegen Gerichtsbeschluss das Kind halt mal herausgibt, den KV schlecht macht, das Kind bearbeitet.....
Schön angemerkt, aber sind die aufgeführten Gefahren ein Grund, vom Umgang von vornherein abzuraten ???
Zur Ausgangsfrage:
Meine Frage: wäre es besser, diesen Frieden im Sinne der Kinder nun nicht zu stören und Zahlvater und Betreuungsunterhaltzahler zu bleiben, oder sollte man auf Umgang bestehen?
Ich bleib dabei, Umgang mit dem leiblichen Vater ist keine Störung des "Friedens im Sinne der Kinder", obgleich er zu häufig von Kinderbesitzerinnen dazu gemacht wird.
Aber alleine in dieser potenziellen Gefahr sehe ich keinerlei Begründung, vom Umgang von vornherein abzusehen ...
Besten Gruß
United
(der sich trotz aller drohenden Gefahren gleich ins Auto setzt)
n'Abend
Wo steht, dass ich vom Umgang abgeraten habe?
Mein Rat ist der Weg über die KM. Denn ein funktionierender Umgang kann nur gelingen wenn KM diesen unterstützt. Leider ist KM bereits in der Position, dass sie kaum bis gar keine Vorteile hat wenn sie Umgang gewährt. Folglich gibt es 2 Möglichkeiten:
a - der KM schön tun
b - das FamG oder JA aufschen und Druck aufbauen
Ich bin der Meinung, dass es besser ist der KM zu zeigen dass sie dem Kind gut tut und wichtig für das Kind ist.
Allerdings kenne ich auch Väter, die aufgegeben haben und ihr Kind nicht mehr sehen. Sprechen wir heute darüber spürt man schon leichte Trauer aber bekommt auch sehr authentisch die Antwort es geht gut und bin glücklich, sieht es ihnen auch an und bekommt die Antwort "man sieht sich im Leben immer 2 Mal"
Es ist einfach eine persönliche Frage der sozialen Kompetenz, wer will der Waffen und Möglichkeiten und ich werde niemandem vormachen mein Weg ist der richtige. Jeder sollte aber wissen welche Hindernisse und Konsequenzen jede Wahl mit sich bringt. Nur dann kann er die für sich richtige Entscheidung treffen. Und jeder Weg ist genauso gut oder schlecht wie der andere.
Grüsse
Hallo Tina,
ich denke auch, dass es sehr schlimm sein muss zu einem späten Zeitpunkt zufällig und über Dritte zu erfahren, dass man andere leibliche Eltern hat.
Guten Abend,
vielen vielen herzlichen Dank für die Zuschriften.
@ minna289:Es sieht zwar immer so aus, als wäre es eine ureigene Entscheidung geprägt von den jeweiligen Umständen und man muss und kann eigentich keine Ratschläge dazu einholen.
Stimmt natürlich, aber man hat bei so weitreichenden Entscheidungen doch das Bedürfnis, Menschen zu hören, die einfach schon mehr Erfahrung haben und sich mit Sicherheit schon tiefgehender mit der Thematik beschäftigt haben. Man möchte keine wichtigen Aspekte außer Acht lassen und es ist daher meiner Meinung nach sehr hilfreich, von unterschiedlichsten Menschen Antworten zu bekommen, um seine eigene Entscheidung dann besser durchdenken zu können. Mir persönlich hilft es in Gesprächen mit meinem Neffen, der lebenstechnisch eine heftige Achterbahnfahrt hinter sich hat (und das nicht allein wegen dieser Geschichte). Leider kann man im WWW nicht alles schreiben und schildern, man ist zu schnell erkannt, denn heutzutage sind einfach zu viele Menschen auch aus dem eigenen Bekanntenkreis netzaktiv...
Trotzdem hier einen kurzen erklärenden Abriss der Geschehnisse:
Die Schwangerschaft wird bekannt und mein Neffe ist außer sich vor Freude. Es ist eine bestehende Beziehung, auch wenn sie in den letzten Wochen/Monaten lockerer und unregelmäßiger gewesen ist. Man freut sich auf den gemeinsamen Nachwuchs.
Ca. 2 bis 3 Wochen später werden von der KM Streitigkeiten vom Zaun gebrochen, die irgendwie konstruiert wirken. Alle älteren und "erfahreneren" Mütter und Tanten trösten und schieben es auf Hormonumstellung und neue Situation der KM. "Es wird schon alles gut!" Die Männer im Umfeld reagieren befremdet und raten zu erhöhter Aufmerksamkeit...
Kurz darauf Schluss durch KM.
Durch Bekannte hört man dann, dass es wohl eine Beziehung neben der (Fern)beziehung gegeben hat. Daher dann Zweifel an der Vaterschaft. Test wird gerichtlich eingefordert.
Die Nebenbeziehung vor der Schwangerschaft wird zur Beziehung in der Schwangerschaft und besteht bis heute. Die Vaterschaft bestätigt sich.
Die Unterhaltszahlungen werden nachträglich geleistet und natürlich wird auch nach Umgang gefragt.
Ein Kennenlernen wird rundweg abgelehnt mit der Begründung, dass Kinder Spannungen spüren - im Höchstfall wird ein betreuter Umgang mit öffentlichen Personen zugesagt. Es finden Vorgespräche statt und aus allem wird sehr sehr deutlich, dass Störungen im Familienglück nicht erwünscht sind und nur geduldet werden, weil man sich ja später von den Kindern keine Vorwürfe anhören will. Jedoch wird schon im Vorfeld alles getan, um den "ersten Kontakt" so weit wie möglich nach hinten zu schieben.
Leider kann und muss man davon ausgehen, dass die Kindesmutter alles tun wird, um meinen Neffen von ihren Kindern fernzuhalten und Umgang so weit wie nur irgend möglich (ohne das Gesicht zu verlieren) vermieden wird.
Es kommen dann die Begründungen wie z.B. "Jetzt fremdeln die Kinder grade enorm - falscher Zeitpunkt" Die Kinder haben grad Schnupfen - geht nicht.... ich muss das jetzt wohl nicht alles aufzählen - wenn man es so angeht, wird es wohl nie den richtigen Zeitpunkt geben. Das Jugendamt unterstützt die Mutter, denn diese kennt die Kinder ja schließlich am besten.
Keiner kann beurteilen, ob die jetzige Beziehung nun die richtige für die Kinder ist und ob da ein guter Ziehvater ist...
Eines ist jedoch völlig klar, mein Neffe wird es ohne Unterstützung der Mutter niemals schaffen, ein gutes und liebevolles Verhältnis zu seinen Kindern aufzubauen. Es gibt kein Entgegenkommen - es wird sehr deutlich gemacht, dass er alles bezahlen darf und muss, aber ansonsten eigentlich nur stört.
Ganz ehrlich, wie soll das klappen? Mein Neffe zahlt, fühlt sich aber nach eigenen Aussagen so, als zahle er für einen verschuldeten Autounfall ohne Versicherungsschutz. Der Bezug zu den Kindern, von denen er nur ein Foto kennt, fehlt völlig. Er hat den Kampf um Umgang zwar aufgenommen, wird aber durch die verwaltungstechnischen Mühlen (JA, sonstige Beratungs- und Betreuungsstellen) zunehmend schon im Vorfeld zermürbt. X-mal mehr als 200 km zu Terminen bei Ämtern oder Mediationsstellen fahren, nur um wieder zu hören, dass es aus den und den Gründen nicht geht.
Jetzt kam wieder ein neuer Vorschlag - da man sich ja nun wirklich komplett auseinander gelebt hat und da immer wieder Spannungen (keine Streitigkeiten) in Gesprächen auftauchen, sollte man besser erst mal über eine partnerschaftliche Beratung nachdenken, damit die Kinder nicht irgendwelche Spannungen spüren. Sie sind beide sehr sensibel und äußerst weit entwickelt lt. KM.
Was soll ich noch sagen - unterm Strich gibt es einfach 0 Interesse, den leiblichen Vater einzubinden, auch wenn er noch so bettelt und noch so lieb und brav ist.
Ich mag gar nichts mehr dazu sagen, denn schließlich kann die Entscheidung nur mein Neffe selber treffen. Mich hat halt nur interessiert, ob man ihn in seinen Bemühungen bestärken sollte, oder ob man in seinem eigenen Interesse abwiegeln sollte, denn er geht wirklich zunehmend als komplett entsorgter Vater (der er noch nicht eine Sekunde sein durfte) einfach nur noch am Stock.
Liebe Grüße und nochmals Danke
Gräte
Hallo Gräte,
Ich mag gar nichts mehr dazu sagen, denn schließlich kann die Entscheidung nur mein Neffe selber treffen. Mich hat halt nur interessiert, ob man ihn in seinen Bemühungen bestärken sollte, oder ob man in seinem eigenen Interesse abwiegeln sollte, denn er geht wirklich zunehmend als komplett entsorgter Vater (der er noch nicht eine Sekunde sein durfte) einfach nur noch am Stock.
Zwei Sachen dazu. Erstens, es wäre gut, wenn dein Neffe sich selbst hier anmelden würde. Zweitens, ja, er selbst muss die Entscheidung treffen, ob er kämpft oder aufgibt - aber wenn er sich für den Kampf entscheidet, dann ist es jetzt allerhöchste (!) Zeit, den Umgang mit Hilfe eines Fachanwaltes für Familienrecht gerichtlich einzufordern, denn die KM hat sich inzwischen ja bereits als Umgangsboykotteuse erwiesen, mit freundlicher Unterstützung der Entsorgungshelfer vom Jugendamt. Die beiden Vorbedingungen für den Gang vor's Gericht sind damit erfüllt, und jedes weitere Zögern kann ihm vom Gericht sonst als Desinteresse an den Kindern ausgelegt werden!
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo Malachit,
natürlich hast Du recht, dass er sich erstens selbst hier anmelden sollte und zweitens die Entscheidung selbst treffen muss.
Das steht völlig außer Zweifel. Es sieht ja auch immer so aus, wenn jemand für jemanden schreibt, als wolle sich derjenige profilieren und sich einmischen, wo keine Einmischung richtig wäre.
Jedoch kann man sich meiner Meinung nach auch nicht völlig Gesprächen verschließen und immer nur darauf fußen, dass Entscheidungen selbst gefällt werden müssen.
Gespräche können eine Entscheidungshilfe darstellen, vor allem, wenn man sich vorher niemals mit einer solchen Situation konfrontiert sah und dringend auf die Weitsicht Betroffener angewiesen ist. Selbsthilfegruppen hätten sonst keinen Sinn und das Forum hier auch nicht.
Mein Neffe ist beruflich extrem eingebunden und hat mich gebeten, da ich deutlich mehr Zeit habe, seine Fragen hier zu stellen. Er liest sich jeden Beitrag dankbar durch und fühlt sich unterstützt.
In diesem Sinne bedanke ich mich (wir uns) für Deinen Ratschlag in Bezug auf die Eile. Wir denken, dass alle Aspekte ausreichend beleuchtet wurden.
Ganz liebe Grüße zurück!
Gräte
Hi Graete
Nun ja, es ist völlig verständlich, dass mensch dem Menschen helfen möchte, den er/sie liebt. Das steht ausser Frage und bezweifelt niemand hier. NUR, manchmal sind die direkte Kommunikation und Ausdrucksweise bis hinein zu den Details bzw. konkret geschilderten Befindlichkeiten ausschlaggebend für Ratschläge und Hinweise. Die Vermittlung durch Dritte filtert da zu sehr. Es geht um jedes Wort, jeden Satzbau. Und DAS bitte immer im Hinterkopf haben. Ansonsten ist es doch Einmischung.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Moin Gräte,
noch ein Aspekt: Manche Menschen neigen dazu, das Faktum "jemand kümmert sich ja" (in diesem Fall bist das Du) zum Anlass zu nehmen, die eigene Inaktivität zu rechtfertigen. De facto kannst Du (oder sonstwer) sich aber gar nicht kümmern; alle Aussenstehenden können nur den Eindruck erwecken, es würde bereits eine Menge getan.
Das noch gar nichts passiert ist, siehst Du an einem schlichten Umstand: Die Kinder sind bereits etwa ein Jahr alt - und eine Vater-Kinder-Beziehung besteht bis heute nicht. Obwohl in diesem einen Jahr bereits eine Menge hätte passieren können - und müssen! Also war die Methode "Tante wirbelt mal herum" offenbar nicht zielführend.
Wenn Du Deinem Neffen wirklich zum Umgang mit seinen Kindern verhelfen möchtest: Zwinge ihn durch Deinen Rückzug aus der Sache zu eigenen Aktivitäten, denn allein das ist zielführend. Mit Deinem Engagement bremst Du die Dinge viel eher aus als sie einer Lösung zuzuführen. Hört sich blöd an und mag schwerfallen - aber Du gehst ja auch nicht für ihn arbeiten oder auf's Klo mit der Begründung, der arme Kerl habe selbst ja zu wenig Zeit dazu...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
