Mein Mann hat eine 14-jährige Tochter die ca. 30 Km von uns entfernt wohnt. Das Umgangsrecht ist so geregelt, das sie alle 14 Tage von Freitag bis Sonntag bei uns ist. Leider werden diese Wochenenden permanent abgesagt, verkürzt oder sogar ganz gestrichen (Reiten, Parties usw.). Insbesondere für unsere Tochter (7Jahre) ist das immer sehr traurig. Ich höre immer wieder von anderen getrenntelebenden Familien, dass ist doch normal, wenn die Tochter nicht mehr zum Vater kommen will. Nun aber meine Frage: Mein Mann spielt jedes dieser Wochenenden den Taxifahrer. Die Kindesmutter hält es nicht für nötig ihre Tochter entweder zu bringen oder abzuholen. Hat jemand Erfahrungen, ob es eine gesetzliche Regelung gibt, die festlegt, das die Eltern sich abwechseln sollten. Bitte versteht mich nicht falsch, aber die ewige Hin- u. Herfahrerei nervt ganz schön, da mein Mann die ganze Woche unterwegs ist und ich der Meinung bin, dass auch die Ex sich für den Umgang ihrer Tochter mit dem Vater mal ins Auto setzen könnte. Vielen Dank... ;(
Liebe Alexandra,
herzlich willkommen bei uns.
Leider ist es so, dass das Holen und Bringen ausschließlich dem Umgangselternteil obliegt. Insbesondere, weil es sich hier "nur" um 30 km handelt. Es gibt hier nicht wenige, die haben alle 14-Tage 500 km und mehr zu wuppen. Wenn man sich hier mit der/dem Ex nicht verständigen kann, dann ist das so.
Bei 14-jährigen, die in ihr Umfeld eingebunden sind, wird es zunehmend schwieriger, eine Kontinuität im 14-tägigen Rythmus zu wahren. Die Kids beginnen ihre eigenen Wege zu gehen. Hier werden jetzt zunehmend individuelle Lösungen gefragt und da sollte auch die Ex beginnen zu lernen, sich zurück zu nehmen.
LG Uli
Hallo Alexandra,
sich abwechseln der Eltern ist ja schon gegeben bedingt dadurch, dass die Wochenenden abwechselnd übernommen werden.
Meiner Meinung nach ist es schon wichtig, dass der Vater sich an den Interessen der Tochter beteiligt. Dass Interessen von 14-jährigen nicht nur daraus bestehen, beim Vater am Kaffeetisch zu sitzen oder mit "eurer" 7-jährigen zu spielen ist eigentlich auch klar. Aber natürlich sollte auch Berücksichtigung finden, dass die Familie auch gemeinsame Interessen leben können sollte. Dass das nicht immer leicht alles unter einen Hut zu bringen ist, ist klar.
Wir regeln das bei uns so, dass Termine frühzeitig besprochen werden. Dabei werden auch "Familienpläne" mit einbezogen und wir erwarten dann, dass sich daran gehalten wird. Das gilt sowohl für meine Tochter, die ihren Vater besucht, als auch für die Stiefkinder, die 14-tägig am Wochenende bei uns sind. Damit haben wir eigentlich die besten Erfahrungen gemacht. Längerfristige Planungen. Auch die Mutter des "Umgangskindes" sollte die Termine so frühzeitig bekannt geben, dass vernünftiges Planen möglich ist.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Liebe Andrea,
ich gebe Dir voll und ganz Recht. Es tut mir einfach in der Seele weh, wenn ich sehe, wie mein Mann und meine Tochter unter der ganzen Situation leiden. Wenn meine "Stieftochter" bei uns ist, hat jeder das Gefühl, dass sie überhaupt keine Lust auf "Familie" hat. Man hat einfach das Gefühl, es ist ein Zwang für sie.
Gleichzeitig denke ich aber auch als Mutter, es ist auch für eine 14-Jährige wichtig den Kontakt zu ihrem Vater und ihrer Halbschwester zu haben.
Ich denke einfach, dass der Hintergrund der Nichtbesuche darin liegt, dass die Ex meines Mannes es bis heute nicht verkraftet hat, dass er sich eine neue Familie aufgebaut hat. Sie ist allerdings damals ausgezogen und hat die Ehe für gescheitert erklärt.
Ich habe mittlerweile das Gefühl, das die Tochter meines Mannes sich überhaupt nicht bei uns melden würde. Mein Mann ruft immer an, fragt nach was mit den Wochenenden ist, wünscht ihr einfach nur eine gute Nacht oder erkundigt sich ob es ihr gut geht. Da man mit Gesprächen mit der KM auch nicht weiterkommt, sind wir einfach hilfslos, wie wir mit der ganzen Geschichte umgehen sollen.
Hallo Alexandra,
verbringt ihr auch gemeinsam die Ferien? Wie läuft das denn dann? Wir haben ganz oft festgestellt, dass die gemeinsamen Ferien von unschätzbarem Wert sind, was die Familienbande angeht.
Liebe Grüße
Andrea
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Dalai Lama
Liebe Andrea,
das haben wir auch gemerkt. Meine Stieftochter blüht immer total auf, wenn wir gemeinsam im Urlaub sind. Sie ist wie ausgewechselt.
Geregelt ist das so, dass sie die Hälfte der Ferien bei uns verbringt. Leider klappt das schon seit Jahren nicht mehr. Die Ex gibt immer Anfang des Jahres ihre komplette Urlaubsplanung bei uns ab, wonach wir uns dann zu richten haben. Das klappt nur leider nicht immer so, wie sie es sich vorstellt. Sie weicht aber auch nicht davon ab. Mein Mann hat sich z.B. in den letzten Sommerferien extra zwei Wochen Urlaub genommen. Die Tochter kam dann aber nur unter viel Anstrengung eine Woche zu uns. Wir sind dann auch in den Urlaub gefahren. Wir hatten den Eindruck das sie sich wohl fühlt u. auch richtig Spass hat. Ich habe dann leider unerlaubter Weise (weiss das es absolut falsch und sch.. war) ihre SMS im Handy gelesen. Dort hat sie ihrer Mutter und den Freundinnen genau das Gegenteil geschrieben. Alles blöd, kaum auszuhalten.
Also kurz und knapp: die Regelung mit den Ferien klappt auch nicht...
Hi Alexandra,
spätestens seit den SMS solltest Du wissen: Deine Stieftochter befindet sich in einem veritablen Loyalitätskonflikt - die Verhältnisse, die sie alle zwei Wochen bei Euch vorfindet, entsprechen nicht dem, was sie von Muttern erzählt bekommt. Also tut sie der Mutter den "Gefallen", wunschgemäss alles schlecht zu finden - und sieht gleichzeitig, dass alles eigentlich bestens ist. Das erklärt auch, warum sie sich im Urlaub mit Euch wohler fühlt als zuhause.
Wer die Ehe mal beendet hat, spielt keine Rolle (mehr). Mag sein, dass sie sich von ihrer neuen Freiheit viel mehr versprochen hat als tatsächlich eingetroffen ist. Währenddessen hat Dein Mann sich mit Dir eine neue Familie aufgebaut, in der auch seine "alte" Tochter immer herzlich willkommen ist; er hat also objektiv viel mehr aus der Trennung gemacht. Sowas sieht man als Ex-Partner oft nicht gerne, denn eigentlich hatte man ja gehofft, dass es einem selbst besser ginge als dem ungeliebten Partner...
Mit einer 14-jährigen würde ich das Thema offensiv ansprechen; das ist auf jeden Fall besser als darum herumzuschleichen. Ich glaube nicht, dass man dafür einen Familientherapeuten braucht; mein Tipp wäre eher, eine gute Freundin der 14-jährigen dazuzuholen, die vielleicht ebenfalls ein "Trennungskind" ist und eigene Erfahrungen beisteuern kann.
Und was die Umgangszeiten angeht: Man kann nicht alles immer wieder diskutieren. Ist es eine Frage, dass man morgens aufsteht und in die Schule geht? Genauso fix sollten Papa-Wochenenden sein; natürlich mit dem Zusatz "Wenn Du eine wichtige Veranstaltung hast, bringe ich Dich da hin/hole Dich ab".
Was das generelle Bringen/Holen bei Umgangswochenenden angeht, ist das - rein juristisch - Sache des Umgangselternteils, also Deines Mannes. Für die Tochter wäre es aber wichtig, dass ihre Mutter die Förderung des Umgangs dadurch zum Ausdruck bringt, dass auch sie gelegentlich fährt. Es muss ja nicht genau die Hälfte der Fahrten sein; nur ein Signal. Vielleicht druckst Du Dir mal die "Wünsche von Trennungskindern" aus und sagst Deinem Mann, er soll sie der Mutter einmal vorlegen. Damit klar ist, dass es hier um einen jungen und verletzbaren Menschen geht, der nichts für den Käse kann, den die Erwachsenen verbockt haben - aber ihn auch heute noch ausbaden muss. Vielleicht kann man der Dame damit die Augen öffnen...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Alexandra,
ich schließe mich Brille vollumfänglich an.
Mir fällt noch dazu ein, dass es ja auch eine Möglichkeit wäre, sich gelegentlich eine Freundin mitzubringen.
Liebe Grüße
Andrea
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Dalai Lama
